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Mr. 224.

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Vorwärts

Berliner Volksblaff.

27. Jahrg.

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Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin"

Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Sonnabend, den 24. September 1910.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.

Maschinengewehre gegen das leibas Bewußtsein der eigenen Schwäche, denn eine Re- off on. Sämtliche Bertreter erklärten die Groberung ber

eigene Volk!

das Schriftstück nicht nur dieses Zugeständnis, sondern zu Hildenbrand, Frank, Ulrich, Hug und Sta. gleich gierung, die sich start weiß, braucht solche im einzelnen Demokratie in Preußen für die Vorbedingung der Demo­kratisierung des Reiches. Sie sprachen dem preußischen ausgearbeitete Maßnahmen nicht zu treffen, vor allem Proletariat ihre bewundernde Anerkennung für das bis jetzt nicht die Regierung des größten Polizei- und Militärstaates im Wahlrechtstampf Geleistete aus und beteuerten mit schärfstem In der heutigen Sigung des Magdeburger Parteitages der Welt. Die Militärbehörden müssen zum Teil selbst nicht Nachdruck, daß im Kampfe um die Eroberung der politischen machte Genosse Limberk( Essen ) Mitteilung über ein ihm in mehr ihren Truppen trauen. Eine Tatsache, für die auch der Rechte in Preußen das preußische Proletariat auf die ein­mütige Unterstüßung des ganzen deutschen die Hände gefallenes, von dem abgesägten früheren Sak spricht: Abwarten bringt auch den Geist der besten Proletariats rechnen dürfte. Das rückhaltslose Be­kommandierenden General des 7. Armeekorps v. Bissing Truppen ins Wanken!" fenntnis zum lückenlos geschlossenen Kampfe der gesamten unterzeichnetes Zirkular, das bestimmt, welche Maßregeln das Für die Führer der deutschen Arbeiterbewegung bedeutet Sozialdemokratie ganz Deutschlands wurde mit jubelnder Be­Militär im Fall öffentlicher Unruhen und Straßenkämpfe übrigens dieses infame Dokument keine Ueberraschung; sie geisterung aufgenommen. Ob nun nicht doch den bürgerlichen Spaltungspropheten und Zwietrachtschürern das fazenjammer­zu ergreifen hat. Unsere Leser finden δας hoch halten längst die in Deutschland herrschende Junkerclique liche Bewußtsein aufdämmert, daß ihre Hoffnungen auf interessante Dokument im Parteitagsbericht der heutigen ieder Schandtat fähig. Die militärischen Anweisungen zum Lockerung des auf dem Granit des proletarischen Nummer abgedruckt; dennoch bringen wir nach- Verfassungsbruch schrecken sie deshalb auch durchaus nicht. Solidaritätsgefühls ruhenden Gefüges der deutschen stehend nochmals die wichtigsten Stellen zur Kenntnis, Sie und die Arbeiterklasse gehen ihren Weg.

werden.

Die Wahlrechtsdebatte.

Sozialdemokratie auf eitel Flugsand aufgebaut waren: Die deutsche Sozialdemokratie fühlt sich start genug, unvermeid­lichen Meinungsaustausch mit ehrlichster Öffenheit und Ent­fchiedenheit bis zur völligen Klarheit durchzuführen, aber sie zeigt dem Feinde die waffenstarrende Front der einigen Partei!

Auch die

Nachmittagsdebatte

"

da das Schriftstück treffend den Geist unserer Regierung und ihr Verhältnis zur Arbeiterklasse charakterisiert. Zugleich be­weist es, daß dieselben maßgebenden" Streise, die durch er­faufte Preßtosaken die Sozialdemokratie der Absicht des Magdeburg , 23. September. gewalttätigen Verfassungsbruchs beschuldigen lassen, selbst Der gestrige Nachmittag war der Erholung gewidmet. einen strupellosen Verfassungsbruch planen, falls es ihnen und die Magdeburger Genossen hätten keinen glücklicheren scheinen sollte, daß ihre Herrschaft durch irgend welches Gedanken haben können, als das Arrangement des Ausflugs bestätigte die erfreuliche Einmütigkeit, mit der nach Thale und dem Bodetal. Wer diese wundervolle land- der Parteitag den Wahlrechtskampf zu führen entschlossen unruhiges Verhalten des Volkes in Frage gestellt werden schaftliche Szenerie, wohl der reizvollste Teil des Harzes, ist. Unsere Voraussage, daß sich diejenigen gründlich irren Könnte; denn die in dem Dokument enthaltene Anweisung, bereits tannte, ließ sich gern noch einmal von dem unwider- würden, die etwa gar auf einen Zusammenstoß innerhalb daß im Falle eines Ausbruchs öffentlicher Unruhen nicht nur ſtehlichen Zauber einer Gebirgsformation umfangen, die von der radikalen Majorität rechneten, hat durch den Verlauf ohne weiteres die Redakteure der aufrührerischen Tendenzen" der Hand eines genialen Künstlers gestaltet zu sein scheint der Verhandlungen eine glänzende Bestätigung erhalten. Was berfolgenden Blätter, sondern auch alle sonst den Machthabern dieser Lehrmeisterin aller großen Kunst, ihre Entstehung ver- fonnte von jedem Wort für Wort unterschrieben werden, der und doch nur der Schöpferfraft der Allgestalterin Natur, Genossin Luxemburg zur Begründung ihres Antrages sagte, berdächtig und gefährlich erscheinende Personen ohne Rücksicht dankt. Und wer, wie der Verfasser, zum ersten Male die nicht etwa des holden Wahnes lebt, daß die Erringung der auf ihre durch die Verfassung festgelegte Immunität als unvergeßlichen Eindrücke dieses köstlichen Naturwunders Demokratie in Preußen ein schäferliches Idyll sein wird. Ge­Reichstagsabgeordnete verhaftet und von den Militärbehörden empfing, wurde zur reinsten Andacht gestimmt, deren die nofsin Luxemburg erklärte es für den ausdrücklichen in Sicherheit" gebracht werden sollen, bedeutet nichts anderes Seele in ihrer pantheistischem Verschmelzung mit dem Allgeist 8 wed ihres Antrages, den Massenstreit zur fähig ist. Und die äußerlich rauhen, leidenschaftlichen Klaffen- Diskussion zu stellen. Die Wahlrechtsdemonstrationen als einen bewußten Bruch der Reichsverfassung. kämpfer, die am Tage vorher in heißem Meinungsstreit seien teineswegs das letzte Wort in der Erringung Wörtlich heißt es nach Mitteilung des Genossen Limberg um das gerungen, was ihnen als Gedeih oder Verderb ihrer des gleichen Wahlrechts. Natürlich ließe sich kein in dem Zirkular: politischen Ideale erschienen, lauschten heute mit weit- Termin für den Massenstreit ansetzen, hänge doch seine " Die ersten Maßregeln, die gleichzeitig mit der Bekannt- erschlossenen Sinnen der grandiosen Melodie, die von diesen Anwendung von der politischen Situation und wesentlich auch von der Haltung der Gegner ab, machung des Belagerungszustandes getroffen werden müssen, find versteinerten Hymnen ausgeht. die durch die Unterbrüdung aller aufrührerischen en- dieser Feiertag, sondern das nicht minder erhebende Gefühl wendigkeit machen könnten. Ueberhaupt werde der Massen­Aber nicht nur den erhebendsten Naturgenuß brachte Provokationen eine Abwehraktion des Proletariats zur Not­benzen berfolgenden Blätter und die Ver des Einsseins mit den proletarischen Boltsmassen. Einen streit nicht künstlich gemacht werden können, sondern aus der haftung der Redakteure sowie überhaupt aller als Führer überraschenden Empfang hatte die zahlreiche Arbeiterschaft von Stimmung der Massen herauswachsen. Gleichwohl sei die und Agitatoren bekannter Personen ohne Rücksicht auf Thale dem Parteitag bereitet, als er in dem malerischen Erörterung des Massenstreits notwendig, um die erforderliche die Immunität der Reichstagsabgeordneten. Die Festnahme Städtchen eintraf. Eine Musikkapelle empfing die Delegierten Einsicht in das Wesen des Massenstreiks zu fördern dieser Personen wird vielleicht noch von der Polizei mit schmetternden Weisen, aber diese Weisen wurden übertönt und die moralische Tatkraft zu erzeugen, die ein erfolgreicher durchgeführt werden können, wahrscheinlich wird sie zum mindesten durch die jubelnden Empfangsrufe der vielen Hunderte von Kampf voraussetze. Um jeden Schein zu vermeiden, als wolle durch Militär gedeckt werden müssen. Jedenfalls müssen die Männern und Frauen, die sich im Bahnhof und vor dem ihre Resolution zur blinden Aktion auffordern, erkläre sie sich Festgenommenen der Militärbehörde übergeben und von dieser Bahnhof eingefunden hatten, um der Vertreterschaft der mit der Streichung des Wortes Propagierung" sobald als möglich in Sicherheit gebracht Stolz und Freude strahlten aus jedem Auge: es war eine deutschen Arbeiterschaft ihre freudige Teilnahme zu erweisen. einverstanden. Gegen die Resolution Luremburg wendete sich eine Er­Alle Versammlungen werden verboten und gerade beim Be- Dvation, wie sie so lauter und herzlich keinem König dar- tlärung von 28 gewertschaftlich tätigen Ge­gebracht und wie sie aufrichtigerer Dankbarkeit nossen, die dagegen Verwahrung einlegte, daß auf ginn aufrührerischer Bewegungen müssen alle Versuche zur Wider nicht aufgenommen werden kann. Und diese ergreifende Aktionen in der Richtung des Massenstreits abzielende Ver­feglichkeit im Steime erstidt werden. Nichts ist gefährlicher, wie Verbrüderungsfeier erneuerte sich am Abend, als die einbarungen von der Partei einseitig getroffen zögernde Maßnahmen. Abwarten bringt auch den Geist der besten Delegierten, der Einladung der Thaler Genossen folgend, sich würden, da doch laut Parteitagsbeschluß darüber eine Truppen ins Wanken, während Angriff und Kampf ihre Gesinnung in dem weiten prächtigen Garten des Festlokals eingefunden Verständigung zwischen Partei und Gewerkschaften statt­befestigt." hatten. Herzlich hieß Genosse Schinkel namens der gewert zufinden habe. Die Ansicht, daß daß die Resolution fchaftlichen und politischen Organisation die Delegierten will- Luxemburg Es folgen weiter Vorschriften zur Sicherung der Truppen- tommen. Mit rauschendem Beifall wurde die Erklärung auf- fassung bedeute, wurde namentlich von den Genossen solche einseitige Beschluß­transporte. Es heißt da: genommen, daß das Proletariat von Thale trotz aller schweren einert und Severing verfochten. Diese Genossen ver-­Für den Fall des Eisenbahnerausstandes find ja Vor- Not der letzten Krisenjahre, die die Reihen der Genoffen ge- traten zudem gleich Heine und anderen die Ansicht, fehrungen bereits getroffen." lichtet, 1000 gewerkschaftlich und 600 politisch Organisierte daß eine Erörterung des Massenstreiks zur Zeit des Wahl­Für die Verwendung der Truppen im Straßenkampfe gelten befigt und gewillt ist, in dem großen Befreiungskampfe der rechtskampfes felbst unangebracht sei, da sie keinerlei folgende Bestimmungen: Infanterie soll zusammen mit Kavallerie vor- deutschen Arbeiterklasse auch in Zukunft mit aller Hingabe Nußen bringe. Die Massen besäßen politische Einsicht gehen. Ein frontaler Sturm auf Barrikaden ohne nachdrückliche Vor- mitzufämpfen. Genossin 3ie erwiderte mit zu Herzen genug, um in dem zur Aktion gegebenen Augenblick auf dem bereitung durch Artillerie soll vermieden werden, weil er sehr gehenden Worten die Begrüßung der Thaler Genossen. Und Posten zu sein. Wenn die Genossin Luxemburg , so schloß oft fehlschlägt. Die Infanterie soll schrittweise vordringen und als sich dann kurz nach 9 Uhr abends der Extrazug mit den eine, gesagt habe, daß man in Frankreich ) allzuviel über zwar durch die Häufer nach Einschlagen der Wände, durch Höfe, der vielhunderttöpfigen Volksmasse dem Parteitag das Geleit. werden zu laffen, so warne er, dies Beispiel in Deutschland Delegierten wieder in Bewegung setzte, gaben brausende Hochs den Massenstreit geredet habe, ohne ihn wirklich zur Tat Gärten, über Dächer. Beim Marsch in den Straßen ist es zwed Die Eindrücke von Thale werden allen Teilnehmern in der nachzuahmen. Genosse Ernst bat namens des Partei mäßig, in Reihenkolonnen auf beiden Seiten der Straße zu Seele haften. borstandes und des Ausschusses der preußischen marschieren. Gewandte Schützen sind vorzunehmen, um nötigen- Der Parteitag begann heute vormittag die Sigung mit 2andestommission um Ablehnung des An­falls Feuern aus den Fenstern heraus wirksam erwidern zu können. der Fortsetzung der Debatte über den parlamen- trages Luxemburg ebentueII um An. Maschinengewehre und Artillerie sind stets zugweise, etwa jedem tarischen Bericht. nahme nur des erste Teils, der den Bataillon ein Zug zuzustellen." Genossin 8ie begründete dabei in wirksamster Weise Massenstreit ausdrücklich als Waffe für Ferner folgen Vorschriften über die Ausrüstung der den Antrag über die Fleischnot, der darauf ein den ferneren Wahlrechtstampf bezeichnet. stimmige Annahme fand. Die Sympathiekund Schon frühere Resolutionen der Parteitage und auch der Pioniere mit Sprengstoffen usw. gebung für Finnland vertrat Liebknecht in legte preußische Parteitag hätten ausdrücklich erflärt, Für das Ansehen der preußisch- deutschen Regierung im zündender Rede, worauf Genosse Wiit, der Vertreter der daß auch der Massenstreit im gegebenen Falle als Kampf­Auslande bedeutet die Veröffentlichung dieses Schriftstücks finnischen Bruderpartei, selbst eine Darstellung der schamlosen mittel anzuwenden sei. Deshalb sei der Antrag Lugem­einen schweren Schlag. Mag immerhin die reaktionäre zarischen Verwaltungspolitik gab. Die Sympathieerklärung burg überflüssig. Er entspringe offenbar der irrigen deutsche Presse die weise Vorsicht und wurde gleichfalls einstimmig votiert. Annahme, daß die preußische Landeskommission die Energie Ueber die Wahlrechtsfrage referierte alsdann während der Kampagne dieses Jahres die Erörterung Ioben, mit der sich die Regierung auf einen Zu- Genosse Borgmann, der in zweistündiger Rede eine durch des Massenstreits in der Presse zu unterbinden sammenstoß mit dem eigenen Volfe und dessen dringende Kennzeichnung der Wahlrechtskämpfe int. Reiche und versucht habe, was teineswegs der Fall ge­Bändigung durch Artillerie und Maschinengewehre vor der preußischen Wahlrechtskämpfe im besonderen gab und das wesen sei. Innerhalb der preußischen Landeskommission bereitet, das Ausland wird in dieser zärtlichen Vor- Kampfgelöbnis der gesamten deutschen Sozialdemokratie unter sei lediglich die Ansicht vertreten worden, daß der stürmischer Zustimmung erneute. Den ausgezeichneten Dar- Augenblick für eine Massenstreit. Dis. bereitung nur das Zugeständnis sehen, daß die Re- legungen des Referenten, deren Einzelheiten sich summarischer tussion ungeeignet sei, das Proletariat könne gierung selbst fühlt, fühlt, wie sehr sie sie im Gegensatz Wiedergabe entziehen, folgten Erklärungen der Vertreter der davon überzeugt sein, daß alle zur Leitung des Wahl­zu der breiten Volksmasse steht. Und tatsächlich enthält verschiedenen Bundesstaaten durch die Genossen Müller, rechtskampfes berufenen Körperschaften auch den ferneren

eine