Nr. 162.
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Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin".
Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.
Sonntag, den 14. Juli 1907.
blutigen Vernichtungs
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.
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jebem imperialistischen und protettionistischen Genoffin Ottilie Baader als Vertrauensperson der Antrage, jedem tolonialen Eroberungszuge fozialdemokratischen Frauen Deutschlands den Antrag einund jeder militärischen Ausgabe für die gereicht, die Diskussion des Frauenstimmrechts mit einer ErKolonien zu widersehen und die von der Klasse der örterung der Mittel zur Demokratisierung der heute beStapitalisten gegen die Eingeborenen begangenen Gewalttaten stehenden Wahlrechte zu verbinden. Auf Vorschlag des vor das Forum der Deffentlichkeit zu ziehen. Doch diese österreichischen Genossen Victor Adler wurde jedoch nur Dienstag, den 16. d. M., finden in den sechs Berliner Resolution war von vornherein nur als allgemeine Direttive allein die Frage des Frauenwahlrechts auf die TagesWahlkreisen die Versammlungen statt, in denen die Delegierten gedacht. Nähere Leitfäge aufzustellen, hielt die Kolonial- ordnung gefekt und zwar deshalb, um den Kongreßdelegierten, zu dem vom 18. bis 24. August in Stuttgart tagenden inter - fommission des Kongresses noch nicht für angebracht. Sie besonders den Genossinnen, Gelegenheit zu einer gründlichen nationalen Parteitag gewählt werden sollen: zu dem ersten beschränkte sich vielmehr darauf, die einzelnen Nationen auf Erörterung der Bedeutung des Frauenstimmrechts sowohl Internationalen fozialistischen Kongreß auf deutschem Boden. zufordern, foloniale Studienkommissionen zu bilden, die sich für die rechtliche Stellung der Frau, wie für den BefreiungsSeit 1889 in Paris der erste internationale Parteifongreß mit dem internationalen Sekretariat zum Zweck der Klärung fampf der Arbeiterschaft zu bieten und zu verhindern, daß die tagte, haben verschiedene der großen Städte Europas : London , der Ansichten über die Kolonialfrage in Verbindung setzen Diskussion durch Abschweifungen auf die heute bestehenden Zürich , Amsterdam , die Abgesandten des Proletariats aller follten. Wahlsysteme der verschiedenen Staaten allzusehr in die Breite Länder in ihren Mauern beherbergt. Die Abhaltung eines Seitdem haben der Imperialismus und die Kolonial- wachse. Es ist deshalb mit Sicherheit darauf zu rechnen, solchen Kongresses in Deutschland , das die stärkste sozialistische erwerbesucht weitere Fortschritte gemacht. England hat in daß diesmal auf dem internationalen Parteitag die Frage Arbeiterbewegung der Welt besitzt, schien jedoch bisher in Tibet , Frankreich im Innern Afrikas sein Kolonialgebiet aus- des Frauenstimmrechts gründlich diskutiert und ein EinAnbetracht der Polizeiwirtschaft und der reaktionären gedehnt, die Vereinigten Staaten von Amerika suchen die verständnis darüber erzielt wird, wie und mit welchen Mitteln Versammlungsgefeße der meisten deutschen Staaten als Philippinen zu großen Flottenstützpunkten für die von den am besten die Agitation für die Durchführung dieses Rechtes zu gewagt. Und selbst jetzt findet der internationale Arbeiter- amerikanischen Stapitalisten erstrebte maritime Beherrschung betrieben und gefördert wird natürlich nicht eines Wahlfongreß nicht in Berlin , der Reichshauptstadt statt, sondern in des Stillen Dzeans zu gestalten, Japan hat sich Storea als rechts, das nur wenigen besigenden, wirtschaftlich selbständigen Stuttgart , in Württemberg , das sich unter den deutschen Schutzgebiet angegliedert, Belgien steht vor der Frage, ob es Frauen der Bourgeoisie das Recht der Stimmabgabe gewährt, Staaten der relativ freiesten Verfassung erfreut. Berlin , das den bisher selbständigen Kongostaat als belgische Solonie in sondern eines wirklich demokratischen Wahlrechts, das auch die Berlin Wilhelms II., hat zwar Platz für alle möglichen inter- Besik nehmen soll, und auch Deutschland fchickt Proletarierin in dieser Hinsicht dem Manne gleichstellt. nationalen Zusammenfünfte, selbst der zweifelhaftesten Art, sich an, nachdem es einen Vielleicht wichtiger noch als alle diese Punkte ist, nicht aber für den Kongreß des nach Befreiung aus den frieg gegen die Hereros und Hottentotten beendet hat, wenigstens für die allernächste Zukunft, der erste Punkt, der Fesseln der heutigen Lohnfklaverei strebenden internationalen Stolonialpolitik großen Stils zu treiben. Der imperialistische auf der provisorischen Tagesordnung steht:" Der Proletariats; eine Tatsache, die die Kulturstufe, die der Hohen- Gedanke gewinnt in der Kapitalistentlasse aller Stulturstaaten onflikte", das heißt die Frage, wie in den Militärstaaten Militarismus und die internationalen zollernftaat unter den europäischen Staaten einnimmt, treffend stetig an Boden. Eine neue era der Kolonial- onflitte", das heißt die Frage, wie in den Militärstaaten charakterisiert. gründungen und Kolonialausgestaltungen West- und Mitteleuropas dem Fortschritt des Militarismus, Die legten internationalen Kongreffe haben bedeutsame steht bebor- und damit auch die Gefahr feiner Beschwerung des Wirtschaftslebens mit stetig steigernden Arbeit geleistet. Sie haben nicht nur die Vertreter der Arbeiter neuer größerer internationaler Konflikte. Lasten, seiner Infizierung der Volksmasse mit triegerischen aller Länder einander näher gebracht, ihnen einen Austausch Zu diesen drohenden Gefahren ist eine gemeinfame ein Anschauungen, feiner Verwendung zur Stüße der kapitahaben zugleich gewisse Richtlinien für die Stellungnahme der um so dringender erforderlich, als mehrfach, wenn auch Broletariat zu der Kriegsheßerei der herrschenden Klassen verihrer politischen Ansichten und Erfahrungen ermöglicht, sie heitliche Stellung der Arbeiterklasse aller Stulturländerlistischen Herrschaft entgegengewirkt werden kann, und wie sich weiter im Fall internationaler Konflikte das internationale internationalen sozialistischen Arbeiterklasse zu verschiedenen vorläufig nur in fleinen sozialistischen Gruppen eine gewisse wichtigen sozialen Broblemen der heutigen Zeit und für die Neigung hervortritt, der imperialistischen Strömung Rechnung balten soll. allgemeine Stampftattit aufgestellt und dadurch den Bezu tragen und die Behauptung der tapitalistischen Kolonial- laffen der wirtschaftlich fortgeschrittenen Staaten geht, das Der imperialistische Zug, der durch die herrschenden strebungen und der Kampfesweise der sozialistischen Arbeiter- politiker zu akzeptieren, daß unter den heutigen Verhältnissen Streben neue Kolonial-, Abjak- und Kapitalanlagemärkte zu parteien der verschiedenen Länder eine gewisse innere die Kolonialerwerbung ein notwendiges Mittel zur schnellen gewinnen, hat den Kriegszündstoff wie die Eifersüchteleien Einheitlichkeit berliehen selbstverständlich unter Entwickelung der Produktivkräfte sei. Deshalb wird das gewinnen, hat den Kriegszündstoff wie die Eifersüchteleien Berücksichtigung der besonderen Eigenheiten und des besonderen internationale Arbeiterparlament in Stuttgart die Erörterung sich bei den herrschenden Klassen die Ueberzeugung eingestellt, zwischen den Nationen wesentlich vermehrt. Und zugleich hat historischen Entwickelungsganges der einzelnen Länder, die von über die Kolonialfrage unter Berücksichtigung der inzwischen daß sie ihre weltpolitischen Bestrebungen nur durchzusetzen vornherein jede schablonenmäßige Schematisierung ausschließen. erfolgten Veränderungen der kolonialpolitischen Lage wieder vermögen, wenn eine starke Heeres- und Flottenmacht hinter Die Gesamtverhältnisse des parlamentarisch regierten Eng- aufnehmen, um nähere Verhaltungsmaßregeln gegenüber dem ihren Ansprüchen steht. Die Folge ist, daß sie militärlands mit seiner Weltindustrie und seinem Welthandel, des Bordringen des Imperialismus aufzustellen. modernen Frankreichs mit seinem Kleinbürgertum, seiner freundlich geworden sind und heute die militaristischen TenMit der Kolonialfrage hängt in gewissem Sinne die benzen mit anderen Augen betrachten, als noch vor wenigen großen Kleinbauernschaft und seinen starken revolutionären Frage der Ein- und Auswanderung der Jahrzehnten. Dazu kommt, daß, je mehr die sozialistischUeberlieferungen, Preußen- Deutschlands mit seinem unter Arbeiter nahe zusammen, wenigstens soweit es sich dabei proletarische Bewegung an Ausdehnung gewinnt, die parlamentarischen Formen versteckten halbabsolutistisch- bureau- um die Auswanderung weißer Arbeiter nach den Kolonien Bourgeoisie desto mehr in der Armee ein fratischen Regiment und seiner scharfen Zuspigung der Klassen- oder um die Einführung farbiger Arbeiter in gibilisierte Mittel zur Aufrechterhaltung ihrer Herr gegenfäße sind zu verschiedenartig, als daß die Gefechtstaftit Gebiete handelt. Auch über diese Frage ist bereits auf dem schaft und zur Niederhaltung des inneren" unterschiedslos die gleiche sein könnte. Dem verschiedenen internationalen Sozialistentongreß zu Amsterdam verhandelt Feindes erblidt, und allen jenen Be. politischen Terrain entspricht notwendig eine verschiedene worden. Zwei Resolutionen lagen dem Kongreß vor. Die strebungen ihren Beistand leiht, die darauf Bewegungstaftit. Ihre Einzwängung in genau das gleiche eine, bon der Kommission gestellt, verurteilte jede Gesetzes hinauslaufen, den sogenannten milita. Schema würde nur der Bewegung Fesseln anlegen. Wohl maßregel, welche die Aus- oder Einwanderung fremder ristischen Geist zu stärken und aus dem Heer aber lassen sich, wenn auch der Vormarsch sich naturgemäß Arbeiter hindert oder die fremden Arbeiter schlechter ein willenloses Werkzeug zu machen, das auf verschiedenen Etappenstraßen und unter verschiedenen behandelt als die einheimischen. Die andere, von sich zur Verfechtung ihrer tapitalistischen Bedingungen vollzieht, doch gewisse gleiche Richt den holländischen amerikanischen und australischen Deputa- Interessen gleichermaßen nach innen" wie Linien, gleiche Bielpuntte für das Vorrücken tionen vorgeschlagene Resolution wies zwar alle Maßnahmen nach außen" verwenden läßt. aufstellen. zurück, welche die Einwanderung weißer Arbeiter verbieten Diesem Vorwärtsdringen des Militarismus entgegen. Auf diese Arbeit haben sich denn auch im wesentlichen oder verhindern; dagegen verlangte sie die Unterdrückung des zuarbeiten, die Massen über die Gefährlichkeit der bisher die internationalen Parteifongresse beschränkt und Imports der Arbeiter rückständiger Rassen( Kulis, Neger usw.) militaristischen Tendenzen aufzuklären, die Heranzüchtung des in dieser Beschränkung ihre größten Erfolge erzielt. Wenn zum Zweck der Lohndrückerei. Zur Annahme gelangte jedoch keine Heeres zu einem willenlosen Machtinstrument in der Hand heute unter dem internationalen Proletariat trok aller dieser Resolutionen. Auf Antrag Keir Hardies, der erklärte, daß der herrschenden Klassen, soweit möglich, zu verhindern und nationalen Besonderheiten und Gegensätze doch im ganzen die Engländer weder für die eine noch die andere der vorgelegten beim Herannahen kriegerischer Verwickelungen der Kriegseine gewisse Einheitlichkeit der Auffassung des Zieles und Resolutionen zu stimmen vermöchten, wurde vielmehr der Beschluß heße der Geschäftspatrioten die Interessensolidarität des der unter bestimmten Umständen zu wählenden Stampfmittel gefaßt, die Einwanderungsfrage wieder auf die Tagesordnung internationalen Proletariats gegenüberzustellen das ist besteht; wenn es gelungen ist, viele variierende Einzel- bes nächsten internationalen Parteifongresses zu sehen und entschieden eine der vornehmsten, dringendsten Aufgaben der willen zu einem weltumspannenden einheitlich gerichteten das internationale Bureau in Brüssel zu beauftragen, Material Arbeiterklasse. Bu erwägen, wie diese Aufgabe gelöst werden Gesamtwillen zusammenzufassen; wenn heute die sozialistischen für die Diskussion der Einwanderungsfrage zu sammeln. Die fann, wird Sache des Stuttgarter internationalen Arbeiter. Arbeiterparteien der verschiedenen Länder sich weit mehr als am 9. Juni dieses Jahres in Brüssel tagende Konferenz zur parlaments in erster Reihe sein. Glieder einer großen gleichartigen tämpfenden Armee fühlen Feststellung der provisorischen Tagesordnung des Stuttgarter Der Stuttgarter Sozialistenkongreß hat demnach ein und bei politischen Differenzen zwischen den einzelnen Staaten internationalen Arbeitertongresses hat dementsprechend diesen reiches Arbeitspensum vor sich. Er ist vor eine Reihe beoder vielmehr zwischen den herrschenden Klassen dieser Staaten, Punkt wiederum auf die Tagesordnung gesetzt und zugleich deutungsvoller und schwieriger Fragen gestellt. An Arbeit, wie z. B. beim Marokkokonflikt, die proletarische Interessen- auf des Genossen Vaillants Antrag beschlossen, daß bei dieser im Plenum wie in den Kommissionen, wird es nicht fehlen, solidarität weit stärker zum Ausdruck gelangt, wie in früheren Gelegenheit auch die Frage der Saisonwanderungen zur Ver- und an erregten Debatten wahrscheinlich auch nicht; aber Beiten, so ist das nicht zum wenigsten ein Erfolg handlung gelangt. trotzdem hoffen wir zuversichtlich und der Verlauf der bisder internationalen Arbeiterparlamente. Auch der auf der Tagesordnung des Stuttgarter Ron- herigen internationalen Arbeiterkongresse bietet dafür eine Sie erst haben dem Wort unseres großen Altmeisters: gresses stehende 5. Punkt, das Frauenwahlrecht, ist Proletarier aller Länder bereinigt Euch" bom Amsterdamer Rongreß übernommen. Er sollte noch am einen festen Widerhall in den Herzen der kämpfenden inter - legten Verhandlungstage in Amsterdam zur Beratung genationalen Arbeiterkolonnen gegeben. langen; da die Debatte über die internationalen Regeln der Der Kongreß in Stuttgart ist seiner Tagung nach be- sozialistischen Taktik jedoch zu viel Zeit in Anspruch genommen rufen, ein weiteres Stück Arbeit in dieser Richtung zu leisten. hatte, gelangte er nicht mehr zur Beratung. Der Referent Er hat neben der Erörterung einiger neuer Punkte, wie z. B. fah sich gezwungen, auf das Wort zu verzichten, und der Konder Beziehungen zwischen Partei und Gewerkschaft, vornehm- greß begnügte sich durch die Umstände gezwungen- dalich die Aufgabe, die Diskussion einiger der wichtigsten mit, folgende von den deutschen Genoffinnen eingebrachte Fragen des internationalen Proletariats wieder aufzunehmen, Resolution anzunehmen:" Bei den Kämpfen, welche das nicht nur Sachsens, sondern auch unseren ostelbischen Junkern wahre die bereits auf dem letzten internationalen Parteitag in Proletariat für die Eroberung des allgemeinen, gleichen, ge- Tobsuchtsanfälle zugezogen.
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fast fichere Gewähr- daß auch in Stuttgart die internationale Arbeiterbewegung ihre innere Einheitlichkeit befundet und dem Nationalitätenhader der fapitalistischen Schichten die proletarische Völkerverbrüderung gegenüberstellt.
Ein agrarischer Cobfuchtsanfall.
Der sächsische Wahlreformentwurf der Regierung hat den Agrariern
Amsterdam beraten worden sind, deren Erörterung dort aber heimen und direkten Wahlrechts in Staat und Gemeinde Die fächsische Wahlreform selbst haben wir bereits charakte nicht zu Ende geführt werden konnte. Schon dort wurde über führt, müssen die sozialistischen Parteien das Frauenwahlrecht riftert. Sie ist eine armselige liderei, die zwar der Sozialdemodie Kolonialpolitik verhandelt und nach einem Referat in den gefeßgebenden Körperschaften beantragen, in der fratie etliche Mandate einräumt, die besiglose Maffe der Bevölkerung des holländischen Genossen van Kol eine von einer Kommiffion Agitation grundsätzlich festhalten und mit allem Nachdruck aber nach wie vor zu dauernder Einflußlosigkeit bervorgeschlagene Resolution einstimmig angenommen, in der es vertreten." dammt. Infolge des Pluralwahlsystems und der Wahl der Hälfte
als Pflicht der sozialistischen Parteien und ihrer Parlaments- Der erwähnten Brüsseler Konferenz zur Feststellung der der Abgeordneten durch die von der befizenden Klasse beherrschten fraktionen bezeichnet wurde, sich rüdsichtslos Tagesordnung für die Stuttaarter Berhandlungen hatte die Stommunalverbände liegen die Dinge so, daß auch unter dem neuen