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Ur. 53.- 1915.
Unterhaltungsblatt des Vorwärts
Krankenbesuch.
Er war so jung; so ganz erfüllt von Licht und heit'rer Zukunftszuversicht;
des Zweifels bar und der Gewißheit reich: Ein jeder Tag mit seinen bunten Stunden sei Tat und Fest zugleich; sei Ziel und Weg
und mit dem morgen brüderlich verbunden, wie er am gestern hängt.
Was in uns wirkend zur Gestaltung drängt, und sich vollendet außer uns als Lat, war Schritt und Stufe ihm,
war Frucht und Saat;
viel schöne Blüten sah er in der Ferne. Wenn ich die Sonne noch nicht haben kann, so sprach er oft, erfreuen mich die Sterne. Bin ja noch jung und wohl der rechte Mann, daß andere aus mir entsprießen werden, die froh vollenden, was ich hier begann.
Die Kinder, Freund, die sind das Salz auf Erden! Wer will sich da mit Zweifeln sorgen?
Wir sind das heute, sie das morgen, dem nah sich die Erfüllung zeigt. Wohl ihnen, deren Angesicht
den Tag einst schauen wird, das Licht... Die Menschheit steigt.
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Und nun? Still gab er mir die Hand. Ein fahles Antlig sah aus dem Verband
mit müden Augen, leer und stier.
Sie schauten wie aus weiter Ferne her zu mir, als sei der Leib, doch nicht die Seele da; als freise sie im Raume wurzellos
um Furchtbarkeiten riesengroß,
die nie ein menschlich Auge sah.
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Kennst Du mich nicht?
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Es zudte leis in seinem Angesicht.
Er nidte, flüsterte dann zu mir hin: Kennst Du mich denn? Weißt Du denn, wer ich bin? Seitdem ein Kolben diesen Schädel traf, liegt das was Freund dir war, im legten Schlaf. Bald stirbt, so hoff' ich, auch der trübe Rest.. - Und sahst in jedem Tage einst ein Fest.- Wild schaute, fahl mich die Grimasse an: Wird dem ein Fest, der nicht mehr schaffen tann? Dem man die Hoffnung aus der Seele riß, und der nun wandelt in der Finsternis?
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In fie auch fällt wohl noch ein lichter Schein: Die nach Dir kommen, werden Hoffnung sein. Er sah mich an, leer, müde, tief verloren, in ferne Schrednis eisern festgebannt: Was ist der Mensch? Aus Liebe wohl geboren und dann im Haß verweht wie dürrer Sand. Ein Tier, von hochmutvollem Wahn besessen, geübt in Worten schöpferisch und mild, geübter noch, die Worte zu vergessen, und von Vernichtung ganz und Wut erfüllt. Sein Wesen: Schein und Widerspruch, bis er dann im Zusammenbruch den Tod sieht als Erlöser steh'n... Wohl ihnen, die das Licht nie seh'n! Denn nur die Lebenden sind die Verlorenen, und glücklich nur die Ungeborenen..
Er seufzte, lächelte... Dann kam die Ruh'. Die Schwester drückte ihm die Augen zu.
Ueberfluß.
Von Martin Andersen Nerö.
Der Laubenkolonist.
Seri Ausbruch des Krieges habe ich hier mehrfach Ratschläge erteilt, die den durch die Kriegslage veränderten Verhältnissen Rech
Donnerstag, 4. März.
Bei Vorbereitung der Parzelle beachte man, daß Hülsenfrüchte und ebenso Wurzelgemüse frische Stallmistdüngung nicht vertragen, aber auch in nährstoffarmem Boden nicht gedeihen. In solchem gibt man vor der Bestellung reichliche Kompostdüngung.
Schon jetzt werden die ersten Erbsen gelegt, zunächst in den frühesten, niedrigen Sorten, die man nicht stengelt, die aber auch nung tragen. Es liegt jetzt nicht nur im ureigensten Interesse nur einen sehr bescheidenen Ertrag geben und deshalb mehr eine eines jeden Laubenkolonisten, Garten- und Barzellenbesizers oder Luruskultur darstellen. Wem es deshalb nicht darauf ankommt, -pächters, an die ich mich auch wende, durch fachgemäße Maßnahmen möglichst früh grüne Schoten zu haben, der lege nur hochwachsende, dem Grund und Boden die höchsten Erträge abzuringen, sondern es später zu stengelnde Sorten. Die frühesten Erbsen legt man etwas liegt dies auch im Interesse der Allgemeinheit. Die notwendigsten tiefer als sonst, im Sandboden 6 bis 8 Zentimeter tief, denn es Nahrungsmittel, namentlich die Landesprodukte, steigen ständig im kommt vor, daß sie noch unter Frösten leiden. Liegen sie zu flach, Breise. So ist u. a. der Preis der Erbsen, unserer wichtigsten so erfrieren sie in solchem Falle vollständig, werden auch leicht durch Hülsenfrucht, start in die Höhe gegangen, auch eine erhebliche Teue- Vogelfraß vernichtet, liegen sie aber tiefer, dann erfrieren nur die rung der weißen Bohnen trat ein. Die gegenwärtigen Preissteige- Triebspißen, die den Boden bereits durchbrochen haben. In diesem rungen wiegen um so schwerer, als sie sich naturgemäß auch auf Falle erfolgt aber neuer Austrieb, so daß der ganze Schaden ledigFeldfrüchte, Getreidearten usw. erstreden, die wir im Lande nur lich in einer. Kleineren Verzögerung des Erntebeginnes liegt. Die wenig oder gar nicht anbauen können, wie Reis, Linsen, Kaffee, frühesten Sorten werden bei uns Ende Juni erntereif. Die Ernte Katao usw. Mittelbar ist ja der Laubenkolonist und Kleingarten- erstreckt sich bis zum Hochsommer, wenn man in Zwischenräumen befizer nicht in der Lage, auf die Preisgestaltung der Boden- mehrere Saaten macht, die zweite Saat dann, wenn die erste erzeugnisse mildernd oder regelnd einzuwirken, aber doch unmittel- aufgeteimt ist, die dritte nach Auflauf der zweiten und so fort. Im bar dadurch, daß er die Marktlage erleichtert und die Nachfrage ver- Hochsommer mißraten Erbsen unter Einwirkung von Hize und mindert, indem er so viel als möglich zum eigenen Bedarf heran- Dürre, auch werden sie dann oft vom Mehltau befallen. Gleichzieht. Um den ganzen Bedarf an Gemüsen, zum Teil auch an zeitig mit den ersten Erbsen legt man die bei uns ivenig Hülsenfrüchten für eine Familie von mäßiger Kopfzahl dem selbst- berbreiteten wetterharten großen Saubohnen, die etwas höhere Moorboden die Bodenkraft stellen, im bebauten Boden abzuringen, dazu gehört freilich eine Gartenfläche Anforderungen an von etwa 300 Quadratmetern, und 400 bis 500 Quadratmeter sind trefflich gedeihen, in trockenem und hungrigem Sandboden da erforderlich, wo auch der eigene Bedarf an Kartoffeln durch aber oft förmlich von schwarzen Läusen gefressen werden. Alle anderen Bohnen Selbstanbau gedeckt werden soll. Wenn man bedenkt, daß in Die Ernte beginnt im Hochsommer. Groß- Berlin rund 45 000 Laubenkolonisten Ruzgartenbau be- find frostempfindlich; man legt die ersten anfangs Mai und treiben, daß sich zu diesen auch noch Tausend und aber Tausend von dann weiter immer etwa bis zum Hochsommer, da bei ihnen int Gartenpächtern und Parzellenbesizern gesellen, die namentlich in Gegensatz zu den Erbsen auch die späteren Saaten noch volle Erden östlichen Vororten ausgedehnte Landstrecken bewirtschaften, so träge liefern. Reife Bohnen für den Winterbedarf erzielt man wird man verstehen, daß die wohlüberlegte, sachgemäße Bebauung aber nur von der frühesten Saat, in sehr warmen Sommern auch der hier in Frage kommenden Ländereien, die früher nicht nur noch von Saaten, die bis Ende Mai gemacht wurden. Um eine be Dedland waren, sondern teilweise sogar als Unland angesprochen sonders frühe Ernte zu haben, kann man auch Bohnen in Töpfe werden mußten, bei der Erzeugung wichtiger Nahrungsmittel in der legen, drei Stück in je einen Topf von etwa 8 bis 10 Zentimeter Reichshauptstadt eine nicht zu unterschäzende Rolle spielen. Weite, am Zimmerfenster antreiben und dann Mitte Mai mit Topfballen auspflanzen. Man hält für jeden so gepflanzten Busch einen leeren Blumentopf bereit, um ihn damit vorübergehend in falten Nächten zu decken.
In dieser Kriegszeit wird die Wichtigkeit der Laubenkolonien und Kleingärten in allen Kreisen der Bevölkerung, auch von allen einsichtigen städtischen Behörden, anerkannt und gefördert. Nicht nur in vielen Großstädten, sondern auch in zahlreichen kleineren Orten, aber noch nicht in Groß- Berlin, haben die Behörden auf städtische Kosten Tausende von Kleingärten geschaffen, eingefriedigt, mit Wasserleitungsanschluß versehen, überhaupt in jeder wünschenswerten Weise ausgestattet und den Intereffenten gegen eine niedrig bemessene Bacht zur Verfügung gestellt, auch Armenäder eingerichtet, die Mittellofen zum Anbau von Kartoffeln usw. kostenlos überlassen werden. Was jetzt in dieser Hinsicht geschieht, wird nicht nur während der Kriegszeit, sondern auch nach Friedensschluß auf unabsehbare Zeiten segensreich wirken.
Wir müssen jetzt mit der Bewirtschaftung der Parzellen beginnen, den Boden vorbereiten, d. h. düngen und graben. Für die Düngung kommen in erster Linie Kompost oder Stallmist in Frage. Wie der Laubenkolonist den Komposthaufen anlegt und bearbeitet, um dadurch einen Teil der erforderlichen Dungstoffe selbst zu erzeugen, habe ich schon früher einmal ausgeführt. Die Anwendung von mineralischem Dünger vermeidet man in unserem Sandboden am besten; eine Ausnahme macht nur das Kalten des Bodens, wo es erforderlich ist, da Kalk die Grundlage jeder Düngung bildet. Man wendet in Sand- und Moorboden tohlensauren Kalf an. In der gegenwärtigen Zeit, in der auch Kunstdünger aller Art, namentlich die wichtigen Stickstoffdünger, im Preise ungewöhn lich gestiegen, ja überhaupt nicht mehr erhältlich sind, möchte ich noch einmal auf den Wert des Geflügeldüngers hinweisen. Die Laubenfolonisten, die Hühner und sonstiges Hausgeflügel halten, und die Besizer von Taubenböden müssen den Geflügeldünger, den wertvollsten aller Stickstoffdünger, sorgfältig aufsammeln, wenn irgend möglich in Säden oder Kisten, und trocken lagern; er darf erst im Frühling ausgestreut werden, wenn das junge Wachstum eingesetzt hat, da er sofort zu wirken beginnt und, auf den Komposthaufen gebracht, viel von seinen wichtigsten Bestandteilen verliert. Der Samenbedarf muß sofort eingekauft werden. Ich empfehle den vermehrten Anbau der Hülsenfrüchte, die man nur zum Teil im grünen Zustand verbraucht, zum Teil aber ausreifen läßt, danach an der Luft trocknet und an den Winterabenden für den Küchenbedarf austernt. Das ist eine von den Kindern gern getane Arbeit. Von Bohnen kommen für die Körnerernte natürlich vorzugsweise weiße Sorten in Frage, von Erbsen die rundfernigen, nicht runzeligen. Buschbohnen gebe man vor Stangenbohnen den Vorzug, weil sie früher mit der Ernte einsehen, mühelos zu pflücken sind, und weil Stangenbohnen die Nachbarbeete stark beschatten.
betrachtet, war die Sache amüsant,-wenn auch ein wenig Hals über Kopf, selbst für so eine Begebenheit. Aber das hatte sie auch von dem gestrigen Benehmen des jungen Mädchens auf Dec gemeint, und später war sie betrübt und neidisch gewesen. Wenn sie nun nein sagte und es doch der Anfang zu mehr wäre!
Er hatte viel Uebung im Kombinieren, und was er allmählich von der gnädigen Frau herausbekam, formte sich zu Trokdem empörte sich etwas in ihr, und einen Augen einem seltsamen Bilde, so daß er seinen ursprünglichen, flein- blick hatte sie die größte Lust, sich gegen diesen Mann zu lichen Plan mit den Prozenten zugunsten eines größeren fehren und ihm das Gesicht zu zerkraben. Aber er ersparte verwarf und ihr bewundernde Blide zuzuwerfen begann. ihr die Antwort, indem er sie ohne weiteres in den zweiten Entscheidend war namentlich ihre Frage, wie lange man in Stock führte und flingelte. Sekt darfst Du nicht vergessen, der Stadt für hundertfünfzig Kronen leben fönne. Daraus Du zu mir zu sagen," flüsterte er, als drinnen Schritte zu ging deutlich dreierlei hervor: daß sie Geld hatte, daß sie es hören waren. irgendwie durchbringen wollte, und daß Aussicht vorhanden war, sie wieder loszuwerden.
Und als der Wagen in einer Nebenstraße hielt, bezahlte er selbst den Kutscher. Das Hotel lag im zweiten Stod. Er bot ihr galant den Arm, und während sie die schmutzigen Treppen hinaufstiegen, drückte er ihren Arm und flüsterte befümmert:
„ Mit hundertfünfzig kommt man hier nicht weit. Aber Ihr Mann schickt Ihnen natürlich mehr, wenn Sie es brauchen?"
,, Nein," erwiderte sie hilflos.
„ Er kann Sie doch unmöglich umkommen lassen!" Nein, aber er wird der Ansicht sein, ich könne ja nach Hause reisen."
"
, Bien," sagte der Agent unwillkürlich.
Was meinen Sie?" fragte sie niedergeschlagen. „ Ach, die verfluchte Treppe, man bleibt fast an den Abfäßen hängen. So ein Tyrann, sagte ich übrigens- denn das ist er.'
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,, Hören Sie mal," rief er vlößlich und blieb auf dem Treppenabsatz stehen, sie mit ungeschickter Harmlosigkeit betrachtend, ich habe zwei Zimmer hier im Hotel, die stehen fast immer leer, weil ich so viel auf Reisen bin. Es würde mich freuen, wenn Sie die benutzen wollten. Sie sparen doch immer etwas dabei, und für mich kommt es auf eins heraus, da ich ja doch fort bin. Wir können sagen, Sie wären meine Schwester," fügte er hinzu.
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Der Hausknecht öffnete.
„ Guten Tag, Hans," sagte der Agent, hier bringe ich meine Schwester, Frau Sörensen aus Domborg. Sie wird bei mir wohnen, während sie sich die Stadt ein bißchen ansieht." Das Gesicht des Hausknechts war im Begriff loszugrinsen, aber ein drohender Blick des Agenten verhinderte es. " Siehst Du, das ist also mein Junggesellenneft," sagte er, als sie in seinen Zimmern standen. Für ein Frauengemach ist es nicht berechnet, doch ich hoffe, Sie- Verzeihung, Du wirst nicht zu kritisch sein. Aber was bin ich doch für ein Tölvel, Du weißt ja nicht einmal, wie ich heiße. Elias Jochumsen ein gutmütiger Name, nicht wahr? Und Du heißt?" fragte er und reichte ihr die Hand. „ Laura," erwiderte sie lachend. Er war in allem so drollig geradezu.
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" Laura!" wiederholte er mit dem Ausdruck froher Ueberraschung, und bevor sie es sich versah, hatte er sie an sich gedrückt und geküßt.
Sie sah beleidigt aus.
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„ Au," rief er mit komischem Schreck, ich bin doch auch ein richtiger Clown! Ich wollte Ihnen ä Dir bloß zeigen, wo die Servante steht. Aber ich bin bereit, Dir Genugtuung zu geben."
Nein, ich danke," sagte sie und lachte widerstrebend. Ich bin nicht rachsüchtig."
„ Doch das sind alle Frauen in diesem Punkt," sagte er und näherte sich ihr mit großen runden Augen. Ein wenig beklommen starrte sie vor sich hin. Der Agent Rüdwärtsgehend entzog sie sich ihm, um den Tisch gefiel ihr zwar, aber gefiel er ihr denn in dem Maße, daß sie herum, und flüchtete mit warmem, gludsenden Lachen, als ein solches Angebot annehmen konnte? Allerdings machte Job sie gefibelt würde. es nichts aus, da er ja immer fort war; und als Erlebnis
Plötzlich sprang er in entgegengesetter Nichtung, padte
Besonders wichtig ist in Kriegszeiten der Anbau früher Kartoffeln.
Ein großer Ansporn zum Anbau von Frühkartoffeln liegt in der Festsetzung eines Höchstpreises von 10 M. pro Zentner. Ein solcher Preis lohnt die Arbeit des Kolonisten. Beschaffung der Saatkartoffeln eilt aber, denn die Samenhandlungen fordern leider schon bis 14 M. für den Zentner. In gutem Boden kann man vom Morgen 50 bis 100 Doppelzentner ernten, während man auf ungedüngtem Dedland oft nicht einmal die ausgelegte Saatgutmenge wieder herausbekommt. Gedüngter Sandboden ist zum Anbau von Frühfartoffeln sehr geeignet.
Die besten Saatfartoffeln liefern mittelgroße, gesunde und schorffreie Knollen. Kartoffeln legt man bekanntlich nicht vor Anfang April, und die Ernte der frühesten Sorten beginnt nicht vor Anfang Juni.
Die Namen frühester Gemüsesorten, das möchte ich hier hervor heben, führen den Laien meist irre. So find, um nur zwei Beispiele anzuführen, die Erbsen Allerfrüheste Mai“ und„ Allerfrüheste Ernte" nicht schon im Mai pflückreif, sondern erst im Juni, und die sogenannten Sechswochenkartoffeln reifen nicht sechs Wochen nach dem Legen, sondern im allergünstigsten Fall erst zehn Wochen danach. Man kann aber bei Frühkartoffeln die Ernte verfrühen, wenn man die Saatknollen vor dem Auspflanzen int warmen Zimmer oder in der Küche etivas antreibt. Dies geschieht durch Auslegen der Knollen in mäßig warmem, hellem Raum. Hier welten sie und treiben aus. So vorbereitet, werden sie dann, ohne Verlegung der jungen Triebe, ausgepflanzt; sie wachsen nun sofort weiter, während die nicht angetriebenen mehrerer Wochen bedürfen, bis sie die ersten Wurzeln und Triebe entwickeln. Unser lockerer Sandboden, der von Natur aus warm ist, eignet sich in hervorragendstem Maße zur Kultur für Frühfartoffeln. Auch mittelfrühe Sorten, wie die bei uns so schön gedeihende Kaiserkrone, die Sorte Erfurt , Paulsens Juli u. a., reifen etwas früher, wenn man sie in der oben geschilderten Weise antreibt und dann vorsichtig auspflanzt.
Es wird schon manchem Kolonisten aufgefallen sein, daß die Samen vieler Nußpflanzen ziemlich frosthart sind, zum Teil selbst Samen von Pflanzenarten, die sich sonst als sehr wärmebedürftig erweisen. So sieht man im Vorsommer häufig da Tomaten keimen, wo im Vorjahre reife Früchte abgefallen und verfault waren, während die Tomatenpflanzen felbst schon dem ersten schwachen Frost zum Opfer fallen. Die Frostbeständigkeit mancher Samensie an den Armen und warf sie aufs Sofa. Aber sie stemnite ihre Finger gegen seinen Hals und biß ihn wütend in die Hand.
Schreckt und sprachlose Verblüffung im Auge, zog er sich mitten ins Zimmer zurück. Nun flingle ich dem Mädchen und bitte sie, reine Zaken aufzulegen und zu besorgen, was Sie sonst nötig haben," stammelte er und wich zur Tür zurück. Sie sind von der Reise sicherlich recht ermüdet."
Als er in der Tür zum anderen Zimmer stand und fic feine Miene machte, ihn weiter anzugreifen, fand er seinen Mut wieder.
„ Es sitzt ein Schlüssel hier in der Tür," sagte er spöttisch; ,, denken Sie daran, ihn dreimal umzudrehen!" Dann schloß er die Tür zwischen sich und ihr, nahm Kognak und Zigarren hervor und legte sich auf die Chaiselongue.
Mit verduẞtem, grübelndem Gesichtsausdruck blies er den Rauch von sich, tauchte von Zeit zu Zeit sein Taschentuch in das Kognatglas und badete die verwundete Hand. Ein verfluchter Biß war's! Und wenn nun gar noch Blutvergiftung entstand- Altweiberzähne waren gefährlich! Er hatte die größte Lust, die Sache aufzugeben, aber hundertfünfzig Kronen waren auch Geld außer Naturalibus und wie sollte er sie außerdem schon jetzt auf anständige Art vor die Tür setzen? Er dachte vorläufig nicht weiter daran und legte sich zu einem Schläfchen zurecht.
Zur Mittagszeit weckte ihn heftiges Schluchzen aus dent gewiß, anderen Zimmer. Er richtete sich auf und lauschte es war die„ Wildkaze". Nun, das war nicht die schlimmste Wendung, die die Dinge nehmen konnten auf Tränen verstand er sich entschieden besser als auf Bisse. Vorsichtig Klopfte er an die Tür, öffnete sie ruhig und ging hinein. Frau Sörensen lag zu Bett, das Haar war wirr über dem Kissen ausgebreitet, wie vom Winde gepeitscht; den Arm hatte sie über die Augen gelegt, und ihr Gesicht war gerötet und vom Weinen mit Blut gefüllt. Jochumsen konnte verweinte Frauen gut leiden, es lag so etwas Gefügiges über ihnen; still setzte er sich auf den Bettrand und ergriff ihre Hände.„ Laura," flüsterte er, Laura."
Sie rollte sich herum und legte den Kopf auf seinen Schoß:
Ich brauche jemanden, der ein wenig gut zu mir sein und mich verstehen will. Ich habe niemand, gar niemand, flüsterte sie. ortf. folgt.)