Nr. 274.
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24. Jahrg
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Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983.
Das Signal!
Sonnabend, den 23. November 1907.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.
Gegen Lebensmittel- und Kohlenteuerung!
koppelung von schärfstem prinzipiellsten Wahlrechtstampf umsicht, sondern auch der Verantwortung im Sinne einer and fleinlichster parlamentarischer Rechnungsträgerei, die zu Heeresleitung, die troß aller Widerstände die ihr anvertraute dem die Bankrotteure des Liberalismus, die Fischbeck, Kopsch, Armee durch den schwersten Kampf zum Sieg zu Wiemer und Konsorten, noch als solvente Zahler zu be- führen habe! So hat der preußische Parteitag das Signal zum WahlDer heutige Tag des preußischen Parteitages gehörte trachten schien, mußte allgemeinem Kopfschütteln und völlig der Debatte über den Wahlrechtsfampf. Daß das träftigstem Protest begegnen. Andererseits mußte auch der rechtstampf gegeben. Die Dreimillionenpartei hat nun zu Proletariat den Kampf gegen die preußische Dreiflassenschmach einigermaßen naive Wunsch eines Genossen, doch eine detaillierte beweisen, daß die vermeintlich Niedergerittenen selbst brillant nunmehr mit allen Mitteln zu führen hat, bedurfte nicht erst Aufzählung aller der Mittel zu geben, die man im Verlaufe Attace zu reiten verstehen! Vorwärts! Nieder mit dem Dreiklaffenwahlrecht!" des Beschlusses durch die Vertretung des preußischen der Wahlrechtstampagne anzuwenden gedenke, Zurückweisung Proletariats. Dieser Entschluß stand längst fest. Die finden. Da war es namentlich das Verdienst des Genossen Debatte über die Wahlrechtskampagne sollte nur das Signal Wurm, in wundervoll präziser Weise alle illusionären zum Beginn des Kampfes sein, der legte Kriegsrat vor Hoffnungen auf die Mitwirkung bürgerlicher Parteien der Schlacht. Aber da dieser Kriegsrat in aller Deffent im Wahlrechtstampfe gründlich zu zerstören. Wurm wies Iich feit abgehalten wurde. berbot es sich ganz von selbst, nach, daß der Liberalismus auf Grund der ökonomischen Entdaß man sich über alle Einzelheiten des Feldzugsplanes ver- widelung gar nichts anderes sein kann als der KampfIn der gestrigen Sitzung der sozialdemokratischen breitete. Das war freilich auch deshalb ganz überflüssig, da gefährte des Junkertums gegen die Voltsrechte, gegen das sich die Art des Stampfes ganz von selbst aus der sozial- flassenbewußte Proletariat. Das demokratische Programm Reichstagsfraktion wurde beschlossen, zwei Inter demokratischen Taftif und der jeweiligen Situation ergibt. entstammt der längst entschwundenen Periode seines Kampfes pellationen einzubringen, eine betr. die hohen LebensEine Truppe, die seit Jahrzehnten im Feuer gestanden, ein um Durchsetzung der Jntereffen der Bourgeoisie. Heute ist er mittelpreise, die andere betr. die Steigerung der Kohlenpreise. Offizierforps, das sich, von der Pife auf dienend, im Kampfe gesättigt; soweit er noch fämpft, fämpft er nicht an der Seite Erstere lautet: feinen Rang erworben, braucht wahrhaftig nicht erst mit den des Proletariats, sondern wider das Proletariat! Die bürgerGrundgefeßen der Strategie vertraut gemacht zu werden. liche Demokratie, die zudem eine Demokratie nie gewesen, Nicht um taftische Instruftionen der Massen konnte es sich ist nicht zu galvanisieren; die einzige Möglichkeit, liberale handeln, ebensowenig um Belehrungen des Generalstabes, Elemente für den politischen Fortschritt nußbar zu machen, ist sondern nur um einen legten Schwur auf die Fahne, gemeinfam den Kampf zu führen mit gleicher Begeisterung und gleicher Tatfraft!
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die Angliederung der kleinbürgerlichen und proletarischen Schichten des Liberalismus an die Sozialdemokratie. Ebenso steht es mit dem Zentrum! Will man positive Politik machen: gut, so wollen wir handeln, niemals aber den än bler spielen! Händler
Mitten in diese durchaus gebotene und klärende Debatte
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Was gedenkt der Herr Reichskansler zu tun, um den un gemein hohen Preisen der notwendigsten Lebensmittel entgegen zuwirken?"
Die zweite:
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Welche Maßregeln gebenkt der Herr Reichstanzler zu er greifen, um der gemeinschädlichen Steigerung der Kohlenpreise entgegenzuwirken, die auf dem gesamten Wirtschaftsgebiet und insbesondere auf der Lebenshaltung der minderbemittelten BollsKlaffen schwer lastet?"
Ein Antrag auf Schuß der Hüttenarbeiter in Bezug auf ihre Bensionstassenansprüche.
Ein Antrag auf Eingreifen gegen das zur direkten Gewohnte heit ausgeartete unterirdische Beschäftigen bon Kindern unter 16 Jahren, Ein Antrag auf Aufhebung der Fahrtarten. steuer.
Und die preußischen Delegierten dürfen sich mit Stolz dieser Debatte erinnern. Sie war nehmt alles nur in allem würdig der Aftion, die sie einleiten soll. Und wenn Die Lebensmittel Jnterpellation werden unsere Freunde, die Feinde, an Einzelheiten der Debatte fielen packende, hochbedeutsame Reden von„ Praktikern". Die die Genoffen Scheidemann und Eichhorn, jene über herumnörgeln sollten, so wollen wir ihnen dies jämmerliche Genossen König Essen und Gewehr Elberfeld riefen auf Vergnügen von Herzen gönnen. Sie werden ja nie das zum Wahlrechtssturm im Gebiete der schwarzen Diamanten, die tohlenpreissteigerung Moltenbuhr und innerste Wesen einer wahrhaft demotratifchen der höchstentwickelten Industrie. Die Proletarier ue begründen. Als Etatsredner wurden Genosse Bebel und, Partei begreifen, nie den Geist schärfster Kritik berstehen, in gelte es vor allem in den Wirbel der Wahlrechtsbewegung dem fich gerade die unverwüstliche Lebenskraft der Sozial hineinzuziehen, die christlichen Arbeiter, die in der Gut- nachdem Genoffe Singer gebeten hatte, von seiner Person bemokratie befundet. Sozialdemokratische Parteitagsdebatten gläubigfeit bisher den schwarzen Demagogen Vertrauen ge- für diesmal Abstand zu nehmen, Genosse Da bid bestimmt. find teine Baraben nach ultramontanem und freisinnigem fchenft hätten, die aber reif feien für den Licht- und GlutAn neuen Anträgen wurden von der sozialMufter, wo ein paar Primadonnen Bravourarien in die Masse gedanken des Klaffentampfes. Und die Gewerkschaftsführer bemokratischen Fraktion eingebracht: hineinschleudern, die sich wohl die Hände wund flatschen, aber Robert Schmidt, Silberschmidt und Decker bewiesen nicht frei und frisch mitberaten darf. Auf den Vertretertagen auf sozialpolitischem Gebiete die Unhaltbarkeit der die Volts. Bureaufraten und des tlassenbewußten Proletariates herrscht das rücksichtslos gesundheit verwüstenden Junker, freie Wort der Freien und Mündigen. Und da unter ein Stapitalistenherrschaft des Dreiflassenparlaments und erklärten paar hundert Delegierten Meinungsverschiedenheiten un- mit flammenden Worten die Bereitschaft auch des gewerkbermeidlich sind, sind auch lebhafte Zusammenstöße un- schaftlich organisierten Proletariats, im Wahlrechtskampfe unbermeidlich. Und da die Redefämpfe fich nicht um eine erschroden, mit zähester Beharrlichkeit seinen Mann zu stehen. Doktordisputation drehen, nicht gleichgültige und belanglose Die volle Höhe packender Rhetorik und hinreißendster Fragen eines Philisterflachgesprächs behandeln, sondern das, Leidenschaftlichkeit erreichte die Verhandlung am Nachmittag was jeder der Beteiligten für eine Frage des Wohls und mit den Reden der Genossen Friedländer und Wels. Wehes der Partei hält, so fprühen in der Debatte auch die Berlin . Ihre Reden waren die schneidendste Absage an den Funken temperamentvoller Leidenschaft. Und wem der Geist ängstlicher Rechnungsträgerei und fleinlicher KompromißStachel der Satire gegeben, der wickelt seine Redepfeile auch sucht. Der Gedanke des unerbittlichen Klassentampfes, In medias res nicht erst in Baumwolle. Die Pfeile sollen ja treffen, fie ben namentlich Genosse Wurm und die Genossin Zieg mitten hinein ins Vergnügen" sprang follen verwunden, tödlich verwunden. Freilich nicht den mit schlagendsten des Argumenten wissenschaft der Reichstag , als er heute seine Tagungen wieder aufnahm. Träger der bekämpften Ansicht, sondern die Ansichtlichen Sozialismus vertreten, loderte hier in hellster In langer Reihe marschierten Petitionen daher: wichtige selbst. Und es wäre schlimm, wenn dieser sprühende Eifer Stampfbegeisterung auf. Elementare Ausbrüche des Beifalls und minder bedeutende, die Allgemeinheit interessierende und in der Vertretung der Ueberzeugung auf unseren Parteitagen beantworteten die elementaren Eruptionen des Volfszornes, folche, denen nur die unmittelbar Beteiligten Verständnis entdiplomatisch abgedämpft würde. Wenn die Vorfämpfer des der sich in der vulkanischen Beredsamkeit der beiden Genossen gegenbringen. Proletariats einmal wohlerzogene Salonmenschen mit tadel- entlud. Zur Zahl derjenigen, welche eine recht breite Deffentlich lofsen Salonmanieren und den Formen verbindlicher Schön- Und nun störte kein Mißton mehr die gehobene Stimmung. teit angehen, gehört die Petition, in der vom Reichstag verrednerei geworden wären, stünde es wahrhaftig bedenklich um Genosse Maurenbrecher, an dem die Nationalsozialen langt wird, daß er sich endlich den Ausbau der Sozialreform im die Sache des Proletariats! Denn entweder wäre an die trop Naumann vielleicht ihren besten Redner verloren haben, Handelsgewerbe angelegen fein lasse; daher war es bestens Stelle des ehrlichen, offenen Meinungskampfes dann die faßte noch einmal die Grundgedanken seiner Richtung zu- am Plaze, daß Genosse Molkenbuhr in seiner Rebe zu still meuchelnde Intrige der im verborgenen schleichenden sammen. Der Wahlrechtssturm, sagte er, muß in die breitesten diesem Punkte einen allgemeinen historischen Rückblick Cliquenwirtschaft getreten, oder alle Leidenschaft wäre in fatter Streife des entrechteten Wolfes hineingetragen werden. Er auf die durch unsere Partei inaugurierten sozialpolitischen Selbstzufriedenheit mit sich oder aller Welt erstickt. darf nicht auf die Großstädte, auch nicht auf die drei Millionen Forderungen einflocht und den Blockmännern die Aera Bued
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Bevor sich die Debatte am Nachmittag auf die Höhe glanz- fozialdemokratischer Proletarier beschränkt bleiben. Das Berlepsch sowohl wie die Aera Brefeld ins Gedächtnis rief. vollster Rhetorit und packendster Leidenschaftlichkeit erhob, die flaffenbewußte Broletariat tann nur siegen, wenn es die Auf diesem geschichtlichen Unterbau nahm sich die liebliche ficher den Feuerbrand der Begeisterung auch in die Massen Massen des arbeitenden Boltes für seine Ideale gewinnt, Figur Bernhard v. Bülows umso harmonischer aus, als derer werfen wird, die die Reden nur lesen, fam es im An- die Schichten, die noch im Gefolge des Freisinns, des Zentrums, Molkenbuhr mit glücklichem Humor die politische Kurzsichtigschluß an das Referat des Genossen Arons zu lebhaften überhaupt der bürgerlichen Barteien mitlaufen. Der 21. Ja teit des zitatenreichen Stanzlers ins hellste Licht rückte: die Auseinandersetzungen über die bei der Landtagswahl 1908 nuar 1906 tonnte nicht überboten werden, weil die Sozial Seelenfreundschaft unserer gegenwärtigen Regierung mit den dem Freifinn gegenüber einzuhaltende Stichwahltaftit. Ein demokratie isoliert war. Wir können auch im neuen Herrschaften von der Großindustrie scharf zeichnete. Antrag der Hildesheimer Genossen der dann im Laufe der Wahlrechtsanfturm nur fiegen, wenn alle Entrechteten sich um Moltenbuhrs fraftvoller Stoß rief Herrn Schad in die Debatte eine wesentlich harmlosere Interpretation erfuhr, in- das Banner des allgemeinen gleichen Wahlrechts scharen. Schranken. Dieser antisemitische Hamburger brach ein dem er als unglücklich formuliert bezeichnet wurde ber- Darum hinein in die Arbeit! Genosse Wurm fonnte Länzchen für die chriftlichen, für die nationalen" Drganilangte, daß auch bereits den Genossen bei der Wahl erklären, daß diese Anschauung durchaus die der Partei, der fationen eine vertappte Propagandarede zugunsten des männerwahl die Freiheit gegeben werde, eventuell für Marristen sei, die nie etwas anderes vertreten hätten. Nur deutschnationalen Handlungsgehülfenverbandes, dessen Vornichtsozialdemokratische Wahlmänner einzutreten, um die Wahl möge man sich vor der Täuschung hüten, durch Aufpeitschung sigender ja Herr Schad ist. Ganz besonders verschnupft zeigte eines waschechten. Reaktionärs zu verhüten. Dieser Antrag der proletarischen Schichten der bürgerlichen Parteien diese sich der Redner, weil Genosse Wolfenbuhr es sich nicht hatte bertrug sich nun freilich ebenso wenig mit der Losung des bürgerlichen Parteien selbst wandeln zu können. Die eherne nehmen lassen, im Laufe feiner geschichtlich- dokumentarischen rüdsichtslosesten Stampfes für das allgemeine, Logit der ökonomischen Entwickelung und des proletarischen Auseinandersetzung auch die kaiserliche Botschaft vom 17. Nogleiche, dirette und geheime Wahlrecht, wie die Klassenkampfes führten zu immer schrofferem Gegensatz zwischen bember 1881- das erhabene Moment monarchischer Sozialmehr oder minder verschleierten Andeutungen von Bern - Bourgeoisie und Proletariat, wo ein Hüben und drüben noch politit", wie der schwungvolle Schack sich jetzt ausdrückte- stein und Genossen, daß die Eroberung dieses Wahlrechtes gelte. Die Zusammenschweißung des bürgerlichen Klüngels an passender Stelle mit ins rechte Licht zu rücken. Mit seiner auch wesentlich dadurch gefördert werden könne, daß man bei beweise nur die Stärke des Proletariats! Die Sozial- Ehrenrettung" für die Botschaft Wilhelms I. erzielte Schack der bevorstehenden Landtagswahl den Freisinn nach demokratie und ihr Wahlrechtssturm fönne zwar nur mit dem außer dem Beifall der Antisemiten, nichts weiter, als daß Möglichkeit unterstüte. Diese eigenartige Auffassung Volte siegen, aber auch nur mit dem sozialistisch Wolfenbuhr Gelegenheit fand, in einer knappen, treffenden des proletarischen Wahlrechtskampfes mußte um so under- geeinten Bolte der Arbeit! Replik einmal die Unwahrhaftigkeit der Schadianer gegenüber blümteren Widerspruch auslösen, als die beiden Referenten Mit dieser programmatischen Erklärung flang die Debatte der Sozialdemokratie zu zeichnen, dann aber auch die Adler und Arons sich bemüht hatten, dem Parteitag das aus. Nur Genosse Müller gab noch namens des Partei- verhimmelte faiserliche Botschaft von 1881 wieder auf ihre vollgerüttelte Maß der Freisinnssünden mit aller Draftit in vorstandes die Erklärung ab, daß auch die Parteileitung es recht irdischen Füße zu stellen. frischeste Erinnerung zu rufen. Das alte Argument von dem nicht daran habe fehlen laffen, alle Eventualitäten des Was Moltenbuhr begonnen hatte, das feßte Genosse trogalledem kleineren Uebel" konnte um so weniger Gnade Wahlrechtskampfes zu erivägen und vorzubereiten. erivägen und vorzubereiten. Das Hoch bei Erörterung der Petition über die Errichtung von finden, als dieselben Genossen allerlei vielfagende An- preußische Proletariat tönne das Zutrauen hegen, daß der Handelsinspektionen fort. Er zeigte, daß es sich hier deutungen von parlamentarischer und außerparlamenta Parteivorstand sich feiner Verantwortung gewachsen zeigen gleichfalls um eine zehn Jahre alte fozialdemo rischer Obstruktion" gemacht hatten. Die wunderliche Verwerde. Der Verantwortung nicht nur im Sinne gewissenhaftester Eratische Forderung dreht und daß die Deutsch .