Einzelbild herunterladen
 

Nr. 249.

Abonnements- Bedingungen:

Abonnements Preis pränumerando: Wierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat.

Erscheint täglich außer Montags.

Vorwärts

Berliner Volksblatt.

17. Jahrg.

Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins­und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Hmt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: Borialdemokrat Berlin

Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508.

Um 12000 Mark!

" Es ist notwendig, mit aller Energie darauf hin gutveisen, daß der Herr Staatssekretär des Reichsamts des Innern sich durch diesen Erlaß... zum Commis des Unternehmertums degradiert hat. Das, was durch diesen Erlaß dellariert ist, bedeutet nichts andres, als die Unterwerfung der Steichsregierung unter die Herrschaft des Unternehmertums, als die Kapitulation vor der Großindustrie."

Donnerstag, den 25. Oktober 1900.

-

größeres Intereffe, den Namen des Stipendiaten des Jende Fonds fofort zu nennen, als die Oeffentlichkeit und auch die Staatsanwaltschaft ein Interesse daran hat, den Namen bis Graf Posadowsky hat keine Zeit, zu erfahren. zur Eröffnung des Reichstags zu warten, um den schweren Verdacht gegen die Integrität des Reichsamt des Innern zu beseitigen. Wenn er nicht sofort die Antwort erteilt, wird er sie auch im Reichstag nicht mehr erteilen können.

Die agrarischen Freunde des Grafen Posadowsky find bereits sehr besorgt um das Schicksal des hochschutzöllnerischen Staats­fekretärs. Welche Sicherheit kann man haben, daß nicht auch die Handels­Singer, am 17. Januar 1898 fiber ben verträge in der Weise zu stande kommen, daß eines Tags sich, das Reichs­Streit- Erlaß des Grafen Posadowsky.amt des Innern" mit dem Wunsche an den Dr. Hahn wendet, der

Wenn Herr Singer gesagt hat, ich hätte mich hier bei diesem Erlaß als Commis des Unternehmer tums gekennzeichnet, so stelle ich mich bezüglich dieser Aeußerung unter den Schutz des Präsidenten."

Bund der Landwirte möchte ihm Gelder zur Verfügung stellen, das mit es für einen Getreidezoll von 10 W. agitieren könne. Haben sich die Industriellen die Zuchthausvorlage 12 000. toften laffen, so können die Agrarier für solche Agitation gegen die Handels­verträge gut 12 Millionen anlegen. Niemand hat Grund, den Das Material, welches in der Denkschrift zusammen- Grafen Bofabowsky persönlich zu verbächtigen, aber er ist eben ver­getragen ist, fommt von den Behörden, die die un- antwortlich für das ganze Neichsamt des Innern. Die 12 000 Mart haften an seinem Namen, so lange die erforderliche Aufklärung nicht parteiischen Hüter des Rechts find." gegeben wird.

Antwort des Grafen Posadowsky.

Direktor von Woedtke, bei der Beratung der Zuchthausvorlage am 22. Juni 1899.

Es giebt also in deutschen Landen einen Agitator", der sich fähig fühlt, gegen ein Trinkgeld von 12 000 m. einer Interessen gruppe ein ihr genehmes Gesetz zu besorgen. Das ist die trotz allen Erfahrungen immer noch verblüffende Erkenntnis, die wir der Ver­öffentlichung des Bueckschen Schreibens verdanten. Krupp giebt 5000 M., ein paar andre den Rest und die Sache wird gemacht! Für diese spaßhafte Summe kann bereits eine Agitation entfaltet werden, die zum Ziel führt.

Dieses deutsche Panama der Socialpolitik fügt zu dem Em­pörenden noch das Lächerliche. at pr

-

"

"

Die National 8eitung" weiß bereits zu verfichern, daß sich das preußische Staatsministerium mit der Angelegenheit be­schäftigt habe und sie hält ein weiteres Verbleiben des Grafen im Amt für unmöglich.

Wir unsrerseits sind uns bewußt, daß wir im Reiche der Un möglichkeiten leben und hüten uns wohl, die Logit unsrer Moral zum Gesetz der Handlungen der herrschenden Klasse zu erheben. Freilich sollte man voraussetzen, daß es dem neuen Neichskanzler, dem Grafen Bülow, nicht gerade angenehm sein kann, unter dem Drucke dieser schwülen Affaire seine Regierung zu beginnen!

Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121.

Bielleicht hat man mit der Veröffentlichung des Briefs diesen Zweck zu erreichen gehofft. Es liegt uns fern, Herrn Bueck selbst mit der Veröffentlichung seines Schreibens in Verbindung zu bringen. Viel näher liegt die Wahrscheinlichkeit, daß einer von den Adressaten des Schreibens mit der von ihm veranlaßten Beröffentlichung den oben dargelegten Zweck verfolgt habe. Man wird aber gut baran thun, vorläufig noch auf weitere Aeußerungen zu verzichten. Auffällig ist, daß das Reichsamt des Innern noch feine Veranlassung genommen hat, sich irgendwie zu äußern. Mit fast der gesamten Preffe halten wir eine möglich st baldige Aeußerung dieser Stelle für unbedingt ge boten."

"

Man ficht: die Deutsche Tageszeitung" zittert für ihren 10 Mart Boll- Agitator.

Die Post" schreibt fast wörtlich dasselbe, was sie im ersten Schreck des Beblig- Standals geftammelt; sie schimpft auf die auf eine höchst unreinliche Art ermöglichen Publikationen der social­bemokratischen Standalpresse" und erklärt ihr bisheriges Schweigen damit, daß sie nicht mit Eifer auf jeden von dieser Sorte Publizistik hingeworfenen Bissen zu stürzen pflegte. Der ganze Bedlitz! Diefe, Bost" aieht es eben vor, sich von den Bissen zu nähren, die ihr ein Schwein­burg oder ein Korbmacher Fischer himvirft. Im übrigen läßt" sich das Organ folgende lustige Weisheit schreiben: " Der Brief tann in der publizierten Fassung, so wird uns hierzu mitgeteilt, denn am nicht geschrieben sein, denn gar 3. August 1898, von welchem Lage er datiert ist, existierte bekanntlich noch gar kein Gefeßentwurf zum Schuße der gewerblichen Arbeitsverhältnisse. Der Entwurf ist vielmehr erst später ausgearbeitet worden. Wir müssen daher den der Leipziger Voltszeitung" vorliegenden Brief für apofryph halten. Wenn sodann in dem Artikel ein Beamter des Reichs­amts des Junern wegen der Verteidigung des Entwurfs eines Arbeitswilligen Gefeßes angegriffen wird, so wird sich für dessen Borgesetzten, den Staatssekretär des Junern, in dem jept bald zusammentretenden Reichstag Gelegene heit bieten, die geeigneten Erklärungen ab311= geben."

"

Mag aber auch die Personenfrage sich erledigen, wie sie will. Gine wunderbare Beweisführung! Wir werden nächstens Diese 12 000 Mart werden unsrer Aufklärungsarbeit treffliche Die Regierung bereitet ein Gesetz vor, das zur Knebelung der Dienste leisten; diese 12 000 m. werden für uns agitieren, obwohl von der" Post" hören, es sei nicht wahr, daß die Agrarier Agitationssummen gegen die Handelsverträge aufbringen, weil diese Arbeiterklasse bestimmt ist natürlich aus gänzlich unparteiischem sie das Reichsamt des Innern" erhalten hat. Die Abhängigkeit Sandelsverträge noch gar nicht abgeschlossen feien. Das Reichsamt Allgemeininteresse. Aber die Regierung kommt nicht recht vorwärts der leitenden Politik von den Vereinigungen des großkapitalistischen des Innern" wollte für ein Gesez agitieren; das ist unmöglich, ruft mit ihrem Plan. Da ersteht ein rettender Agitator", der 12 000 m. Unternehmertums liegt jegt vor aller Welt offenbar. Man macht die Bost", denn das Gesez exiftiere tja noch gar nicht. Welch eine von der Gesellschaft der erbittersten Feinde der Arbeiter aus nicht nur Gesetze gegen die Arbeiter zu Gunsten der Ausbeuter, schlagflüssige Aufregung muß den Erfinder dieses Beweises be­borgt. und plöglich sieht man deutliche Erfolge. Es ist die weil Es ist die weil die Gemeinsamkeit des Klasseninteresses instinktiv dazu herrschen! Uebrigens ist die ganze Phrase von dem Agitieren nur Politik des Portiers, die Politik der offenen Hand, die wirksamer ist drängt, sondern auch, weil die Vertreter des Großkapitals eine façon de parler, eine Redeblume, und außerdem hat ja als die Politik der offenen Thür. der offiziellen Regierung Agitationsgelder" zur Verfügung stellen; Wilhelm 1 . einen Monat später angekündigt, daß sich das Gefes Auf diese Weise kommt schließlich eine Buchthausvorlage zu die triebhafte Liebe wird durch Barzahlung gesteigert. Die Staats- feiner Vollendung naht. Die vertröstende Losung, daß Posadowsky erst im Reichstag stande, die gemacht ist, die Millionen der Aermsten, der Aus- verwaltung ist nichts als ein Ausschuß der befizenden Klassen- das Mede stehen werde, ist gleichzeitig auch den Berliner Neuesten gebeuteten, der Unterjochten um die spärlichen Früchte ihres helden- beweist der Brief des Herrn Bueck mit urkundlicher Evidenz. Die Nachrichten", der Täglichen Rundschau" und der haften Opfermuts, ihres todesverachtenden Kampfes um ein bißchen 12 000 m. werden Wucherzinsen tragen für uns. Kreuz 8eitung" eingeblasen worden; das legtgenannte Sonne, erbarmungslos zu bringen. Blatt bemerkt: Da dies Schreiben zur Beit durch die Presse geht, nehmen auch wir davon Notiz. Auffallen und einige Zweifel an seiner Echtheit erregen muß das Datum, da im August 1898 von dem Arbeitswilligengesetz überhaupt noch keine Rede war. Im übrigen wird ja wohl die Regierung im Reichstag über die An­gelegenheit die nötige Aufklärung geben." Die Natlosigkeit muß sehr groß sein, daß man keine andre Ausrede zu erfinden vermocht hat.

Aber wer ist der Schuldige, wer ist der Schuft, der als Träger eines Systems unglaublicher Korruption, um 12000 M. seine agitatorischen Talente zu Gunsten der Zuchthausvorlage an geboten hat?

Die Arbeiterschaft will seinen Namen wissen, das ganze Bolt hat ein Recht zu fordern, wer der Mann ist, der es in erster Linie auf dem Gewiffen hat, daß ein Jahr lang die Oeffentlichkeit durch jenes Gesetz nutzlos erregt wurde, das dem großkapitalistischen Unter­nehmertum willenlose Kulis zu züchten trachtete?

Herr Bued , der Wissende, schweigt. Schweinburgs und des Centralverbands der Industriellen Korrespondenz ist stumm wie das Grab oder das ertappte Verbrechen. Die Organe der Scharfmacher. retten sich wie damals in der tödlichen Verlegenheit der Bedliß­Enthüllung hinter eine schlotternde Vornehmheit; das sei eine socialdemokratische Sensation, auf die man nicht nötig habe, einzu gehen.

-

Wenn die Sache nicht wahr ist- warum schweigt man? Wenn nur eine harmlose Unüberlegtheit dahinter stecken sollte warum erteilt man feine Aufklärung? Wenn irgend eine untergeordnete Ber sönlichkeit den Streich verübt hat, warum giebt man den Elenden nicht preis?

Dieses Schweigen muß im Volte den ungeheuerlichsten Argwohn hervorrufen, es muß nun an eine Storruption glauben, die unergründlich ist, und es muß fich fragen, auf welche Weise denn für andre Gefeßentwürfe agitiert" werden möge. In vier Zeitungen, zu denen irgend ein Schweinburg Bugang hat, wird in fast wörtlicher Ueber­einstimmung erklärt, das Reichsamt des Innern gedenke erst im Reichstag Nede zu stehen; es könne der Regierung nicht zugemutet werden, daß sie sich gegenüber jeder beliebigen unbewiesenen An­schuldigung zu Gegenerklärungen bereit finden sollte". Ein ganz auffälliger Anfall vornehmer Gleichgültigkeit! Aber es handelt sich gar nicht mehr um eine unbewiesene Anschuldigung, es handelt sich um ein schwer anklagendes Dokument, dessen Echtheit von denen, die dazu in der Lage wären, nicht bestritten wird.

Herr Bued hat in seinem Brief von einem ihm persön Iich geäußerten Wunsch des Reichsamts des Innern" ge= sprochen. Wer hat unter der Firma des Reichsamts des Innern Herrn Bueck angebettelt? Sigt etwa gar dieser Lohndiener des Centralverbands der Scharfmacher, dieser Agitator der Zuchthaus vorlage, in dem Reichsamt, das diesen Entwurf ausgearbeitet hat? In diesem Fall hätte Graf Posadowsky , der Leiter des Reichsamts des Innern, allen Anlaß, sofort und unverzüglich den Schuldigen preiszugeben. Graf Pojadowsky trägt die Verantwortung für alle Handlungen aller Beamten seines Ressorts, er selbst hat sich als " Kugelfang" für die Angriffe, die höher hinauf zielen, angeboten, er ist aber auch der Kugelfang" für alle Beschuldigungen, die den unter ihm Arbeitenden gelten. Ist der Empfänger der 12000 m. ein Beamter im Reichsamt des Junern, so trägt Graf Posadowsky selbst so lange die Verantwortung für die Verfehlung seines Unter­gebenen, bis er nicht den Schuldigen ausgeliefert hat. Der Staats­sekretär des Reichsamts des Innern hat deshalb fast ein noch

-

Die bürgerliche Presse beschäftigt sich heute allgemein mit der Angelegenheit. Thatsächliche Mitteilungen bringt die liberale ,, National­Beitung", die ein merkwürdiger Widerspruch die Sache selbst zwar als harmlos darstellen möchte, zugleich aber auch die Demission Posadowstys fordert. Das Blatt schreibt:

-

"

"

Das von socialdemokratischer Seite veröffentlichte Schreiben des Herrn Bued ist, wie wir bereits andeuteten, echt, und Die fatholische" Germania " tappt zwischen Wenn und Aber der darin erwähnte Vorgang läßt sich nicht in Abrede stellen. hin und her, sie möchte den unbegreiflichen Fehltritt" bezweifeln Er ist, wie wir erfahren, bereits gestern im Staats- und fordert, daß Herr Bueck sich zu erklären habe. An den Grafen ministerium zur Sprache gekommen. Näheres über Bosadowsky wagt das Blatt anscheinend nicht, diese Forderung zu den Zweck der finanziellen Inanspruchnahme stellen. des Centralverbands deutscher Industrieller durch das Reichsamt des Junern ist uns nicht be fannt; aber es unterliegt keinem Zweifel, daß Graf Posadowsky persönlich die Verantwortlichkeit dafür zu tragen hat.

Die Vossische Zeitung" meint:

Sollte Graf Posadowsky wider alles Bermuten ein solche Forderung an den Centralverband aus irgend welchen Gründen gestellt oder gebilligt haben, so würde allenthalben die Ueber­zeugung herrschen, daß er seine Entlassung nehmen müsse, auch wenn er in gutem Glauben gehandelt hat."

Die Volts- Zeitung" schließt ihre Betrachtung:

"

rufenen Vertreters des ihm unterstellten Reichsamts des Innern, fofort und auf dem kürzesten Wege eine Erklärung zu er Lassen, die eine gründliche und erschöpfende, durch nichts berschleierte oder verklausulierte Aufklärung giebt. Mit ge­spanntem Intereffe sieht alle Welt dem heutigen Reichs­Anzeiger" entgegen."

"

Es ist unbegreiflich, daß ein Beamter in der Stellung des Staatssekretärs des Jumern für zulässig halten konnte, für irgend einen agitatorischen Zweck der Regierung von einem privaten Inter- Es ist die Pflicht des Grafen Bofadowsty als bes bea effentenverein Geld zu verlangen, vollends in einer Angelegen wie bei heit, in der dieser Verein so sehr Bartet war, dem Versuche gesetzgeberischen Vorgehens gegen Ausschreitungen bei Streifs; dadurch mußte doch geradezu der Auschein einer Ab­hängigkeit der Regierung von den Großindustriellen in derartigen Es ist lächerlich, wenn der Fragen hervorgerufen werden. Der heutige Reichs- Anzeiger" hat wie die ,, Norddeutsche Vorwärts" von einem" Panama " spricht: die persönliche Allgem. Zeitung" tein Wörtchen über die Sache zu sagen. Ehrenhaftigkeit des Grafen Posabowsky ist über jeden Der Hamburgische Korrespondent" äußert sich ähnlich wie Berdacht erhaben. Was vorliegt, ist ein im vermeintlichen die National- Beitung": Mit fröhlichem Geschimpf fällt die ,, Kölnische Zeitung " in öffentlichen Interesse begangener Mißgriff unverzeihlicher Art. Wenn dadurch rascher, als es er- den Hinterhalt ihrer Zweifel: Der Brief sei eine abenteuer­erliche Geschichte, er sei mit einem hübschen Strahlenkranze von wartet wurde, ein Personenwechsel an der Spige eines wichtigen träftigen Fragezeichen zu umrahmen. Zum Schluß heißt es: Reichsamts herbeigeführt wird, so dürfte dies für den neuen Kangler im jezigen Augenblick eine ernste Unbequemlichkeit sein, die man gern vermeiden würde; aber sie wird sich wohl kaum bera meiden lassen."

Obwohl die National 8eitung" fich stellt, alsob fie den Panama - Borwurf lächerlich findet, wird sie selbst a wischen den Beilen sehr deutlich.

Die agrarische Deutsche Tageszeitung" interessiert sich nur für den 3 wed der Veröffentlichung in diesem Augenblid. Sie spricht erst von einer Mystifikation, an die sie selber natürlich nicht glaubt, fährt dann aber fort:

"

Man tann dies socialdemokratische Jubelgeschrei über ein deutsches Panama auf sich beruhen lassen. Es ist selbstverständlich ausgefchloffen, daß die Regierung fich von einer Interessentengruppe für die Vorbereitung irgend eines Gesezentwurfs bezahlen läßt. Die nächsten Tage werden wohl eine genügende Aufklärung über diese Räubergeschichte bringen."

Die Kölnische Zeitung " beluftigt sich so krampfhaft, daß man an­nehmen muß, sie sei sehr gut darüber unterrichtet, wie schlimm es um die Sache steht. Stimmen unsrer Parteipreffe werden wir morgen zusammen­ſtellen.

-

sd ni.

Politische Meberlicht.

Berlin , den 24. Ottober. Die erfte Kanzlerthat.

Sollte der Brief echt sein, so würde seine Veröffentlichung gerade jetzt sicher einen bestimmten 8wed verfolgen. Obwohl der Chefredakteur der Leipziger Boltszeitung", Ab geordneter Dr. Schoenlant, ein berühmter Brieffinder ist, dürfte doch in diesem Falle zu vermuten sein, daß dieser Brief nicht aufällig gefunden worden sei. Im Gegenteil, die Annahme liegt nur zu nahe, daß er dem socialdemokratischen Blatte zu einem bestimmten 8wede überlassen worden fei. Be- Die Nordb. Allg. 8tg.", Hohenlohes Leibblatt, hat schnell ges fanntlich gehört jegt der Staatssekretär des Reichsamts des Innern lernt, auf Stoften des gestern noch gefeierten alten Herrn den neuen zu den Personen, die von den Freihändlern und Börsenliberalen Herrn zu feiern; fie verkündet heut des Grafen Bülow großes am heftigsten bekämpft werden und am liebsten beseitigt würden. Wollen: