Nr. 127.
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Vorwärts
Berliner Volksblatt.
21. Jahry.
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Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.
Donnerstag, den 2. Juni 1904.
Krankenbehandlung und Beschwerde- stand aufmerksam machte, ging er auf deſſen Veranlassung zum Auf
wesen in Plötzensee.
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Alles in schönster Ordnung! das war die freilich allen Thatfachen ausweichende Losung des Vertreters des Reichsjustizamts, als jüngst schwerste Mißstände im Strafvollzug vor den Reichstag gebracht wurden. Und wenn irgendwie doch etwas, wie es unter Menschen vorkommen kann, nicht in der Drdnung ist, so ist durch ein gut funktionierendes Beschwerderecht dafür gesorgt, daß auch der Gefangene sein Recht findet. Die folgenden Aftenstüde tönnen allen objektiv Urteilenden, außer dem freisinnigen Dr. Mugdan, eindringlichst zeigen, wie es in Wahrheit um das Beschwerberecht und wie es zugleich um die Krankenbehandlung in Gefängnissen bestellt ist. Die Atten reden:
Blößensee, den 28. April 1901. Beschwerdeschrift.
Nachdem ich mich schon einige Tage unwohl gefühlt hatte, wurde ich am 12. März d. 3., vormittags, von solchem Uebelsein und Schwäche befallen, daß es mir kaum möglich war, mich auf den Beinen zu halten. Ich bat den zur Zeit diensthabenden Beamten, Herrn Auffeher Steffen, mich nach dem Lazarett überführen zu wollen. Auf die barsche Erwiderung des Vorgenannten, daß er teine Zeit dazu habe, begab ich mich wieder auf meinen Arbeitsplay. Als ich nun von Schmerzen geplagt mich auf den Tisch lehnte und den Kopf auf beide Hände stüßte, kam plößlich der Herr Aufseher zu mir und forderte mich auf, ihm zu folgen.
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Statt nach dem Lazarett, wurde ich zu dem Herrn Oberauffeher Werdermann geführt, und auf dessen Befehl trotzdem ich auch dort gebeten hatte, nach dem Lazarett überführt zu werden nach der Arreststation gebracht, von wo ich erst am andren Morgen, ohne einem Oberbeamten borgeführt zu sein, wieder nach dem Arbeitsplage geholt wurde.
Nun erst wurde ich auf meine abermalige Bitte nach dem Lazarett geführt, wo der Herr Sanitätsrat Dr. Pfleger eine heftige Lungenentzündung feststellte. Fünf Wochen habe ich sodann im Lazarett zubringen müssen und habe ich an den Folgen der Krankheit noch jetzt zu leiden.
Wie nun der zwanzigstündige Aufenthalt in der ungeheizten, eistalten Kellerzelle auf meinen Zustand eingefvirkt hat, überlasse ich der Beurteilung kompetenter Personen. Ich bitte den Herrn Oberstaatsanwalt, diese Angaben prüfen und die Zeugen vernehmen Hochachtungsvoll
zu lassen.
An
H. Frenzel.
Ad acta! Frenzel foll sich mit seiner Beschwerde an die hiesige Verwaltung wenden. Er ist über den Instanzenweg belehrt. Plöhensee, den 1. 5. 01.
gez. Freiherr von Malzahn, Polizei- Inspektor.
3., 3. 5. 01. Persönliche Vormeldung. Frenzel beschwert sich über den Aufseher Steffent. ( Siehe Beschwerdeschrift vom 28. 4. cr. in den Aften.)
Herrn Inspektionsgehilfen Billau zur Vernehmung des Auffehers Steffen und der angegebenen Zeugen, ferner des Oberauffehers
Werdermann.
worauf ich ihm riet, sich ins Lazarett führen zu lassen, was er aber nicht wollte. Erst nachdem ich den Meister Krause auf seinen Zufeher Steffen, welchenerum Vorführung ins Lazarett bat, was dieser aber berweigerte. V. g. u.
gez. Meier, Gregort, Steinöhl, Kähler. G. v. 0. Billau.
Herrn Sanitätsrat Dr. Pfleger zur gefl. Renntnisnahme und Mitteilung:
a) Ob sich Frenzel am 12./3. beim Arzt gemeldet hat, b) ob feine Angabe richtig ist, daß er am 12./3. nicht ins Lazarett aufgenommen wurde, sondern Medizin erhalten sollte, daß er am 13./3. ins Lazarett aufgenommen und dort fünf Wochen lang an einer heftigen Lungenentzündung behandelt wurde. Blößensee, den 10. 5. 01.
Die Direktion. gez. Wirth.
Frenzel hatte sich am 12. März vorgemeldet und erhielt Medizin ( d. h. vorläufig nur verordnet, erhalten hätte er sie event. am nächsten Tage); am 13./3. wurde er in das Lazarett aufgenommen und da selbst bis zum 19./4. an einer Lungenentzündung behandelt. Plößensee, den 12. 5. 01.
Verfügt:
gez. Dr. Pfleger.
Dem Frenzel ist bekannt zu geben, daß er keinen Grund zur Beschwerde hat; er hätte schon am 12./3. Aufnahme im Lazarett gefunden, Tehnte diese aber ab. Am 13. bat er wieder um Vorführung zum Arzt. Diese ist erfolgt und darauf seine Aufnahme ins Lazarett. Das ihm gegenüber eingehaltene Verfahren hat er lediglich durch seine Weigerung, am 12./3. im Lazarett zu verbleiben, und daß er den Oberauffeher Werdermann nicht gebeten hat, ihn ins Lazarett führen zu lassen, selbst verschuldet. Plößensee, den 14. 5. 01.
An die Polizei des I./II. Gef.
Dem Frenzel mitgeteilt. Plößensee, den 18. 5. 01.
Die Direktion. gez. Wirth
gez. Freiherr von Malzahn, Polizei- Inspektor.
Man möchte bedauern, daß Frenzel den Beschwerdeweg nicht
weiter verfolgt hat. Aber die Erfahrungen der ersten Instanz haben ihn genug erschreckt und er mag, wie viele andre, die Beschwerde auf sich beruhen lassen haben, um nicht durch die Mühen, die er den Beamten bereitet, sich mißliebig zu machen und das traurige Ge fängnisdasein noch zu verschlimmern; wobei daran erinnert sei, daß, nach der Gefängnisordnung für die preußische Justizverwaltung, wegen unbegründeter Beschwerden auch Disciplinarstrafen verhängt
werden können.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984.
Die dimmsten Lehrer find die besten. Das Junkerwort, daß der dümmste Arbeiter der beste ist, findet jetzt eine Wiederholung in dem Sazze, daß auch der dümmste und unwissendste Volksschullehrer der beste sei. Darauf läuft nämlich die erboste Kritik hinaus, die konservative Organe dem Beschluß der Königsberger Lehrerversammlung angedeihen lassen, der Hochschulbildung für alle Lehrer als erstrebenswertes Ziel erklärte. Die Kreuz- Zeitung " bemerkt dazu:
" Dieser Beschluß enthält in Wirklichkeit nichts andres als ein Zugeständnis an den Zukunftsstaat. Das mögen gewiß viele von denjenigen, die in Königsberg für ihn gestimmt haben, nicht durchschaut haben. Aber bei nüchterner Ueberlegung werden sie sich doch sagen müssen, daß er durch praktische Gründe, insbesondere durch die Rücksicht auf die den Volksschullehrern regelmäßig obliegende Art der Arbeit nicht gerechtfertigt werden kann, sondern daß er lediglich in der blinden Unteriverfung unter das Gleichheitsprincip seine Erklärung findet. Hierdurch erklärt sich auch die Genugthuung, die in den obigen Säßen des„ Vorwärts" zum Ausdruck kommt.
Wir glauben nicht, daß der Boltsschullehrerstand durch die Forderungen des Königsberger Lehrertages in den weiten Kreisen der Bevölkerung an Sympathie gewinnen wird. Das ist um seinetwillen zu bedauern. Denn die Neigung, ihm gewisse, im Rahmen des Erreichbaren liegende Forderungen zu bewilligen, kann bei einem solchen Vorgehen gerade bei gewissenhaften Leuten, bie fich die Folgen eines jeden Bugeständnisses zu vergegenwärtigen pflegen, empfindlich beeinträchtigt werden. Eine schwere Verantwortung aber tragen die außerhalb des Volksschullehrerstandes stehenden Kreise, welche die Aufstellung so ausschweifender Forderungen, wie der des Universitätsstudiums für alle Lehrer, auch nur mittelbar unterstützt haben. Eine mittelbare Unterstützung erblicken wir z. B. in dem Versuche, die Volksschule mit der Universität in irgend welchen natürlichen Zusammenhang zu bringen. Ein solcher Versuch liegt nach unsrer Auffassung schon in den Worten, mit denen der Rektor der Königsberger Universität im Wit Namen dieser Anstalt die Lehrerversammlung begrüßte. meinen, daß, wenn überhaupt die Universität es für gut hielt, sich hier amtlich vertreten zu lassen, bei der von ihrem Vertreter an die Versammlung zu richtenden Ansprache jede Redewendung zu ver meiden war, die über den Charakter der freundlichen Begrüßung hinausgeht und als Eingeständnis eines natürlichen Zusammenhanges zwischen der Volksschule und Universität betrachtet werden fann."
Butunftsstaat als eine scharfe Berhöhnung des Gegenwartsstaates. daß die treuz- Zeitung" die selbstverständliche Forderung dei höchstmöglichen Bildung für jeden Voltserzieher als Zu geständnis an den Zukunftsstaat schaudernd verwirft. Ebenss charakteristisch ist der Vorwurf gegen den Universitätsrektor, der von einem Zusammenhang zwischen der Volksschule der Masse und der mit wenigen Universität gesprochen hat, die ja doch heute Ausnahmen eine Art geistiges Majorat der durch Glid und Besiz privilegierten Stände ist und nach junkerlichem Ratschluß für Die Volksschullehrer sehnen sich mit Recht aus der tendenziösen
Es ist eine ebenso zartsinnige Huldigung für den socialistischen
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Glück
Was den uneingeweihten Leser der obigen Aftenauszüge zunächst befremdet, ist der Umstand, daß dem Herrn Medizinalrat Dr. Pfleger der törperliche Zustand des Frenzel, als dieser ihm am Morgen des 12. März vorgeführt wurde, unbedenklich erschien, während dessen Mitgefangene, ungebildete Leute, zu Protokoll erflärten, daß Frenzel augenscheinlich frank war und vor Schwäche hat nicht stattgefunden, es wurde nur entschieden, daß der Krante und engen Seminarbildung heraus, um an den Universitäten in nicht stehen konnte. Eine gründlichere Untersuchung des Erkrankten alle Zeiten bleiben muß. Medizin erhalten solle- am andern Tage! Auch dieser Fall zeigt größerer Freiheit Wissenschaft zu treiben. Sie wissen, daß jeder, der von neuem, wie die früher von uus veröffentlichten, daß unter den gez. Freiherr von Malzahn, Polizei- Inspektor. jezigen Einrichtungen in den Gefängnissen von zureichender Kranken- zur Erziehung der Jugend berufen ist, ausgestattet sein soll mit all dem Wissen, das die Zeit gewährt. Daher war jener Beschluß Verhandelt, Plößensee, der. 4. Mai 1901. beobachtung und Krankenbehandlung keine Rede sein kann. Der Aufseher Steffen erklärt: Der schwerkranke Frenzel wankte also nach seinem Arbeitsplatze durchaus gerechtfertigt. Daher aber auch der Born der Junker. Ich war am Morgen des 12. März cr. zur Vertretung des AufErstlich fürchten sie, daß dann die Arbeiter noch mehr lernet. fehers Tüllner in der Neumannschen Barade. Der p. Frenzel war zurück. Sein Stationsbeamter, der Aufseher Steffen, führte dann an dem betr. Morgen schon zum Arzt vorgeführt worden und fam die Abweisung des Frenzel durch den Anstaltsarzt mit Stecht als werden, als sie ohnehin zum Schmerz der Junker schon lernen in die Barade zurüd. Da ich kurz darauf bemerkte, daß er nicht Entschuldigung für seine eigene Handlungsweise an. Wenn der Arzt Dann aber wollen sie durchaus keinen selbstbewußten, unterrichteten den Junkersprößlingen gleichberechtigten Volkslehrerstand. Schon arbeitete, fragte ich ihn, warum er das nicht thäte, worauf er mir einen Gefangenen, der sich bei ihm gemeldet hat, zurückschickt und heute sind ihnen die Lehrer zu„ frech“ und„ hochmütig" – wie antwortete, daß er frank sei. Ich sagte ihm, daß er ja soeben vom der Gefangene sehr bald darauf dennoch in das Lazarett gebracht zu würden diese sich erst entwickeln, wenn sie social gleich ständen mit Arzt fäme. Wie er nun nicht weiter arbeiten wollte, führte ich ihn werden verlangt, dann liegt es nahe, daß der Stationsaufseher das Richtern und Offizieren, wenn sie dann in stolzer Unabhängigkeit zum Oberaufseher Werdermann, welcher bestimmte, daß Frenget vorläufig isoliert werden sollte, bis zur weiteren Entscheidung. Da Berlangen für unberechtigt hält. Der Aufseher hat allerdings, da Richtern und Offizieren, wenn sie dann in stolzer Unabhängigkeit Frenzel eben erst vom Arzt fam, nahm ich an, daß er nicht krank sein gegen ihn Beschwerde geführt wurde, abgeleugnet, daß Frenzel jenes von ihrer Bildung den Kindern der Landarbeiter mitteilen würden fönne. Auch hat er mich nicht aufgefordert, ihn zum Arzt zu führen. Verlangen gestellt hatte, aber die Atten lassen feinen Bweifel, daß anstatt sie wie ein preußischer Minister jüngst erklärt hat- zu unterrichten, warum sie der liebe Gott aufs Land gesetzt hat, dies nur der Rettungsversuch eines Angeschuldigten war. gez. Steffen, Aufseher. damit sie nämlich dem gnädigen Herren willig und demütig fronden. Bollsschule wieder beseitigt werden und ausgediente invalide Unters Nein, wenn es nach den Junkern ginge, so könnte die ganze offiziere könnten wieder die Kunst des Buchstabierens und der Gesangbuchverse mit dem Stode treiben. buchverse mit dem Stocke treiben.
V. g. u.
Oberaufseher Werdermann erflärt:
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Im Gegensatz zu Frenzel befundete dann auch der Oberaufseher Werdermann, daß jener ihn ebenfalls nicht um Ueberführung in das Der p. Frenzel wurde mir am 12. März vom Auffeher Steffen Lazarett gebeten habe. Es steht da Behauptung gegen Behauptung. borgeführt, mit der Angabe, daß derselbe nicht arbeiten wolle. Da Zeugen fonnte Frenzel nicht anführen, weil außer dem Aufseher mir Steffen mitteilte, daß der Mann beim Arzt gewesen sei, ohne niemand bei der Vorführung zugegen war. Verwunderlich wäre es daß er sofort ins Lazarett aufgenommen wurde, ordnete ich an, daß nicht, wenn er diese Bitte doch ausgesprochen hätte, zumal dann, als Für die Auffassungen der heutigen Regierung ist es übrigens er solange isoliert wurde, bis er vom Lazarett aus abgeholt würde, was stets von dort aus veranlaßt wird, wenn ein Mann aufgenommen er hörte, daß man den Entschluß faßte, ihn, den Schwer- bezeichnend, daß auch die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" am legten Sonntag sehr entschieden sich sowohl gegen die allgemeine wird. Von der Isolierung des Frenzel habe ich dem Herrn Polizei- franken, in den Keller zu befördern. inspektor von Malzahn vorschriftsmäßig Mitteilung gemacht. Bemerken will ich noch, daß Frenzel mich nicht aufgefordert hat, wie er in der Beschwerdeschrift angiebt, ihn zum Arzt zu führen. gez. Werdermann, Oberaufseher. Die Gefangenen Meier, Gregort, Steinöhl und Kähler er Wir haben an dem betr. Morgen bemerkt, da wir in der Nähe des Frenzel arbeiteten, daß derselbe augenscheinlich frant war und voi Schwäche nicht stehen tonnte. Gregort erklärt noch:
flären:
B. g. u.
Brüffel, 1. Juni. ( Eig. Ber.) Nach 36stündiger Stimmenzählung, verursacht durch die Verwickelungen des Proportionalsystems, sind die Ergebnisse der Wahlen endlich offiziell bekannt geworden.
Ueber die Ausführungen, mit welchen der Anstalts- Boltsschule wie gegen die Universitätsbildung der Volksschullehrer direktor die Beschwerde des Frenzel als grundlos zurückwies, ausgesprochen hat. Podbielskis Geist der erfolgreichen Schweinezucht fann man nur den Kopf schütteln. Umsomehr als der Herr herrscht eben auch im Kultusministerium.- Geheimrat Dr. Wirth in dem wohlbegründeten Rufe stand, ein vornehmer und humaner Beamter zu sein. Auch hier wieder läßt sich der Vorgang nur aus dem traurig verfehlten System erklären. Beschwerden irgend welcher Art sind nicht gern gesehen und die höheren Anstaltsbeamten sind von vornherein von Mißtrauen erfüllt, wenn ein Gefangener es wagt, Vorwürfe gegen Aufseher, Oberaufseher und Anstaltsarzt zu richten. Solche Beschwerden als Ich hörte, wie Frenzel zum Aufseher fagte, daß er ihn nach dem berechtigt zu erklären und die dann nötig werdenden Schritte gegen Bazarett führen möge, worauf Aufseher Steffen erwiderte: Da die Beschuldigten einzuleiten, das wird nur dann geschehen, wenn hätte ich viel zu thun, wenn ich mit jedem nach jede Möglichkeit, den Fall anders aufzufassen, fehlt. dem Lazarett laufen sollte."
Meier erklärt noch:
Frenzel war schon an dem betreffenden Morgen( 12./3.) beim Arzt, tam aber, wie er mir sagte, nicht ins Lazarett, sondern würde Medizin bekommen. Nach kurzer Zeit, als er wieder auf dem Arbeitsplaze war, flagte er über Schwindel und Stechen in der Brust,
Der Tag des 29. Mai hat in Belgien einen glänzenden Sieg für die liberale Partei gebracht, eine Verminderung der katholischen Macht und eine schwere parlamentarische Niederlage für die Social demokratie. Ich sage: eine parlamentarische Niederlage und nichts mehr, weil die Stimmenzahl der Socialisten in Vergleichung mit dem Ergebnis der früheren Wahlen nicht vermindert ist. Im Jahre 1900 erhielten die Kandidaten der Arbeiterpartei 306 956 Stimmen in den zur Wahl stehenden Bezirken. Jetzt beträgt die Stimmenzahl 297 920, wozu noch ca. 4000 socialdemokratische Stimmen kommen, Agar die auf Kandidaten fielen, welche aus der Partei entfernt
Fast ein Wunder aber ist es, daß Frenzel der zwanzigstündige Aufenthalt im Arreſtfeller nicht vollends den Tod gebracht hat. Jedenfalls hat er an seiner Gesundheit schwersten Schaden erduldet.