Einzelbild herunterladen
 

Nr. 236.

Abonnements- Bedingungen:

S

Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags, Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Post­Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat.

Ericheint täglich außer Montage.

Vorort- Ausgabe

Vorwärts

Berliner Dolksblatt.

22. Jahrg.

Die Infertions- Gebühr

beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett­gedruckte) Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet.

Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin ".

Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983.

Straßenbahntrust gegen Berlin .

Sonntag, den 8. Oftober 1905.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984.

-

"

und umgekehrt schmücken die Direktoren der Banken die Aufsichts- Wie im Jahre 1900, so steht die städtische Verwaltung Berlins räte der Gesellschaften. Beide Kollegien sind sind dann noch auch heute an einem Wendepunkt der Verkehrspolitik. Einen mit ehemaligen Ministern, Unterstaatssekretären und Ministerial- 200 Millionentrust Straßen, Pläge und Brücken Berlins zur Aus Seit einigen Wochen beschäftigen die genialen Pläne der zu direktoren ornamentiert, wodurch der innere Busammenhang und beutung überliefert, heißt das Kapital zum Herrn aller Verkehrs­einem Berliner Straßenbahntruft vereinigten Aftiengesellschaften die Verkehr mit den maßgebenden Staatsinstanzen gesichert ist. Daß die mittel machen und auf jede Selbständigkeit verzichten. Die gesamte Deffentlichkeit. Es handelt sich so schreibt der mit der Führung hohe Aristokratie ebenfalls in diesem Gremium nicht fehlt, soll nur Einwohnerschaft vielleicht mit Ausnahme der Bankdirektoren, Auf­des Handstreiches betraute Direktor der Großen Berliner", Herr nebenbei bemerkt werden, und so werden denn die auf städtischem, fichtsräte und Aktionäre der Großen Berliner " werden hinter Ministerialdirektor a. D. Dr. Mide- im Jnteresse des Verkehrs von mit enormen Kosten hergestelltem und erhaltenem Besitztum be- der städtischen Verwaltung stehen, wenn Magistrat und Stadt­ Groß Berlin" um eine durchgreifende Aenderung unserer Bahn- triebenen lukrativen Unternehmungen unter Mit- verordnete, dem erneuten Versuch, den Verkehr in Berlin kapitalistisch wirkung der Aufsichtsbehörden nicht den Gemeinden überlassen, zu monopolisieren, unbeugfamen Widerstand entgegensetzt. anlagen." Wird die Majorität des Roten Hauses" festbleiben? Dieser edelmütige Entschluß soll ausgeführt werden durch sondern der heiligen Dreiheit Banko-, Arifto- und Bureaukratie aus Herstellung von Untergrundbahnen im Zuge der Leipzigerstraße geliefert. und Unter den Linden , und hat zur Voraussetzung: daß die. Dabei handelt es sich gar nicht immer um ausgereifte und Stadtgemeinde Berlin für den Bau und Betrieb der geplanten An- durchgearbeitete Projekte. Das jüngste Kind straßenbahnlicher Phan- Der Kampf in der Elektro- Industrie.

lagen die Kleinbahngesetzliche Zustimmung auf die Dauer von 90 Jahren erteilt und zugleich für denselben Zeitraum das Recht der Benutzung der in ihrer Unterhaltung befindlichen, bisher zum Straßenbahnbetriebe überlaffenen Streden, Brücken und Pläge ein

räumt."

"

-

Herr Bueck tritt in Aktion!

Vorgestern forderte die" Post" die Arbeitgeber zur Solidarität auf, und heute versendet die Hauptstelle der deutschen Arbeitgeber­Verbände ein Zirkular an die der Hauptstelle angeschlossenen Verbände und Betriebe, in dem in dieselbe Kerbe gehauen wird.

tafie entbehrt bis jetzt noch jeden Nachweises technischer Ausführbarkeit und wirtschaftlicher Rentabilität. Aber was tut's? Schon das bloße Auftauchen des Projektes hat die Aktien in die Höhe getrieben und wenn auch nichts aus der Geschichte wird und die Kurse wieder fallen­im Direktionszimmer der Dresdner Bank wird man sich ins Fäustchen Wir haben die Forderung der Gesellschaften unseren Er- lachen-, sind doch an dem Börsenmanöver ein paar Millionen verdient. Das Zirkular des Herrn Bueck stempelt die ganze Frage zu einer örterungen vorausgestellt, um die Auswucherungspläne des Straßen- Apropos Dredner Bank! Man hat nicht unterlassen, in die Trace bahnringes, dem Berlin bis zum Jahre 1919 ausgeliefert ist, zu der geplanten Bahn eine Station Dresdner Bank" einzuzeichnen, Machtfrage, die natürlich die Arbeiterschaft aufgeworfen haben soll. fennzeichnen. Nahezu auf ein Jahrhundert verlangt das in Straßen- damit die Passagiere der neuen Bahn gleich sehen, wo sie ihre Der ganze Verlauf der Bewegung habe bisher unverhüllt gezeigt, daß es der koalierten Arbeiterschaft weniger um die Erlangung wirt­bahn sowie Elektrizitäts- Gesellschaften und Großbanken foalierte Geldgeschäfte machen können. Millionenkapital ein Monopol auf die Benutzung des städtischen Geschäftstüchtig sind die Bankfonsuln das muß man ihnen schaftlicher Vorteile und eines ausreichenden Lohnes ankommt, als Eigentums, um das großstädtische Publikum, welches ausreichender Tassen. Und auch Minister verstehen die Herren eines Besseren vielmehr darauf, der Unternehmerschaft die Macht der Organisation und billiger Verkehrsanlagen bedarf, ungestört ausplündern zu zu beleyren. Während der städtischen Verkehrsdeputation die zu beweisen und den Einfluß der Organisation auf die Zeitung der fönnen. Aus dem Schweiße des arbeitenden Bolles soll das Gold Genehmigung zur Anlegung einer Straßenbahn im Niveau Betriebe selbst, die doch allein in der Hand der verantwortlichen geprägt werden, das als Dividenden in die Taschen der Aktionäre der Boßstraße rundweg auf Befehl des Verkehrsministers Budde, Unternehmer zu verbleiben hat, auszudehnen. der in der Voßstraße wohnt und das Geräusch vor seiner Tür nicht Das harmlose Gemüt des Herrn Bueck kommt zu dieser Ueber­fließen würde wenn der beabsichtigte Raubzug gelänge. Es verlohnt sich, bevor auf die Stellungnahme der städtischen leiden kann, versagt wurde, glaubt Herr Mice in dem an das zeugung aus dem Umstande heraus, daß die Arbeiter der Berliner Verwaltungsorgane zu diesem durch gleichzeitige Genehmigungs- Bolizeipräsidium gerichteten Gesuch annehmen zu dürfen, daß seiner Elektrizitätsindustrie bekanntlich" zu den bestentlohnten überhaupt gesuche bei dem Polizeipräsidium verschärften Ueberfall ein Gesellschaft die Voßstraße für eine Straßenbahn freigegeben wird. gehören. Herr Bueck findet das durch eine jetzt veröffentlichte Lohn­gegangen wird, einen Blick auf den gegenwärtigen Stand der wir zweifeln nicht daran, daß Herr Micke gut informiert ist und daß liste bewiesen. Da das nicht die Lohnliste der mit 30 Pfennig Stundenlohn eingestellten Lagerarbeiter in Ober- Schöneweide sein städtischen Verkehrspolitik zu werfen. Bis vor 5-6 Jahren hatte man hier mit einer kleinen Variation jagen, fann: die Stadt jeden Versuch, die Verkehrsanlagen selbst zu bauen und fann, wird Herr Bueck die von uns veröffentlichte Lohnliste des Wir au unterhalten, zurückgewiesen. Dem unablässigen Drängen unserer Herrn Generaldirettors Rathenau meinen. Genossen im Roten Hause, unterstützt durch das dividendenhungrige konstatieren mit Vergnügen, daß die Jahreseinnahme von dreiviertel unglaublich rücksichtslose, die Verkehrsverhältnisse nur unter dem Ge­Millionen selbst Herrn Bued imponiert hat! sichtspunkt der Geldmacherei betrachtende Verhalten der Großen Berliner " gelang es endlich, die städtische Verwaltung zu dem Ent­fchluß zu treiben, sich aus den Fesseln der Monopolgesellschaft zu be­freien und die Verkehrsbedürfnisse durch städtische Einrichtungen zu befriedigen.

-

"

"

-

"

Wenn zwei dasselbe wollen, ist es nicht dasselbe."

-

Wenn wir nach früheren Erfahrungen annehmen müssen, daß die Mickeschen Pläne bei den staatlichen Aufsichtsbehörden vielleicht sind die Pläne auch schon dem Kaiser vorgelegt und darauf hingewiesen worden, daß die Tunnelanlage Unter den Linden " die Freilegung des Brandenburger Tores bedinge, bekanntlich ein Lieblings­wunsch Wilhelms II.- gute Aussichten haben, so erscheint es uns doppelt notwendig, daß die Stadt das Ansinnen der Gesellschaften energisch zurückweist. Die bisherige Haltung der Verkehrsdeputation, die bom Magistrat bereits gebilligt ist und zweifellos auch von der Stadt­berordneten- Versammlung gutgeheißen wird, ermutigt zu der Hoffnung, daß die Spekulationen der vereinigten Bank und Straßenbahn­Magnaten mit gebührendem Nachdruck zurückgewiesen werden.

"

-

-

Der Aufruf des Herrn Bued schließt: An die der Hauptstelle angeschloffenen Ver­bände und Betriebe richten wir daher, infolge einer auf Grund des abgeschlossenen Kartell. vertrages ergangenen Anregung des Vereins deutscher Arbeitgeberverbände, die dringende Aufforderung, die eingangs erwähnten Firmen in der Abwehr des Angriffs zu unterstüßen, badurch, daß sie die aus der Berliner Elektrizitätsindustrie kommenden Arbeiter nicht aufnehmen bezw. in den letzten Tagen aufgenommene wieder entlassen, und daß sie ferner diese Maßregel auch zugunsten der Betriebe des Verbandes Berliner Metall­industrieller eintreten lassen, falls diese Betriebe am 14. Oktober geschlossen werden.

Norddeutsche Allgemeine Scharfmacherei.

Das Jahr 1900 brachte die Saat zur Neife, indem die Gemeinde­behörden beschlossen, die Forderungen des Verkehrs auf Erweiterung des Straßenbahnneßes während der Dauer des geltenden Vertrages durch Bau und Betrieb städtischer Straßenbahnen zu erfüllen Von der Uebergeschnapptheit, eine Konzession auf 90 Jahre zu und sich dadurch zugleich ein vertragsmäßiges Recht ausübend auf die Uebernahme des gesamten Betriebes im Jahre 1919 bei berlangen und den bestehenden Vertrag auf denselben Zeitraum ver­Ablauf des Vertr ges vorzubereiten. Dieser Beschluß, deffen längert zu erhalten, reden wir erst gar nicht das ist zu dumm! Selbst Leute zu denen wir nicht gehören, welche die Konsequenzen von der städtischen Verkehrsdeputation gezogen wurden in ihrem Verhalten zu der Großen Berliner ", die sich Lebensdauer der bürgerlichen Gesellschaft so lange befristen, werden inzwischen teils formell, Sonderlich aufregen wird diese Maßregel die ausgesperrten durch Ankauf der Aktien nicht so hirnverbrannt sein, auf die Benutzung und Bewirtschaftung formell, teils mit der Charlottenburger , der Westlichen und der Südlichen öffentlichen Eigentums für ein Jahrhundert zugunsten privatkapita- Arbeiter nicht; sie haben sie natürlich erwartet. Daß das Unter­nehmertum feiner Brutalität die Krone aufsetzen und den auss Borortbahngesellschaft fusioniert hatte, durchkreuzte natürlich die hoch- listischer Unternehmungen zu verzichten. fliegenden Pläne des Straßenbahnklüngels und feiner Baukalliierten. Hochbedeutsam und wichtig ist der Beschluß der Verkehrs- gesperrten Arbeitern auch außerhalb der Berliner Weichbildgrenze Die Hoffnungen auf die ungestörte Ausbeutung der städtischen beputation, in Verhandlungen über Vertragsveränderungen mit der jede Arbeitsgelegenheit versperren wird, gehört so notwendig zur Anlagen und des Publikums waren enttäuscht und nun begannen Großen Berliner " überhaupt nur dann einzutreten, wenn die Ge- Charakteristik dieser Herrschaften, wie der blankgebügelte Zylinder die Bestrebungen, die unanfechtbare Position der Stadt zu unter- sellschaft vorbehaltlos anerkannt hat, daß die Stadt ver- zu ihrer Bekleidung. Wenn übrigens die" Post" in ihrem Artikel über die Solidarität minieren und durch Beeinflussung der staatlichen Aufsichtsbehörden tragsmäßig das Recht erworben hat, am 31. Dezember 1919, den Verkehrsplänen der Stadt Hindernisse zu bereiten. nach lebergabe des Bahnkörpers den Betrieb fortzusetzen. Die von der Arbeitgeber auf Crimmitschau exemplifiziert, so malt sie den Die vom Leipziger Platz nach dem Alexanderplatz und in das der Gesellschaft ohne Wissen der Stadt nachgesuchte und erhaltene Berliner Metallindustriellen trübe Perspektiven. Der Katzenjammer Ministerium für öffentliche Arbeiten führenden Drähte müssen vor- staatliche Konzessionsverlängerung bis 1949 beweist, daß die Gesell- der Sieger von Crimmitschau " kann nicht schlimmer sein. züglich funktioniert haben, denn immer neue Echwierigkeiten fchaft der Ansicht ist, sie könne mit Hülfe des Staates die städtische Blick in die Handelskammerberichte kann die Herrschaften davon überzeugen und der Ueberschuß des Textilarbeiter- Verbandes, mit mten sich den Projekten der Verkehrsdeputation entgegen. Genehmigung zur Fortseßung erzwingen. Wir erinnern nur an die Versagung der staatlichen Genehmigung, Wenn auch diese Anschauung feinen Rechtsboden hat, denn dem dieser sich aus dem Kampfe zurückzog, hat ja die Wut der die Fortsetzung der Hochbahn nach dem Spittelmarkt als städtisches die stattgehabten Verhandlungen befunden ausdrücklich den Willen der" Post"-Leute oft genug entfesselt. Unternehmen auszuführen. Ferner an die, angeblich durch den Stadt, den Uebergang der Bahnen im Jahre 1919 in städtische Regie Neubau des Opernhauses bedingte, für lange Zeit verhinderte Ver- zu ermöglichen, so muß der Magistrat vor jedem neuen Vertrage bindung der beiden städtischen, früher Siemens u. Halsteschen Linien mit dieser Gesellschaft darauf bestehen, diese Frage flare In ihrem Wochenrückblick beschäftigt sich auch die Norddeutsche Mauerstraße- Treptow und Mittelstraße- Pankow durch einen die zustellen und einen Rechtszustand zu schaffen, wonach jede allgemeine Zeitung" mit der Aussperrung, die sie natürlicherweise Linden am Opernplatz überschreitenden Tunnel, dessen Ausführung illoyale Auslegung des Vertrages durch die Gesellschaft unmöglich wird. einen Streit nennt. Das soll natürlich feine absichtliche bie Stadt zu genehmigen beantragt hatte. Die staatliche Bevor- Die Stadt muß sich gegenüber der Gesellschaft aber auch der Ne- Jrreführung sein; aber dem Blatte der offiziösen Dementis ist es zugung privattapitalistischer Unternehmungen zum Nachteil und gierung gegenüber sichern, daß nicht durch eine der Stadt so in Fleisch und Blut übergegangen, immer die Tatsachen auf den gegen das Interesse der Stadt gipfelte in der ohne jede Benach ungünstige Interpretation des Kleinbahngefeges der Minister Stopf zu stellen, daß es Lüge und Wahrheit ebenso gewohnheits­richtigung der Stadt erteilte staatliche Konzessionsverlängerung der in ihren Dividenden gefährdeten Aktiengesellschaft zu Hülfe mäßig verwechselt, wie der berufsmäßige Gauner Mein und Dein. bis zum Jahre 1949 an die Große Berliner Straßenbahn- kommt und die von der Stadtgemeinde versagte Zustimmung ergänzt. Gesellschaft, der dadurch von dem gütigen Vater Staat ein nach Nützen würde das der Gesellschaft auch nichts denn mit Recht Ansicht der regierungsrätlichen Stommentatoren des Kleinbahnen hat die Verkehrsdeputation in ihrer Antwort darauf hingewiesen, gesetzes ein äußerst wertvolles Kampfmittel gegen die Stadt in die daß selbst in dem Fall die Stadt verhindert würde, den Betrieb zu übernehmen, die Gesellschaft nach dem bürgerlichen Gesetzbuch zu Hand gedrückt wurde. Eine auf Anstand und Würde haltende Stadtverwaltung kann Schadenersatz berpflichtet sei, weil die staatliche Konzessions­natürlich die Hintertreppenpolitit, die sich in Engagements von verlängerung die Gesellschaft nicht von den bertragsmäßigen privat­ehemaligen hohen Staatsbeamten, denen der Zugang in die Ministerial- rechtlichen Verpflichtungen der Stadt gegenüber befreie. bureaus nach wie vor offen steht- äußert, nicht mitmachen, ist auch Mit Recht haben Verkehrsdeputation und Magistrat den Schrift nicht in der Lage, fich durch Erfüllung besonderer persönlicher Wünsche wechsel zwischen der Gesellschaft und der Deputation sowie den An­einflußreiche und maßgebende Förderung ihrer Verkehrsprojekte zu trag der Gesellschaft an das Polizeipräsidium veröffentlicht.( 1. Bei schaffen. Man muß diese im geheimen mit immer größerem Erfolg lage 1. Seite.) gekrönten Einflüsse kennen, um die daraus folgende Schädigung der Nur in dem Lichte vollster Deffentlichkeit kann die Bürger­städtischen Intereffen in vollem Umfange zu würdigen. schaft einen Einblick in die fapitalistischen Machinationen gewinnen, durch welche das Verfügungsrecht der Stadt über ihr Eigentum, scheinbar mit einer Abgabe abgefunden, tatsächlich aber erdrosselt werden soll. Gelingt es dem Großbankentum, unter­In legter Reihe liegen die Geschicke aller Berliner Verkehrs-, Be- stützt durch die Staatsbehörden, die Pläne zu verwirklichen, so ist Leuchtungs- und Kraftanlagen in den Händen der Hochfinanz. Die das Verkehrswesen Berlins für alle Zeit dem Stapitalismus aus Direktoren der Gesellschaften sizen in den Aufsichtsräten der Banken, geliefert.

So ist auch das neue 60 Millionen- Projekt der Micke und Ge­nossen in dem geheimnisvollen Dunkel unkontrollierbaren, aber um so wirksameren Einflusses geboren.

-

Man lese nur folgenden Satz:

" Die Sachlage läßt sich nicht verfchleiern, daß die Arbeitgeber, als ihnen die höheren Lohnforderungen der Arbeiter bekannt­gegeben wurden, zu einem Rompromiß bereit waren, während die Arbeiter zeigen wollten, daß fie die Stärkeren und jede ihrer Forderungen durchzusetzen imstande seien, und deshalb fein Jota von den ursprünglich aufgestellten Forderungen ablassen wollten."

Nein wirklich die Sachlage läßt sich nicht verschleiern, denn es fann attenmäßig nachgewiesen werden, daß die Unternehmer die bedingungslose Aufnahme der Arbeit verlangten, die Arbeiter aber Unterhandlungen nachsuchten!

Am 20. September 1905 erhielt der Arbeiterausschuß ber Siemens u. Halste- Gesellschaft folgende Mitteilung:

Wir sind zu unferem Bedauern nicht in der Lage, auf die von den Schraubendrehern gestellten Forde­rungen einzugehen.

Falls die Arbeiter auf ihrer Forderung beharren, bezw. im Ausstande bleiben, find wir gezwungen, unseren Betrieb zunächst im Wernerwert am Donnerstagabend und darauf in allen anderen