Anterhaltungsblatt oes Vorwärts
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Str. 14. Sonntag. den 20 Januari be 1901
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Der Kafkl vom Hollerbräu.
mis go Was fonnte der nur von ihm wollen? Und gerade hier und heut? Ein gutes Gewissen hatte er ja; denn die im ( Nachdruck verboten.) Tezten Jahr von ihm begangenen Verbrechen bestanden lediglich in einem zweimaligen abendlichen Durchbrennen mit dem Agathl während des Faschings; und die Kollegen hatten dergleichen mehr als er auf dem Kerbholz; und es war schon Roman von R. von Seydlik, addrifast zwei Monate her; was konnte der Alte nur wollen? Oheim Ringelmann saß neben seiner Frau, aber er zeigte Geh' nur zu! Wirst scho' seh'n,
Heute, am Tisch, hatte Hans das Lager- und Gärthema
eigentlich selbst heraufbeschworen, bis der Alois und der sich nicht gewillt, den Staft zu begleiten.er Wind geht!"
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mur in technischen Ausdrücken gesprochen: wenn's Bier an- Und Kastl ging. Der Tisch der Gewappelten war greift wenn's verstochen hat Trieb geben Ganter, fast leer, die Damen waren, zum Trost Kastle, alle fort, die Sattelfaß, doppelte Sattelung" und dergleichen mehr.meisten Herren auch; meisten Herren auch; Herr Ebelein saß einsam an einer Aber mun, da die beiden glücklich angeheizt waren und Ecke und wartete augenscheinlich. Jetzt jah er auf und erblickte gegeneinander über die Maßkrüge weg debattierten, hatte er den Kaftl. sich zu seiner hübschen Nachbarin gewendet und den ganzen" Ja, Wastl, oder wie? Kastl ?- ich hätt' Dir Zauber seiner Persönlichkeit auf ihr Herz wirken lassen. Und was zu sagen." Damit erhob er sich, schwer und müde.„ Auf das wollte wohl etwas heißen! Denn er hatte Ringe an das Bier da muß ich a paar Schritt lauf'n. Mein Wagen is drei oder vier Fingern, eine Uhrfette mit faustgroßem Bündel fort; niagst a Stückl mit mir gehn?' s is Dei Schad'n net."- Kleiner Anhängsel, die Uhr selbst war seit langem beim Und Kastl konnte natürlich nur ja sagen und sich freuen. Bös Reparieren"; dazu ein prachtvolles dreifarbiges Corpsband war ja der Alte nicht, also konnte nur was Gutes kommen. über der Weste und einen sehr feinen Anzug, der beinahe Aber der Gedanke an den Herrn von Haas und das arme wie bar bezahlt aussah. Nur den weißen Stürmer" seiner Hascherl, die Agathe, die jetzt ganz in des Löwen Klauen saß, Verbindung hatte er nicht auf; denn am ersten Tage hatte machte ihm Unruhe. Na es wird ja bald aus sein, dann ihm ein Student auf der Parade am Marienplay das feine lauf ich schnell zurück!" Und er ging mit. Ding herabgeschlagen, mit der empörenden Behauptung, seine Ebelein verabschiedete sich von den andren Herren und Akademie" fei nicht anerkannt und sein Corps" eine ging gemächlich zum Garten hinaus, Kastl stieg andächtig Spielerei unreifer Jünglinge. Dadurch war er etwas stiller neben ihm her, in Erwartung großer Dinge. Sie bogen in und flüger geworden und trug einen Hut für 2,80 M. auf die Hochstraße ein und wandelten langsam über den Häuptern seinem weisen Haupt. der Auer und Haidhausener dahin. Agathe gegenüber spielte er natürlich den flotten Studio. Wieder leuchtete wie an jenem ersten Tage ein herrlicher Er erklärte ihr die Bedeutung des schönen Corpsbands, Abendschein über der Stadt, und die rauschende Jsar sang renommierte mit unzähligen Duellen und Mensuren, bei ihr Zauberlied, erfrischend und herzstärkend wie immer. Von denen er natürlich" nie einen Schmiß erhalten, dagegen aber den Türmen flangen die Glocken hundertfach her und arbeitbiele schreckliche ausgeteilt hatte, und versprach, ihr gegen ein fames Hämmern und Klopfen drang aus den Werkstätten Zwickebussi" ein hübsches Medaillon zu schenken, das er an unten herauf. der Kette trug, wenn sie ihm dafür in Zukunft grad a bißle gut" sein wolle.' s Agathl lachte und amüsierte sich köstlich, denn der Salvator hatte auch sie bereits angefeligt; und Herr bon Haas ließ ihr keine Ruhe, erzählte Schnurren und machte die feinsten Wiße, zwickte und kizzelte, furz, er machte die schnellsten Fortschritte.ge
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Da kam der Mann mit den Affen, und nun war sie vollends närrisch. Haas ließ das" Tierle" unter tomischen Reden am Faden hinauffrabbeln und schnitt selbst die nötigen Affengefrißer dazu, was ihm übrigens leicht wurde.
Als nun der Kastl mit seinem Affen sich zu ihr wandte, sagte sie nur über die Schulter:
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,, Dank der recht schön i hab scho' ein'n" und ficherte weiter mit dem gewandten feinen Herrn.
Ebelein fing das, was er zu sagen hatte, nicht gleich an. Denn in ihm arbeitete noch andres heut als die Sorgen des Geschäfts. Und er konnte sich nicht gleich von jeren andren Gedanken losmachen.
Es betraf jenen Lieutenant Keßler, der einst so nahe an der Verlobung mit Vivi gewesen war. Der unentschiedene junge Mann hatte seitdem noch nicht um die Tochter an gehalten, und Ebelein, dem Vater, war das sehr recht. Denn für die Tochter hatte er bereits einen andren Plan. Er hatte einen entfernten Neffen bei sich im Hause, der Elektrotechnik studierte, und der gefcheidte junge Mann schien dem Vater eine viel aussichtsreichere Partie. Bis jetzt war zwischen den jungen Leuten noch nicht viel los gewesen", aber das hatte ja noch gute Weile. Der Karl war außerdem in seinen ersten Semestern und hatte viel Wichtiges zu thun, paufen, trinten und dergleichen, was einen Jüngling ernsthaft beschäftigt und Zeit, Kraft und Geld erschöpft.
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Staft! überlegte, den Affen in der Hand, ob er nicht verpflichtet sei, sich über die schnippische Ablehnung und das Geficher schwer zu erzürnen; aber da brach gerade wieder ein brausender, begeisterter Gesang aus denn das herrliche Lied Ganz charakteristisch für den alten Ebelein war dabei bom Stanapee war von der Musik intoniert worden. Und da folgendes. Er lieh dem Neffen in allen kleinen Nöten gern fang alles mit, Agathe und die andren desgleichen, der Alois Geld, denn er wollte ihn dadurch an sich fesseln. Aber zugröhlte in wildem Baß drein und Kastl that endlich auch gleich lieh er dem Lieutenant Geld um einen Vorwand mit und spülte zulegt seine unklaren Empfindungen mit zu haben, ihn einmal recht gründlich abblißen zu lassen. So einem ausgedehnten Trunk hinunter. Was ja stets das ist der Mensch; die gleiche Waffe zu entgegengesetten Zwecken beste ist! zu schwingen das machte ihm den größten Spaß, und befonders weil er's heimlich vor den Damen that. Es wäre dem Alten nie eingekommen, daß er den jungen Offizier damit auf eine schiefe Bahn brachte; denn dieser fing nach und nach an, mit seiner noch stets gleicherweise geliebten Rosa uns vernünftige Ausgaben zu machen.
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Nun war an ihm die Reihe, die Krüge zur Schenke zu tragen und füllen zu lassen, das Amt ging am Tisch herum, und als er sich am niederen Ausschankfenster stieß und drängte, rief ihn der Oheim an:
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Raftl, fomm' g'schwind heraus, Herr Ebelein will Dich sprechen, ich hab mit ihm a lang's und a breit's geredt, a vo' Dir, mei' Bub. Schau, daß d' bald kommst."
Na? Was war denn jetzt da? dachte Kastl , trug die gefüllten Krüge zu seinem Tisch und eilte hinaus.
Draußen, im frischen Windhauch, frei von dem wahnfinnigen Lärm und dem dicken Dunst der Halle, atmete er erst ein paarmal tief, um etwas zur Besinnung zu kommen. Denn er mußte doch vernünftig reden können, und er besann fich geraume Zeit, was er vorher mit dem Alois besprochen hatte. Endlich fiel's ihm wieder ein, und er ging, den Ohm zu suchen, um mit ihm vor den Gestrengen zu treten.
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Was ihn, Ebelein, aber bedrückte, war der Kampf mit seiner Frau; diese protegierte nach wie vor den Lieutenant, Vivi hatte sich, der Mutter gehorsam, völlig in die Einbildung hineingelebt, daß der Lieutenant ihr bestimmt war. Der Vater aber machte kein Hehl aus seiner Vorliebe für den Neffen Karl, den Frau Ebelein natürlich bald gründlich haßte.
Ebelein schwieg also heute zunächst dauernd, anstatt seinen Blan, den er mit Kastl hatte, bald herauszugeben. Aber Raftl war das gewohnt; Schwäger brauen kein Vier. Endlich fing er an; feierlich begann er, das heißt
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