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Unterhaltungsblatt des Vorwärts

sid Juare

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Nr. 247. de Freitag, den 19. Dezember. apud juh

910] publ

bd Machdruck verboten.)

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Im Kreise. and" dog th od that hoi Erzählung von Waclaw Sieroczewski. odo Deutsch von Rosa Schapire . Alexander ging; ein Knabe führte ihn von einer Jurte zur andren, natürlich fand er den Kniaz nicht. Alexander tam nach zwei Stunden ärgerlich und müde ins Gemeinde­zimmer zurück.

Es giebt also heute keine Versammlung?" " Ja, wer weiß! Ohne den Kniaz kann man sie nicht ab­halten. Morgen denn."

Die Sonne neigte sich gegen den Westen. Alexander

stand auf.

"

"

Darauf werden wir schon antworten."

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" Ihr schlagt's also ab? Der Kniaz selbst hat mir doch geraten, diese Versammlung abzuwarten.

In Alleranders Stimme zitterte verhaltener

erger.

Was kann ich denn machen?" antwortete der Jakute. Die Gemeine befiehlt. Ist's ihr recht, so bewilligen wir. Aber alles Feld in Deiner Nähe ist vergeben. Dort hat Kapiton sein Feld, und er ist nicht einverstanden."

,, Es geht niemand was an, ob es mein ist oder fremdes," schrie Kapiton. Wir geben es nicht. Meine Landsleute haben nicht so viel überflüssiges Feld! Wir brauchen alles selbst und werden alles in diesem Jahr anbauen. Wenn der Kniaz will, so fann er ja den Fremden zu sich nehmen, oder ihm jenseits des Flusses Land anweisen. It's nicht so?"

,, Wir haben kein Feld! Da giebt's nichts zu reden!" schrien sie einmütig. Unter ihnen war auch Tus, Toj's Vater und sogar Froschaugen. mallory in Jenseits des Flusses Auf dem Felde der Tataren höchstens," bemerkte Milach gleichgültig. Alle schwiegen.

Du gehst? Willst Du hier nicht übernachten?" fragte Meilach unruhig. Bleib' nur, wir brechen zusammen auf." Morgen fomm' ich wieder, jetzt aber muß ich gehen." Er hing seine Waffen um und ging in den Wald. Es that ihm mm die verlorene Zeit leid und es ärgerte ihn, daß sie ihn zum Besten hatten, denn daß sie ihn betrogen, daran zweifelte er nicht. Er wußte auch, daß wenn sie ihm dies mal feine definitive Antwort geben, er bis zum nächsten Jahre ,, Das ist nicht wahr! Feld giebt es schon und es liegt warten müsse. Die Versammlung konnte morgen schon seit Jahren brach. Ihr nüßt es nicht und andern gönnt Ihr's auseinander gehen, vielleicht gar nicht stattfinden; alle Ge nicht. Ich bin bereit, Dir Land genug zu zeigen, Sniaz, das meindevorsteher aber noch einmal zusammenberufen, war eine sich zum Bebauen eignet." Unmöglichkeit. So würde denn alles beim alten bleiben,

,, Da giebt's nichts zu reden. Wir haben kein Feld!" fagte der Kniaz ruhig und fest und stand auf.

Mag sein! Das wird dann unsern Kindern nüßen."

"

Ist schon wahr!" gaben sie zu. Du hast nichts Schlimmes gethan, wir sind mit Dir zufrieden und bitten Dich, sei auch

und er würde all diese unnügen, beinahe schon lächerlichen ,, Hört!" sagte Alerander ruhig. ,, Set' Dich, Kniaz, und Schritte noch einmal machen müssen. Unter solchen Ge- auch ich will mich setzen. Hört! Ihr kennt mich doch. Seit danken ging er allmählich denselben Weg wieder zurück. zwei Jahren lebe ich unter Euch, habe ich jemand etwas Er war überzeugt, daß der Stuiaz da sei, und wollte die Böses gethan? Hab' ich jemand auch nur mit' nem bösen Jakuten beschämen. Seine Ahnung hatte ihn nicht be Worte gefränft?" trogen. Hinter einem Baumstamme am Rande des Waldes verborgen sah er, wie die Aeltesten allmählich zurückkamen. Auch der Kniaz erschien, in Gesellschaft eben in Zukunft so." jenes Snaben, der ihm ihn suchen geholfen hatte. Es schien Alerander sogar, daß er aus derselben Jurte heraustomme, in der er vor ganz kurzer Zeit nach ihm gefragt hatte. Er wartete, bis sie in der Thür des Gemeindehauses ver­schwunden waren, dann aber folgte er schnell. Drinnen und nichts von Euch verlangen." wurde laut gelacht.

,, Wo ist der Kniaz? Schickt um den Kniaz", rief Meilach, Mexanders Tonfall nachahmend.

Was willst Du, verfluchter Fremder?"

hi

Er soll mir Kapitons Feld übertragen, eine Frau geben, Geräte und eine ganze Wirtschaft!"

,, Die Felder sind mein, aber die Frau, das ist Deine Sache. Einverstanden!" Sie ist ja eine Ruffin," verteidigte sich Kapiton.

"

Was willst Du also?"

,, Eine Feige dein Fremden! So rate ich."

"

In diesem Augenblicke ging die Thür auf und Alexander trat herein. Die Anwesenden blieben wie versteinert sigen. Niemand rührte sich.

Guten Abend, Herr," sagte Meilach. der zuerst seine Geistesgegenwart gelvann. Du hast gewiß was vergessen und das trifft sich gut, denn da ist auch der Kniaz."

Alexander war empört, aber er ließ sich nichts merken. " Ich bitte Euch", wandte er sich höflich an den Kniaz, ..sich erst mit meiner Sache zu befassen. Darum bin ich ge kommen und hab's eilig, um den Fluß noch heute zu über­schreiten." L

Welche Sache?"

Es handelt sich ums Feld. Warum gebt Ihr vor, nichts zit wissen? Den ganzen Tag habt Ihr Euch versteckt und jeht sucht Ihr Ausflüchte."

Der Jafute wurde rot und hob den Kopf.

Ich hab' nichts Böses gethan und brauch mich nicht zu verstecken. Fremdes Gut wollen wir uns nicht aneignen. Es giebt noch keine Antwort vom Gouverneur, darum können wir die Sache auch nicht erledigen."

Was soll mir diese Antwort! Ihr habt ein Gesuch ein gereicht, daß man meine Tochter ausweise. Ich soll bleiben. Drei Verordnungen habt Ihr aus der Stadt bekommen, darunter auch eine Verfügung vom Gouverneur, das weiß ich wohl."

" Ihr habt mir ein Haus gegeben, Ihr gebt mir Nahrungs­mittel. Das alles kostet Geld." Na, das weißt Du selbst!"

"

Feld aber kostet nichts. Gebt mir Feld, ich werde arbeiten ,, Höre, so haben auch andre gesprochen. Wir haben ge­geben und dann hatten wir kein Feld und keine Ruhe. Wir mußten sie bis zuletzt füttern. Warum sollen wir Dir ( b) glauben?"

thun sollen."

" Seht Ihr, Räubern, Lumpen habt Ihr gegeben!" Aus Angst haben wir gegeben, aber wir hätten es nicht " Ich will Euch eine geschriebene Verpflichtung geben, daß ich auf alles verzichte."

Was nügt uns ein Feßen Papier , wenn Du vor Hunger stirbst? Hat ein Mensch Hunger, so wird er toll."

"

Höre, Fremder," sagte der Kniaz ebenso friedfertig und einlenkend wie Alexander. Du fagst, es giebt Feld genug. Ihr bestellt's nicht, wozu braucht Ihr's? It's etwa nicht so? Du verlangst scheinbar nicht viel wohl zehn Zehntel. Wir könnten's abteilen und geben. Gesezt den Fall, wir geben es: Du baust, Du pflügst, Du säest, Du verpachtest Feld. Schön! Eure Felder sind ausgedehnt, überall Zäune und Gräben. Ihr schlägt Pflöcke ein, Ihr macht Fußwege, Ihr ruiniert unsre besten Weidepläge auf den Hügeln, wo die süßesten Kräuter wachsen und unsre Herden fett werden. Das Vieh, das überall auf Zäune stößt, läuft verstört und hungrig umher. Fern vom Gehöft muß es sich seine Nahrung suchen, weite Märsche machen, findet weniger Nahrung, so wird's denn auch magerer und giebt weniger Milch. Wir leben von unsrenHerden, Ihr lebt vom Ackerbau. Wo Euer Wohlstand sich mehrt, dort gedeiht für uns das Unglück. Du sagst, Du bist gut, und weil Du für Gerechtigkeit gekämpft hast, haben sie Dich hergeſchickt; da mußt Du auch einsehen: was haben wir davon, wenn wir Euch Feld geben und selbst in die Wüste müssen? Das ist doch das Land unsrer Väter. Als sie herfamen, gab es hier nur Wälder, Wild und Mücken. Sie haben die Wiesen gereinigt, die wilden Tiere verscheucht und die Insekten mit Rauch vertrieben. Warum sollen wir von hier fortgehen? Sag' mal, Fremder, was würdet Ihr wohl sagen, wenn wir in Euer Land kämen und unser Vieh auf Euren Felderu grasen würde? Ich glaube,