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Nr. 213.

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Vorwärts

Berliner Volksblatt.

26. Jahrg.

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Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin "

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Leipzig .

Es war eine Ehrenpflicht für die deutsche Sozialdemo­fratie: sobald die Verhältnisse es nur irgend gestatteten, einen Parteitag in Leipzig abzuhalten, und Genosse Sindermann hatte in Nürnberg leichte Arbeit, als er bei der Beratung über den Ort des nächsten Parteitags" auf die Tribüne stieg, um für Leipzig zu plädieren.

Sonntag, den 12. September 1909.

Parteitag, denen der Gedanke zugrunde liegt, der Regierung und ihren Schnapsjunkern durch einen planmäßig geführten großen Fuselboykott einen Denkzettel zu geben, sie zeigen, daß ein heißes Sehnen zu strafen und zu vergelten sich tief in die Massen hineingebohrt hat. Wie diese Stimmung bereits in den letzten Nachwahlen machtvoll drohend zum Ausdruck gekommen ist, so wird sie auch alle anderen uns bevorstehenden Wahlen im Reich, Staat, Gemeinde auf das tiefste beein­flussen, wie wohl die Berliner Landtagswahlen und die Pluralitätswahl in Sachsen bald beweisen werden.

Auch von jenseits der Grenzen sind dem deutschen Prole­Parteihistorischer Boden ist's, den die Delegierten des tariat in den jüngsten Zeitläuften Eindrücke und Anregungen deutschen Proletariats diese Woche betreten werden. Von Leipzig gekommen, die sich ihm unverwischbar ins Bewußtsein prägen aus erging Anfang Februar 1863 an Laffalle jene Auf- müssen. Das Aufbäumen des spanischen Volkes gegen den forderung, die das Offene Antwort- Schreiben er blutheischenden Monarchen und gegen die Vollstrecker seines stehen ließ als ein Dokument, dem die deutsche Arbeiterschaft dem Goldhunger gieriger Rapitalisten geneigten Willens: etwa das verdankt, was die internationale dem Kommuni- wer von uns wollte diese Tage der Erhebung und des stischen Manifest schuldet. Im Pantheon " zu Leipzig wurde Schmerzes je vergessen? Und nun etst die Wochen des Helden­am 23. Mai 1863 der Allgemeine deutsche Arbeiterverein ge- tampfes unserer schwedischen Brüder! Wer von uns hätte gründet, und heute sehen wir in der sozialdemokratischen den Mut, am Abend nach dieser Bataille verzagt und klein­Partei Deutschlands die kraftstrogende Blüte, die aus jenem geistig zu sein? Wer von uns möchte, da eben das opfer­kleinen Kern in weniger als einem Halbjahrhundert empor- willige deutsche Proletariat sich den Bissen vom Munde gefargt stieg. In Leipzig rollte sich im März des Jahres 1872 der hat, ihn den schwedischen Streitern zu reichen, wer möchte große Hochverratsprozeß ab, für den die damals noch zwie vor die Arbeiterinternationale treten und ihr sagen, es sei spältige deutsche Arbeiterschaft drei Jahre später durch die an der Zeit, der Maifeier in Deutschland das Grab Einigung von Gotha mitquittierte. Und schließlich ward zu schaufeln? Leipzig auch durch die stürmisch drängende Kraft seiner stets opferbereiten klaffenbewußten Arbeiterschaft zu einem Partei­ort, dessen Geschichte mit der der deutschen Sozialdemokratie aufs schönste und innigste verwachsen ist.

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berechnete Beranstaltung oder eine Generalversammlung, die man abhält, weil's mal so in den Statuten steht.

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Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.

Der Kampf in Schweden .

( Von unserem nach Schweden entsandten Mitarbeiter.) Stocholm, den 9. September.

trasser Form die beiden Straßenbahngesellschaften Stockholms aus Rache für den Massenstreit möchten in besonders üben. Mitglieder des Hauptvorstandes wie der Abteilungsvorstände des Straßenbahnerverbandes sollen von vornherein und für immer von der Wiedereinstellung ausgeschlossen sein, und das gleiche gilt für eine Anzahl anderer, die sich durch irgend welche Aeußerungen in den Streitversammlungen oder sonstwie mißliebig gemacht haben. Unter denen, die so gemaßregelt werden sollen, find Leute, die über 30 Jahre bei der Straßenbahn tätig waren und eine Medaille für die man einführen will, enthalten unter anderen die Bestimmung, langjährige und treue Dienste besigen. Die persönlichen Kontrakte, daß Boykott, Blodade, Streit oder Aussperrung, fei es mastiert mastiert oder offen, unter feinen Umständen vorkommen darf. Als mastierter" Streit soll eine Massenkündigung gelten, die in ein und demselben Monat mindestens 25 Broz. des Personals nmfaßt. Von dem Lohn jedes Angestellten will die Ges sellschaft nach und nach 300 Kronen einbehalten, und diese Summe soll gänzlich verfallen sein, wenn jemand es wagen sollte, an einem mastierten oder offenen Streit teilzunehmen. Die Monatslöhne sollen Reparatur von Material und Bekleidungsstücken soll das Personal um 10 Stronen herabgesetzt werden. Für Instandhaltung und auf eigene Kosten Sorge tragen. Für Entscheidung von Streitig feiten aus dem Arbeitsvertrag sollen die Abteilungschefs, der Direktor Bon gedeihlicher Entwickelung auf allen Gebieten unserer und schließlich der Vorstand der Straßenbahngesellschaft die maß Parteitätigkeit weiß der Bericht zu melden, den der Partei- gebenden Instanzen bilden. Man will also in jeder Hinsicht ein borstand den Genossen heuer unterbreitet. Gedeihlichen ganz absolutistisches Regiment einführen. Man macht aber die Ausbau unserer Organisationen verheißt die fleißige Rechnung offenbar ohne an die Gesamtheit der hiesigen Arbeiter­Vorarbeit, die von der Nürnberger Kommission geſchaft zu denten, die die Macht hat, jetzt einen nicht minder scharfen leistet worden ist. Und von Kampfftimmung dürften wie in der Zeit des Massenstreits. Die Frauen der Arbeiterklaffe Druck auf die Gesellschaft der Straßenbahngewaltigen auszuüben Zu jeder beliebigen Zeit im Jahre kann die Zentrums- die Ausführungen getragen sein, die drei mit der Materie waren die ersten, die den Boykott der Straßenbahnen partei ihre schwarze Parade abhalten, zu jeder beliebigen wohlvertraute Referenten zur Frage der Reichsver beschlossen, und gestern abend hat das hiesige Gewerkschaftskartell Zeit könnte der Bund der Landwirte wenn er nicht mit ficherungsordnung zu geben haben werden. In folgenden Beschluß gefäßt: der Vergnügungssucht der Seinen rechnen müßte- Birkus- solchen Rahmen paßt Flaumacherei nicht hinein, und noch Jeder Arbeiter muß es als seine Ehrenpflicht betrachten, nicht vorstellung geben. Zu jeder beliebigen Zeit dürfen die Frei- einmal sei es gesagt- wenn Effen 1907 und Nürnberg 1908 auf der Straßenbahn zu fahren, so lange sie von Streitbrechern ge­sinnigen hinter verschlossenen Türen ihr Jahr beschließen, die Maifeier stehen lassen mußten, dann ziemt es Leipzig führt wird. Jeder Arbeiter, der diesen Boykott bricht, kann nicht denn ihnen allen ist ihr Parteitag" nichts anderes als ein 1909 ganz gewiß nicht, sie über den Haufen zu stoßen. als ein guter Kamerad angesehen werden. Da es für die Arbeiter, Schaugepränge und günstigstenfalls eine auf Mitgliederfang In unserer eigenen Parteiprefse nun ist der sonderliche die in den Vorstädten wohnen, schwerer sein wird, den Boykott Brauch aufgekommen, den Parteitagsdelegierten den freund- effektiv aufrecht zu erhalten, richten wir an sie die Aufforderung, in lichen Nat auf die Reise zu geben: es möge jeder an seinem so sollen z. B. die in Hagalund, Värton und Enskede wohnenden erster Linie die Eisenbahn zu benutzen. Läßt sich das nicht machen, Die deutsche Sozialdemokratie muß ihren Parteitag im Teil dazu beitragen, daß gründlich und- fachlich beraten Arbeiter, die in der Stadt ihre Arbeit haben, gruppenweise Serbst haben, denn ihr ist diese Tagung kein leeres Bere- werde. Als ob in unseren Reihen viele wären, denen es Freude zur Arbeit marschieren, um ihre Solidarität mit den aus­moniell, ihr fügt sich der Parteitag mit Notwendigkeit ins macht, nicht aufbauende Arbeit zu leisten im Dienste der gesperrten Kameraden bei der Straßenbahn kundzutun und auf die Art Getriebe ihrer Gesamtarbeit. Wie die Tagesordnung und Gesamtheit und zum Nußen des Proletariats, sondern den zugleich gegen die brutale Handlungsweise der Straßenbahn­wie die Berichte beweisen, die unser Parteivorstand und unsere Widersachern der Arbeiterschaft zum Gaudium- häßlichem gesellschaften zu protestieren. Dieselbe Maßregel gilt auch für Reichstagsfraktion unseren Parteitagen schriftlich und münd Streit und unfruchtbarem Gezänk die Zügel schießen zu laffen. Automobile, Mietswagen und Droschten, bis auch hier alles boll­lich abzustatten haben, steht jahrein, jahraus im Brennpunkt Gewiß unseres Interesses die politische und wirtschaftliche Situation von weit über 600 000 gebracht hat, und in einer Zeit, die -in einer Partei, die es auf eine Mitgliederzahl lommen geordnet ist." Jm Buchdrudgewerbe haben gestern unter Vorsitz des des Proletariats, die parlamentarische Lage samt all' ihren Sirnzellen und Nerven gierig frißt, da kann's unmöglich Schlichtungsbeamten Cederborg Verhandlungen zwischen den Organi­Beziehungen zum Wohl und Wehe des arbeitenden Volkes. ohne Mißverständnisse, ohne Reibungen, ohne Zusammenstöße hatten darüber Beschwerde erhoben, daß in einer größeren Zahl von fationsvertretern beider Parteien stattgefunden. Die Prinzipale Unsere Parteitage haben- ob's nun ausdrücklich auf der abgehen. In einem Punkte allerdings sollte bei uns allen Druckereien die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen war. Der Tagesordnung steht oder nicht abzurechnen mit dem Tun längst Einstimmigkeit herrschen: die Zeit unserer Parteitage Gehilfenverbandsvorstand hat nun in allen Orten, wo es notwendig und Unterlassen der bürgerlichen Parlamente und der Barla- ist viel zu fostbar, um bergeudet zu werden zur Schlichtung war, die Mitglieder aufgefordert, wieder in Arbeit zu treten, soweit mentarier, fie haben Rats zu pflegen: wie das Proletariat bon Streitigkeiten, außer wenn diese am Mark der Partei fie Anstellung finden. Die Prinzipale halten sich auf Grund des und seine Wortführer sich stellen, sich verhalten sollen, wenn zehren, ihr Leben und Gedeihen zu untergraben drohen. Wir bisherigen Tarifvertrags für berechtigt, wegen des Streits Lohns im Spätherbst der Reichstag , die Landtage, die kommunalen haben deshalb schon früher gesagt und wiederholen es heute: abzüge zu machen. Diese Angelegenheit soll jedoch noch durch Barlamente der Bourgeoisie aufs neue zusammentreten im Der Leipziger Parteitag hat Besseres zu tun als sich etwa weitere Berhandlungen geregelt werden. Stockholms Dag Dienst staatserhaltender Gesetzgebungs- und Verwaltungs- mit dem neuesten Fall Bernstein " zu beschäftigen und unseren blad" will wissen, daß die Verleger unter den herrschenden arbeit. Der Sozialdemokratie bleibt keine Wahl: sie muß Gegnern zu Willen zu sein, die lachend und lauernd an der unsicheren Verhältnissen sich Verhältnissen sich eine große Beschränkung in ihre Parteitage halten zwischen den Schlachten: den Pforte lauschen. Man mißverstehe uns nicht! Wo's das allem sollen die Buchbinder daran schuld sein, weil sie die Arbeit der Herausgabe von Verlagsartikeln auferlegen werden. Stämpfen, die sie hinter sich hat, und denen, die ihr bevorstehen. Parteiinteresse erheischt, auch dem Genossen ein nur da wieder aufgenommen haben, wo eine Erklärung des mal Auge in Aug entgegenzutreten, da sind wir nicht gewöhnt, Arbeitgebers, daß er nicht der schwedischen Arbeit Pardon zu geben noch zu nehmen. Preßfehde aber ist nicht geberbereinigung angehört, vorliegt. Jenes Blatt In den Begrüßungs- und Eröffnungsreden, die unsere ohne weiteres Parteifehde, und ob sie zur Parteitagsfehde stellt die Sache so dar, als ob der Buchbinderverband in diesem Parteitage einläuten, wird die allgemeine politische, die inter - taugt, darüber hat zum Glück der Parteitag selber zu ent- Beruf den Unternehmern das Recht nehmen wollte, Mit­nationale Lage gewürdigt oder wenigstens gestreift, und in scheiden. Und eins vor allem noch: Wer den Parteitag glied jener Vereinigung zu sein. In Wirklichkeit liegt es alle Verhandlungen spielt mehr oder minder deutlich, mehr zwingen will zu Hatz und Hez, der sei auch Manns genug, so, daß man auf Arbeiterfeite nicht weiß, oder wußte, wer von den oder minder bewußt hinein, was an frohen und bitteren Er- die Verantwortung auf sich zu nehmen; wer dem Buchbindereiarbeitgebern der schwedischen Arbeitgebervereinigung fahrungen die letzte Zeit gebracht, was an siegverheißenden Parteitag Zeit stiehlt, dem sei wenigstens der Spaß ver- tember durchzuführen, keinen anderen Ausweg hatte, als eine schrift­angehört, und daß man, um das Uebereinkommen vom 1. Sep­oder gefahrdräuenden Aussichten für die nächste Zukunft zu dorben, auf andere mit Fingern zu weisen und zu schreien: liche Erklärung der Arbeitgeber über ihr Organisationsverhältnis erwarten steht. Wie könnte es auch anders sein bei der Saltet den Dieb! zu verlangen, ehe man irgendwo die Arbeit wieder aufnehmen konnte Tagung einer Partei, die tief im Boden des Lebens und des Sehr wißig dünkten sich unsere Gegner, als sie 1905 Für die meisten Buchbindereiarbeiter und Arbeiterinnen im ganzen Geschehens wurzelt, einer Partei, die von Vergangenheit und der Sozialdemokratie eine Schlacht bei Jena" prophezeiten. Lande dauert der Kampf noch fort, und wenn die Buchindustrie und Gegenwart Lehre nimmt und ihren Blick voll froher Hoffnung Sehr wißig dünken sie sich dieses Jahr, da sie die Schlacht der Buchhandel, der ja zu Weihnachten und Neujahr sein bestes Ge­fest und unverwandt auf die Zukunft gerichtet hält. Noch bei Leipzig " vorhersagen. Wie unsere Genossen jenen schon schäft machen soll, schwer darunter leidet, so ist das eben die Schuld brennen die Wunden, die dem Proletariat in der letzten Wirt- manche Freude zertrümmert haben, so werden sie auch diese der aussperrungssüchtigen Arbeitgebervereinigung. Es liegt nun schaftskrise geschlagen sind, und schon machen sich die Vor- Hoffnung zuschanden machen. Und wenn wir einmal die ganz in der Hand jener streitfüchtigen Arbeitgeberorganisation und wehen fühlbar jener neuen Ausraubung, vie Deutschlands stattliche Reihe unserer Parteitage an uns vorüberziehen der mit ihr so eng verbundenen Regierung, die noch immer zögert, Regierung im Bunde mit dem konservativ- katholischen Kartell lassen, dann möge der Leipziger mit Recht und mit Stolz bewahren, ebenso wie die übrigen Industrien, die ihrer Macht, sei bermittelnd einzugreifen, die Buchindustrie vor weiterem Schaden zu zustande gebracht hat. Schon aber flammen auch die Scheiter von sich sagen dürfen: haufen empor, auf denen Wähler, die bislang zu den staats­erhaltenden Parteien standen, dem heiligen Geist der rächenden Erkenntnis opfern. Zorn und Verbitterung breitet sich über das Reich, und mählich beginnt's der Regierung und den bürgerlichen Parteien bang zu werden unter den Zeichen des Pyrrhussieges vom 13. Juli 1909. Die Anträge an den

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Nennt man die besten Namen,

So wird auch der meine genannt!

Vor

es ganz oder teilweise, unterstellt sind: die Konfektionsindustrie, die Sägewerts, Papiers, Tertil, Glas-, Eisenhüttenindustrie usw., sowie den Seehandel, der darunter, daß die Stauereiunternehmer jener Vereinigung angehören, also auch der Kampf der Hafenarbeiter fortdauert, zu leiden hat.

Für die Gewerkschaftsorganisation der schwedischen Arbeiterschaft, Ldie das Unternehmertum zu zertrümmern suchte, wird dieser Riesen­