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Nr. 133.

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Vorwärts

Berliner Volksblatt.

23. Jahrg.

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Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin ".

Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Die baltischen Barone

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an der Henkerarbeit.

Dienstag, den 12. Juni 1906.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984.

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Seit dem Moment, wo in Petersburg die Amnestiefrage be- nächstjährigen Budgets( durch die ungarische Strise ist wieder handelt wird, sind die Rigaischen Henker ihrer Beute nicht mehr einmal alles verspätet) noch einmal tagen muß! Obwohl es ganz sicher. Man hat deshalb in der letzten Woche den zum Tode zulässig wäre, daß der Reichsrat neben der Delegation berurteilten a cht Personen nicht erlaubt, einige Tage länger zu Sigung hält, so ist daran nicht zu denken; vielmehr geht von leben, bis ein Bescheid von Petersburg kommen konnte. Die dem Monat die Hälfte verloren, um für die Delegation Aus Riga wird uns geschrieben: Die blutigen Zahlen aus acht Unglücklichen sind teilweise schon vor der Vollst redung Platz zu machen. Die nächste Delegation muß aber nach Ser Chronik der Beruhigungsarbeit" in den Ostsee - des Todesurteils in fürchterlicher Weise um Budapest , das raubt also noch mehr Zeit. Wenn das Haus probingen, die die Interpellanten in der Reichsduma bor- gebracht worden. Alle Einzelheiten dieser Katastrophe find nun gar die sechs Monate bis zum Dezember ununterbrochen brachten, haben auf die deutsche bürgerliche Presse die in- und noch nicht bekannt. Genossen aus dem Zentralgefängnis Rigas versammelt bliebe- was ja seine Schwierigkeiten hat, immer­ausländische ebenso wenig Eindruck gemacht, wie die sechs teilen uns nur mit, daß sich Szenen im Gefängnis abgespielt haben, hin aber denkbar wäre so ist es dennoch möglich, die Ver­Monate andauernde Blutwirtschaft der deutschen Barone in die sich nicht beschreiben lassen und in vielem an die Katastrophe Handlung eines vielparagraphischen Gesetzes und einer Wahl den Ostseeprovinzen. Man vernimmt kein einziges Mißbilligungs- erinnern, die sich in Stara abspielte. Die Redaktion des Atbals" freiseinteilung für 494 Mandate auch ohne deklarierte wörtchen, nicht einmal aus dem Lager der" Liberalen ", gegen die hat von den Verteidigern dieser acht Unglüdlichen folgendes er Dbstruktion so in die Länge zu ziehen, daß alle Tagung ver Henterwirtschaft des Zarismus und seiner adeligen Helfershelfer fahren: Auf dem Wege zur Festung Dünamünde Hier sollten gebens bleibt und die Verhandlung irgendwo und irgend in den baltischen Landen! Es ist nicht übertrieben, wenn wir be die Helden erschossen werden haben zwei von ihnen den Ver- wann auf den toten Punkt gerät. Bumal in einem Parlament, behaupten, daß die bürgerlichen Blätter, von der Kreuz- Zeitung " stand berloren, einer hat einen Soldaten gebissen und ist buch das in der Woche nur vier Tage Sigung hält und jeden Tag und Staatsbürger- Zeitung" bis zur Frankfurter Zeitung " ein- stäblich erschlagen worden, ein vierter hat Selbstmord begangen durch einen unvorhergesehenen Zwischenfall" aus der Bahn geschlossen, den wilden Hereros in Afrika mehr Teilnahme be- und ein fünfter ist im Gefängnis von der Treppe gefallen(?) geworfen werden kann! wiesen haben, als den Kämpfern um Menschenrechte an den nörd- und ist sofort tot gewesen." Soviel haben die Verteidiger nach- Es ist also klar: Die Wahlreform tann nur vorwärts. lichen Gestaden der Ostsee . träglich erfahren. Daß dieses nicht der Wahrheit entspricht, könnte gehen und ans Ziel gelangen, wenn eine entschlossene man schon ohne die obigen Nachrichten schließen; jest wissen wir Regierung eine entschlossene Mehrheit zu sammeln bermag mit Bestimmtheit, daß fünf sowieso die Begnadigung nicht erlebt und die Sache in einem Zuge zu erledigen sucht. Die nach hätten, wenn sie auch zeitig" angekommen wäre. Die Ber - der Situation unerläßliche Straft hierzu scheint der Regierung handlungen gegen die 38 Mitglieder der Kampfesorganisation" Beck aber trotz der unleugbaren Intelligenz ihres Chefs allzu­find am aweiten Verhandlungstage vertagt worden, weil der Anzusehr zn fehlen. geklagte Mark im Gerichtssaale plöblich erkrankte und In unserer Partei ist man sich darüber einig, daß es so es sich herausstellte, daß ein anderer schon vor mehreren Tagen nicht weiter geht, daß also die Energie des Proletariats ein­gestorben war. Nach der Annahme des Verteidigers Grufen segen muß. Die Stimmung in der Arbeiterschaft ist zum berg droht dieses Mal 25 Personen die Todesstrafe. Reißen gespannt, und die Parteivertretung erntet bereits Vor­Unter den Angeklagten find awei 15jährige Schülerinnen, die Ge- würfe, daß sie das Signal" nicht geben will. Der Vorstoß schwister F. der Wahlreformfeinde im Ausschuß hat jezt aber allem Ueber­legen ein Ende gemacht: Die österreichische Arbeiter­

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Gerade in den letzten Tagen, als die gesamte russische liberale Presse die Amnestiefrage behandelte und die Vor­lage in der Reichsduma befürwortete, ist das Geheul der deutschen bürgerlichen Bresse über Greueltaten" und" Bedrückung der Deutschen " in den Ostseeprovinzen besonders stark geworden. Die deutsch - preußische Junkerpresse fabriziert aus den Depeschen der ..Nowoje Wremja" und der russischen Telegraphenagentur Leit artikel, und die Frankfurter Zeitung " läßt sich vom 3. Juni aus Riga die plumpften unwahrheiten schreiben. Der Korrespondent soll wiederum Fahnen mit der Inschrift:" Tod den Deutschen !" gesehen haben und die Revolutionäre, oder, was in den Augen des Korrespondenten dasselbe bedeutet, die Letten hätten sich sogar Der politische Gefangene Stading wurde dieser Tage bom mit der Regierung verföhnt, um die Deutschen umzubringen! Die Wachtposten durchs Fenster seiner Zelle erfchoffen. Die Mit- fchaft steht bielleicht unmittelbar vor dem deutsche bürgerliche Bresse will weder sehen noch verstehen, daß gefangenen wurden aus unbekannten Gründen aus der Belle ge- Maffen streit! Die Gesamtparteivertretung erläßt heute wir es in den Ostseeprovinzen nicht mit einem Nationalitäten holt und als sie in sie zurückkehrten, lag St. tot am Boden. Er folgenden Aufruf: tampf der Deutschen mit den Letten und Esten zu tun haben, war der Beteiligung am Ueberfalle auf den Baron Bistram be fondern daß die ökonomische Unterdrückung und die politische schuldigt und seine Sache sollte am 28. Mai vor dem Bezirksgericht Rechtlosigkeit es sind, die das Lettische und, soweit es in Mitau berhandelt werden. Die Unschuld St.3 stand fest. Die vertreten ist, auch das deutsche , russische und estnische Proles Verteidiger Grufenberg und Sokolow aus Petersburg hatten um tariat und die Bauern gegen ihre Ausbeuter in den Kampf auf Bertagung des Prozesses gebeten, weil es sich herausstellte, daß Leben und Tod getrieben haben. einige Zeugen von dem örtlichen Abel gekauft waren und daher das Vorladen neuer Beugen nötig erschien.

Wenn die baltische Junkerpresse den Kampf in den Ostsee­provinzen als einen Raffenkampf, als die Empörung der niederen Stultur" gegen die höhere", der Letten, die in ihrem niedrigen Kulturguftande verharren wollen, gegen die Deutschen , die einzigen Träger der Kultur", hinzustellen versucht, so hat sie ihre guten Gründe. Sie rechnet auf die Sympathien der Sprach genossen jenseits der russischen Grenzpfähle, auf die Sympathien des gangen beutschen Bürgertums. Dann fließen die Bei­träge den Hülfsausschüssen für die deutschen Not­leibenden", deren Mittel von Anfang an zur Unterdrückung der Revolution benutzt wurden, reichhaltiger zu. Was die Kulturarbeit der deutschen Barone in den Ostseeprovinzen betrifft, so ist sie der Bauernschaft noch aus der Zeit der Leibeigenschaft gut im Ge­dächtnis, und wir können mit Sicherheit behaupten, daß die schönen Erinnerungen aus den goldenen Zeiten der Frondienste es waren, die viel dazu beitrugen, daß die Bauern im vorigen Jahre so willig dem Kampfesrufe des Proletariates folgten.

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So entledigt man sich bei uns jetzt seiner politischen Feinde! Wenn wir schweigen würden, so würden die Steine nach Rache fchreien...!

Maffenstreik in Sicht.

Aus Wien wird uns vom 10. Juni geschrieben:

Die optimistischen Hoffnungen auf das neue parlamen­tarische Stabinett sind rasch verflogen, und die Wahlreform ist in die kritischste Situation gerückt. Nicht als ob es der neuen Regierung an dem redlichen Willen fehlte, das Werk zu Ende zu führen; daran ist nach den dret Neden, die der Minister­präfident in den zwei ersten Tagen seines parlamentarischen Wirkens zur Wahlreform hielt, nicht zu zweifeln.

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Es unterliegt feinem Zweifel, daß das Verhalten der bürger- Der Wille ist sicherlich vorhanden. Anders aber steht lichen Preffe in Deutschland nur noch die Blutgier der baltischen es mit dem Können der Regierung, die zwar über die Junker steigert. Als zum Beispiel im vorigen Jahre ein deutscher Führer, nicht aber über die Parteien verfügt, welche sämtlich Baron, Q. v. Schilling, in der Düna- Beitung" für jeden er sehr oftentativ ihre freie Hand" beteuern. Nun verfügen schoffenen Ehrenpoligisten" à la Bistram die Auffnüpfung eines zwar die- wenn das Wort nicht zu ehrlich klingt: Dußend Kalnings und Ofolings verlangte, da fanden sich sogar prinzipiellen" Gegner( die Großgrundbesitzer, All­unter den Vertretern des sogenannten Edelgeschlechtes einige beutschen und Klerikalen) im Ausschusse nur über neun Stimmen, die solche Mittel für unangebracht erklärten. Jest Stimmen, aber ihnen gesellen sich die Feinde aus allen Bar­wimmeln die Düna- Beitung" und die anderen deutschen Blätter teien zu: Volkspartei, Fortschrittler, wilde Tschechen, Polen von solchen Vorschlägen. Spaltenlange Artikel werden abgedruckt, und Slovenen, furz die abgehausten und das gleiche Wahlrecht die die Todes- und Körperstrafe verherrlichen, den Kriegszustand fürchtenden Mandatsjäger aus allen Gruppen, so daß die verteidigen und sich mit der Frage befaffen, wie man der Haupt- neun ausgesprochenen Gegner selbst aus denjenigen Parteien agitatoren am besten habhaft werden könnte. Täglich werden von Buzug erhalten, deren Führer im Wahlreformministerium deutscher Seite der Regierung Ratschläge erteilt, wie man von den figen! Bei der entsetzlichen Verlogenheit, die den österreichischen Gefangenen Aussagen und reuige Geständnisse" erpressen kann. Parteiverhältnissen nun einmal eigentümlich ist, tritt diese Jeder, der Mißgriffe" der Strafexpeditionen aufbeckt und gegen eindschaft natürlich nicht offen auf, berschanzt sich biel­die Durchpeitschung unschuldiger Kinder und Greise oder gegen mehr hinter nationalen" Vorwänden und läßt überhaupt die die Todesstrafe oder Feldgerichte schreibt, der wird fentimentalen eigentliche Verschleppungsarbeit von dem berüchtigten Al­Sumanitätsbufels" beschuldigt. Jetzt soll nicht der Tod eines jeden deutschen" Stein besorgen.( Dieser Mensch, der das Recht der Ehrenpolizisten oder Dragoners mit dem Aufhängen eines Dußend Arbeiter am heftigsten befehbet, war selbst Arbeiter!) Kalnings gefühnt werden, sondern für einen jeden dem Abel ge- Zwar hat der Wahlreformausschuß seit Ernennung des hörenden abgesägten Telephonpfosten sollen ganze Gemeinden neuen Kabinetts erst eine Sigung gehalten, aber schon in bluten. So wurde vor einigen Wochen zum Beispiel der Gemeinde dieser ist es betrüblich flar geworden, daß der Regierung mit verwaltung von Mefothen( Surland) vorgeschrieben, für einige ben fünf Parlamentariern die Straft mangelt, die wider­auf dem Gute des Fürsten 2. umgestürzte Telephonpfosten von spenstigen Feinde zu meistern und die Verhandlung energisch jedem Gemeindemitgliede 50 Pf. beizutreiben, widrigenfalls fort- und weiter zu führen. Der Ausschuß tagte am Freitag. Erschießungen angedroht wurden. Die Straf- abend, und die ganze Sigung wurde mit formalen, mutwillig expeditionen bleiben nicht bei diesen Drohungen, sondern verwirt aufgeworfenen Fragen verzettelt, ohne daß die Regierung- Lichen sie auf Schritt und Tritt. Ganze Familien sind fünf Minister waren anwesend ein einziges Mal eingegriffen hingerichtet worden; wo man den Sohn nicht fand, da hätte! So wurde denn Adlers Antrag, die nächste Sigung einem figungsfreien Tage abzuhalten, hat man den Vater hingeschlachtet oder die Schwester am Montag gezüchtigt. Wir haben Dußende von Photographien, die abgelehnt abgelehnt mit Stimmen der im Ministerium bie Folgen dieser bestialischen Tätigkeit veranschaulichen: dem vertretenen Parteien. In die ohnedies schon aufs höchste ge­einen fehlt die Nase, der andere fann nicht mehr aufrecht gehen, spannte Situation fiel dieser offenkundige Verschleppungs­dem dritten ist das Gesicht bis zum Nichterkennen verstümmelt beschluß wie der Funte ins Pulverfaß! worden.... Das ist die Kulturarbeit" des baltischen Abels! Worauf die Feinde spekulieren, das ist die Beit! Die Einer der Oberhenker hat eben eine Serie der abeligen Teil- Legislaturperiode läuft nämlich am 11. Dezember ab, dem nehmer seiner Expedition" jedenfalls nicht zur Freude dieser Hause stehen also nur noch sechs Monate zur Verfügung. Nun Bestien veröffentlicht. Wir zählten darunter etwa fünfzehn hat heute in Wien die Tagung der Delegationen begonnen, bom Edelgeschlechte! 18te gut einen Monat dauern wird und zur Erledigung des

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Parteigenossen, Arbeiter, Arbeiterinnen in ganz Defterreich! Das Wert der Wahlreform wird im Wahlreformausschuß aufs gehalten durch eine schleichende, aber nicht minder deutliche Obstruktion. Die Wahlrechtsfeinde wollen nicht, daß der Ausschuß arbeitet. Man scheint zu glauben, daß die Arbeiter sich damit ab­gefunden haben, die Bereifelung der Wahlreform ruhig, geduldig und ohne Kampf über sich ergehen zu lassen. Es wird immer wahrscheinlicher, daß wir genötigt sein werden, zu beweisen, daß das Gegenteil wahr ist.

Arbeiter, ihr könnt darüber beruhigt sein, daß eure Ber trauensmänner die Augen offen haben und euch nicht ben richtigen Zeitpuntt berpassen lassen werden. Leider scheint es, daß es ohne große Opfer nicht ab= gehen wird. Sie möglichst zu vermindern, ist eine unserer wichtigsten Pflichten. Darum hat die Parteibertretung beschlossen, zunächst ein Warnungssignal zu geben, nur im äußersten Notfall den allgemeinen Massenstreit anzuordnen.

Darum wird falls die Dinge weiter gehen wie bisher in den allernächsten Wochen eine

breitägige Arbeitsruhe in Wien und nur in Wien eintreten. Wien ist das Zentrum, ihm obliegt die Ehre und die Pflicht, voranzugehen.

An die Arbeiter aller Gewerbe in allen Ländern außer­halb Wiens ergeht hiermit die Mahnung, sich, mag in Wien was immer geschehen, unter gar keinen Umständen in einen Massen­ftreit einzulaffen, bevor die kompetenten Instanzen das Zeichen gegeben haben.

Dieses erste und letzte Warnungssignal soll ausschließlich von der Wiener Arbeiterschaft

Besorgt werden.

Wenn die Herren im Wahlreformausschuß zu arbeiten sich weigern, um bas Recht des Boltes zu vereiteln, so werden die Arbeiter die Arbeit stehen lassen, um das Recht des Volkes zu erobern. Wir werden sehen, wer es länger aushält.

Beit des Wiener Streils und alles Nähere wird rechtzeitig fundgemacht werden. Diese heutige, vorläufige Veröffentlichung soll hauptsächlich dazu dienen, den Genossen in allen Provinzen flarzumachen, daß sie sich während des Wiener Streiks ruhig zu halten haben und daß sie mit strengster Disziplin daran fest­halten müssen, daß außerhalb Wiens vorläufig weiter gearbeitet werden wird.

Barteigenossen allerorts, sügelt eure Ungeduld und wartet ruhig, bis die Reihe an euch fommt! Den Arbeitern Wiens brauchen wir heute kein Wort der Ueberredung zu sagen: Sie werden freudig das Opfer ihrer halben Arbeitswoche bringen und ihre ampfpflicht in bollem Maße erfüllen, dessen sind wir gewiß!

Die Arbeiter Defterreichs werben sich durch schmutzige In­trigen nicht um ihr Recht betrügen lassen. Mag bie Krone es bulben, daß eine fleine Bande von Junkern, Advokaten und Lumpenproletariern ihren Willen, der diesmal mit dem Willen und dem Rechte des Boltes eins ist, mißachtet, mag die Regierung zusehen, daß ihre schönen Reden und Beteuerungen berhöhnt werden, die Arbeiter werden fich dem Privilegiengesindel nicht beugen und werden für das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht kämpfen, mit allen Mitteln und bis zum äußersten!

Genossen, ihr wißt nun, was wir zunächst bon euch erwarten; tut eure Pflicht!

Wien , 9. Juni.

Ferdinand Staret

Anton Nemec

Ignaz Daszynski für die Gesamtegekutive der Sozialdemokratie in Desterreich. Anton Sueber, Gewerkschaftssekretär. . Bernerstorfer, Obmann des Verbandes ber fozialdemokratischen Abgeordneten.