Anterhaltungsblatt des Vorwärts
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Nr. 216. is its Mittwoch, den 7. November.
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Nachdruck verboten.)
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Magda eilte in das Haus, dem Arzt zu telephonieren, während Schäfer ratlos dastand und Otto vor sich hin schimpfte.
Merkwürdig, dachte Schäfer, bei solchen Gelegenheiten thun die Frauen meist sofort, ohne erst lange überlegen zu müssen, das Richtige, während unsereiner erst' ne ganze Weile dumim dabei steht.ban semmi med debt sic Dies Vermögen, sich im Baum zu halten in Liebesfachen, ch bitte, Herr Derektor, komme Se mit!" bat sowie sie ernst zu werden drohten und mehr beanspruchten, als den Körper und das bißchen seelische Regen, ohne das es nun einmal auch dabei nicht ganz abgeht, nannte Schäfer ,, die rechte Lebenskunst" und war stolz auf seine Fertigkeit in ihr, weil er es für Stärke hielt.
Der ständige, leichte Regen paßte ausgezeichnet zu der beiden Stimmung. Ein flein wenig melancholisch war es, alles Wirkliche lind verschleiernd, und zugleich ohne Aufregung und Leidenschaftlichkeit.
SEinfach stilvoll," behauptete Schäfer.
Otto meinte: ,, Beider wird der Genuß nicht mehr lange dauern. Der Regen hat alle Wärme aus der Luft weggespült und damit für jest wohl seine Schuldigkeit gethan. In ein, zwei Tagen ist's vorbei mit ihm, borläufig wenigstens. So weit ich die hiesige Natur tenne."
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Am Freitag regnete es nicht mehr. Samstagnacht fror es sogar schon, wenn auch nicht sehr, da die grauen Wolfen das nicht zuließen.
Guf Als Schäfer am Morgen die Fenster öffnete, konnte er zum erstenmal feit seinem Hiersein die Berge ringsum deutlich erkennen.in puss ja mi
Wie leicht kandierte Früchte sieht alles aus," sagte er beim Frühstück, das er sich hier angewöhnt hatte. Wie ein ganz zarter Zuckerguß über Wege, Häuser, Bäume und Berge.
Siehst ja immer noch alles recht poetisch, ich gratuliere. Einem realistischeren Gemüt liegt ein andrer Vergleich näher." Und?" nor
Es steht aus, als ob die ganze Welt mit einem zähen Schreinerleim überkleistert wäre," ſagte Otto.
,, Bift wirklich unverbefferlich."
" Ich schlage vor," fiel Magda ein, wir benutzen die gute Gelegenheit und zeigen Doktor Schäfer heute nachmittag unfer Forsthaus."
Was? Du bist ja höllisch unternehmungsluftig!" Otto war gar nicht gewöhnt, daß seine Frau Vorschläge machte. Wir müssen Dottor Schäfer doch unsre Hauptsehens würdigkeit zeigen."
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Windolf.
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Otto wollte erst nicht. Ich kann ihm im Augenblic doch nichts helfen." pre resid puudridi
,, Aber der gute Eindruck, den's macht, Herr Derektor! Was wer'n die Leut' denke, wenn Sie grad jetzt spazieren sahr'n... Nachher könne Se's ja immer noch."
Otto biß die Zähne aufeinander. Was lag ihm an den Leuten und daran, was sie dachten! Aber er schwieg. Vor dem Formermeister mochte er darüber doch nichts sagen, das wäre dumm gewesen. Man soll sich nicht schlechter machen, wenn einen die Leute für besser halten, als man ist.
Magda trat wieder aus dem Haus und rief dem Kutscher zu: Fahren Sie schnell dem Dottor entgegen, Friz. Er will sofort aufbrechen, hat er mir eben gesagt. Die Pferde nicht geschont!"
Der Kutscher fuhr mürrisch ab und nicht sehr schnell, da Otto immer noch schwieg. Mein Gott, ähnliches tam doch öfter vor. Warum war der Mann auch nicht vorsichtiger gewesen. Der Arm war weg, da konnte auch das schnellste Fahren nichts gegen helfen.d
,, Was steht Ihr denn? So kommt doch mit! Vielleicht tönnen wir dem Armen seine Lage etwas erträglicher machen, fagte Mada.
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Otto schwollen die Adern auf der Stirn. Was die sich jekt herausnahm! Das wurde ja immer besser. Willst Du das nicht gefälligst unsre Sorge sein lassen, was jekt zu thun ist, ja?!"
Magda schwieg und war wieder die scheue Frau wie gewöhnlich. Wie konnte sie auch nur einen Augenblick vergessen, daß fie nur ein Frauenzimmer war, das zu schweigen und zu parieren hat.
Otto fah mißmutig auf sie. Wenn das der einzige Erfolg war im Verkehr mit dem Federsuchfer, diese Auffäffigkeit und Selbständigkeit, dann dankte er bestens.
" Geh' gütigst ins Haus solange, bis Schäfer und ich das Nötige angeordnet haben."
Magda sah den Zorn ihres Manns. Nur keine Scene bor Doktor Schäfer und dem Formermeister, dachte sie und ging stumm ins Haus.
Mir folls recht sein." Er wandte sich zu Schäfer: Das Forsthaus liegt eine Stunde von hier. Es heißt Man hatte den Verunglückten, der ohnmächtig geworden, allgemein das Forsthaus, obwohl es ihrer noch genug giebt auf den Hof getragen. Alles, was gerade von der Arbeit außer ihm. Aber es ist das einzige, das auch Wirtschaft hat, abkommen konnte, stand um ihn herum. Die Gesichter der also der einzige Ausflugsort, wenn so ein Ausflug ein Ziel meisten sahen mehr neugierig als mitleidig auf den Mann haben soll. Darin stimm' ich nun mit der Bevölkerung der nur mit einer Pferdedecke unter sich auf dem kalten überein, daß ein Ausflug ohne Ziel, das heißt ohne die Boden lag. Möglichkeit, nachher was Vernünftiges essen und trinken zu können, überhaupt kein Ausflug ift."
Nur ein einziger Ort, wohin man einen Ausflug machen fann? Ich finde, daß paßt wieder sehr gut zum Ganzen. Ein wenig pauvre, aber es muß so sein hier, deshalb gefällt mirs."
" Dir gefällt ja aber auch rein alles hier! Das ist geradezu gräßlich!" Wollen wir also hinfahren?" fragte Magda. Könnten wir denn nicht zu Fuß gehen?" meinte Schäfer.
Das wird sich schlecht machen, es ist glatt draußen," erwiderte Otto.
Gerade als sie abfahren wollten, tam der Formermeister Windolf, atemlos, voll Schrecken. Ein Mann war einem Zahnrad zu nahe gekommen, das sich glücklicher Weise nur langsam bewegte. Es hatte seinen rechten Arm gefaßt, und der Mann wäre verloren gewesen, wenn nicht Franz Kranz grade mit einem Beil daneben gestanden und instinktiv, blizschnell den Arm durchgehackt hätte.
"
Otto war wütend. Da haben wir die Bescherung! Diese verdammte Invaliditätsversicherung, seitdem sind die Menschen nochmal so unvorsichtig!"
"
Seid Ihr toll, den Mann hier in die Kälte zu legen?!" fuhr Otto die Leute an. Daß noch der Frost in die Wunde tommt! Sofort schafft etwas, daß er in seine Wohnung ge bracht werden kann."
Die Leute zerstreuten sich. Mit dem Direktor war im Augenblick nicht gut Kirschen essen, das fahen sie gleich.
Franz Kranz unterhielt sich eifrig mit einigen, auf welche Weise man den Verletzten am leichtesten nach Hause schaffen fönnte.
Schäfer sah sich den Mann an, der noch nicht alt sein fonnte. Sein Gesicht war totenblaß, und die Lippen fest aufeinander gepreßt im Schmerz. Um den Armstummel hatte man einen dicken Strick geschnürt, um allzu reichlichen Blutverlust zu verhindern. Dann hatte man die ersten besten Lappen um den Stumpf gewickelt, durch die aber immer noch langsam dunkles Blut siderte. Der ganze Mensch war mit Blut besudelt, und über die Strecke, die man ihn vom Maschinen. raum hierher getragen, lief eine dünne Blutspur wie ein roter Faden, ab und zu nur unterbrochen von einer roten Lache.
„ Er hat gut und gern einen Eimer Blut verloren, meinte Schäfer erschrocken.
Otto schwieg, taute ungeduldig auf seinen Schnurbark