Einzelbild herunterladen
 

Nr. 91.

Abonnements- Bedingungen:

Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 r., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags­Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post­Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs­Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat.

Ericheint täglich außer Montags.

Vorwärts

Berliner Volksblatt.

20. Jahrg.

Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins­und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 fg. ( nur das erste Wort fett). Insecate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet.

Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin".

Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Kampf.

Sonntag, den 19. April 1903.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernfbrecher: Amt IV. Mr. 1984.

höchster Regierungsstelle für Hunderttausende von Arbeitern das der Kreuz- Zeitung " auf fruchtbaren Boden und man sammelt auf Koalitionsrecht verneint, wird in Wege der Rechtsprechung eine der Börse für die Socialdemokratie. Wir sind bereit, selbst die Aeußerung des Koalitionsrechts nach der andern zur strafbaren höchsten Beiträge entgegenzunehmen. Wie Wetterleuchten geht's durchs Land! Während das Volk sich Handlung gestempelt, wird, noch nicht genug damit, in der Presse Indessen eine solche Verdächtigung der gutgesinnten Börseaner mählich rüstet zu der großen Abrechnung mit den Mächten der Re- der herrschenden Parteien sogar der gesetzlichen Einschränkung der verdroß die Magdeburgische Zeitung". Sie ward den Verleumdeten attion, zu dem Urteilsspruch am Wahltage, erfolgt aller Augenblicke gesetzlichen Scheinfreiheiten das Wort geredet. zum Ritter und erklärte, die 30 000 und 10 000 Mart seien ein heftiger Zusammenstoß zwischen Kapital und Arbeit und immer Wir stehen vor den Wahlen. Die Erkenntnis, daß die Arbeiter überhaupt keine Beiträge von Einzelpersonen, sondern leber­brutaler, immer gewaltthätiger zeigt sich das Kapital, immer offener politisch kämpfen müssen, ist zwar mindestens so alt wie die Social- fschüsse socialdemokratischer Parteigeschäfte in Berlin und Hamburg . enthüllt sich in all den Einzeltämpfen das eigentliche Objekt des Kampfes: Demokratie, aber sie reicht auch nicht weit über die Kreise der social Folglich liege die Wurzel des socialdemokratischen, so beklagens­es ringt die zum Bewußtsein erwachte Arbeiterklasse mit den über- demokratisch organisierten Arbeiterklasse hinaus. Die Vorgänge der werten Reichtums nicht bei der Börse, sondern bei den ruchlosen kommenen Herrenansprüchen der Kapitalistenklasse. In welchen Formen jüngsten Zeit sind geeignet, diese Erkenntnis neuen weiteren Streisen Inserenten der bürgerlichen Gesellschaft, die in socialdemokratischen der Kampf auch auftritt: sei es zwischen Einzelunternehmer und seinen der Arbeiterklasse zu vermitteln und sie zugleich zu erweitern zu der Blättern inserieren. Moral: Inseratenboykott! Die Kreuz- Zeitung " Arbeitern, sei es zwischen Unternehmergruppen und ganzen Berufs- Erkenntnis, daß die Arbeiter diesen Kampf nur innerhalb der Social- acceptierte auch diese Lesart und stimmte lebhaft in den Kampfruf gruppen der Arbeiter, sei es um die Verwaltung öffentlicher demokratie führen können, daß nur von dieser ihre Interessen ein: Patrioten, inseriert nicht bei Socialdemokraten! Institutionen; sei es der gewerkschaftliche Kampf um das Koalitions- rücksichtslos und ohne Vorbehalt vertreten werden. Wo waren und recht, sei es der Kampf um den Arbeiterschutz, sei es der politische sind die Parteien außerhalb der Socialdemokratie, die den Kampf Kampf um die Verwaltung der Krankenkassen: es ist im Grunde gegen den Brotwucher ohne Vorbehalt führen, wo sind die Parteien, genommen der gleiche Gegensatz und je offener die Unternehmer- die wickhaltlos für unbeschränktes Koalitionsrecht und vollen Koalitions­Klasse den Herrenstandpunkt herauskehrt, desto klarer wird in der schutz eintreten, wo find die Verfechter des ausreichendsten Arbeiter Arbeiterklasse das Bewußtsein von der Größe, der Bedeutung, schußes außerhalb der Socialdemokratie, wer ist allein für das der Einheit des Kampfzieles, das Bewußtsein bon der Selbstverwaltungsrecht der Krankenkassen eingetreten? Einheitlichkeit ihrer Interessen, desto schärfer tritt der Gegensatz der beiden Lager hervor und drängt sich desto schärfer jedem auf und immer weitere Kreise werden hineingezogen in die Reihen der bewußt Kämpfenden.

Ein gewaltiges Transportunternehmen zwingt tausend Arbeiter nieder, die ihr Koalitionsrecht verteidigten; knirschend müssen fie zurüdfehren ins Joch und sich neue demütigende Bedingungen auf erlegen lassen; da werden 6000 Schuhmacher ausgesperrt, dort 4000 Metallarbeiter, wieder droht man 15 000 Tertilarbeitern mit der Hungerpeitsche. Das Koalitionsrecht steht in Frage.

Ein Eisenbahnminister droht von der Parlamentstribüne jedem Arbeiter mit Entlassung, der von seinem Koalitionsrechte Gebrauch macht; eine fiskalische Verwaltung bedroht durch öffentlichen An­schlag die Bethätigung der politischen Gesinnung mit dem Hunger. Der hauende Säbel trat in Aktion im Osten und im Westen, da die Arbeiter fich des Streitbrechertums zu erwehren suchten. Und dazu der jubelnde Chorus der Presse aller bürgerlichen Parteien, das scharfmacherische Hegen der Regierungspresse; ein norddeutscher Lloyd wird als leuchtendes Beispiel den deutschen Arbeitgebern" vorgeführt, der gezeigt habe, wie man mit den Arbeitern fertig werde, die Knebelgesetzgebung der niederländischen Handelstapitalisten erivedt das Sehnen nach gleichen Thaten bei uns.

11m

gegen

die

man

Wer sehen und hören kann, der sieht und hört das. Unfre Reihen wachsen. Noch niemals haben die Organisationen unsrer Partei so bedeutende Verstärkungen erfahren, noch niemals hat unsre Parteipresse so gewaltig an Abonnenten zugenommen, wie in der jüngsten Zeit, und auf den Tagungen der Gewerkschafts- Organi­fationen find die Mitglieder darauf hingewiesen worden, daß sie politisch thätig sein müssen, daß sie ihr Wahlrecht ausüben müssen und daß sie socialdemokratisch wählen müssen, wenn sie ihre Inter­essen wahren, ihre Rechte erhalten und erweitern wollen.

-

Das Wahlrecht selber bedroht man. Welch ein Hohn! Da benutzt man die wirtschaftliche Uebermacht und selbst der Staats­fiskus, der als Arbeitgeber größte politische und wirtschaftliche Macht in einer Hand vereint, scheut sich deffen nicht, den Arbeitern die Bethätigung ihrer politischen Ueberzeugung zu verwehren, und dann sagt man diesen selben Arbeitern:

Wer von wirtschaftlichen Verhältnissen so abhängig ist, daß er nicht öffentlich nach seiner Ueberzeugung stimmen darf, dem gebührt überhaupt kein Wahlrecht.( Der nationalliberale Abgeordnete Jöckel im hessischen Landtage 1902.) Und solche Feinde des Wahlrechts sind auf allen Seiten.

Nach dieser innigen Verbrüderung zwischen dem nationalliberalen und dem konservativen Blatt aber gerieten die beiden Organe plöz­lich wild gegen einander.

Die Magdeburgische Zeitung" war nämlich so böse über den gegen die Börseaner von der Kreuz- Zeitungs" erhobenen Vor­wurf, daß sie nichts Geringeres behauptete, als daß die mit dem gegenwärtigen Regiment unzufriedenen Junker jenes Scherflein" für die socialdemokratische Parteikasse gesammelt hätten. Wild ant­wortet darauf die Kreuz- Zeitung ":

" Die Nichtswürdigkeit dieser Anschwärzung hält mit deren Unsinnigkeit Schritt. Welcher Konservative könnte wohl so dumm sein, seine heutigen schlimmsten Feinde zu unter­stügen? Aus Klatschsucht und Medisance soll das geschehen? Wir wüßten nicht, wie derartige Liebhabereien" dabei ihre Rechmung finden könnten."

So wird das niedliche Spiel: Haust du meinen Juden, hau ich deinen Junker", wohl noch eine Weile weiter gehen. Die Socialdemokratie aber muß schließlich in dem Segen ersticken, der ihr abwechselnd von der Börse und dem Bunde der Landwirte zugeht!...

"

Wahlvorbereitungen. Ohne Wahlparole.

Der Reichsbote" versichert, daß die Regierung feine Wahlparole ausgeben würde. Und die Konservative Korre­spondenz" erklärt zornig:

Wenn die Wähler durch die Regierung an die Urne gerufen werden, um auf den Gang der Politik ihren verfassungsmäßigen Einfluß auszuüben, so müssen sie doch zunächst wissen, nach welcher Richtung die Reise gehen soll. Andernfalls werden manche Wähler ebenso gleichgültig wie die Regierung vom Wahlatt fernbleiben und andre, erfüllt vom Mißtrauen tegen dieses auffälligen Schweigens, sich irgend einer oppositionellen Richtung anschließen."

M

So sind die Arbeiter bedroht in ihren Interessen, in ihren Rechten von allen Seiten; durch die wirtschaftliche Macht des Aber die Arbeiter rüsten. Wohl triumphierte der Lloyd, doch Unternehmertums, durch die politische Macht der herrschenden des Scheinsieges wird er sich nicht lange freuen. Ob die Tausend Parteien; einzig auf sich selber gestellt, werden sie gezwungen, der unterlegen, die Arbeiter klasse steht aufrecht und die künstlich er- Uebermacht des Kapitals die Kraft ihrer organisierten Zahl entgegen­richteten Schranken, die sie hie und da noch trennen, werden immer zustellen. Nur einheitlich im Handeln vermögen sie diesem Druce Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erbarmt sich nun in häufiger überstiegen und eines Tages wird man sie ganz nieder- Widerstand zu leisten, ihn allmählich zu überwinden. Die Einzel- ihrem neuerdings eingerichteten Schweinburg Post" Reffort und Heißt: Verschärfung des reißen. Die Arbeiterorganisationen aller Namen treten zusammen, tämpfe, die ihnen aufgezwungen werden, sind nur Wetterzeichen des fabriziert eine Wahlparole. die Abwehr gemeinsam drohende Ver- allgemeinen Schicksals, das ihnen droht, wenn sie nicht die Abwehr nationalen Gedankens. Verschärfung um 2, 3, 4, 5 Mark Boll? Um Auskunft wird gewaltigung zu organisieren; sie wissen oder fühlen doch einig und planmäßig betreiben auf allen Gebieten und mit allen gebeten! hier gilt nicht mehr das chriftliche, das freifinnige oder Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Die gewerkschaftliche Abwehr fie einst zu fei entgegengesetzt dem Unternehmertum, das mit der Hungers Bersplitterung der bürgerlichen Parteien, die fich immer noch nicht Dann flagt noch die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" über die sonst ein Aushängeschild, unter dem Arbeiterklasse gegen Kapital- peitfche die Freiheit der Koalition bedroht, der politische Kampf ist gegen die Socialdemokratie zusammenschließen wollen. Ist gar nicht trennen fuchte, hier gilt nur notwendig zur Abwehr des im modernen Staate organisierten Ka- so schlimm, Die reaktionäre Masse ist auch ohne Wahlparole gegen Herren, und wehe den Arbeitern, wenn sie sich selbst zerfleischen! Und die jüngsten Kongresse der zahlreichen Gewerkschaften, die pitalismus, und nur in der Socialdemokratie findet die Arbeiterklasse das Proletariat trotz häuslicher Bänkereien einig! von ihrer Thätigteit in den letzten Jahren Rechenschaft ablegten und die Partei, die den Kapitalismus principiell bekämpft. Wer das Ueberschau hielten über ihre Kräfte, sie gaben Zeugnis von der erkannt hat, der forge, daß am Wahltage der Reaktion die Antwort Festigkeit und der sicheren Entwicklung der gewerkschaftlichen Organi- gegeben werde auf alle Streiche, die sie führte, auf daß ihr der sationen. Das giebt die Gewähr, daß es der Arbeiterklasse immer Atem ausgehe für neue Streiche, auf daß sie erkenne: die Arbeiter besser gelingen wird, der Feinde in den eignen Reihen Herr zu sind sich bewußt ihrer Interessen, bewußt ihrer Macht und wissen sie werden, die aus Selbstsucht geboren sind, die Mangel an zu brauchen! Klassenbewußtsein und Solidaritätsgefühl bestimmt. Die Solidarität der Arbeiterklasse, die einheitliche Zusammenfassung der ganzen Klasse in einem Rahmen, unter einer Fahne, einer Leitung, ist die umentbehrliche Voraussetzung für eine solche Führung der kommenden Kämpfe, die nicht den Keim der Niederlage von vornherein in sich tragen soll.

Politische Uebersicht.

Berlin , den 18. April. Phantasien des Neides.

Es sind schlimme Zeiten für die Konservativen. Die wohl­Die Zeichen laffen erkennen, daß die Kämpfe immer heftiger thätigen Bantiers orthodox- konservativer Richtung, wie sie im letzten werden und sich immer mehr zu reinen Machtkämpfen gestalten, aber Jahrzehnt Mode waren, sind ihrer staatserhaltenden Thätigkeit zu die Zeichen lassen auch erkennen, daß gerade dies auch das Heil- erheblichem Teil für ein paar Jahre entzogen worden. Und die mittel bildet gegen Zersplitterung, Gleichgültigkeit, Unwissenheit. Notleidenden" über 500 hektar haben natürlich kein Geld für Der Kampf schmiedet die Bedrohten zu einem Heere zusammen Parteizwecke. Da ist es begreiflich, daß die Märzquittung der und die Größe des Kampfes rüttelt die Trägen und Gleich- socialdemokratischen Parteikasse die Edelsten mit einem Neid erfüllte, der sich in wüsten Phantasien austoben mußte. gültigen auf und läßt sie in die Reihen der Kämpfer treten.

"

Jm 2. Berliner Wahlkreise haben die Freisinnigen am Freitag­abend ihren Kandidaten proklamiert: Lic. Pfarrer Gräbner aus Zehlendorf , ein Mann anscheinend nach dem Herzen Eugen Richters. Herr Müller aus Sagan hielt in der Versammlung des Wahlvereins, in der die Aufstellung vorgenommen wurde, einen Vortrag, in dem

er

zwar noch den freisinnigen Schein zu wahren suchte, worin er aber z. B. fein Wort vom Koalitionsrecht sagte. Einem späteren Redner, der auf diese Vergeßlichkeit" aufmertfam machte und auch auf die Haltung der Freisinnigen zum Klassen­wahlrecht in der Gemeinde hinties, wurde das mit dem Bemerken verwiesen, daß er" socialdemokratisiere".

Dann trat Herr Gräbner auf und hielt eine Rede gegen den Umsturz, die in der Freifinnigen Beitung" nicht schöner stehen fönnte. Er schloß mit der Versicherung, daß er für die Interessen aller Klassen eintreten werde. So einen Mann, der die Haupt­aufgabe in der Vekämpfung der Socialdemokratie sieht, müssen die Freisinnigen haben.

"

*

Die Konservativen im vierten Berliner Wahlkreise leisten fich den in diesem Falle sehr harmlosen Ult, für das parlamentarische Insbesondere die anonymen Beiträge von 30 000 und 10 000 m. Princip der Majorität" und die" Theorie des Volks- Wahlrechts" ein­Doch ob Sieg oder Niederlage das Schicksal der um ihr zutreten und sie rufen Nieder mit Singer", weil die jüdischen Koalitionsrecht ringenden Arbeitergruppen sein wird, ist damit allein erregten die konservativen Gemüter. Sie kriegten nach einigem Führer" der Socialdemokratie diese Wolfsrechte preisgegeben haben noch nicht entschieden. Der Ausgang ist dennoch ungewiß. Wie er Nachdenken heraus, daß Leute, die solche Summen opferten, teine follen. Das ist nämlich die berühmte Richtersche Erfindung aus den aber auch sein mag: so stolz der Sieg die Siegenden machen dürfte, Bettler sein können. Ein rechter frommer, Junker aber denkt viel Bollkämpfen und damit in Verbindung wird uns in dem konservativen so schmerzlich die Niederlage wäre: Sieg oder Niederlage find geschichtsmaterialistischer" als ein Socialdemokrat. Wir erkennen Flugblatte ein Vorwurf daraus gemacht, daß wir gegen den neuen Zolltarif gleicherweise nur Episoden in dem großen Kampfe der Arbeiterklasse, doch wenigstens die Möglichkeit an, daß einzelne Idealisten gestimmt haben. Der Kandidat der Konservativen im 4. Berliner den sie auf weiterem Felde austämpft. Wie die gegenwärtigen unter den Besitzenden sich aus der Zwangsjacke des Klasseninteresses Wahlkreise wird niemals in die Verlegenheit kommen, im Reichstage gewerkschaftlichen Stämpfe geeignet sind, den Arbeitern die Not- zu befreien vermögen. Solche Ausnahmen erkennt die Kreuz- praktisch für die Theorien des Volks- Wahlrechtes einzutreten, deshalb Ein Junker thut nichts umsonst, wie sollte da hat das nur mehr den Charakter einer Kuriosität. Aber für den wendigkeit der gewerkschaftlichen Organisierung und der einheitlichen Zeitung" nicht an. Organisation nahezulegen und wie sie thatsächlich die Arbeiter zu ein andrer aus purer Begeisterung für eine Partei Opfer bringen, kampf- Argumente den Konservativen zur Verteidigung des neuen sammenführen, so ist kein Augenblid geeigneter wie der gegen die gegen sein Klassen- intereffe wirkt!" Also fand die Kreuz- Zeitung " leicht die Erklärung für die wärtige, von diesen gewerkschaftlichen Kämpfen den Blick hinüber­Die liberale Sonderkandidatur im 9. sächsischen Wahlkreise( Frei­zuleiten auf die politischen Kämpfe der Arbeiterklasse. Noch ist die Spenden: Das ist das Trinkgeld, das die Socialdemokratie als Be­große Bollschlacht faum geschlagen um die Besteuerung des Hungers; lohnung und Anspornung dafür erhält, weil sie gegen so unsinnige berg) soll, wie die Deutsche Tageszeitung" behauptet, noch nicht in dem Kampfe um die Handelsverträge wird sie bald noch einmal Gesetze wie das Börsengesetz gestimmt hat und fünftig wohl für eine perfekt sein. Dagegen hat die nationalliberale Dresdener Zeitung" behauptet, daß sie von allen Liberalen des Kreises" beschlossen Da liegt aufleben. für Zusammenhang die um Reform stimmen werde. Verbesserung ihrer Lebenshaltung gewerkschaftlich kämpfenden Bisher hatte allerdings die Börse andre Neigungen bewiesen. Sie worden sei. Geh. Ober- Regierungsrat Lusensky wurde darin als Arbeiter offen zu Tage. Sie setzen ihre Eristenz ein, um ist stets sehr parteiisch, und bekannt ist jener Wahlaufruf der ver- nationaler liberaler Kandidat bezeichnet. Es handelt sich dabei offenbar um eine Art Rebellion liberalen Selbständigkeits­und durch einigten Börseaner zu Gunsten der Militärvorlage. Wenn sich der gefühls der Wähler des Kreises gegen die Kartellversumpfung, ivenige Pfennige mehr an Lohn zu bekommen, die Gesetzgebung soll es ihnen hundertfältig wieder genommen weilen die Börse eines Besseren besonnen und fich zum Kampf gegen in die die nationalliberale Partei Sachfens versunken ist. werden. Sie bringen gewaltige Opfer um die Anerkennung ihres ben Kapitalismus befehrt haben sollte, so haben wir gegen folch Die Sächsische Nationalliberale Korrespondenz steht fest und tren Koalitionsrechtes, oft nuglos im Augenblicke, indessen wird von Mirakel natürlich nichts einzuwenden. Vielleicht fällt die Anregung zum Oberagrarier Dertel. Sie erläßt eine Erklärung, daß Lusensky,

der

Bolltarifs dienen können.

"

" 1