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Nr. 232.

19. Jahrg.

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Vorwärts

Berliner Volksblatt.

Die Insertions- Gebühr

beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins­und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 fg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet.

Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin ".

Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Feste kneifen!

Harmlose Leute sind wohl der Meinung, daß die Polizei um des Publikums willen da ist. Sie hat über die persönliche Sicher­heit des Einzelnen zu wachen, Mörder und Einbrecher abzufangen, die Regelung des Verkehrs zu organisieren, für die Ausführung gesundheitlicher Vorschriften zu sorgen, und dergleichen nügliche Dinge mehr.

Sonnabend, den 4. Oktober 1902.

Polizeikommissars aus dem Schrank des Polizeisergeanten Försterling unbequeme Papiere entnahm.

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001

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.

Thatsache zu überzeugen. Ihre Enttäuschung ist nach dem Ergebnis der Wahl denn auch eine derartig schmerzliche, daß die bürgerliche Presse zu dem Wahlausfall außer einigen verlegenen Redensarten kaum etwas zu sagen weiß, ihren Lesern die Zahlenresultate sogar teilweise vorenthält. Daß sie hierzu alle Veranlassung haben, das mögen die folgenden Zahlenangaben zeigen.

Der Polizeikommissar Hänsch gab seine Dienstbefehle an die ihm untergeordneten Beamten in einer so frischen und urwüchsigen Weise, daß er sofort zum preußischen Landwirtschaftsminister er nannt werden könnte. Der Wortlaut seiner Anweisung wurde von den Zeugen verschieden getönt, es blieb aber immer der gleiche Sinn. Noch im Jahre 1896 waren in der untersten Steuerklasse auf Nach der einen Angabe hätte der Polizeikommissar den Beamten unsre bürgerlichen Gegner rund 2350 Stimmen entfallen, denen aufgefordert, die oppositionellen Stadtverordneten zu chifanieren: 3795 socialistische gegenüberstanden. Bei den Wahlen von 1899 Die müssen Sie feste fueifen", äußerte er leutselig. Er fann aber stieg unsre Stinnnenzahl auf 4100, tvährend die Gegner( National­Solche naive Ansicht ist aber in einem Polizeistaate ein außer auch die Losung in folgender Form ausgegeben haben: liberale und Freisinn) sich mit 1540 begnügen mußten. Es waren ordentlich grober Irrtum, eine Verkennung der Grundthatsachen ,, Sone Großschnauzen! Die müßt Ihr Ench mehr ziehen. Die uns damals auch Centrumsstimmen aus Arbeitertreisen zugefallen, unseres Staatswesens. In Wirklichkeit ist das Publikum um der müßt Ihr mehr kneifen! Ihr müßt sie mehr anzeigen und so zu da die Klerikalen auf die Aufstellung einer eignen Liste verzichtet Polizei willen da, wie das Volk lediglich für den Herrscher zu existieren sammenhalten, daß sie den Hut ziehen, wenn sie einen Polizisten hatten. Am verflossenen Dienstag num stand die Socialdemokratie völlig berechtigt ist. Der Gendarm ist mehr wie ein Stellvertreter Gottes; nur von weitem sehen!" allein, ihr gegenüber die nationalliberal- freifinnige denn er hat den anıtlichen Auftrag, selbst die göttliche Weltordnung Einen städtischen Feldhüter ermunterte der Polizeikommissar, dertleritale Soalition, die auf die zahlreichen kleinen zu revidieren und in Raison zu erhalten. Die Polizei ist das sich in einem Liebesbrief an eine Kellnerin als Dein süßer Molch" Beamten, Geschäftsleute 2c. der untersten Steuerklasse mächtigste Werkzeug herrschender Klassen und Kliquen. Die politische unterschrieb, wie folgt zu erhöhten Kraftleistungen und gesteigerten ihre Hoffnung feste. Trotz alledem stieg auch diesmal die socialistische Polizei insbesondere ist die dunkle Inquisition des Staates. In Einnahmen: Schulze, Sie müssen mehr Anzeigen machen, dann Stinnnenzahl wieder beträchtlich, von 4100 auf 4930, während die ihren Geheimkanunern wird über alle Menschen und Dinge Buch ge- fommen Sie öfter nach Halberstadt ; dann verdienen Sie immer vereinigten Gegner ganze 2050 Wähler für sich auf die Beine führt, in ihren Alten werden die öffentlichen Persönlichkeiten auf Geld!" Dieser gute Rat war das Honorar für Privatarbeiten, brachten. Dabei haben sich im Laufe der letzten Monate gerade Schritt und Tritt, Tag und Nacht belauert. Sie befoldet ein Heer die Schulze dem Kommissar geleistet. hier in Mannheim die Folgen der wirtschaftlichen Depression in besonders von Spitzeln, Geheimagenten, Vertrauenslenten bloß zu dem Zwecke, unangenehmer Weise bemerkbar gemacht, indem sie zur Abwande um jene umfassende Personalkenntnis zu gewinnen, die an sich eine rung zahlreicher Industriearbeiter führte, deren ungeheuere Macht und eine gefährliche Waffe bedeutet. So wird Stimmen uns andernfalls sicher zugefallen wären. die politische Polizei zur Polizei der Politik, zur wahrhaften Ober­regierung, von deren geheimem wirken Fürsten , Minister, Politiker abhängig find.

Kein Wunder, daß da jeder Beamte der Polizei ein Maß von Größenbewußtsein sich anzueignen versteht, zu dessen Versuchs­objekt sich das geduldige Volk des Polizeistaates hergeben muß. Jeder Polizist fühlt sich als Lenker des Geschicks, in seinem Notizbuch ist das Schicksal der ihm Ausgelieferten besiegelt. Der Schutzmann wird zum Selbstzweck, sein Ehrgeiz besteht darin, mög­lichst viele Anzeigen zu erstatten, was nicht nur an sich ein verdienst volles Thun ist und die Strebsamkeit rühmlich zur Schau- bringt, sondern auch sehr zweckmäßig zur Belohnung der guten und zur Drangsalierung der schlechten Exemplare unter den Staatsbürgern nugbar gemacht werden kann. Auf Anzeigen find gleichsam Schuß­prämien gesetzt, je mehr Menschenwild zur Strecke gebracht wird, um so herrlicher erstrahlt der Glanz und die Macht der Polizei! In Halberstadt wurde dieser Tage ein Prozeß verhandelt, der zur Schau brachte. Angeklagt

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Die Anzeigen blühten denn auch. Der Sergeant zeigte einmal einen Mann an, weil er die Straße vor seinem Haus nicht gereinigt hatte. Bei der Gelegenheit erklärte Reiß, er wolle mur gleich eine 3 weite Anzeige gegen denselben Mann erstatten, denn am Nach­mittag würde derselbe Mann bestimmt wieder nicht reinigen. Reiß wollte also am Vormittag eine Uebertretung denunzieren, die erst am Nachmittag, nach seiner polizeilichen Prophetengabe, passieren sollte. Einmal wurde auch auf Befehl des Kommissars ein Mann angezeigt, weil in einem Rinnstein vor einem Hause ein Stück Papier gelegen habe, da hieß es, es sei nicht genügend gefegt".

Der Wahlausfall vom Dienstag hat unsren Gegnern für die Zukunft die Luft geraubt, mit der Socialdemokratie nochmals auf ihrem ureigensten Boden anzubinden. Es ist aber auch von guter Vorbedeutung für die im nächsten Jahre bevorstehenden Land­tags- und Reichstagswahlen.

des

Auf dem Gebiete der Socialpolitik geht der Polizeikommissar Gesellschaft für sociale Reform sind wir Socialdemokraten bekanntlich Die utopischen Praktiker". Wegen unsres Fernbleibens von der nicht minder energisch vor. Hänsch ordnete an, daß Leute, die arg geschmäht worden. Am meisten wohl von den Nationalfociälchen, wegen Tranfenheit, Bettelei, Vagabondage sich vergangen hatten, die uns auch da, wie immer, unpraftische Principienreiterei vor­in Polizeigewahrsam bis zu 24 Stunden ohne Wasser und warfen. Nuw find es gerade sie, die als die Erften aus den Reihen Brot gelassen werden sollten. Hänsch berief sich dafür auf den jener Gesellschaft bittere Klage erheben über die reaktionäre Ge­Bürgermeister: Für solche Schweinehunde habe die Stadt kein Geld. sinmung, die in ihr herrscht. Die" Hilfe" vom 5. Oktober jammert Ein polnischer Arbeiter sollte auf eigentümliche Weise aus der über das auch von uns schon gebührend gekennzeichnete Ver­Stadt entfernt werden. Hänsch forderte einen Beamten auf, den halten des Duncker- Hirsch in der Konsumisvereinsfrage und Stübben Industriellen Rede Mann zu verhauen, damit er Oschersleben verlasse. Tischen gegenüber der das Vereinsrecht: Nach den Proben, die Alle diese kleinen reizvollen Züge preußischer Polizeiwirtschaft dörfers über find mun gar nicht merkwürdig. Merkwürdig ist nur, daß in diesem die Gesellschaft nur einen schläfrigen Gang und ein unglaublich man auf der Kölner Generalversammlung bekommen hat, kann daß man wie sonst die Autorität der Polizei gegen die frechen An- ragendsten Mitglieder außer sich und stellen sich schützend vor griffe des Zeitungsschreibers schütte. Diese seltene Umkehrung der Polizei und Arbeitgeber." Wenn so schon die zahmen National­üblichen Pragis könnte den Anschein erwecken, als ob in Oschers- socialen schreiben, welcher Geist der Reaktion mag dann in der be­leben der Polizeigeist besonders schlimm gewütet habe. Nein, rühmten" Gesellschaft herrschen. Und wie recht hatten wir, als wir Oschersleben kann nicht einmal beanspruchen, die Hauptstadt des sie von unfren Thüren wiesen! Polizeistaats zu fein, und Herr Hänsch ist durchaus keine hervor Menschengattung so phantastisch und leichtgläubig, so utopisch find Es bewährt sich wieder einmal die Erfahrung, daß keine ragend bösartige Ausnahme- Erscheinung. Oschersleben ist überall als die staatsmännelnden Praktiker", als welche sich die National im preußischen Vaterlande, und an jeder Polizeistube steht in un- focialen aufspielen. Das Principielle ist, historisch gemessen, auch stets fichtbarer Schrift die Tafel: Die Großschnauzen feste das Kluge und Praktische, weil es eben das Notwendige ist.- neifen!"

den preußischen Polizea einam, der sich Uebergriffe er Falle der Beschwerde führende Redacteur freigesprochen wurde, anstatt langsames Tempo vertragen, sonst geraten verschiedene ihrer hervor

war natürlich nicht laubt hatte, sondern, wie sich's gebührt, ein Nedakteur, der die Frechheit besaß, sich über solche Uebergriffe zu beklagen.

Vor Gericht stand der Redakteur des freisinnigen General Anzeiger für Oschersleben", ein Mann, der oppofitioneller Stadt verordneter in Oschersleben ist. Er soll die Polizei dieser guten Stadt, insbesondere den Polizeikommissar Hänsch beleidigt haben. Zeichnen wir nach den Zeugenaussagen, deren Richtigkeit durch die Freisprechung des Angeklagten bekräftigt wurde, die polizeilichen Zustände von Dschersleben.

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Politische Ueberlicht.

Berlin , den 3. Dftober.

Auch eine Wahlparole.

Aus Bayern wird uns geschrieben:

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Den bayrischen sogenannten Liberalen, die durch die fociate Centcumspolitit etwas Oberwasser bekommen haben, fehlt jetzt nach ihrer Meinung zu einem großen und durchschlagenden Er­folge nur noch eins, allerdings das wichtigste, nämlich die nötigen Wahltruppen. In der Augsb. Abendztg." giebt nun ein Münchener Liberaler ein unfehlbares Mittel an, wie man solche Hilfstruppen gewinnen fann. Es sollen nämlich Männer als Standidaten auf­gestellt werden, die

,, energisch für den Abschluß langfristiger Handelsverträge eintreten und aus Neberzengung dafür wirken, daß den socialdemokratischen Aspirationen auf Erweiterung der socialen Gesetzgebung zu Lasten der Arbeitgeber Einhalt gethan wird, furz gesagt, wenn die liberalen Parteien aufhören, in legterem Betreff über die Anträge der Regierung hinauszugehen, wie dies beispielsweise bei Beratung und Beschlußfassung über das Gesetz betreffend die Abänderung der Unfallversicherungsgeseße vom 20. Juni 1890 geschehen ist."... Der größte Teil unserer Industriellen und Gewerbetreibenden, be­sonders in den größeren Städten, ist liberal, wer kann es den­selben aber verdenken, wenn sie sich auf Grund der gemachten Erfahrungen von einer Partei zurückhalten, wenn nicht ganz ab­wenden, deren hervorragende Führer stellentveife mit den Social demokraten wetteifern in dem Bestreben, zu Gunsten letzterer den Arbeitgebern fortwährend neue, unerschöpfliche Lasten auf­zubürden."

Der Polizeikommissar Hänsch hat zwar gelegentlich einen Hang für Alkohol und als verheirateter Mann eine Neigung zur An­knüpfung zarter Beziehungen zu Brostituierten, aber er ist um so eifriger im Dienst das Jdeal preußischer Schneidigkeit geradezu. Allerdings hat er in seinem obersten Chef, dem Bürgermeister von Dschersleben, Becker, einen wohlwollenden Vorgesetzten. Herr Becker hat eine stille Freude daran, wenn die Bürger seiner Stadt zur Anzeige Ein Effekt der Mannheimer Centrumsparade. gebracht werden. Als gerechter Maim aber bevorzugt er die gegen Aus Mannheim wird uns geschrieben: Die am Dienstag die oppositionellen Sünder gerichteten Anzeigen; warum sollte stattgehabten Stadtverordneten Wahlen in der dritten er auch die guten Kinder bestrafen! Wenn nicht genug angezeigt( unterften) Steuerklasse, über deren Ergebnis wir bereits telegraphisch wird, ist er unzufrieden, er nählt" dann mit dem Bolizeikommissar furz berichteten, ist von bürgerlicher Seite zu einer Kraftprobe wegen des mangelnden Denunziationseifers, wegen der Faullenzerei gegen die Socialdemokratie gestempelt worden, die seit nunmehr im Anzeigen. 24 Jahren sich im sicheren Besitz der sämtlichen 32 Mandate der Man dente aber ja nicht, daß der Herr Bürgermeister eine bos- Klasse befindet. Obwohl gegenwärtig in Laude Baden die hafte Freude an Beschwerden über den staatsbürgerlichen Lebens- Nationalliberalen und das Centrum mit einander in wandel feiner Gemeindemitglieder gehabt habe. Ganz im Gegen einer Fehde liegen, die an Leidenschaftlichkeit hinter den schlimmsten teil! Wenn sich beispielsweise der oben erwähnte Redacteur über Zeiten des Kulturkampfes kaum zurücksteht, hatte der blinde den Polizeikommissar beschwerte, dann verteidigte er in edler Haß gegen die Socialdemokratie es doch vermocht, in Mannheim Menschenfreundlichkeit seinen Beamten und wies die nichtswürdigen die feindlichen Brüder mit dem Freisinn zu einem Wahlfartell Beschtverden ab. Als jener ruchlose Redacteur, nachdem er mit seinen zu vereinigen, mittels dessen man der seitherigen socialistischen Beschwerden auch bei der Staatsanwaltschaft abgefallen war, sich lebermacht Herr zu werden hoffte. Die größten Hoffnungen sekten beim Regierungspräsidenten beschwerte, sagte dieser wohlgelaunt zu die Bürgerlichen dabei auf das Centrum, dessen Organisation in ihm: Ja, Stöter, was soll ich machen? Von der Polizei in Oschers- unsrer Stadt im Laufe der letzten Jahre mit allen Kräften leben bekomme ich stets die Antwort, Ihre Beschwerden seien un ausgebaut worden war. Eine besonders günstige Wirkung ver­berechtigt. Die Beamten hätten sich nichts zu Schulden fommen lassen."- sprach man sich dabei von den großen reflamehaften Schaustellungen Ja, was soll wohl so ein armer Regierungspräsident gegen einen des Katholikentages, und man hielt unter den Nachwirkungen Der liberalen Partei kann diese Wahlparole nur dringendst Bolizeikommissar machen. desselben den Zeitpunkt bereits für gekommen, um die bisher mit empfohlen werden. Sie hat außer andern auch den gewiß nicht zu Die Polizei vergeltet jedoch Böses mit Gutem. Sie war so wenig überlegener Sicherheit behaupteten Positionen der Socialdemokratie unterschätzenden Vorteil, daß der Centralverband deutscher Industrieller erzürnt über die gegen sie gerichtete Beschwerde beim Staatsanwalt, im Sturm zu nehmen. Thatsächlich war die Siegeszuversicht im zweifellos noch einen entsprechenden Zuschuß zu den Wahlkosten daß sie vielmehr fortan besondere Sorge für die Sicherheit des schwarzen Lager eine außerordentliche, und auch Freifinn und bereit ſtellt.- Redacteurs trug, und, um ihn vor der Absendung weiterer unnüger Nationalliberale trugen sich mit großen Hoffnungen. Beschwerden zu bewahren, seine Wohnung mit peinlicher Gewissen Wahlausfall hat gezeigt, daß alle diese Spekulationen haftigkeit überwachte. total verfehlt waren, daß der politische Effett der Der Eifer des Bürgermeisters blies begreiflicherweise in das schwarzen Mannheimer Tagung mit ihrer aus Dienstfeuer des Kommissars; sein Pflichtgefühl nahm einen aus allen Teilen Süddeutschlands zusammengetrommelten Arbeiter"- fchweifenden Umfang an. Und er beflügelte seinerseits wieder seine Parade gleich null ist, und daß die Arbeiterschaft der ober­Untergebenen. rheinischen Industrie- und Handelsmetropole nach wie vor mit In diesem Wettstreit um die höchste Pflichterfüllung tam es unerschütterlicher Festigkeit hinter der Social: vor, daß ein Polizeibeamter, Reiß, einmal auf das Publikum schoß. demokratie steht. Das dies der Fall sein werde, darüber Das Gericht verkannte zwar seine Bemühungen und verurteilte ihn fonnte bei jedem, der die Entrüstung kennt, die auch in den uns wegen Körperverlegung zu 100 M. Geldstrafe. Der Bürgermeister noch fern stehenden Kreisen der unteren Volksschichten über die aber wußte, was er an dem Reiß für einen Schatz hatte, und stellte Haltung des Centrums in der Zollfrage immer noch im Wachsen ihm ein sehr günstiges Zeugnis aus. Allerdings hatte sich Neiß begriffen ist, nicht der geringste Zweifel bestehen. Für unsre Gegner auch dadurch verdient gemacht, daß er gelegentlich auf Anregung des bedurfte es aber einer blamablen Wahlniederlage, um sie von dieser

Der

Die Krise als Vorspann für den Marinismus. Durch die marinefreundliche Preise geht folgende Waschzettelnotiz: Der Marine- Etat wird in der Gestalt, die er im neuen Reichshaushalts Voranschlag aufweist, vollständig sich in den Grenzen halten, die durch den Rahmen des Flottengesetzes ge­zogen sind. Es gilt aber nicht für ausgeschlossen, daß im Reichs­tage eine ziemlich starke Strömung sich geltend macht dafür, im Interesse der Förderung und Neubelebung der heimischen Erwerbsthätigkeit eine Beschleunigung der imt Flottenplan vorgesehenen Bautent ein­treten zu lafien. Das würde in gleichem Maße der Industrie und der in ihr beschäftigten Arbeiterschaft wie indirekt auch der Landwirtschaft zu gute kommen. Denn je rascher das teilweise Daniederliegen der Industrie überwunden wird, umsomehr wird auch die Wiedererhöhung der Kauftraft