Neuer Vorwärts

Sozialdemokratisches Wochenblatt

Verlag: Karlsbad , Haus Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite

Nr. 183

SONNTAG. 13. Dez. 1936

Aus dem Inhalt:

Panamerika

Wo ist Europa ?

Die Nazipläne in Danzig

Braune Werkscharen

Im Kampfe um die Wahrheit

siegen!

rungsmethoden.

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bemüht.

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Die

zen. Unter dem Druck der Militärmacht

Die Aufgaben der demokratischen Presse und das Dritte Reich Sich nicht fürchten und die Wahr -| Sie hat die Tendenz zur Versklavung jeden, der nicht Propagandaerzählun- Land, das sich von jenem gesunden heit sagen! Die Wahrheit wird immer und Verelendung des eigenen Volkes so gen, sondern die Wahrheit über Grundsatz der Pressepolitik abwendet, gut wie den Willen zur Unterdrückung Deutschland wissen will. daß die Stimme der Wahrheit frei sein T. G. Masaryk. fremder Völker aufgezeigt. Unsere ge- Das, was wir gegenüber dem Dritten muß, verkennt die demokratische Weis­Die unbequeme Wahrheit wird nir- samte kritische Arbeit gegen die Politik Reich getan haben und weiter tun wer- heit, aber auch die gewaltige moralisch­gends gerne gehört, vor allem in Dikta- der deutschen Regierung ist durch den den, ist die ehrenvolle Aufgabe jeder politische Macht, die in der Verbrei­turländern nicht. An ihrem Verhältnis Gang der Ereignisse glänzend bestätigt Presse, die ihre Daseinsberechtigung im tung wahrheitsgetreuer Tatsachen über zur Wahrheit wird das innere Wesen worden. Jedes Wort, das wir gegen sie Dienst an der Wahrheit erblickt. Die Regierungen und Länder durch die von Regierungssystemen sichtbar. So geschrieben haben, hat sich als wahr unbestechliche und unbeeinflußte Kri- große freie Presse wirklich freier Län­wie Demokratie und Achtung vor der erwiesen. tik an Regierung und Verwaltung, die der liegt. Wahrheit untrennbar miteinander ver- Wir haben systematische und wohl kritisch- wissenschaftliche Untersuchung Uns verfolgt der ingrimmige Haß bunden sind, so ist List und Lüge das fundierte Kritik geübt, wir haben, den der verschiedensten Zweige der Regie- des Dritten Reiches eben weil wir Kennzeichen undemokratischer Regie- besten Traditionen der deutschen So- rungstätigkeit, die Nachprüfung offi- nicht unsinnig hetzen, nicht lügen und zialdemokratie folgend, zu denen tiefe zieller Darstellungen an den Tatsachen übertreiben, sondern weil wir der Wahr­Wir haben vom ersten Tag unseres Achtung vor wissenschaftlicher Wahr - selbst das ist eine der Grundlagen heit dienen- im Interesse des deut­nur staatsbürgerlicher Freiheit, ohne die schen Volkes wie aller Völker. Dieser Erscheinens in der Tschechoslowaki- haftigkeit gehört, uns schen Republik an unsere Aufgabe dar- wohlbegründete Wahrheiten zu sagen kein freiheitliches oder demokratisches ingrimmige Haß dringt über die Gren­in erblickt, die Wahrheit über Deutsch - und die ganze Wahrheit. Die Wahr- Regierungssystem denkbar ist. land zu sagen, nichts als die Wahrheit. heit ist uns niemals ein Objekt politi- Achtung davor, die mit der Achtung und der darin verborgenen unverhohle­Es hat uns nicht beirrt, daß die deut- scher Opportunität gewesen, nie ist uns vor der Wahrheit eins ist, ist die Grund­nen Drohungen sucht er die Wahrheit sche Diktaturregierung die Stimme der in den Sinn gekommen, ein Geschäft lage jeder gesunden Pressepolitik in auch jenseits der deutschen Grenzen zu Wahrheit diskreditieren wollte durch mit mehr oder weniger Wahrheit je jedem Lande, das ernsthaft als demo- erdrosseln. Wir beugen uns vor kei­die Behauptung, daß die Emigranten- nach den Schwankungen der Konstella- kratisches gelten will. Noch ist es den Diktaturen nicht wir tun unsere demokratische Pflicht. ner Drohung der deutschen Diktatur. presse Greuelpropaganda betreibe und tion zu betreiben. Wir sind nicht nur Propagandalügen verbreite. Wir haben eine Stimme über Deutschland , wir sind gelungen, diese gesunde Pressepolitik Daß wir es sind, gegen die Drohungen weder Greuel erfunden, noch Lügen eine Stimme aus Deutschland . Unsere in der ganzen Welt zu unterdrücken. In und Unterdrückungsversuche der deut­verbreitet. Wir haben alles, was in die- Kenntnis der deutschen Zustände ent- den wahrhaft demokratischen Ländern schen Regierung sich in erster Linie sem Sinne Propaganda ist, dem Göb- springt nicht nur eigener Kenntnis aus und das sind die großen und mäch- richten, ehrt uns. Es zeigt der ganzen bels überlassen. Heute weiß die ganze der Vergangenheit und Beobachtung tigen Länder der Erde existiert eine Welt, was es mit den lärmenden Zweck­Welt, welches Gesicht das System in von außen, sie beruht auf der opfervol- freie Presse, die alle Länder, große bündnissen gegen den internationalen Deutschland zeigt, welche Taten es zu len Arbeit von Tausenden in Deutsch - und kleine, diktatorische und demokra- Kommunismus in Wahrheit auf sich verantworten hat, und daß die amtli- land, die uns unterrichten, weil sie die tische, und die Zwischenformen, in das hat. Es ist enthüllend für Wesen und chen Behauptungen und Dement's die- Wahrheit mehr lieben als ihre Existenz. Licht der freiheitlichen Kritik stellt. Absichten des deutschen Systems. ses Systems aus der Zeit seiner Macht- Wir sind heute die wichtigste Stimme Ein Land, das, wie das Dritte Reich, der deutschen Demokratie, die mit Verbot und Unterdrückung gegen Mit ihren Nücken und Tücken füh­ergreifung, obwohl in feierlicher Form aus abgegeben, bewußt im Widerspruch zu der demokratischen Welt außerhalb diese freiheitliche Kritik vorgeht, ent- ren die deutschen Diktatoren den den Tatsachen standen. Deutschlands Erkenntnisse und Wissen hüllt, daß es gefährliche Dinge zu ver- Kampf der Lüge gegen die Wahrheit. Wir haben mitgewirkt, der Erkennt- über Deutschland vermittelt. Unsere bergen hat, daß seine eigene Presse Er ist ihnen eingeboren. Wer ein Feind nis der Tatsachen zum Durchbruch zu Kritik an der deutschen Diktatur ist nicht frei, seine eigenen Berichte und der Demokratie ist, muß die Hand an verhelfen. Es war unsere, der Wissen- ein wertvolles Erkenntnismittel für Versicherungen nicht wahr sind. Ein die Wahrheit legen!

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Für Frieden und Freiheit

halten.

Die beiden Internationalen rufen den Ar­

den Pflicht, die Wahrheit vor einer Welt zu enthüllen, die aus Entsetzen über die Nachrichten, die zu ihr dran­gen, ihr Gesicht vor der Wahrheit zu verbergen wünschte, in natürlich menschlicher Abwehrreaktion gegen Die Internationalen und der spanische Freiheitskampf diesen grauenvolle Tatsachen. Aus Die Tagung der SAI und des IGB hat am Verteidigung erforderlichen Mittel zu grauenvollen Tatsachen ist die stärkste er- genüber den Erpressungen und den Drohun­gen des Faschismus eine entschlossene Hal­Bedrohung des Rechts, der Freiheit, 4. Dezember beschlossen: des Friedens hervorgewachsen. Es Der IGB und die SAI, auf Wunsch des Sie sind der Ansicht, daß es im gegenwär- tung einnimmt. wäre schlimmer als Feigheit, es wäre spanischen Gewerkschaftsbundes zu gemein- tigen Augenblick vor allem darauf ankommt, Verrat an der Sache der Menschheit samer Tagung versammelt, haben die Vertre- alle Anstrengungen darauf zu richten, die beitern und den Friedensfreunden aller Län­gewesen, wenn wir, die Wissenden, ge- ter der spanischen Gewerkschaften und der Verstärkung der spanischen Aufständischen der zu: Es ist die Schlacht für die Freiheit, die schwiegen hätten. In diesem Zwang zur Sozialistischen Partei Spaniens gehört und mit Waffen und Menschen durch die auslän­Wahrheit liegt unsere Existenzberechti- nehmen Kenntnis von den Bemühungen, die dischen Faschisten zu verhindern. Demokratie und den Frieden der ganzen Welt, in den verschiedenen Ländern unternommen Sie fordern die dem IGB und der SAI an- die heute in Spanien geschlagen wird! Es ist Nicht wir tragen Schuld, daß diese worden sind, um ihre früheren Beschlüsse geschlossenen Arbeiterorganisationen auf, ihre unser aller Sache, das die heldenhaften Kämp­Wahrheit grauenvoll ist und absto- durchzuführen, die sie hiermit bestätigen. Wachsamkeit zu verdoppeln, um mit allen fer von Madrid gegen den mörderischen An­Bende Züge trägt, sondern jene, die Sie grüßen mit Freude und Bewunderung geeigneten Mitteln die Belieferung der Auf- sturm des internationalen Faschismus vertel­diese grauenvollen Tatsachen gesetzt die heldenmütigen spanischen Arbeiter und die ständischen zu verhindern und zu diesem digen! haben. Nicht wir tragen Schuld, daß Genossen der Internationalen Kolonne, die den Zweck in allen Ländern Koordinationskomi­jeder wahrheitsgemäße, nackte Tatsa- Feind vor Madrid zurückgeschlagen haben. tees einzusetzen. chenbericht über die rechtlichen, mora- Madrid ist dadurch zu einem glorreichen Sym- Sie bestehen darauf, daß die Regierungen lischen, sozialen Zustände in Deutsch - bol des Widerstandes der Arbeiterklasse ge- dem. internationalen Skandal ein Ende ma­land wie eine schreiende Propaganda gen den internationalen Faschismus geworden. chen, daß Franco weiterhin die Mehrzahl der gegen das deutsche Regierungssystem Sie protestieren mit tiefster Empörung ge- Söldner, die er gegen das spanische Volk rungssystem selbst, das sich von den gen die Greuel, die die Faschisten verüben, schickt, in Marokko wirbt, also in einem Ge- kommunistische Reichstagsabgeordnete Hans

gung.

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Für die Freiheit gefallen

Vor kurzem meldete der Brüsseler> Peup­

le«, daß sein Redakteur Brachet in Madrid gefallen sei. Jetzt hat, nicht fern der Stelle,

an der dieser Sozialdemokrat fiel, der frühere

ten in derselben Reihe, für dieselbe Sache.

die, weil sie nicht mehr hoffen können, Ma- biet, das in gewissen Maße unter internatio- Beimler sein Leben gelassen. Beide.npf­unter Kulturvölkern allgemein gültigen drid zu erobern, es mit Brandbomben zerstö- naler Kontrolle steht. Wertauffassungen bewußt entfernt hat. ren wollen und Frauen und Kinder töten. Sie betonen angesichts der Verletzung des Es geht in Spanien nicht, wie die braune Nicht wir tragen Schuld, daß jeder Sie wenden sich gegen die immer stärkere anerkannten Völkerrechts durch die faschisti- Propaganda behauptet, um» Bolschewismusk wahrheitsgemäße Bericht über Gesetze und Taten der deutschen Regierung wie und immer frechere Unterstützung, die die schen Reglerungen, daß es die Pflicht des oder nicht, sondern es geht darum, ob Spa­eine Anprangerung der Bedrohung des faschistischen Mächte unter Verletzung des Völkerbundsrates ist, sobald er auf Grund der nien ein Zuchthausstaat nach deutschem Vor­Generalen Beschwerde Spaniens zusamentritt, alle ihm bild oder ein freies Land sein soll. Der Zu Friedens durch sie wirkt ihre Taten Völkerrechts den aufständischen gegen die An- zur Verfügung stehenden Mittel zu ergreifen, strom von Freiwilligen aus allen Ländern selbst sind es, die sie beschuldigen. Wir gewähren und insbesondere wissen es wohl, warum die deutsche Re- wesenheit einer immer größeren Zahl deut- die geeignet sind, den Frieden unter den Völ- Europas in das Heer der spanischen Regie­rung ist ein Ausdruck der Ueberzeugung, gierung uns mit immer wütenderem scher und italienischer Soldaten in Spanien . kern wirksam wieder herzustellen. Angesichts dieser alarmierenden Tatsachen, Sie erklären, daß die Erhaltung des Frie- daß in Spanien um die Freiheit Europas ge­Hasse verfolgt und uns zu unterdrük­ken trachtet: Wer zum Kriege greifen wiederholen die beiden Internationalen, daß dens, die das oberste Interesse der Arbeiter- kämpft wird. Noch gibt es Zweifel darüber, ob es allen will, muß vorher die Stimme der Wahr - keine Rede davon sein kann, die rechtmäßige massen aller Länder ist und daher an der Regierung der spanischen Republik mit den Spitze der Aufgaben der Regierungen steht, Kommunisten mit ihrem Bekenntnis zur Ver­heit ersticken. Unsere Kritik an der Politik der blutigen Banden der meineidigen Generale die von Sozialisten geleitet werden oder an teidigung der Demokratie ernst ist. deutschen Regierung hat frühzeitig auf die gleiche Stufe zu stellen und daß die denen Sozialisten teilnehmen, nicht gesichert eine, Hans Beimler , hat es mit seinem Blute schon enthüllt, welche Wege sie ging. Regierung vollauf berechtigt ist, alle zu ihrer werden kann, wenn nicht die Demokratie ge- besiegelt.

Dieser