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Nr. 181.

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Erscheint täglich außer Montags.

Vorwärts

Berliner Dolksblatt.

19. Jahrg.

Die Insertions- Gebnyje beträgt für die fechsgespaltene Kolonels geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereins­und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet.

Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin"

Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508.

Mittwoch, den 6. August 1902.

traditionelle Form einen modernen wirtschaftlichen Inhalt

Die Lage des ruthenischen Landvolkes zu gießen weiß. Auch die Zugehörigkeit der ruthenischen

in Ostgalizien .

Kratau, Anfang August.( Eig. Ber.)

Alle Welt weiß: das Kronland Galizien ist sehr arm. Ein all­mächtiger, auf das fadenscheinigste modern geschminkter Feudalismus, der weder ein gesundes Bauernium, noch ein modernes Verkehrswesen, noch eine moderne Industrie aufkommen läßt; Junkertum und Klerus gemeinsam am Wert, um die Voltsbildung auf einem möglichst niedrigen Niveau zu erhalten; stetiger starter Geburtenüberschuß und fortgesette massenhafte Auswanderung, oder vielmehr ein Abfließen der Bevölkerung nach allen Seiten hin unter dem unwiderstehlichen Drud der Not, wie das Wasser aus einem zusammengepreßten Schivamm abfließt: das ist das Gesamtbild.

Bauern zur griechisch- unierten Kirche wirkt agitatorisch eher günstig. Der westgalizische Pfarrer ist Cölibatär, der ruthenische Bope heiratet, zeugt Kinder und feucht unter Familienſorgen; in seiner ganzen Lebensführung steht er dem Bauern viel näher, und eben deshalb imponiert er ihm viel weniger. Andrerseits gerät der ruthenische Pope auch viel leichter in eine Art Oppositionsstellung zum Junker, der nicht seines Glaubens ist und nicht in seine Kirche kommt. Vor allem aber macht sich der Pope dadurch um die Revolutionierung der Gehirne Hochverdient, daß er den popowicz"( Popensohn) in die Welt setzt, in der Regel einen jungen Mann von geringem Ein­fommen, aber ziemlich hohen intellektuellen Ansprüchen den ge­borenen Oppositionsmann. Letzteres trifft um so mehr zu, als sehr viele Bopensöhne akademische Bildung erwerben, trotzdem aber um ihrer Nationalität willen in ihrer ganzen Laufbahn benachteiligt bleiben.

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Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.

Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121.

Mit Recht höhnt die, Kreuz- 8eitung":

Wir haben darauf hingewiesen, daß der Aufruf des liberalen Wahlfomitees sich flipp und flar für die 8ollvorlage der Reichsregierung ausspricht und damit die freisinunigen Hetzereien gegen den Tarifentwurf, auf Grund dessen der Abschluß langfristiger Handelsverträge ja ganz unmöglich sein foll, aufs gründlichste Lügen strast. Da auch, soweit wir sehen, die freisinnige Presse gegen das Vorgehen ihrer fränkischen Parteigenossen teine Einwendungen gemacht hat, so eröffnen sich in der That für das Zustandekommen des Bolltarifes ganz unerwartet günstige Aussichten.

In demselben Sinne wie der Wahlaufruf hat sich nun auf einer Wählerversammlung auch der Kandidat, Fabrikant Faber, über den Zolltarif der Regierung geäußert. Er mahnt alle liberalen Wähler zum friedlichen Zusammengehen. Auch ein andrer Redner trat energisch für den Regierungsentwurf ein. Von freisinniger Seite wurde gegen diese Aeußerungen nicht der geringste Widerspruch geltend gemacht, im Gegen­teil wurde das Einverständnis der ganzen Versammlung von dem Vorsitzenden ausdrücklich festgestellt und zugleich der von frei finniger Seite fundgegebene Wunsch laut, es möchten Mittel und Wege gefunden werden, um ein allgemeines Zusammen­gehen der beiden liberalen Parteien bei fünftigen Wahlen zu ermöglichen."

Ebenso die Berliner Neuesten Nachrichten":

"

,, Und darum Räuber und Mörder! Hat darum die freisinnige Parteileitung über den Wuchertarif", über die schändliche Aus­beutung durch Verteuerung des Lebensunterhaltes usw. maßlos seit Jahren geschrieen und gehetzt, hat darum der freihändlerische Handelsvertrags- Verein" Bayern besonders bearbeitet, um nunt zu erleben, daß nicht bloß bei einer einzelnen Wahl die Freifinnigen den nationalliberalen Schutzöllner unterstüßen und dem frei­händlerischen Dogma ins Gesicht schlagen, sondern sogar ein allgemeines Bündnis in Aussicht nehmen?!"

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Und innerhalb dieses armen Kronlandes ist das ruthenische Oftgalizien der ärmere Teil, dünner bevölkert, rückständiger und All diese Momente machen die relativ frühzeitige Bildung und feudaler. In ihren Grundzügen zwar ist die Agrarverfassung( und rasche Ausbreitung der ruthenischen Oppositionsparteien erklärlich. Die diese ist vor allem maßgebend, da in Galizien ) von insgesamt Moskalophilen"( zarenfreundliche Stuthenen) rechne ich nicht dazu; 3 809 307 berufsthätigen Personen 3195 144 in der Landwirtschaft trog ihres oppositionellen Gethues sind sie im Grunde durchaus thätig find) im polnischen Westen und im ruthenischen reaktionär und erweisen sich in der Praris einerseits Often die gleiche. Man hat den Bauern 1848 befreit", als mehr oder minder unbesoldete Agenten der kaiserlich aber den Löwenanteil des Grundbefizes behielt der Junker für russischen Regierung, andrerfeits als Schutztruppe der Aus­sich, die Kosten der Ablösung trug zur einen Hälfte von beuter ohne Ansehen der Nation. Wohl aber ist hier, historisch ge­Rechts wegen der Bauer, zur andern Hälfte thatsächlich auch der nommen, an erster Stelle die 1892 gegründete ruthenische Bauer; das den Bauern unentbehrliche Wald- und Weideland blieb radikale Partei zu nennen. Ihre Gründer( Jwan Franko, Eigentum des Junkers, der Bauer erhielt nur ein beschränktes Bawlit, Severin Danilowycz) waren mit den Ideen des Socialismus Nugungsrecht ( Servitut) darauf zugesprochen und wurde früher oder wohlvertraut; ihr Programm enthielt, neben einer starken Betonung später auch um dieses Servitut betrogen. Dabei sind die Guts des nationalen Moments, sehr vernünftige agrarsocialistische Forderungen. bezirke, wie in Ostelbien, gesonderte Berwaltungseinheiten; neben Seither ist die radifale Partei start zusammengeschmolzen; ihr rechter 6240 ländlichen und Kleinen städtischen Gemeinden*) stehen fin Flügel ist in rein nationalistisches Fahrwasser abgeschwenkt, aus ihrem Galizien 5384 Gutsbezirke selbständig da. Auch eine Gesinde linken Flügel ist die ruthenische Socialdemokratie in Ordnung mit mäßigem Büchtigungsrecht" ist vorhanden, wenn Oestreich entstanden, die bekanntlich ein Glied der östreichischen sie auch vor der ostelbischen den großen Vorzug Gesamtpartei bildet und 1897-1901 in der Person des Genossen Kein freisinniges Blatt hat bisher dies freifinnige Bollwucher hat, sich nur auf das eigentliche Hofgesinde zu Jaroszewycz einen Vertreter im Neichsrat besaß. Kartell mißbilligt. Im Gegenteil; die Vossische Zeitung" begrüßt erstreden, feineswegs auf die im Tag- oder Wochenlohn stehenden Die Wahlen von 1901 haben die Hoffnungen der ruthenischen die Meldung, daß bei den kommenden Wahlen die beiden liberalen Arbeiter. Andrerseits aber fällt sehr schwer ins Gewicht, daß bei dem faft Oppositionsparteien nicht erfüllt; deshalb nicht, weil sic gänzlichen Mangel an Industrie den Bauernfamilien kein andrer Weg gefälscht wurden. Diese systematische Fälschung der Wahlen durch Parteien unter der Flagge des Bollwuchers- zur Versorgung ihrer jüngeren Kinder übrig blieb, als eine immer weiter bas Juntertum gehört eben auch zum Feudalisnuus; und das Kurien- fammengehen würden und fügt hinzu: Hoffentlich lehrt die Not getriebene Berſtüdelung des Großgrundbesitzes; und da sich die wahlsystem nebst den indirekten Wahlen( mit Ausnahme von Strakau der Zeit die Liberalen überall, sich gegen die Konservativen Bauerngüter von vornherein in Gemengelage( Berstreuung der Aecker und Lemberg wird in Galizien auch in der fünften Kurié indirekt( in Forchheim handelt es sich nicht um Konservative, Red.) und Social­eines Besizers über die Feldmart) befanden, eine Zusammenlegung gewählt) bietet hierzu die allerbequemsten Handhaben. Und doch ist Ost- demokraten eng aneinander zu schließen." aber nicht vorgenommen wurde( die Bauern wußten nur zu gut, daß galizien noch der relativ freiefte Teil des ruthenisch ukrainischen So sieht also das Kartell der Linken aus, so die Annäherung eine solche für den allmächtigen Junker nur eine neue Gelegenheit Sprachgebietes; drüben, in Russisch- Ukraina( Klein- Rußland) existiert des demokratischen Bürgertums" an die Socialdemokratie! gewesen wäre, die Bauern übers Ohr zu hauen), so ist der bäuer noch nicht einmal ein verfälschter Konstitutionalismus, jedes Wort Es ist keineswegs ausgeschlossen, daß bei den nächsten Wahlen liche Grundbesitz nachgerade zu einem fleingehackten Ragout von der Boltssprache ist in Amt und Schule streng verpönt, jede Regung das demokratische Bürgertum" trotz des Zollwuchers mit der Landfezzen entartet. Der einzelne Bauer befißt nicht selten ein des Klassenkampfes wird als Verbrechen gestraft. So stand denn Duzend solcher weit auseinander liegender Fetzchen, die ihn zwingen, den der politischen Energie der ruthenischen Wolfsmänner faum ein übrigen reaktionären Sippschaft zusammengehen wird. Sachsen zeigt besten Teil seiner Arbeitskraft auf unnüges Hin und Herfahren zu andrer Ausweg offen, als der ökonomische Kampf in Ost Galizien die Zukunft der bürgerlichen Partei- Entwicklung, die deutlich nach vergeuden. Dazu kommt, daß die Junker auch auf das Steuerwesen in Gestalt der Schnitterstreits ein langgehegter Gedanke, der rechts, nicht nach links strebt. einen maßgebenden Einfluß ausüben, selbstverständlich zu Un nun endlich zur That geworden ist. gunsten der Bauern, und daß der Mangel einer genossen- So kommt es, daß das Signal zum Kampfe des galizischen schaftlichen Organisation der Kredite*) die Bauern vielfach Landvolkes gegen den Feudalismus diesmal von Ostgalizien aus­Zur Technik der preußischen Wahlen. dem schlimmsten Wucher ausliefert. Unter solchen Umständen geht. So schwere Opfer die Streifs fosten, soviel Elend und soviel Am Sonntag gaben wir die Klagen wieder, die ein darf es uns nicht wundern, daß es in Galizien im Jahre 1890 neben mvissenheit auch bei den Berichten aus dem Streifgebiet an den Tag bürgerlicher Schriftsteller über die ungebührlich lange Dauer 842 275 selbständigen Landwirten( die Gutsbefizer und Gutspächter fommt, so entfeßlich die Bauern unter dem Wüten losgelassener der Wahlverhandlungen brachte, aus denen die preußischen miteingerechnet) in der Landwirtschaft schon 2 144 446 Arbeiter" und Gendarmen zu leiden haben: die Opfer fallen nicht umsonst. Eine Landtags- Abgeordneten hervorgehen. Die für diese Wahlen 201 726 Taglöhner" nebst einer 14 941 Köpfe starten Hausdiener Siegesnachricht jagt die andre, und ganz wird es der Reaktion wohl durch die Wahlmänner erforderliche Zeit wird aber bei den fchaft" gab, also 2371 113 reine Proletarier, die 6677 Angestellten" nicht gelingen, diese Erfolge rückgängig zu machen. Von jenen Orten nicht mitgezählt.") Es ist aber nach dem vorhin Geiagten ein aus, wo teils Ruthenisch- Nationale und Ruthenisch- Radikale, teils nächsten Landtagswahlen durch die Beteiligung der Social­leuchtend, daß auch der größte Teil der bäuerlichen Grundbefizer unire ruthenischen Genossen seit Jahren systematisch agitiert demokraten ins Ungemessene steigen, so daß die Wahlen in auf Lohnarbeit angewiesen ist. Der einzige erreichbare Arbeitgeber haben, hat sich die Bewegung binnen wenigen Wochen einer großen Anzahl von Kreisen völlig unmöglich gemacht ist aber in der Regel der Junker oder der Mittergutspächter; folglich auch nach solchen Gegenden verbreitet, wo bisher noch gar keine werden. Hierzu wird es bei der übergroßen Zahl von Wahl­Agitation Wurzel gefaßt hatte. männern, wie bereits früher nachgewiesen, völlig ausreichen, daß eine kleine Schar socialdemokratischer Wahlmänner mit pein­licher Sorgfalt darauf achtet, daß die gesetzlichen Vorschriften mit aller Strenge inne gehalten werden; überdies wird jeder socialdemokratische Wahlmann von der Befugnis Gebrauch machen, den Namen des von ihm Gewählten eigenhändig in das Protokoll einzutragen. Eine weitere Verzögerung des Wahlgeschäfts werden aber die vorzunehmenden Stich wahlen verursachen, deren Zahl sich durch die Teilnahme einer neuen Partei ganz erheblich vermehren wird. Nun ist die für die preußischen Abgeordneten vorgeschriebene Methode der Stichwahlen außerordentlich umständlich. Ist im ersten Wahl­gang absolute Majorität nicht erreicht worden, so beginnt die Wahl von neuem zwischen sämtlichen bisherigen Kandidaten ( mit Ausnahme derjenigen, die etwa im ersten Wahlgang nur eine Stimme erhalten haben); ist wieder absolute Majorität nicht erreicht, so beginnt die Wahlhandlung pon neuem, indem nur derjenige Kandidat fortgelassen wird, der die wenigsten Stimmen erhielt, und so fort, bis endlich die Wahl zwischen zwei Kandidaten steht, so daß die Entscheidung fallen muß. unsre Genossen in Altona haben es durch ihre Wahl­beteiligung 1898 bereits erreicht, daß der Abgeordnete Mohr erst nach dem vierten Wahlgang als gewählt proklamiert wer den konnte. Laut amtlichen Berichts spielte sich die Wahl folgendermaßen ab:

diftiert er die Löhne.

" 1

Politische Meberlicht.

Alle diese Grundbedingungen hat, wie gesagt, das ruthe- Wir polnischen Socialisten verfolgen die Kämpfe und Leiden nische Ostgalizien mit dem polnischen Westgalizien gemeinsam: unsrer ruthenischen Brüder mit der allerwärmsten Sympathie. Und trotzdem ist Ostgalizien merklich schlechter daran. Zunächst wir freuen uns, daß Tausende von polnischen Kolonistenbauern mit hat der ruthenische Bauer bei der schließlichen Regelung der streiken. Wald- und Weiderechte ungünstiger abgeschnitten; die Zahl der Servitutsprozesse, welche die Bauern gegen die Junker führen mußten und gewöhnlich verloren, war in Ostgalizien viel größer. Dabei ist der Mangel fast jeglicher Industrie noch stärker aus­gesprochen, das Aufsuchen lohnender Arbeitsmärkte außerhalb der Landesgrenzen ist mit viel größeren räumlichen Schwierigkeiten ver­bunden. Auch die Zahl der Analphabeten ist in Oftgalizien größer, und allgemein wird der ruthenische Bauer als der langsamere und schlechtere Arbeiter geschildert. Die Arbeitslöhne find in Ostgalizien ganz wesentlich niedriger.

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Berlin , den 5. August. Freifinnige Zollwucherhilfe. Optimisten, die das Varthsche Schellengeklingel als Sturm­glockengeläut hörten, haben den Kampf gegen den Bolltarif als ein Anzeichen der Annäherung des demokratischen Bürgertums" an die Bu beachten ist ferner, daß in Ostgalizien der Klassengegensatz Socialdemokratie betrachtet und haben große Hoffnungen auf diese zwischen Junker und Bauer in der Regel durch nationale und Stampfesbrüderschaft gesetzt. religiöse Gegensäge verschärft wird. Abgesehen bon den Die Thatsachen haben schnell auch diese Illusion rauh und zahlreich über das Land verstreuten polnischen Kolonisten rüdsichtslos zerblasen. Man hätte es eigentlich für unmöglich halten dörfern fowie von den deutschen Kolonien ist in Ost- sollen, daß gerade bei dieser Gelegenheit der unverföhnliche Zwiespalt galizien der Bauer Ruthene und griechisch- unierter Christ, der sich in seiner Straßheit offenbarte; denn der principielle Freihandel, Junker Pole und römischer Katholik, sein Bächter sehr häufig ein Jude. Daß hierdurch das Verhältnis zwischen Unternehmer und dieser einzige heil gebliebene Grundsatz des demokratischen Bürger­tums" denn das nackte Interesse verpflichtete hier zur Principien­Arbeiter nicht gemütlicher wird, versteht sich von selbst; daß ins­besondere die nationale Fremdherrschaft des polnischen Abels trene hätte für die Hilfeleistung der weder auf Freihandel noch die rechtliche und politische Stellung des ruthenischen Bauern ver- auf Schutzzoll eingeschworenen Socialdemokratie thatsächlich waffen­schlechtert und ihm die Ausübung seiner ohnedies fümmerlichen brüderliche Empfindungan veranlassen müssen. politischen Rechte erschivert, ist gleichfalls selbstverständlich. In Wirklichkeit ist der Haß des demokratischen Bürgertums" Aber diese Sachlage hat auch ihre gute Seite: fie erleichtert so start, daß das Unglaubliche geschah und man lieber auch den den ruthenischen Volksmännern, Radikalen wie Socialdemokraten, die Agitation unter dem Landvolk. Wie für den irischen Bauern der Freihandel abschwor, als in die rote Nähe zu geraten. In Memel Nr. des Bahl der " Sachfe", so ist für den ruthenischen Bauern der" Lach "( polnische und Bayreuth haben die Freifinnigen gegenüber den Sozialdemo Edelmann) von vorherein schon der Erbfeind; es kommt nur auf die fraten Bollwucherer in den Reichstag verholfen. Die Freifinnige eigne Befähigung und Einsicht des Agitators an, inwiefern er in diese 8tg" wurde nicht müde, die principielle Haltung der Socialdemokraten in der Zollfonumission, die von Rechts wegen in erster Linie der Freifinn 1) Laut Volkszählung von 1890. hätte einnehmen müssen, als Schablonentaktit zu verklatschen. Zu­2) Krakau und Lemberg find Stadtgemeinden mit eignent Statut. legt, um den Schluß aus den vorhergehenden Verrätereien zu ziehen, 3) Ju ganz Galizien gab es Ende 1896 nur 12 Raiffeisensche hat man, wie wir schon berichtet haben, in Forchheim - Kulmbach für Vorschußtassen mit 4385 Mitgliedern, gegen 135 Raiffeisen- Rafien die bevorstehende Reichstags- Erfazwahl auf eine eigne Kandidatur mit 8508 Mitgliedern in Mähren , 180 Kassen mit 10 370 Mit­gliedern in Böhmen und 353 Stassen mit 27 734 Mitgliedern in Nieder- verzichtet und Bereitwilligkeit ausgesprochen, gleich in der Haupt­wahl für den nationalliberalen Vertreter der zoll­öftreich. 4) Als besondere Kategorien gelten die Angehörigen ohne eignen wucherischen Regierungsvorlage einzutreten. Das ist der Fortschritt Hauptberuf", fie machen 1 903 285 Seelen aus; dadurch steigt die gegen Memel und Bayreuth : Man erklärt sich jetzt gleich in der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Bevölkerung auf 5 118 370 Stöpfe. Hauptwahl für den Wucherzoll.

Wahl- siimmend. ganges Wahlmän.

absol.

Major. Mohr

Es erhielten: Molken­Volkers Fischbeck buhr

493

247

215

487

244

221

149 1

94

35

84

181

475

238

217

77

181

455

228

257

198

123

4

Weshalb unsre Genossen im zweiten Wahlgang für den Freisinnigen Fischbeck stimmten, ist hier nicht zu untersuchen. Hätten sie wieder für Molkenbuhr gestimmt, so wäre beim dritten Wahlgang Fischbeck ausgefallen und Wolkenbuhr ge­blieben am Endergebnis wäre nichts geändert worden. Erwägt man mun, daß die größeren Wahlfreise zwei oder gar drei Abgeordnete zu wählen haben und daß jeder Einzelne

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