Nr. 249.
Gefcheint täglich außer Montage. Brets pränumerando: Biertelidhrlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret we Haus. Einzelne Nummer io Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band : Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1992 unter Nr. 6652.
Vorwärts
9. Jahrg.
Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Staum 40 Pfg, für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20. fg Inferate für die nächste Nummer nüffen bis Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr Abends, an Sonnund Fefito gen bis 9 Uhr Vormistags geöffnet.
fernsped- Anschlug Amt 1. tr. 4186.
Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.
Parteigenoffen!
Der unterzeichnete Parteivorstand beruft den diesfährigen Parteitag auf:
Montag, den 14. November, nach Berlin
n das Lokal zu den Konkordia Sälen, Andreasftraße 64, ein.
Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Montag, 14. November, Abends 7 Uhr, Vor dersammlung. Konstituirung des Parteitages. Festsehung der Geschäfts- und der Tagesordnung. Wahl einer Mandats- Prüfungskommission.
Dienstag, 15. November und die folgenden Tage: 1. Geschäftsbericht des Parteivorstandes.
Berichterstatter: Richard Fischer. 2. Bericht der Kontrolleure durch August Kaden. 3. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit der Reichstagsfraktion.
Berichterstatter: Paul Ginger,
4. Die Maifeier 1893.
Berichterstatter: Albin Gerisch, 5. Der internationale Arbeiterkongreß in Zürich .
Berichterstatter: Ferdinand Ewald.
Sonntag, den 23. Oktober 1892.
des Parteitages bei der Parteileitung einzureichen, die dieselben spätestens zehn Tage vor der Abhaltung des Parteitages durch das offizielle Partei Organ bekannt zu geben hat."
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Um letzteres zu ermöglichen und da die eingehenden Anträge vor ihrer Veröffentlichung erst einer Ordnung und Sichtung unterzogen werden müssen, ersuchen wir die Anträge bis spätestens 1. November an das Parteibureau unter der Adresse
einzusenden.
Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3.
Zum Post- Etat.
Betreffs des in Nr. 236 gebrachten Artikels Bum Post- Etat" erhalten wir folgende Berichtigung:
Die Redaktion wird auf grund des§ 11 des Gesetzes über die Presse vom 7 Mai 1874 um Aufnahme folgender Berichtigung in die nächste Nummer des Vorwärts" ersucht.
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Die in der Nummer 236 des Vorwärts" vom 8. Oktober unter der Ueberschrift 3um Post- Etat" enthaltenen Angaben über die unbefugte Eröffnung eines an den Postgehilfen Jüttner gerichteten Briefes durch den Da laut Beschluß des Parteitags in Erfurt neben dem Bostverwalter Mildner in Slawengiz und über die VorGeschäftsbericht des Partei- Vorstandes auch der Bericht über gänge, die sich infolge dessen abgespielt haben sollen, entbehren vom ersten bis zum legten Wort die parlamentarische Thätigkeit der Reichstags- Abgeordneten jeder thatsächlichen Unterlage: dem Parteitag gedruckt unterbreitet werden soll, so werden Jüttner hat den Mildner weder bei der Eröffnung diese Berichte, um eine genaue Kenntnißnahme schon vor eines an Jüttner gerichteten Briefes in Gegenwart eines den Verhandlungen zu ermöglichen, mit den Mandats- Unterbeamten überrascht, noch ihn geohrfeigt, und ebensoFormularen gegen Ende dieses Monats versandt oder ähnlichen Vorfall stattgefunden. Auch ist niemals wenig hat jemals eine Untersuchung über einen solchen eine geheime Verfügung an die Postanits- Vorsteher erlassen Die gewählten Delegirten oder Vertrauensmänner der worden, wonach dieselben die jüngeren Beamten hinsichtlich betreffenden Orte werden deshalb ersucht, von der erfolgten Wahl und der Adresse des Gewählten umgehend Nachricht an das Parteibureau gelangen zu lassen.
werden.
Die Adresse des Lokal- Komitees lautet: Fritz Zubeil , Berlin so., Naunynstraße 86. Alle Anfragen wegen Wohnungen oder sonstige persön 6. Das Genossenschaftswesen, der Boykott und die Kontroll- liche Angelegenheiten müssen an diese Adresse gerichtet Schutzmarke. Berichterstatter: J. Auer. 7. Die wirthschaftliche Krise und ihre Folge: der allgemeine Nothstand.
Berichterstatter: W. Liebknech t. 8. Der Antisemitismus und die Sozialdemokratie. Berichterstatter: A. Bebel. 9. Berathung derjenigen Anträge aus den Reihen der Parteigenossen, welche bei den vorausgehenden Punkten der Tagesordnung nicht bereits ihre Erledigung gefunden haben.
werden.
Ueber die Maßnahmen für den Empfang der Delegirten an den hiesigen Bahnhöfen wird das Lokal- Komitee recht zeitig die nöthigen Bekanntmachungen erlassen.
Alle sonstigen auf den Parteitag bezüglichen Zu schriften, Wünsche, Anfragen 2c. sind nur an das Parteibureau: J. Auer, Berlin SW., Kazbachstraße 9,
10. Wahl der Parteileitung und Bestimmung des Ortes, 3u richten. wo sie ihren Sitz zu nehmen hat.
Nach§ 8, II. Absatz unserer Partei- Organisation
find Anträge der Parteigenossen für die Tagesordnung
Nachbruck verboten.]
Die Waffen nieder!
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Mit sozialdemokratischem Gruß Der Parteivorstand.
ihres Schriftwechsels und ihrer Lektüre besser überwachen sollen. Der Postverwalter Mildner ist nicht pensionirt worden, sondern befindet sich noch im Dienste. Von seiner Bensionirung ist überhaupt noch niemals die Jede gewefen.
Der kaiserliche Ober- Postdirektor.
Staiger."
Angaben sich bis jetzt immer bewahrheitet haben, auf diese Wir müssen es unserem Gewährsmann überlassen, dessen Berichtigung zu antworten. Sollten dessen Angaben wirilich nicht zutreffen, wie es nach der vorstehenden Berichtigung den Anschein hat, so könnten wir nur unser lebhaftes Ve
danern ausdrücken.
Ein Regierungs- Steckbrief für Rekruten.
Schwer ist der Stand der Rekruten, selbst wenn die im Erlaß des Prinzen Georg gegeißelten Scheußlichkeiten nur ausnahmsweise vorkommen. Wie schrecklich aber muß erst ihre Lage sein, wenn ihnen von der Regierung ein Steckbrief vorangeschickt wird, wie es seitens der königlich
bin? fommenden Krieg, in welchem Desterreich die jetzige Ueber runipelung tüchtig heimzahlt. Die politische Frage ist von der persönlichen ganz zu trennen. Mein Sohn wird einst
ihn so maßlos glücklich geworden, wie ich es jekt Hätte ich Heinrich jemals kennen gelernt? Und er hätte er jemals eine so liebende Braut gefunden?"
Nun gut, liebe Rasa, ich will gern diese Auffassung mit Dir theilen:- es mögen Gure zwei beglückten Herzen gegen die vielen tausende gebrochenen in die Wagschale fallen
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Gott walte daß ich's erlebe gegen das Land Preußen zu Felde ziehen; ich selbst, wenn ich nicht zu alt wäre und wenn mein Kaiser mich dazu beriefe, übernähme Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner . gleich ein Kommando, um Wilhelm I. und besonders, um " Nicht nur um Einzelschicksale handelt es sich, Martha. Ihren arroganten Bismarck zu betriegen. Dies verschlägt Wie schnell und leicht man doch unter freudigen Um Auch" im Großen und Ganzen bringt der Krieg- für nicht, daß ich die militärischen Tugenden der preußischen Ständen das durchgemachte Elend vergißt! Zwei Liebespaare jene, die siegen einen großen Gewinn, also einem ganzen Armee und die strategische Kunst ihrer Führer anoder ich kann es kühulich sagen, drei, denn Friedrich Bolte. Man muß Heinrich darüber reden hören. Er sagt, erkenne und daß daß ich es ganz natürlich finden und ich, die Vermählten, schwärmten nicht viel weniger für Preußen stehe jetzt groß da in dem Heere herrsche allge- würde, wenn Sie im nächsten Feldzug, an der Spige einander, als die Verlobten also so viele Liebespaare in der meiner Jubel und begeisterte Dankbarkeit und Liebe zu eines Bataillons, unsere Hauptstadt erstücmen wollten leinen Gesellschaft, das ergab doch eine glücksgehobene Stim- den Feldherren, die es zum Siege geführt... dadurch und das Haus anzünden ließen, in welchem Ihr Schwiegermung. Schloß Grumig war in den folgenden paar Tagen eine ward der deutschen Gesittung, dem Handel, oder sagte er pater wohnt- kurz-" Stätte der Seiterfeit und Lebensluft. Allmälig fühlte auch dem deutschen Wohlstand ich weiß nicht mehr genau...
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" Kurz, die Konfusion der Gefühle ist eine heillose," ich die Schreckensbilder der vergangenen Wochen aus die historische Mission furz, man muß ihn reden unterbrach ich einmal eine solche Rhapsodie- die Widermeinem Gedächtniß entweichen. Nicht ohne Gewissensbiß hören." sprüche und Gegensätze verschlingen einander darin wie die wurde ich gewahr, wie mein vor kurzer Zeit noch so Warum spricht Dein Bräutigam nicht lieber von Jufusorien in einem faulenden Wassertropfen... So geht brennender Witschmerz in manchen Augenblicken ganz ent- Eurer Liebe, statt von politischen und militärischen Dingen?" es inimer, wenn widerstreitende Begriffe zusammengepfercht schwand. Von der Außenwelt flang wohl noch immer wir sprechen von allem und alles, was er werden. Ein Ganzes haffen und seine einzelnen Theile Trauriges herüber: die Klagen der Leute, die in dem Kriege sagt," flingt mir wie Musik... Ich fühle es ihm so gut lieben; als Mensch so und als Landesangehöriger so Dab und Gut oder thenere Häupter verloren; Nachrichten nach, daß er stolz und selig ist, diesen Krieg für König und denken wollen- das geht nicht: entweder- oder. Da don drohenden Finanztatastrophen, von ausbrechenden Seuchen: Vaterland mitgefochten lobe ich mir den Botokudenhäuptling: der empfindet für bie Cholera, hieß es, habe sich unter den preußischen MannUnd sich dabei als Bente ein so verliebtes Bräutchen die Anhänger eines anderen Stammes-- von denen er chaften gezeigt sogar in unserem Dorje wurde ein Fall geholt zu haben," ergänzte ich. nicht einmal weiß, daß sie Individuen" find weiter fignalifirt freilich ein zweifelhafter:" Es wird die Ruhr Dem Vater gefiel sein fünftiger Schwiegersohn sehr nichts, als den Wunsch, sie zu stalpiren." Jeindie tritt ja jeden Sommer auf", tröstete man sich. gut und wem hatte der prächtige junge Mensch nicht ,, Aber Martha, mein Kind, solche wilde Gefühle passen Nur immer verjagen die trüben Gedanken und die gefallen sollen? Er ertheilte ihm jedoch seine Sympathie doch nicht zu dem gesitteten und humaner gewordenen Stand bösen Befürchtungen:„ Es ist nichts" es ist vor- und seinen Segen unter allerlei Verwahrungen und Vor- unserer Kultur." es wird nichts kommen" das ist so leicht behalt:
bei
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Sage lieber, der Stand unserer Kultur paßt nicht zu gedacht. Man braucht nur eine heftig schüttelnde Kopf-" Sie sind mir als Mensch und Soldat und als Prinz der aus alten Zeiten uns überkommenen Wildheit. So bewegung zu machen und die unliebsamen Vorstellungen sind in jeder Hinsicht schätzenswerth, lieber Reuß" so sagte er zu lange diese das heißt so lange der Kriegsgeist nicht abDerscheucht wiederholten Malen und in verschiedenen Redewendungen, geschüttelt ist, läßt sich unsere vielgepriesene Humanität" aber als preußischer Offizier kann ich Sie natürlich nicht nicht vernünftig vertreten. Denn Du wirst doch Deine leiden und ich behalte mir trotz aller Familienverbindung eben gehaltene Rede, in welcher Du dem Prinzen Heinrich das Hecht vor, nichts so sehr zu wünschen, als einen versicherst, daß Du ihn als Schwiegerfohn lieben und als
Sörst Du, Martha," sagte mir eines Tages die glückliche Braut, dieser Krieg war freilich etwas Schauder baftes, aber ich muß ihn doch noch fegnen. Wäre ich ohne