Einzelbild herunterladen
 

Nr. 56.

Abonnements- Bedingungen:

=

Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., fvöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags­nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Pfg. Post­Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs­Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat.

Ericheint täglich außer montags.

Vorwärts

Berliner Volksblaff.

21. Jahrg.

Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett­gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstabent zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet

Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin".

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Der Fall Arenberg.

Der Fall Arenberg ist eine so krasse Verurteilung unsres Militär­und Kolonialsystems, daß es auch die reaktionäre Preffe nicht wagt, die ungeheuerliche Thatsache zu beschönigen, daß ein schwachsinniger Säufer, Idiot und Rowdy lange Jahre als Offizier und gar als Kolonialoffizier geduldet werden konnte. Leugnen und Vertuschen ist da nicht möglich. Man spielt deshalb selbst den Sittlich- Entrüsteten und heischt mit mehr oder minder gut gemimtem Pathos Aufklärung seitens der verantwortlichen Stellen. Bugleich verlangt man, daß der prinzliche Mörder lebenslänglich im Irrenhaus interniert werde. Ueber die Wirkung dieses Theater­donners giebt man sich sicherlich keiner Täuschung hin.

In der Deutschen Tageszeitung" lesen wir:

-

Sonntag, den 6. März 1904.

Die Post" läßt sich also vernehmen:

" Wichtiger und weit schwerer zu begreifen und wohl unmöglich zu beantworten ist eine andre Frage: wie konnte ein so entarteter Mensch, wie dieser prinzliche Menschen­und Tierquäler Offizier werden? Es widerstrebt uns, alle die Scheußlichkeiten zu wiederholen, die nach Ausweis übereinstimmender Zeugenaussagen der Angeklagte selbst an wehrlosen Kreaturen beging. Es genügt die Hervorhebung, daß nicht etwa erst in den Jahren, da der Entwicklung fein wachsames Auge mehr folgen konnte, sondern schon in den frühen Knabenjahren sich ein Hang zur sinnlosen Quälerei andrer Wesen ausprägte, der nur eine Einzelerscheinung der gesamten sittlichen Verwahrlosung es genügt diese Hervorhebung, um immer von neuem die Frage laut werden zu lassen: wie fonnte ein solcher Verkörperer aller sittlichen und moralischen Defekte Offizier werden?

war

-

Und als er Offizier geworden, dasselbe Treiben mit Aus­schweifungen aller Art, das den Borgesetzten unmöglich verborgen bleiben konnte. Vielleicht deshalb gerade hielt man ihn noch für geeignet zum Dienst in den Tropen.

"

der

"

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984.

Angst bekommen hatte, der so grausam und wieder so harmlos gut, mütig sein konnte. Er mag sogar dem Neger manchmal recht sonderbar borgekommen sein. Aber der kleine Cain hatte nicht den Scharfsinn von Berliner Psychologen; er sah so lange nichts von einer Entartung in dem durchlauchtigen Gehirn, bis er den Ladstock im eigenen Gehirn hatte. In Berlin aber figen die ge­lehrten Herren und weisen nach, wie sich aus der durch Inzucht entstandenen erblichen Belastung der Hang zur Grausamkeit, zum Cäsarismus, zur firen Jdee und zum Ver folgungswahn entwickelt hatte."

Beneidenswerter Nigger- Boy! Verbohrte aufrührerische Süd­westafrikaner, die Ihr die Ehre nicht zu würdigen wißt, durch Ein­buße Eures armseligen bißchen Lebens" das Verhandlungsobjekt ordensgeschmückter Herren" zu werden!

"

Vom Kriegsschauplatz.

Rückzug der Ruffen aus Korea ?

Die Blockade von Wladivostok durchbrochen? habe, hätten mit Kohle, Nahrungsmitteln oder andrer Konterbande Aus Tokio wird nach New York gemeldet, wie sich herausgestellt beladene Schiffe neuerdings die Tsugarustraße passiert und seien in ladivostok eingetroffen. Daraus gehe hervor, daß die Japaner Unter den Schiffen hätten sich deutsche, britische und norwegische ihre Bemühungen eingeschränkt haben, die Schiffe aufzuhalten. Fahrzeuge befunden.

" Daß diese Sachverständigen ihr Gutachten nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben und daß die Richter ihr Urteil pflichtgemäß und im Bewußtsein ihrer schweren Verantwortung Es sind ernste Warnungen, die dieser Fall für unsre Heeres- wie Kolonialverwaltung enthält; gefällt haben, daran ist kein Zweifel gestattet. Und doch hinter­mögen aus ihnen die rechten, Wie der Times" vom 4. März aus Tokio telegraphiert wurde, praktischen Schlüsse gezogen werden. läßt die Freisprechung einen ungemein peinlichen Eindruck. Die sollen die russischen Truppen, die bisher südlich vom Frage, wie es möglich war, daß ein Mensch, wie Prosper Arenberg, Ganz in der gleichen Tonart, in dem gleichen Gedankengang ista luflusse standen, sich sämtlich in der Richtung an die verantwortliche Stelle, an der er stand, gestellt werden eine Auslaffung des Scharfmachergeschwisters: der" Post" und der Berl. auf den Jalu zurückgezogen haben. konnte, heischt Antwort und bleibt leider unbeantwortet. Wußte Neueste Nachrichten" gehalten. Danach könnte ein Naiver glauben, Gefunkene Schiffe? man denn gar nichts von seinem seltsamen Geisteszustande, daß doch diesen einmütigen Entrüstungsschreien irgend etwas gar nichts von seinem häßlichen Vorleben, gar nichts von seinen folgen, daß irgend eine Aenderung in unserm mili- zufolge berichtete ein Missionär in Tengschau in der Provinz Dem Korrespondenten des, Daily Chronicle" in Shanghai fcheußlichen Gepflogenheiten? Der Fall wird eine ernste, tief- taristischen und kolonialen System eintreten würde. Daß aber gar Shantung, daß 28 japanische Matrofen am 25. Februar ernste Warnung an die maßgebenden Behörden nichts erfolgen wird, ja geradezu drastisch schon dort gelandet seien. Sie erzählten, ihr Schiff fei zwischen sein müssen. Aber noch eine andre Frage heischt Antwort. das Wie kann die Gesamtheit dauernd und wirksam vor solchen heutige Verhalten der Vertreter bürgerlichen Port Arthur und den Miaotan Inseln gesunken Kranten" geschügt werden? Die Notwendigkeit dieses Parteien im Parlament. Da erklärte der Redner der National- infolge eines Busammenstoßes mit einem ruffifchen Schuges liegt auf der Hand. Irgend welche Rücksicht tann und liberalen unentwegt: Wir glauben nicht an den Baudissinschen Kriegsschiffe, welches gleichfalls fant. 200 Japaner darf es nicht geben. Stranke" dieser Art sind dauernd gemein- Roman", wofür er das lebhafte Bravo der ganzen Rechten erntete, wurden von chinesischen Dichunken gerettet. Der übrige Teil der gefährlich. Die That, die Prosper Arenberg begangen hat, beweist und selbst der freisinnig voltsparteiliche Herr Eickhoff Mannschaft habe auf den Inseln und auf dem Festland Obdach ge flagend, daß die Gemeingefährlichte it andauernd und betonte, sich nicht einmal zu dem Pessimismus des doch so loyalen chinesischen Behörden gaben den Geretteten Geld, womit sie funden. Von den Russen wurde keiner gerettet. Die vorhanden ist, auch wenn sie scheinbar latent ist. Hieraus Herrn Beyerlein bekennen zu können. Einzelfälle!" Es giebt Tichifu erreichen konnten. müssen die Konsequenzen mit unbedingter Entschiedenheit lein zweites Forbach ", das ist nach wie vor das hochgemute Credo gerade in diesem Falle gezogen werden, damit das Volk der bürgerlichen Parteien des deutschen Reichstages. Und das trok in seinem Rechtsgefühle nicht irre werde. Zu überhumanem Mit­Birna, trotz des Falles Arenberg! Des Falles Arenberg, Teide liegt bei der verschuldeten Entstehung oder Förderung der über den selbst das Blatt einer Partei, der heute vom Krankheit" nicht die geringste Veranlassung vor." Die Tägliche Rundschau" glaubt nicht daran, daß Kriegsminister das Zeugnis der Deutsch freundlichkeit Bring Mörder lebenslänglich ins Jrrenhaus gesperrt werden wird. also des Patriotismus" ausgestellt wurde, das Berliner Tageblatt" urteilt, daß gegenüber dem Fall Arenberg der Fall Sie schreibt: Es bleibt zu viel Unbehagliches hinter dieser Affaire Arenberg Forbach samt allen ähnlichen Fällen verschwände. Daß wir es zurüd; zu viel sprechen wir es nur ruhig aus geradezu Un- mit einem Fäulnis symptom, mit der allgemeinen Gefahr Ein Telegramm des Kaisers von Japan . heimliches. Nicht nur, daß das Gutachten des wissenschaftlichen zu thun haben, gestanden ja auch die oben citierten Blätter ein! Senats der Kaiser Wilhelm- Akademie zu Berlin mit seiner Ver- Und in der That, daß ein Arenberg seine traurige Rolle spielen Dem, Standard" wird aus Tokio von gestern gemeldet: neinung der Frage, ob der Prinz unheilbar geistestrant sei, konnte, das fann nur zwei Ursachen haben: entweder eine Am 2. März richtete der Kaiser von Japan an den Kaiser von Korea uns die unerfreuliche Aussicht eröffnet, dem Herrn, dessen ungeheuerliche Rücksicht auf den Rang des hochadeligen Verbrechers daß der Krieg lediglich erklärt sei, um dauernd den Frieden ein Telegramm, worin er ihn persönlich davon in Kenntnis fest, gesellschaftliche Formen heute mehrfach von den Sach- oder eine allgemeine Zarheit in der Auffassung von der Ehre des in Ostasien zu sichern, und ihm seine große Ge. verständigen anerkannt worden sind, nach einiger Zeit als elegantem Offizierſtandes, die man bisher- trotz Forbach ! für unmöglich nug thuung über den Abschluß des legten Ab. Flaneur Unter den Linden zu begegnen; nervenstärkende Bäder und Luftturorte wirken ja manchmal Wunder, und noch nüglicher er- gehalten hätte. tommens ausspricht, das sicherlich zu erhöhter weist sich gelegentlich eine fonfequente Alkoholentziehungsfur. Aber Und trotz dieser furchtbaren Bloßstellung, trotz des dröhnenden Vertraulichkeit zwischen beiden Ländern führen man kann dem Borwärts" doch nicht ganz unrecht geben, Theaterdonners der eignen Presse die begeisterte Huldigung für die werde. Kaiser Mutjuhito spricht ferner die Hoffnung aus, daß ivenn er die Frage aufwirft, wieviele Verbrecher wohl vor dem Führer des Voltes" Wer bei einer so hoffnungslosen die Beziehungen zwischen Japan und Korea noch engere werden Gang zum Schafott bewahrt blieben, wenn auch ihrer sich Sach- moralischen Agoni. selbst der Volksvertretung für ihre freigebigen Spenden zum Besten der japanischen Truppen. würden, und dankt dem Kaiser von Korea und dessen zwei Söhnen verständige und wissenschaftliche Senate annähmen und den geistigen noch eine Besserung der Zustände zu erwarten vermag, verdient als Zustand sorgfältig bis in die scheinbar unbeträchtlichsten Einzel- Rarität ausgestopft zu werden! Demselben Blatt zufolge sind die allgemeinen Wahlen heiten erforschten. Wer den Papst zum Better hat 3um japanischen Abgeordnetenhause nahezu beendet. das steht mit Flammenschrift über diesem Ver- Wie wenig ernst es Junkertum und Bourgeoisie mit ihrer Bisher wurden 130 Konstitutionelle, 96 Mitglieder der Fortschritts­fahren gegen Prosper Arenberg, das den Mörder von Behandlung des Falles Arenberg meinen, beweist auch schon die partei, 70 Unabhängige und 83 Mitglieder der fünf kleineren Begnadigung zu Begnadigung bis an die Schwellen der Nerven- Art der Kritit. 11m das Aufwerfen der Frage: Wie Fraktionen gewählt. heilanstalt geleitet hat. Der nämliche, für unser Staatswesen nicht fonnte solch ein Individuum Offizier sein?" kommt man ja nicht gerade rühmliche Spruch steht aber auch schon vor diesem Verfahren. Herum, aber all die interessanten Nebennmstände ignoriert man. Schon vor Jahren haben wir darauf hingewiesen, daß Prosper Aren- So die ungeheuerliche Konsequenz, die sich aus der unbedingten berg in seiner früheren Garnison Münster allgemein für geistig anormal Disciplin gerade im Fall Arenberg ergab, fo die nicht minder un­gehalten wurde. Und diesen Mann sandte man in den verantwortungs- geheuerliche Enthüllung der absoluten Rechtlosigkeit und Vogelfreiheit vollen Tropendienst hinaus; diesen jungenhaften Schwachsinnigen- wir citieren nur die Worte der Sachverständigen der Eingeborenen, die dem jedes nach der Bekundung des Lieutenants Verständnis für das, was sittlich ist, fehlt", erfor man zum Repräsen- Bet win auf die vage Mutmaßung eines Offiziers hin über den tanten der höheren Rasse" und setzte ihn in die Wildnis, wo der Mensch Haufen geschossen werden können. Auch von der Jllustration der mehr als sonst noch die Begriffe von gut und böse in der eignen Ehr begriffs des Offiziers, die der Prozeß Arenberg Brust tragen muß, zum Herrn über Leben und Tod: Wir tönnen lieferte, nahm man keine Notiz. Gegen das feine Chrgefühl des nur nochmals betonen: uns wird es unheimlich bei der Verfolgung Hüssener und Brüse wit sticht wundersam die Gelassenheit dieser Gedankenreihe und es ist uns ein schlechter Trost, daß die ab, mit der man sich von einem Prinzen an die Wand Regierung offenbar mur deshalb den wegen Miß­handlung von untergebenen Vorbestraften, werfen läßt!

"

-

"

Politische Ueberficht.

Berlin , den 5. März.

Die Demokratisierung der Armee. Das hätte nicht kommen sollen dieser fürchterliche Fall Arenberg! Hatte der Kriegsminister v. Einem noch am Freitag ver­sucht, das heutige Militärsystem gegen Bebels Anklagen zu retten, indem er sich den Anschein gab, als sei alles nicht so schlimm, so verging ihm die Lust zu antworten, als am Sonnabend unser Ge­noise Gradnauer ihm den Namen des prinzlichen Uutiers vorhielt. Wie? Der Kriegsminister hatte gefragt, ob denn die Socialdemo fratie die entfeßlichen Schilderungen des Baudissinschen Romans

durch Weiber und Champagner frühzeitig Entnervten in den Ein Blatt aber vermag sogar dem Fall Arenberg noch eine glaube? Gradnauer replizierte: Würde jemand einen Roman für Kolonialdienst übernommen hat, weil er gewichtige Fürsprecher Lichtseite abzugewinnen. Es feiert es als ein erhabenes Zeichen glaubhaft halten, der die Thaten des Prinzen Arenberg zum Gegenstand hatte und in specie der Prinz Franz Maria Assisi von Arenberg, unsrer kolonisatorischen Kulturhöhe, daß ein obsturer afrikanischer hätte? Im Fall Arenberg bricht die Legende des Volks in der Kolonialegperte des machtgebietenden Centrums, sein Bastard infolge des Glücksumstandes, von der Hand einer deutschen Waffen elend für immer zusammen. Hier entblößt sich das Kasten­Vetter war." Durchlaucht gemeuchelt worden zu sein, noch der Ehre teilhaftig heer in seiner ganzen Abscheulichkeit. Ein seit Geburt entarteter Was die Anspielung auf den Vetter des Mörders, den wird, ein deutsches Kriegsgericht zu beschäftigen. Mensch, schlimmer als das niedrigste Vich, wird als Führer des Centrums Abgeordneten Prinzen v. Arenberg anlangt, so Die National- Zeitung" schreibt nämlich: Wolfes, als Erzieher der Soldaten losgelassent, er treibt seine ist es allerdings auffällig, daß sich die Germania " noch in ihrer heutigen Abendnummer über die Art, die Sensations- Affaire zu be­handeln, nicht schlüssig geworden ist und sie deshalb mit einer nichtssagenden Kleinen Notiz in der Morgenausgabe abzuthun für angemessen hielt! Freilich mag die Behandlung dieses Kapitels ultramontaner Kolonialpolitik und klerikaler Prinzenerziehung für das führende Centrumsblatt eine sehr imangenehme Arbeit sein. Aber das Blatt wird wahrscheinlich demnächst die Sprache und damit die gewohnte Biedermanns­gefinnung zurückgewonnen haben und mit der übrigen bürgerlichen Presse um die Wette über das Unbegreifliche" und Unheimliche" des Falles Arenberg wehklagen. Höchlichst entrüstet wird sie sich auch gegen die Verdächtigung verwahren, daß das Centrum als Partei für die That des tollen Prinzen oder auch nur die mangelnde Gewissenhaftigkeit seines parlamentarischen Betters verantwortlich

Da sieht man den armen fleinen Schwarzen, den Cain, der Bestialitäten vor aller Angen, und diefelben Offiziere, deren Ehre wohl den Namen des Brudermörders trug, selbst aber ein harm- es gebietet, sich von jedem schmutzigen uniformierten Einbrecher in Yoser Bursche gewesen, man sieht ihn mit dem gutmütigen ihre Familie über den Haufen schießen zu lassen, betrachteten es fletschenden Grinsen, wie er diesen Neger- Boys eigen ist, in offenbar als eine Auszeichnung, wenn eine prinzliche Bestie sie friecherischer Diensteifrigkeit, fogar bereit, sein eignes Weib zu lebensgefährlich gegen die Wand schleudert. Und nachdem der Ent­verkuppeln, ohne Selbstgefühl und ohne männliche Tapferfeit. artete in Deutschland sich standesgemäß ausgelebt", wird er gegen Und daneben den dekadenten Aristokraten, auf dem eine hindert

sei.

Und darin möchten wir allerdings schon im voraus der Germania " recht geben, daß eine konservative Durchlaucht wahr fcheinlich kein geringeres Familiengefühl bewiesen haben würde!

jährige Ahnenreihe lastet, dessen Gehirn durch Inzucht entartet ist die Hereros gehezt, wird er Kulturpionier in Afrika . Zwei Mög­und dessen Befriedigung grausamer Instinkte lichkeiten giebt es mur, so erklärte Gradnauer schneidend: entweder dort im scharzen Afrika scheinbar nichts entgenügt es, ein Prinz zu sein, um Offizier zu werden; oder aber gegensteht. Aber siehe da! Deutsche Kultur tommt es fehlt in der Armee das Vermögen, zwischen gemeingefährlichen auch dem kleinen Nigger Boy im Tode noch zu Hilfe. Idioten, wie dem Prinzen Arenberg, und den übrigen Offizieren zu Der schwarze Kerl hatte es sich wohl nie träumen lassen, unterscheiden. daß sich hohe, ordengeschmückte Herren im weit entfernten Berlin einmal zusammenfeßen würden, um wegen seines armseligen innersten Widerspruch des heutigen Militarismus, zwischen einer Armee, Vom Fall Arenberg ausgehend entwickelte nun Gradnauer den bißchen Lebens über den Brinzen, der ihm als deutscher Komman­

deur da drüben zuerst als eine Art höheren Wesens vorgekommen die borschützt, das Volk in Waffen zu sein, und einem Instrument fein mag, Gericht zu halten. Ueber denselben Prinzen, den er für die herrschenden Klassen, das sie in Wirklichkeit ist. Aus diesem später zeitweise gedugt hatte, der Schnaps mit ihm aus einer Widerspruch folgen alle Uebel, insonderheit auch die Soldaten­Flasche trant, der oft so seltsam verrückte Ideen und Anfälle von mißhandlungen. Hatte der Kriegsminister behauptet, in der Armee