Nr. 216.
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Vorwärts
Berliner Volksblatt.
26. Jahrg.
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Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin"
Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.
Donnerstag, den 16. September 1909.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.
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Die Debatte über die Erbschafts- ten, verhinderten wir, daß den Massen weitere Entlassung ſei„ eine reine Privatſache", die als solche von
Steuer.
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Dann wird gesagt: indem wir für die Erbschaftssteuer gehaltenen Generalanzeigerpresse behauptet nun, diese indirekte Steuern aufgebürdet wurden, also mußten wir schwedischen Blättern nicht erwähnt worden sei. Branting nach dem Prinzip des fleineren Uebels für bezw. seine Frau werden sodann verdächtigt, die Mitteilung die Erbschaftssteuer eintreten. Das hieße indessen, jenes an in den Vorwärts" lanciert zu haben. Unserem Genossen sich brauchbare Prinzip des kleineren Uebels in einer wird dadurch in versteckt verlogener Weise Feigheit vorgeAm Dienstag konnte Genosse Singer fonstatieren, daß Weise übertreiben, die wir nicht verantworten können. Es worfen, eine Sache im Auslande zur Sprache gebracht zu die Frage der Haltung der Fraktion zur Erbschaftssteuer ist mit Recht betont worden, daß dann die Regierung haben, über die im Inlande geschwiegen wird. ,, erfreulicherweise in den Formen" stattfand, in denen einfach nur recht viel indirekte Steuern Dieses schöne Programm des gelben Blattes müssen wir Meinungsverschiedenheiten unter Genossen auszutragen sind". zu fordern brauchte, um für die Zwecke des Mili- zerstören. Branting hat weder unser Eingreifen veranlaßt, Am Mittwoch ist es leider anders geworden, da eine Anzahl tarismus direkte Steuern mit unserer 8u- noch hat er unserer Redaktion eine Mitteilung von der AngeGenossen sich bemüßigt fühlten, die bisher sachliche Debatte zustimmung zu erhalten, wenn die bürgerlichen Parteien legenheit gemacht. Mit Frau Branting, dem Opfer der persönlichem Zant und Streit zu erniedrigen. Das ist be- eben diese direkten Steuern bewilligen; wir wären dann sozialen Gesinnung der Kapitaliſtenclique, die die„ Stockdauerlich, es enthebt uns aber nicht der Pflicht, in aller einfach in unserer Tattit durchaus abhängig vom Willen der holms tidningen" herausgibt und aus der Haut der ArbeiterNuhe und Sachlichkeit das Für und Wider und die Ergebnisse Regierung und der bürgerlichen Parteien. Das letzte Klasse Riemen schneidet, find wir nie in Verbindung geder Debatte zu behandeln. Argument lautet: Wir mußten für die Erbschaftssteuer kommen. Auch hat sie sich nicht, weder direkt noch indirekt, Fest steht, daß zwei Ansichten über die Sache vor- stimmen, um die Auflösung des Reichstages zu an uns gewandt. Wohl aber hatten wir ein großes Interesse daran, die handen sind, auch unter den Mitgliedern der Reichstags- erzwingen. Das widerspricht durchaus den Tatfrattion. Welche Ansicht die Majorität für sich hat, ist sa chen. Es lag die Situation nicht so, daß durch die Annahme der soziale Moral eines Organs der öffentlichen Korruption, als nicht zum Austrag gekommen, weder in der Fraktion, noch Erbschaftssteuer die Auflösung zu erzwingen war, das hat ja welches sich jenes Blatt in den letzten Wochen entpuppt hat, ans Tageslicht zu zerren. Die Entlassung der Frau auf dem Parteitage. Indessen ist sicher, daß es sich nicht die Erfahrung gelehrt! etwa um einen zwecklosen Streit handelt, sondern ganz Weitere Argumente für die Festlegung der Partei, für die Branting war in Stockholm längst kein Geheimnis mehr, ficher die Partei früher oder später von neuem bor die pfiffen doch alle Spatzen diese Privatsache" der„ Stockholms Entscheidung gestellt werden kann. tidningen" von den Dächern herab. Daß die bürgerlichen Im allgemeinen dreht sich die Frage darum, ob die VerBlätter nichts davon meldeten, zeugt nur davon, daß sie innerlich kreuzbergnügt über diese Maßregelung sind. Der treter der Partei auf Grund des Programms verpflichtet sind, für direkte Steuern zu stimmen. Sonderbarer- Indessen ein Resultat hat die Debatte gezeitigt: die Stockholmer Sozialdemokraten" hat aus Gründen, die wir weise wird die Anschauung, daß dem so sei, tatsächlich Annahme der Resolution von Berlin I, die den Kampf in nicht kennen, aber wohl erraten und billigen können, zu der bertreten! Allerdings haben verschiedene Genossen schärfster Form gegen die Freisinnigen eröffnet, und damit, glauben Sache geschwiegen. Für uns bestand dazu keine Veranlassung. besonders durch Zurufe abgeleugnet, daß sie diese wir, ist auch ein gut Teil des Streites über die Erbschafts - Der Fall war eben sehr charakteristisch für die ArbeiterAnschauung vertreten, sie haben es sogar eine Dumm- steuer erledigt. Denn soviel ist sicher, daß eines der Motive, freundlichkeit jener Sorte Breßorgane, denen das Geld der heit" genannt, was indessen andere, zum Beispiel warum von manchen Genossen die Stellungnahme der Partei Arbeiterklasse sehr angenehm ist, die aber in entscheidenden Genossen Richard Fischer nicht abhielt, sich auf diese für die Erbschaftssteuer unter allen Umständen gefordert Stunden ihre Unparteilichkeit" lüften. Wobei das gewöhnDummheit" zu versteifen, indem er erklärte, die Revisionisten wurde, darin lag, ein Zusammengehen mit den Liberalen zu liche Gesicht eines kapitalistischen Ausbeuters entblößt wird. ,, Stockholmstidningen" hat nicht nur eine geistige Arstüßen sich auf das Programm, wenn sie erklären, man ermöglichen. Nach Annahme dieser Resolution dürfte die beiterin brutal mißhandelt, sondern auch die Zeitungsausmüsse für die Erbschaftssteuer stimmen. Daß unser Programm Frage manches von ihrer Zuspigung verlieren. träger ihres Koalitionsrechts zu berauben gesucht. Das ist uns dazu nicht verpflichtet, ist ja wohl durch die Genossen das wahre Geficht eines Blattes, das seinen Leserkreis durch Singer, Wurm, Stautsty, Geyer u. a. m., die jedenfalls einige Vorschüßen der Unparteilichkeit" und mit liberaler" RoßAhnung von unserem Programm haben dürften, festgestellt. täuscherei in der Arbeiterschaft sucht. Leider bisher mit Wir möchten noch hinzufügen: wäre es richtig, daß tatsächlich Erfolg. Die schwedische Arbeiterschaft hat jetzt die Konunser Programm uns verpflichtet, für jede direkte Steuer ein Stodholm, den 15. September. ( Privatdepesche des„ Bortvärts") fequenzen gezogen, indem sie jene Blätter boyfottiert hat. zutreten, so wären unsere Vertreter im preußischen LandDie Erledigung der Konflikte außerhalb des Arbeitgebervereins Wir haben den Fall" durch die Mitteilung der schoflen Maßtage zum Beispiel in sehr eigentümlicher Lage, da der größte Teil der Ausgaben des preußischen Staates durch nimmt ihren ruhigen Fortgang. Die Bäckereiunternehmer in Malmö regelung der Frau Branting ergänzt und als eine Anregung Sirette Steuern gebedt wird. Es wäre absurd, zu be- haben ihre Forderungen zurückgezogen, so daß hier die Angelegenheit für die deutsche Arbeiterschaft erachtet, nun ebenfalls dafür haupten, unsere Genossen seien verpflichtet, für die Erhöhung erledigt ist. In Stockholm werden Verhandlungen zwischen den zu sorgen, daß jene Presse aus ihrem Heim verschwindet. Bäckermeistern und den Bäckereiarbeitern geführt. Kleinere Dediefer Steuern unter allen Umständen zu stimmen. monstrationen fanden gestern abend gegen die Streitbrecher statt.
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Forderung, unter allen Umständen für direkte Steuern zu stimmen, sind in der Debatte nicht vorgebracht worden. Die Frage bleibt offen, sie steht zur Diskussion und sie muß entschieden werden!
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Der Umfang des Kampfes ist fortdauernd unverändert. Das Bedürfnis nach Unterstützung ist naturgemäß ein großes.
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..Stank".
Also das Programm entscheidet hier nicht, und es Die Straßenbahngesellschaften geben bisher nicht nach. Cederfann auch nicht entscheiden, da es sich um eine Frage der Taktik handelt. Ob wir der Regierung die Einführung borg fügt immer noch die Gesellschaften in ihrem Vorhaben, indem er einer neuen oder die Erhöhung einer bestehenden direkten fie als nicht unter die Vereinbarung gehörend hinstellt. Wenn sich innerhalb der Partei die Klärung einer Streitfrage Das Rathausgericht hat den Genossen Gustafsson zu zwei notwendig macht, gibt es ethisch- ästhetische Gemüter, die sofort über Steuer bewilligen wollen oder nicht, hängt von einer Reihe von Erwägungen ab, die wir nach den allgemeinen Monaten Zuchthaus wegen seiner Demonstrationsrede bei Lillians den„ Stant" zetern, der wieder einmal zum Gaudium der Gegner Prinzipien unserer Tattit, der Tattit des proletari- verurteilt. Gustafsson hatte eine Resolution zur Annahme verlesen, und zum Schaden der Partei produziert werde. Diesen Stant" die eine Mahnung an die Eisenbahner, sich dem Ausstande anzu- sollen natürlich allemal die„ Radikalen" anrichten. Wobei wir uns schen lassentampfes zu entscheiden haben. Nun sagen wir und mit uns eine ganze Reihe von schließen, enthielt. eine Zwischenbemerkung gestatten wollen. In dem Kasseler Parteis organ war es jüngst gerügt worden, daß die auf dem Boden der Theoretikern und parlamentarischen Vertretern der Partei: da im gegebenen Falle die von der Regierung geforderte alten Parteigrundsäge Stehenden sich immer als Raditale" beErbschaftssteuer 1. eine absolut unzulängliche war, zeichneten. Sie sollten doch auf diese besondere Hervorhebung ihrer eine berhunste", eine„ Iumpige" Steuer ist sie genannt Das Zuchthausurteil gegen den Genossen Gustafsson ist grundsäglichen Anschauungen verzichten und sich einfach Sozialworden, 2. nur ein Mittel sein sollte, um die Massen die Frucht einer unverfälschten Klassenjustiz. Unser Genosse bemotraten nennen. Das ist natürlich ganz unsere Meinung Wir wollen selbstzu tödern, den freisinnigen Volksverrätern die Annahme hatte nichts weiter verbrochen, als eine Resolution vorzulegen, und die Meinung der„ Radikalen" überhaupt. immenser indirekter Steuern gegen ihr Prinzip zu bewilligen, die die Teilnahme der Eisenbahner an dem Ausstande wünschte. verständlich gar nichts anderes sein, als schlechthin Sozialdemokraten. 3. dazu dienen sollte, die Steigerung der Aus- Die Justiz findet darin eine Aufforderung zur Vornahme Radikale" find wir nur im Gegensatz zu den Revisionisten". gaben für den Militarismus und Marinis- unerlaubter Handlungen, obgleich die Resolution davon fein Wobei man doch auch der Tatsache eingedent sein sollte, daß gerade mus zu ermöglichen, so war die Ablehnung Wort erhält. Es stand in der Resolution nichts davon, daß die Revisionisten uns Sozialdemokraten immer als Leute hinzustellen dieser Steuer geboten, und auch in zukünftigen analogen nicht die vertraglichen Verpflichtungen der Eisenbahner inne versucht haben, die das revolutionäre" RR besonders dramatisch zu Fällen werden wir der Regierung unter solchen Umständen gehalten werden dürften; lediglich die Aufforderung zur Teil- rollen pflegen ein Scherz, den man nachgerade der bürgerlichen direkte Steuern nicht bewilligen. nahme am Ausstande wurde erhoben. Wigpresse endgültig abtreten sollte. Was wird nun dagegen geltend gemacht? Eine Reihe Aehnliche Resolutionen wurden in mehreren Streifver Doch um auf den„ Stank" der Radikalen" zurüdzukommen, von Opportunitätsgründen. Man sagt uns, es sammlungen im ganzen Lande angenommen. Die Justiz muß so entpuppt sich der bei näherem Zusehen jedesmal als ein wäre ungünstig für uns gewesen, wenn wir durch unsere Ab- sich aber auf eine größere Arbeitsleistung vorbereiten. Denn revisionistisches Märchen, als eine fede Spekulation auf die Unstimmung die Erbschaftssteuer zu Fall gebracht hätten und die Konsequenz des Urteils gegen Gustafsson ist, daß kenntnis der Massen. So, wenn man von dem, Stant" phantasierte, somit gegen die Liberalen und mit den Junkern und Pfaffen nicht nur derjenige, der eine solche Resolution eine solche Resolution einer den in Dresden die Radikalen verursacht haben sollten. In sondern bor allem die, die Wirklichkeit ward der widerliche persönliche Standal gerade von gegangen wären. Die Verkehrtheit dieses Argumentes liegt Versammlung vorliest, auf der Hand. Wir haben nicht gezögert, mit den die sie nachher beschließen, unter Anklage gestellt revisionistischer Seite inszeniert. Und den Teilnehmern Pfaffen gegen die Kolonialpolitik und mit werden. Nicht das Verlesen einer Resolution, wohl am Nürnberger Barteitage wurde es vollends offenbar, in welch den Ueber agrariern gegen den Zolltarif aber ihre Erhebung zum Beschluß enthält logischer- unerhörter Weise man, wiederum von revisionistischer Seite, in weise die strafbare" Handlung. Nicht der eine Gustafsson eine sa chliche Debatte den abscheulichsten Stank" hineinzutragen zu stimmen. Indessen lag hier, so wird behauptet, die Sache insofern hat dieses Verbrechen begangen, sondern die 30- bis 40 000 fuchte. anders, als wir dann eben mit den Junkern und Pfaffen Streikenden, die die Resolution einmütig zum Beschluß er- Von den Verhandlungen des Leipziger Parteitags konnte man nicht gegen einen Att voltsfeindlicher Politik gestimmt hoben, sind die Schuldigen". Wenn schon das Verlesen der bis zum Dienstagmorgen mit Genugtuung feststellen, daß sie im hätten, sondern gegen eine Steuer, die die Reichen Resolution mit zwei Monaten Zuchthaus nach schwedischem allgemeinen völlig fachlich verlaufen waren. Natürlich wird man trifft. Das ist ein ernsthafter zu nehmendes Argument. Aber Recht" bestraft werden muß, welche Strafe wird das Stock- wieder versuchen, die Diskussion über die Erbschaftssteuer als einen ausschlaggebend bleibt hier doch unter allen Umständen holmer Rathausgericht dann nicht für die beschließenden Massen Streit um des Kaisers Bart", also eine unnötige Debatte darder Verwendungszweck: die von den Reichen gezahlte jener Versammlung in petto haben! Das ist eine treffliche zustellen. Als ob sich nicht herausgestellt hätte, daß innerhalb der Steuer sollte dem Staate ermöglichen, seine milita llustration zu dem Thema, wie in Schweden die sozialen Reichstagsfraktion die denkbar größten Meinungsberschiedenheiten über die Abstimmung in dritter Lesung ristischen Zwede weiter zu verfolgen. Es bleibt Gegersäge„ versöhnt" werden. von dem Argumente also nur eines übrig: wir hätten gegen Die liberale" Stockholmstidningen" tut sehr entrüstet vorhanden gewesen sind! Wenn man sich aber überhaupt darum cine populäre" Steuer gestimmt. Das scheint in der über den, Vorwärts", weil wir das soziale Pflichtgefühl streiten konnte, ob bei einer Abstimmung das Für oder das Gegen Tat vielen Genossen das meiste Stopfzerbrechen zu verursachen. jener kapitalistischen Sumpfpflanze am legten Sonnabend unter die Mehrheit gefunden haben würde, so ist das doch der Zum Glück aber hat die Sozialdemokratie es noch nicht die Lupe nahmen. Wir stellten da die Ungeniertheit fest, mit schlagendste Beweis dafür, daß die Vertretung der Gesamtheit verlernt, gegen den Strom zu schwimmen, wo es sein muß. der eine Kunstkritikerin Knall und Fall nach 17jähriger Tätig. der Partei, der Parteitag, geradezu die unausweichliche Ver Sie hat mit Recht seinerzeit das Gesetz über die Kranken- feit entlassen wurde, weil sie die legitime Ehefrau eines pflichtung hat, in diesem Streit der Meinungen den Ausschlag zu geben. Nur Freunde diplomatischer Schleich und versicherung bekämpft, trotzdem es populär war, und sie hat Arbeiterführers ist. schließlich das Verständnis der Massen für ihre Haltung ge Das löbliche Blatt ein würdiges Exemplar der von Ueberrumpelungspolitit tönnten wünschen, daß diese funden. der indifferenten Arbeiterschaft in allen Ländern leider ause I Streitfrage solange ungelöst bleibt, bis sie in der Fraktion vielleicht
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