Nr. 261.
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Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.
Spielen und Sparen.
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Sonnabend, den 5. November 1904.
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Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984.
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Ja gewiß! Von aller Begehrlichkeit" hielt man sich meilenweit ferne. Die geistige und moralische Bedürfnislosigkeit des Dreitlassensystems fent feine Grenzen und spottet jeder Beschreibung. Dem preußischen Abgeordnetenhaus geht es wie einem schlechten Auch in den sozialphilosophischen Betrachtungen der Opposition Dichter. Der schönste Stoff hilft ihm nicht, das Leben entwischt erscheint neben der bösen Spiellotte die tugendhafte Sparagnes seinen plumpen Händen, alle Materie wird entgeistigt, jebe Farbe in poetischer Verklärung. Sie feierte unbestrittene Triumphe. Das Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich am Freitag, abausgewaschen. Als am Freitag die Sparlotterie des Herrn Scher Sparkassenbuch ist die Lösung der sozialen Frage! Herr v. Hammer- gesehen von den Anträgen betr. das Scherlsche Sparsystem, und ihre dunkle Geschichte gewiß ein anregendes Thema zur stein hatte alle Herzen für sich, als er erklärte, er sei bestrebt, durch über die wir an anderer Stelle berichten, mit dem GesetzDebatte standen, konnte man stundenlang Ausführungen über die Förderung des Spartriebs die Menschen auf eine höhere Stufe entwurf betr. die Kosten der Prüfung überwachungs. Technit des Spartaffenbetriebs und ödeste moraltheologische Predigten des sozialen Glückes zu heben", und verkündete, Preußen be dürftiger Anlagen. Der Entwurf gelangte nach unüber den Unterschied zwischen Spiel trieb und Spiel teufel marschiere mit der Bahl seiner Spargelder an der Spitze der erheblicher Debatte in dritter Lesung zur Annahme. hören. Aus dem gräßlichen Sumpf der langen Weile aber troch Nationen". Bald wohl bricht für uns das goldene Zeitalter an, wo Den Rest der Tagesordnung bildeten Petitionen. bedächtig der totgesagte Molch der Lottokorruption hervor, um jeder Arbeiter sein eigener Kapitalist sein wird, oder wo zum Eine Petition um Aenderung der Städte Ordnung fich, unbekümmert um alles parlamentarische Geschwäß, feines Daseins mindesten den Arbeiter die Zinsenhöhe der Sparkasse interessanter für die Provinz Hannover , über die die Kommission zu freuen. dünken wird als die Höhe seines Lohnes. Uebergang zur Tagesordnung beantragt hatte, wurde behufs Hei lewet noch! Das ist das Ergebnis dieser öden Debatte. Uns freilich erscheint so wenig wir irgend einem einzelnen schriftlicher Berichterstattung an die Kommission zurückverwiesen. Auf Herrn Fischbeds matte, vom eigentlichen Hauptthema vom Sparen abreden wollen das mühevolle Streben, durch Ueber eine Petition des Zentralverbandes der Gemeindeweitabführende Rede antwortete der Minister v. Hammerstein Büchtung von Zwergkapitalisten alle Welt kapitalistisch zu inter - beamten Preußens um Verbesserung der Einkommensmit einer Apotheose des Sparlotto Erfinders. Alle, die in effieren, als nichts anderes denn als ein Versuch, die Arbeiterklasse verhältnisse der angestellten Gemeindebeamten sowie der den Parlamentsferien im Mittelpunkt eines Standals gestanden haben zur Zinsfußmoral der herrschenden Klassen zu forrumpieren. Als Pensions- und Hinterbliebenenverhältnisse der nicht angestellten und von der öffentlichen Meinung verurteilt worden sind, finden ein Versuch freilich, den die herrschenden Klassen selbst wieder Gemeindebeamten beantragte die Kommission gleichfalls in dieser Volksvertretung mit Hülfe der Regierung ihre Rettung. zu nichte machen durch die Närglichkeit der gewährten Löhne und die Uebergang zur Tagesordnung, das Haus beschloß jedoch leberDas Haus, das Mirbach und Hilger frische Ehrenfcheine aus- Herabdrückung des Kleinkapitals zu wirtschaftlicher Bedeutungslosigkeit. weisung als Material. Die übrigen Petitionen entbehren des stellte, konnte unmöglich über einen Scherl den Stab brechen. Die Von tezerischen Anwandlungen solcher Art hat sich die Debatte allgemeinen Interesses. Antragsteller 30 gen ihre Anträge zurüd Herr Scherl des preußischen Abgeordnetenhauses, wie sich's von selbst versteht, Sonnabend: Kleinere Vorlagen und Initiativanträge. und Herr v. Hammerstein haben freie Hand! völlig freigehalten. Denn dieses hohe Haus ist nun einmal durch Und doch kann Herrn v. Hammerstein wenigstens der eine Vor- die Art seiner Zusammenseßung daran verhindert, irgend ein Ding wurf nicht gemacht werden, er hätte irgend etwas zu tun unterlassen, der Welt unter einem anderen Gefichtswinkel zu betrachten als unter was geeignet wäre, die Nerven eines Parlaments aufzupeitschen. dem der Grundrente oder des Kapitalgewinns. Es verweigert das Schon die Art seiner Intelligenz hat etwas Aufreizendes. Wenn er Wort einer Klasse, deren Losung weder Spielen noch Sparen, sich mit großer Geberde hinstellt und im schlechtesten Pathos der Welt, sondern Arbeiten und Kämpfen ist. Der Mangel jeder das hohe Haus warnt, zu dem Plane des Herrn Scherl nicht Riemals" ernsteren Gegensäglichkeit der Weltanschauungen bedingt es, daß seinen zu sagen, weil einem großen Nachbarstaate das" Jamais! Jamais!! Verhandlungen alle Tiefe und jeder Aufschwung fehlt, und daß das Jamais!"( fobiel Franzöfifch hat er in Paris gelernt) zum Ver- gegenseitige Bombardement von Gemeinplägen mit dem gehorsamen derben gereicht" habe, so müßte, sollte man denken, auch der Rückzug einer markierten Oppositition enden muß. Wie immer, fo schlichteste Verstand gegen folche Minifterlogit rebellieren! Ober auch heute! wenn er die geplante Korrumpierung der Bevölkerung durch das Sparlotto mit der Bemerkung verteidigt, daß die Menschen eben feine Engel seien"! Soll dieses geistreiche Wort, das allen auf soziale und fittliche Besserung gerichteten Bestrebungen mit stumpfem Gleichmut entgegengestellt wird, auch noch ein Argument dafür sein, um immer tiefer in den Sumpf zu warten? Aber ruhig fonnte der Minister die Praris feines oldenburgischen Kollegen Ruhstrat zur moralphilosophischen Theorie erweitern! Kein Sturm der Empörung brach los, nicht ein Lüftchen regte sich.
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Herrn Scherls Glücksschiff wartet nur auf besseres Wetter, um in See zu stechen. Kommt Zeit, tommt Rat!" könnte man mit Hammersteinischem Geiste sagen. Wenn sich erst der Sturm der Deffentlichkeit gelegt hat, das Urteil der Sachverständigen ein wenig in Bergessenheit geraten ist, dann wird dem Projekte auch die minifterielle Genehmigung erteilt werden, und kein Parlament wird fie verhindern.
Port Arthur nicht gefallen!
Da der Geburtstag des Mikado auf den gestrigen Tag fiel, war vielfach die Annahme verbreitet, daß an diesem Tage möglicherweise Bort Arthur durch einen entscheidenden Sturm von den Japanern genommen werden würde. Nach Meldungen aus Tokio und Tschifu haben auch heftige Sturmangriffe gegen die Forts stattgefunden. Diese Angriffe find jedoch zurückgeschlagen worden, so daß die Situation in Port Arthur im wesentlichen als unverändert gelten kann. Ob die Japaner wirklich mit Bestimmtheit darauf rechneten, am Geburtstage des Mikado Port Arthur erobern zu tönnen, dürfte zweifelhaft sein. Man wird erst nähere Nachrichten abwarten müssen, ob der am 3. November stattgefundene Sturm wirklich von einer solchen Heftigkeit war, daß er die ernste Absicht und Hoffnung der Japaner berriet, die Stadt zu nehmen. Die Japaner sind als so Diese kaum verhüllten Geständnisse des Ministers haben ihren fluge Taftiter bekannt, daß durchaus nicht anzunehmen ist, daß sie Eindruck auf das Haus völlig verfehlt. Träge schlichen sich nach nur deshalb einen verzweifelten und aussichtslosen Sturmangriff ihrer Eröffnung die Verhandlungen dahin, nur stellenweise von unternommen hätten, um dadurch den Geburtstag des Mikado zu Sonnenblicken unfreiwilligen Humors durchbrochen. So zum Bei- feiern. Allerdings wird wiederum aus Tschifu gemeldet, daß die Verspiel, wenn der freitonservative Herr v. Woyna als Vertreter der lufte der Japaner ganz gewaltige gewesen seien. Bei den Angriffen Scherlichen Mitarbeiterfraktion erklärte, der Erfinder der Sparlotterie der letzten Wochen sollen zusammen nicht weniger als 20 000 Japaner hätte eine„ Umwälzung des deutschen Geisteslebens" hervorgerufen getötet oder verwundet worden sein. Nach einer anderen Melbung und die„ Berballhornisierung der deutschen Sprache, die feien vom 19. bis zum 24. Oftober allein 14 000 Japaner gefallen. leider durch ein gewisses Uebergewicht einer gewissen Sorte von Diese Nachrichten sind, wie alle bisherigen, mit großer Vorsicht Presse Plas gegriffen hat, verhindert refpettive aufzunehmen. Die Japaner werden, nachdem sie doch nun die Stärke Lahmgelegt". Scherl der Klassiker und Holzbod der der russischen Befestigungen und des russischen Widerstandes hinErzieher! Und doch mußte der Verkünder dieses neuen Luther zu länglich fennen zu lernen Gelegenheit hatten, nicht so töricht sein, gestehen, daß die Kunst seines Helden darin bestehe, auf absolut mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, sondern sie werden menschliche Schwächen, wie z. B. auf die Eitelfeit, zu ihre Angriffe sicher in Formen unternehmen, daß bei ihnen nicht spekulieren. In der Tat hat Herr Schert diese Kunst soweit ge- nuplos viele Tausende geopfert werden. Die Nachrichten über die trieben, daß sich die freikonservative Fraktion des Abgeordneten- Lage Port Arthurs gehen übrigens sehr weit auseinander. Während Hauses für eine Gesellschaft von Schriftstellern hält, und daß die einerseits gemeldet wird, daß die Japaner mehrere neue wichtige Berle dieser Fraktion, Herr Arendt, Scherls Honorarprofessor, auf den„ Tag" schwört sowie auf alles, was dessen Herausgeber unter nimmt oder noch zu unternehmen gedenkt.
Forts genommen und daß das Bombardement 5 russische Schiffe zum Sinten gebracht hätte, meldet andererseits der Spezialforrespondent des„ Daily Telegraph " Bennett Burleigh, daß Balb aber ertrant wieder aller Humor in der Rebe des Zentrums- er am Mittwoch eine Refognoszierungsfahrt um Port Arthur herum mannes Faßbender, den die Lorbeeren des heiligen Alfons bon gemacht und dabei gefunden habe, daß die Ruffen sich noch im vollen Liguori nicht schlafen ließen. Sieht man von den Freikonservativen Besitz aller wichtigen Positionen auf der Port Arthur- Halbinsel ab, so war es das 8entrum, das sich den Anträgen der Linken befunden hätten. Die japanischen Befestigungen seien nur unauf das Entschiedenste widersezte. Herrn Faßbenders langatmige bedeutend, und die japanischen Truppen offenbar nur wenig über moraltheologischen Auseinandersetzungen endeten damit, daß Herr die Pigeon- Bay borgedrungen. General Stöffels hochgelegenen Scherl und Herr v. Hammerstein nach probabilistischen Grundsäßen Befestigungswerte beherrschten sämtliche Zugänge von dieser Bay. den Freispruch von allen Sünden erlangten. Ohne Religion feine Gleichwohl meldet Burleigh, daß er in weniger als einer Stunde Sittlichkeit!" drei kolossale Explosionen wahrgenommen habe. Ungeheure weiße Was Herr Fisch bed, Herr BIell, Herr Broemet, Herr Bulverwolfen seien dabei hoch in die Luft geschleudert worden. Er Fritsch ihren übermächtigen Gegnern zu erwidern hatten, wurde habe den Eindruck gehabt, als ob durch diese Sprengungen Häuser faum gehört und verdiente auch gar nicht gehört zu werden. in der Neustadt niedergelegt worden seien, um freies Schußfeld zu Der Schluß war, wie gesagt, daß der freisinnige Antragsteller schaffen. Möglich sei es freilich auch gewesen, daß die Explosion von feinen Antrag zurüdzog und der nationalliberale dem guten Beispiel japanischen Minenarbeiten herrührten. Wenn die Lage der Rufsen folgte. Um den Beinlichkeiten einer Abstimmung zu entgehen, wirklich noch eine so günstige wäre, wie sie dem Berichterstatter des hatten die Konservativen ihnen goldene Brücken gebaut. Sie hatten„ Daily Telegraph " erscheint, so brauchten die Russen noch keine Sorge einen Redner vorgeschickt, Herrn Windler, der sich als zu tragen, durch Sprengungen in ihrer Neustadt sich ein freies SchußGegner des Lotterieprojetts erklärte, gleichzeitig aber fundgab, daß feld zu schaffen, was doch erst nötig wäre, wenn die Forts ernstlich feine Fraktion keineswegs gewillt sei, den Anträgen der Linten zu bedroht wären, zustimmen. Der leichte Label, den ein einziger Mann der mächtigen Junterpartei dem bekämpften Projekte aussprach, genügte den Freisinnigen vollständig, um sich von dem Verlauf der Debatte be friedigt zu erklären, und den Versuch, die Verwirklichung des Planes zu verhindern, plöglich abzubrechen. Wie wenig doch die freifinnige Partei braucht, um zufrieden zu sein!
Nach alledem läßt sich nicht mit auch nur einiger Sicherheit vermuten, wie lange sich noch Port Arthur halten könnte. Jedenfalls aber werden in der nächsten Zeit noch schwere Kämpfe um Port Arthur zu erwarten sein, da den Japanern alles daran liegen muß, die Feftung zu nehmen, bevor die baltische Flotte in Oftafien eingetroffen sein wird.
Die Verfassungsrevision in Württemberg.
Stuttgart , 4. Nov.( Priv.- Dep. des„ Borwärts".)] Der württembergische Landtag ist heute zu einer entscheidenden Seffion zusammengetreten. Er hat die Aufgabe, eine neue gesetzliche Gestaltung für die Bezirksverwaltung zu schaffen, er hat auch wichtige Aufgaben innerhalb der Eisenbahnverwaltung zu erledigen und dergleichen mehr. Den Höhepunkt seiner Tätigkeit wird jedoch zweifellos die Beratung der Verfassungsreviston darstellen, der man im ganzen Lande seit geraumer Zeit mit Spannung entgegensieht. Die heute bom König selbst verlesene Thronrede hat die Regierung auf ein bestimmtes Programm bereits festgelegt und damit einen Teil der Rätsel gelöst, die jene politisch interessierten Kreise des Schwabenlandes in letzter Beit beschäftigt haben. Der entscheidende Satz der Thronrede sagt darüber:
Meine Regierung ist bereit, auf der Grundlage des be. stehenden Verfassungsrechtes eine Aenderung der Bestimmungen über die Zusammensetzung der Ständeversammlung in dem Sinne herbeizuführen, daß die Abgeordneten zur zweiten Kammer ausschließlich durch das allgemeine gleiche unmittelbare und geheime Wahlrecht berufen werden und zugleich die erste Kammer eine zeitgemäße Erneuerung erfährt."
Die Regierung will also die zweite Rammer zur reinen Boltslammer machen. Es muß aber hierbei verlangt werden, daß mit der Ausmerzung der Privilegierten und Ritterschaftsvertreter aus der zweiten Rammer auch eine zeitgemäße Umgestaltung und Vermehrung der Wahlkreise Hand in Hand geht. Es ist ein Zustand, der heute bereits geradezu unerklärlich und auf die Dauer unhaltbar ist, daß die Stadt Stuttgart mit nahe an 200 000 Einwohnern teine stärkere Bertretung hat, als eine andere Stadt mit 4000 Einwohnern oder ein ländlicher Bezirk mit wenig mehr Einwohnern.
Wie sich die Regierung sodann zur zeitgemäßen Erneuerung der ersten Kammer" der Standesherren stellt, kann sie noch nicht verraten. Sie hofft, daß der in dieser Frage noch immer gärende Most der Gesetze alsbald zu einem klaren und genießbaren Getränk niederschlagen wird. Des weiteren sagt die Thronrede:
" Noch haben freilich die in Ihrer Mitte vorhandenen Meinungsverschiedenheiten heute über die nähere Gestaltung der Veränderung die erwünschte Begleichung nicht erfahren. Ich bin indeffen der festen Zuversicht, daß die Stände des Landes, überzeugt von der dringenden Notwendigkeit der Reform, die Bes mühungen meiner Regierung um eine Versöhnung der Gegensäke in opferfreudiger Hingabe an das hohe Ziel selbstlos fördern und daß sie durch ihr Entgegenkommen einem neuen gesetzgeberischen Vorgehen, das wir zu veranlassen entschlossen sind, die Wege ebnen."
Mit anderen Worten: Zerbrecht euch die Köpfe darüber noch eine Weile, bis ihr gefunden habt, auf welchem Wege ihr eine für die Reform erforderliche Zweibrittel- Mehrheit zusammenbringen werdet.
Es ist nach dieser Thronrede zweifellos, daß die Regierung die Frage der radikalen Beseitigung der ersten Kammer aus der Dis. fussion überhaupt ausscheiden lassen werde, obgleich es feststeht, daß die überwiegende Mehrheit des württembergischen Boltes und zwar nicht nur sozialdemokratische und boltsparteiliche, sondern auch mehr rechtsstehende Kreise diese Art der Reform für das Zweckmäßigste halten würden. Es wird sich nunmehr bald herausstellen, vielleicht schon morgen, welche Stellung die Parteien zu diesem Teil der Thronrede einnehmen werden und es wird dann angebracht sein, die Aussichten des Revisionswerkes und die durch dessen Ankündigung geschaffene politische Lage einer allgemeinen Orientierung zu unterziehen.
Deutfches Reich.
Eine gemeingefährliche Reform.
Gefahren das„ Reform" gesetz über die Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft in fich birgt. Die Sozialdemokratie hat während der Verhandlungen über das Gefeß unablässig auf diese Gefahren hingewiesen. Trotzdem hat die Mehrheit des Reichstags das Gesetz beschlossen, ja man hat der Sozialdemokratie, der ewig
Wir haben neulich an dem Kottbuser Fall gezeigt, welche