Nr. 93.
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Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Am IV r. 1983.
Wahlkampf in Oefterreich
-st- Wien, 18. April.
Sonntag, den 21. April 1907.
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Verteilung.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1984.
Müller- Sagan für das Wettrüsten.
Wettrüsten empfehlen!
Herr Müller Sagan beröffentlicht in der" Bossischen Beitung" einen Artikel, in dem es heißt:
" Das Gefühl einer bedrohlichen Isolierung beginnt schwer auf der Seele des deutschen Volkes zu lasten; aber der Druck, den es ausübt, wird mit einem entsprechenden fagen wir es rund heraus erhebenden Gegendruck beantwortet.
nichts verpflichtet und alles versprechen kann. Infolge- Sonntag gelangt auch noch ein Flugblatt im ganzen Kreise aur Sessen wird die ganze Politik des Bürgertums auf die findischeste Kirchturmpolitik reduziert: Der Kandidat muß ein Bersammlungen sind noch in großer Zahl vorgesehen. Genoffe „ Einheimischer" sein und wird vor allem auf die Vertretung" noch neben dem Genossen Molkenbuhr tätig sein die Genoffen Bebel spricht am Sonntag in Glauchau , außerdem werden der Bezirksinteressen eingeschworen. Es ist geradezu erstaun in dermann, Gradnauer, Lenksch, Schöpflin, lich, wie gering im bürgerlichen Lager der Zufluß intelligenter Roste, Stüdlen, Ebert, Heine, Singer, Hue Ruhig fließen die Gewässer des Wahlkampfes, des ersten Menschen ist; mehr als die Hälfte der Kandidaten dürften bei u. a. Die Gegner werden die Abgeordneten Streesemann. des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes, dahin. Zwar fehlen den Deutschbürgerlichen Gemeindevorsteher" sein und da Dr. Junt, Weber usw. gegen uns vorschicken, so daß auf die Ingredienzien der Wahlbewegung nicht: es werden Ver- durch Aufhebung der Brivilegien eine Reihe alter und er- beiden Seiten unter Aufbietung aller Kräfte gearbeitet wird. In sammlungen gehalten, Flugblätter verteilt, Wahlbroschüren fahrener Politiker aus dem Parlamente ausgeschieden worden den nächsten Tagen werden überdies auch noch die Schwindelgeschrieben; aber die echte und rechte Leidenschaft scheint ist, so fann unter Umständen die Vertretung der„ führenden apostel des Reichsverbandes auf dem Plan erscheinen. diesen Wahlen versagt zu bleiben. Ist es die beispiellos Nation" auf ein Niveau gesenkt werden, das über das einer Lange Dauer, die den Wahlkampf so verflacht? Sicherlich provinzialen Gemeindevertretung nicht hinausreicht. hat ihren Anteil daran, daß sich die diesmaligen Wahlen, Auch in Wien und in Niederösterreich , wo die christlichzum Unterschied von den der letzten zwei Auflösungen, sozialen Lärmmacher hausen, geht es diesmal, so intensiv auch in solcher Ruhe abwickeln, auch die übermäßig und über- gearbeitet wird, friedsamer und ruhiger zu als sonst. Nicht Herr Müller- Sagan gehört bekanntlich dem Reichstage flüssig lange Zeit, die der Agitation eingeräumt war. zum wenigsten wird dabei mitwirken, daß unseren Feinden nicht mehr an und kann seine Stimme zugunsten des Wettrüstens Am 30. Januar sind die Pforten des alten Privilegienparla- der zugfräftige und populäre Führer fehlt. Ohne Lueger im Parlament nicht mehr erheben. Er fühlt sich deshalb gedrängt, ments geschlossen worden, und am 14. Mai ist der erste Wahl- aber, der dem Tode entgegenwankt und dem der Aufenthalt wenigstens in der Presse in den Chorus der Baffermänner und tag: das bewirkt fast naturgemäß, daß der Wahlkampf zu im Süden die von schwerem Siechtum gestellte Frist ver- Flottenpatrioten einzustimmen, die zur Milderung der gegenfeinem Höhepunkt gelangt und feine dramatische Entwickelung längern soll, bieten die Wählerversammlungen dem Spießer wärtigen gespannten internationalen Situation den Teufel mit ihm gegeben ist. Warum die Regierung den Wahltag so ver feine Hek", fein Amüsement mehr; was die Größen niederen Beelzebub austreiben wollen, indem sie ein noch forcierteres zögert hat und von der Auflösung bis zur Wahl dreieinhalb Ranges an Beredsamkeit vorführen, hat für die durch das Monate verstreichen läßt, ist nicht zu erklären; weder bedarf jahrzehntelange Vielreden blasierten christlichsozialen Wähler es, da man schon vorher in Desterreich allgemein gewählt hat, keine Anziehungskraft. Dann enthebt sie die in Niederöstersolcher Vorbereitungen, noch ist angesichts der vielen und reich eingeführte Wahlpflicht( sie gilt, durch Landesschweren Aufgaben, die des neuen Reichsrates harren und zu gesetzgebung eingeführt, noch in den Ländern Mähren , Schlesien , denen in erster Linie der Ausgleich mit Ungarn zu zählen ist, Oberösterreich . Salzburg und Vorarlberg ) der Hauptarbeit: so viel Zeit übrig. Jedenfalls ist durch diese beispiellos lange nämlich die Wähler zur Urne zu bringen. Da diese aber Frist der Wahlkampf erst sehr spät in Fluß gekommen und tommen müssen" und innerhalb des Bürgertums in Wien hat sich die politische Straft beträchtlich verzettelt. nur die leßten Nachzügler des Liberalismus abzusterben beDoch ist dies für die auffällige Tatsache, daß sich die ginnen, so steht vor ihnen als bürgerlicher Kandidat nur der ersten Wahlen des gleichen Wahlrechts weit leidenschaftsloser Christlichsoziale: die Wahlpflicht wird zur Parteipflicht. Auch anlassen als die, da die Energie der Wählermassen durch die macht das neue scharfe Gesetz zum Schuße der Wahl- und Kurien empfangen war, nicht die entscheidende Ursache. Diese Versammlungsfreiheit die ärgsten Roheiten, an denen die ist vielmehr darin zu suchen, daß es derzeit an der die chriftlichsoziale Geschichte so reich ist, unmöglich; der politische Leidenschaft bewegenden Parole in Desterreich voll- Mißbrauch der ökonomischen Macht muß sich nun ständig mangelt. Insbesondere haben die nationalen wenigstens im Dunkel verbergen. Uebrigens zeigen Fragen an Bedeutung verloren, an Anziehungskraft ein- mannigfaltige Erscheinungen, daß es im Gebälte der gebüßt. Nicht als ob sie aufgehört hätten, Probleme zu sein, christlichsozialen Partei bedenklich knistert, daß die mit den Sie sehr ernsthaft zu bewerten sind; aber die Zeiten, wo unglaublichsten Versprechungen geföderten Schichten der„ kleinen sie- und das in allen Nationen die Wähler in eine Leute" die große Komödie dieser Rettung zu durchschauen Art Taumel Zaumel versehen fonnten, die scheinen doch anfangen und der alten Komödianten überdrüssig werden. endgültig überwunden zu sein. Nicht zum geringsten Vielleicht deshalb wird von dem jezigen Generalissimus der wirkt dabei das neue Wahlsystem mit seinen so emfig Partei, dem unflerifalen Hofrat Dr. Gestmann der Versuch zusammengestellten und vorsichtig eingehegten national unternommen, den Kleritalismus aus den Alpenländern in einheitlichen Wahlbezirken mit, das außer verzweigten und die Sudetenländer zu tragen und die große römische eingezwängten andersnationalen Splittern teine nationalen Reichspartei" zuwege zu bringen, der das reichsdeutsche Zentrum Minoritäten kennt, also die nationale Majorisierung, die früher als Vorbild dient. Wie töricht dieser Versuch war, werden die Wahlkämpfe so vergiftet hat, ausschließt. Aber die natio- die Wahlen nach allem wohl offenbaren, nalen Energien haben einander auch also mattgefett; jede Nation kennt nun die Grenze ihrer Macht und feiner ist die Erfahrung erspart geblieben, daß ein Uebergreifen darüber hinaus sich bitter rächt. Auch hat die allgemeine Nationalifierung das nationale Moment als unterscheidendes Merkmal
ausgeschaltet: indem alle Parteien national sind und keine
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werden wir noch ausführlicher darlegen.. Die Stellung und die Aussichten der Sozialdemokraten
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Gewiß, wir Deutschen wollen den Frieden. Wir möchten gern in Ehren Frieden halten mit allen Völkern, schon deshalb, weil im Frieden die Wohlfahrt des deutschen Volkes am besten gedeiht und der Frieden dem Grundcharakter des deutschen Volkes entspricht. Aber wir sehen die Gefahr vor Augen, daß uns via Frankreich kriegerische Berwickelungen aufge= zwungen werden, denen wir uns vielleicht nicht entziehen können ohne Schaden für die Wohlfahrt und Würde des Reiches.. Die veränderten auswärtigen Beziehungen werden zurückwirten müssen auf die Stellung des deutschen Reichstages zu Heeres, Flotten- und Kolonialfragen. Die bürgerlichen Frattionen werden für das Landheer im Interesse einer Steigerung feiner Schlagfertigkeit guten Herzens manches bewilligen müssen, was sie guten Herzens hätten beanstanden können, wenn uns nicht die Deutschland umgehende englische Geschäftigkeit die größte Vorsicht zur Pflicht machte."
Herr Müller- Sagan erklärt also, daß künftig auch der Freisinn nicht nur alle Flotten- und Kolonialforderungen bewilligen müsse, sondern er ermuntert noch obendrein die Regierung, auch ihre Forderungen für den Landmilitarismus zu erhöhen!
Diese Haltung jenes volksparteilichen Freisinnigen, der noch vor ungefähr Jahresfrist die Flotten- und Kolonialbegeisterung des Herrn Eyckhoff nach Kräften zu dämpfen suchte, erscheint umso unglaublicher, wenn man sich die Entwickelung allein unseres Marinismus bergegenwärtigt. Als im Jahre 1898 die Tirpitzsche 400- Millionenvorlage angenommen war und im Jahre darauf Wilhelm II. in Hamburg jene Rede hielt, in der er erflärte, daß uns eine starke deutsche Flotte bitter not tue, wandte sinnige Zeitung" entrüstet gegen die Interessenten=
Der Wahlkampf in Glauchau - Meerane . sich die damals noch von Eugen Richter redigierte GreiAus dem 17. sächsischen Wahlkreis wird uns schrieben:
Der Wahlkampf ist bereits in vollem Gange, auch die Gegner find schon eifrig bei der Arbeit. Ihre Taktik scheint dahin zu gehen, nach Möglichkeit in unseren Versammlung zu reden, weil sie an nehmen, daß die Arbeiter es ablehnen, den Gegnern die Bersammlungen zu füllen.
getreise der Schiffswerften und Großeisen= industrie", die schon wieder auf neue Marinebauten spekulierten. Nicht minder ereiferte sich die Freisinnige Zeitung" gegen die Agrarier, die sich für erhöhte Aufwendungen zu Militär- und Marinezwecken schrankenlos begeisterten, zumal wenn sie glaubten, dadurch nach oben sich wieder einfchmeicheln zu können". In der folgenden Nummer prophezeite die Freisinnige Zeitung", daß die Regierung sich eine schwere Niederlage holen werde, wenn ſie dem Reichstag ein neues Flottengesetz vorzulegen die Kühnheit
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der anderen an Strammheit nachsteht oder nachstehen will, verliert der Chauvinismus an Kredit und die nur- und übernationale Politit, von der die bürgerlichen Parteien jahrzehntelang ihr Leben fristeten, ist nun unmöglich. Natürlich fehlt es deshalb nicht an Gegenfäßen: weder an dem Klassengegensatz zwischen Besitzenden und Besizlosen, noch an dem das österreichische Leben so stark berührenden zwischen bürgerlicher Freiheit und Wie bereits telegraphisch gemeldet, ist der Genosse Molten Kleritalismus. Insbesondere in den Industriegebieten, den buhr in der Kreisparteiversammlung einstimmig als Standibat Sudetenländern, Niederösterreich und Steiermark , ist der Wahl aufgestellt worden. Genosse Moltenbuhr, der auf Wunsch der kampf im überwiegenden Maße Klassenkampf- wenngleich Genoffen bereits am Donnerstag in Meerane eingetroffen war, Mit Genugtuung druckte das Blatt dann am er sich bei den Bürgerlichen in allerlei Vorwände, zumeist den konnte sich daher noch am gleichen Tage den Wählern vorstellen. haben sollte. der nationalen Abwehr" gegen die internationale Sozial- Es waren nämlich bereits für den Donnerstag vier Versammlungen 24. Oktober Ausführungen der Kreuz- 8eitung" nach, in Wolfenbuhr referierte in denen es hieß, daß Deutschland geschichtlich und tatsächlich zu den demokratie flüchtet und bermummt. Auch ist die antiklerikale Welle im Kreise einberufen worden. infolge des Versuches der niederösterreichischen Christlich fozialen, Meerane vor einer überfüllten Versammlung. Auch die Gegner Festlandsmächten gehöre und daß das Schicksal des Deutschen Reiches als Reichspartei" außerhalb ihres Stammlandes Fuß zu hatten sich in großer Bahl eingefunden, mit ihrem Kandidaten stets im Ringen der Heere, nicht aber in dem der Flotten entschieden Dr. Clauß an der Spize. Das Referat Moltenbuhrs wurde werde. Darin liege gerade der grundlegende Unterschied zwischen fassen, etwas fräftiger als in den letzten Jahren, welche die mit jubelndem Beifall aufgenommen. In der Diskussion nahm England und Deutschland , und deshalb könnte es nicht das End bürgerlichen Parteien gegenüber dem verheerenden Klerikalismus dann Dr. Clauß das Wort, um eine Rede zu halten, die zum ziel des deutschen Strebens sein, England als Seemacht gleich jeder Gegenwehr bar, schwach und hülflos offenbarten. Doch größten Teil mit dem übereinstimmte, was Molkenbuhr gesagt ziel des deutschen Strebens sein, England als Seemacht gleichist das Eigenartige dieser Wahlfämpfe, daß sie in lauter Einzel- hatte. Es fehlte eigentlich nur noch, daß der Gegner fich als zukommen! gefechte zerflattern, eine allgemeine Strömung sich innerhalb Sozialdemokrat erklärt hätte! Die Großindustriellen gestatten ihm feiner Nation einstellt. diese Seitensprünge, in der Hoffnung, auf diese Weise die Wähler Was der Wahlkampf innerhalb aller bürgerlichen Parteien hinter das Licht führen zu können. Sowohl Moltenbuhr als aufdeckt, ist die sonderbare Tatsache, daß es in Desterreich poli- auch zwei Genossen aus Meerane leuchteten dem Pseudoarbeiter die Chriftlich tische, fest gegliederte bürgerliche Parteien freund ganz gehörig heim. Die Versammlung war ein durchSozialen, die ihre ganze Organisation den Sozialdemokraten schlagender Erfolg für uns. Am gleichen Abend sprach Genosse, Stüdlen in Hohennachahmen, vielleicht ausgenommen eigentlich nicht stein, au chdort war die Versammlung, trok der Ungunst der gibt. Kaum bringt es eine Partei zu einer Landes- Witterung, sehr stark besucht. Auch hier hatten sich viele Gegner organisation; aber um die Mandate fämpfen nicht eingefunden; ihr Wortführer bat die Arbeiter dringend, fie möchten Parteien, sondern Kandidaten. Statt organisierter wenigstens das Programm des„ nationalen" Kandidaten lesen, Parteiler, die für den Kandidaten einstehen und denen er ver- das dieser jetzt noch erweitert habel Auch hier wurde dem antwortlich ist, sieht man ein drastisches Gemenge einzelner Mann von Arbeitern bedeutet, daß man zum Liberalismus auch antwortlich ist, sieht man ein drastisches Gemenge einzelner dann kein Vertrauen haben könne, wenn er unter einer falschen Kandidaten, die nur ihren Wahlbezirk tennen und mit markt- Maste auftrete. Ebenso imposante Kundgebungen waren die Verschreierischen Worten und Gebärden ihre Vorzüge anpreisen. sammlungen in GI au chau, wo Genosse Dr. Lentsch- Leipzig Glauchau , Im Wesen ist das die Ursache der vielen Parteien", die ins- sprach, und in Lichtenstein, wo Genosse Schöpflin das besondere im deutschbürgerlichen Lager auftreten und zwischen Referat übernommen hatte. Man sieht, die bürgerlichen Parteien von der äußersten Rechten denen die Unterschiede kaum mit der Lupe zu erkennen sind, Die gegnerische Presse arbeitet bereits träftig nach Reichsdie eben jede nur eine bestimmte Stadtclique repräsentieren, berbandsmanier; diese Art des Kampfes wird sich natürlich bis zum bis zur äußersten Linken haben sich derartig in den Widersinn einer welche sich und ihren Gefolgsmann ans Ruder bringen will. Wahltag noch entsprechend steigern. Unsere Parteigenoffen haben uferlosen Rüstungspolitit verstridt, daß es allerhöchste Zeit wird, für die Dauer der Wahl eine besondere Wahlzeitung daß das Proletariat ihrem Aberwib ein Ende sezt! Aber auch diese schwache Bindung wird oft noch als geschaffen, die Tag für Tag die Schwindeleien der Gegner zu bes zu lästig empfunden, und beliebteste Form der handeln hat. Das in einer Auflage von 30 000 Exemplaren Kandidatur iſt jene des„ Wilden", der sich zul täglich erscheinende Blatt wird natürlich gratis verteilt. Am
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So schrieb die freisinnige und die konservative(!) Bresse im Oktober 1899. Im Dezember 1899 hingegen wurde bereits die neue Marinevorlage angekündigt, die nicht weniger als 5 Milliarden forderte. Diese Flottenvorlage wurde angenommen. und obgleich diese Flottenvorlage die Ausgaben bis zum Jahr 1917 decken sollte, wurde bekanntlich 1906 eine abermalige Flottenvorlage angenommen, die zirka 800 Millionen erheischte! Und jetzt ist dem Reichstag bereits eine neue Vorlage angekündigt, die nicht weniger als 220 Millionen Mark für die Erweiterung des Nordostseetanals fordert. Und troß dieser ungeheuerlichen Ausgaben erklärt Herr Müller- Sagan, daß Deutschland nun noch neue Rüstungen nicht nur zur See, sondern namentlich auch au Lande machen müsse! Und das, obgleich gerade das unsinnige Wettrüsten, dessen Sinnlosigkeit im Jahre 1899 nicht nur der Bettrüsten, dessen Sinnlosigkeit im Jahre 1899 nicht nur der reisinn, sondern auch die konservative Kreuz- Zeitung " azu gab, erst die gespannte internationale Situation hervorgerufen hat!
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