Anterhaltungsblatt des Vorwärts
Nr. 150.
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Dienstag, den 6. Auguſt.
( Nachdrud verboten.)
Dös werd da no it oft fürfemma sei?"
t leicht, Xaverl, weil i a Mensch bi, der wo a G'fühl hot für de andern Deanstbot'n. Und zu'n Beischpiel, bal mir d' Arbet in an halb'n Johr firti macha, moant's ös, de Bauern fuattern ins de andern sechs Monat? Also muaß mi tracht'n, daß oane übri bleibt."
Die Burschen lachten und waren es ganz zufrieden. ,, Nacha mit' n Essen," fuhr der Sepp weiter, do to ma bui Beit g'winna. Es geit( gibt) Großknecht, de an Löffi it g'schwind gnua aus' n Mäu bringa, und no glei wieda außi an d' Arbet! Selle Leut san da größte Schad'n für ins all mitanand; wos a richtiga Mensch is, der laßt si daweil und braucht zun Löffi o'schlecka a schöni Zeit."
Du bischt wohl no it Großknecht g'wen, du Hadalump!" Na, aba o'g'richt' hon i mehra wia'r oan, daß as Eff'n it so eini gruacht( geschlungen) hot wia'r a Hennahund. Und beim Bet'n hon i eahr aa zoagt, daß a rechta Chrischt langsam tuat; sinscht is ja koa Andacht dabei."
Jett mischte sich aber doch der Hansgirgl ein. ,, Geh, red' do it a so mit de Buam!"
"
Warum it? Jeßt hamm s' Zeit, daß f' wos lernan."
De schiab'n z'erscht it z' vui o."
Bal' g'scheit fan, it. Aba du bischt aa so oana, der d' Arbet fress'n möcht. Moanst, du hoscht an Dank davo? Wart no, bis d' älta werst, na zoag'n' s da de Bauern scho."
Da fiel es dem Hansgirgl siedheiß ein, wie sich der Lenz gegen ihn aufgespielt hatte, und er schlug seine harte Faust auf den Tisch.
B'lezt Hoscht glei recht aa," sagte er ,,, a Deanstbot is grad a Biech."
Er schluckte sein Bier hastig hinunter und bestellte lärmend eine neue Halbe.
,, Oho! Hansgirgl!" lachte der Wirt. So hon i di no gar nia g'sehg'n."
mi aa no net," brummte der Schormayer- Knecht. ,, A Deanstbot is grad a Viech," fing der Sepp wieder an, ., aba oft glei no dümma. Hot ma scho amal a Roß g'sehg'n, dös no ziahg'n möcht, bal eahm da Baua Feierabend gibt? Is it a jeda Ochs froh, bal ma' n ausspannt? Aba selle Knecht gibt' s, de umanand lins'n( schauen), ob s' it no g'schwind wos. zun arbet'n find'n, und a selle, de vor da Zeit aufftengan."
1912
Mirkt's enk dös: alle Aposcht'ltäg san halberte Feiertäg; und dös laßt's enk it nehma, wei' da Mensch a Religion hamm muaß. Nacha steht g'schrieb'n: am Karsamschta soll die Erde ruhen. Ruhen, vasteht's?"
"
Mir bastenga di scho."
Also! Net, daß oana außi fahrt und acert! Dös sell waar a Freb'l. Und grad so is am erscht'n April. Da soll ma d' Arbet einschränken, sagt da Kalenda . Uebahaupts an foan Samschtag an Mist fahr'n, sinscht hagelt' 3."
,, Woaẞt na selle Täg aa, wo ma mehra arbet'n soll?" ,, Na. De hamm si de Bauern g'mirkt, und es waar'n guatding( reichlich) dreihundert."
Wie nun alle in ein schallendes Gelächter ausbrachen, tamen etliche Bauern in die Wirtsstube, der Unterburger dabei.
Der drehte sich im Vorbeigehen um, ob er auch recht gesehen habe, daß der Schormayer- Knecht bei den windigen Burschen saß, die wohl seit der Kirche schon tranken und jezt die Köpfe zusammensteckten.
Aber es war so. Der Hansgirgl hodte mitten unter ihnen. Da winkte der Unterburger, nachdem er am Ofentisch Platz genommen hatte, verstohlens dem Wirt.
Wos is denn, daß an Schormoar der sei' bei de andern hibei sitzt?"
woaß it; i ho mi selm g'wundert."
" Hätt ma'r it denkt, daß si der it z' guat waar." „ Er is erscht nach de andern femma und hot a bissel
z'wida( unzufrieden) drei'g'schaugt."
Dös tuat a no'; da hot' s was geb'n." ,, Soll i' n amal schö staad frag'n?"
Na, na! Mi geht' s nir o. Bringst ma'r a Halbi!" Beim Untaburga bin i aa'r amal g'wen," tuschelte der Sepp den Burschen zu.„ Der teilt si' s richti ei: viel Arbet und weng Fress'n. Da Schmalzhafa( Schmalztopf) is dös fleanst im Haus."
Du g'freust mi, und i fimm zu eahm," sagte ein junger Knecht, der stark schielte.
" Do werst was daleb'n, Toni! Sie is gar a G'naue. Küach'in bracht s' so groß, daß ma f' an da Uhrkett'n trag'n kunnt, und bal's d' zwoa g'fress'n hoscht, fahrt s' mit da Schüssel o( ab)."
" Dös möcht i sehg'n!"
,, Da siechst it viel, wann's d' a kreuzweis in de andern eahnere Teller schiagl'n( schielen) ko'scht. Es is nirgats was drin."
Die Unterhaltung wurde am Burschentisch immer lauter; und so oft ein neuer Gast fam, wußte Sepp etwas über ihn und sein Hauswesen, und zuletzt gab er sich keine Mühe mehr, leise zu reden, so daß die Bauern aufmerksam wurden und
,, De mogst du it, Sepp?" fragte ein ganz Junger. „ Na, du Grasteufi, de mog i net; und wann du amal bei drohende Blicke herüberwarfen. neunaneunz'g Bauern g'wen bischt, werst aa so hell sei."
"
Bischt du bei so biel ei'g'stanna?"
" Ja, mei Liaba, und ausg'stanna." Sepp zog den Hut weiter in die Stirne und sang mit heiserer Stimme:
,, Vo Weichs bis auf Jrgertsham
Kenn is schier allesamm,
Und i ho deraz'weg'n( deswegen) Ziemli oa( viel) Spitzbuam g'sehg'n."
Alle lachten. Bloß der Hansgirgl schaute finster vor sich hin und krampfte seine schwielige Hand um den Henkel und trank in furzen Absäzen.
Er redete auch mit sich.
,, Ah wos! Dir gib i na scho a Fei'schpinna! Dös wer'n
"
ma ja sebg'n!"
Wos fogscht?" fragte ihn sein Nachbar.
Nir sag' i."
Laff'n steh'!" schrie der Sepp. Der hot Zeitlang nach
der Arbet, weil scho zwölf Stund Feiertag is."
Sing amal oans, Sepp! Woaßt d' as scho, dös sell vo de Deanstbot'n!" schrie der Toni; und der alte Bagabund war gleich aufgelegt, alle ehemaligen Denstherren miteinander zu ärgern.
Er sang, so laut er konnte, und seine heisere Stimme gellte zum Ofen hinüber.
Bauern, ent fenn i gnau,
Ent derf koa Ehhalt( Dienstbot) trau, Mit enfern Thoa und Treib'n
Ron ent koa Ehhalt bleib'n,
Braucht's oi( alle) Jahr drei und vier, Roa richtiger bleibt ent nia,
Alle Tag fangts jammern an, Wann Liachtmeß tam,"
Die Bauern wurden unruhig.
,, Wia is denn dös?" schrie der Unterburger.
a Kerl ins aussinga?"
Derf a so
Aber der Sepp ließ sich nicht irr machen und sang, daß
Du! Mi muaßt it dableca( verspotten), sinscht dalebst ihm die Stirnadern anschwollen. wos!" knurrte der Hansgirgl.
fag ja, fie soll'n dir an Ruah lass'n. Also, Buam, paßt's auf, daß was finnt's, bal's jetzt bei an neuch'n Bauern aufziagts. will ent amal an Kalenda ausleg'n, denn de Wiss'nschaft fimmt oiwei mehra o( ab), und de Bauern halt'n ganz weni auf den alt'n Brauch."
Laß di no außa, Sepp!"
„ An Chhalt'n schinden s' her,
Daß eahm glei d' Haut werd speer( dürr),
Mit lauter Plagn und Scheern
Muaß a sein Lohn vodean( verdienen),
3'lept thean f' oan no betrüagn,
Thean eahm an Lohn o'ziahg'n Grobheit'n triagst recht schö', Nacha to'scht geh'."