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Nr. 267.

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Vorwärts

Berliner Volksblatt.

26. Jahrg.

Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zelle oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins­und Versammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett­gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf­stellen- Anzeigen das erste Worl 10 ẞfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Rerlin"

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Sonntag, den 14. November 1909.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.

Arbeiter, Genoffen! Meidet den Schnaps!

Weg mit dem Junkerfufel! Ein jeder setze seine Ehre darein, die Parole für sich selbst durchzuführen. Ein jeder sei stolz darauf, als Vorbild der anderen zu dienen! Seid Apostel des Schnapsboykotts, stärkt den schwachen Kameraden in seinem Entschluß!

Letzte Abrechnung!

Wer Voltsrechte und Volts wohlfahrt erstrebt, den gibt es nur die eine Losung:

Das Kartell der Wahlrechtsfeinde tritt ge- Zu allem Ueberfluß fommt nun noch die vom Staatssekretär schlossen für Runze ein! Da darf und kann es keinen einzigen des Marineamts eingesetzte Kommission mit ihren Vor­fleinen Geschäftsmann, fleinen Handwerker, kleinen Beamten schlägen über die Organisation und Verwaltung Am nächsten Dienstag finden die Wahl männer- und Arbeiter geben, der nicht alles aufböte, um dem sozial ber taiserlichen Werften", um die verantwortlichen stich wahlen statt, die bei der Landtagsurwahl vom 26. Of demokratischen Kandidaten, dem Genossen Adolf Stellen noch tiefer hineinzureißen. Was in dem Bericht über die Vorbildung der Beamten, die Einführung der kaufmännischen tober notwendig geworden waren. Sie haben nur für einen Hoffmann, zum Siege zu verhelfen! Wahlkreis Bedeutung, für den 12. Berliner Landtags­Buchführung, die Herbeiführung besserer Revisionen, die Aenderung des Beschaffungswesens gesagt ist, trifft erstens den Kern der wahlkreis. Denn hier werden erst die Stichwahlen darüber für Sache nicht, und ist zweitens nur deshalb so außerordentlich entscheiden, wer künftig diesen Wahlkreis vertritt, der Sozial­demokrat Hoffmann oder der freisinnige Pastor Runze. interessant, weil damit bewiesen wird, daß diese so selbstver. ständlichen Einrichtungen bisher auf der Reichswerft nicht Die bürgerlichen Parteien haben denn auch die ja sehr aus bestanden haben! Auch dieser Kommissionsbericht liefert den Be­giebige Frist seit der Hauptwahl eifrigst dazu benutzt, um die weis, wie recht wir mit unserer Kritik in der Dienstagnummer Wähler zu bearbeiten. Sie alle, Freisinnige, Nationalliberale des Vorwärts" hatten. Wir hatten es für unzweckmäßig erklärt, und Konservative, brennen ja darauf, den verhaßten Sozial­daß an der Spiße der Reichswerften ein Geeoffizier steht, demokraten aus der Junkerkammer hinauszuwerfen. Da der der von den technischen und Verwaltungsfragen keine Ahnung hat die Kommission will dies System beibehalten wissen, muß aber in ihrem Benicht über die Oberverantwortlichkeit des Ober­werftdirektors sagen:

Nieder mit dem Erkorenen der gesamten Reaktion! Sieg dem Vertreter der ehrlichen Arbeit, dem sozialdemo­fratischen Kandidaten Adolf Hoffmann !

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Zum Kieler Werftprozeß.

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In der Praxis steht diese lettere Verantwortung- falls nicht etwa die Person des Oberwerftdirektors erhebliches Talent für diese Fragen hat in der Hauptsache auf dem Papier, und zwar, weil es ihm an den erforderlichen Organen fehlt nach der Richtung der Entwickelung einer weit getriebenen Dekonomie im ganzen Wirtschaftsbetriebe der Werft wirksam zu werden."

alle Fälle das erforderliche Talent und die erforderlichen Wir meinen aber, daß der Oberwerftdirettor auf Kenntnisse haben muß!

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perfide Anschlag auf die drei anderen Mandate so schmählich Am Freitag hat die zweite Verhandlungswoche in dem auf mißglückt ist, möchten sie gar zu gern der kleinen sozial- fehenerregenden Prozeß abgeschlossen; man fann aber nicht sagen, demokratischen Frattion wenigstens dies eine Mandat ent- baß das Urteil über das auf der Stieler Reichswerft herrschende reißen! System durch die Verhandlungen günstiger beeinflußt worden sei. Bereits in der Nummer vom 27. Oktober erklärte es der Zwar hat der Erste Staatsanwalt Greifrat, der Vertreter der Borwärts" für eine Ehrenpflicht nicht nur der Genossen Anklage, am ersten Verhandlungstage diefer Woche es war am des 12. Wohlfreises, sondern ganz Berlins , bei den Stich. Dienstag den Versuch unternommen, mit sittlicher Entrüftung wahlen das Mandat abermals zu erobern. Erst der Sieg in die niederschmetternden Anklagen des Angeklagten Frankenthal Moabit, diefem so heiß umstrittenen Wahlkreise, wäre die gegen die Werftverwaltung zu entfräften, um nicht nur auf die Krönung des Erfolges vom 26. Oftober. Die Niederlage der gegen die Werftverwaltung zu entkräften, um nicht nur auf die Geschworenen einzuwirken, sondern auch, wie er wörtlich sagte, foalterten Gegner im 12. Wahlkreise wäre erst die rechte im Interesse der Reichs- und Staatsbetriebe, Quittung für den niederträchtigen Viermandatsraub, der das auch ein Interesse der Justizbehörde ist", die öffentliche hundertfach verdiente Dentzettel für die feige Heuchelei Meinung zu beeinflussen. Ueberzeugend hat der Herr Erste und den brutalen Gewaltstreich der Mandatsräuber! Darum Staatsanwalt damit nicht gewirkt; er hat vielmehr nur bewiesen, Materialien überhaupt nicht nach Maß und Gewicht festgestellt Wir hatten bemängelt, daß die von den Schiffen abgegebenen werden auch unsere Genossen in den nächsten Tagen und daß er sich nicht allein als Vertreter einer Behörde fühlt, die be- werden. Daß das bis zum Bekanntwerden der Unterschleife so besonders am 16. November alle Kräfte anspannen, um der rufen ist, lediglich das Recht zu suchen, sondern daß er es auch war, gibt der Bericht gleichfalls zu: Fisch bed- Garde und ihren konservativ- national- ufen für nötig hält, über die 3 wed mäßigkeit des Verlaufes liberal ultramontanen Helfern eine bittere Ent des Prozesses für die Verwaltung der Reichs- Anfang 1909 auf der Werft ein Beamter als Werftrevisor an Um die Magazinbestände dauernd zu kontrollieren, ist seit täuschung zu beretten! und Staatsbetriebe zu entscheiden. Auch der von gestellt, der auch bei Abgaben von Schiffen usw. auf die Bergeltung für den Mandatsraub! Das muß auch am ihm als Seronzeuge herbeigerufene Oberwerftdirektor Vizeadmiral fofortige Buchung etwaiger Ueberstände sein Augenmert zu richten Dienstag die Parole sein! Oder tann es etwas Schamloseres von Usedom hat mit seiner Erklärung der Mastverkaufsgeschichte hat." Doch genug der Beispiele. Nur auf eines sei noch hin­geben, als einer Partei, die zwar die meisten Wähler das Ansehen der von ihm geleiteten Verwaltung nicht wieder her- gewiesen: Wenn die staatserhaltende" Presse so tut, als wenn bon allen Parteien aufgebracht, aber nur sieben von austellen vermocht, vielmehr wie ja schon im Vorwärts" ganz bas Reichsmarineamt mit der Einsetzung der Kommission zur 443 Mandaten errungen hat, durch einen standalösen Gewalt- richtig hervorgehoben worden ist nur bewiesen, daß er von Reorgarisation der Verwaltung aus eigenen Stüden vor. stretch mehr als die Hälfte dieser wenigen Mandate dem Betriebe keine Ahnung hat! gegangen sei, so bergißt sie, der Oeffentlichkeit mitzuteilen, daß wieder entreißen zu wollen? Und diesen Gewaltstreich ver­Die Verhandlungen drehten sich in dieser Woche fast aus- die Kommission Anfang 1909 eingesetzt worden ist, die übte derselbe Freisinn, der da immer behauptet, daß er für schließlich um die aus den Anklageaften entwendeten Sauptangeklagten aber schon seit Mai 1908, die die Uebertragung des Reichstags- Wahlrechts auf Preußen Briefe und die später vom Angeklagten Frankenthal bei- übrigen seit spätestens August 1908 in Untersuchungshaft sitzen, gebrachten Briefe, welch letztere von der Anklagebehörde als ge- der Minister also wirklich im Januar 1909 schon Wes Geistes Kind der Freisinn der Fischbeck und Ston- fälscht bezeichnet werden. Die Anklagebehörde bezeichnet 50 bis etwas über die Unterschleife gehört forten und auch der freisinnige Kandidat für Moabit , Herr 60 Briefe und Abrechnungen als ganz oder doch teilweise gefälscht. Sürfte! Pastor Runze, ist, das beweist die Art, wie der Freifinn für Der Inhalt der als gefälscht bezeichneten Briefe ist allerdings ge- So groß nun aber auch die Verluste sind, die durch den ihn bei den Reaktionären Stimmung zu machen gewußt hat. eignet, der Anklage den Boden zu entziehen, denn durch ihn werden Schlendrian und die unzweckmäßige Verwaltung bei dem Alt­Man empfahl Runze als alten Striegerbereinler! bie belastenden Dokumente ganz anders erklärt, als es die Anflage materialienhandel entstanden sind, sie verschwinden vor denen, die Man genierte sich also nicht, die Seelenverwandtschaft des getan hat. Immerhin gab es auch in dieser Woche Momente, wo im Produktionsprozeß auf der Werft durch die bureau­freisimmigen" Kandidaten mit der Kriegervereinlerei heraus- der Schlendrian und die unglaubliche Sorglosigkratische Verwaltung entstehen. Nur die bureau­zuftreichen, einem Institut, das männiglich als Brutstätte teit auf der Reichswerft wie mit Bliklicht beleuchtet und tratische Verwaltung hat die Schuld, daß die Reichs­erzreattionären Geistes bekannt ist! Dafür erfährt alles das bestätigt wurde, was wir darüber in der Dienstag werften zu teuer bauen, daß ungeheure Mengen von Arbeits­denn auch der Freifinn die Genugtuung, daß Konservative nummer geschrieben haben. Da erklärte z. B. der Intendantur- fraft und Arbeitsmaterial nublo 3 bergeudet werden! Da. und Antisemiten für Herrn Runze wie für einen der ihrigen affessor Frerich 3 als Beuge vor Gericht, das Abwägen der rauf muß bei der Besprechung der Werftaffäre im Reichstage das eintreten werden, trotzdem doch die Flitterwochenzeit der Altmetalle durch die Magazinverwaltung vor der Abgabe sei er st Sauptgewicht gelegt werden. Hoffentlich hat sich der Eifer Blockpaarung längst vorüber ist, der Freifinn längst zugunsten nach der Entdedung der Unterschleife eingeführt worden; der bürgerlichen Preßorgane, die eine parlamentarische des Zentrums den Laufpaß erhalten hat. Ja, der" liberale" früher seien die Materialien direkt nach dem Materialienmagazin Untersuchungskommission fordern, bis zur Eröffnung Bastor Runze flößt unseren Berliner Ultramontanen gebracht worden, ohne im Ressortmagazin gewogen des Reichstages nicht abgekühlt! trog seiner gelegentlich zur Schau getragenen theologischen worden zu sein!

eintrete!

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Eine bedeutfame Stichwahl.

Freigeistereien so wenig Bedenken ein, daß auch die braven Magazindirektor Immelmann beantwortete die Frage, ob Zentrumschriften beschlossen haben, diesen Freisinnskämpen es möglich sei, daß auf dem Wiegezettel 7000 Stilo­gegen die Sozialdemokratie zu unterstützen! Und das, trop gramm ständen, während in Wirtlichfeit 12 000 dem doch bei den Debatten über den Mandatsraub ein Silogramm auf den Wagen wären, mit" Ja"! Die rote Welle" hat sich, wie das freisinnige Blatt des Sentrumsredner erklärte, daß die Berliner Zentrums- Intendantur assessor Frerichs erklärte, daß die Wahlkreises selbst schreibt, auch in Landsberg - Soldin bemerkbar angehörigen Gewicht auf die Feststellung legten, daß sie mit Werft nach ihren Bedingungen nur ab Lagerplatz verkaufe; vor gemacht. Einem enormen Stimmenverlust der Konservativen der Mandatsräuberei nichts zu tun haben wollten! Gericht wurde aber von allen Zeugen ausgesagt, daß steht dort eine stattliche Stimmenvermehrung der Sozial­Die ganze Reattion steht also geschlossen der Magazindirektor Heinrich den Stäufern stets Werft- demokratie gegenüber. Die Konservativen fanten von hinter Runze, dem Freisinnigen". Konservative, arbeiter zum Aufladen zur Verfügung stellte! 13 796 Stimmen im Jahre 1907 auf 9469 Stimmen bei der Antisemiten, Nationalliberale und Zentrum Auf die Frage des Präsidenten, ob die Wagen auf der Werft Wahl am Freitag, sie verloren also 4327 Stimmen, wäh­erblicken allesamt in dem freisinnigen" Standidaten den gut waren, sagte der als Zeuge bernommene Kaufmann Bern - rend die Sozialdemokratie ihre Stimmen von 6470 Mann ihres Vertrauens. Das Zutrauen wenigstens stein aus, und zwar mit entsprechender Bewegung:" Darüber auf 7555 vermehrte, also 1085 Stimmen gewann! Der schenken sie ihm, daß er Junkern, Pfaffen und Geldjackprozen fann man vieles fagen! Ich war einmal zur Abnahme von Freifinn erfuhr mit seinen 6377 Stimmen gegenüber den im Dreiklassenhaus nicht unangenehm werden wird, Kondensatorrohren auf die Werft gekommen. Dort wurde mir 6179 Stimmen vom Jahre 1907 nur den minimalen Zuwachs daß er den agrarischen Brotwucherern und den mit ihnen eine vielleicht hundert Jahre alte Dezimalwage von 198 Stimmen.

verbündeten Pfaffen niemals so beißende Wahrheiten gezeigt, deren Schalen hin und herwadelten. Damit fonnte Die Sozialdemokratie kommt zum erstenmal in Landsberg­sagen, so aufpeitschende Antlagen ins Gesicht nicht gut gewogen werden. Ich machte noch darauf aufmerksam, Soldin in die Stichwahl. Und die Konservativen, die bisher schleudern wird, wie der sozialdemokratische Kandidat das als daß man mit dieser Wage nicht gut wiegen könne, aber die Appli- stets die absolute Majorität besaßen, find den Sozial­Abgeordneter ja so oft getan hat! tanten fagten, da mit werde immer gewogen. Na, ich demokraten noch nicht um ganze 2000 Stimmen voraus. Das

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Für Runze tämpft am Dienstag die ganze Leibgarde der war einverstanden und bin mit dem ermittelten Gewicht zu- fommt daher, weil die Empörung breiter Wählermassen sich in Reaktion und des Geldsacks: Hausagrarier, Vertreter des be- frieden gewesen, ich hatte Vorteil davon."- Bei allen diesem ländlichen Kreise einfach in Stimmenthaltung schnittenen und unbeschnittenen Kapitals, die höhere Bureau- diesen Aussagen muß man immer im Auge behalten, daß die als geäußert hat. In zahlreichen größeren Drtschaften des Wahl­tratie, die gescheitelte und geschorene Geistlichkeit furz Beugen vernommenen Beamten mit großer Reserve ihre freises, z. B. in Alt- Lipke, Altensorge, Hohenwalde , Ludwigs­alles, was die Arbeiter, den kleinen Mittel Aussagen machen. Immer wieder lautet auf eine an die Beugen ruh, Soldin, Berlinchen, sind die Stimmen der Konservativen stand, die kleinen Beamten wirtschaftlich gerichtete Frage des Präsidenten über Dinge, die in deren är äußerst start zurückgegangen, ohne daß die Sozialdemokratie ausplündern und politisch tnebeln hilft! beitsgebiet fallen, die Antwort: Das weiß ich nicht." oder der Freifinn einen entsprechenden Zumachs erfahren