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Mr. 158.

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Erscheint täglich außer Montags.

Vorwärts

Berliner Volksblatt.

18. Jahrg.

Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins­und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bte nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet.

Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin

Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.

Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508.

Bahn frei für Tarifreformen!

Mittwoch, den 10. Juli 1901.

Mann Socialdemokratist."

Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.

Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121.

socialdemokratische Kolonien geworden. Ganze Arbeitern im allgemeinen noch alles beim alten ist. Wie schon Arbeiterviertel giebt es da, wo Mann für seit vielen Jahren konstatieren die Beamten ohne Ausnahme eine zunehmende Besserung in dem Verhältnis zu den Unternehmern Das rote Gespenst, das auf gewisse Kreise niemals seine und nur mit ganz vereinzelten Ausnahmen konstatieren sie ferner, Wirkung verfehlt, muß also auch hier herhalten, um die baß im Verkehr mit den Arbeitern keine Besserung eingetreten Sonderbestrebungen der Junker, die sie mit ihrem Widerstand sei. Die preußischen Gewerbe- Aufsichtsbeamten genießen nicht das gegen Tarifermäßigungen verfolgen, zu verschleiern. Auf die Vertrauen der Arbeiter; sie wissen das und sie geben auch zu, naiioualökonomische Weisheit des Grafen, insbesondere auf daß es anders sein sollte. So begegnet man mehrmals der seine Anschauung über das Steigen der Bodenpreise ein- Bemerkung, daß es nur anders werden könne, wenn den Arbeitern zugehen, lohnt nicht. Wir können es niemand verdenken, die Ueberzeugung beigebracht werden kann, daß auch ihre Wünsche wenn er sich so sehr blamiert, als es ihm irgend möglich ist. und Beschwerden vorurteilslos und unparteiisch geprüft würden. Die Auch spätere gelegentliche Aeußerungen im Landtage über Erkenntnis, daß der Fabrikinspektor dieses Vertrauen durch aktives Tarifreformen atmen denselben Geist. Die unverfrorene und Handeln zu erwerben suchen muß, ist den preußischen Herren leider rücksichtslose Interessenvertretung der ostelbischen Junker feiert noch nicht gekommen, obwohl sie doch an der badischen Fabrik­hier wahre Orgien. Mögen die Argumente noch so thöricht inspektion ein recht eindringlich wirkendes Vorbild haben. sein, die Junker scheuen sich nicht, sie zu gebrauchen, und der Chor ihrer Standesgenossen lauscht andächtig den Worten der Führer, aus deren Munde so tiefe Weisheit träuft.

Die Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Rückfahrt­farten auf den preußischen Staats- Eisenbahnen wird sogar in einigen linksstehenden Blättern über Gebühr hinaus gepriesen; man erblickt darin den ersten Schritt zu einer wirklichen Re­form, man glaubt, daß jezt, wo der Vater aller Hindernisse, Herr v. Miquel, nicht mehr im Amte ist, die Bahn für eine modernen Verhältnissen entsprechende Verkehrspolitik geebnet ist. Wie kurzsichtig! Als ob nicht neben Herrn v. Miquel, der gewiß sein Teil zur Verhinderung von Tarifreformen beigetragen hat, noch andre Elemente der Gesetzgebung all' ihren Einfluß in demselben kulturfeindlichen Sinne geltend machten! Ein furzer Rückblick auf das lekte Jahrzehnt wird den Beweis dafür erbringen, daß an durchgreifende Reformen im Ver­tehrswesen so lange nicht zu denken ist, wie im preußischen Landtage die Junker das Heft in Händen haben, diese nur auf ihr eigenes Interesse bedachte Clique, die jede Maßnahme Man rufe sich die Landtagsdebatten ins Gedächtnis zurück, zu Gunsten der Allgemeinheit aufs heftigste bekämpft und von man erinnere sich des Schicksals, das alle Anträge auf Tarif jeher nur für die Erweiterung ihrer Macht und für ihre reformen gehabt haben, und man wird mit uns zu der eigne Bereicherung auf Kosten der Gesamtheit eingetreten ist. Ueberzeugung kommen, daß die von dem Minister getroffene Im Jahre 1891 beabsichtigte der Vorgänger des jezigen Maßnahme keineswegs den Anfang einer wirklich zeitgemäßen Ministers, von Maybach, eine Reform der Personentarife in Umgestaltung der Tarife bedeuten kann. Selbst wenn Herr der Weise durchzuführen, daß unter Aufhebung der vierten von Thielen sich ernsthaft mit dem Gedanken einer Tarif­Wagenklasse und der ermäßigten Rückfahrtkarten die Fahr- reform trüge, woran wir vorläufig noch stark zu zweifeln preise erheblich herabgesezt werden sollten. Sofort erhob sich wagen, so würde er doch einen solchen Gedanken solange in der Junkerpresse ein heftiger Ansturm gegen diesen gewiß nicht in die That umfeßen können, als die Junker den Staat sehr bescheidenen Vorschlag. Auch der Finanzminister Miquel regieren. Wie die Kanalpolitik, für die ein Mächtigerer als widersetzte sich der Reform, und Herr von Maybach nahm seinen der Minister mit seiner ganzen Persönlichkeit eingetreten ist, Abschied. Sein Nachfolger von Thielen stand ganz unter dem an dem Widerstand der Junker gescheitert ist, so würde auch Einflusse Miquels. Solange beide Minister gemeinsam jede andere Verkehrspolitik elend Schiffbruch leiden, wenn die im Amte waren, bezeichnete man nicht mit Unrecht Johannes Junker dagegen sind. Zuerst beseitige man die Junkerherrschaft von Miquel als den eigentlichen Eisenbahn- Minister, und es in Preußen, dann wird wie für andre Kulturaufgaben so auch war durchaus nichts Ungewöhnliches, daß bei großen Eisen- für Tarifreformen die Bahn frei werden! bahn- Debatten im Landtage der Finanzminister mit allem Aufgebot seiner Beredtsamkeit die rückständigsten Verwaltungs­maßnahmen verteidigte, während der Verkehrsminister" es nicht für nötig hielt, in die Debatte einzugreifen. Vielleicht Berlin , den 9. ult. wagte er es auch nicht, dem allmächtigen Miquel zu wider­sprechen. Von irgendwelchen Erleichterungen im Personen- find uns jetzt zugegangen. Die Deckersche Verlags- Buchhandlung Die Jahresberichte der preußischen Fabrikinspektoren verkehr war ein Jahrzehnt hindurch nicht mehr die fandte uns ein Exemplar derselben zugleich mit einer Berichtigung Rede; im Gegenteil, fast bei jeder Beratung des Eisenbahn - der Darstellung in dem Artikel in Nr. 156 des Vorwärts". Danach Etats wüteten die Junker aufs heftigste gegen die Herab- wäre unsrem Boten nur mitgeteilt worden, daß zur Zeit noch keine setzung der Personentarife, und Herr v. Miquel, der allen Eremplare der Berichte fertig seien, daß sie sich vielmehr beim Buch­Grund hatte, es mit der kleinen, aber mächtigen Partei" binder befänden und unsre Bestellung in den nächsten Tagen an nicht zu verderben, pflichtete ihnen bei.

Politische Uebersicht.

erster Stelle erledigt werden würde. Es sei dem Boten nicht

gesagt worden, daß die Berichte bereits erschienen seien, sondern amtlichen Gebrauche seitens der Behörde bereits verteilt man habe ihn nur darauf hingewiesen, daß die Exemplare zum orden seien, wobei es sich nicht um die zum buchhändlerischen Ver­

triebe bestimmten Exemplare handle.

Nur ein Bezirk macht davon eine Ausnahme: der Regierungs­bezirk Düsseldorf . Die Beamten dieses Bezirks sind offenbar nicht mehr fern von der Erkenntnis des richtigen Weges, das Ver­trauen der Arbeiter zu gewinnen. So heißt es in der Einleitung dieses Berichts:

Auch seitens der Arbeiter wird der Gewerbe- Aufsicht er­freulicherweise in wachsendem Umfange Vertrauen entgegengebracht. Neben zahlreichen Fällen, in denen Arbeiter direkt die Hilfe und Unterstügung der Gewerbe- Aufsichtsstellen mündlich oder schriftlich in Anspruch genommen haben, suchen und finden auch die Arbeiterorganisationen immer mehr Fühlung mit den

Beamten...

Die Aufsichtsstelle in Essen ist während des Betriebsjahres von 31 Arbeitern und 13 Vertretern von Arbeitervereinen der verschiedensten Richtungen aufgesucht worden und es ist den Beamten mehrfach gelungen, berechtigten Ansprüchen der Arbeiter Geltung zu verschaffen, auf die Zurücknahme der Entlassung von Arbeitern erfolg reich hinzuwirken und Hilfe und Rat in Notständen mancherlei Art zu ges währen. Zur Belehrung der Arbeiter über die zu ihrem Schuße erlassenen Geseze und Bestimmungen hielt der Gewerbe- Inspektor auf besonderen Wunsch von Vereins­vertretern vier Vorträge, und beteiligte sich in acht Versammlungen an den diesbezüglichen Besprechungen. Dem Vertreter des Effener Ortsverbands der deutschen Gewerkvereine( Hirsch- Duncker) gab er bei Gelegen heit der Vorbereitung zu den Gewerbegerichtswahlen auf Ersuchen Material und Anleitung zu einem Vortrage über Gewerbegerichte." In dem Düsseldorfer Specialbericht heißt es:

Das von der Düsseldorfer Polizeiverwaltung neuerdings eingeführte Verfahren, die Protokolle der öffentlichen Arbeiter versammlungen, sofern in den letzteren Uebelstände in den gewerb­lichen Betrieben oder sonstige die Gewerbe- Aufsicht berührende Fragen zur Erörterung gelangt waren, mir zur Kenntnisnahme zu übersenden, kann zur allgemeinen Nachahmung meines Er achtens nur empfohlen werden, da diese Verhandlungen meist einen wertvollen Einblick nicht nur in die Betriebs­verhältnisse einzelner Anlagen, sondern auch in die An­schauungen und Wünsche der Arbeiter gewähren. Aus demselben Grunde habe ich auch der von der hiesigen Zahlstelle des christlichen Holzarbeiter Verbands an mich ergangenen Ein­ladung zum Besuch einer ihrer Mitgliederversammlungen gern Folge geleistet."

Die Gründe, die die Junker gegen Tarifreformen angesagt führten, find wahrhaft klassisch; es sind Gründe, wie sie eben nur in einer geistig so tief stehenden gesetzgeberischen Körperschaft vorgebracht werden können, wie es das preußische Junkerparlament ist. So beriet zum Beispiel das Abgeordnetenhaus am 11. März 1897 über eine Petition der Bergischen Handelskammer zu Lennep betreffs Einführung verteilt worden sind, ehe wir eins erlangen konnten, wobei wir gern Danach steht jedenfalls fest, daß bereits eine Anzahl Exemplare der in Baden gebräuchlichen Kilometerhefte auf den preußischen die Zuvorkommenheit anerkennen wollen, daß wir sofort nach den Staatsbahnen. Der Antrag der Budgetkommission lautete Behörden und nachdem unsre Beschwerde bekannt geworden, an auf Uebergang zur Tagesordnung, während ein national- erster Stelle" an die Reihe gekommen sind. Merkwürdig ist aller­liberaler Abgeordneter, Dr. Boettinger, die Petition der dings, daß die Buchbinderschwierigkeiten erst behoben waren, nach­Regierung als Material zu überweisen beantragte. Dieser dem wir unsre Beschwerde veröffentlicht hatten. Wir wollen keineswegs behaupten, daß dies schon der Gipfel der Einsicht in die wahren Aufgaben des Fabritinspektors darstellte; Antrag schien den Konservativen so gemeingefährlich, daß sie An den Berichten vermissen wir immer wieder aufs neue ersehen wir doch vor allen Dingen daraus nicht, ob das geschilderte ihren Führer, den großen Staatsmann Graf Limburg- Stirum schmerzlich eine den Einzelberichten voraufgehende allgemeine Be Entgegenkommen allen gewerkschaftlichen Organisationen ohne An­zu seiner Bekämpfung vorschickten. Und wahrhaft staats­männisch waren die Gründe, die der edle Graf gegen den trachtung über ihren Geſamtinhalt, ein schwerer Fehler, der auf sehen der Richtung gilt oder nur den christlichen und den Hirsch­den Mangel einer Central- Gewerbe- Inspektion zurückzuführen ist. Dunckerschen, und wir können auch nicht finden, daß die Bericht­Antrag ins Feld führte: Was spricht nun für den Antrag des Herrn Kollegen Böttinger? Man muß die 28 Einzelberichte der 28 preußischen Gewerbe- erstattung durch die Polizei ein idealer Zustand ist, aber es sticht Daß er gewissen Klaffen der Bevölkerung billigere Fahrten au- Inspektionen( gegen 27 im vorigen Jahre) sorgsam durchstudieren, doch wohlthuend ab gegen das Verhalten der übrigen preußischen Beamten und bildet wenigstens den Anfang zu einem ernstlichen wenden will! Das sind die von dem Herrn Minister erwähnten ehe man einen Ueberblick über das Ganze erlangt. Leute, die Arbeiter, welche in der Nähe der großen Die wirtschaftliche Krisis spiegelt sich schon deutlich in Versuch, den Arbeitern zu zeigen, daß der Fabrikinspektor in erster Städte wohnen. Aber es wurde schon nachge- den Berichten wieder. Fast ohne Ausnahme konstatieren die Beamten, Linie ihr Vertrauensmann sein soll. wiesen, daß diese Leute in der IV. Klasse sehr daß gegen das Ende des Jahres 1900 Lohnherabseßungen, Arbeiter­billig fahren; und seitdem die Konzession gemacht ist, daß entlassungen, Verkürzung der Arbeitszeit eingetreten wären. Dazu es Wagen mit Bänken giebt, nähert sich die IV. Klaffe der III. wird in den Betrachtungen über die Wohnungsverhältnisse der in ihrer Ausstattung fehr. Also es ist dadurch schon so viel Arbeiter, über die sich einzelne Beamte ausführlich verbreiten, geschehen in der Ermäßigung für diese Leute, daß ich nicht weiß, mehrfach mehrfach konstatiert, daß die Arbeiter tro des Lohn was noch mehr geschehen soll." Für diese Leute" braucht allerdings ein so hochgeborener hatten und es wird deshalb den Bestrebungen auf Bekämpfung des rückganges unfer fortgesezten Mietssteigerungen Herr wie Graf Limburg und seine Standesgenossen nichts zu thun. Diese Leute" fommen für jene Gesellschaft höchstens Wohnungselends und des Wohnungsmangels für Arbeiter Erwähnung bei den Wahlen in Betracht, im übrigen aber gelten sie ihnen gethan. Auch die große That der Berliner Stadtväter mit ihrer als willkommene Ausbeutungsobjekte, die vom frühen Morgen bis zum späten Abend zu schuften haben, damit der gnädige Herr in der Stadt ein standesgemäßes Leben führen kann. So verlangt es die göttliche Weltordnung".

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leiden

König Friedrich- Stiftung wird hervorgehoben. Eine Kritik dieser unzulänglichkeit darf man natürlich von einem königlich preußischen Gewerbe- Inspektor selbst dann nicht erwarten, wenn er, wie es nach den Bemerkungen des Berlin - Charlottenburger Beamten den An­schein hat, den Umfang und die Bedeutung des Mietswuchers er­

fannt hat.

In demselben Sinne wie Graf Limburg äußerte sich auch Graf Kanit, dessen Rede in einer Verherrlichung der Besondere socialpolitische Einsicht von preußischen Gewerbe­Tariferhöhungen als Mittel zur Bekämpfung Aufsichtsbeamten zu erwarten, hat man ja nach ihren Berichten der Socialdemokratie ausklang. Ich bin der Meinung, daß gerade die außerordentlich bisher noch niemals Anlaß gehabt. Der vorliegende bestätigt das billigen Personentarife, die wir im Berliner Vor- nur wieder aufs neue. Zwar ist es bemerkenswert, daß immerhin ortsverkehr haben, eine erhebliche Anziehung ausüben auf ein großer Teil der Einzelberichte Notiz nimmt von den Organi­die Bevölkerung in der Provinz. Es wird hier in Berlin dem sationsbestrebungen der Arbeiter, bergebens sucht Arbeiter die Gelegenheit gegeben, für einen verschwindend man jedoch nach einem einzigen Worte zur Würdigung dieser Be­geringen Geldbetrag seine Wohnung draußen in den strebungen. Nur bei einem oder zweien der Berichte hat man die Vororten zu beziehen und täglich in Berlin einen sehr lohnenden Empfindung, daß der berichtende Beamte diesen Bestrebungen nicht Verdienst zu finden. Damit hängt dann weiter auch zusammen unfreundlich gegenübersteht, daß es aber in einem amtlichen die kolossale Steigerung der Bodenpreise im Innern der Stadt, denn die minder wohlhabende Bevölkerung kann auf diese Weise preußischen Dokument nicht opportun sei, dieser Sympathie auch in die Vororte hinausgedrängt werden. Ob das in socialer Be- unverhohlen Ausdruck zu geben.

ziehung fehr segensreich ist, das lasse ich dahingestellt. Bei dieser Sachlage fann es nicht Wunder nehmen, daß hin­Denu die Berliner Vororte sind allmählich sichtlich der Fühlung der Anfsichtsbeamten mit den

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Deutsches Reich .

Die Hoffähigkeit des Bürgermeisters. Ein Berichterstatter bersendet die folgende Mitteilung:

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In Sachen der Bürgermeisterivahl hatte die Freif. 8tg." die Meldung verbreitet, daß das Gesamtministerium, den Grafen Bülow mit eingeschlossen", dem Kaiser die Bestätigung des Stadt­rats Kauffmann empfohlen habe. Demgegenüber wird uns von unterrichteter Seite versichert, daß in der kritischen Zeit, während welcher die Angelegenheit der üblichen Vorprüfung unterlag, eine Sigung des Staatsministeriums überhaupt nicht stattgefunden habe. Sowohl unter der Aegide des Herrn v. Rheinbaben, wie der des Frhru. v. Hammerstein( der ja die Akten fast abgeschlossen über­nahm) wurde die Bestätigung Kauffmanns, gegen deffen Wahl niemand etwas einzuwenden wußte, file selbstverständlich gehalten, daß man gar nicht daran dachte, das Gesamtministerium" สน einer Beratung der Bürgermeisterivahl zusammen zu trommeln. Im so größer war denn auch die Ueberraschung im Ministerium, als dort die Nachricht von der Nichtbestätigung Kauffmanns eins traf, eine Nachricht, deren Tragweite für weitreichend genug ge= halten wurde, um den Oberbürgermeister Sirschner persönlich in das Ministerium kommen zu lassen, bevor der ablehnende Bescheid im ordnungsmäßigen Instanzenzuge, d. h. auf dem Um­wege über Potsdam , nach dem Rathause gelangte. Jetzt, nachdem fich die Aufregung einigermaßen gelegt hat, fagen selbst Anhänger der Kandidatur Kauffmann, daß ein andres Resultat nicht zu ers warten gewesen wäre, weil den Bürgermeistern von Berlin dem Hofe gegenüber gewisse Repräsentationspflichten oblägen, bei welchen einzig und allein die Etikettenfrage den Ausschlag gebe: auch der zweite Bürgermeister der Haupts und Residenzstadt müsse