Nr. 286.
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Ericheint täglich außer Montags.
Vorwärts
Berliner Volksblatt.
20. Jahrg.
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Telegramm Roreffe: Socialdemokrat Berlin".
Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983.
Der dritte Mann.
Dienstag, den 8. Dezember 1903.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.
Von denjenigen Parteien, die an absoluter Stimmenziffer zugenommen haben, haben jedoch abgenommen im prozentualen Anteil zur vermehrten Wählerzahl die Konservativen und der Bund der Landwirte.
Gesinnungslosigkeit auch heute im Schwange sein Danach haben gegen 1898 an Stimmenzahl absolut abmag, so zögern doch noch viele gebildete Leute, genommen: die Deutsche Reichspartei, die Freifinnige VolksNach Beherlein und Bilse der Freiherr von Guhlen. Auch er sie offen zur Schau zu tragen. Die überwiegende Mehr- partei, die Deutsche Voltspartei, die Antisemiten, der Bauernbund, giebt eine Stritit des Militarismus, an der wir nicht achtlos vorbei heit der ehemaligen Referve- Offiziere zieht es daher vor, in dem Fahr- die Gruppe der andren Parteien". gehen dürfen. Das Manuskript seines bei Heinrich Minden in waffer eines offiziellen Royalismus zu bleiben; und sie hat um so Dresden und Leipzig erschienenen Werkes Sine ira et studio, weniger Anlaß diesem zu entsagen, je größer in der Familie der Militärische Betrachtungen 1900-1903" lag aber bereits abgeschlossen männliche Nachwuchs ist, der, um vorwärts zu kommen, auch einmal da, ehe alle Welt von Beherlein und Bilfe zu reden begann. Dieser nach den Epaulettes des Reserve Dffiziers wird trachten müssen." Umstand muß schon deshalb hervorgehoben werden, weil er beweist, Wer die Verhältnisse in unserm Bürgertume fennt und die mo daß die einschneidende Kritik des Militarismus, die Jahr- ralischen Verwüstungen beobachten konnte, die das gierige zehnte hindurch einzig und allein der Socialdemokratie überlassen Streben nach dem Offiziersportepee, das widerwärtige Karriereblieb, mit einemmal in der Luft liegt". So wie Erfindungen schnaufen anrichtet, der kann über solche Worte nicht erstaunt sein. auf dem Gebiete der Technit oft von zwei, drei räumlich weit von Sie sind nicht neu; neu ist nur, daß ein Offizier, wenn auch ein einander wohnenden Männern gleichzeitig gemacht werden, wenn abgehalfterter, sie ausspricht. ,, die Zeit erfüllet ist", so ertönen auch jetzt die kritischen Stimmen Guhlens Hoffnung ist eine fräftige parlamentarische Aktion. Als gegen den Militarismus aus vieler Munde, weil bekanntlich unter bürgerlicher Utopist hofft er von ihr eine Regeneration des Heergewissen Umständen sogar die Steine zu reden beginnen! wefens. Er wird also noch wenigstens eine große Enttäuschung Das Buch des Freiherrn v. Guhlen unterscheidet sich von denen in seinem Leben zu ertragen haben, wenn er alt wird. Der Milita Auch die Entwicklung der Socialdemokratie gegenüber ber Beyerleins und Bilses wesentlich. Beyerlein, der in der Schule rismus ist nicht mehr zu retten. An seinen eignen Ungeheuerlichkeiten Gesamtheit der andern Parteien kann nur aus der Prozentzahl des Zolas gebildete Romancier, wird zum Richter über den Militarismus, und an dem Widerspruch mit der allgemeinen menschlichen Ent- bisherigen Wachstums zwischen 1898 und 1903 richtig bewertet weil er das Milieu genau und wahrheitsgemäß schildert, in den die wickelung muß er zu Grunde gehen. Die gute alte Zeit" kann werden. Die nicht socialdemokratischen Parteien zählten 1898: Personen seiner Erzählung leben. In der Wahrhaftigkeit liegt die niemand wieder heraufführen, am wenigsten die Bourgeoisie, die 5 679 638 Stimmen, ihr Zuwachs auf 6528 023 im Jahre 1903 " Tendenz" seines Werkes, die der Verfasser von seinem Standpunkte heute auch einer Prätorianerschar ihre Reverenz machen würde, wenn bedeutet eine Steigerung der Stimmen um 14,85 Proz als Künstler leugnen muß, wenn er selbst auch aus fie des Schutzes ihrer Geldschränke, der Sicherung ihrer Privilegien, Socialdemokratie wuchs von 2 107 076 im Jahre 1898 auf 3010771, Bei dem lebhaften Interesse. das unser der Niederhaltung der Umstürzler" durch eine solche gewiß wäre. D. H. um 42,89 Proz.!
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Politifche Ueberficht.
Wahlstatistische Beruhigungspulver.
Absolut und relativ getvachsen sind die Nationalliberalen, die Freifinnige Vereinigung, das Centrum, die Polen , die Socialdemokratie. Das größte Wachstum außer der Socialdemokratie hatten National liberale und Centrum. Die Nationalliberalen hatten einen absoluten Zuwachs von 341749 Stimmen, das Centrum von 420153 Stimmen, die Socialdemokratie aber von 903 695 Stimmen. Der Anteilszuwachs dieser Parteien an je 100 abgegebenen Stimmen beträgt für die Nationalliberalen 1,3, für das Centrum 0,9, für die Socialdemokratie 4,5.
Die
im völligen Widerspruch zu den Vorschlägen des Staatssekretärs v. Stengel, und die Centrumspresse nimmt eine überwiegend ablehnende Haltung ein. Nach der Germania " wird der Abgeordnete Dr. Schädler als erster Stedner des Centrums zum Etat die Bedenken und Einwände seiner Partei vortragen.
der Rolle fällt. ganzes Volt an dem modernen Heerwesen nimmt und nehmen Der Weg geht nur nach vorwärts, zum wahrhaften Volksheere, Wenn diese Ziffern geeignet sind, die bürgerlichen Parteien zu muß, fühlen wir alle diese„ Tendenz" freilich fast allzu deutlich der demokratischen Organisation des nationalen Schutzes. Im beruhigen und von schwerer Socialistenangst zu befreien, so soll es heraus: fie giebt schließlich dem ganzen Buche seine specifische Stampfe für diese Fortentwicklung können aber auch die uns recht sein. Auch wir sind der Ansicht, daß unsre Erfolge vom Färbung. Lieutenant Bilje Hat in seinem Roman:„ Aus einer Waffen gute Dienste leisten, die bon den bürgerlichen 16. Juni 1908, fo groß fie sind und so wenig sie durch statistische fleinen Garnison" eine Abrechnung mit allen denen gehalten, utopiſten geliefert werden. Und deshalb möchten wir allen, die sich Spielerei beeinträchtigt werden können, noch feineswegs groß unter denen er jahrelang in Forbach gelebt und gelitten hat; nur mit der Frage des Militarismus beschäftigen, raten, fich die Stapitel genug sind. Und wir wollen unser möglichstes dransetzen, un infofern giebt er weitere Ausblicke, als er behauptet, in den fleinen in Guhlens Buche, die von den Kaisermanövern, der Uniformierung durch weiteres Wachstum die bürgerlichen Parteien vor allzu großer Grenzgarnisonen mit ihren übermäßig übermäßig starken militärischen des Heeres, dem modernen System der Auszeichnungen, den Rekruten- Beunruhigung zu bewahren. Belegschaften müßten ähnliche Zustände mit Naturnotwendigkeit bereidigungen, dem Friedericianischen Paradegriff und andern dekoentstehen. Sein Buch ist als menschliches Dokument nicht rativen Errungenschaften der allerneuesten Zeit handeln, recht genau Zur Finanz- Reform". Ob die Stengelsche Finanzreform, die ohne Interesse, von jedem andren Standpunkt aus be- anzusehen. Es steht wirklich viel Gutes darin; es wird sich die in Wirklichkeit nichts ist, als die Vorbereitung neuer indirekter problematischem Werte. Für die Gelegenheit bieten, bei den Beratungen des Militäretats im Reichs- Centrum ab. Die bisherige Finanzpolitik des Centrums steht Aussichten im Reichstage hat, hängt wiederum vont Kritik der Verhältnisse in Forbach brauchen wir es nicht tage noch verschiedenes hervorzuheben. mehr, nachdem das Militärgericht in Metz den famosen „ Wahrheitsbeweis" geliefert hat. Freiherr v. Guhlen, der Dritte im Bunde, tritt dagegen mit der Absicht in die litterarische Arena, als Kritiker aufgenommen zu werden. Sein Wert fegt sich aus einer Reihe von Abhandlungen zusammen, die zum Interessant ist, daß die Regierungskreise in der jetzigen Haltung Zur Beruhigung des Bürgertums" ergehen sich einige Zeitungen des Centrums noch nicht das lezte Wort dieser Partei Teil, wie Journalartikel, unter dem frischen Eindruck bestimmter Er- eifrigst in wahistatistischen Bemühungen. Herr Dr. Arendt erblicken. In den„ Berliner Politischen Nachrichten" wird auseignisse, wie z. B. der Kaisermanöver oder des Prozesses Hüfiener, gab schon vor Wochen den Ton an, daß es mit der socialdemokrati- geführt: geschrieben worden sind. So ziemlich alle Sparten unsrer Heeres- schen Gefahr denn doch nicht gar so schrecklich sei, neuerdings folgten einrichtungen und des militärischen Dienstes nimmt Guhlen unter die Grenzboten" und so hat denn schließlich auch das Ber seine fritische Lupe und macht seine Bemerkungen dazu, toie wenn liner Tageblatt" fein Dreimillionen Gespenst entdeckt. er vom großen Generalstab zu einem Bericht aufgefordert worden Bald nach wäre. Mit der eindringlichen Sachkenntnis des langgedienten Front- Socialdemokratie schwere Bestürzung verursacht, aber eine nähere nach der Reichstagswahl habe das Wachstum der offiziers weiß er seinen Tabel oft in wenige knappe Säge zu Untersuchung der Wahlziffern könne in weiten Streifen ,, Ueberraschung sammenzufassen, die ebensogut in der Stritit nach einer Besichtigung und warum sollte man's verschweigen- Beruhigung und Er oder einer Felddienstübung fallen tönnten, vielleicht auch gefallen mutigung erzengen". Was will man nun beweisen? Den Auffind- che der blaue Brief den Freiherrn v. Guhlen in das schwung der focialdemokratischen Stimmen von 2 107 076 im Jahre 1898 auf 3010 771 im Jahre 1903 soll in Wirklichkeit ganz Weit entfernt ein Revolutionär, ein kühner Neuerer auch nur erheblich geringer" sein, als es auf den ersten Blick erscheine. Da auf seinem eigensten Gebiete zu sein, ist Freiherr v. Guhlen die Thatsache des socialdemokratischen Wachstums um 908 695 Stimmen NB. ein gläubiger Nachbeter des Märchens von der Provokation der aber unweigerlich feststeht, so kann die bürgerliche Beruhigung", Unteroffiziere zu Soldatenmißhandlungen durch socialdemokratische wie von vornherein flar ist, nur durch statistische Spielerei Emissäre im bunten Rocke! vielmehr ein Lobfänger der guten gewonnen werden. Man leistet sich die amüsante Annahme, daß alten Zeit". Er beklagt die Einführung der zweijährigen Dienstzeit mindestens 300 000 socialdemokratische Stimmen von solchen Socialund hofft den Tag noch zu erleben, wo man zu der geheiligten demokraten herrühren, die schon 1898 Socialdemokraten waren, Dreizahl der Dienstjahre zurückkehren wird; mit schwärmerischer aber sich damals der Wahl enthielten. Durch Vergrößerung der Verehrung blidt er auf den Heldengreis" Wilhelm L. und Biffer von 1898 foll die Ziffer von 1903 verkleinert erscheinen. feine Handlanger, und was ihm die Feder in die Hand weiter wird auf den Zuwachs, den die bürgerlichen Parteien am drückt, ift in erster Linie die Trauer darüber, daß 16. Juni hatten, nämlich insgesamt 839 199 Stimmen, hingewiesen; Schlimmeren zuzutrauen. Epigonen das Werk der alten Generation zu vernichten drohen. also habe die Socialdemokratie einen wirklichen Stimmenzuwachs" Man begreift, daß dieser Standpunkt nicht der unsre fein von nur 64 496 gewonnen!
Land der Cylinder verscheuchte!
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Die erstmalige Stellungnahme der Centrumsblätter läßt noch keinen sicheren Schluß auf die endliche Beschlußfassung der parlamentarischen Vertretung der Partei zu. Man wird sich ers innern, wie lebhaft die Centrumspresse anfänglich die ver schiedenen Flottenvorlagen bekämpft hat, während, nachdem zunächst noch die Zweifelsgründe rednerisch start betont wurden, schließlich das Centrum der Verstärkung der Flotte doch im wesentLichen zugestimmt hat. Man wird daher auch jetzt aus den kritischen Bemerkungen einiger Centrumsblätter noch feineswegs den Schluß ziehen dürfen, daß das Centrum im Reichstage sich, wie es die freifinnigen und socialdemokratischen Gegner Der Vorlage natürlich wünschen, ihr gegenüber ablehnend verhalten wird. Man wird daher gut thun, sich durch einzelne abfällige Kritiken in den Centrumsblättern nicht beirren zu lassen. Eine Partei, die Wert darauf legt, ihre Regierungsfähigteit nach allen Richtungen hin zu erweisen, dürfte vielmehr auch in dem vorliegenden Falle, wo es gilt, Klarheit und Durchsichtigkeit in den Reichshaushalt selbst und in das Verhältnis zwischen reichs- und bundesstaatlichen Finanzen zu bringen, nicht ver sagen wollen."
ist nur allzu berechtigt. Nach der neueren Entwicklung der Klerikalen Die Erinnerung an den grandiosen Flottenumfall des Centrums Bartei als eigentlicher Regierungspartei ist ihr jede Mauferung zum
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Deutfchen Reich.
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kann. Aber wir können doch zu dem alten Offizier in ein Verhältnis Eine fachliche Beurteilung der Parteientwicklung auf Grund der tommen, weil er ein flares Verständnis für die Bedeutung der staatsiegt vorliegenden amtlichen Vergleichenden Uebersicht der Wahlen bürgerlichen Freiheit hat. Nachdem er den Soldatenrod von 1898 und 1903" ist nur möglich, indem man die Ziffern für die Verdiensten entsprechend, völlig in die Gunst der realtionären Richter- Lohnt. Herr Eugen Richter und seine Partei find, ihren ausgezogen hat, ist ihm das Verständnis dafür aufgegangen, was einzelnen Parteien durchgeht. Für die Wahl 1898 wurde die deutsche Reichstagsmehrheit aufgenommen. Die Freisimmige Zeitung" ver der Bürger ist. Der Bürger- nicht aber die Bourgeoisie! Bevölkerung( nach der Zählung von 1895) auf 52 279 901 Stöpfe au findet jubelno, daß diesmal unter den acht Schriftführern a to ei Denn ohne ihre sittliche und politische Verlotterung, so meint Guhlen, gegeben, 1903( nach der Zählung von 1900) auf 56 367 178 Stöpfe. aus ihrer Partei gewählt seien. Im vorigen Reichstag hatte die könnte es auch mit dem Militarismus nicht so arg stehen, wie es ist. 28 a hlberechtigt waren 1898: 11 441 094, 1903: 12 531 248. Freijinnige Boltspartet einen Schriftführer und die Freisinnige VerHätte eine Selbstbewußte Vertretung einer selbstbewußten Bourgeoisie an der Wahl beteiligten sich 1898: 7 786 71468,1 Proz. einigung gleichfalls einen. An Diesmal hatten die übrigen Parteien mit fräftiger Hand eingegriffen, als es noch Zeit war, dann wäre der Wähler, 1903: 9533 79476,1 Broz. der Wähler. Die Ent- es entfchieden abgelehnt, der Freifinnigen Bereinigung einen Schrift nach seiner Ansicht manches besser geworden. Wir wollen mit dem wickelung der einzelnen Parteien zeigt folgende Tabelle: führer au augestehen." Die Freisinnige Boltspartei ſtedt ſo tief 1903 siscitis in der Reaktionsschmach, daß sie sich des unwürdigen BegönnerungsWählerzahl Proz. verhältnisses, in dem sie steht, nicht einmal mehr bewußt ist. Sie 948 448 10.0 el triumphiert, daß die Reaktion von ihren Leistungen befriedigt ist und fie gnädig belohnt.
Verfasser über die Berechtigung dieser Anschauung deshalb nicht streiten, tveil er wenigstens einen gewissen Zusammenhang zwischen den Schäden des Militarismus und dem Niedergange des Bürgertums nicht übersieht. Dafür ist z. B. sein Kapitel über„ Staatsbürger und Reserve- Offizier" tennzeichnend. Wer ist heute nicht Reserve- Offizier?" ruft er aus. Jeder muß nach ihr( dieser Charge) streben, wenn er nicht über die Achsel angesehen, wenn er ohne Schwierigkeiten vorwärts kommen will... Kein Reserve- Offizier kann( aber) eine von den Auffassungen
1898
Wählerzahl Proz. Deutsch - Konservativ 859 222 11,1 Reichspartei Nationalliberale Freis. Vereinigung Freis. Volkspartei
Deutsche Voltsp..
Centrum
Bolen. Antisemiten. Bund der Landw. Bauernbund Andre Parteien") Unbestimmt. Zersplittert Socialdemokratie
5,7 so
343 642 971 302 195 682
4,4 12,5 2,5
333 404 8,5 1313 051 13,8 248 280 2,6
558 814
7,2
1 542 556
5,7
108 528
1,4
91 217
1,0
1,0
1 455 189 18,8
1875 292 19,7
244 128 284 250
8,1
110 389.
3,7 1,4
244 543 2,6
140 804
268 234
92 187
847 784 3,7
118 759 1.2 1,8111 875 1,2
3,5 1,2 13 846 0,2
248 024
2,6
55 249
0,6
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Die freifonservative Fraktion hat diesen Antrag im Reichstage eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichstanzler zu erfuchen: 1. Angesichts der bei den letzten preußischen g Landtagswahlen vorgekommenen Ausschreitungen auf eine Erweiterung und Verschärfung der im§ 107 des Strafgesetzbuches zum Schuße der Wahlfreiheit getroffenen Bestimmungen im Wege der Gesetzgebung hinzuwirken; 2. Maßnahmen zu treffen, um die Wählerlisten gegen fahrlässige Auslaffungen und mißbräuchliche Eins tragungen zu sichern und betrügerische Ausübungen des Wahlrechts unmöglich zu machen.
Der Regierung abweichende Ansicht öffentlich bekunden, ohne be fürchten zu müssen, daß er sofort mit dem Bezirkskommandeur zu thun bekommt Man schweigt lieber, als daß man es mit den Leuten oben verdirbt... So entwickelt sich unter den ReserveOffizieren sehr schnell jener moderne Royalismus, der sich am deutlichsten in dem Bestreben fund giebt, mit den Regierenden jederzeit durch dick und dünn zu gehen, ohne Rücksicht auf den ærs, der zufällig gesteuert wird. Das schlimmste aber ist dabei, daß die politische Unfreiheit der Reserve- Offiziere auch noch*) Sierunter find zusammengefaßt: Litauer, Nationalsociale, dann weiter besteht, wenn er schon längst das Waffenkleid für immer Dänen, Welfen, Hessische Rechtspartei, Mecklenburgische Rechtspartei, an den Nagel gehängt hat. Wer wird sich selber gern untreu? So sehr die Elsaß- Lothringer.
2107 076 27,2
11 884 0,1 3010 771 31,7
Ausnahmsweise tönnen wir einem Antrage der reaktionärsten Partei des Reichstages zustimmen.§ 107 des Strafgesetzbuchs spricht in der jezigen Fassung nur von der Wahlverhinderung durch Getvalt oder Bedrohung mit einer strafbaren Handlung. Es giebt aber außerdem noch zahlreiche Methoden, durch welche das Wahlrecht der focial Schwächeren schwer gefährdet und beeinträchtigt wird. Wir find recht begierig, ob die Konservativen, deren Partei- Existenz auf