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Nr. 46.

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Erscheint täglich aufer Montags.

Vorwärts

Berliner Volksblaff.

17. Jahrg.

Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins­und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Emt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: Socialdemokrat Berlin"

Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.

1896-1900.

Bon Herrn Profeffor Sombart erhalten wir unter der obigen Ueberschrift die folgende Zuschrift: Der Vorwärts" unternimmt in dem Leitartikel feiner Nr. 39 bom 16. Februar d. J. einen Angriff gegen mich von solcher Schärfe, wie sie auch im politischen Leben nicht gerade häufig ist. Er tommt zu dem Ergebnis, daß meine wissenschaftlichen Leistungen, von denen er selbst manche im Laufe der Jahre nicht ohne Wohlwollen ge­würdigt hat, als die eines systemlosen Sammel- und Flicgelehrten" jeglicher Autorität entbehren, daß aber mein Charakter, insonderheit meine Wahrheitsliebe höchst verdächtig seien, dieweil ich des Ver­fuches einer bewußten Täuschung meiner Leser als überführt zu erachten sei.

Obwohl ich aus brieflichen Zuschriften und mündlichen Rück­sprachen, sowie aus der freundlichen Verteidigung Conrad Schmidts in Nummer 42 des Vorwärts" zu meiner Genugthuung ersehe, daß das Urteil des Vorwärts" in socialdemokratischen Kreisen keines­wegs durchgängig geteilt wird, so halte ich doch ein Wort der weitern Aufklärung, um irgend welches Mißverständnis von vornherein am Aufkommen zu verhindern, gerade jetzt am Plaze, wo ich in einer der wichtigsten Tagesfragen in ausgesprochenen Gegensatz zu der Politik der socialdemokratischen Partei getreten bin. Denn gerade jetzt muß mir daran gelegen sein, daß die socialistischen reise von meinem besten Willen gerade für die von ihnen vertretene Sache überzeugt bleiben. Sollte es denn nicht möglich sein, eine ab­weichende Meinung in ehrlichem, offenem Kampfe zu verfechten? Ist es denn gar nicht zu vermeiden, daß man den Gegner bekämpft indem man ihn beschimpft? So viel an mir liegt foll der Streit von jeder persönlichen Beimischung frei bleiben und deshalb ist es mir darum zu thun, das Grundlose der persönlichen Verdächtigungen, wie sie der citierte Aufsatz des Vorwärts" enthält, in aller Stürze nachzuweisen.

Das erste, was mir schuld gegeben wird, ist dieses: daß ich in der Vorrede zur 3. Auflage meines Socialismus zu Unrecht be­hauptet hätte, durchgreifende, fachliche Aenderungen" nicht vor­genommen zu haben, sondern die Schrift im Tegt im wesent­lichen gleichlautend" hinauszusenden. Die Streichung des vor legten Abschnitts im siebenten Kapitel sei aber eine wesentliche Aenderung.

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Sonnabend, den 24. Februar 1900.

Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3.

der Ausdruck äußere" paßt für meine Theorie g: andsäglich besser geschichte freist: der sociale und der nationale, was auch das als gemeinsamer". Proletariat niemals vergessen darf". Wenn übrigens der Das zweite, worüber der Verfasser des Vorwärts"-Artikels Herr Verfasser meint, mit dreiunddreißig Jahren müßten sich ausläßt, ist die Frage: weshalb ich in der Vorrede zur die Ansichten eines Gelehrten ein für allemal feststehen, dritten Auflage eine wesentliche Tertveränderung abgeleugnet habe, so kann ich ihm dies, auch von dem vorliegenden Fall ab obwohl jene Streichung erfolgt sei. Wenn ihm dabei die An- gesehen, auf den es gar feinen Bezug hat, niemals in dieser Fassung deutung aus der Feder floß: ich hätte es gethan, um die Leser zugeben. Wir Vertreter der Socialwissenschaften haben vor allem die wissentlich zu täuschen, so erlaubt er mir wohl, daß ich ihm darauf Bflicht, der thatsächlichen Gestaltung der Dinge Rechnung zu tragen. die Antwort schuldig bleibe und ihn selber als das Opfer momentaner Und es bedeutet eben eine Verknöcherung der Wissenschaft, die der Uebereilung betrachte, selbst auf die Gefahr hin, daß er auch dies wahren Wissenschaft Todfeind ist, wenn jemand alte Theoreme den mein Verhalten wieder entsetzlich wohlwollend" finden sollte. Die veränderten Thatsachen zum Troß aufrecht erhält. Ich aber hoffe Gründe, die mich thatsächlich veranlaßten, die gedachte Bemerkung zu mir die Fähigkeit zu bewahren, hinzuzulernen, so lange ich denken machen, kenni ja der Leser jegt. und theoretisieren werde.

Bleibt der dritte Teil der Ausführungen des Vorwärts"- Artikels: was ich mit jener Streichung habe zum Ausdruck bringen wollen und weshalb ich sie vorgenommen habe.

Der Verfasser unfres Artikels deutet die Entstehungsweise der beiden Standpunkte, wie sie in der zweiten und dritten Auflage zum Ausdruck kommen, an: er meint, 1896 habe ich an die gelbe" Gefahr geglaubt, weil im Jahre vorher Kaiser Wilhelm unter ein Stnadfuß­iches Bild einen entsprechenden Satz geschrieben habe und 1900 sei ich deutscher Bulgär- Chauvinist, weil im Jahre 1899 der Marine­plan Kaiser Wilhelms II. bekannt geworden sei.

Diefe Kaufalerklärung, scheint mir, zeichnet sich mehr durch Ein­fachheit als durch Wahrscheinlichkeit aus. Wer mich auch nur ein klein wenig kennt, wird sich eines Lächelns nicht habe erwehren können, als ihm hier die enge Verknüpfung meiner Ansichten mit den Meinungs- und Willensäußerungen Kaiser Wilhelms II. bekannt gegeben wurde. Uebrigens sollte ich meinen; wenn man schon regierungsfromm sich zu benehmen ein Jutereffe hat, dann sei eine so bescheidene Streichung doch immerhin nur ein unvollkommenes Verfahren. Sollte sie wirklich schon genügen, um mich, meinen Socialismus" und was ich sonst verbrochen" habe, an den maß­gebenden Stellen mundgerecht zu machen? Das wäre immerhin ein erfreuliches Symptom; aber ich glaube nicht recht daran. Siehe die" Post"!

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Also folgendes find die Erwägungen, die mich zur Streichung jenes Absatzes veranlagt haben: Zunächst das Empfinden, daß es mit dem Inhalt jener Säße nicht in Einklang zu bringen war, daß thatsächlich auf eine fonfrete nationale Gruppierung eingegangen würde. Es sollte ja mur die principielle Seite der Frage erörtert werden; deshalb war jede Exemplifikation störend, zum mindesten überflüssig. Der Geist dessen, was mir vorschwebte, wird in der jetzigen Fassung reiner zum Ausdruck gebracht als in der früheren. Aber es waren doch auch fachliche Bedenken, die mir die Be­feitigung jenes exemplifizierenden Hinweises nahe legten. Der Gedanke eines gegen andringende östliche Feinde vereinigten Westeuropa war 1896 wenigstens nicht außer jedem Bereiche praktischer Möglichkeiten. Er war vielleicht nicht sehr flug, aber er war doch, wie die Dinge damals lagen, nicht geradezu dumm. Seitdem hat sich so viel ereignet, wie früher in manchen vier Jahr zehnten nicht, was zu einem völlig neuen Urteil über die Weltlage notwendig zwingt.

Breslau , den 22. Februar 1900.

Werner Sombart .

Unfre Antwort auf diesen Brief kann kurz sein. Die breiten Ausführungen Sombarts haben in keinem Punkte unsre Ansicht er­fchüttert, daß er als Marine- Agitator sich durch den Abschnitt über die politische Entwicklung Europas geniert fühlte -man fönnte ihn ja in jeder Flottenversammlung, wo der Herr Professor sich zeigt, verlesen, um seine Argumentation zu schlagen und daß er ihn deshalb strich, während er in einer merkwürdigen Bergeßlichkeit in der Vorrede jede wesentliche Aenderung ableugnete.

Herr Sombart verteidigt sich so, wie jeder voraussehen mußte, Er erklärt den Abschnitt für un­daß er sich verteidigen würde. wefentlich", beruft sich auf die beiden stehen gebliebenen Säge, deren Tendenz ohne die vorausgegangene Jllustration durch den un wesentlichen" Abschnitt niemand verstehen kann, und sucht durch das formale Wenn" am Anfang des Abschnitts das unmittelbar darauf folgende Bekenntnis von 1896 abzuschwächen, daß er ,, über­zeugt" sei, es werde zu der im Wenn- Saß geschilderten Ent­widlung fommen. Außerdem entrüstet er sich ein wenig gegen die Ansicht, er verdanke seine Aenderung in den Anschauungen über die Weltlage Anregungen Wilhelms II., als ob es tränkend für einen preußischen Professor wäre, wenn man ihm nachsagt, er lasse sich durch die tiefere politische Einsicht seines Königs belehren; mindestens hat Wilhelm II. die Priorität in seiner weltpolitischen Auffassung vor der Sombarts, der vor dem 18. Oktober 1899 von seiner Wandlung öffentlich nichts hat verlauten lassen.

Alles dies mußte Sombart geltend machen, aber er hätte es Wie er seine Verteidigung doch ein wenig geschickter sagen können. in vorstehendem führt, zerfällt sie in zwei schroff widersprechende Hälften:

Im ersten Teil erklärt er, daß der gestrichene Absatz nicht wesentlich sei; im zweiten, der eine kleine Flotteurede darstellt, führt er aus, daß er den Absatz gestrichen habe, weil er durch die Er­eignisse seit 1896, zu einem völlig neuen Urteil über die Weltlage" notwendig gezwungen sei.

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Ich bin andrer Meinung und begründe diese wie folgt: Der Grundgedanke meines hs ist der, daß es fich in aller Geschichte stets um einen doppelten Gegensatz, den der Gemeinschaften" unter einander und der einzelnen Gruppen innerhalb der Gemeinschaften gegen einander, handelt, je nachdem die Gemeinschafts- oder Gruppeninteressen vorwiegen. Von diesem Gedanken eines stets doppelten Gegensatzes: eines socialen und eines nationalen nehme ich meinen Ausgangs­punkt, zu ihm fehre ich am Ende meiner Ausführungen zurück. Inhalt der Schrift ist die Theorie der socialen Gegensäge in der Gegenwart; die nationalen hatte ich nur zu streifen. Ich that es Ziehen wir aus diesen beiden Säßen nach den Regeln der und thue es in der Weise, daß ich ausdrücklich es für falsch erkläre, Logit den notwendig zwingenden Schluß, so erhellt: Wenn Herr wenn das Proletariat aus dem begreiflichen impulsiven Anti­Professor Sombart zu einem völlig neuen Urteil über die Nationalismus eine anti- nationale Theorie bilde; daß ich ausdrück- Die Gefahr eines Angriffs von Osten her ist wesentlich ver- Weltlage gelangt, so hält er selbst das für durchaus lich die jederzeit vorhandene Möglichkeit überwiegend nationaler ringert. Der Ausgang des japanisch- chinesischen Kriegs, die beginnende wesentlich. Es sei fern von uns, diesem seinen überwältigenden, Interessen behaupte:" Wann... die Gegenfäße innerhalb der Aufteilung Chinas haben die völlige Unfähigkeit des chinesischen wenn auch überbescheidenen Verteidigungsargument zu widersprechen nationalen Gemeinschaft, die socialen, jene immer vorhandenen Volts zur Machtentfaltung erwiesen. Es scheint, als ob die Wenn für einen Professor oder den Verteidiger einer Regierungs zwischen den Nationen überholen, wann diese jene, das wird Chinesen zu den rein passiven Völkerschaften, wie die Indianer ge- vorlage fich die Kopf lage ändert, so berufen sie sich stets fälschlich man schwer auch nur für eine kurze Spanne Zeit mit Gewißheit hören, die niemals ernstliche Gegner hoher Rassen werden können, auf eine Aenderung der Weltlage. Mit seiner Berufung auf das voraus zu bestimmen wagen dürfen."( 2. Aufl. S. 72, 3. Aufl. wenigstens nicht im Kampf um die nationale Geltung. Rußlands Berhältnis zu England hat Sombart mum abermals ein bedauerliches S. 94.) Daß aber, so weit wir überhaupt zu blicken ver- Politik hat sich aber ebenfalls erst in den letzten Jahren deutlichst Unglück. Der Zufall will, daß man mit größerem Recht mögen, die kraftvolle Vertretung nationaler Interessen niemals ganz nach Osten gewandt und hat jest offenbar als Angriffspunkt nicht beweisen könnte, das Verhältnis habe sich zwischen 1896 und entbehrlich werden wird, das freilich muß auch dem Kurzsichtigen Har" mehr die deutsche oder auch nur westeuropäische Interessensphäre. 1900 umgefehrt entwickelt, wie Herr Sombart für seine ( jein): 2. und 3. Aufl. a. a. O. gleichlautend; und gerade wieder Dagegen hat sich in dem Verhältnis der westeuropäischen Nationen 8wede wünschen möchte. 1896 war das Jahr des Jamesons in unsrer Zeit flarer denn je geworden sein"( Hinzufügung in der unter einander manches verändert in lezter Beit, vor allem erscheint Einfalls in Transvaal . Niemand zweifelte daran, daß es sich um 3. Auflage). Sobald aber ein äußerer( 2. Aufl. gemeinsamer") England nicht mehr gewillt, wenn es dies jemals gewesen ist, mit einen englischen Eroberungsversuch handelte. Der Kaiser schickte Feind den Bestand( 2. Aufl. Existenz") einer Gemeinschaft überhaupt den übrigen westeuropäischen Nationen sich solidarisch zu fühlen, fein bekanntes Telegramm. Die Chauvinisten hüben und drüben bedroht, wird diese sich immer wieder ihrer Gemeinschaftsinteressen sondern stellt sich in immer deutlicheren Gegensaz nament hezten um die Wette. In keinem Augenblick war das Verhältnis bewußt werden und sie verteidigen und unterdessen werden die lich zu Deutschland , aber auch zu Frankreich . Veranlaßt zwischen den westeuropäischen Staaten so gespannt, so feindselig, wie Gegenjäge im eigenen Jumern in Die zweite Reihe rücken. Also von zu dieser Gegnerschaft ist es durch die politisch- kommerzielle gerade damals, zumal auch der französisch- russischen Allianz in jenen einer grundsäglichen( 2. Aufl. principiellen") Ablehnung des Natio- Entwidelung des immer imperialistischer werdenden Nord Tagen noch größere Bedeutung beigemessen wurde als heute. nalismus fann, wie die Weltlage( 2. Aufl. Weltfonstellation) heute amerika ( Subanischer Krieg!) und durch die einstweilen rein ökonomische England zeigte 1896 feine Eroberungsgelüfte, mit Deutschland war ist, auch beim Proletariat keine Rede sein. Zur Erörterung( 2. Aufl. Machterweiterung Deutschlands auf dem Weitmarkte und in den es verfeindet, von einer deutsch - französischen Annäherung war dennoch war 1896 Herr Sombart über Diskussion) wird nur immer der Kreis von verwandten Kultur- fremden Ländern, wo wir seine Kreise immer mehr stören. Mag teine Rede nationen stehen, auf die man die anti- nationale Gesinnung nicht man also als Deutscher heute noch so viel Sympathien mit England zeugt", daß es zu einer westeuropäischen nationalen" Gemein ausgedehnt sehen möchte. wie ich zum Beispiel Wie fich solche nationalen Gruppen und seiner Kultur haben mag man die schaft fommen werde. Ganz anders 1900: 8wischen England und bilden werden, das ist eine Frage, die zu entscheiden uns hier nicht russische Unkultur und ihre Verbreitung nach Westeuropa noch so sehr Deutschland herrscht tiefste Intimität, der heutige Transvaalfrieg ist obliegt, wo ich nur die grundsägliche( 2. Aufl. principielle) Seite auch verabscheuen wie ich zum Beispiel so wird man doch, wenn nach den Vorgängen von 1896 teine leberraschung, Frankreich ist des nationalen Problems hervorkehren wollte." Diese in der man nicht einfach vor den Thatsachen die Augen verschließen will, wieder westeuropäischer" geworden. Jubelt nun der Herr Professor, man würde das verstehen daß man seiner Voraussage von 2. und 3. Auflage bis auf die in[] angegebenen Abweichungen gleich heute anerkennen müssen, daß, so bedanerlich es sein mag, England Tautenden Säße enthalten den wesentlichen Inhalt dieses Abschnitts. unser bedentendster und gefährlichster Gegner ift. Nicht wir find 1896 bereits näher gekommen? Oncin, jetzt ist für Herrn Sombart Für den Gedankengang völlig unwesentlich, ja schon in der 2. Auf England feind, aber England uns. Es macht es uns ummöglich, alles neu geworden. Jetzt hat seine leberzeugung von 1896 den lage ausdrücklich für unwesentlich erklärt, war die beispielsweise, kon- es zu lieben," wie Bismard einmal gesagt hat. Das ist deutlich Todesstoß erhalten; er glaubt nicht mehr an die westeuropäische jetturale Bildung einer möglichen Gegenfäßlichkeit von Gemein: geworden erst in den letzten Jahren, mir wenigstens. Und darum Einigkeit, weil sich die Thatsachen nämlich zu ihren Gunsten schaften: der zwischen westeuropäischen Völkern und Völkern des halte ich jetzt ein Exemplifizieren auf ein vereinigtes Westeuropa verändert haben. Herr Sombart rechnet nach dem Hegeneinmaleins. Und nun noch ein ernsthaftes Wort zum Schluß. Wie Herr Oftens. Ich leitete fie in der 2. Auflage ein mit den Worten: für gänzlich deplaciert, was es vor vier Jahren noch nicht war. denn selbst dann, wenn in Westeuropa etwa fich die nationalen Daß ich nun deshalb russenfreundlicher", chauvinistischer" geworden Sombart über Weltlage und Flotte denkt und sich mausert, das ist Gegenfäße soweit gehoben denken ließen, daß..." anknüpfend sein soll, ist doch ganz gewiß aus dieser veränderten Beurteilung der eigentlich eine recht unvesentliche" Sache, an der die Social­Unser Artikel war nur ein die herrschende Vorstellung von des Proletariate der Weltlage gar nicht zu folgern. Wie man das aus dem hinzugefügten demokratie kaum ein Interesse hat. Interessen Solidarität der Nationen. Womit offenbar noch Sag: und gerade wieder in unsrer Zeit flarer denn je geworden nebensachliches Intermezzo im Flottenkampf. die über gar fein pofitives Dagegen hat Herr Sombart als Socialpolitiker auch in unseren behobene oder nicht sein" schließen will, verstehe ich nicht. Ich habe ja gerade jedes behobene Juteressen- Gegensäglichkeit der westeuropäischen Rationen fonfrete Beispiel nationaler Gegensäglichkeit zu fonstruieren ver Streifen einigen Ruf, weil wir Nichtverwöhnten schon herzlich froh sind, gefagt war, auch nicht mit dem Sage: Es wird meiner Ueber- mieden und betone mur die allerdings wohl auch von feinem Social- wenn wir uns nicht mit den landläufigen Stupiditäten der Scharfmacher zeugung nach der Augenblid kommen, wo die gesamte europäische demokraten aus der Welt zu schaffende Thatsache einer Verschärfung herumzuschlagen haben. Herr Sombart hat seine Mauferung auch auf Gesellschaft sich fagt: jetzt sind alle unsre Gegensäge belanglos der nationalen Gegensäge und die dementsprechend wieder deutlicher diesem Gebiet- vermutlich gleichfalls wegen der veränderten Weltlage gründlich vollzogen. In seinem Buch über den, Socialismus zc." hielt gegenüber dem, was uns vom Feinde droht." Damit war nichts gewordene Notwendigkeit nationaler Interessenvertretung. behauptet, als eine für den Moment gegebene oder mögliche Gegen- Wenn nun der Herr Verfasser des Vorwärts"-Artifels meint: Sombart die fociale Bewegung in ihren Grundzügen für notwendig", fäglichkeit, die vorher oder nachher durch andre verdrängt werden man könne ja nicht wissen, wie ich in abermals vier Jahren ur fo wie sie ist": mit ihrem Ziel, dem socialistischen Ideal und tönnte. Auch follte es ja doch nur sich um eine Beispielheran- teile, fo gebe ich ihm ohne weiteres die Richtigkeit dieser Be- dem Mittel, dem Klassenkampf. Politik und Gewerkschaften" schienen ziehung in jenem Zusammenhange handeln. Von einer Darlegung hauptung zu. Sollten sich in dieser Zeit wiederum so ge- ihm wie das rechte und linke das Bein, auf denen das Proletariat Nationen der Stellung der marschiert". Wer nun aber feine 1899er Vorträge über die Gewerks weltpolitischer Tendenzen, wie der Herr Verfasser meint, follte gar waltige Wandlungen in teine Rede sein. einander vollziehen wie in den vergangenen vier Jahren, fchaften lieft, wie fie in furzem Auszug die Sociale Praris" und Auf Grund dieser Ertvägungen glaubte ich und glaube es heute fo würde ich nicht anstehen, demgemäß mein Urteil über die Welt ausführlicher ein Teil der Gewerkschaftspresse veröffentlicht hat, der hoch ebenso, mit Fug und Recht behaupten zu können, daß wesent- lage zu modifizieren, wenn ich es auch nicht für wahrscheinlich halte, sieht, daß Herr Sombart die Gewerkschaftsbewegung verteidigt, liche, d. h. den Gedankengang der Schrift modifizierende daß jene Voraussetzung eintrifft. Der Schluß des fiebenten Kapitels weil er sich einbildet, in ihr ein Mittel zu haben, den politischen Aenderungen in der neuen Auflage nicht gemacht seien. Auch daß meines Socialismus würde dann aber ebenso zu Recht bestehen, wie Stampf zu hemmen, der großen socialen Bewegung ihr Ziel, ich den gemeinsamen" Feind, der mich wegen der turz darauf vor vier Jahren und wie heute, da er ja nichts andres wollte, als das socialistische Ideal, und ihr Mittel, den Klassentampf, zu ent folgenden Gemeinschaft" störte, in den äußeren" verwandelte, dem Gedanken Ausdruck geben, daß es zwei Gegenfäße gewefen listen. Sein wirtschaftliches Jdeal ist für den Sombart von 1900 die­tann ich als eine Wesensänderung nicht ansehen. Im Gegenteil: sind, sind und voraussichtlich auch sein werden, um die die Menschen- Tarifgemeinschaft, und sein politisches Ideal die parlament:

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Urteil

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