Nr. 98.
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Vorwärts
Berliner Volksblatt.
22. Jahrg.
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Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.
Unter einer Decke.
Zu einem gewaltigen Konflikt zwischen der Regierung und der prenßischen Landtagsmehrheit werde es tommen, so verkündeten die Herolde der sozialen Monarchie; die Regierung der christlichmonarchischen Sozialreform nehme es bitter ernst mit ihrem dem ganzen Wolfe und den Bergarbeitern insbesondere gegebenen Versprechen einer Bergreform. Der entschiedene" Liberalismus, die Zentrumspreffe, schrieb Bech und Schwefel auf die ruchlose Mehrheit herab, welche die erleuchtete Regierung der Herren Bülow- Möller hindere, ihre foziale Pflicht zu tun. Bereits stand es in diesen fozialbegeisterten Gemütern fest, daß der Ministerpräsident zum Reichskanzler, die blamierte preußische Regierung zum Bundesrat und Reichstag flüchten werde.
Wer nur einige Elementarkenntnisse in den treibenden Kräften der preußisch- deutschen Politik besaß, lachte über diese Ankündigungen, bie, wenn sie ernst gemeint waren, auf hoffnungslosen Urteilsschwund hinwiesen, wahrscheinlich aber nur zur Schau getragen wurden, um die wachsende Empörung der Bergarbeiter und des noch christlich" gegängelten Proletariats zu beschwichtigen. Sie sollten bes frechen Spiels, das mit ihnen getrieben wurde, nicht allzu bewußt werden. Sie sollten von der ganzen Erkenntnis abgesperrt werden, daß es der Regierung der sozialen Monarchie niemals auch nur im Traum einfallen würde, um einer lumpigen halben Million Bergarbeiter willen es mit ber herrschenden urwüchsigen agrarischen und der angepaßten industriellen Feudalclique zu verderben.
Donnerstag, den 27. April 1905.
durch ein solches raditales Verbot dem Mißbrauch der Stellung
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Am: IV, Nr. 1984.
zu politischer Berhegung am sichersten vorgebeugt. Ebenso ficher Vom ostasiatischen Kriegsschauplate.
aber wird dadurch auch solche politische Betätigung getroffen, die an und für sich mit der irenischen Aufgabe der Ausschüsse wohl zu bereinigen ist.
Daß, wer seine Stellung im Arbeiterausschusse zu politischer Berhebung der Belegschaft mißbraucht oder in seiner Eigenschaft als Mitglied eines solchen Ausschusses oder unter Berufung auf diese politisch oder sozialpolitisch agitiert, von Rechts wegen sein Vertrauensamt verwirkt hat, erkennt selbst das Zentrum an. Sein Widerspruch und ebenso der der Regierung richtet sich auch nur gegen das Verbot auch anderer politisch- agitatorischer Tätigkeit, 3. B. als Vertrauensmann der Zentrumspartei bei den Wahlen. Streng genommen, steht eine solche Tätigkeit auch an sich außer Zusammenhang mit der Stellung im Arbeiterausschusse.
Die Roschdjefttensky- Flotte scheint sich noch in der Nähe der Kamranh- Bucht zu befinden. Es wird gemeldet:
Tsingtau , 26. April. ( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Die russischen Offiziere hier haben die Nachricht erhalten, berlaffen habe, um sich mit dem dritten Geschwader au daß die russische Flotte die Kamranh- Bucht mit südlichem Kurs vereinigen.
Bulo Pinang, 26. April. ( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Man erwartet, daß das dritte baltische Geschwader heute BuloPinang paffiere. Die Behörden lassen bei Nacht die Zugänge zur Insel überwachen.
London , 26. April. Daily Mail" meldet aus Banghoi bom Wohl aber steht jede agitatorische Tätigkeit im Dienste der 24. b. Mts., daß eine Anzahl russischer Kreuzer Sozialdemokratie im unlösbaren Widerspruche mit der Aufgabe, zwei Kreuzer mit drei Schornsteinen lägen noch außerhalb der Kamranh Bucht angelommen seien; das gute Einvernehmen innerhalb der Belegschaft und zwischen innerhalb der Bucht. Es heißt, daß die Nussen ihre Basis dieser und bem Bergwerksbefizer aufrechtzuerhalten und nach ainan verlegt hätten. Kontraktsverlegungen und Vergewaltigungen vorzubeugen. Diese
Herr v. Beblizz macht sich, wie man sieht, auch unbarmherzig über die Arbeiterfreundlichkeit des Zentrums Tuftig. Ein Ausnahmegefeh bloß gegen die Sozialdemokratie würden die Klerikalen schon schenken.
Vom mandschurischen Kriegsschauplate.
zu berbieten, ist daher der Gesetzgeber voll berechtigt, und zwar um so mehr, als die Sozialdemokratie bekanntlich planmäßig Amtlich wird gemeldet: Der Feind, welcher in Stärke von 5 Bataillonen, Tokio , 26. April. ( Telegramm des„ Reuterschen Bureaus".) darauf ausgeht, alle sozialpolitischen Organisationen für ihre 16 Sotnien und 1 Batterie unsere borgerüdte Kavallerie bedrängte, politischen Bestrebungen zu mißbrauchen. Bei entsprechender Beschränkung des Berbotes, so daß also davon unter anderen die griff am 24. in der Umgegend von Sai- huan an. Unsere bort befindlichen Truppen gingen unter Deckung vor, besiegten den christlichen Bergarbeitervereine nicht berührt werden, dürften die Feind und verfolgten ihn bis nördlich von Mien. Verfassungsschmerzen des Zentrums mindestens sehr abgeschwächt huachie h. Unsere Verluste betrugen 38 Mann, der Feind ließ werden, die Regierung würde aber schwerlich ihre Unannehmbarkeits- ungefähr 200 Zote zurüd. Zwei andere Abteilungen, von Mit dem brutalen Zynismus, der diesen politischen Universalerklärung aufrechterhalten können." denen die eine aus 3 Bataillonen und 16 Sotnien, die andere aus fuppler für den Interessenausgleich" der Ausbeuter aller Richtungen 12 Sotnien und 1 Batterie bestand, griffen Tschangtu beziehentlich auszeichnet, durchkreuzt jetzt der Freiherr v. 3edlig das Spiel der Siao- tagu an, zogen sich aber zurüd, als ihre Kameraden Beschwichtiger und Ewig- Hoffnungsfeligen. In einem von ihm mit geschlagen waren. feinem Namen versehenen, von Scherl Honorierten Artikel verrät er Diese Nachricht wird von russischer Seite folgendermaßen beftätigt: unter der heiteren Ueberschrift Was mum weiter", daß die scheinbar Aber hier liegt gerade die Schwierigkeit. Wenn es sich nur um Hadernden im Grunde völlig einig sind, daß sie alle unter einer Aussperrung sozialdemokratischer Arbeiter von den Ausschüssen Agentur.) General Linewitsch telegraphiert vom 25. April: Petersburg , 26. April. ( Meldung der Petersburger TelegraphenDede spielen: Die Konservativen und die Nationalliberalen nicht handelte, so würde man schnell einig werden; und auch das Unsere Vorposten zwangen am 22. April den Feind, nach und nach nur, fondern auch die Regierung und das Zentrum. Alle find Bentrum würde dann wohl das Vertrauen des Herrn v. Bedlig zu das Dorf Nanchenzou und das Dorf Bemanpaomeng, das befestigt fie einig, das Proletariat zu betrügen und zu unterdrücken. Man verdienen bestrebt sein und von den verspotteten„ Verfassungs war, zu räumen. Die Japaner besetzten eine befestigte Stellung nennt diese Solidarität der Ausbeuter wohl auch praktisches schmerzen" genesen. Aber mit vollem Bedacht wollte die Mehrheit der und das Erscheinen unserer Abteilung in der Front und auf der drei Werst südlich von Vemanpaomeng. Unfer Artilleriefeuer Christentum. Kommission jeden Arbeiter treffen, der die„ irenische" Aufgabe der linken Flante nötigten die Japaner, fich eiligst auf Kahancheng Ausschüsse store. Diese Friedens aufgabe- bie irenische Aufgabe zurüdzuziehen. ist zugleich die ironische Aufgabe Während des Rüdzuges brannten sie eine - besteht eben darin, daß der Niederlage von Mundvorräten in einem Dorfe nieder. Am Ausschuß als freiwillige Polizei für die Unternehmer gegen die 23. April näherten sich unsere Vorposten, den Feind zurüddrängend, Arbeiter dienen soll, und diese polizeiliche Mission verlegt auch jeder Chantoufou, das start befestigt und von den Japanern befest war. christliche Arbeiter, der die Interessen seiner Kameraden anstatt des Kapitals wahrnimmt. Daher die dehnbare Kommission.
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Herrn v. Jedlig eigentliche Kunft ist das Sududseierlegen. Dies Gewerbe betreibt er seit jeher in jeder Beziehung auf allen Gebieten des persönlichen und öffentlichen Lebens. Er läßt die Sprößlinge seiner christlich- staatserhaltenden Kraft in fremden Nestern reden und wirken; ſeine Brut macht sich überall breit. Diese Fähigkeit hat er, um von anderen Gelegenheiten zu schweigen, bei der Kanalvorlage bewiesen, die aus einem westdeutschen industriellen Verkehrswert zu einer oftelbisch- agrarischen Verkehrsstörung wurde der berühmte gegen die Sozialdemokratie richtet, so wird sie doch immer den Sinn Findet man nun aber auch eine Fassung, die sich scheinbar nur , benaturierte" Kanal. Auf die gleiche Weise wird jetzt die von und die Zendenz haben, jede ernste Agitation für die Arbeiterdie Sozialdemokratie richtet, so wird sie doch immer den Sinn Haus aus schon fümmerliche Bergarbeiterschutz- Borlage in eine interessen zu unterbinden. Die Bestimmung soll gerade in erster resolute Zuchthausvorlage verwandelt; aus dem Rest der zaghaftesten Linie als Maulforb auch für die christlichen Arbeiter wirken, Sozialreform friecht ein kleiner scharfschnäbeliger Beblitz hervor. die man einfach als berlappte Sozialdemokraten" denunziert, Toren, die da glaubten, daß nun die Regierung den Eindringling wenn sie nicht irenisch" den Profiit der Ausbeuter zu mehren aus dem Nest werfen würde, nachdem sie sein Wesen erkannt. Ganz befliffen sind. im Gegenteil: fie wird ihn wie ihr eigen Fleisch und Blut nähren. Und schließlich ist ja der Kudud von ihrer Sippe.
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Indessen gleichviel, wie der Verrat formuliert werden wird, die Mogelei wird zu stande kommen. Die preußische Regierung wird die Bergzuchtvorlage als Gesetz verabschieden. Der Bundesrat denkt und auch das Zentrum wird sich unter einigen frommen Grimaffen des Widerspruchs drein fügen. Wenn es die Niederhaltung des Proletariats gilt, spielen alle unter einer Dede.
Herr v. Zedlig versichert mit größter Gemütsruhe, daß nicht ber mindeste Anlaß" vorliege, die Sache tragisch zu nehmen": nicht daran, die Angelegenheit vor die Instanz des Reichs zu bringen. " Daß bei den Kommissionsberatungen noch weitgehende Meinungsverschiedenheiten zwischen der Regierung und der Mehrheit unausgeglichen bleiben, ist im parlamentarischen Leben eben feine Seltenheit, und zwar auch sehr häufig ba vorgekommen, wo schließlich auf der ganzen Linie Verständigung erzielt wurde. In dem vorliegenden Falle liegt aber auch, abgesehen von den allgemein politischen Gründen, welche für die Verständigung zwischen Regierung und Mehrheit ins Gewicht fallen, bei sämtlichen Differenzpunkten von Bedeutung die Sache bei ruhiger Betrachtung für eine
Berständigung geradezu günstig."
Ueber die Streitfrage der öffentlichen oder geheimen Stimmen. abgabe bei den Wahlen werde man sich mit der Regierung ficher verständigen. Die Mehrheit wird hier nachgeben und auf der öffent lichen Wahl nicht bestehen. In der Tat hat fie auch keine Ursache mehr dazu. Nachdem man die Arbeiterausschüsse zuchthäuslerisch „ denaturiert hat, tamn es auch den Bebligen gleichgültig sein, auf welche Weise gewählt wird.
Bleibt also im wesentlichen nur noch die Differenz wegen des Kommissionsbeschlusses, der die Mitglieder der Arbeiterausschüsse ihrer Staatsbürgerlichen Rechte berauben will. Die Regierung schützt das fleine Bedenken der Verfassungswidrigkeit vor, in der Tat nur ein Kleines Bedenken, wenn die Regierung und die Konservativen die Verfassung, also die, Grundlage des Staates" umstürzen- der selige Herr v. Hammerftein pflegte in folchen Fällen zu sagen, daß das Wohl des Staates, die Staatsraison über formale Bedenken gehe. Dagegen grenzt es natürlich an Hochberrat, wenn etwa Arbeiter durch einen Kontraktbruch" die„ Ordnung des Rechtsstaates unterminieren" I
Herr b. Zedlig ist ganz sicher, daß man durch irgend einen Buchstabenschwindel auch über diesen Gegensatz hinweglommen werde. Man wird den Wortlaut ein wenig ändern, so daß die Regierung den Schein, die Mehrheit die Sache rettet. Herr v. Beblig glaubt, daß man durch die Einführung eines neuen Sozialistengefeges zur Berständigung gelangen werbe:
Das Gefindel des Zaren.
Maikundgebungen dadurch zu vereiteln, daß er das Gefindel, wie in Nach taukasischem Muster plant Väterchen, revolutionäre Rischine und Batu, losläßt, um die gemeinsame Aktion gegen den burch getaufte Tataren niedermegeln. In anderen Gegenden werden Barismus zu zersplittern. Im Kaukasus ließ der Bar die Armenier die dunkelsten Elemente gegen die Juden gedungen. In Petersburg will man die Rowdys, die Hooligans" gegen die Intelligenz bewaffnen, um einen Reil zwischen die Revolutionäre der Intelligenz und des Braletariats zu treiben.
Es ist ein Zeichen für die wachsende Macht der revolutionären der Oppofition diefe Pläne der Regierung offen erörtert und daß Betwegung, daß selbst die in Rußland erscheinende loyale" Presse offizielle Telegramme von diesen Aeußerungen Verbreitung geben. Aus Petersburg melbet heute die offizielle TelegraphenAgentur:
Birshewija Wjedomosti" bespricht hente abend an leitender Stelle die in der Stadt umlaufenden Gerüchte, wonach angeblich am 1. Mai, dem zweiten russischen Osterfeiertage, etwa 15 000 Rowdys, sogenannte Hooligans, in Korps auf die einzelnen Stadtteile verteilt, die Straßen durchziehen und die gebildete Be völkerung niedermachen wollen. Die Bewegung, fo besagen die Gerüchte weiter, sei nicht gegen die Regierung gerichtet, und die eigentliche Arbeiterbewegung sei an ihr nicht beteiligt.
Auch die Zeitung Rus" nimmt von diesen Gerüchten Notiz. Auch die liberale Oppofitionspresse läßt sich also angelegen sein, Die Bestimmung, wonach der Mitgliedschaft eines Arbeiter über das Wesen dieses vom Zarismus ausgehaltenen Lumpen- und ausschusses verlustig geht, wer die ihm obliegenden Pflichten ins Berbrecherterrorismus aufzuklären, der im Solde der Regierung besondere durch agitatorische politische Tätigkeit verlegt, richtet sich beztvedt, die Arbeiterbewegung zu diskreditieren und die Revolutionäre zwar nicht notwendig nach dem Wortlaut, wohl aber nach der Begegeneinander zu hetzen. gründung des Hauptantragstellers gegen jede politisch- agitatorische Tätigkeit von Mitgliedern der Arbeiterausschüsse. Zweifellos wir
Unsere Artillerie eröffnete von ber Oftſeite ein Feuer auf die Stadt. Als es fich herausstellte, daß diefe von einer bedeutenden Truppenhantoufou zerstört. menge besetzt war, zogen sich unsere Truppen zurüd. Unsere Kavallerie hat den Telegraphen zwischen Kayancheng und
Zum Marokko - Streit. Herr Delcassée behauptet bekanntlich, daß Deutsch land , nachdem es sich erst um die französisch- englischen Abmachungen gar nicht gefümmert, urplötzlich seine Interessen gefährdet gefunden und dann den Konflikt vom Zaun gebrochen habe, wogegen die deutschen Offiziösen behaupten, Deutschland habe Frankreich von allem Anfang an nicht darüber im Zweifel gelassen, daß es seine Interessen gewahrt zu sehen wünsche. Jezt meldet der Berichterstatter der „ Times" aus Tanger , daß die deutsche Lesart die richtige sei. Er telegraphiert:
Angesichts der in der Kammer gefallenen Aeußerung, daß die deutsche Marokko - Politik von der Schlacht bei Mutden herrühre, fei er bon maßgebender Seite verständigt worden, daß schon zu Anfang November die deutsche Gesandtschaft in Tanger a mtlich die Aufmertfamteit des französi schen Gesandten auf die Tatsache gelenkt hat, daß Deutschland hinsichtlich der englisch französischen Abmachungen nicht zu Rate gezogen und auch nicht von deren Bestehen verständigt worden sei, daß somit die deutsche Politit auch weiterhin unabhängig von den betreffenden Abmachungen bleiben werde. Auf diese Mitteilung erfolgte teine Antwort. Auch sonst ließ die deutsche Gesandtschaft die französische wiederholt wiffen, daß die deutsche Politit in Marotto teine enderung erfahren werde. Zudem wurden, als die britischen und französischen Staatsangehörigen in Fez von ihren Gesandtschaften aufgefordert wurden, die marokkanische Hauptstadt zu verlaffen, die dortigen deutschen Staatsangehörigen ausdrüdlich ermuntert, dort zu bleiben. Weiterhin habe Graf Bülow in seiner Antwort auf die Bittschrift der deutschen Staatsangehörigen in Tanger , worin um Reichsschutz vor drohenden Ausschreitungen der Eingeborenen ersucht wurde, flar und offen erklärt, daß Deutschland , wenn es nötig werden würde, wirksame Maßregeln ergreifen werde. Alle diese bedeutsamen Tatsachen blieben ohne Antwort von Frankreich . Deutschland ertvartete eine amtliche Berständigung über das französisch- englische Ablommen erst nach dessen Unterzeichnung, weil es anerkannte, daß Spaniens geo graphische Lage diesem Staat ein Vorzugsrecht gewähre; doch glaubte fich Deutschland zu der Erwartung berechtigt, daß es nach Unterzeichnung des Abkommens von Frankreich würde eingeladen werden, ein ähnliches Abkommen in Gemeinschaft mit allen Signatarmächten des Madrider Vertrages von 1880 abzuschließen. Die französische Regierung müsse fchon im November in Kenntnis der wichtigen Aussprache gewesen sein, die zu Anfang jenes Monats zwischen dem deutschen Geschäftsträger und dem franzö fischen Gesandten in Tanger stattgefunden hat