Nr. 136.
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Vorwärts
Berliner Volksblatt.
21. Jahrg.
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Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands.
Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.
Sonntag, den 12. Juni 1904.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984.
Der internationale Frauenbund und seine Fortschritt: es ist zweifellos, daß allein die Ueberbrückung nationaler erst recht Straft und Bewußtsein des großen Bieles. Je ärger es Bedeutung für die Frauenbewegung.
ihre Vertreterinnen hätten nach dieser Rede ihren Austritt aus dem Bunde erklären müssen. Daß es dergleichen nicht giebt, daß die liberale Seite der Frauenbewegung ebensowenig Rückgrat hat, wie der Liberalismus überhaupt, dafür sprechen noch andre Thatsachen: nicht nur gesellschaftsfähig, auch hoffähig sind die Nachfolgerinnen der französischen Revolution, der amerikanischen Sklavenbefreier geworden. Sie werden von den höchsten Vertretern der deutschen Regierung, die wie keine andre in der Welt eine ausgesprochene Feindin der Frauenbewegung ist, vom Grafen Bülow, vom Grafen Posadowsky, ja selbst von der Kaiserin empfangen werden, ohne zu empfinden, wie sie sich selbst dadurch ins Gesicht schlagen, ihre schönen Reden Lügen strafen, ihre Borkämpferinnen noch im Grabe beschimpfen.
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Und wieder am 3. November 1900 sagte Freiherr v. Mirbach vor den Zimmerleuten beim Bau des Augustastifts, nachdem Lohndifferenzen beigelegt waren:
in dem beschränkten Rahmen der bürgerlichen Welt indirekt auf den nicht zu mindern. Ja, in diesen Stürmen zeigte der Steuermann Grenzen den Blick erweitert, und daß die durch den internationalen wider ihn tobte, umso gewaltiger richtete er sich empor im Streit Verkehr erworbene Kenntnis der Zustände außerhalb des eignen gegen die bösen Mächte der Zeit. Just zu derselben Zeit, als über Es ist das größte Ruhmesblatt in der Geschichte der amerikanischen Vaterlandes aufklärend und befruchtend wirkt. Ein wie geringer Freiherrn v. Mirbach das Sanden - Unheil hereinbrach und als er zu Frauenbewegung, daß sie ihren Ursprung auf die Kämpfe um die Vorteil aber angesichts dieses ungeheueren Apparates eines inter - den Pommern flüchtete, erreichte die fromme Beredtsamkeit den Befreiung der Sklaven zurückführen kann. Angesichts der furchtbaren nationalen Bundes! Gipfel in der Nede gegen die gottlose Socialdemo= Leiden der schwarzen Menschenware fanden Frauen zuerst den Unfre Erörterung führt ohne weiteres für uns und die Inter- fratie und die streikenden Arbeiter. Am 23. Oftober 1900 Mut, in öffentlichen Versammlungen für diese Unglücklichen eins effen der Frauenbewegung in unserm Sinn zu dem Resultat, daß fagte er bei der Eröffnung eines Gebetsaales in Potsdam : zutreten. Und es gehörte physischer Mut dazu: Der Pöbel warf ein Anschluß an irgend welchen nationalen und internationalen Frauen„ Es sei dringend nötig, daß man lerne Gott fürchten, die mit Steinen nach den Rednerinnen und schleifte ihre Namen durch bund für die socialistische Frauenwelt eine Unmöglichkeit ist, ja einen Brüder lieb haben und den König ehren. Namentlich für die den Schmutz der Verleumdung. Als dann der Sieg errungen war Rückschritt für sie bedeuten würde. Wer das bisher nicht eingesehen hat, und die Ketten der Sklaven zerbrochen am Boden lagen, trat der den wird die Tagung des Bundes und sein öffentliches Auftreten in Arbeiterivelt sei dies dringend nötig. Die dämonischen und guten Gewalten im Voltsleben spiken sich immer mehr zu und erste Frauenkongreß zusammen und neben Elisabeth Cady Stanton , Berlin davon überzeugen müssen: Mrs. May Wright Sewall, seine auch nach Potsdam wären, namentlich von Berlin aus, die Wellendie die politische Gleichberechtigung der Frauen forderte, stand als Präsidentin, die die erste sein müßte, politische und religiöse schläge des Umsturzes getragen worden." ihr erster männlicher Mitkämpfer, Frederick Douglas , ein befreiter Neutralität zu wahren, ohne die er vollkommen in sich zusammenSklave. fallen muß, tonnte es nicht unterlassen, ihre erste öffentliche Rede Im Laufe der nächsten vierzig Jahre schritt die amerikanische mit einer Glorifizierung der deutschen Kaiserin einzuleiten, das Frauenbewegung in zäher Arbeit auf allen Gebieten, kraft des ihr tägliche Gebet für eine notwendige und wesentliche Hilfe zur innewohnenden revolutionären Geistes, von Sieg zu Sieg. Wer Förderung der Bundesarbeit zu erklären und den revolutionären ,, Leute, es freut mich, daß die Sache mit Eurer Sperre in Ordnung ist. Ich weiß auch, daß Ihr verführt seid von ganz heute die Verhandlungen des ersten internationalen Frauenkongresses Geist der Frauenbewegung abzusprechen und zu verleugnen. Gäbe in Washington im Jahre 1888 lieft, die die Geschichte der amerikanischen es eine radikal- demokratische Frauenbewegung von einigem Charakter, gewiffenlosen Hetzern, die Euch und Eure Familie ins Unglück stürzen wollen und von Euren Groschen leben, die Ihr ihnen Frauenbewegung bis dahin am deutlichsten kennzeichnen, der empfindet opfert. Es haben sich die Streiflüste aus Berlin hier eingeschlichen diesen Geist, der damals noch der herrschende war. Wir stimmen alle in unser friedliches Potsdam . Geht heraus aus Eurem darin überein," sagte die Präsidentin jenes Kongresses, Elisabeth Verband, welcher ja doch kein gewerkschaftlicher Verband ist, Cady Stanton , daß nur ein solches politisches System das richtige sein kann, das die Wohlfahrt der Klasse des Voltes sichert, und wir sondern nur ein socialdemokratischer, und gerade die Social. demokraten, diese Rhinozerosse, haben Euch vers würden daher nur für solche Gefeße stimmen, die die Interessen der führt.... Und von Euch freut es mich( nach der Seite der Bielen fördern, im Gegensatz zu den Interessen der Wenigen."" Die Arbeitswilligen), daß Ihr stand gehalten habt gegenüber diesen in der Verbindung der Ritter der Arbeit organisierten armen Handda, und ich verspreche Euch, daß, so lange die Kaiserin baut, arbeiter", erklärte die Delegierte dieses damals mächtigen Verbandes, werden stets die Unorganisierten beschäftigt werden; so, nun geht ,, haben längst erkannt, was unsre Gesetzgeber, unsre Prediger, unsre Presse und arbeitet in Ruhe und Frieden miteinander." trot jahrzehntelanger Agitation nicht anerkennen wollen: die volle Gleich Als dann Freiherr v. Mirbach im berechtigung des weiblichen Geschlechts auf allen Gebieten." Und der der Generalversammlung des Kirchenbauvereins die Aufgabe Januar 1901 auf russische Revolutionär, Peter Krapotkin, schrieb ihnen:„ Nachdem ihr die hatte, über die traurigen Vorkommnisse im verBorkämpfer einer großen Sache gewesen seid, kann es jemals ge- Einst stand der durch ihren Opfermut befreite Sllave neben der gangenen Jahre in einzelnen Berliner Banken" zu berichten, da schehen, daß ihr auf der Seite moderner Stlavenhalter steht, die die um ihre Rechte kämpfenden Frau; heute beugt diese Frau den Nacken leistete er dies wiederum mit großer Macht des Wortes. Da Sklaven der Neuzeit zu Tode hetzen?... Die Befreiung der Frau vor denen, die über ihrem Geschlecht wie über den modernen sprach er die Ueberzeugung aus, daß die Sanden und Schmidt, könnt ihr nur dann erreichen, wenn ihr arbeitet für die Befreiung Sklaven der Arbeit die Peitsche schwingen. die Schatzmeister des Kirchenbaues, das allgemeine Vertrauen und der Menschheit." Es wäre traurig bestellt um die Frauenbewegung und die allgemeine Achtung, die sie besaßen", doch wirklich verdienen und Aber die Zeit verging, die Frauenbewegung wurde gesellschafts- ihre Zukunft, wenn nicht ein andrer Weltbund, dem gegen- daß erst abgewartet werden müsse, was die Untersuchung ergebe, fähig, wurde Mode in der neuen Welt. Auf dem zweiten inter - über die sieben Millionen Mitglieder des Frauenbundes nur ehe man sich entschließen dürfe, über diese Männer abzuurteilen. nationalen Frauenfongreß in Chicago im Jahre 1893 wehte wenig wie ein kleines Häuflein erscheinen, ihr wahrer Träger wäre: Da sprach er von" Satans Tücke, die sich mit doppelter Feindschaft von der alten stärkenden Lebensluft, und hier wurde der inter - die internationale Socialdemokratie. Gerade angesichts des Kongresses erhebt", vom„ Vordringen der Mächte der Finsternis", dem nationale Frauenbund, dessen Grundstein in Washington gelegt der internationalen bürgerlichen Frauenbewegung und all seiner worden war, ins Leben gerufen. Als sein Ziel bezeichnete er die kläglichen Begleiterscheinungen wird in der internationalen SocialZusammenfassung der gesamten organisierten Frauenbewegung, als das demokratie das Bewußtsein besonders lebendig, daß die Entwicklung Leitmotiv seiner Thätigkeit die goldene Regel":" Handle an andern wie auch dieser großen Kulturbewegung abhängig ist von ihr. Du willst, daß sie an Dir handeln." Es liegt auf der Hand, daß eine an sich sehr schön, aber der verschiedenartigsten Auslegung fähige ethische Vorschrift nicht die Grundlage und die Triebfeder kraftvoller Aftion sein fann. Sie fann sogar zu einem Hemmschuh werden, sobald sie dahin erläutert wird Ivie es im internationalen Frauenbunde geschieht- daß nur solche Arbeitsgebiete in Angriff genommen werden sollen, zu denen alle von Herzen" ihre Zustim mung geben; das heißt die Herrschaft der Rückständigsten denn das ist die Mehrheit der Frauen-in Bermanenz erklären. Die Thatsachen sprechen dafür: der Internationale Frauenbund, dessen Ahnfrau die Revolution, dessen Mutter die Stimmrechtsbewegung gewesen ist, hatte bis zu diesem Jahre nur ein Gebiet für seine Propaganda- die Friedensbewegung! Nun mag man zu dieser Frage selbst stehen wie man will, das eine ist zweifellos: Mit der Frauenfrage hat sie nicht das mindeste zu thun.
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Der große Schweiger.
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.. Das Schweigen ist der Gott Der Glücklichen die engsten Bande find's, Die zartesten, die das Geheimnis stiftet! Schiller.
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Excellenz Frhr. v. Mirbach schweigt. Jeden Morgen und jeden Abend ruft die Stimme der Deffentlichkeit: Es ist Pflicht zu reden! Aber Frhr. v. Mirbach schweigt. Gerüchte und Mutmaßungen gehen um, Conto K" ist das geflügelte Wort aller Welt, aber Frhr. v. Mirbach schweigt. Die bürgerliche Presse be Es muß daher als ein bemerkenswerter Fortschritt angesehen schwört ihn, zu sprechen, sie mahnt an das Heiligste, das Frhr. werden, wenn die Generalversammlung des Internationalen Bundes, v. Mirbach nächst Kirchenbauten tennt, an den Kampf gegen die die in vergangener Woche in Berlin getagt hat, endlich die Frauen- Socialdemokratie, der sonst unendlicher Agitationsstoff zufließe, frage selbst zum Programmpunkt erhob, indem sie die Bundes- aber Frhr. v. Mirbach schweigt. vereine zum Kampf gegen den Mädchenhandel und die Reglementierung der Prostitution verpflichtete, und eine Resolution zu Gunsten der politischen Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts annahm. In Bezug auf diesen Punkt verdient die Haltung der deutschen Delegation besondere Anerkennung: fie erklärte durch ihre Vorsitzende, Frau Marie Stritt , daß der Kampf für die politische Gleichberechtigung der Frau für fie identisch sei mit dem Kampf für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht aller Männer und Frauen für alle gesetzgeberischen Körperschaften, und sie nur in diesem Sinne für die vorgelegte Form der Resolution eintreten könnten.
Und doch, Frhr. v. Mirbach vermag zu reden. Schon im Januar 1897, als ein antisemitischer Redakteur wegen Beleidigung des Freiherrn v. Mirbach vor Gericht stand und der Freiherr als Zeuge auftrat, bewies er, daß er durchaus befähigt ist, vor Gericht ausführliche Darlegungen zu machen. Und wie edles Pathos hielt er damals schon bereif:
„ Aber das Maß der Dreistigkeit, mit welcher man jetzt sogar schon Ihre Majestät die Kaiserin, die Hofdamen, den ganzen Hof zu verdächtigen und mit welcher man das hehre Kirchenbauwert, welches durch den Schutz des Kaisers und der Kaiserin und durch die Mitarbeit Tausender von treuen Evangelischen so Großes geleistet hat, in den Staub zu ziehen sucht, ist zu groß, als daß man nicht einmal das Schweigen brechen und der Frivolität öffentlich die Maske vom Gesicht reißen müßte."
In der Erinnerung sind auch die frommen Palästina
Der momentane propagandistische Wert solcher Resolutionen und Erklärungen ist nicht zu leugnen, wer sich aber die Zusammensetzung des internationalen Bundes und seiner nationalen Glieder, speciell des deutschen vorstellt, der die heterogensten Elemente enthält- Wohlthätigkeitsvereine, Kinderkrippen, Kinderhorte, Flidschulen, Turnvereine und dergleichen mehr, neben Stimmrechts-, Sittlichkeits- und Re den vom Jahre 1897, die dann in dem von der Pommernbant Bildungsvereinen, der weiß auch ohne weiteres, daß von einer ausgehaltenen el einen Journal" zum ausführlichen Abdruck Aktion im Sinne der Resolutionen gar keine Rede sein kann. tamen. In demselben Kleinen Journal" fand sich am 2. Mai 1900 Wer hinten und vorn ein Pferd vor den Wagen spannt, ist eine weitere Probe umfassender Beredtsamkeit des Freiherrn . Mehr als ein Narr; jeder Schritt vorwärts, den die angespannte Straft zwei ganze Druckseiten erfüllt seine Rede auf der damaligen Generaldes einen Pferdes ermöglicht, wird einen Schritt rüdwärts, den versammlung des Evangelischen Kirchenbauvereins für Berlin , gedas Anzichen von der andren Seite zu Wege bringt, zur Folge haben. Ein kraftvolles einheitliches Vorwärtsschreiten ist nur möglich, wenn der Ausgangspunkt derselbe ist, wenn gleiche sociale und wirtschaftliche Interessen die Massen zusammenschweißen. Die Erfolg Losigkeit aller ausschließlich von rein ethischen Jdealen ausgehenden Bewegungen z. B. der Friedensbewegung und der ethischen Bewegung sprechen dafür. Wenn demnach auch irgendwelche positiven Fortschritte von dem internationalen Frauenbund nicht zu erwarten sind, so wirkt er doch
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sprochen im Landeshause der Provinz Brandenburg ; da schilderte Frhr. v. Mirbach in glühenden Farben die Großthaten seines Stirchenbaues, da ließ er seine Rede in dem Wort gipfeln:
" So ging es oft wie das Boot in den Meereswogen, bald ruhig und still, dann in Wind und Sturm auf und ab aber der Steuermann erreicht sein Ziel, wenn er es fest und zuversichtlich im Auge behält."
Selbst finanzielle Schwierigteiten, die den Kirchen bau trafen, vermochten die Nedegabe und Redelust des Freiherrn
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ein mächtiges Bollwerk
den
bon entgegenzustellen ist, Mächten des Haffes und der Lüge", von den schauerlichen Abgründen des großstädtischen Volkslebens, gegen die wir doch schließlich ohnmächtig sind, wenn nicht die Macht des Evangeliums das Panier wird, um welches sich alle Treuen scharen."
Also redegewaltig war Frhr. v. Mirbach je und je. Und nun? Nun keinerlei Auskunft auf alle die Fragen und Vorwürfe, die aus der Aussage des Geheimrats Budde wider ihn erstanden sind! Nun auch keinerlei Antwort auf die Erklärung des einstigen Geldspenders, daß er stets das Vertrauen des Freiherrn besessen habe und Anspruch auf dieses Vertrauen noch jest erhebe! Ist es nicht ein Gebot frommer Nächstenliebe, den gegen schwere Anklage ringenden Bantfreunden mit tröstendem Wort des Vertrauens zur Seite zu stehen?
Freiherr v. Mirbach schweigt!...
An den schauerlichen Abgründen" der Bommernbanken hat der Freiherr gestanden und„ Satans Tücke" hatte ihn verführt, diese Abgründe unter dem Blumengewinde der Hofbaut" zu verdeden, so daß die Ahnungslosen kamen und jäh in den Abgrund stürzten.... Aber in Goethes Loge- Sprüchen wird gekündet:
Auf Schweigen und Vertrauen Ist der Tempel aufgebaut.-
Wahlprüfungen und Petitionen.
Ueber den ersten Teil seiner heutigen Tagesordnung, die Wahlprüfungen, kam der Reichstag sehr schnell hinweg. Die einzig strittige Wahl, die des Reichsparteilers b. Dirksen in Rottbus, bei der die Kommission Gültigkeitserklärung beantragte, wurde auf socialdemokratischen Antrag von der Tagesordnung abgefeßt, im übrigen wurde fast durchweg nach den Kommissionsbeschlüssen auf Gültigkeit oder Beweiserhebung erkannt.
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Von den Petitionen famen zuerst die über Aenderung bezw. Aufhebung des Fleisch beschau Gesetzes zur Beratung. Von zwei verschiedenen Seiten waren zu diesem Gegenstand Petitionen eingegangen; von den Darm- Importeuren und Wursthändlern auf Milderung der Kontrolle bei eingeführten Därmen usw. und auf Aufhebung einiger Einfuhrverbote, von bayrischen Landgemeinden auf völlige Aufhebung der Bestimmungen des Fleischbeschau Gesetzes für das platte Land. Die Kommission hatte anerkannt, daß das FleischbeschauGesetz gewisse Härten für die Importeure enthielte und diese Petitionen der Regierung als Material überwiesen. Im Verlaufe der Beratung stellte der Centrumsabgeordnete v. Strombed den Antrag, sie zur Erwägung zu überweisen, der konservative Herr v. Staudy, über alle diese Petitionen zur Tagesordnung überzugehen. Und wieder fiel das gesamte Centrum um und erklärte, ohne eine einzige Ausnahme für den Antrag Staudy stimmen zu wollen. Aber dazu kam es nicht, da der freisinnige Abg. Dr. Müller Sagan Absehung der Petition von der Tagesordnung verlangte. Die Mehrheitsparteien mußten sich dem fügen, da sonst eine Anzweiflung der Ve