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Nr. 189.

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mentage.Berliner Volksblatt.

20. Jahrg.

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Telegramm Noreffe:

,, Socialdemokrat Berlin".

Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Kronrat und Landtagswahl.

Der viel umfabelte Kronrat hat am Freitagvormittag im Berliner Schloß stattgefunden. Vorher hatte der Kaiser mit dem Reichskanzler eine Besprechung, dann wurde von 10 bis 12 Uhr mit fast vollzähligem Staatsministerium beratschlagt; einige Minister wie Graf Posadowsky und Herr Tirpitz durften in ihrem Urlaub bleiben, den Herr v. Hammerstein jäh unterbrechen mußte. Auch der soeben in das Amt eingesetzte neue Kriegsminister v. Einem war antvesend.

Ueber die Beratungen des Kronrats soll eine amtliche Mit­teilung erfolgen; vorläufig ist nichts bekannt. Unter allen den Spüreifrigen, die sich in Vermutungen über allerlei Möglichkeiten dieses Kronrats ergehen, dürften am meisten diejenigen enttäuscht werden, die eine flare und einigermaßen ents schloffene Politik der preußischen Regierung im Angesicht der be­borstehenden Landtagswahlen erwarten. Die Regierung des Grafen B i I o to fürchtet nicht nur innere Krisen", sondern um­geht jeden ernsteren Kampf, vor allem jeden Kampf gegen die Mächtigen in Preußen, die Junker und Landräte. Immerhin darf man ein wenig begierig sein, wie Graf Bülow die mittlere Linie" zwischen dem unerschütterlichen Willen des preußischen Königs zum großen Kanalbau und der ebenso unerschütterlichen Abneigung der Agrarier gegen den Kanal ziehen wird.

-

Der gestern mitgeteilte Rechenschaftsbericht der frei tonservativen Partei über die Kanalcampagne der letzten tonservativen Partei über die Kanalcampagne der letzten Gesetzgebungs- Periode hat die Situation grell erleuchtet. Die Konservativen haben wieder einmal alle Trümpfe in der Hand. Sie haben einst den Kanal ausgebeutet, um die Regierung zum hoch agrarischen 3oIltarif zu treiben. Nachdem sie den Zolltarif er­reicht, verweigern fie, wie wir seit Jahren vorausgefagt, den Kanal und noch mehr: Die Regierung ist in die schimpfliche Lage gepreßt, den Kanal nicht einmal noch fordern zu dürfen, da die Konservativen den Trumpf der Ablehnung der Handelsverträge vorweisen!

Nur ein fräftiges Abschütteln des konservativen Joches könnte die Lage der Regierung mildern, doch wer wollte das erwarten? Diese interessante Regierung wird lächelnd sich von der Kultur­aufgabe des Kanalbaues befreit erklären, indem die Konservativen ihr gestatten, größere Mittel für die Ueberschwemmungsgebiete auf

zulvenden!

Es giebt nur eine Erlösung aus den Unsäglichkeiten des fonservativen Junkertums, das zäh und sicher seine Herrschaft auch für die nächste Landtagsperiode vorbereitet: den Sturm des Bolles gegen das Dreitlassen Wahlsystem!

Der Freifinn vor der preußischen Entscheidung. In der Nation" setzt der Landtagsabgeordnete Dr. Barth seinen Aufsatz über Die Zweifrontentheorie und die preußischen Landtags­wahlen" fort. Er übt Kritik am preußischen Wahlsystem so scharf, wie es von liberaler Seite in neuerer Zeit faum geübt wurde; er geißelt die Ausschließung der Socialdemokratie rückhaltlos:

von etwa 200 Vertretern breit machen."

Sonnabend, den 15. August 1903.

wiesen, daß auch in einer Lage, bei der alle fachlichen Voraus­fegungen für ein Zusammenmarschieren zwischen dem liberalen Bürgerthum und der socialdemokratischen Arbeiterschaft gegeben sind, doch die vorhandenen Vorurteile unüberwindlich waren. Die Realtion brauchte sich dann keine grauen Haare wachsen zu lassen. Ihre Herrschaft stände fester als je.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.

Für die Wahl der Abgeordneten betonte Arons wiederum das Festhalten an dem Beschluß, nur dann die Liberalen zum Siege zu führen, wenn diese unsre Ansprüche erfüllen. Er führte hierzu aus: Mir ist immer ein offener Reaktionär lieber gewesen, als ein aalglatter und weicher Liberaler, der von schönen Versicherungen trieft, aber stets ausweicht und niemals stand hält, wenn ich ihn Für die Freisinnigen handelt es sich deshalb um eine fassen will. Beim ehrlichen Reaktionär weiß ich, woran ich bin, bei schicksalsschwere Entscheidung, um Entschlüsse, die für die ganze jenem nicht. Und die Liberalen müssen einsehen Bukunft der freisinnigen Richtung bedeutsam lernen, daß sie ohne Verbindung mit der Arbeiterpartei den Wollen sie werden müssen. Sogar die Nationalliberalen fangen an Fortschritt ernsthaft nicht mehr vertreten können. zu begreifen, daß es für sie politisch gefährlich werden könnte, jede das nicht, so verdienen sie den Durchfall. Dann ist Kooperation mit der Socialdemokratie speciell dem Ultramontanismus es auch ganz gleichgültig, ob und wie viel sogenannte Frei­gegenüber von der Hand zu weisen. Die Jungliberalen, und aus finnige, Demokraten oder Liberale im Landtage sitzen.( Lebhafte ihrem Jdeengange heraus die National Zeitung", plaidieren Zustimmung.) bereits für ein solches Zusammenwirken, wenn auch in einem Ich kenne liberale Führer, die diese Stellungnahme seitens der beschränkten Umfange... Mir scheint, der Freifinn ist politisch Socialdemokratie lebhaft begrüßen; sie wünschen, daß ihre Gesinnungs­bankrott, wenn es sich herausstellen sollte, daß eine gemeinschaft- genossen im Lande ernst machen und zeigen müßten, ob sie auch den liche Angriffsaktion gegen die Reaktionäre bei den bevorstehenden praktischen Mut dazu haben, den Ruck nach Links" mitzumachen. preußischen Landtagswahlen an dem Widerstande der Würden durch unsre Haltung die Leisetreter und Angstmeier aus Freisinnigen scheitert." den liberalen Reihen ausgemerzt, so könnte dies nur von Nutzen für den Liberalismus sein.

Die Frage, wie der Angriff gegen die Reaktion durch die Liberalen und die Socialdemokratie geführt werden soll, will Dr. Barth in einem nächsten Artikel erörtern.

Es wird sich nun zeigen müssen, ob und in wie weit die Frei­sinnigen im Lande die ernsten Mahnungen Dr. Barths zu be­Herzigen Neigung und Kraft befizen.-

Socialdemokratische Wahlagitation.

ein

Und wenn die Freifinndemokraten uns, wie schon öfter geschehen, erwidern wollen, das heiße, wir wollten bequem auf ihre Kosten leben, so verweise ich auf die vielen gemeinsamen Jagdgründe, die wir in tonservativen Triften bei gutem Zusammengehen hätten und in denen für den Liberalismus sogar erhebliche neue Beute abfallen würde. Bei genauer Durchsicht der neuesten Reichstags- Wahlergebnisse finden sich 54 preußische Landtags- Wahlkreise mit 90 Abgeordnetenmandaten, in denen jetzt 17 Nationalliberale, Eine Agitationsreise durch das westliche Deutschland , die den 47 Konservative, 24 Freifonservative, Landtagswahlen gilt, unternimmt unser Parteigenoffe Dr. Arons. Centrumsmann und ein Welfe gewählt find, in denen aber Libera­Am Mittwoch sprach Arons in einer Parteiversammlung in Frank- lismus und Socialdemokratie bei der Reichstagswahl zusammen furt a. M., wo 1898 durch socialdemokratische Unterstützung zwei Man- mehr als die Hälfte der Stimmen aufbringen. Der Liberalismus date aus nationalliberalem Besitz in freisinnige und demokratische kann also durch uns einen namhaften Machtzuwachs erringen Hände übergegangen sind und wo jezt unsre Partei, gemäß unsren wenn er nur ernstlich will." Beschlüssen, mit eignen Wahlmännern auftreten und bei entsprechen­dem Erfolge ihren Mandatsanteil fordern will.

Dr. Arons erinnerte an die immerhin nicht unbeträchtlichen Erfolge, die schon 1898 in einigen Landtags- Wahlkreisen, so be­Er meinte, daß sonders in Linden bei Hannover , erzielt wurden. zum Beispiel im dritten Berliner Landtags- Wahlkreise, der aus dem sechsten Reichtstags- Wahlkreis und einem kleinen Teil des fünften besteht, die Gewinnung der Majorität aller Wahlmänner durch unsre Partei nicht ausgeschlossen sei.

Ueber unsre Aufgabe bei der Wahlmännerwahl führte Dr. Arons unter der Zustimmung der versammelten Parteigenossen aus: Es ist nötig, etwaige liberale oder demokratische Verfamm lungen, in welchen Wahlmänner dieser Parteien aufgestellt werden, zu besuchen. Es muß in diesen Versammlungen er­klärt werden, daß wir bei Stichwahlen oder dort, wo wir keine eignen Wahlmänner aufstellen können, liberale oder demokratische Wahlmänner- Kandidaten nur unterstützen, wenn diese bei ihrer Aufstellung erklären, gegebenenfalls für einen socialdemokratischen Abgeordneten Kandidaten stimmen zu können. Die Stellung dieser Frage ist dringend notwendig, denn es könnte sonst leicht kommen, daß die demokratische oder liberale Parteileitung hinterher sagt: Wir möchten ja sehr gern, daß Ihr einen Siz bekommt, aber es ist unfren Wahlmännern leider aus allerlei persönlichen Rücksichten unmöglich, für einen socialdemokratischen Kandidaten zu stimmen. Das werdet Ihr doch einsehen und für uns stimmen!" Dem muß ein Riegel dadurch vor­geschoben werden, daß wir unbedingt bestehen auf unsrer Forderung. Hierin dürfen wir nicht die geringste Schwäche zeigen und müssen alle Leisetreterei vermeiden.

Politifche Ueberlicht.

Berlin , den 14. Auguft.

Der Papst als Socialpolitiker.

Der Volts- Zeitung" wird aus Venedig , dem bisherigen Wirkungskreise des neuen Papstes ein charakteristisches Vorkommnis berichtet, darin Pius X. als Socialpolitiker eine bemerkenswerte Rolle spielt:

" Vor einiger Zeit machte sich unter den Arbeiterinnen unfrer Tabatmanufattur eine Bewegung behufs Erhöhung ihrer elenden Löhne bemerkbar; sie schlossen sich insgeheim zu einer Lega" ( Gewerkschaft) zusammen und beschickten die Gewerkschaften in Mailand , Turin und Florenz , um durch gleichzeitiges Vorgehen den Erfolg der Bewegung zu sichern. Kaum erhielt die Direktion Wind, so verfiel sie auf ein höchst seltsames Mittel, die drohende Gefahr zu beschwören. Eines schönen Tages erschien, von allen höheren Beamten der Manufaktur umgeben, der Patriarch Sarto ( der jetzige Papst) im Hauptsaal der Wicklerinnen und Sortiererinnen und begann eine lange Predigt über das Gift der Socialdemokratie und wider die freche Unbotmäßigkeit der Unzufriedenen gegen die von Gott gesetzte Obrigkeit. Als der Kirchenfürst mit seiner Rede zu Ende war, wollten die Direktoren die Probe aufs Exempel " Den Gipfelpunkt des Unfinns erreicht das preußische Wahl machen und befahlen, daß alle, welche der Lega nicht beitreten system aber dadurch, daß es die bei weitem zahlreichste Partei wollen, die Hand erheben sollten. Und nun ereignete sich ein des Landes, die in der Socialdemokratie organi Wunder, an das nur ganz schlechte Menschen nicht glauben werden: fierten Arbeiter, thatsächlich aus der sogenannten Bolks­vertretung ausschließt. Die Socialdemokratie hat in Preußen in es erhob sich auch nicht eine einzige hand, und ganz In seiner Kritik des Wahlsystems gab der Redner einige sehr leise schlich die Honoratiorengesellschaft aus dem Fabriksaal." fünf Jahren bei den Reichstagswahlen einen Stimmenzuwachs von charakteristische Hinweise: Dieses ganze System, so umständlich und Das Vorkommnis läßt das socialpolitische Verständnis bes rund einer halben Million aufzuweisen gehabt. Aber das preußische zeitraubend, ist offenbar darauf berechnet, daß die dritte Dreiklassen- Wahlsystem ist so sinnreich angelegt, daß dieselbe Partei, wählerflasie sich nur fpärlich an der Wahlhandlung be- Papstes, dem seine Abstammung aus dem Volte und sein socialer deren Wähler mindestens doppelt so zahlreich sind wie die Wähler teiligt. Bei vielen Berufen ist es überhaupt taum möglich, Sinn als besonderer Vorzug nachgerühmt werden, in sehr un­Der konservativen Parteien, auch bei den bevorstehenden daß die Wahlberechtigten gleichzeitig für mehrere Stunden günstigem Lichte erscheinen. Von seiner Religion wird es ihm vor­Landtagswahlen kaum darauf rechnen kann, allein aus eigner Kraft von ihrem Posten fernbleiben können. Es müßte dann gefchrieben, für die Armen und Bedrängten einzutreten, und darum auch nur einen einzigen Vertreter in das preußische Abgeordneten beispielsweise für die betreffende Zeit fast fast der ganze hätten, wenn er sich überhaupt in die Angelegenheit einzumischen für haus zu entsenden, woselbst sich die Konservativen in der Zahl Straßenbahn Verkehr unterbrochen werden, wenn gut fand, die armen Arbeiterinnen Anspruch auf seine Hilfe gehabt, fich alle wahlberechtigten Schaffner und Wagenführer in die Ur- nicht aber die Direktoren der Manufaktur gegen die Arbeiterinnen. Ebenso eindringlich kennzeichnet Dr. Barth den preußischen wählerversammlungen begäben. Es könnten dann nur diejenigen Landtag als die eigentliche Hausmacht der Reaktion; so lange die verhältnismäßig wenigen Leute den Dienst versehen, die entweder Außerdem hat er sich über die Fügsamkeit dieser katholischen Frauen Reaktion in Preußen nicht erschüttert ist, könne gar nicht darauf noch nicht 24 Jahre alt, oder keine preußischen Staatsbürger sind. und seinen Einfluß auf sie als ihr Kirchenhirt arg getäuscht und gerechnet werden, ihr im Deutschen Reiche die Zähne zu Todern". Man wird daher auch solche Leute kaum dort sehen. Dagegen bamit sich selber keinen guten Dienst erwiesen. Daß katholischen Das alles ist sehr richtig und beweist, wie wenig der ift es möglich, Schuhmänner und Nachtwächter italienischen Frauen gegenüber das Verdammungsurteil eines Liberalismus in Preußen seine mindeste Schuldigkeit gethan hat!( Heiterkeit) zur Wahl zu tommandieren, obgleich diese katholischen Patriarchen vollständig wirkungslos bleibt, verdient Dr. Barth mahnt nun den Liberalismus, sich auf sich selbst meist nicht sehr freudig ihre Stimme für den vorgeschriebenen wohl hervorgehoben zu werden und sollte den katholischen Herren zu zu befinnen. Er giebt zu, daß die Freifinnigen bisher nicht konservativen Kandidaten abgeben und oft innerlich ganz denken geben.- allzu viel Kraft daran gesetzt haben, eine gründliche Reform des anders gesinnt sind. Aber sie werden zu Zwangskonservativen Landtags Wahlrechts herbeizuführen". fordert nun einen gemacht. Durchschnittlich betrug 1898 die Beteiligung in der dritten Generalsturm gegen die preußische Reaktion unter der Selaffe nur 15 Prozent. Wenn es uns nun durch eifrige Agitation Losung des allgemeinen, gleichen, geheimen Wahlrechts für Preußen. gelingt, die Beteiligung auf das Doppelte und höher zu treiben, so Dieser Kampf jei eine politische Notwendigkeit ersten Ranges. muß das Verfahren noch langwieriger werden. Gerade das v. Goßler mit. Herr v. Goßler ging vor mehreren Monaten auf Dann führt Dr. Barth aus, daß dieser Kampf mur zu führen Wider wärtige und Lächerliche bei diesem System Urlaub und man wußte, daß er aus dem Urlaub nicht wiederkehren sei, indem der Freifinn mit der in der Socialdemokratie organi fann uns bei regjamer Beteiligung zu manchem Erfolg verhelfen. werde. fierten Arbeiterschaft zusammenzuwirken sich entschließt. Hierzu führt Je länger die Stimmenabgabe in der dritten Abteilung Wie ebenfalls vorauszusehen war, tritt an die Stelle v. Goßlers dauert, um so ungeduldiger müssen die kommandierten Wähler, der bisherige Direktor im Kriegsdepartement, Generallieutenant Wie dies Zusammenwirken im einzelnen sich zu gestalten hätte, sowie diejenigen der zweiten und ersten Abteilung werden und v. Einem, der während des Urlaubs v. Goßlers das Amt schon ist eine offene Frage, und die richtige Beantwortung dieser Frage manchem von ihnen wird durch das lange Warten die Wahl so ver- provisorisch übertragen erhalten hatte. ist sicherlich nicht leicht. Aber zunächst tommt es einmal darauf an, ekelt werden, daß er das Lokal verläßt, ohne gestimmt zu haben. Herr v. Goßler hat in siebenjähriger Thätigkeit ohne Begabung, ein grundsägliches Einverständnis darüber herbei-( Seiterkeit.) Dem dem Arbeiter, der nun doch einmal einen Tag aber recht und schlecht als Diener feines Königs die Militärvorlagen zuführen, daß man zusammengehen will, und versäumt hat, fann es gleichgültig sein, wie lange die Geschichte dauert. im Reichstage vertreten. Er ist abgebraucht, und ein neuer Mann, daß man auch bereit ist, der Socialdemokratie Wenn er mit seinen Butterbröten in der Tasche da ist, hält er auch dem der Ruf größerer Beredtsamkeit und Gewandtheit vorausgeht, Landtagsmandate mit verschaffen zu helfen. Kommt es aus. Namentlich aber dem kleinen Geschäftsmanne, dem schon ohne soll die neuen Vorlagen, die den Reichstag erwarten, ber­dazu nicht, nachdem die Socialdemokratie sich ihrerseits hin die öffentliche Stimmabgabe unangenehm ist, wird die Wahl- treten. grundsäglich bereit erklärt hat, mit den Freifinnigen zusammen handlung doppelt widerwärtig durch die Zeitverfäumnis. Und auch bei den Landtagswahlen gegen die Reaktion zu marschieren, so die Schutzleute, die Post- und Bahnbeamten kann man nicht für läge darin eine Kräftigung der Neaktion, die sich nicht blos in einen ganzen Nachmittag nebst Abend abkommandieren, weil sonst den Mandatsziffern ausdrücken würde. Sollte der Frei- der öffentliche Dienst zu sehr leidet. So können wir durch zahlreiches finn aus Angst vor dem roten Gespenst das Zusammenwirken Erscheinen und Beharrlichkeit manches erreichen und uns den Kampf mit den Socialdemokraten bei den Wahlen ablehnen, oder dadurch, daß wir ihm den Reiz eines lustigen Krieges verleihen, dieses Zusammenwirken durch eine elende Mandatsträmerei schmackhaft und erfolgreich zugleich zu machen.( Zustimmung.) Auch unmöglich werden, so würde die flerifal fonservative die radikalsten Berliner Genossen wurden, so glaube ich, für die Be­Realtion das mit Recht als eine moralische Stärkung ihrer teiligung gewonnen durch diese heiteren Kampfaussichten. politischen Stellung betrachten. Denn dann wäre thatfächlich ers

er aus:

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Goßlers Abschied.

Der Reichs- Anzeiger" teilt jetzt den Abschied des Kriegsministers

Wegen Teilnahme an ordnungsfeindlichen Bestrebungen find vor einiger Zeit in Bromberg sechs Arbeiter der königlichen Eisenbahn­Werkstätten entlassen worden. Ihre Entlassung ist mit dieser aus­drücklichen Begründung von der Eisenbahn- Direktion bestätigt worden. Die Ordnungsfeindlichkeit der Sechs bestand darin, daß sie Mit­glieder einer Organisation, des Verbandes der Eisenbahner geworden waren. Stann es wohl auch etwas Ordnungsfeindlicheres geben wie eine Organisation? Organisation ist ja der gerade Gegensatz von Ordnung wenigstens, wie es scheint, im Eisenbahn - Deutsch .

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