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Nr. 293,

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Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin ".

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Dienstag, den 15. Dezember 1908.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: at IV, Nr. 1984.

Die geprellten Unterbeamten! ann 1500 bis 2100 M., Die lekteren natürlich auch ent- die der Lokomotivführer jett auf eine höhere Stufe ge­

ein solches von 1200-1800 2., während beispielsiveise die hat. Wenn man sich indessen vergegenwärtigt, daß nicht nur Fahrkartendrucker und die Lokomotivheizer die Gehälter der Schuyleute und Gendarmen, sondern auch in Bayern iprechende Nebenbezüge, erhalten. Der sozialdemokratische bracht worden sind, als die ihrer bayerischen Kollegen, In der Frage der Beamtenbesoldungsreform dürften die Antrag, für Klasse 4 das Gehalt auf 1300 bis 1900 m. fest- die 2300 M., resp.( die Oberlokomotivführer) 2850 M. Würfel gefallen fein. Die verstärkte Budgetkommission zusehen, teilte das gleiche Schicksal wie die Anträge zu den Marimalgehalt erhalten, während das Gehalt der preußi. des Abgeordnetenhauses erledigte am Montag in a weiter ersten drei Klaffen! schen Lokomotivführer fünftig zuzüglich des durchschnitt Lesung die Besoldungsreform für die Klassen 1-9 ein- So gingen die Hauptklassen der Unterbeamten, lichen Wohnungsgeldzuschusses von 500 M. für mittlere Be­schließlich, die den weitaus größten Zeil aller die 105 000 Beamten der untersten vier Selassen, fast voll- amte im Marimum 3000 m. beträgt, so ist die Forde­Beamten umfassen. An den Beschlüssen der Kommission ständig leer ans! Die Mehrheit der Budgetfommission war rung nur um so unabweislicher, daß auch die Gehälter der dürften im Plenum kaum noch erhebliche Aenderungen vor- nicht einmal für die unzulänglichen Anträge des Freifinns, unteren Beamten auf mindestens das gleiche Gehalt genommen werden. Damit wäre aber nicht nur die Frage der Nationalliberalen und des Zentrums zu haben. Man wie ihre bayerischen Kollegen gebracht werden! der Beamtenbesoldungsreform für Preußen entschieden, erklärte auch offen heraus; warum nicht. Man Aber die Absicht unserer herrschenden Parteien ist ja nur sondern auch für die entsprechenden Beamten wollte durch die bessere Bezahlung der Unterbeamten nicht zu durchsichtig. Man will sich durch die Gewährung günstiger fategorien des Reiches. Denn ift sicher einen Anreiz für die Begehrlichkeit" der entsprechenden Gehälter an gewisse Eliteschichten in der Beamtenschaft anzunehmen, daß die ausschlaggebenden Parteien( Son Arbeiterschichten, aus denen sich diese Unterbeamten refru- eine staatstrene" Garde schaffen, die man dann gegen die fervative, Zentrum und Nationalliberale) im Reiche keine tieren, geben, man wollte den Ausbeutungsbedürfnissen des schlechtbezahlten unteren Beamten und das Proleta andere Stellung einnehmen werden, als ihre Fraktionen im Brivatunternehmertums keine Schranken ziehen! Deshalb riat ausspielen kann. Ob die mittleren Beamten dieser Zu preußischen Abgeordnetenhause. Das Ergebnis der gestrigen lehnte man alle Berufungen auf die bessere Bezahlung der nuutung entsprechen werden, wird ja die Zukunft beweisen. Sisung aber ist für die Unterbeamten ein außerordentlich be- entsprechenden bayerischen Beamtenkategorien ab. Preußen Die von unseren Herrschenden bei der Gehaltsaufbefferung fo trübendes! Die sozialdemokratischen Anträge, die geht hier in Deutschland voran mit Hungerlöhnen, soweit es fläglich unzulänglich bedachten unteren Beamten aber Gehälter der Unterbeamten wenigstens auf eine Höhe au die Staatsarbeiter, und mit Hungergehältern, soweit werden durch die ihnen zuteil gewordene schnöde Behandlung bringen, die der der bayerischen Beamten entspricht, wurden mit allen gegen die eine Stimme des sozialdemo- es die Unterbeamten betrifft! Bei den Geistlichen sicherlich zum Nachdenken veranlaßt werden! fratischen Kommissionsmitgliedes abgelehnt! Auch die weit freilich und bei den oberen Beamten geht man beträchtlich über das hinaus, was in Bayern gezahlt wird! Troydem. bescheideneren Forderungen des Freisinns wurden gegen vier Stimmen, die sozialdemokratische Stimme und die zum Beispiel die evangelischen Geistlichen in Bayern nur drei freifinnigen Stimmen, abgelehnt. Von den 105 000 2000 bis 3400 Bargehalt beziehen, will die preußische Beamten der untersten vier Klassen wurde nur in der Klasse Regierung durch ihre Zwölf- Millionen- Gabe die Geistlichen­Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die den Bahnwärtern eine Erhöhung ihres Endgehalts gehälter auf 2400 bis 6000 m. Bargehalt bringen! Die Sprödigkeit der Budgetkommission änderte sich, ale Majorität des Reichstages nicht nur pflichtvergessen, sondern um 100. auteil, eine, wie wir noch zeigen werden, durch die Gehälter der mittleren Beamten in Frage tamen, auch leichtfertig und unklug gehandelt hat, als sie die Ver ans unzulängliche Gehaltsaufbesserung. zweiten, dritten und vierten Klasse, die zusammen annähernd Unter den mittleren Beamten befinden sich ja entweder faffungs- und Geschäftsordnungsanträge auf die lange Bank 88 000 Personen umfassen, gingen vollständig leer Militäranwärter, die man nicht so zu behandeln schob, wird dieser Beweis durch die Furcht vor den wagt wie die aus den Kreisen der Arbeiter hervor und loyalen Blätter erfaßt hat. Oder kann man sich etwas herbor- fischen Intrigen geliefert die gerade die offiziösen

dus!

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Höflingstreiben.

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Es foll nicht geleugnet werden, daß auch gegenwärtig eine fleine Partei" gefchäftig beim Werke ist, dem Kanzler aus Anlas der bekannten Reichstagsvorgänge die Arbeit fauer zu machen. Indessen diese kleine Bartei ist nicht mächtig genug, um den entsprechenden Borstoß wagen zu können. Vielleicht ist auch der Begriff Partei schon zu tveit gefaßt. Es handelt sich um eine feine Clique gleichsam, wie sie ähnlich zu Eulenburgs Beit bestand, nur daß ihr persönliches Verhältnis zum Raiser bei weitem tein so vertrauliches zu nennen ist."

Betrachten wir dies Ergebnis ein wenig näher. Die gegangenen Beamtengruppen, oder aber Beamte, die aus den Beschämenderes denken, als daß die Geschicke des deutschen Bahnwärter sollen nach den Beschlüssen der Budgetkommission Streifen der qualifizierten Arbeiter hervorgegangen sind und Boltes davon abhängen sollen, ob Fürst Bülow oder ein Fünftig 1100-1300 m. erhalten. In Bayern erhalten fie deren Mißfallen man fich zu erregen fürchtet. Es versteht höfischer Intrigant einander überlisten und die Gunft 1200-1700 m., wobei, wie bei allen Beamten in Bayern , sich von selbst, daß der sozialdemokratische Vertreter Wilhelms II. für sich gewinnen? Was hat denn alles Reden, kein Wohnungsgeldzuschuß gewährt wird. Von dem sozial- auch hier bei der Abstimmung für die weitestgehen- was haben selbst die großen Standale genutzt, wenn wir demokratischen Vertreter in der Kommission war be- den Anträge eintrat, da er sich nicht zu der frei auch heute genau dort stehen, wo wir in den Tagen antragt worden, die Gehaltssätze der Strasse 1 auf 1100 bis finnigen Logik aufschavingen konnte, daß, weil die Unter- Eulenburgs standen, als über Stanzlerentlassungen 1400 M. festzusetzen. Wäre dieser Antrag angenommen beamten nichts erhalten hätten, auch die mittleren Beamten und Ernennungen, über die Führung der auswärtigen worden, so wäre in Preußen gerade das Gehalt gezahlt teine energische Gehaltsaufbesserung erfahren dürften; sich bei Politik, ja sogar über Krieg und Frieden die Entscheidungen worden, das den Bahnwärtern in Bayern ge- feiner Abstimmung im Gegenteil von der Auffassung leiten in Liebenberg fielen? währt ift. Denn nach dem sozialdemokratischen ließ, daß durch die Gewährung angemessener Gehälter Daß wir aber nicht weiter gekommen sind, das bestätigen Antrag würden die Bahnwärter in 21 Jahren 26 250 M. für die mittleren Beamten schließlich auch für die besitzenden jetzt die Klagen und Angstrufe der bülowtreuen Presse mit Gehalt bekommen haben, in Bayern dagegen 29 850 M. Klassen die Notwendigkeit eintreten muß, die Gehälter der unwiderleglicher Deutlichkeit. So schreibt die National­Das sind pro Jahr 170 M. mehr als als in Preußen. unteren Beamten gleichfalls angemessen aufzubeffern! Das 3eitung": Berücksichtigt man, daß bei den bayerischen Beamten die ge- Eintreten für die mittleren Beamten durch die reaktio­währte Dienstwohnung nur mit% thres Wertes in An- nären Parteien findet deshalb unsere vollste Zustim rechnung gebracht wird, und berechnen wir das Drittel mit mung; nur erscheint angesichts dieses Eintretens die Rüd­70 m., so ergibt sich, daß die Bahnwärter in Bayern pro fichtslosigkeit gegenüber den unteren Beamten in um so eigen­Jahr 250 M. mehr erhalten. Da aber der Wohnungsgeld- artigerem Lichte! Auch machte ein 3entrumsredner zufchuß in Breußen fünftig im Durchschnitt für die Klassen gar kein Hehl aus den argliftigen Motiven, die feine 2-4( zur ersten Klasse gehören ja nur Berlin , Charlotten- Partei bewogen, fich der mittleren Beamten anzunehmen. burg, Friedenau , Schöneberg und Frankfurt a. M.) 255 M. be- So erflärte er, die Gehälter der Werkführer der trägt, wäre das bayerische Gehalt bei der Annahme des Eisenbahnverwaltung seien möglichst zu erhöhen, Dann meint das Blatt: Gewiß, der Kanzler hat immer jozialdemokratischen Antrages gerade erreicht worden. weil die Werfführer ja die ihnen unterstellten Arbei noch mancherlei Widerstände zu überwinden; aber Für die zweite und dritte Klasse, die 62 597 ter auf guten Bahnen erhalten" müßten. Schon die Hauptsache bleibt für ihn, daß er auch fernerhin sich des Köpfe umfaßt, war von sozialdemokratischer Seite in der ersten Lesung hatte derselbe Abgeordnete ebenfalls Vertrauens der Mehrheit des Reichstages die Festsetzung des Gehalts auf 1200-1800 M. beantragt darauf hingewiesen, daß es doch sehr darauf ankomme, diese sicher weiß." worden. Dieser Antrag wurde, wie bereits erwähnt, gegen Beamtenfategorien mit gutem Geiste zu erfüllen". Die Wir meinen, es charakterisiert die Situation sehr gut, die eine Stimme des sozialdemokratischen Ver- Staatsarbeiter und die unteren Beamten können also elend wenn das nationalliberale Blatt als Hauptsache das Ver­treters abgelehnt. Ebenso wurden alle übrigen Anträge ab- besoldet werden; aber ihre Vorgesetzten müssen so be- trauen des Reichstages bezeichnet und nicht das Ver­gelehnt, so daß die Beschlüsse der ersten Lesung der Budget- zahlt werden, daß sie sich als Werkzeuge gegen die trauen des Kaisers. Aber wir glauben, daß der Reichstag kommission bestehen blieben. Danach sollen die Schaffner ihnen untergebenen gebrauchen lassen! nicht bloß das gefügige Werkzeug eines Bülow int ( 21 338 Perfonen) 1100-1500 m. erhalten. In Bayern M. erhalten sie 1500-2100 M. Bon Nebenbezügen werden in Die Gehälter der Werkführer wurden denn auch von 2000 m. Kampf um seine Machtbehauptung sein darf, sondern daß das im Höchstgehalt auf 2100 m. aufgebessert. Vertrauen der Volksvertretung immer und für jeden Minister Breußen 200 m., in Bayern 250 M. bei der Pensionierung Ungemein drastisch kontrastierte auch die Ablehnung die Hauptsache" sein muß, daß kein Minister möglich angerechnet. Breußen zahlt also 400 bis 600 Mark weniger als Bayern . Auch wenn man den Wohnungsgeld. der für die Unterbeamten gestellten sozialdemokratischen sein darf, der dieses Vertrauen nicht besitzt. Und wenn es zufchuß in der durchschnittlichen Höhe von 255 M. und Anträge durch die Nationalliberalen mit dem leb- dem nationalliberalen Drgan ernst wäre mit seinent die 30 M. Kleidergeldzuschuß anrechnet, bleibt noch immer ein haften Eifer, mit dem diese für die 3ollaufseher, Stampfe gegen die Kamariña, dann müßte es mit ganzer Weniger von 115-315 m. In Bayern erhalten die Schuß männer und Gendarmen eintraten. Trotz Straft den sozialdemokratischen Verfassungs­antrag, der diese Forderung enthält, unterstützen. Schaffner in 21 Jahren 87 800 M., in Preußen nach dem dem diese Beamten vor dem 1. April 1906 erft 1200 bis Denn selbst Nationalliberale können doch einen Zu­Beschlusse der Budgetkommission 27 150 M., also in 21 Jahren 1600 M. erhielten und durch die Regierungsvorlage auf stand nicht verewigen wollen, bei dem alles davon weniger 10 650 M., δας weniger! Die in Staffe 3 rangierenden 29 558 Weichen die Nationalliberalen diese Beamten im Endgehalt auf 2400 abhängt, daß, um wieder mit der Nat.- 3tg." zu reden, eine gesunde realpolitische Auffassung der Verhältnisse die Oberhand steller und Rottenführer sollen nach den under- Mark bringen, das Endgehalt also gegenüber das Endgehalt behält". Kann doch das Blatt selbst nicht mehr behaupten, als daß ändert gebliebenen Beschlüssen der ersten Lesung der Budget- vom Jahre 1906 um 800 M., d. h. 50 Broz. erhöhen! Es zur Stunde" dies noch der Fall ist. Wenn aber diese 1.ommission 1100-1600 m. erhalten. In Bayern erhalten handelte sich eben um Beamte, die man im guten Geist er. Stunde vorübergehen sollte? Selbst die Kreuz- Zeitung " er­die Weichensteller 1500-2100 M. In Preußen erhalten die halten" wollte, d. h. gegen die unteren Beamten ausspielen zählt uns ja, daß einzelnen Mißvergnügten in hohen Beichensteller in 21 Jahren 28,470 m., in Bayern 37,800 m., au tönnen hofft. Auch die Polizeimachtmeister, die reisen die Person des Kanzlers ein Hindernis" ist. Nach das macht pro Jahr für Preußen ein Weniger von 444 M.! ehedem 1500 bis 1800 M. erhielten und jetzt 1650 bis 2300 den Erlebnissen mit Wilhelm II. ist doch seine realpolitische Auch bei der Anrechnung des Wohnungs- und Stleidergeld- Mark erhalten sollen, sollten durch einen nationalliberalen Auffassung" wirklich keine genügende Garantie! Ist es nie auschusses bleibt also ein erhebliches Defizit. Die Antrag auf 1650 bis 2700 M. gebracht werden! Erst langes gewesen, am wenigften in dem jezigen Moment. Nicht mit 133 Wagenwärter sollen in Preußen 1100-1600 M., Bureden der Regierungsvertreter veranlaßte die Herren, ihre Ünrecht bemerkt das Berl. Tagebl.": dazu 200 Mark pensionsfähige Nebenbezüge erhalten. In Anträge zurückzuziehen. Die Gehälter der Förster und Bayern dagegen erhalten sie 1700-2300., dazu 250 M. der Lokomotiv führer schließlich wurden im Endgehalt pensionsfähige Nebenbezüge. In 21 Jahren erhalten die bon 2400 M. auf 2500 M. gemäß einem von konser­Bagenwärter in Bayern 13 530 M., das heißt pro Jahr dativer Seite gestellten Antrag aufgebessert. Das End 644 M. mehr als die Wagenwärter in Preußen! gehalt der Förster, das 1906 noch 1800 m. betrug, wird jetzt Auch die zirka 25 000 Beamten der vierten Klasse alfo 2500 m. betragen, also um 700 M. erhöht werden. erhalten fünftig mur, wie die Fahrkartenbruder, Wir wiederholen, daß wir diesen Beamtenkategorien ihre Gefängnisaufieher und Gerichtsdiener, ein Ausbesserung durchaus gönnen, wie auch der Vertreter Gehalt von 1200-1700 m, oder, wie die Lokomotivheizer, der sozialdemokratischen Partei für diese Anträge gestimmt

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Ob der Kaiser wirklich seine Verstimmung auch nach außen fundgab, ob er, tie sentimentale Chronisten behaupten, das Bett hütete und durch Gebet und Tränen" das seelische Gleich gewicht wiederzugewinnen suchte, darüber wollen wir uns eince eigenen Meinung enthalten. So viel ist indessen wohl klar, daß eine derartige Nervenfrise zwischen Selbstzerfnirschung und Selbst überschäzung hin und her pendelt. Deshalb tann ee sehr wohl sein, daß, was heute als notwendiges Opfer" erscheint, morgen bereits als übertriebene Nachgiebige feit ausgelegt wird,"