Nr. 119.- 1916.

Unterhaltungsblatt des Vorwärts

Begegnung.

Auf der breiten grauen Straße kamst du mir entgegen, über die das wilde Großstadtleben zieht, und ein Trauerkleid umhüllte deine Glieder und du selber schienst ein todestraurig Lied...

Als wir aneinander nah vorübergingen, sahn mich deine tiefen guten Augen an; unsre Blicke, nur für einen Augenblick verschwistert, sprachen, was ein Menschenmund nie sagen kann..

Weißt du, fremde Frau, in deinem Herzeleide, daß ich alle Qualen deiner Nächte litt, wo du heiß mit deinem Gott gerungen um des Kindes Vater, der in Fernen stritt?

Sonntag, 21. Mai.

Das rührt hauptsächlich daher, daß die Zellulose nicht nur wie Türgriffe, Messerschalen usw. Ebenso wie aus kollodium­Festigkeit und Schmiegsamteit verbindet, sondern daß sie als ähnlichen Lösungen hat man auch den Alfali- Bellulosen Fäden ge­chemisch verbindungsfähiger Körper eine Reihe von Umsetzungen zogen, die eine ziemlich hohe mechanische Festigkeit besiben. Schon eingeht und scheinbar ganz neue Stoffe mit ganz anderen Gigen- früher hatte man aus Baumwollresten, die sonst nicht verarbeitbar schaften bildet wie das Ausgangsmaterial. waren, derartige Fasern und Fäden hergestellt, die gefärbt und. versponnen als Ersatz für den immer teurer werdenden Bindfaden gute Dienste leisteten.

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Man hat z. B. nur nötig, ein Blatt gutes Rohpapier, das im wesentlichen aus einem Filz feiner Zellulosefasern besteht, durch starke Schwefelsäure zu ziehen und nachher gut zu wässern, so hat das Papier plöglich ganz andere Eigenschaften erlangt. Es quillt auf, seine Poren schließen sich, es verliert seine weiße Farbe, wird durchscheinend und hornig und ist wasserdicht und fettdicht ge­worden. Mit anderen Worten aus dem Papier ist künstliches Bergament geworden, das mit all seinen wertvollen Eigenschaften im Haushalt und in der Technik ausgedehnteste Verwendung findet. Behandelt man aber eine reine Bellulosefaser, z. B. Baumwolle, mit einem Gemisch starter Schwefel- und Salpetersäure unter ganz bestimmten Umständen, se verändert sie ihr Aussehen wenig oder gar nicht. Dafür hat die Faser aber chemisch eine tief­greifende Veränderung erfahren. Aus der harmlosen Baumwolle ist ein stark wirkender Sprengstoff, die Schießbaumwolle geworden, die in der Friedens- und Kriegstechnik heutzutage unentbehrlich ist. Behandelt man die Schießbaumwolle mit bestimmten Lösungs­einer dicklichen Flüssigkeit auf, die als Kollodium allgemein bekannt ist und zum Verschluß von Wunden, in der photographischen Technik und auch sonst viel verwandt wird. Seht man derartigen Kollodium­lösungen Stoffe, wie z. B. Kampher, zu, so gelangt man zu durch­fichtigen Substanzen, die sich beliebig walzen, pressen, bohren lassen, die man bemalen und färben kann und aus denen viele Gebrauchs­gegenstände hergestellt werden. Es ist dies das Belluloid, dem leider neben seinen vielen Vorzügen der Nachteil der Feuer­gefährlichkeit anhaftet, was a bei seinem Ursprung aus der explo­fiven Schießbaumwolle weiter nicht verwunderlich ist.

Weißt du, daß ich allen Schmerz in deinem Blick erlebte mitteln, wie z. B. Alkohol und Aether, so löst sie sich darin zu jenes Tages, da die Kunde kam, er fiel? Alle Lebensmüdigkeit erfaßte, die dich packte, und des lieben Kindes unbekümmert Spiel?

Alle Tage, die in trübe Zukunft gingen.. freudeloses Ringen um das knappste Brot? Alle Nächte, da das Kind an deinem Herzen ruhte, das nun deine Kraft, dein Trost, dein Mut in aller Not!

Deine Augen sprachen alles beim Vorüberschreiten; war in meinem Blicke vom Verstehn ein Schein? " Schwester" wollt ich sagen, doch du warst schon fort­geschritten,

Menschen, Straßen, trennten uns...: ich war mit deinem Schmerz allein...

Hans Gathmann.

Kleidung aus Holz.

Von Dr. med. Walter Blumenthal. Es ist wirklich kein verspäteter Aprilscherz. Man fertigt sie an, man trägt sie und sie bewähren sich für bestimmte Zwede recht gut. Die Tatsache ist auch für den chemisch Geschulten gar nicht weiter berblüffend. Sie ist lediglich das Endglied einer allerdings langen Reihe von Versuchen und praktischen Erfahrungen.

Aber erst der Krieg hat uns die zielbewußte Ausnüzung dieser Dinge nähergelegt. Ich erwähnte bereits vorhin, daß auch das Holz zum größten Teil aus Zellulose besteht. Man hatte früher auch diese Zellulose in ziemlich großem Umfange gewonnen, fie allerdings im wesentlichen in der Papierfabrikation, in kleinerem Maßstabe zu Verbandmitteln verarbeitet. Jekt, wo die Baum­wollzufuhr uns abgeschnitten ist und wo wir mit unsern noch im Lande befindlichen Vorräten sparsam wirtschaften müssen, hat man die Methoden der Zellulosegewinnung aus Holz und die weitere Verarbeitung des so erhaltenen Materials derart vervollkommnet, daß wir nunmehr imstande sind, vieles aus Holz herzustellen, wo­für man früher Baumwolle und ähnliches für unumgänglich not­wendig hielt. Das Holz wird fein zerkleinert( geschliffen), und man gewinnt aus ihm auf chemischen Wegen die reine Zellulose, eine watteähnliche, schneeweiße Substanz, die nun beliebig ver­arbeitet werden kann. All die hübschen, in den verschiedensten Farben prangenden Bänder, mit welchen heutzutage Pakete ver­schnürt werden, bestehen aus solchen Fäden. Der Versuch, ein der­artiges Band unter Gewaltanwendung zu zerreißen, zeigt am besten, wie groß die Festigkeit der künstlich aus sprödestem Material gewonnenen vaser ist. Nun ist der Schritt zum eigentlichen Ge­webe nicht mehr weit. Derartige Fäden lassen sich eventuell unter Beimischung ganz geringer Mengen von Baumwollgarn verspinnen, aus dem Gespinst lassen sich auf besonderen Webstühlen Gewebe Herstellen, die in ihrem chemischen und mechanischen Verhalten reinen Baumwollgeweben recht ähnlich sind. Das Ausgangs­material war, wie geschildert, das Holz. Und so wird es weiter nicht mehr sonderbar scheinen, daß mancher in seinem Beruf ein Baar Unaussprechliche trägt, deren Stoff vor gar nicht so langer Beit noch irgendwo als mächtiger Fichten oder Kiefernstamm im Walde stand.

Betrieb der Kriegsgefangenenpost in Deutschland .

Aber auch hier hat sich die Technik, vor allem die deutsche, nicht zufrieden gegeben, ehe es ihr nicht gelang, Stoffe herzustellen, die bie guten Eigenschaften des Belluloids besaßen, ohne mit seiner hauptsächlichen schlechten, der Feuergefährlichkeit, behaftet zu sein. Man ersetzte die Salpetersäure durch Essig- und Ameisensäure und gelangte so zu Produkten, die heute viel verwandt werden, be­sonders zu Zwecken, bei denen die leichte Entflammbarkeit des Belluloids stören würde, z. B. in der Filmindustrie. Tatsächlich Der Betrieb sind auch die früher so häufigen Brände in Kinematographen­theatern seit Einführung dieser neuen Stoffe recht selten geworden. Aber auch abgesehen von diesen speziell photographischen Zwecken Mit der gleichen Sorgfalt, wie sie die deutsche Feldpost an­verwendet man das Zelluloid und seine Ersakstoffe im ausgedehn= testen Maße für viele Zwecke, für die sonst Holz, Stein, Hart- wendet, um Deutschlands Söhnen im Felde ihre nach vielen Millio­nen Stüden zählende Feldpost zuzustellen, wird die Post der Kriegs­gummi oder Metall herangezogen werden mußten. gefangenen in Deutschland behandelt; nur ist es natürlich eine viel schwierigere Aufgabe, die aus dem Auslande kommenden, in zahl­losen Fällen mit ungenügender oder falscher Aufschrift versehenen Sendungen in die richtigen Hände zu bringen. Von amerikanischer Seite ist unlängst ein fesselnder Einblick in den Betrieb der Post für die Striegsgefangenen innerhalb Deutschlands gegeben worden. Er findet sich in einem der wöchentlichen Berichte über die Zustände in Deutschland während des Weltkrieges, die die amerikanische Association of Commerce and Trade"( Verein für Handel und Ge­

Doch es bleibt nicht dabei. Läßt man eine Lösung der Art ettva wie das Kollodium aus feinen Oeffnungen unter hohem Druck austreten, so verfliegt und verdunstet das Lösungsmittel an der Luft. Es bleibt ein feiner Faden von hohem Glanz und ziemlicher Festigkeit, der sich färben, spinnen und weben läßt, etwa so wie ein Seidenfaden, und Gewebe von großer Schönheit liefert. Dies ist eine Art der Kunstseide, die in den letzten Jahrzehnten zu Schmuckgeweben der verschiedensten Art ausgedehnteste Verwendung gefunden hat, besonders, seitdem es gelungen war, ihr durch gewerbe) veröffentlicht. eignete chemische Behandlung ein gut Teil ihrer Feuergefährlichkeit Ven drei Seiten bekommt Deutschland die Bost für seine zu nehmen. Kriegsgefangenen zugesandt, und nach drei Seiten verschickt es auch

Die

Ich habe mich vielleicht in der Ueberschrift nicht ganz genau ausgedrückt. Es handelt sich nicht etwa um biegsam gemachte dünne All die genannten Stoffe waren aus der Ginwirkung von die Sendungen der Kriegsgefangenen; die Schweiz hat hie Ver­Bretter oder dergleichen, die in unserer beschlagnahmereichen Zeit Säuren der verschiedensten Art auf das Ausgangsmaterial, die mittlung für Frankreich ( mit den Kolonien), Serbien und Monte­die Rolle von Kleidungsstücken spielen sollen, sondern um echte Bellulose, entstanden. Läßt man hingegen Alkalien, den chemischen negro übernommen, die Niederlande erweisen Großbritannien den Gewebe aus schmiegsamem Material. Nur daß dieses nicht auf der Gegenpol der Säuren, auf die Faser unter bestimmten Bedingun- gleichen Liebesdienst, während über Schweden die Kriegsgefan­Baumwollstaude oder auf einem Schafsrücken gewachsen ist, sondern gen wirken, so bilden sich Verbindungen, in denen die Zellulose genenpost Rußlands geleitet wird. Man sollte annehmen, die Ab­ursprünglich als stattlicher Kiefern- oder Fichtenbaum in unseren längst nicht so verändert ist wie bei den vorher beschriebenen Pro- fender gäben sich mit der Aufschrift den Sendunger die größte Wäldern stand. Der Weg ist weit, aber es lohnt sich wohl, ihn duften. Es gelingt so, Lösungen herzustellen von zähflüssigem Mühe, damit ihre Angehörigen die für sie bestimmte Bost so rasch zurückzugehen. Charakter, die in vieler Beziehung dem arabischen Gummi und wie möglich bekommen. Allein, das ist nicht der Fall/ und nament­Allgemein bekannt ist, daß die festen Teile der Pflanze zumeist dem Degtrin ähneln, auch als Klebmittel Verwendung finden lich die aus Frankreich kommenden Sendungen machen Schwierig­aus Zellulose bestehen, einer eigenartigen Substanz, die in ihrem können, die aber bei geeigneter Behandlung wieder veine Zellulose feiten. Da kommen Brief an, auf denen die Numrer oder sonstige chemischen Aufbau mit Zucker, Gummi und Stärke gewisse Aehnlich- abspalten. Je nach der Art des Vorgehens wird diese teils als Bezeichnung des Kriegsgefangenenlagers fehlt; ia, es kommt nicht keit hat. Sie bildet das Stützgerüst der Pflanze und der meisten weißes Pulver, teils als glasklares Häutchen ausgeschieden von selten vor, daß die Aufschrift etwa lautet: An Armand Martin, pflanzlichen Fasern. Leinwand, Baumwolle, Kofosfaser, Hanf be- einer Festigkeit und Elastizität, die praktischen Zweden durchaus Kriegesgefangener in Deutschland ." Die Franzosen haben frei­stehen fast ausschlicßlich ebenso aus diesem Körper, wie Gichen- und genügt. Aus derartigen Körpern bestehen z. B. die durchsichtigen, lich keine Verlustlisten, und so kommt es oft vor, daß sie durch Kiefernholz. Das Garn, mit dem wir nähen, das Papier, auf dem verhältnismäßig sehr billigen Blätter, die als Ersatz für das teure einen derartigen Brief feststellen wollen, ob ein lange vermißter wir schreiben und drucken, danken der Zellulose ihre wertvollen, und derzeit kaum erhältliche Guttaperchapapier sich bestens be- Soldat etwa in deutsche Kriegesgefangenschaft geraten sei. schier unersetzlichen Eigenschaften. Würde heute die Zellulose plöz- währen, die auch zum Verpacken leicht verderbender oder stark Oberleitung der Kriegesgefangenenpost hat in der Tat mustergültige lich aus der Welt verschwinden, so würde das Folgen von weit- riechender Stoffe, ferner zu künstlichen Wurstdärmen verwandt Einrichtungen getroffen, mit deren Hilfe auch die Briefe mit der tragendster Bedeutung haben, ja, dieser Fall mit all seinen Möglich- werden. Ja, sogar Billardkugeln, die doch mechanisch in hohem unzureichendsten Aufschrift ihrem Ziele zugeführt werden können. teiten wäre überhaupt nicht auszudenken. Denn kaum ein Zweig Maße beansprucht werden, lassen sich als Ersab für elfenbeinerne In Berlin befindet sich die Hauptstelle für diese Kriegsgefan­menschlicher Tätigkeit würde von diesem Ereignis verschont bleiben. aus derartigem Material Herstellen, ferner Gebrauchsgegenstände, genenpost; nach dem amerikanischen Bericht ist dort eine Karten­,, So war die Geschichte denn wie hundert andere, nur| Gesellen zusammen waren. Und der Rolof war, wie man Erzählungen eines alten Tambours. mit einem andern Anfang, der freilich nur wenigen bekannt sagt, unsere Seele. Denn auch seine Heiterkeit schien er in war; daher ward auch nicht viel davon geredet, und nur unser den zwei oder drei Monaten allmählich wieder gefunden zu Von Edmund Hoefer . Major hatte den ersten Mittag auf der Parade gemeint, man haben und brachte mun alle damit auf die Beine. Er war Halten zu Gnaden, Herr Oberst,' sagte ich ,, allein ich mache so viel Umstände mit dem Nacker, als ob's ein Junker voller Einfälle und Streiche, doch waren weder dumme noch muß bemerken, daß der Junge von Kindesbeinen an nicht und nicht eben nur ein Nacker wäre. Nun, das war so seine böse dabei, er lachte, er neckte, trödelte und tollte, er tat an das Land gewöhnt war und Zeit seines Lebens nicht Art und ich nahm's ihm weiter nicht übel, durft' es auch nicht seinen Dienst wie einen Zeitvertreib und war der Liebling marschieren lernt. Dummes Zeug, Tambour!' gab er mir einmal. aller, der Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten. Nur zu­ernsthaft zur Antwort, was weiß Er davon? Wer in einem ,, Es begann nun eine Zeit, von der ich nur wenig zu weilen, wenn wir in der Dämmerung einmal vor unserem Beruf tüchtig und sonst kein Tor ist, der wird überall fein sagen weiß. Sie verfloß, wie sie immer bei gewöhnlichem, fleinen Dfen saßen, einsam und schweigend, da man nicht Nichtsnuz werden. Aber', meinte ich wieder, denn in dem wenn auch strengem Dienst vergeht, in den täglichen Uebungen, immer Gesellschaft hat und nicht immer reden kann, wenn langen Gespräch war ich allmählich ganz frei und dreist ge- Sorgen und Unterhaltungen. Mit dem Nolof ging es ganz dann die kleinen Torfflammen bläulich durcheinander schlüpften worden, der Bursch fürchtet sich am meisten, weil der Dienst gut. Ich hatte, wie ihr euch denken könnt, mit seinen näheren und zuckten und von draußen die Sterne durch die gefrorenen alle Tage derselbe und einerlei ist, weil es nicht bunt durch Vorgesetzten, dem Feldwebel, den Unteroffizieren und Kor- Fenster flitterten, da fam's denn wohl einmal über ihn mit ebene See, durch Sturm und Gefahr geht, wie sein Boot.'- Ja? poralen ein Wort gesprochen, und die Folge davon war, Trübsinn und Heimweh. Sobald das aber geschah und ich erwiderte er lächelnd, meint er's so? Das ist entschieden mein daß sie ihn zwar recht tüchtig, aber doch weniger rauh vor- merkte es gleich, da ich ihn selten aus den Augen und nie aus Mann! Aber er fann sich trösten, denn so Gott will, werden nahmen, als es sonst zu der Zeit bei unseren Rekruten der dem Kopfe verler- fuhr ich mit diesem und dem schnell dazwischen wir es bald wieder einmal bunt genug haben, bunter als er Fall zu sein pflegte. Und der Rolof war ja auch ein wunder- und ließ nicht nach, bis ich den Erinnerungsteufel wohl oder übel es vielleicht mag. Ich will ihn sehen, Ralow', schloß er ,, und fames Menschenkind, bei dem es feines herben Wortes, ausgetrieben hatte. Schlimmer war es noch, als er einigemal ihn selbst sprechen. Nehm' Er die Ordonnanz mit und hol' geschweige denn einer handgreiflichen Erinnerung an seine Bekannte, vielleicht Schmuggelgenossen, aus unserer Heimat Er ihn von der Wache hierher.' Pflicht bedurfte. Schritt, Tritt und Wendung, Schließen traf, die sich wie Kletten an ihn hingen. Allein er sagte mir

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" Wir gingen und holten den Burschen, der kalt und gleich- und Richten schienen ihm angeboren und nur ein bißchen ehrlich selbst zuerst davon und ich brachte ihn unschwer dazu, gültig gegen die Ehre blieb, die ihm widerfuhr, und meinen vergessen; die Griffe mit dem Gewehr, Laden und Sehießen sie laufen zu lassen. Das Uebelste fürchtete ich erst vom Früh­Nat in betreff seines Redens und Benehmens schweigend hin- nach militärischen Regeln lernte er spielend und war endlich jahr, wenn das Wetter aufgeht und die Schiffahrt beginnt; nahm. Als wir eintraten, ließ ihn der Kommandeur, der in fürzerer Frist, als man jemals gehört, mit allem fertig. denn so ein regulärer Seehund fern von der See ist wie ein wieder saß, herantreten und betrachtete ihn, wie Am Tage, da er ins Regiment eingestellt wurde, war er der Zugvogel in Gefangenschaft: sie merken beide ihre Zeit. Allein mir schien, nicht unzufrieden von oben bis unten. Rolof sah schmuckste Kerl, den ich in meinem Leben gesehen. Donner- ich hoffte auch, daß wir dann aufbrechen, tiefer ins Land ziehen ihm auch wieder keck in die Augen und zuckte und zagte nicht. wetter! sauber und zierlich wie eine Puppe, wie aus dem und ihm so seine Grillen vertrieben würden. Das ist Sein Neffe, Ralow? fragte endlsch der Oberst ,, und Et geschält. Alles saß wie gegossen, ohne daß er sich Mühe" So verging die Zeit und wir waren bereits in den der hat den Korporal beinah' totgeschlagen? Aber es ist ja dabei gegeben, es flimmerte und blikte, ohne daß er auch letzten Januartagen des Jahres 1806. Der Winter war bis ein Kind, ein reines Kind, Tambour, Er kann abtreten, ich nur zur Hälfte so viel geputzt wie ein anderer. Dafür waren dahin scharf gewesen, der Schnee gehäuft und der Frost hatte, will allein mit ihm reden.' auch seine Vorgesetzten zufrieden mit ihm, vom Storporal an, ohne auszusetzen, seit Monaten die Erde gehärtet und den

,, So trollte ich mich und saß draußen auf dem Treppen- der ganz behaglich lächelte, bis zum Kapitän, der ihn den Fluß mit fester Decke bedeckt. Nun aber sprang das Wetter geländer in Herzensangst. Was die mit einander verhandelten, schmucksten Sterl im Regiment nannte. Der Major freilich mit einem Male um, es gab ein paar trübe Tage mit lauem hab' ich nimmer erfahren, allein es dauerte beinahe zwei sagte kein Wort bei seiner Inspektion, der Oberst aber befahl, Wind aus Südwest und warmem Regen, der Schnce ging Stunden lang. Drauf kam der Junge heraus, zwar noch immer ihn, wenn er sich gut führe, zu Ostern als Ordonnanz bei weg wie geleckt, das Eis begann zu knacken und das Wasser trübfelig, aber doch nicht mehr so kalt und hart. Die Ordonnanz ihm zu kommandieren. Da ward Rolof rot vor Vergnügen stand hoch darüber. Am nächsten Tag war es Frühlings­brachte mir den Bescheid, es sei alles in Ordnung und ich möge und ich hätte bald einen Satz vor Freude gemacht, denn zu wetter, es taute mit Macht, dabei war der Himmel blau, ihn jetzt nach der Wache zurückbringen. Unterwegs sagte er: Ordonnanzen wurden nur die besten Leute, und zwar be- die Sonne strahlend, und Baum und Gesträuch schauten so , Es ist vorbei, Ohm, ich trete also in Dienst.' Das waren sonders die genommen, die bald beurlaubt oder entlassen luftig drein, als ob sie jeden Augenblick die Knospen heraus­feine einzigen Worte und ich erfuhr weiter nichts, mochte ihn werden sollten. Kurz, der Blizjunge hatte auch hier alle im schicken möchten. Ihr seht mich an und wundert euch, weil auch nicht fragen. Am Nachmittag kam er aus dem Arrest, Sack und das Glück dazu. ich das noch so genau weiß. Aber ich weiß auch noch das

ward meiner Kompagnie zugeteilt, am andern Morgen ein- ,, Der Tag ging ebenso lustig zu Ende wie er begonnen, Datum, ihr Herren, und es hat nicht den Anschein, als ob gekleidet, am Tage drauf mußte er schwören und vom nächsten denn ich hatte ihm an dem Abend einen Schmaus angerichtet, ich's je vergessen werde. Es war am siebenundzwanzigsten Montag an ererzierte er mit den andern Rekruten. ( Forts. folgt) wo wir so ein Dugend halb lustiger, halb doch respektabler Januar und, wo ich nicht irre, ein Montag.