Anterhaltungsblatt des Vorwärts

r. 194.

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Drauf los!

Freitag, den 4. Oktober.

( Nachdruck verboten.)

Roman von Jonas Lie .

,, Die alte Mutter Wahl wird nicht ihren Ruf verderben, indem sie andre als gentile Leute ins Haus nimmt... ich habe ihn noch nicht einmal auch nur so viel Schnaps trinken sehen", sagte Frau Wahl, bloß Kaffee, Herr Lieutenant!- und daran kann niemand bei einem jungen Menschen etwas Böses finden.

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,, Und Wort für Wort sagte er so: Macht er so weiter, wie er begonnen hat", sagt er, so gähnt er sich zum Examen durch, der Sterl!... Aber mit dem Baren scheints zu hapern", fagte er, und lachte und ging hierauf fort!"

Walla war durch die Aufmerksamkeit, die ihr Mieter er­regt hatte, sehr froh gestimmt; die Zunge ging in einem fort, während sie Feuer anzündete und aus dem Korb mit Heu, in welchem sie tagsüber ihre Füße stecken hatte, allerlei ver­wickelte Lappen zog, die sie an die Ofenmauer zum Trocknen hängte.

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herum... aber er besaß doch einmal deren zwei, und dazu noch recht gesunde; denn so stürmte keiner durch den Tanz­saal wie er... Ach, du mein! wie er zum erstenmal aus Kopenhagen fam... er war damals Jungmann Da brauchte sich Anne Ludwigfen nicht zweimal umzu­schauen, um ihn hinter sich zu haben Hoch trug er den Kopf und die Tochter hält ihren Nacken gerade- so steif... Wir waren ja auch ehrbar, in meiner Jugend, .. aber so stramm wie diese Sara Rördam

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Die Mannsleute mögen dieser Eigenwillen nicht außer vor der Hochzeit. Sie wollen doch keinen Dornbusch in ihr Haus ziehen... denn, wenn auch in der Jugend noch so viele Rosen dran blühen, so wird es doch schließlich, mit Respekt zu melden, nichts andres als dürres Neisig und Dornbusch.

Die alte Walla saß mit einem Tuch um den Kopf in Strümpfen da und wärmte sich die Füße am summenden Ofen. Sie hatte sich die Kreidepfeife angezündet und dampfte nun und genoß das Dasein nach dem schwer und mühsam hingeschleppten Wintertag. Die Glut, welche hier in der Feuerstatt leuchtete und funkelte, war für Walla der Licht­punkt ihres Lebens.

Die alte Mutter Wahl hat auch bessere Tage gesehen, mein lieber Juhl!- damals, wie ich droben auf Rjaekstad Als Rejer nachher für die Bewirtung mit Kaffee dankte beim Vater des Konfuls als Stubenmädchen diente... und und wieder in sein Gemach ging, pfiff er leise vor sich hin, beide Fräulein so fein wie Puppen in Seide und Flor zum ehe er sich wieder an das Buch setzte. Tanz ankleidete!... und wenn sie am Morgen aus der Merkwürdig, wie zuvorkommend die Walla heute ge= Stadt vom Ball heimkamen... mit schaumbedeckten Pferden... wesen! Wahrscheinlich die Wirkung der Anrede des Lieutenants und sie hinaufgingen... und Fräulein Nella sich niemals Albrechtsen

niederlegen wollte... sondern oben im großen Saale Also stolz war sie, diese Sara Rördam! Das hatte er faß und ins Morgengrauen schaute und nur weinte und übrigens selbst bemerkt... weinte. Anna Wahl wußte wohl, weshalb sie weinte

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Nun, seinetwegen mochte sie die Nase nach Herzenslust in die Höhe strecken... was ging das ihn an? was ging das ihn an? er hatte nur sein Holz zu spalten und zu speilen...

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Und wie Rejer in den Jultagen schlief! am liebsten hätte er alle vierundzwanzig Stunden verträumt, besonders feitdem Walla in überquellender Freundlichkeit den Einfall gehabt hatte, ihm ihren alten braunen Mantel als Zugabe auf die dünne Decke zu legen, unter welcher er in dem kalten Zimmer bebte und fror.

o ja, o ja!. Da war dieser saubere Lieutenant Engelstjön, mit dem sie sich heimlich verlobt hatte.... Die andre, die drinnen lag und schlief, die brauchte nicht zu weinen!... die wußte sich so fein und schlau zu drehen und zu wenden, als es dazu fam... und dann reiste Fräulein Nella nach Kopen hagen und der Lieutenant hielt mit der Schwester auf Rjaek­stad Hochzeit.... Ach ja, Fräulein Nella erinnert sich wohl noch daran, wie Anne Wahl sie in den Schlitten packte und Am rotgemalten Klapptisch des Kanoniers herrschte zu ihr Hoffmanns- Tropfen cingab!... Sie weinte, daß sie nicht Mittag nicht geringe Unruhe. Drei wilde, stets hungrige aus noch ein wußte.... Und die Anne weinte natürlich mit... Knaben und ein kleines Mädchen, Kinder aus Rördams sie mußte aber dabei die Tropfen zählen, wie sich's für zweiter Ehe, gaben ihrer erwachsenen Halbschwester genug­eine rechtschaffene Dienerin gehört... dreißig Tropfen.. sam zu thun und der Kanonier war grade auch nicht an­Fräulein Nella nahm sie mit geschlossenen Augen... Leb' wohl, Aune!" sagte sie, erzähle niemand, niemand, was Du weißt...!"

spruchslos.

was Du Am zweiten Weihnachtstag hatte man Kohlsuppe und frisches Fleisch und der Kanonier nötigte Rejer selbst, seinen ,, Aber auf Rjackstad hatten sie nicht einen frohen Tag Teller stets neu zu versehen. Er wolle von Ziererei nichts mehr; denn er war nicht so füß, der Lieutenant, wie er aus wissen," sagte er, nicht halbe Portionen für ganze Arbeit fah!.. Ja, ja, ein alter Dienstbote könnte viel aus liefern; er wisse schon, was ein junger Mensch vertragen seinem Leben mitteilen... und gute Zeiten habe ich dort könne... Als ich in Deinem Alter stand, lieber Freund, gehabt, etwas andres kann ich nicht sagen!... die hatte ich war schon drei Jahre von Kopenhagen aus auf der See : ich wirklich!... Aber man will doch seine Umstände ändern gefahren, ehe ich fester Gast an Bord der Brigg Lolland " und die Füße unter den eigenen Tisch setzen. Die Frauen wurde, da wünschte ich immer, die ganze Schüssel in den sind einmal nicht anders... und da fällt man in die Magen schieben zu können, wie man sie in einen Backofen Grube!... Er, der Wahl, hatte einen Branntweinladen... und schiebt... Es war damals Kriegszeit. Am ärgsten hatten damals trant er noch nicht viel und hatte sein gutes Aus- wir es in der englischen Gefangenschaft, als wir trockenen kommen. Aber mit der Zeit wurde das alles ärger. Mundes dasaßen und riechen mußten, wie sie Beefsteak mit und als er starb, waren Risten und Kasten leer und Anne Lauch brieten.. mußte zum Kuchenkorb greifen...

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" Und unten bei der Ecke der Hauptstraße size ich im Monat März mun schon die dreizehn Jahre... Aber dafür habe ich gottlob ein gutes Bett.. Ach nein, nein, nun müssen Sie warten und mit der alten Madame Wahl eine Schale Kaffee trinken!"

Je länger Walla sprach, desto mehr ging ihr das Herz auf. Ihr rundes, blaßgraues Antlig mit den grauen Haar­zotteln, dem. dicken kleinen Knopf von einer Nase, dem größeren runden Knopf von einem Kinn und den noch größeren Rundungen der Wangen leuchtete, während sie in Bekräftigung dessen, was sie erzählte, wie ein Walroß nickte. ,, Auch hörte ich, wie vernünftig Sie sich mit dem Kanonier verglichen, mein lieber Juhl!

Die alte Haubiße und ich, beide sind wir Kinder dieser Stadt. Ja, wie die Zeit vergeht... Ach, du mein, jekt humpelt er so mürrisch und bissig auf einem Bein

Am Nachmittag tamen Saras Freundinnen zu Besuch und wurden mit Met und Kuchen bewirtet. Es waren artige, hübsche Jungfrauen, wie es Rejer schien; aber sie zogen sich immer in die eine Ecke zurück und flüsterten und wisperten, so daß er, der neben der alten Haubize festgemauert saß, gar nicht recht zum Sehen kam. Doch verwandte er kein Auge von ihnen. So oft ein neuer Gast eintrat, bot und nötigte man wieder ringsum, der Kanonier war gar nicht knauferig, und so mußten sie jedesmal zum Kredenzbrett hin. HmHm!" räusperte sich der Alte plötzlich und puffte Rejer in die Seite,- er blinzelte zu dem plaudernden jungen Mädchen hin...

,, Vater!" fagte Sara und tam zum Tisch, indem sie die Seite mied, auf welcher Rejer saß, im Seemannsverein will man am zweiten Neujahrstag einen Ball abhalten."

,, Tanzet meinetwegen so viel ihr könnt, ich habe einen Stelzfuß!"