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Nr. 21.

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Berliner Volksblaff.

25. Jahrg.

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Telegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin ".

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Sonnabend, den 25. Januar 1908.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Rr. 1984.

einflußlos, trotzdem ihre Wählerzahl rund sechsmal so zahlreich ernstlich an den Grundlagen der durch das Dreiklassenwahl­fystem geheiligten Ordnung hätte rütteln wollen. Die Führer

Die chriftlichen Arbeiter und die, wie die der erſten und zweiten Klaffe zuſammen."

preußische Wahlrechtsreform.

Als am Sonntag, den 12. Januar, sich in Köln der Zug der Wahlrechtsdemonstranten durch die Breitestraße bewegte, da scheuchten die brausenden Wahlrechtsrufe vor dem katholischen Gesellenhaus auch die Kolping zöglinge auf und sie eilten zum Tore. Einige Demon­ftranten begrüßten die gläubigen Klassengenossen mit den Rufen: Hoch das Wahlrecht, schließt Euch an, fatholische Arbeiter." Aber der Ruf war vergebens; ein Sohngelächter fam aus der Schar der Gesellen vereinler, und stumpffinnig grinsend fahen fie der demon­strierenden Menge nach. Dieser Vorgang, der sich im heiligen Köln vor dem fatholischen Gesellenhause abspielte, kennzeichnet den Riß, der gegenwärtig durch die deutsche Arbeiterklasse geht. Hier die Sozialdemokratie, die Partei des klassen bewußten Proletariats, wie immer so auch jetzt wieder auf dem Plan, um dem Bolke sein lange vorent haltenes Recht zu erkämpfen; dort die christliche Ar beiterschaft, untätig bei Seite stehend, unter dem Einfluß einer Partei, deren Machtmittel groß genug find, auch im zwanzigsten Jahrhundert noch ihr proletarisches Gefolge zum fnechtseligen Verzicht auf seine Menschenrechte zu bewegen.

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In der christlichen Arbeiterbewegung, die vorwiegend katholisch ist, herrscht der Zentrumsgeist. Die Ge­sellen- und Arbeitervereine unterstehen der Leitung und Auf­ficht durch die Kirche, der treuen Bundesgenossin des Zentrums, und die christlichen Gewerkvereine sind durch ihre Führer- Zentrumsabgeordnete und solche, die es werden wollen fester als je an die ultramontane Partei gefettet. Dazu kommt, daß alles, was für die katholischen Gesellen, Arbeiter- und Gewerkvereine tätig ist, durch die Schule des katholischen Volksvereins, der be­fannten Zentrumsorganisation, gegangen ist, und hier seine politischen Weihen empfangen hat mit der Verpflichtung natürlich, die fernere Tätigkeit als Arbeiter- oder Gewerk. schaftssekretär zur höheren Ehre des allein selig­machenden 8entrums anzuwenden!.

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Auch in den christlichen Arbeiterblättern ist wiederholt der katholischen Arbeiter, denen hier und da das Bewußtsein die Entrüstung über die preußische Dreiklassenschmach zum von der Rechtlosigkeit ihrer Klasse einen Entrüstungsschrei Ausdruck Blatt der christlichen Bauarbeiter, erblidt( Nr. 33, 1907) in auf Gedeih und Verderb verbunden oder rechnen mit der der Uebertragung des Reichstagswahlrechtes auf das Aussicht es noch zu werden; von ihnen ist nicht zu erwarten, preußische Abgeordnetenhaus die sicherste Gewähr für den daß sie den reaktionären Geist ihrer Partei bezwingen oder Einzug eines wirklich fozialen Geistes und auf eigene Faust unter den katholischen Arbeitern eine Wahl­damit der Beseitigung der Ungerechtigkeit, die dort geübt rechtsbewegung entfalten. wird." Es wird Sache unserer Genossen in den Zentrums­Der Deutsche Holzarbeiter", ein christliches gegenden sein, Leben in die katholische Arbeiterschaft hinein­Gewerkschaftsblatt, schreibt( Nr. 26, 1907) in einem Artifel, zubringen und von unten auf, durch die Massen, das Zentrum worin es eine gerechtere Berteilung der Steuerlast fordert: zur Aktion in Sachen der preußischen Wahlrechtsreform zu Bom heutigen preußischen Landtag ist das aber nicht zu treiben. Insbesondere die chriftlich organisierten erwarten; deswegen Reform des Wahlrechts, damit Arbeiter find darauf hinzuweisen, daß fie moralisch gezwungen Männer aus dem Volke dem Landtage soziales Empfind, in der Wahlrechsfrage ihre Kräfte einzufeßen für den finden und Verständnis für die Nöte des Sieg der Volkssache. In der programmatischen Schrift, mit fleinen Mannes beibringen." der die christlichen Gewerkschaften nach ihrem ersten Kongres Die eft deutsche Arbeiter Beitung"( Meinz 1899) ihre Grundsäße fundgaben, heißt es, nachdem ( M.- Gladbach) schrieb im Januar 1906 nach den fozial- die Pflicht der Neutralität" dargelegt worden ist: demokratischen Wahlrechtsdemonstrationen: Stein Zweifel, der preußische Landtag ist keine Volksvertretung; das Wahlrecht, durch das er zustande kommt, ist widerfinnig und ungerecht... Auch die nichtsozialdemokratischen Parteien werden nicht lange Gewehr bei Fuß halten können. Man ist gewarnt, man mache endlich einmal Ernst."

ubrud gekommen. Die Baugewerkschaft, das erprest, find als Abgeordnete mit dem Zentrumsflüngel

Und in Nr. 23, 1906, schrieb das Blatt, daß alle Kultur­staaten, selbst die halbasiatischen Balkanstaaten, ein besseres Wahlrecht als Preußen haben; die breiten Volksschichten feien unter dem Dreiklassensystem politisch fast vollständig recht­les". Dann hieß es weiter:

3war scheinen die Mächte, die das Dreillassenwahlrecht halten, unüberwindlich. Sie scheinen's, find's aber nicht. Die Stulturgeschichte beweift, daß die pribilegierten Klaffen stets den um Freiheit und Recht tämpfenden Bolts schichten haben nachgeben müffen, wenn auch nur schritt­weise. Wenn insbesondere die Arbeiterschaft sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch betätigt, wenn auch unsere christlich gesinnte Arbeiterschaft energisch für die Beseitigung des Dreiklaffenwahlrechts eintritt, selbstredend mit loyalen Mitteln der Aufklärung und der Propaganda, dann fann und wird die Zeit nicht mehr fern sein, wo auch diese Burg der Reaktion fallen wird."

Nur ein politisches Grundrecht gibt es, das teine Organisas tion antasten lassen darf, weil es da niemals höhere Gründe geben kann, die einen Arbeiter zum Preisgeben dieses Rechtes bewegen dürfte. Dieses eine Grundrecht ist das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht. Sollte daher eine Bartei hierin ihre Pflicht vergessen, dann muß eine Organisation auch als solche gegen fie Stellung nehmen."

Also das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahl­recht ist ein politisches Grundrecht", und es ist Pflicht, dieses Recht für das Reich zu erhalten, dann ist es nicht minder Pflicht, dieses Recht für Preußen zu erwerben, au erkämpfen. Neutralitäts" bedenken berfangen hier nicht. Ohne volks­tümliches Wahlrecht in Preußen feine Kulturpolitik, feine Sozialpolitik, feine Arbeiterpolitik im Staat wie im Reich. Diese Einficht unter den katholischen Arbeitern zu verbreiten und, wenn die ultramontanen Partei- und Arbeiter. führer nicht wollen, bie fatholischen Proletarier über beren Köpfe hinweg mit in die Bewegung hineinzureißen, muß die besondere Aufgabe unferer Agitation in allev Bentrumsgegenden sein!

Cotenicheine.

Niemand wird bestreiten, daß das Zentrum eine agita- Und noch vor wenigen Monaten, am 7. GSeptember 1907, torisch sehr rührige Partei ist. Man braucht nur den Jahres- schrieb das M.- Gladbacher Blatt: Soll das preußische Land Kundgebungen der freifinnigen Wähler gegen die Blodpolitik und Die reif. 8tg." schweigt im allgemeinen bie zahlreichen bericht des Volksvereins für das katholische Deutschland durch tagswahlrecht in demokratischem Sinne ausgestaltet werden, undgebungen der freisinnigen Wähler gegen die Blodpolitik und zusehen, um zu erkennen, wieviel das Zentrum in der dann muß das preußische Volk in eine offene und flare für den Wahlrechtstampf tot. Nimmt sie aber Notiz, so nur um Organisation und Agitation zu leisten versteht. Aber so Agitation dafür eintreten." Was aber haben die christlichen die Herren Barth, Breitscheid usw. zu bekämpfen. Heute erklärt cifrig auch von M.- Gladbach gewühlt wird, so viele Reden, Führer getan, um unter den katholischen Arbeitern, die zur Sozialdemokraten gehören. Es ist ganz interessant, daß sie bereits, daß die Sozialliberalen mit Herrn Barth zu den Schriften und Flugblätter auch von dort ins Land gehen, Masse der Entrechteten gehören, eine Agitation gegen die die Müller und Fischbeck sich mit den Dertels und Streths bereits alles ist auf den Nachweis angelegt, daß das Zentrum sehr preußische Dreiklaffenschmach zu entfalten und eine Bewegung barin einig sind, daß nur die Sozialdemokratie noch viel, die Sozialdemokratie aber nichts für die Arbeiter, den bon unten ins Werk zu fezen? Mitte Oktober 1907 fand in die Grundsäße der Demokratie verficht und daher Bauern, die Handwerker getan hat, Politisch auf Berlin der sogenannte Deutsche Arbeiterkongreb, jeber Demokrat zur Sozialdemokratie gehört. Die Herren wiffen flärende Literatur geht nicht von M.- Glad- eine Veranstaltung der christlich- nationalen Arbeiter, statt. in ihrer Einfalt nicht, daß sie damit der bürgerlichen Demo­bach aus: von dem Uebermaß seiner Pflichten und der In seinem Vortrag über die allgemeine sozialpolitische Lage in ihrer Einfalt nicht, daß sie damit der bürgerlichen Demo­tratie den Zotenschein ausstellen. Geringfügigkeit seiner Rechte erfährt der katholische Ar- mies der Generalsekretär Stegerwald darauf hin, daß bei Borläufig aber will es uns scheinen, daß die Herren sich besser

beiter nichts durch die Gelehrten und Führer des Volts- den vorlegten Reichstagswahlen die Sozialdemokratie in um ihren eigenen Zotenschein fümmern sollten. Es vereins- dafür zeugt die Tatsache, daß das Zentrum Preußen 1600 000 Stimmen erhielt, aber nicht ein Mandat tann sie ja dabei der Gedante trösten, daß hinter ihrer politischen es bis heute noch nicht der Mühe für wert ge- aum Landtag zu erringen vermochte; das sei natürlich Wasser wahre auf Samtfiffen die neuen schönen Orden, die Errungen halten hat, auch nur eines der zahlreichen Flugblätter auf die Mühle der Sozialdemokratie, meinte der Redner, der schaften der liberalen Aera, getragen werden. Naumann wird des katholischen Volksvereins der Schmach des Dreiklassen- dann fortfuhr: wahlrechts zu widmen! an ihrem Grabe predigen, und Bülow felbft in Erinnerung an angenehme Strand. und Badestunden von seinem römischen Ruhe­fiz aus ein Kondolenztelegramm schiden.

" Die eigentlichen Rulturaufgaben find in Deutschland faft ausnahmslos den Bundesstaaten und den Gemeinden zugewiesen. Und zu diesen war ben unteren Klaffen Noch aber leben die Fraktionspolitiker von der Freisinnigen infolge plutokratischer Wahlsysteme ber Bugang gleichfam ver- Boltspartei, und deshalb ist es ein Lebensinteresse nicht der fperrt, fie fonnten nicht mitarbeiten. Auch die chriftlich Arbeiter, wohl aber der bürgerlichen Demokratie, nationalen Arbeiter empfinden diese Wahlsysteme, insbesondere wenn die Wirksamkeit dieser Herren ihren Wählern recht deutlich dasjenige zum Landtage des größten deutschen Bundesstaates, als die denkbar größte ungerechtigkeit und verlangen daher, daß vor Augen geführt wird. Dies geschieht heute in einem Wurm­endlich einmal mit diesem veralteten Klaffenwahlrecht auf- fraß überschriebenen Artikel der Berl. Volks- 3tg.". Darin heißt es:

geräumt wird."

Und ebenso hat es das Zentrum unterlassen, in eigens dazu veranstalteten Versammlungen sein Gefolge über das Unrecht und den Unsinn des preußischen Wahlrechts auf­zuklären und auf diese Weise die Gleichgültigkeit zu brechen, die in dieser Frage noch bei der Masse der nicht sozialdemo­fratischen Bevölkerung besteht. Daher denn diese traurige Erscheinung, daß katholische Arbeiter höhnend herabgrinsen auf ihre klassengenossen, die für des Volkes Rechte und Freiheiten demonstrieren, daß sie zum anderen Teile gleich­gültig beiseite stehen in einer Frage, wo es mehr als je des Das klingt nun gewiß sehr entschieden! Ms aber von einmütigen Willens und Handelns der gesamten füddeutscher evangelischer Seite ein Antrag eingebracht wurde, Masse der Entrechteten und Unterdrückten wonach der Kongreß sich für die Einführung des allgemeinen, bedürfte. gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts in den Bundes­Selbstverständlich ist den Führern der christlichen staaten aussprechen solle, da wiesen die leitenden Arbeiter wohl bewußt, welche Unsummen von Unrecht das Personen der christlich- nationalen Arbeiterbewegung diesen Dreiklaffenwahlsystem an der Masse des Volkes verübt. In Antrag zurück mit der merkwürdigen Begründung, dem Arbeitertaschenbuch für 1908", heraus der Kongres fei ein Arbeiterfongreß und dürfe sich gegeben von den Berbänden katholischer Arbeitervereine West- als solcher nicht mit politischen Dingen beschäftigen! Die und Süddeutschlands , ist auch die Rede von den Landtags berüchtigte Neutralität", auf die sich die christlichen Führer wahlen und den Aufgaben der bundesstaatlichen Gefeßgebung. immer berufen, wenn sie zu feige find, die Rechte der Diese feien so bedeutend, heißt es da, daß das Volk nur zu Arbeiter gegen das Bentrum zu vertreten, feinem Schaden handele, wenn es an dem Leben und der mußte herhalten, um die schmähliche Gesinnungs­Arbeit der Einzelstaaten nicht vollen Anteil nehme, zumal Iosigkeit zu deden und den Satz zu verteidigen, daß ein auch die Einzelstaaten großen Einfluß auf Arbeiterfongreß nicht Stellung nehmen darf zu der Frage, die Reichspolitik ausüben. Dann heißt es: ob die Arbeiterklasse in Preußen noch weiter in völliger " In den süddeutschen Staaten war die Beteiligung an den Rechtlosigkeit verharren soll oder nicht. Landtagswahlen immer viel lebhafter als beispielsweise in Aus der Haltung des 8entrums geht ohne Zweifel Breußen. Das liegt hier an dem rüdständigen Dreifiaffen hervor, daß von dieser Partei ein wirffames Eingreifen zu­wahlrecht, das der breiten Maffe des Boltes leider nicht viel gunsten der Abschaffung der Dreiklaffenwahlrechts und seiner Einfluß beläßt.... Das hier herrschende Wahlrecht sichert Ersetzung durch das allgemeine, gleiche, geheime und direkte denen, die hohe Steuern zahlen, die politische Herrschaft und Wahlrecht nicht zu erwarten eft. Das Zentrum will sich macht die Masse des Bolfes fast einflußlos.... Bereinigen fich für die sehnlichst erwartete Zeit, wo es wieder Regierungs­die Wahlmänner der ersten und zweiten Klaffe auf einen ge- partei wird, nicht das Renommee verderben und dem Verdacht meinsamen Kandidaten, dann ist die britte Alaffe vollständig ausfegen, als ob es je im Berein mit der Sozialdemokratie|

n

" Nur dadurch, daß die unentwegten Blodfreisinnigen unter Führung einiger ihrer freifinnig- boltsparteilichen ordens­geschmüdten Staatsmänner" neuesten Stils im Schweiße ihres Angesichts die Faßbauben zusammendrücken, damit die Bloc­schmiere nicht auseinanderläuft, wird noch mit Not und Mühe der Anschein aufrecht erhalten, als ob der Blockitt dem Kitt ebenbürtig ist, der in gewissen Schaubuden zum Verkauf gestellt wird. Das Geschäft loftet aber nicht bloß Schweiß, sondern auch eine andauernde Verleugnung freisinni­ger Grundsätze.

Unterdes mehren sich die Stimmen im Lande, aus denen her­borgeht, daß wirklich freifinnige Wähler den Blodmumpit bis oben heran satt haben. Uneinbringlich ist dabei leiber der Ber­lust, den gerade die freisinnige Boltspartei an Ansehen und Vertrauen in den weitesten Kreisen er­leidet. Die Segnungen des Ordensfest es, die auf die mütigsten Blodanhänger der freisinnigen Volkspartei niedera gegangen sind, find nun einmal kein Aequivalent für die täglich größer werdende Einbuße der freisinnigen Bolkspartei beim Bolle. Eine Fraktion, die solche Ohrfeigen ruhig ein­ftedt, toie fie ihr am 10. Januar im preußischen Abgeordneten­haufe durch ihren Gönner nicht einmal patriarchalisch wohl­wollend, sondern brüst probotatorisch verabsolgt worden sind, eine solche Fraktion unterschätzt die Würde der Wähler, wenn sie glaubt, daß diese nicht von einem brennenden Gefühl der Scham ob dieser Behandlung erfüllt wären.

Mit der bisherigen Haltung der Epigönlein der damaligen Fortschrittspartei stimmt es durchaus, wenn jegt eine parla