Nr. 13.
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Vorwärts
Berliner Volksblatt.
24. Jahrg.
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Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983.
Mittwoch, den 16. Januar 1907.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984.
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Der Tutzen der Kolonien für die Arbeiter.
II.
die Arbeiter Deutschlands von ihrem Konsum Neben den schon erwähnten Elementen gibt es endlich an Brot und Fleisch, an Büchern und Kleidern auch wirkliche Arbeiter in den Kolonien, die von dem abzwaden müssen, um die Kosten der Kolonien Gelde, das für diese ausgegeben wird, Löhne beziehen. Aber zu decken? deutsche Arbeiter sind darunter fast so felten wie weiße
Da haben wir zunächst die Kolonialbeamten, Raben. Das tropische Klima macht für die Weißen jede die Hängepeters und die Jestos mit ihren Cousinen. Deren schwere Arbeit zu einer mörderischen. Beim Bahnbau in ,, Arbeitsnachfrage" mag wohl gesteigert, deren Löhne mögen Südwestafrika wurden nicht Deutsche verwendet, erhöht worden sein. Aber zu den deutschen Industriearbeitern sondern Italiener; aber auch die rissen aus. zählen sie nicht.
Doppelt hält besser, denkt Dernburg , und so begnügt er Die vornehmste Arbeitskraft bildeten bisher in unseren fich nicht mit dem einen Beweis des Segens, den die Kolonien Dann kommen alle die Lieferanten, nicht bloß von Kolonien die Eingeborenen. Das gilt auch für Südwestafrika. über den Arbeiter ausschütten. Er fügt ihm einen zweiten hinzu, deutschen Industrieprodukten, nein, von amerikanischen Kon Man schwärmt. uns von dem Metallreichtum dieses Landes und es geniert ihn recht wenig, daß beide zu einander nicht serven, afrikanischen Pferden, indischem Reis die Arbeits vor. Er ist noch recht problematisch. Aber wenn er selbst so ftimmen. Zuerst hat er die Kosten der Kolonien als löhne dafür gehen auch nicht in die Hände deutscher reiche Bergwerte ermöglichte wie im britischen Südafrika , Sosten einer Arbeitsvermittelung hingestellt, die den Arbeitern Industriearbeiter. Den Löwenanteil gewinnen vielmehr aus welchen Vorteil hätten die Arbeiter davon? Die engreiche Arbeitsgelegenheit vermittelt. Run verwandelt er im ländische Agrarier und deutsche Biedermänner, die wissen, wo lischen Bergarbeiter finden keinen Platz in jenen BergHandumdrehen die Kosten der Arbeitsvermittelung in Arbeits- Barthel den Most holt. Der Fall Tippelstirch ist nur werfen, für die England einen so blutigen und kostspieligen lohn, der den Arbeitern zufließt: je höher diese Kosten, desto eine zufällig bekannt gewordene Stichprobe, die ahnen läßt, Krieg geführt hat. Und das gleiche gilt für Südwestafrika. größer ihr Lohn! Der Stolonialdirektor erzählte seinem ge- welche Storruption in den Kolonien herrscht und wie Um Stimmung zu machen, veröffentlichten jüngst zwei Lehrten Publikum: der Staat dort geprellt wird, wo jede Kontrolle so eble Seelen, die Norddeutsche Allgemeine 8tg." und das „ Einen wirklichen Nutzen an den Kolonien haben bisher nur viel schwerer ist und wohin man am liebsten Elemente ab- Berliner Tageblatt", einen Bericht der südwestafrikanischen die Industriearbeiter gehabt, welche ja jegt die Kolonialpolitik in schiebt, die man in Deutschland gern los wäre. In einem Minengesellschaft über die Dtabiminen, der, wie jeder Bericht Bausch und Bogen verdammen wollen. Bon jenen verrechneten 3weige des deutschen Kapitalismus werden einer Aktiengesellschaft, den man für die Börse bestimmt, alles 700 Millionen Mart, die Deutschland für seine Kolonien aus höhere Profite zu finden sein wie in dem der im rosigsten Lichte sieht. Das gehört zum Geschäft, wie jedengegeben hat, ist sicher mehr als die Hälfte, wenn nicht drei Lieferungen für die Kolonien kein Wunder, falls auch unser Bant- und Kolonialdirektor recht wohl weiß. Biertel als Arbeitslohn in die Hände der Industrien ge- daß das Kapital so begeistert für sie ist! Da heißt es unter anderem von der Tsumebgrube, es feien gangen und hat direkt die Arbeitsnachfrage vermehrt und auf die Löhne eingewirkt."
Ist das richtig, dann kann man nur bedauern, daß nicht der zehnfache Betrag für die Kolonien ausgegeben wurde. Zehnmal mehr Lohn wäre gezahlt, die Arbeitsnachfrage zehn fach gesteigert worden!
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pro Jahr.
und
Dann aber wird das den deutschen Arbeitern abgenommene bort beschäftigt girta 80 Weiße und 519 Schwarze, Hereros, Geld dazu benutzt, Arbeitslöhne an Soldaten zu zahlen, Dbambos und andere. Also bloß als Beamte und Antreiber, weiße und farbige. Der weiße Mann hält in dem tropischen nicht als Arbeiter tommen die Weißen in den Minen Klima nicht lange aus. Wir wissen, wie selbst in Südwestafritas in Betracht. Südwestafrita, das noch die gesündeste der deutschen Kolonieu Nun hat unsere weise Kolonialpolitik dort freilich die darstellt, unsere deutschen Truppen vom Typhus dezimiert schwarzen Arbeitskräfte möglichst ausgerottet. Sollten aber trokWir wollen hier nicht die Berechnungen unseres ersten werden. Man zieht es daher vor, wo man tann, Eingeborene bem und trotz aller natürlichen Hindernisse die Stolonien sich Artikels wiederholen, die zeigen, daß die Kosten der Kolonial- als Werbefoldaten anzuwenden. Was von jeder Werbearmee etwas heben, was nicht sehr wahrscheinlich ist, dann werden politit mit 700 Millionen zu gering angesetzt sind und daß gilt, ob sie aus Weißen oder Farbigen rekrutiert werde, gilt unsere Stolonialpolitiker und Kapitalisten das Beispiel bom Wert einer Ware der Arbeitslohn in der Regel nicht drei auch von dieser. Es sind die vielfach schlechtesten Elemente, die bes britischen Südafrika nachahmen Viertel, sondern im Durchschnitt viel weniger, vielleicht nur sich da als freiwillige Söldner verkaufen, und die Erziehung in Chinesen importieren. Die Arbeitsnachfrage nach ein Fünftel ausmacht. Bleiben wir bei den Zahlen Dern der Staferne trägt nicht dazu bei, sie zu heben. Zur ur diesen zu steigern ist unsere Solonialpolitit vortrefflich geeignet. burgs, fragen wir bloß: Woher kommen die 700 Millionen? wüchsigen Roheit der Barbarei fügen sie dort Tatsächlich denkt man in den deutschen Schutzgebieten an die Das Lied, das Dernburg hier zum besten gibt, ist bloß alle Laster der Zivilisation, so daß sie schließlich Einfuhr von Chinesen und hat in Samoa bereits eine Variation der alten Kinderfibel- Dekonomie, wonach es die abstoßendsten Seiten beider ohne eine ihrer Lichtseiten bamit begonnen. Um Arbeitslöhne für Chinesen zu den Arbeitern um so besser geht, je mehr die herrschenden vereinigen. Diese Söldlinge bilden die vornehmsten Werkzeuge schaffen, werden die Arbeitslöhne der deutschen Arbeiter beElemente als Privatleute und durch den Staat verschwenden. unserer Kolonialpolitik bei der Verbreitung jener höheren steuert bis zu einem Betrage bon 80 Millionen Um so mehr Geld tomme unter die Leute. Diese famose Sittlichkeit in den Stolonien, von der Dernburg vor seinem feuert bis zu einem Betrage bon 80 Millionen Dekonomie fragt nicht, woher das Geld stammt, das aus den ethischen Publikum so ekstatisch schwärmte. Das ist der Segen, den die Kolonien dem deutschen Händen der Reichen und den Kassen des Staats unter die Die Arbeitsnachfrage nach diesen edlen Elementen ist, Proletariát bringen! " Leute" kommt. Ist es in diesen Händen und Kassen ge- dant den 700 oder 1500 Millionen, die wir in unsere wachsen oder vom Himmel hineingefallen? Nein, diese Kolonien gesteckt, start gewachsen und ihre Löhne sind er Wenn sich dabei die deutschen Arbeiter nur damit trösten Werte mußten zuerst gefchaffen werden durch heblich gestiegen. Aber zur deutschen Arbeiterschaft gehören tönnten, daß sie mit ihrem Gelde eine Pflicht internationaler Arbeiter und dann wurden sie diesen in diese Elemente glücklicherweise nicht. Solidarität erfüllten, daß sie den Hottentotten und Chinesen verschiedenen Formen, als Profit, Steuer Natürlich verbrauchen die Kolonialbeamten und die Schuß- 3u einer Hebung ihrer Lebenslage verhülfen. Aber das Gegenund dergleichen abgenommen. Glaubt man, daß truppen auch deutsche Produkte. Allerdings eigener Art. Bon teil ist der Fall. Die Hottentotten wären glückliche Menschen, diefe Werte als Geld nicht unter die Leute" gekommen wären, ben 20 Millionen Mart Einfuhr in Südwestafrità aus Deutsch wenn das deutsche Volt für Südwestafrita tein Geld übrig wenn man sie den Arbeitern nicht abgenommen hätte? Nein, land entfielen 1905 auf Bier 2 Millionen, Branntwein gehabt hätte. Hunderte von Millionen hat man verschleudert, die Arbeiter hätten dies Geld mindestens ebenso sicher aus- 1 Millionen, Wein und Champagner 2 Million Mart; um ein paar hundert Hottentotten zu erpropriieren und zu gegeben, wie die Reichen und der Staat, die es ihnen ab- also ein Fünftel der Gesamteinfuhr auf Alkohol. Bären aber zwingen, als Schuldsklaven oder kriegsgefangene Hörige ein knöpfen. Es hätte vielleicht ebenso viele Arbeiter ernährt, als diese 20 Millionen Mark in den Taschen der deutschen Arbeiter trübfeliges Dasein zu fristen. es in der Form von kapitalistischer Revenue oder Steuer er- geblieben, so wären sie ebenfalls für deutsche Und der Chinesen, die teils durch Unwissenheit, teils durch nährt. Nicht der Grad sondern die Art der Arbeitsnachfrage Produkte ausgegeben worden, wenn auch in direkten Zwang getrieben werden, die Kontraktstlaberei auf wird dadurch bestimmt. Es werden im ersteren Falle Arbeiter geringerem Maße für Alkohol. Diese Produkte hätten dann sich zu nehmen, harrt ein entsetzliches Los. Dant ihrer Hülfbeschäftigt, die wieder für die Arbeiter arbeiten, die die Genuß aber deutsche Arbeiter nicht bloß produziert, losigkeit werden sie so geschunden, daß sie erschreckend dahinmittel oder Lebensmittel der Arbeiterklasse vermehren; im zweiten sondern auch konsumiert, nicht Solonialbeamte und weiße sterben und nur die wenigsten ihren Stontratt überleben. Falle Arbeiter, die für den Staat oder die Reichen arbeiten oder und farbige Soldaten und Händler in Afrika . Das deutsche Proletariat sorgt nicht bloß für seine eigenen auch nur unnük paradieren. Im ersten Falle werden viel- Unser Bankdirektor sieht in den Arbeitern freilich nur Interessen am besten, wenn es die Ausgaben für die Kolonien Leicht mehr Müller und Bäcker und Schuster beschäftigt, im die Produzenten, nicht die Konsumenten. Er meint, fie verweigert, sondern auch für die deutschen Soldaten dort, denn zweiten mehr Bediente, Stallfnechte, Soldaten und Höf- müssen glücklich sein, wenn sie arbeiten dürfen. Ob fie das, es fordert nicht, daß sie hülflos unten bleiben, linge. was sie erzeugen, auch selbst verbrauchen oder ob es von sondern daß sie schleunigst von einem ebenso Welche Art, Arbeiter" sind es nun, denen anderen berbraucht wird, ist ihm gleichgültig. Aber den unwürdigen wie aufreibenden Dienst entder größte Teil des Geldes zufließt, das sich Arbeitern nicht. I aftet werden. Und es sorgt damit auch ir ie schworen
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