Nr. 255.- 1916.
Unterhaltungsblatt des Vorwärts Dienstag, 7. November.
Das Lernen.
Ein apitel aus der Pädagogik
von Prof. W. Peters.*)
Das Lernen- Können bildet einen Teil dessen, was man Ge=
nur
gesammelt. Es sind schon die Umrisse einer zukünftigen Lehre zu schauen wären. Das Stück, dessen Aufführung vor anderthalb bom Lernen sichergestellt. Eine solche Lehre vom Lernen ist, wie Jahrzehnten bei Reinhardt den Namen Wedekinds zuerst in weite wenige andere Kapitel der theoretischen Pädagogik, dazu berufen, Streise trug, läßt freilich der Ankündigung Verheißungen zum größten prattisch verwertet zu werden. Teile unerfünt. Statt des phantastisch- tollen fraftgenialischen
lernt ist.
Eine Tun und Reden das innere Triebwerk ihrer Seelenart dem Sinne
feinen
die Betonung des animalisch Seelenlofen eingestellt. Ihre Lulu ist Mit feinfühligem Verständnis war Maria Drstas Spiel auf ein zierliches Büppchen mit eigensinnig niederer Stirn, das in dem Augenblic, wo es mit seinem Gliederreiz nicht mehr betören könnte, vollständig wehrlos wäre. Höchste Verschlagenheit der Koketterie verbindet sich, verblüffend echt, mit dem Eindrucke absoluter Stupiin eine andere Richtung lenkt. Die Enge dieses in körperliche Selbstdiät, wo das Gespräch, wie etwa in der Szene mit dem Prinzen, Grausige und an burleste Komit. Eine eindrucksvolle, die naturaals wenn sie so bewunderung eingesponnenen Egoismus grenzt abwechselnd ans liſtiſchen Momente der Charakteristik mit gutem Rechte den unbestimmten symbolischen voranstellende Leistung. Die flüchtig hingeworfenen Männerffizzen erhielten eine sorgsam ausgefeilte Wiedergabe. Die Hauptdarsteller und der Regisseur, Direktor dt. Bernauer, wurden am Schlusse stürmisch gerufen.
Das Lernen erfolgt durch Wiederholung des zu lernenden Tumults, den man erwartet, gibts eine Bilderfolge, die ohne Stoffes. Wie oft er wiederholt werden muß, um erlernt zu werden, Spannung, ohne Steigerung, ja auch im Grunde ohne Variationen bächtnis nennt. Ohne die Fähigkeit, wiederholt wahrgenommenes hängt zunächst von seiner Schwierigkeit und seiner Länge ab. Sinn- ein und dasselbe Thema bis zur Ermüdung wiederholt. Man sieht oder Gedachtes so einzuprägen, daß es nach fürzerer oder längerer bolles Material wird leichter erlernt als sinnloses, Bezeichnungen nicht Bestien im wilden Ringen, doch auch nicht Menschen, die im Zeit wieder ins Bewußtsein gerufen werden kann, müßten alle Zern- anschaulicher Gegenstände leichter als abstrafte Begriffe. versuche ergebnislos bleiben. Man darf die Zugehörigkeit des Lernens Person, die zum Erlernen von 7 sinnlosen Silben nur eine Wieder überzeugend offenbaren. Die Männer find ſamt und sonders erotische zu den Gedächtnisfähigkeiten aber nicht etwa in der Weise miß- holungen und zum Erlernen von 36 Silben bereits 55 Wieder- Nuancierung sich nur im Leiden, nicht im Kämpfen auswirkt. Sie holung brauchte, braucht zum Erlernen von 12 Silben 16 Wieder- Manomanen, doch solche, deren Wahn einförmig ohne individuelle verstehen, daß man Lernen- Können und Gedächtnis einander gleichfett. So parador es flingt, es gibt Leute, die holungen. Eine andere, die zu 8 Silben 5 Wiederholungen brauchte, haben andern Zweck, als den zu illustrieren, schwer lernen erlernte 12 Silben mit 10 Wiederholungen und 37 Silben mit wie die treulofe schöne Zulu unter solchem Volte aufräumt. und dennoch ein gutes Gedächnis haben, und umgekehrt Leute, die leicht lernen und dennoch ein 33 Wiederholungen. Eine dritte brauchte zu 10 Silben 6, zu 50 Auch Lulu selber, deren Grausamkeit legthin aus einem frankhaft schlechtes Gedächtnis haben. Daß man den letteren ein schlechtes nur 20 Wiederholungen. Ein bestimmtes Gesez, nach dem die Zahl trägen Phlegma des Empfindens zu fließen scheint, hat wenig von Gedächtnis zuspricht, trotzdem bei ihnen eine Gedächtnisfähigkeit, der wiederholungen mit der Größenzunahme des Stoffes wachsen der geschmeidig ungezähmten Kraft des Raubtieres. Ihr fehlt zum das Lernen, offenbar gut entwickelt ist, rührt daher, daß man den muß, läßt sich, wie diese Zahlen zeigen, noch nicht formulieren. Der Dämon, der fie doch wohl als das Organ des Erdgeistes sein soll, Begriff des Gedächtnisses hier etwas strenger faßt und darunter nur schiedener. Die unmittelbar auf die erste Wiederholung folgenden auch geistig eine armselig Entartete. Ein Zug, der, an mancherlei Wert der einzelnen Wiederholung für das Erlernen ist ein ver- durchaus die Furchtbarkeit der Größe. Sie ist nicht nur moralisch, die Fähigkeit versteht, das Gelernte nach längeren Zeiträumen wieder Wiederholungen tragen zum Erlernen weniger bei als diese selbst. ins Bewußtsein au rufen, es nicht zu vergessen. Psychologische Stellen vom Dichter deutlich unterstrichen, doch bei der Anlage des Untersuchungen haben mehrfach die alte Erfahrungsregel zu stüßen immer die erste Wiederholung. Es liegt auf der Hand, daß bei flarer Durchführung gelangt. Den verhältnismäßig größten Wert für die Erlernung hat Ganzen und den damit gegebenen Prätentionen nicht zu restlos vermocht, daß, wer schnell lernt, auch schneller vergißt, und wer jedem fortgefeßten Lernen eine Grenze erreicht werden muß, jenlangsam lernt, langsamer vergißt. Es scheint aber, daß diese Be- seits welcher die weitere Hinzufügung von Wiederholungen für das ziehung zwischen Lernen und Vergessen nicht die Regel, sondern eher Erlernen wertlos wäre. Wo diese Grenze liegt, läßt sich noch nicht noch die Ausnahme ist. Es scheint nämlich häufiger vorzukommen, angeben. Versuche haben ergeben, daß sie noch feineswegs er daß der schnell Lernende auch weniger rasch vergißt. Die Fähigkeit, eine Reihe von wahrgenommenen Gegenständen, reicht ist, wenn das Gelernte bis zum fehlerfreien Herfagen er Ereignissen, Worten einzuprägen, fann in ihrer Wirkung dadurch gesteigert werden, daß die Gegenstände, Worte usw. in Beziehung zu im allgemeinen wirkungsvoller ist, wenn die Wiederholungen auf Zahlreiche Untersuchungen haben ferner ergeben, daß das Lernen einander gebracht werden. In Versuchen, in denen das mit Absicht einen größeren Beitraum verteilt werden, geschah, stieg der Lerneffekt bei verschiedenen Personen um das zwei- gehäuft werden, daß in einem Siz" das zu Lernende erlernt wird. bis zehnfache gegenüber dem Lernen ohne Beziehung zwischen den Wenn die Wiederholungen z. B. auf drei Tage verteilt werden, einzelnen Worten. Stellt sich das Bewußtsein der Beziehung oder inhaltlichen Zusammenhangee von selbst ein, dann ist die Zern- 10 genügen bedeutend weniger von ihnen, um einen Stoff zu er leistung größer, als wenn es fehlt. Das ist wohl der Grund, wes- lernen, als beim Erlernen in unmittelbar aufeinanderfolgenden Wiederholungen. halb in sinnlosen Sägen angeordnete Worte leichter gelernt werden, Das durch das Bewußtsein geals zusammenhanglose Worte. förderte, das finnvolle, inhaltliche oder„ logische Lernen hat also einen gewissen Vorrang vor dem mechanischen" Lernen. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß die primitive feelische Fähigkeit der Beim Auswendiglernen zerlegt man fich das zu Lernende in der Einprägung im mechanischen Lernen am reinsten zum Ausdrud ge- Regel in fleinere Teile, die man sich nach und nach einzuprägen sucht. langt. Tritt der„ Sinn" des Gelernten hinzu, um die Einprägung Die experimentellen Untersuchungen haben im allgemeinen ergeben, zu ermöglichen oder zu vollenden, so wird dem Lernenden dadurch daß das Lernen in größeren Partien oder im ganzen wirkungsvoller schon eine gewisse Lernhilfe geboten. In Verlauf und Wirkung erweist sich das Lernen als ein leber- ist als das Lernen in kleinen Teilen. Sicherlich gibt es hierbei eine gangsvorgang. Es iſt ein besonderer Fall von Uebung, ein besonberer beshalb, weil es neben der Lernübung auch noch eine ebung bes bereits Gelernten gibt. Der Voltsschüler der untersten Klaſſen übt das Schreiben, indem er es lernt, der Schüler der Fortbildungsschule übt es, nachdem er es gelernt hat. Die lebung in der Fähigkeit des Lernens, die das Lernen selbst herbeiführt, ist ein Erfolg desselben, der auch dort zutage tritt, wo der unmittelbar durch das Lernen angestrebte Erfolg, das Wissen und können nicht erreicht wird. Ein zweiter Erfolg, den das Lernen auch überall dort herbeiführt, wo es ein dauernd verfügbares Wissen und Können nicht zustande bringt, liegt darin, daß es ein rascheres Wiedererlernen ermöglicht. Was heute gelernt und
Verteilt man auf den gleichen Zeitraum bie gleiche Bahl von wiederholungen, so zeigt sich im allgemeinen, daß diese um so wirtfamer find, je kleiner die Beitabstände sind, in denen die Wiederholungsperioden aufeinanderfolgen.
bere Grenze, ein Höchſtausmaß des zu lernenden, das wir nicht überschreiten dürfen, ohne des Vorteils des Lernens im ganzen ber luftig zu gehen. Vielleicht ist es auf die Ueberschreitung dieser Grenze zurückzuführen, wenn erst jüngst wieder gezeigt wurde, daß Kinder manchmal vom Lernen in Teilen den größeren Gewinn ziehen als vom Lernen im ganzen. Denn diese Grenze dürfte bei Kindern niedriger liegen als bei Erwachsenen. mische Gliederung aufweist, stellt sich meist von selbst eine gewisse Beim Auswendiglernen eines Stoffes, der keine deutliche rhythfubjektive Rhythmisierung ein. Der Lernerfolg ist größer, wenn mit Absicht ein Rhythmus in den Lernstoff hineingelegt wird. Den besseren Gedächtnisleistungen, die das weibliche Geschlecht morgen schon vergessen ist, kann nach experimentellen Unter- im allgemeinen aufweist, entſpricht es, daß es dem männlichen auch suchungen mit einer Ersparnis von einem Drittel bis zur Hälfte der in der Wirksamkeit des Lernens in gewisser Hinsicht überlegen iſt,
ersten Wiederholungszahl neu gelernt werden.
Ueber die Bedingungen, unter denen das Lernen mit größtmöglicher Wirkung bei geringstem Aufwand an Zeit und Arbeitskraft erfolgt und über die verschiedenen Faktoren, welche die Wirksam feit des Lernens beeinflussen, haben die egperimentellen Unterfuchungen der beiden legten Jahrzehnte reiche Erfahrungen
*) Aus dem foeben in der Sammlung Wissenschaft und Bildung" erschienenen Bändchen Einführung in die Pädagogit"( Berlag Quelle u. Meyer, Leipzig . Preis geb. 1,25 M.).
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Jans Heimweh.
Eine Geschichte aus dem Wärmland von Selma Sager13f. " Die, die mich entführt hätten!" erwiderte Klara Gulla aufs höchste überrascht.
Auch ich bin sehr überrascht gewesen und hab ihn gefragt, wen er denn meine. Nun ja, er meinte die, die im Hinterhalt gelegen hätten, während die Kaiserin daheim gewesen war. Alle die Feinde, vor denen Klara Gulla so große Angst gehabt habe, daß sie es nicht wagte, ihre goldene Krone aufzusetzen oder auch nur von Portugallien zu reden, und die sich nun auf sie geworfen, sie überwältigt und gefangen fortgeführt hätten."
Ach so, so hat er's gemeint?" meinte Klara Gula. Ja, gerade so hat er's gemeint, Klara Gulla," sagte Linnart Björnsson mit großem Nachdruck." Versteht mich recht, Klara Gulla, Euer Vater hat nicht darum geweint, weil er verlassen und allein gelassen worden war, sondern weil er geglaubt hat, feine Klara Gulla sei in Gefahr."
daß es zumindest rascher lernt.
Kleines Feuilleton.
Theater i. d. Königgräther Straße: Erdgeist". Famos sprach Haslau den Prolog, in dem der Dichter nach einem flotten Auftakt zirkusmäßiger Mufit in Löwenbändiger- Libree posaunend dem Publikum die Bestien anpreist, die in seiner Menagerie drinnen verborgen lag, frei wurde, dann wußte sie nicht, wie fie weiterleben sollte.
Ein neues Gemüse.
der als Gemüse verwendungsfähigen Pflanzen noch nicht erschöpft ist, Die Kriegszeit hat uns schon mehrfach gezeigt, daß der Bestand sondern daß die vorhandene Menge von Gemüsepflanzen durchaus noch einer Bereicherung fähig ist. Jeder neue Versuch in dieser Richtung muß willkommen geheißen werden. Besondere Beachtung verdient ein Zuwachs unseres Gemüsebestandes, auf den der bekannte Berliner Botaniker Prof. Haberlandt in den„ Naturwissenschaften" binweist. Er meint die als Futterpflanze ſehr bekannte Luzerne, die Doppelte der gebräuchlichen Blatt- und Stengelgemüse erreicht, auch Monatsklee genannt wird. Ihr hoher Eiweißhalt, der das nimmt von vornherein für ihre Verwendung bei der menschlichen Ernährung ein. Die genauere chemische und anatomische Unterhohen Pflanzen 6,25 Prozent, vor suchung scheint diese günstige Beurteilung zu bestätigen. Der Gehalt an Stickstoffsubstanzen beträgt bei jungen handist also reichlicher als bei Weiß- und Rotkohl, Spargel, Blumenkohl, der Blüte 4,56 Prozent, weißes ist in den Blättern enthalten. An Zucker und Stärkegehalt Spinat, Rosenkohl und anderen Gemüsen. Die Hauptmasse des Eisteht die Luzerne ebenfalls über Spargel und Spinat und fommt Rosen- und Rotkohl gleich, an Rohfett erreicht sie fast den Winter
fohl. Der einzige Nachteil ist die nicht unbeträchtliche Rohfasermenge von 4,52 Broz., die sich jedoch durch feinmaschiges Sieben des gefochten Pflanzenbreies ausschalten läßt. Bei der Ernte, die am besten abends erfolgt, begnügt man sich mit den Spizen der Hauptund Seitenäste bis zu 5 Zentimeter Länge und den Blättern. Durch Abbrühen wird ein Anflug bitteren Geschmads bertrieben. Die
übrige Zubereitung des angenehm und leicht bitter schmedenden Gemüfes fann in der Art des Spinats erfolgen.
( Leider kommt diese Entdeckung zu einer nicht eben günstigen Jahreszeit ans Licht.)
" Deshalb werdet Ihr Euch doch keine Sorgen machen?" wendete Klara Gulla ein. Ich bin's ja gewesen, die Euch fagte Linnart Björnsson." Und es hat ja dann auch nicht " Ja, das sind so gleichsam seine Abschiedsworte gewesen," zu der Reise gezwungen hat." Jedenfalls ist mir der Gedanke daran schrecklich gewesen. mehr lange gedauert, bis er beweisen konnte, daß es ihm mit Aber jetzt ist alles wieder schön und gut zwischen uns," sagte dem, was er sagte, Ernst gewesen war. Glaubt doch ja nicht, Katrine. Klara Gulla, daß er ins Wasser gesprungen ist, um seinem Sie schloß wieder die Augen und lag ganz regungslos Schmerz zu entgehen. D nein, einzig und allein, um seine da. Ueber das abgezehrte Geficht flog ein heller Schein wie Klara Gulla von ihren Feinden zu erretten, hat er sich dem ein Glücksschimmer. Dampfboot nach ins Wasser gestürzt.
Aber schon nach kurzem sprach sie wieder. Sie hatte noch allerlei auf dem Herzen, was notwendig gesagt werden mußte, sonst fand sie keine Ruhe.
Rascher und rascher stürmte Klara Gulla dahin. Die ganze Liebe ihres Vaters von Anfang bis zu Ende offenbarte ich ihr und wurde ihr allmählich flar. Aber sie wollte ihr" Sei deinem Vater nicht böse, weil er dir nachentfliehen. Sie konnte diese Erkenntnis nicht ertragen. gesprungen ist. Er hat's nur gut gemeint. Du hast's nicht " Hier im Dorf weiß man so ziemlich alles voneinander," gut gehabt, seit du von uns gegangen bist. Und das hat er fuhr" Linnart Björnsson fort, der ohne alle Anstrengung gewußt. Und auch er hat's nicht gut gehabt. Ihr seid alle Schritt mit Klara Gulla hielt. Gleich nachdem der Kaiser er- beide in der Jrre gegangen, jedes auf seinem Weg." trunken war, hat allgemeine Entrüstung über Euch geherrscht, Klara Gulla hatte gewußt, daß die Mutter wohl etwas Klara Gulla. Und was mich betrifft, so hab ich Euch nicht Aehnliches sagen würde, und sich zum voraus dagegen gefür wert gehalten, die legten Worte und Gedanken Eures wappnet. Aber was die Mutter eben gesagt hatte, rührte sie Linna Björnsson war es schwer gefallen, die legten Baters zu vernehmen. Aber wir sind jezt anderer Meinung mehr, als sie gedacht hätte, und so versuchte sie, eine freundWorte herauszubringen. Sie wollten ihm im Hals steden geworden. Es hat uns gefallen, daß Ihr die ganze Zeit über liche Antwort zu geben. bleiben. Er dachte vielleicht an den alten Björn Hindriksson brunten auf der Brücke gestanden seid und auf ihn gewartet habt."" Ich will an Vater denken, so wie er früher war," sagte und an sich selbst. Sicherlich war es die Erinnerung an seine eigene Geschichte, die ihn erkennen ließ, wie hoch man eine ihre Augen funkelten vor Zorn. Jetzt hielt Klara Gulla an. Ihre Wangen glühten und fie. Ihr wißt doch, wie gute Freunde wir immer gewesen sind?" Liebe schäzen sollte, die nie weicht und wankt." Es sah aus, als sei Katrine von dieser Antwort befriedigt, denn sie legte sich wieder zur Ruhe. Sie hatte auch gewiß nicht im Sinn gehabt, noch mehr zu sagen, aber plöglich lächelte sie die Tochter voller Liebe an.
Aber das erkannte Klara Gulla noch nicht. Seit sie nach Hause gekommen war, hatte sie nur mit Widerwillen und Entsetzen an ihren Vater gedacht. Sie murmelte etwas vor sich hin, daß ihr Vater ein Narr gewesen sei.
ihre Antwort. " Ich steh nur dort, weil ich Angst vor ihm hab," lautete " Ihr habt Euch nie besser zeigen wollen, als Ihr seid, das wissen wir wohl," sagte Linnart Björnsson ruhig.„ Aber wir verstehen vielleicht besser als Ihr selbst, was unter diesen Worten dort verborgen liegt. Wir haben auch Eltern gehabt. und auch wir haben nicht recht an ihnen gehandelt."
Linnart Björnsson hörte, was sie sagte, und es verletzte ihn. " Ich weiß doch nicht, ob Jan wirklich verrückt gewesen ist," wendete er ein. Ich hab ihm geantwortet, daß ich keine Klara Gulla war so zornig, daß sie gerne etwas SchreckFeinde bei Klara Gulla gesehen hätte. Doch da erwiderte er: liches gesagt hätte; aber sie brachte es nicht heraus. Sie Habt Ihr wirklich nicht gesehen, wie eifrig sie Klara Gulla hätte gern auf den Boden gestampft, um Linnart zum umlauert haben, als sie an Euch vorbeigekommen ist? Ja Schweigen zu bringen; aber auch das vermochte sie nicht. wohl, mein guter Linnart Björnsson, die Feinde waren da, Da sah sie feinen anderen Ausweg mehr, als sich abzuwenden der Hochmut und die Härte und das Laster und die Begierde, und aus Leibeskräften zu laufen. alle miteinander, gegen die sie in ihrem Kaiserreich zu kämpfen hat."
Klara Gulla blieb wieder stehen und sah Linnart Björnsson an.
,, Ach so!" sagte sie nur.
Und ich hab ihm erwidert, diese Feinde hätt' ich auch gesehen", versette Linnart Björnsson barsch.
Linnart Björnsson folgte ihr nicht mehr. Nun hatte er zufrieden mit der Arbeit dieses Vormittags. gesagt, was er hatte sagen wollen, und er war nicht unKatrines Tod.
Als Klara Gulla in die kleine Hütte in Strolyda trat, lag Statrine leichenblaß und mit geschlossenen Augen auf ihrem Bett. Es sah aus, als sei das Ende schon eingetreten.
" Ich bin so froh, Klara Gulla, denn du bist jetzt wieder schön geworden," sagte sie.
Bei diesen Worten und bei diesem Lächeln verließ Stlara Gulla alle Selbstbeherrschung. Sie fiel neben dem niederen Bett auf die Knie nieder und fing an zu weinen. Jetzt zumt erstenmal seit ihrer Heimkehr brach sie in richtiges Weinen aus. Mutter," schluchzte sie. Meine Schuld ist's ja, daß Ihr jekt " Ich begreif nicht, daß Ihr so gut gegen mich sein könnt, sterbt, und an Vaters Tod bin ich auch schuld."
"
einer fleinen Liebkosung. Ratrine lächelte noch immer und bewegte die Hände zu
" Ihr seid so gut, Mutter, Ihr seid so gut gegen mich", sagte Klara Gulla, während sie noch immer heftig weinte und schluchzte.
Da faßte Katrine plöglich Klara Gullas Hand mit festem Griff und richtete sich im Bett auf, um ein legtes Zeugnis abzulegen. Alles Gute, was in mir ist, verdanke ich Jan", sagte sie mit deutlicher Stimme.
Da lachte Klara Gulla laut auf; doch Linnart fuhr fort: „ Aber ich hab sofort bereut, daß ich das gesagt hab. Aber sobald Klara Gulla neben ihr stand und ihr die Denn jetzt weinte Jan zum Verzweifeln. Ach Linnart, mein Hand streichelte, schlug fie die Augen auf und begann zu sprechen. Dann sant sie zurück, und von da an drangen guter Linnart Björnsson', sagte er, bitte den lieben Gott," Jan will mich holen", brachte sie mit großer Anstrengung flaren verständlichen Worte mehr über ihre Lippen. De: Tod daß es mir gelingen möge, das kleine Mädchen von allem heraus.„ Er trägt's mir nicht nach, daß ich von ihm fort- kam herbei, und am nächsten Morgen war es zu Ende. Bösen zu erretten! Es ist einerlei, wie es mir geht, wenn gegangen bin." nur ihr geholfen wird." Klara Gulla zuckte zusammen. Sie fing an zu verstehen, Klara Gulla schritt rascher aus und erwiderte nichts warum die Mutter starb. Sie, die ein ganzes Leben lang treu mehr. In ihrem Herzen hatte sich etwas erhoben, das riß gewesen war, grämte sich zu Tode, weil sie Jan zulegt im und zerrte, aber sie zwang es zur Ruhe. Wenn das, was Stich gelassen hatte.
Aber während des ganzen Todeskampfes lag Klara Gulla weinend neben dem Bett auf dem Fußboden. Da lag sie und weinte sich die Angst und die Fieberträume und die Schuldenlast vom Herzen. Ihre Tränen flossen, sie fonnte nicht aufhören zu weinen. ( Forti. folgt)