Nr. 186.
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Telegramm Aoreffe: ,, Socialdemokrat Berlin".
Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.
Mittwoch, den 12. August 1903.
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Zur Lage der preußischen Bergarbeiter. welche in den durch das Kohlensyndikat beschlossenen Förder
mund III feststellen. Durch die ungünstige Lage des Kohlenmarktes, einschränkungen ihren Ausdruck fand, sind die Zechen des Reviers Zur Beurteilung der Ursachen, aus denen sich die großen Er- allenthalben zu Betriebseinschränkungen gezwungen gewesen. Um regungen unter den preußischen Bergarbeitern, insbesondere im Arbeiterentlassungen nach Möglichkeit vorzubeugen, fahen sich die Ruhrrevier herleiten, bieten auch die amtlichen Berichte der Bechenverwaltungen zur Einlegung von Feierschichten gezwungen. Berginspektoren für das Jahr 1902 einiges recht beträcht- So sind beispielsweise auf der Zeche Dorstfeld 29, auf Beche liches Material. Germania 20, Zeche Zollern I 16 Feierschichten im Lauf des BeNur wenige dieser Berichte, wie die der Bergrebiere Kassel und richtsjahres eingelegt worden." Goslar wissen zu melden, daß die Löhne sich annähernd auf der Der Bericht für Herne stellt ein Sinken des Durchschnittslohnes alten Höhe hielten. Wo dies der Fall, ward es erreicht durch ver- von 6,7 Proz. fest, während die Arbeitsleistung für die Schicht von mehrte Arbeitsleistung bei verminderter Kopfzahl. So fagt unter 0,84 Zonnen auf 0,859 Tonnen stieg. Jm Bericht für Gelsenkirchen anderm der Bericht von Kassel :„ Die gedrückte Geschäftslage... heißt es:„ Die auch im Jahre 1902 noch anhaltende gedrückte Lage hat eine Herabminderung der Löhne nicht mit sich gebracht. Der auf dem Kohlenmarkt hatte naturgemäß eine Verminderung des AbAusgleich ist durch erhöhte Arbeitsleistung des einzelnen Arbeiters fazes und dementsprechend eine Einschränkung der Förderung zur entstanden, wie daraus hervorgeht, daß in den legten acht Monaten Folge... Die Gesamtbelegschaft des Reviers fiel von des Berichtsjahres trop geringerer Kopfzahl der Belegschaft gleiche 16 967 Mann im Jahre 1901 auf 15 851, d. i. um 6,58 Proz." und größere Förderziffern erreicht sind wie im Vorjahre." Das„ Der durchschnittliche Verdienst hat gegenüber den Vorjahren eine aber sind die Ausnahmefälle. Die weitaus überwiegende Anzahl Abnahme von 6,16 Proz. erfahren." Dem Essener Bericht zufolge der Berichte der Bergräte muß ganz erhebliche Lohnminderungen betrug der Gesamtverdienst eines Arbeiters in den ersten drei trot zahlreicher Feierschichten und Herabsetzung der Belegschaften Quartalen 871 M. gegen 954 M. in der gleichen Zeit des Vorfonstatieren. jahres:"
Wir können im Folgenden nicht alle Thatsachen dieser Art berück- Danach ist selbstverständlich, daß im Berichtsjahre Ausstände fichtigen. Wir werden nur einige der markantesten verzeichnen. So faum zu verzeichnen sind. Wo doch der eine oder andre partielle gingen im Bergrevier Zabrze die Durchschnitts- Schichtlöhne der Streit ausbricht, geschieht dies, wenn auch erfolglos, um drohenden Hauer von 4,75 m. in 1901 auf 4,49 m. in 1902 zurück. Auf den Lohnkürzungen vorzubeugen. Wie Krisen auf die Lebenshaltung und Steinkohlenbergwerken des Bergreviers Dst- Beuthen betrug der reine die Konsumfähigkeit der Arbeiter zu wirken pflegen, dafür bietet der Jahreslohn eines Arbeiters im Durchschnitt 815 M., auf den Erz- Diezer Bericht einige bemerkenswerte Zahlen, wonach der letztjährige bergiverken 623 M. gegen 898 M. und 629 M. im Vorjahre. Das Warenumsat sich in den Konsumvereinen zu Ems von 340 143 m. neben kamen noch die Prämien in Höhe von 10 Proz. des verdienten auf 269 800 M., und zu Friedrichssegen von 63 373 M. auf Lohnes, welche früher für regelmäßiges Anfahren gewährt worden 62 997 m. vermindert hat. waren, durchweg in Wegfall. Jm Bergrevier Königshütte erfuhren Ueber den Stand der Wurmkrankheit im Ruhrrevier und die die Löhne gegen das Vorjahr im Durchschnitt eine Abnahme von Maßnahmen, die man in der Bekämpfung dieses Leidens gegen die 3 Proz., weil wohl auf allen Werken Feierschichten eingelegt werden desselben verdächtigen Arbeiter beliebt, ist von uns bereits das mußten". In Süd- Kattowitz ging der Jahres- Durchschnittslohn der Rötige gesagt worden. Aus den Berichten der Bergräte mag nur Belegschaft von 817 M. auf 752 M. zurück. Auch für Nord- Kattowitz hervorgehoben sein, daß man in einer halbprozentigen Karbollösung wird eine„ empfindliche Einbuße", ein Zurückgehen des Jahres- ein Mittel zur Vernichtung des Wurms gefunden zu haben glaubt; Durchschnittslohnes auf den Kopf der Belegschaft um 2,9 Proz. es besteht die Absicht, auf der Zeche Graf Schwerin " in größerem bon 964 M. auf 936 M. festgestellt. Im Bezirk Ost- Umfange die Versuche derartig durchzuführen, daß die Grubenräume Waldenburg fiel der Schichtlohn der Belegschaft von 2,86 M. auf mit einer Halbprozentigen Karbollösung besprengt werden, welche 2,70 M., also um 16 Pf., während er im Vorjahre nur um 6 Pf. aus einem besonderen Bassin durch die vorhandene Berieselungszurückgegangen war. Prägt sich die Ungunst der wirtschaftlichen leitung den Bauen zugeführt wird". Verhältnisse", fügt der betreffende Bericht hinzu, schon in dem Rück- Nachdem in den letzten Monaten insbesondere der Kohlenmarkt gang der Schichtlöhne aus, so tritt diese im Gesamtverdienst eines eine gewisse Belebung erfahren hat, darf man als gewiß annehmen, Arbeiters noch mehr in die Erscheinung, da im Berichtsjahre durch- daß das Bild, wie es uns die preußischen Bergräte von der Lage schnittlich zehn Schichten weniger als im Vorjahre verfahren worden der Bergarbeiter entworfen, nicht in allen seinen Einzelheiten mehr sind." In West- Waldenburg fiel der Durchschnittslohn der Beleg zutrifft. Immerhin bildet das Wenige, das sich aus diesen amtlichen schaft von 2,95 M. auf 2,75 M. Dem Wortlaut des amtlichen Be- Berichten entnehmen läßt, ein wertvolles und unwiderlegliches richts zufolge weisen die Zahlen des Berichtsjahres ein wesentlich Material, um die Krise in ihren verheerenden Wirkungen auf einen ungünstigeres Resultat auf als die des Vorjahres, eine Folge der der wichtigsten und zahlreichsten deutschen Arbeiterzweige erkennen durch den gedrückten Geschäftsgang bedingten Lohnherabsetzungen, zu lassen und um dse Ursache der jetzigen Erregung unter der Bergzum Teil auch der Verminderung der durchschnittlichen Leistungen, arbeiterschaft zu erkennen. die für den Kopf der Belegschaft im Jahre 1901= 183 Tonnen, im Berichtsjahre hingegen nur 176 Tonnen Kohlen betragen hat". Auch der Görliger Bericht stellt für den Braunkohlen-, Salz- und Erzbergbau einen Rückgang der Löhne gegenüber dem Vorjahre um 3-4 Proz. fest.
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In dem Vorstehenden haben wir mur Zahlen aus dem Ober- Berg
amtsbezirk Breslau mitgeteilt, wo, wie besonders hervorzuheben ist, den Folgen der Hochwasser- Katastrophe und der Versäumnisse der Zehntausende Menschen in Oberschlesien leiden unsäglich unter die Gesamtbelegschaft gegenüber 1901 eine wesentliche Erhöhung erfahren preußischen Regierungsgewalt. Mancher beklagt nahe Anverwandte, hat. Aus allen übrigen Revieren lauten die Berichte durchweg noch die im Strudel der Wasser den Tod fanden, Zahlreiche sehen ihre ungünstiger. So hat im Bergrevier Weißenfels die bereits im Vorjahre bestandene ungünstige Lage der Braunkohlen- Industrie auch habe vernichtet und harren der Hilfe noch in bangem Zweifel, ob sie im Lauf des Jahres 1902 teine Befferung erfahren. Zwar haben schnell genug und hinreichend gebracht werde. die größeren Werke Arbeiterentlassungen in weiterem Umfange nicht doch auch Erfreuliches gespendet, es bewährt sich das schale PhilisterInmitten all dieser trüben Not hat das ewig gütige Geschick eintreten lassen, doch mußte zeitweise die Schichtdauer gekürzt doch auch Erfreuliches gespendet, es bewährt sich das schale Philisterwerden... Die auf den Tag und die ganze Belegschaft berechneten wort, daß jedes Uebel auch seine guten Seiten habe. Die KlopfLöhne der Arbeiter fast aller Klassen auf den Braunkohlengruben fechter des Monarchismus und Byzantinismus haben den beglückenden find im Durchschnitt um etwa 5 Proz. zurückgegangen", der Durch- Segen der verheerenden Ueberschwemmung erblidt. Die Kaiserin hatte sich entschlossen, das Ueberschwemmungsschnitts- Jahresverdienst von 957 auf 908 M. gefallen. Auch für die
übrigen Zweige und Reviere des sächsischen Bergbaues werden teil- gebiet zu besuchen, und in einem Hofzug von sechs Salonwagen fährt weise erhebliche Lohnkürzungen festgestellt, die durchweg in den sie durch das schlesische Land. Die Absicht und das Thun der schlechten Absatzverhältnissen" ihre Ursache haben. Dazu kam, daß, Kaiserin ist verständlich. Sie wünscht Kenntnis der schlesischen Zuwie der Bericht für das Bergrebier Dst- Halle ausspricht, Arbeiter stände zu gewinnen wie mancher andre dasselbe wünscht und das selbe ausführen würde, wenn er die Mittel dazu hätte und wenn er überall reichlich vorhanden waren." Das Angebot von Arbeitsfräften war durchweg erheblich größer als der Bedarf. in der Lage wäre, hier und da selbst mit einigen Geldgaben unmittelbar einzugreifen. Arbeiterentlassungen haben haben auf auf fast allen Gruben stattDiese unauffällige Absicht der Kaiserin, die angesichts der gefunden..." Jm Revier Stolberg- Eisleben fiel der Durchschnittslohn der im Kupferschiefer- Bergbau beschäftigten 15 034 Arbeiter bei Furchtbarkeiten der Hochwasserwirkungen und der politischen Fragen, einer Gesamtbelegschaft von 15 549 Köpfen von 3,30 m. auf 2,84 m., bie fich daran knüpfen, anscheinend geringen Anlaß zu weiteren Bealso um volle 14 Proz. Im Bergrevier Osnabrück ging der Durch- trachtungen giebt, wird in der gesamten Presse des junkerlichen und schnittslohn für unter Tage beschäftigte Arbeiter I. Klasse( Aus- und bürgerlichen Byzantinismus zu einer außerordentlichen Angelegenheit Vorrichtung, Abbau und Förderung) von 2,98 m. in 1901 auf emporgeschraubt. Dieser vor feiner Gesinnungslosigkeit scheuenden 2,64 M. zurüd; für das starke Sinten der Löhne" macht der Bericht Bresse gedeiht das schlesische Unglück zu einem- Triumphaug die allgemeine schlechte Lage der Werke" verantwortlich. Jm Bergrevier Dortmund I mußten in der ersten Hälfte des Berichtsjahres auch diesen erschütternden Anlaß zu monarchistischen Verherrlichungen Es tritt in jener Preffe eine hoch gesteigerte Kunst zu Tage, nicht weniger als 185 Feierschichten eingelegt werden. Nach einer zu nügen. Von den Aeckern, die der Schlamm der Hochflut verdem Bericht für Dortmund II beigefügten Lohntabelle des Berg- nichtet und auf denen nicht bald ein Halm wieder wächst, steigt empor meisters Köhler waren die Löhne gerade der unter Tage beschäftigten der Huldigungschorus für das Hohenzollernhaus. Arbeiter im dritten Quartal 1902 unter die des gleichen Quartals in 1899 erheblich heruntergegangen. Während der reine Vierteljahrsverdienst für das dritte Quartal 1899 für die Arbeiter der I und II. Klasse 374 beztv. 251 M. betragen hatte, ergab er für die gleichen Monate des Jahres 1902 nur mehr 325 beztv. 240 M.; auf die Gesamtbelegschaft berechnet, reducierte sich der Neinverdienst des dritten Duartals von durchschnittlich 316 M. auf durchschnittlich 281 M., also um 11,7 Pro3. Gleiches muß der Bericht für das Mevier Dort
der Monarchie!
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des Hohenzollernhauses gerade in den Zeiten der Not und der Prüfung mit seinem Troste, seiner Liebe und seiner Hilfsbereitschaft den Landeskindern nahe sein will. Diese rechte und echte Hohenzollernart toedte überall lebhafte Freude, erfüllte die Mutlosen mit neuer Hoffnung, gab dem ganzen Lande die Gewißheit, daß es an einer wirksamen und ausgiebigen Staatshilfe nicht fehlen werde.
Nachdem Ihre Majestät gestern den hübschen Landsiz Kadinen berlassen, traf sie nach ununterbrochener Fahrt heute morgen acht Uhr mittels Sonderzuges auf Bahnhof Biegenhals ein. Hier hatte sich zum Empfange der Präsident der Bezirksregierung zu Oppeln Holz und der Landrat des Kreises Neiße , fgl. Kammerherr v. Jerin- Gefeß eingefunden. Nach kurzer Begrüßung begab sich Ihre Majestät, in deren Begleitung sich die Hofdame Gräfin Keller und der Vice- Oberceremonienmeister und Kammerherr vom Dienst Ihrer Majestät der Kaiserin von dem Knesebeck befanden, durch die Straßen der Stadt nach der von den Truppen des Pionier- Bataillons Nr. 6 unter Leitung des Hauptmanns und Compagniechefs Ehlmann im Zuge der Freiwaldauerstraße ers bauten Notbrüde. Hier hatten sich die Mitglieder der städtischen Körperschaften versammelt, an deren Spize begrüßte der Bürgermeister von Ziegenhals Ihre Majestät namens der Stadt, gedachte der schweren Heimsuchung, die Ziegenhals betroffen und sprach den innigen Dank der Bürgerschaft für die durch den hohen Besuch der Stadt und ihren Bewohnern erwiesene Teilnahme aus. Ihre Majestät gab zu erkennen, daß es ihr Bedürfnis gewesen sei, fich von der Lage im Ueberschwemmungsgebiet persönlich zu unterrichten. Sodann nahm die Kaiserin die Meldung des Majors und Kommandeurs des schlesischen Pionier- Bataillons Nr. 6 Brune entgegen. Weiterhin begrüßte die erlauchte Frau den Erzpriester, Stadtpfarrer Dittrich in überaus liebenswürdiger Weise und zog dann mit der ihr eignen Leutseligkeit den Pastor Wendel in ein längeres Gespräch. Sie erinnerte daran, daß es wohl bange und schwere Stunden gewesen seien", die Ziegenhals erlebt habe, und daß es lange dauern werde, bis Ziegenhals die Schädigungen werde überwunden haben. Dann nahm Ihre Majestät die Vorstellung der Amts- und Gemeindevorsteher aus den betroffenen Ortschaften, und zwar des Amtsvorstehers May und des Drtes vorstehers Teuber aus Deutsch - Wette, sowie des Amtsvorstehers Mählich und des Gemeindevorstehers Kirchner aus Schönwalde entgegen und unterhielt sich in herzlicher Teilnahme mit dem Arbeiter Berg aus Deutsch - Wette, dessen Frau und Enkels kind in den Hochwasserfluten den Tod gefunden haben. Weiterhin ließ sich die Kaiserin von den geschädigten Besitzern, dem Fabrikbefizer Handschel aus Deutsch - Wette sowie dem Fabritbesitzer Methner in Ziegenhals über die entstandenen Schäden berichten. Hierauf zog die hohe Frau noch den Hauptmann und Compagnies chef Ehlmann in ein furzes Gespräch, in dem sie der militärischen Hilfe anerkennend gedachte. Während des längeren Verweilens begrüßte Ihre Majestät ferner die Mitglieder der städtischen Körperschaften und unterhielt sich besonders mit dem hochbetagten Stadtverordneten Josef Pietsch, einem der ältesten Bürger der Stadt, längere Zeit. Inzwischen trat der Sängerchor des tgl. katholischen Lehrerseminars hervor und brachte unter Leitung des Musiklehrers Dsburg eine Hymne„ Gott grüße Dich, Kaiserin" zum Vortrag. Die Kaiserin dankte huldvollst den Sängern wie dem Dirigenten und verabschiedete sich nach einigen Fragen von dem letzteren, indem sie ihm die Hand reichte. Che die Kaiserin wieder den Wagen bestieg, wandte sie sich einem im Spalier stehenden alten, barfüßigen Mütterlein zu, richtete einige Fragen an sie und drückte ihr freundlich die Hand.
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Unter den jubelnden Hochrufen der unabsehbaren Menge begab sich hierauf Ihre Majestät mit den Damen und Herren ihres Gefolges nach dem etiva eine Stunde entfernten, vom Hochwasser furchtbar verwüsteten Arnoldsdorf. Auf dem Wege dorthin fand die hohe Frau überall rührende Beweise der treuen Liebe der Schlesier zu ihrem Kaisers Hause. Die Bewohner der Ortschaften hatten es sich nicht nehmen lassen, ihre Häuser und Häuschen mit allerhand Fähnchen, Schleifchen, Kaiserbildern, Kränzen, Tannengrün auszupußen, und so schmerzlich auch die Veranlassung des allerhöchsten Besuches war, es mußte doch jedes patriotische Gemüt lebhaft erfreuen, zu sehen, wie in der kleinsten und ärmlichsten Hütte gewetteifert worden war, dem dankbaren Empfinden ihrer Bewohner auch äußerlich in wenn auch schlichter, so doch wahrhaft herzlicher Art Ausdruck zu verleihen.
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In Dürrkungendorf erwartete die Kaiserin eine besondere und sinnige Ueberraschung: hier begrüßten eine Anzahl frischer anmutiger Mädchen und etliche junge Burschen in schlesischer, ungemein gefälliger Bauerntracht die Kaiserin, die, als sie die Gruppe gewahrte, sofort halten ließ und in leutseligster Weise poetischen Gruß Gruß entgegennahm, den Fräulein Martha Bietsch, eine Tochter des Fabrikbefizers Pietsch, darbot. Bei dem ins Gespräch gezogenen Fabrikbesizer Pietsch erkundigte sich Ihre Majestät danach, ob die Mädchen stets in schlesischer Bauerntracht gingen, was dieser für einen Teil zusagen fonnte, gab alsdann ihrer besonderen Freude über die Huldigung Ansdruck und bat, den Teilnehmern an der Gruppe ihren Dank zu übermitteln..
In dieser Art geht die Schilderung der Reise der Kaiserin weiter, um schließlich in diesen Hymnus zu münden:
So schwer auch das landesmütterliche Herz unsrer Kaiserin bon all den trüben Bildern, die hier unaufhörlich an ihrem Auge borüberzogen, mag verwundet worden sein, es muß ihr aber bei alledem wohlgethan haben, auf Schritt und Tritt im Volte der wahrhaft innigen Liebe und Treue zum Kaiserhause zu begegnen. Der Gnadenbeweis, den die Kaiserin der Provinz Schlesien gegeben hat, zeigt aufs neue, wie unzertrennlich unser erhabenes Hohenzollernhaus mit seinem Volke verbunden ist."
In solchen Verzüdungen der Unterthänigkeit arbeiten zahlreiche
Ein Beispiel möge ein Auszug des Berichts bieten, den die wissen all diese byzantinisch Schwelgenden, daß eine einzelne Ein Beispiel möge ein Auszug des Berichts bieten, den die Blätter, der Besuch der Kaiserin wird zum Ereignis. Und doch Kreuz- Zeitung " aus dem Ueberschwemmungsgebiet veröffentlicht:
Der hochherzige Entschluß Ihrer Maj. der Kaiserin, der durchsäumnisse
Der hochherzige Entschluß Ihrer Maj. der Kaiserin, der durch Frau, die das Ueberschwemmungsgebiet bereift, weder die Berdie Hochwasserkatastrophe der Julitage besonders hart betroffenen fäumniffe der Gesetzgebung zu ändern, noch die Not durch ihre Bevölkerung der Kreise Neiße und Neustadt D.- ihre und Anwesenheit zu lindern vermag. Man duldet nicht, daß die Kaiserin Sr. Maj. des Kaisers innige Teilnahme an der schweren Heim- in stiller Betrachtung die furchtbare Menschennot sicht und mitleidend suchung zum Ausdruck zu bringen, den bekümmerten Herzen zu sich den Leidenden nahe fühlt, man mißbraucht das menschliche Mitbezeigen, daß unser erlauchtes Herrscherpaar getreu den Traditionen gefühl zu einer lärmenden Demonstration.