Nr. 87.
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Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.
Jahresbericht der badischen Fabrikinipektion.
Der Bericht der badischen Fabrikinspektion für das Jahr 1910 erfüllt nicht alle Erwartungen, die man auf ihn glaubte fetzen zu fönnen. Denn er enthält fast nur Tatsachen, ohne dieselben in der scharfen Weise kritisch zu würdigen, wie das noch vor wenigen Jahren regelmäßig der Fall war.
Ein Vergleich der mitgeteilten Zahlen mit denen früherer Berichte zeigt zur Evidenz, daß auch in Baden die industrielle Entwickelung erhebliche Fortschritte macht.
1907
1910
Die Zahl der in den Betrieben mit mindestens 10 Arbeitern betrug Davon waren ermachsene männliche weibliche Junge Leute, männliche. weibliche
229 935 152 181
246 864 159 919
62 625 10 558 9 492 471
66 615
12 237 10 561 532
Mittwoch, den 12. April 1911.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.
geber oder auch, wenn sie die Forderungen nicht stark genug Sozialdemokratie zu widerlegen. Wie das gemacht werden soll, da bertreten, bei ihren Arbeitskollegen zum Schaden gereichen für liefert die, Kreuz- Zeitung " ein interessantes Beispiel. fönnten. Sie( das heißt die Arbeiter) ziehen es daher vor, Sie polemisiert gegen unser Brandenburger Parteiblatt, die Beschwerden, oft auch solche, die lediglich innere Betriebs- Brandenburger Beitung". Diese brachte jüngst folgende angelegenheiten betreffen und für die der Arbeiterausschuß Tabelle über die indirekten Steuern: .Es ist durch indirekte Steuer belastet: die gegebene Stelle wäre, den Beamten ihrer Organisation borzutragen."
feit der Arbeiterausschüsse wenig in Erfahrung Ueberhaupt konnte die Fabrikinspektion über die Tätigbringen"; meist beschäftigen sich dieselben, wenn überhaupt Sigungen abgehalten werden, mit minder wichtigen Angelegenheiten; Arbeiterinnen werden als Mitglieder der Arbeiterausschüsse selten angetroffen".
Ueber Streiks und Aussperrungen sagt der Bericht unter anderem:" Die allgemeine Bauarbeiteraussperrung habe sich über 196 Betriebe mit 5427 Arbeitern erstrect."
Wie schon in früheren Jahren, so wird auch in dem diesjährigen Bericht die außerordentlich milde Bestrafung der Uebertretungen gesetzlicher Bestimmungen seitens der Unternehmer festgestellt. So wurde ein wegen ungesetzlicher Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern mit einer Geldstrafe von 40 M. bereits vorbestrafter Holzkistenfabrikant wegen gesezwidriger Beschäftigung von elf schulpflichtigen Kindern mit 3 M. Geldstrafe belegt. Ein Zigarrenfabrikant, der wiederholt schulpflichtige Kinder in seinem Betriebe beschäftigt und wegen dieses Vergehens schon vorbestraft war, erhielt wegen weiterer gesetzwidriger Beschäftigung von Kindern die geringe Strafe von 20 M. auferlegt. in drei Kalksteinbrüchen wurden vier Kinder mit Steinflopfen beschäftigt; die Betriebsinhaber erhielten eine Geldstrafe von je 5 M. Das sind nur einige Fälle, die wir herausgegriffen haben.
Ueber die wirtschaftliche& age der Arbeiter sind Erhebungen auf derselben Grundlage veranstaltet worden, die 1890 auch dem damaligen Fabrikinspektor Dr. Wörishoffer zu seiner Monographie über„ Die soziale Lage der Fabritarbeiter in Mann. heim" als Unterlage gedient haben. Im Jahre 1890 waren den Erhebungen 47 Fabriken zugrunde gelegt worden, die, soweit sie noch vorhanden waren, wieder mit einbezogen wurden. Die Zahl der von der Statistik erfaßten Arbeiter ist von 9231 auf 11 938 gestiegen. Brauchbare Unterlagen zur Bearbeitung wurden von 35 Betrieben geliefert.
Jedes Pfund Salz mit 6 Pf. Stener, Jedes Viertel Kaffee mit 10 Pf. Steuer, Jedes Viertel Tee mit 13 Pf. Steuer, Jedes Pfund Zuder mit 7 Bf. Steuer, Jedes Pfund Katao mit 10 Pf. Steuer, Jedes Pfund Gewürz mit 25 Pf. Steuer, Jedes Pack Streichhölzer mit 15 Pf. Steuer, Jedes Liter Petroleum mit 6 Pf. Steuer, Jedes Liter Bier mit 5 Pf. Steuer,
Jedes Achtel Branntwein mit 6 Pf. Steuer, Jedes Pfund Tabat mit 59 Pf. Steuer.
Das alles haben wir den Vertretern der bürgerlichen Parteien und vor allem den die Zoll- und Wucherpolitik verteidigenden Blättern aller Richtungen zu verdanken! Gebt die richtige Antwort darauf bei Wahlen und beim Quartals- und Monatswechsel!" Dazu schreibt das Hammersteinblatt:
„ Das find unwahre verheßende Behauptungen, die auf die Leser, deren einzige Informationsquelle derartige Preßorgane sind, im höchsten Maße aufreizend wirken müssen. Jedenfalls werden dieses so raffiniert zusammengestellte Hegmaterial auch andere fozialdemokratische Blätter ausgiebig vertverten, sowie die Agitatoren in Versammlungen und an den Arbeitsstätten.
Vor einer sachgemäßen Prüfung müssen diese unwahrheiten in Nichts zerrinnen. Jedes Viertelpfund Staffee soll nach sozial demokratischer Behauptung mit 10 Pf. belastet sein. In Wahrheit tommen aber nur 3% Pf. heraus. Nicht anders steht es mit dem Tee. Statt 13 Pf., wie unwahrerweise angegeben, beträgt die Steuerliche Belastung auf ein Biertelpfund nicht mehr als 9½ Pf. Auf 1 Liter Bier fommen auch nicht 5 Pf. an Steuern, sondern nur 12, höchstens 2, f. Auch das Pfund Tabak ist nicht mit 59, sondern nur mit 25 Pf. Steuer belastet. Das Tollste Teistet sich aber das Genossenblatt mit der Behauptung, beim Branntwein betrage die Belastung für jedes Achtel Liter 6 Pf. In Wahrheit ist es nur der dritte Teil, nämlich 2 Pf. Die falsche fozialdemokratische Angabe beruht darauf, daß einfach die Belastung für das Hektoliter reinen Alkohols derjenigen für Trinkbranntwein gleichgesezt ist, was wohl weniger aus Unfenntnis als zum Zwed absichtlicher Täuschung des Volkes geschehen ist. Der Trinkbrannt wein erhält nur etwa 33 Broz. Alkohol, ist also nur mit 15 bis 20 Bf. belastet, wonach im Höchstfalle, wie oben angegeben, 2 Pf. auf 18 Liter entfallen."
Brüfen wir nach:
Schulpflichtige Kinder. Die Zahl der beschäftigten Frauen hat im Verhältnis mehr zugenommen als die der Männer. Die Revisionstätigkeit der Beamten hat eine erfreuliche Erweiterung erfahren. Die Zahl der Gesamtrevisionen betrug 1907 5001, 1910 8901; in den revidierten Betrieben waren 1907 56,3 Broz. und 1910 57,6 Proz. der Gesamtarbeiterschaft beschäftigt. Der Zahl der beschäftigten Arbeiter nach steht obenan die Bigarrenindustrie. Es wurden beschäftigt 1907 39 085, 1908 40 997, 1909 40 088, 1910 39 683. Daß der Rückgang der Arbeiterzahl nach dem Inkrafttreten der erhöhten Tabaksteuer nicht noch größer ist, ist lediglich dem Umstande zuzuschreiben, daß zahlreiche norddeutsche Fabrikanten, namentlich aus Westfalen, wegen der billigen Arbeitslöhne in Baden dortselbst Filialbetriebe eröffnet haben. Nichtsdestoweniger ist die Zahl der beschäftigten Bigarrenarbeiter gegenüber 1908 um mehr als 1300 zurückgegangen. Im Bericht wird geschildert, wie die Bigarrenindustrie, trotz der Berteuerung der Rohmaterialien, durch Verwendung von Rippen als Zigarreneinlage die alte Preislage auch unter den neuen Steuerverhältnissen aufrechtzuerhalten versuchte. Vielfach greife man auch zu anderen Formen, was für die Arbeiter jedoch immer, wenn auch nur vorübergehend, einen Verdienst ausfall zur Folge habe, weil sie sich erst an die veränderte Arbeitsmethode gewöhnen müßten. Zu Anfang des Jahres Nach den auf dieser Grundlage getroffenen Feststellungen 1910 hat übrigens troß alledem große Arbeitslosigkeit ge- verteilte fich die Arbeiterschaft in diesen 35 Betrieben über Staffee 40 m., für gerösteten 60 m., der Schnapsblod erhöhte ihn 1. Kaffee: der Zoll betrug früher für den Doppelzentner rohen herrscht, so daß die Arbeitsräume zum Teil leer gestanden die Lohnstufen derart, daß in der niedersten Stufe mit einem auf 60 beziehungsweise 85 m. Folglich lastet auf einem Kilogramım haben;„ wochen- und selbst monatelange Schließung der Be- Wochenverdienst von weniger als 15 M. 40 Broz., in der gerösteten Kaffee ein Zoll von 80 Bf. Das ergibt nach Adam Riese triebe war feine Seltenheit". mittleren Lohnstufe mit einem Wochenlohn zwischen 15 und Einen kleinen Aufschwung hat die Maschinen- 24 m. 45 Broz. und in der obersten Stufe von mehr als auf das Viertel Pfund 10 Pf. Die 3 Pf. der Kreuzindustrie zu verzeichnen. Die Zahl der in ihr be- 24 M. 15 Proz. der Arbeiterschaft waren. Weniger als 15 M. 8eitung" sind erlogen. schäftigten Arbeiter stieg von 34 663 auf 37 639; damit ist verdienen heute nur noch 28 Proz., zwischen 15 und 24 M. 2. Tee: der Zoll war bisher 25 jetzt 100 m. Macht pro die Zahl von 39 045 vom Jahre 1907 jedoch noch nicht wieder 19 Broz, und über 24 M. 53 Proz. Das würde eine erhebliche Biertel Pfund 12%, Pf. Die 9% Pf. der Kreuz- Zeitung " sind ebenfalls erlogen.\ erreicht. Auch die Textilindustrie hat wie alle anderen Lohnsteigerung bedeuten, wenn durch die Verteuerung der Industrien eine geringe Steigerung ihrer Arbeiterziffer( fie Nahrungsmittel und sonstiger Bedarfsartikel nicht eine er fondern vom Malz erhoben. Legt man das reelle Maß des Malz3. Bier: die Steuer wird bekanntlich nicht vom fertigen Bier, stieg im letzten Jahre von 33 999 auf 34 347) zu verzeichnen. hebliche Geldentwertung eingetreten wäre. Um auch Die Revisionen haben, wie immer, zu zahlreichen Be- hier Vergleiche anstellen zu fönnen, sind ebenso wie vor berbrauchs, der zur Herstellung guten Bieres notwendig ist, zu anstandungen geführt. Das ist um so bezeichnender 20 Jahren Erhebungen bei 26 Arbeiterfamilien grunde, so betrug früher die Steuer im Brausteuergebiete 0,92 bis für den Widerstand, den das Unternehmertum den An- gemacht worden. Diese Arbeiterfamilien leben, so heißt es 1,95 m. für 100 Liter. Nach der Erhöhung durch den Schnapsblod ordnungen der Fabrikinspektion entgegenbringt, als es sich in dem diesjährigen Bericht, fast alle in geordneten Verhält- beträgt sie 2,72 bis 4,45 M. Das neue Gesez macht das Entstehen der errichteten neuen Betriebe ist sehr gering. Hierbei ist genaue Auskunft geben können und geben wollen. Aus den überall der höchste Steuersatz zum Ausdrud im Preise, sondern es immer um dieselben Betriebe handelt. Denn die Zahl nissen, was damit zusammenhängt, daß nur solche Familien neuer Brauereien unmöglich, die Konkurrenz ist ausgeschlossen, die Ringe der Brauer bestimmen den Preis. Ringe der Brauer bestimmen den Preis. Daher kommt nicht nur noch in Betracht zu ziehen, daß die Gesamtzahl der Betriebe veröffentlichten Tabellen zieht der Bearbeiter über die wirt- überall der höchste Steuersatz zum Ausdruck im Preise, sondern es feine Steigerung erfahren hat, sondern daß sie im Gegenteil schaftliche Lage dieser Familien nachstehende sehr beachtens- wird darüber hinaus noch das Bier verteuert. Daher dürften 5 Pf. zurückgegangen ist. Es wurden im Berichtsjahr nicht weniger werte Schlußfolgerung: Belastung pro Liter noch zu niedrig gerechnet sein. Die 1%, Pf. der als für 2273 Betriebe gegen 1795 im Vorjahr auf Antrag Kreuz- Zeitung " sind wiederum erlogen. der Fabrikinspektion Auflagen erlassen; die Zahl der AufIagen betrug 4267 gegen 3309 im Jahre vorher. Im einzelnen betrafen die Auflagen 1269 die Verhütung gesundheitsschädlicher Einflüsse, 981 die Verhütung von Unfällen und 2017 den Allgemeinschuß der Arbeiter.
Gesuch abgewiesen werden.
B
„ Ein Umstand fällt aber auch bei diesen( d. H. bei den in ordentlichen Verhältnissen lebenden) Familien auf: mit wenigen 4. Tabat: die Steuer auf inländischen Rohtabak beträgt 57 M. pro Ausnahmen kann sich die Familie nur dadurch halten, daß zu Doppelzentner( früher 45 M.). Dieses inländische Kraut ist jedoch der Einnahme des Mannes noch Nebeneinnahmen durch Mits ungenießbar. Es werden davon nur geringe Mengen dem ausarbeit von Frau und Kindern oder Barzuschüsse aus Erländischen Tabat beigemischt. Der Zoll auf fremden Rohtabak aber sparnissen oder aus anderen Hilfsquellen hinzukommen. 31,5 ist 85 M. pro Doppelzentner und 40 Proz. des Wertes. Prozent der Gesamteinnahmen fließen aus dem Erwerb von gemerkt: beides vom obtabat, also der Blätter samt Stengel WohlFrau und Kindern oder aus sonstigen Quellen."
ein beträchtlicher Teil des Gewichtes verloren. Daher kommt auf und Rippen. Wird der Rohtabat zu Rauchtabat verarbeitet, so geht einen Doppelzentner gebrauchsfertigen Rauchtabats ein bedeutend höherer Satz. Der Preis des ausländischen Robtabals geringer fanntlich im Großhandel sehr start). Der Zollzuschlag vom Werte höherer Saz. Der Preis des ausländischen Robtabaks geringer Sorten beträgt unverzollt ungefähr 100 M.( der Preis schwankt bes anntlich im Großhandel ſehr ſtart). Der Zollzuschlag vom Werte deutend mehr. Wenn also unser Bruderblatt mit einem Zoll von beträgt daher ungefähr 40 M., also der gesamte Zoll pro Doppelzentner Rohtabak 125 M., für den gebrauchsfertigen Rauchtabat be
Die Rheinische Gummi- und 3elluloid. fchen ergibt, daß die Ernährungsverhältnisse nicht besser ge 59 Pf. pro Pfund( 118 M. pro Doppelzentner) rechnet, so ist das
sind demnach wieder erlogen.
5. Branntwein: auf dem Heftoliter reinen Alkohols lasten
Die Einführung der zehn stündigen Arbeits, zeit für Arbeiterinnen mit dem 1. Januar 1910 Bor 20 Jahren konnte Wörishoffer noch schreiben:" Die scheint nach dem Bericht feine besonderen Schwierigkeiten ge- Frau arbeitet fast niemals in der Fabrik mit und ist nur ganz macht zu haben. Nur in der Zigarrenindustrie und den ausnahmsweise in der Lage, zur Erhöhung der Einnahmen Die Ziegeleibefizer im Amtsbezirk Schwetzingen hatten die Frauen regelmäßig erwerbstätig und verdienen 21,5 Bro3. Biegeleibetrieben ist es zu erheblichen Differenzen gekommen. beizutragen." Jekt find in 14 von den erfaßten 26 Fällen ſogar beantragt, die Frauen auch 11 Stunden beschäftigen zu von dem Einkommen ihrer Männer und 15,1 Proz. des Gebrauchten als die Männer. Selbstverständlich mußte das aufgeführten Haushaltungsbudgets mit den Wörishoffer dürfen, damit dieselben nicht früher nach Hause zu gehen ſamteinkommens ihrer Familie. Ein Vergleich der einzeln für die erhöhten fabrik in Mannheim hat ihren Arbeiterausschuß um Nahrungsmittelpreise und Wohnungsmieten fast restlos auf- ficher noch zu niedrig. Die 25 f. der Kreuz- Zeitung " Aeußerung über die Notwendigkeit des zehnstündigen Arbeits- gehen. Auch diese Erhebungen zeigen wie der ganze Bericht, tages für Frauen ersucht. Dieser hat in seinem Gutachten wie außerordentlich viel noch zu tun ist, ehe die Arbeiterschaft den Standpunkt vertreten, daß der frühere Arbeitsschluß an einen nennenswerten Anteil an den Kulturgütern sich erden Sonnabenden nur für die verheirateten Frauen not- obert hat. wendig sei, während fein durchschlagender Grund bestehe, die unverheirateten Arbeiterinnen früher von der Arbeit zu entbinden als die männlichen Arbeiter. Dieser Beschluß des Arbeiterausschusses sieht sehr nach bestellter Arbeit aus, jedenfalls ist er der Fabrikleitung so erwünscht gekommen, daß sie glaubte, ihn in ihrem Sinne ausschlachten zu können. Kein Wunder, wenn es in dem Bericht an anderer Stelle über die Arbeiterausschüsse heißt, daß dieselben in den In dustriezentren an Bedeutung abnehmen: Die Arbeiter haben mit oder ohne Grund oft den Gedanken, daß ein persönliches Anbringen und Erörtern von Beschwerden ihnen beim Arbeit
Schnapsblocklügen.
Den Parteien des Schnapsblods wird himmelangst vor den Wahlen. Diese Angst zeitigte den schönen Plan, die Organe der Regierung zum Umlügen des Fiaskos der Finanzreform in einen Erfolg zu mißbrauchen. Das klägliche Elaborat irgend eines streb samen Referendars, das neulich durch die Presse ging, erivies sich indessen als gänzlich untauglich. Deshalb sieht sich die Schnaps blockpresse zu dem Versuche gezwungen, die Steuerfeststellungen der
125 M. Berbrauchsabgabe und 14 M. Betriebsauflage, zusammen 189 M. Der Alkoholgehalt im Trinkbranntwein schwankt zwischen 40-60 Broz. Folglich lastet auf dem Liter Trinkbranntwein eine Steuer von 55,6-83,4 Pf. Wenn unser Bruderblatt somit eine Steuer von 48 Bf. rechnet, so ist auch das zu niedrig. Die„ Kreuz Zeitung " spricht von 38 Proz. Sie denkt dabei offenbar an die guten alten Zeiten", wo der gnädige Herr" durch den Schank juden auf seinen Gütern den Fusel verzapfen ließ. Damals wurden diesem Fusel, um ihn stärker" erscheinen zu lassen,„ Tropfen" beis gemischt, nämlich Tropfen Schwefelsäure oder Aezzfalflange. Auch heute ist diese Giftmischerei noch im Schwange, aber lange nicht mehr in dem Maße, daher ist es im allgemeinen mit den 331 Proz nichts mehr. Aber selbst wenn man so rechnet, tommen auf das