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Nr. 77.

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Erscheint täglich außer Montage.

Vorwärts

Berliner Dolksblatt.

17. Jahrg.

Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. etle oder beren Raum 40 Bfg.. für politische und gewerkschaftliche Vereins: and Bersammlungs Anzeigen 20 Bfg. ..Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate für Die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bts 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: ..Socialdemokrat Berlin"

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Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.

Bezugs- Einladung.

mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden

Unterhaltungsblatt

und der Sonntags- Beilage

Roman

Die Neue Welt".

Auferstehung."

Sonntag, den 1. April 1900.

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und soweit es überhaupt noch nötig sein sollte unter dem industriellen Proletariat zu frönen.

Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.

Politische Uebersicht.

und sie bemerkt dazu:

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Vor allem aber vor zwanzig Jahren war es noch möglich. Berlin , den 31. März. zwischen Bourgeoisie und Junkertum ein Kompromiß von leidlicher Mit dem 1. April eröffnen wir ein neues Abonnement auf den Festigkeit zu schließen. Fehlte ihm auch von vornherein die Durcheinander. Vorwärts" Ein Abjchwenken der Regierung vom agraria Bürgschaft der Dauer, war es unmöglich, die schneidenden Inter- ichen und großindustriellen Hochschutzöllnertum efiengegenfäße zwischen einer fiegreich auf dem Weltmarkt vor­dringenden Bourgeoisie und eines bankrotten, von Jahr zu Jahr fürchtet die" Post". Sie spricht davon, daß eine Reichstags­mehr auf dem letzten Loch pfeifenden Junkertums auszugleichen, so auflösung notwendig werde, wenn die Regierung sich nicht zur ging es doch eine Weile, namentlich so lange beide Teile in der Einführung einer Reichs. Erbschaftssteuer bequemen wolle, Knebelung der Arbeiterklasse ein gemeinsames Jnteresse hatten, das In sonst gut unterrichteten Streisen erzählt man sich, daß ihnen gleichermaßen am Herzen lag. Seitdem aber das Proletariat Bestrebungen nicht ohne Aussicht auf Erfolg im Gange Im Unterhaltungsblatt bringen wir Leo Tolstoje neuen und Junkertum immer mehr in die Brüche gegangen, und die seine Bande gesprengt hat, ist die Freundschaft zwischen Bourgeoisie sind, eine Entscheidung im letzteren Sinne( Reichstags- Auflösung) herbeizuführen, und zwar soll angeblich eine starke Verstimmung wachsende Unmöglichkeit, sie noch einmal unter einen Hut zu bringen, wird gegen den Bund der Landwirte dazu benutzt werden, eine schlagend durch das ewige Fiasko der Sammelpolitik" bewiesen, Wendung der Regierungspolitik im freihändlerischen Sinne selbst wenn sie ein so höchst gewandter Mann, wie Herr Miquel herbeizuführen. Man nennt bereits die Namen derjenigen Männer, betreibt. In dies schon so sehr gestörte zarte Verhältnis ist mun die welche die leitenden Stellen in Preußen und im Reiche einnehmen Flottenvorlage wie eine Bombe gefahren; die ostelbischen Junker sollten. Daß darunter Dr. Georg v. Siemens nicht fehlt, ist schäumen vor Entrüstung, daß ein halbes Dutzend von Milliarden selbstverständlich. Kämen solche Nachrichten nicht aus un verpulvert werden sollen, ohne daß ein Pfennig davon zu Liebes­zweifelhaft guter Quelle, so wäre man geneigt, das gaben für sie abfällt, und sie haben mit ihren Beschlüssen zum Ganze für einen verfrühten Aprilscherz zu halten." gegeben, daß sie ihre großen Mittel" haben wollen. wenn die Bourgeoisie die gräßliche Flotte" haben soll. Damit wird aber wieder die platonische Begeisterung der Bourgeoisie für d Flotte be­trächtlich gedämpft werden; droht die Gefahr, daß die Geschichte für fie selbst, und nicht bloß für die Arbeiter kostspielig werden kann, dann wird bald der Augenblick kommen, wo sie die Flottenvorlage ins Pfefferland wünscht.

Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene Teil des Romans Auferstehung" nad) gelietert.

Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von

1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämtliche Postanstalten We- Fleischbeschau Geseze ihre geharnischte Erklärung dahin ab= stellungen zum Preise von

3 Mark 30 Pfennig für die Monate April, Mai, Juni entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste Die Redaktion des Vorwärts".

unter Nr. 7971.)

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Die Arbeiter und die Flottenvorlage.

Bläst man in der Herentücje, wo dieje Vorlage zurecht gebraut werden soll, die dünne Asche der patriotischen Redensarten von den Kohlen, so schlagen sofort die hellen Flammen zum Dache hinaus. Der bürgerlichen Oppoſition wäre jegt eine glänzende Gelegenheit geboten,

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füllung gehen werden.

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Die Post" bemüht sich alsdann um den Beweis, daß eine seichstags Auflösung unter freihändlerischer Flagge" zu einer Niederlage der Regierung und der Flottenvorlage führen müsse. Niederlage der Regierung und der Flottenvorlage führen müsse. recht interefiant. Die Brot- und Fleischwucher- Parteien beginnen zu Diese Auslassungen des Hauptorgans der Sammelpolitik find fürchten, daß sie den agrarischen Bogen denn doch überspannt haben tönnten. Die Beschlüsse der agrarischen Reichstagsmehrheit zum Fleisch beschaugejez haben offenbar, oben" schwer verdrossen. Die Berl. Neuest. Na chr.", die gute Stenntnis haben, wie in den höchsten Regionen der Wind geht, raten den Konservativen, nicht ohne dringende Not Kraftproben anzustellen." Die Konservativen find bereits im Begriffe, von den extremsten Agrariern der Deutschen Je weniger man sich darüber täuschen darf, die Flotten alte Scharten auszuweisen, aber es rächt sich bitter an den Parteien borlage eine Konsequenz der realtionären Weltpontit ist, die vor dieser Opposition, daß sie längst verlernt haben, principielle Bolitik Tagesstag." ein wenig abzurücken und eine Einigung mit der Regie­mehr als zwei Jahrzehnten mit dem Erlaß des Socialistengeleges zu treiben. Selbst die freisimmigen Nichts- als- Freihändler, die sich rung über das Fleischbeschaugeſetz, herbeizuführen. Regierung und Konservative fühlen sich so seelenverwandt, daß über das Deutsche Reich hereinbrach, desto weniger darf man die vor zwanzig Jahren noch der Weltpolitik des krachenden Kapitalismus trotz aller größeren oder kleineren Zerwürfnisse unter ihnen die tröstliche Kehrseite der Medaille übersehen, die Thatsache nämlich, widersetzten, sind jetzt teilweise zu ihr übergelaufen; was sic lockt, daß diese Politik mit dieser Konsequenz in das Stadium tritt, wo ist dieselbe Aussicht auf die chinesische Beute, die auch der Flotten- Hoffnungen des flottenverzückten Liberalismus nicht so bald in Er­fie sich selbst abzuthun beginnt. Das Bumbum und Trara, vorlage das eigentliche Rückgrat giebt. Von den Ultramontanen Die Post" redet denn auch der Regierung gut zu, der vom womit die Flottenvorlage zuerst auftrat. weckte auf dem ist nichts mehr zu sagen, als daß ihr Treiben in dieser Centrum verlangten Reichs Erbschaftssteuer zuzustimmen, geduldigen Kalbsfell einer mehr als zwanzigjährigen Tradition ein ernsten Zeit einem einem verloden könnte, noch nachträglich vor damit der gegenwärtige agrarische Reichstag die Neuregelung der gewiffes Echo, aber so bald man sich den Schaden befah, begann den nationalliberalen Mannesseelen der siebziger Jahre den Handelsverträge durchführen könne. Die Angst vor einer Minderung man sich auch in bürgerlich- patriotischen Streisen hinter den Ohren Hut zu ziehen. Die fielen als maßgebende Partei" zwar des Brot- und Fleischwuchers läßt der Post" selbst den Gedanken zu frauen, und die gewigten Macher des Flottenrummels wissen recht sehr oft, aber doch gegen sozusagen halbwegs anständige Tringelder einer Reichs- Erbschaftssteuer natürlich erscheinen. gut, weshalb ste zur höchsten Eile mahnen, da die Begeisterung zu um, gegen eine wirtschaftliche Gesetzgebung, die in ihrer Art ein Zu den politisch maßgebenden Kreisen wirbelt es toller durch­berrauchen" beginne. historischer Fortschritt war. Die Ultramontanen aber werden nach einander denn je Die Flottenvorlage enthüllt in einer, für ihre Urheber sehr unzähligen Umfällen abgelohnt mit der lex Heinze, cinem der unbequemen Weise, daß es ein ganz winziger Kreis ist, der von der elendesten Machwerke, womit die deutsche Reichsgesetzgebung ver­Agrarische Förderung der Leutenot. reaktionären Weltpolitik wirklichen Nutzen zieht, ein Häuflein, das, unziert werden konnte. Einer Partei von dieser sagen wir Es scheint auf einer allgemeinen Anregung zu beruhen, wenn es durch einen unerforschlichen Ratschluß der Vorsehung von Anspruchslosigkeit einen unerschütterlichen Widerstand gegen die uns genommen und auf andre Weltförper verfest würde- unfert Flottenvorlage zuzutrauen, hieße sehr leichtfertige Politik treiben, daß die Einzel- Landtage agrarische Zuchthausvorlagen" durch­Die Wirkung dieser Gesetzmacherei kann wegen in die Gefilde der Seligen nicht nur feine Lücke in dem Es ist flar, was sich aus alledem für die deutsche Socialdemo- audrücken versuchen. Kulturleben der deutschen Nation hinterlassen, sondern es vielmehr fratie ergiebt. Für sie stehen sehr große Dinge auf dem Spiele, ur sein, daß die Landflucht" zunimmt und jeder Arbeiter, von einem drückenden Alp befreien würde. Weber die agrarischen sehr große Verluste oder sehr große Gewinne. Aber es liegt allein in dem noch eine Spur des Bewußtseins seiner Menschen­würde und Menschenrechte lebt, wird sich der Industrie zu­noch die industriellen Arbeiter, weder die Bauern noch die Hand- in ihrer Hand, ob sich diese oder jene Schale der Wage senken soll. wenden, anstatt sich der von den Agrariern wiedereingeführten werfer, weder der Großgrundbesiz noch der Großhandel, Nimmt sie die Dinge auf die leichte Schulter, verläßt sie sich allzu Leibeigenschaft zu unterwerfen. Wenn man die Leutenot ver­noch die Großindustrie haben ein Interesse an der Flotten sehr auf die offensichtliche Hinfälligkeit der Gründe, womit die Flotten schärfen will, so giebt es kein wirksameres Mittel, als Gesetze. Von den meisten dieser Klassen wagen die Flotten vorlage befürwortet wird, auf die thatsächliche Strohfeuernatur der schärfen will, so giebt es kein wirksameres Mittel, als Gesetze. von der Art der Geraer Kontraktbruchvorlage, die Verab­schwärmer ja auch gar nicht solch Jntereffe zu behaupten, sondern ganzen Flottenschwärmerei und auf alle folche an sich ja redungen zur Erlangung günstigerer Lohnverhältnisse sowie den erfreuliche Zeichen des Ueberdrusses, nur vom Großhandel und von der Großindustrie. Aber der Groß- fehr erfreuliche Zeichen große ihre Auftiftung" auch seitens nicht landwirtschaft­handel hat erst kürzlich durch den Mund eines seiner angesehensten Mehrheit der Nation alt der reaktionären Weltpolitik em­Blätter der Welt verkünden laffen, daß ihm den Teufel an der Flotte pfindet, so tam fie trotzdem die unangenehmsten leverraschungenlicher Arbeiter mit Gefängnis bis zu einem Jahre Gefängnis gelegen sei; wollten die deutschen Steuerzahler sich den Lurus erleben: die Kreuz- Zeitung " und Stumm sind sehr mächtige Leute, Im Geraer Landtag ist der Entwurf bereits am Freitag gönnen, so hätte er weiter nichts dagegen, aber er für sein Teil die Freisinnigen und Ultramontanen sehr unsichere Kantonisten, und müsse sich bedanken, sein Conto mit dieser überflüssigen Ausgabe zu der deutsche Philister hat sich schwerlich schon zum legtenmal ein& 3r Beratung gebracht, in dessen Begründung gesagt wird: Das ist thatsächlich die allgemeine Auffassung in den für ein U machen lassen. Wird aber die Flottenvorlage mit oder" Ermutigt durch die in Anhalt gemachten Erfahrungen" Kreisen des Großhandels, der übrigens auch schon vor zwanzig ohne Reichstagsauflösung angenommen, dann erhält die herrschende gingen auch andre Regierungen mit der Absicht um, im Wege dann wird fie des Gesetzes gegen den Kontraktbruch einzuschreiten, und das Jahren, aus leicht begreiflichen Gründen, am schwersten aur re- Reaftion eine unberechenbare Stärkung und Organ der land- und Forstwirtschaftlichen Vereine hätte sich aktionären Weltpolitit zu befehren war. In den Streisen der Groß- schon alle einfachsten Selbsterhaltungstrieb industrie sieht es nur insofern anders aus, als ein Teil von ihr nicht berigen Errungenschaften der Arbeiterklasse schwer gefährden. einmütig dafür ausgesprochen, so daß die Regierung geglaubt zwar an den etwaigen Heldenthaten der neuen Flotte, aber allerdings Jedoch die Socialdemokratie fann diese Möglichkeit nicht nur ab habe, nicht länger zögern zu dürfen". an ihrem Bau interessiert ist, die Firmen Krupp und Stumm allein wenden, sondern auch der reaktionären Weltpolitik einen noch mit einem Riefenprofit von 175 Millionen Mark. Außer diesem Teil ungleich empfindlicheren Stoß, als einst durch ihren heroischen der Großindustrie sind nur die unprodukttesten Schichten die Streber Widerstand gegen das Socialistengejege, ja den entscheidenden Stoß an der Flottenvorlage interessiert, wesentlich dieselben Elemente, die veriegen, wenn sie mit voller Kraft und Wucht gegen die Flotten auch die franzöfifche Kolonialpolitit verschuldet haben und ver vorlage mobil macht, die Intereffen der gesamten Nation gegen dies schulden: Finanz, Bureaukratie, Militär und dergleichen mehr, ungeheuerliche Attentat wachruft, alle widerstrebenden Elemente auslöst nicht zu vergessen die Flottenprofessoren, die ihr ideales" Vorrecht und um sich schart, genug, eine revolutionäre Expansivkraft entfaltet, wahren, immer voran zu marschieren, wenn der nationale Karren wie an jenem unvergeßlichen 20. Februar, dessen zehnte Wiederkehr einmal recht gründlich verfahren werden soll. sie eben gefeiert hat. Wir wollen damit nicht sagen, daß sie bisher zu wenig gegen das Flottengefeß agitiert haben, aber wenn be hauptet werden sollte, sie habe darin schon genug geleistet, so würden wir allerdings antworten, daß in diesem Punkte gar nicht genug ge­than werden kann.

borlage.

belasten.

Das war vor zwanzig Jahren ganz anders. Damals hatte die reaktionäre Weltpolitik wirklich einen sehr starken Resonanzboden. Der größte Teil des durch den furchtbaren Krach der siebziger Jahre berelendeten Proletariats war politisch noch nicht aufgefärt, die durch das jähe Aufschießen der großen Industrie bedrohten oder auch ver­nichteten Bauern und Handwerker versprachen sich goldene Berge von der ökonomischen Reaktion; sobald der socialdemokratischen Partei alsfder rüftigen Vorfämpferin der gemißhandelten und unterdrückten Massen der Knebel des Schutzgeseges in den Mund gestopft worden war, konnten die Massen sehr leicht über den Löffel barbiert werden. Diese ganze Sachlage hat sich nach und nach durch die traurige Unfähigkeit der reaktionären Weltpolitik sehr zu ihren Ungunsten verschoben, und die Flottenvorlage ist ein höchst wirksames Werkzeug, die Aufklärungs: arbeit unter den Bauern und Handwerkern, unter dem agrarischen­

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Gegenüber der Auflösung und Verwirrung in allen bürgerlichen Barteien gilt es, die alte principielle Fahne der Partei zu entfalten, Damals begrüßten fie die einst Ferdinand Lassalle aufpflanzte. einige Hunderte, wie heute einige Milliouen, aber der Kampf- und Siegesruf ist derselbe, heute wie damals: Hier unser Banner und dies unsre Ehre!

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bedroht.

In der Beratung motivierte der Regierungsvertreter die Vorlage mit der Häufigkeit des Kontraktbruchs ländlicher Tage­löhner, namentlich der ausländischen. Aus der weiteren Debatte feien folgende Stellen mitgeteilt:

Abg. Kalb bedauert die Einbringung dieses Gefeßentwurfs. Die Frage, warum die ländlichen Arbeiter nicht bleiben, sei leider nicht untersucht, vielmehr übersehen worden, daß oft auch die Arbeit geber tontrattbrüchig werden( die nach dem Entwurf nicht bestraft werden sollen). Ein Gesez in der vorliegenden Form werde den Kampf auch auf industriellem Gebiet verschärfen.

Geh. Staatsrat v. Hinüber: Man solle bedenken, daß von den Arbeitern im Falle des Kontraktbruchs auf civilrechtlichem Wege nichts zu bekommen sei, während die Arbeitgeber stets haft­pflichtig seien.

Abg. Leven bedauert, daß der Entwurf so spät herausgegeben und nicht auch den Arbeitern Gelegenheit gegeben worden ist, Stellung dazu zu nehmen. Der Ausnahmecharakter des Entwurfs liege schon in dem Umstande, daß die kontraktbrüchigen Arbeit geber nicht unter Strafe gestellt werden sollen. Die Vorlage atme denselben Geist wie der Ausnahmegesey- Entwurf gegen die gewerblichen Arbeiter, der im Reichstag ein so klägliches Ende gefunden habe infolge des Protestes der weitesten Volfskreise. Die Regierung habe es nicht für nötig gehalten, auch die landwirt schaftlichen Arbeiter zu befragen, weswegen sie eigentlich fortlaufen, sondern nur den Wünschen der landwirtschaftlichen Vereine Rechnung getragen, in denen lediglich die paar Großgrundbesizer eine Rolle