Anterhaltungsblatt des Vorwärts
Nr. 53.
53]
Sonntag. den 16 März. as amp
( Nachdruck verboten.
Homa Gordjejew.
1902
Mir ist, bei Gott, froh zu Mut!" rief Jeschow aus und sprang vom Tisch herab. Wie hab' ich gestern einen Kerl in der Zeitung abgefanzelt! Und dann habe ich einen klugen Wik Roman von Maxim Gorki . Deutsch von Klara Brauner gehört: Eine Gesellschaft sigt am Meeresstrande und philosophiert lang und breit über das Leben. Und ein Jude sagt: Der Wallfahrer verneigte sich tief vor Foma. Es war„ Meine Herren!" Wozu braucht's so viel verschiedene Worte? Ich etwas Weichlichsanftes und Liebes in seinen Abschiedsworten werde Euch alles auf einmal sagen: Unser Leben ist nicht eine und in seinem Gruß. Auch Foma verneigte sich tief vor Stopete wert, ebenso wie dieses wilde Meer!"" ihm und erstarrte mit gesenktem Kopf, indem er sich mit Laß das doch!" sagte Foma. Adieu, ich gehe!" der Hand auf den Tisch stüßte. tann nicht mit Dir stöhnen... um so mehr, als Du nicht Geh nur! Ich bin heute in gehobener Stimmung und einmal stöhnst, sondern grunzst."
" Komme zu mir, wenn Du in der Stadt bist," bat er den Wallfahrer, der eifrig an dem Griff der Kajütenthür drehte. Leb wohl! Gott schüße
" Ich werde kommen Dich!..."
"
voller Stehlend
Vielleicht ist er es!" dod Ach, Foma! Du weißt ja nichts! Hörst Du? Es läutet!
Als das Schiffsbord gegen die Landungsbrücke stieß, tratur Die Trommel. Du bist selbst eine Trommel," dachte " Schlage die Trommel und fürchte Dich nicht." Foma auf die Galerie hinaus und blickte in den Rebel hinab. Foma gereizt, indem er langsam auf die Straße trat. Viele Menschen gingen vom Dampfschiff über die Stege, doch Bei Majatins wurde er von Ljuba empfangen. Erregt er konnte unter diesen dunkeln Gestalten, die vom dichten und freudig erschien sie plöhlich vor ihm und sagte rasch: Nebel umhüllt waren, den Wallfahrer nicht erkennen." Alle, die aus dem Dampfschiff ausstiegen, waren gleich undeutlich Du bist es? Mein Gott! Wie blaß Du bist... wie zu sehen, und alle verschwanden rasch aus den Augen, als Dann wurde ihr Gesicht von Erregung verzerrt, und sie mager. Man sieht, daß Du ein nettes Leben führst!" zergingen sie in den grauen Dämpfen. Man sah weder das rief beinahe flüsternd aus: Ufer noch sonst etwas Festes, die Landungsbrücke schaukelte sich bei den Stößen des Dampfschiffs, darüber hob sich die Laterne als ein gelber Fleck ab, das Geräusch der Schritte und des geschäftigen Treibens der Menge war dumpf. Das Mädchen stürzte aus dem Zimmer und ließ das Das Dampfschiff setzte sich in Bewegung und drang in erstaunt stehen; er hatte nicht einmal Zeit gehabt, sie nach Rascheln ihres Seidenkleides in der Luft zurück. Foma blieb die Nebelwolfen hinein. Der Wallfahrer, die Landungsstelle, ihrem Vater zu fragen. Jakow Tarassowitsch war zu Hause. der Lärm der Menschenstimmen das alles verschwand plöglich wie ein Traum, und wieder blieb nur das undurchdringliche Dunkel und das Dampfschiff zurück, das sich schwer darin fortbewegte. Foma blickte auf das tote Nebelmeer vor sich und dachte an den blauen, wolkenlosen, freundlichen und warmen Himmel
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wo war er?
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Am nächsten Tage gegen Mittag saß er in Jeschows Zimmer und ließ sich von seinen Kameraden die Stadt neuigkeiten erzählen. Jeschow hatte sich auf den mit Zeitungen besäten Tisch gesetzt und erzählte, indem er die Füße baumeln ließ:
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Er stand im langen Galarock und mit Orden auf der Brust in der Thür und hielt sich mit den ausgestreckten Händen an den Thürpfosten fest. Seine grünen Augen musterten Foma, und als dieser. ihren Blick auf sich spürte, hob er den Kopf und begegnete ihnen.
"
Guten Tag, mein lieber Herr!" begann der Alte und wiegte vorwurfsvoll den Kopf. Woher geruhen Sie zu kommen? Wer hat Ihnen Ihr ganzes Fett ausgesaugt? It's denn wahr, daß die Sau nach einer Pfüße sucht, und Foma nach einem Ort, wo es ihm recht schlecht geht?"
,, Haben Sie keine andren Worte für mich?" fragte Foma düster, indem er den Alten starr anblickte.
dem Alten sei übel, aber Jakow Tarassowitsch sagte mit dumpfer, zorniger Stimme:
Jetzt hat der Wahlkampf begonnen; die Kaufmannschaft schlägt Deinen Paten, den alten Teufel, zum Bürgermeister vor. Er berheiratet seine Tochter mit Smolin Smolin.. fannst Und plößlich sah er, daß der Alte zusammenfuhr, feine Du Dich an diesen Rothaarigen erinnern? Man sagt, daß Füße begannen zu zittern, die Augen blinzelten oft und die er ein anständiger Mensch ist... doch wie jetzt die Zeiten sind, Hände krallten sich mit Anstrengung an die Thürpfosten. sind, Foma machte eine Bewegung zu ihm hin, da er glaubte, nennt man auch kluge Schurken anständig... denn es giebt feine Menschen! Jetzt spielt sich der Afrikan auf den gebildeten Mann hinaus, es ist ihm schon gelungen, in die intelligentere Gesellschaft einzubringen; er hat irgendwo etwas gespendet und ist gleich in den Vordergrund getreten. Nach jeinem Gesicht zu urteilen, ist er ein Schuft erster Ordnung, er wird aber trotzdem eine Rolle spielen, denn er versteht sich zu mäßigen. Ja, Bruder, der Afrikan ist ein Liberaler. Und ein liberaler Kaufmann ist eine Kreuzung des Wolfes und Schweines mit der Kröte und Schlange."
" Der Teufel hole sie alle!" sagte Foma gleichgültig. Was gehen sie mich an? Was treibst Du? Trintst Du immer?"
"
" Ich trinke! Warum sollte ich denn nicht trinken?" Halbangekleidet und zerrauft sah Jeschow einem abgerupften Vogel ähnlich, der soeben einen Kampf bestanden hat und bei dem die Erregung noch nicht überwunden ist.
Geh zur Seite, mach Plak." Und sein Gesicht nahm den geivohnten Ausdruc an.
Foma trat zurück und fah, daß neben ihm ein kleiner, runder Mensch stand, der sich vor Majakin verneigte und mit heiferer Stimme fagte:
" Guten Tag, Vater!"
"
Gu- uten Tag, Zaraz Jakowlewitsch, guten Tag!" antwortete der Alte und verneigte sich mit einem verwirrten Lächeln, ohne die Thürpfosten loszulaffen.
Foma trat verlegen zur Seite, setzte sich auf einen Sessel und begann, vor Neugierde versteinert, die Begegnung des Vaters und des Sohnes mit weit offenen Augen zu beobachten.
Der Vater stand in der Thür und wiegte seinen hin" Ich trinke, weil ich von Zeit zu Zeit die Flamme fälligen Körper, indem er sich mit den Händen gegen die meines getränkten Herzens bändigen muß... Und Du, Thürpfosten stützte, er hatte den Kopf zur Seite geneigt und morscher Baumstumpf, glimmst du noch immer langsam blickte mit zugefniffenen Augen den Sohn schweigend an. Der Sohn stand drei Schritte von ihm entfernt, hielt den
weiter?"
" Ich muß zum Alten gehen," sagte Foma und runzelte schon ergrauten Kopf hoch erhoben, runzelte die Brauen und die Stirn.
"
Wag es nur."
blickte den Vater mit den großen, dunkeln Augen an. Der spige schwarze Kinnbart und der kleine Schnurrbart zitterten
" Ich hab' keine Lust... cr wird mir eine Predigt auf seinem trockenen Gesicht, mit der Nase, die knorpelig wie halten."
,, Geh also nicht hin."
Ich muß aber!"
" Dann geh!"
beim Vater war. Auch der Hut zitterte in seiner Hand. Hinter seiner Schulter sah Foma Ljubas bleiches, zugleich erschrockenes und freudiges Gesicht; sie blickte den Vater mit flehenden Augen an, und es schien, sie würde gleich aufunzufrieden. schreien. Ein paar Sekunden schwiegen alle und bewegten sich
Inicht, von der Macht dessen, was sie fühlten, überwältigt.