Nr. 300.
28. Jahrg.
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Krieg und Kriegsgreuel.
Sonnabend, den 23. Dezember 1911.
währt! Der russisch - japanische Krieg, in dem die große Schlacht bei Liaujang ja volle zehn Tage währte, hat das hinlänglich bewiesen. Die endlosen Strapazen und Schrecknisse solch mehr-, ja bieltägiger Schlachten aber bringen die entfeßlichsten Erschütterungen des Nervensystems hervor. Der Bei der bevorstehenden Reichstagswahl handelt es sich russische Soldat ist ja befannt wegen feines Stoizismus und auch um die Entscheidung darüber, ob das wahnsinnige feiner unverwüstlichen Nerven; aber den Schrecknissen moWettrüsten der Nationen in demselben berner Schlachten hat das Nervensystem selbst dieses Menschen Tempo weitergeben soll wie bisher. Unsere materials nicht zu widerstehen vermocht: zahllose russische Hurrapatrioten behaupten ja, daß diese Kriegsrüstungen not- Soldaten sind dem Irrsinn verfallen!
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Agrarische Wahllügen.
II.
zeug" in echt reichsverbändlerischer Manier darin, daß die Aus Den Nußen" bon Seer und Flotte sieht das Rüst gaben fürs Heer in der Hauptsache auf diesem oder jenem Wege wieder zu den Steuer zahlern zurüdtehren". Tatgaben fürs Heer in der Hauptsache, auf diesem oder jenem Wege sächlich werden die mit dem Gelde der Steuerzahler erworbenen
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wendig seien, um den Frieden zu erhalten. In Wirklichkeit Aber noch eine furchtbare Begleiterscheinung bringen Güter aber nicht den Steuerzahlern felbst zugeführt, sondern aber erzeugt das unausgesetzte Wettrüsten nur eine immer diese modernen Dauerschlachten mit sich. Die den Verden Militärpflichtigen, bie während ihrer Dienstzeit ungrößere Erbitterung zwischen den Nationen, die schließlich wundeten zu gewährende ärztliche Hilfe wird da- produktiv sind. Unproduktive. Leute werden von den mit Naturnotwendigkeit zur Entladung fommen muß. Die durch zum großen Teil total unmöglich. Schon während des Steuerzahlern erhalten, die selbst keinen Vorteil haben. Lojung lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken deutsch - französischen Krieges blieben, trozdem die deutsche Tenn anders müßte ja mit der. 8 unahme von Steuern und Ausohne Ende" muß früher oder später zu einer furchtbaren Heeresverwaltung die denkbar größten Vorkehrungen ge- ahler steigen! Aber gerade das Gegenteil ist der Fall! gaben für Heereszwede die Wohlhabenheit der SteuerExplosion führen. Dazu kommt aber, daß das Wort von troffen hatte und über ein gewaltiges Aerzte- und Lazarett- Durch die Steuern für die unproduktiven Heeresgwede werden den der Friedensgarantie durch eine starke Heeresmacht und eine gehilfenpersonal verfügte, zahllose Verwundete starke Flotte im Grunde nichts ist als e lendeste Heuchetagelang ohne jeden Beistand. Auf Tausende Steuerzahlern Summen entzogen, die sie zu eigenem Gebrauch lei. Das hat ja das deutsche Volk in den letzten Monaten von Verlegten fam zeitweilig ein Arzt. Viele Schwerver- tönnten. Die- sagen wir 100 m, die man nicht zu Militärausverwenden während der Maroffoheze so erschreckend deutlich erfahren wundeten konnten erst nach zwei, drei ja sechs Tagen der gaben erhöbe, würden ja nicht in der Tasche der Steuerzahler unmüssen. Mit schamloſeſter Ungeniertheit warfen unsere deut. Pflege teilhaftig werden. Wenn das damals, wo doch der produktiv steden bleiben, sondern gerade zur Befriedigung not schen Chauvinisten immer wieder die Frage auf: Wozu Schauplatz der Schlachten ein verhältnismäßig eng um- wendiger und höherer Lebensbedürfnisse verwandt werden. Durch haben wir denn eine so starke Flotte und ein so gewaltiges Kriegsheer, wenn wir nicht einmal von diesen Machtmitteln grenzter war, schon der Fall war, wie wird es da in den die Militärpflicht werden also nicht nur tüchtige Kräfte der ProGebrauch machen wollen? Dabei handelte es sich nicht Bukunftsschlachten möglich sein, den mit zer buktion entzogen, sondern auch noch die aufgebrachten Gelder vers ettva um Lebensinteressen der deutschen Nation, nicht einmal schmetterten Gliedmaßen über ein Terrain von geudet. Nuk und Frommen der Militärausgaben bestehen also um einen Angriff auf die sogenannte„ Ehre" des deutschen Quadratmeilen zerstreut umher liegenden Verlegten recht in zweifacher Schädigung der produktiver Kräfte. Bolkes, sondern um einen ganz gleichgültigen und bedeutungs- Billrot hat ja vorausgesagt, daß es im Zukunftsfriege an Seer eine gute und notwendige Erziehungsschule für das Hilfe zu bringen! Schon der berühmte Chirurg Noch verlogener ist der Vorwand des Rüstzeuges"," daß das losen Kolonialerwerb! Wäre es nach den Soldschreibern unserer Prozentpatrioten gegangen, so würden wir eines einer halbwegs ausreichenden Pflege für die Verwundeten Bolt ist". Wie gut diese Schule ausfällt, zeigen am besten die Fezens Maroffo wegen in einen Krieg mit Eng mangeln werde. Man müßte über Hunderttausende und vielen infolge von Mighandlungen verstümmelten und verfrüppelten land und Frankreich zugleich gestürzt worden sein. Und Millionen von Krankenpflegern verfügen, um den in entsetz- Soldaten, beweist die für jeden Kulturmenschen unerträgliche geistige gerade das Bewußtsein unserer starten Kriegsrüstung gab ja lichen Leiden sich Windenden Hilfe bringen zu können! Tortur der Dienstjahre. Die Notwendigkeit aber der miliden Prozentpartrioten den frechen Mut zu dieser infamen Dazu kommt, daß jeder Krieg auch schwere Epidemien tärischen Erziehung" sollte sich doch bei der anerkannten Güte Kriegshebe, zu ihrem rücksichtslosen Drängen zum Drein- zur Folge hat. Se mehr aber die Soldaten Strapazen und des preußisch- deutschen religiösen und nationalen Volksschuldrills schlagen. So offenbarte sich mit aller Deutlichkeit, daß eine Entbehrungen unterworfen sind und die Verpflegungs- erübrigen. Oder sie wäre ein Eingeständnis der Mangelhaftigkeit Starte Kriegsmacht keine Friedensgarantie, sondern im befchaffung für die Riefenarmeen der Zukunftsheere wird ja unserer staatlichen„ Volksschulbildung". Die witblatt- notorische UnGegenteil den stärksten Anreiz zu frivolen Kriegsabenteuern die unbesiegbarsten Schwierigkeiten bieten desto leichter wissenheit der militärischen„ Erzieher" kann aber nichts weniger bildet! fönnen ansteckende Krankheiten entstehen, desto zahlreichere als ein Ersatz für die Mängel der ersten Schuljahre sein! Dem Volke fann deshalb nicht eindringlich genug zum Opfer werden fie fordern. Denn was helfen alle Fortschritte Agrarischer und proletarischer Boykott. Bewußtsein gebracht werden, welch unsägliche Greuel solch ein der medizinischen Wissenschaften, alle Kenntnisse über das Weltkrieg über die beteiligten Nationen bringen müßte. Bebel Wesen von Krankheiten, wenn die Mittel zur Vorbeugung bösen Sozialdemokratie und sie tatsächlich selbst begehen und als Den Wählern angst machen vor angeblichen Schauertaten der bat ja bereits auf dem Jenaer Parteitag mit padender Be- und Bekämpfung der Seuchen fehlen! redsamkeit die furchtbaren wirtschaftlichen Schäden ge- Grauenhaft wird namentlich auch der Festungskrieg eigene Maßnahmen vertreten gehört nun einmal zu agrarischer schildert, die ein Krieg über alle betroffenen Völker bringen werden, wie ja die Belagerung von Port Arthur bewiesen die Kühnheit, zu erklären, der Bund der Landwirte„ berurteile vornehmheit und konservativer Grabheit. So hat das„ Rüstzeug" muß. Aber es handelt sich nicht nur um materielle hat, die an Scheußlichkeiten alles bisher in der Kriegs- grundsäßlich und entschieden" den Boykott. Das Wort allein Schäden, um die schwerste Erschütterung unseres ganzen geschichte Bekannte überbot. Nicht minder furchtbar würde Wirtschaftslebens, um die Bedrohung der Existenz fich ein Seefrieg gestalten. Auf meilenweite Entfernungen soll den Wählern ein Grausen einjagen. Aber nur wenige Zeilen von Millionen und Abermillionen, sondern auch um die furcht vermögen ja jetzt die Kriegsschiffe einander durch ihre bahinter wird davor gewarnt, den Begriff des Boykotts zu weit baren physischen Verheerungen, die ein Krieg unter dem Riesengeschüße mit einem Hagel von Eisen und Explosiv. zu fassen. Wenn jemand die Geschäftsleute, die Zeitungen Bolf in Waffen anrichten würde, das zu Lande oder zu Wasser stoffen zu überschütten, daß diese schwimmenden Eisen- und lieber mit ihnen geschäftliche Beziehungen usw., die ihm politisch nahe stehen, unterstüt f Leben und Gesundheit in die Schanze schlagen müßte. Und fasernen bald in eine wahre Hölle verwandelt werden. Und unterhält als mit Gegnern, die ihn vielleicht gehässig es handelt sich darüber hinaus nicht nur um die ungeheuer- ein einziges gut dirigiertes Torpedo, eine einzige Unterjee befämpfen, so ist das kein Boykott, sondern jeder. lichen Verluste an Menschenmaterial, sondern auch um iene mine vermag binnen faum einer Minute solch ein Riesen- manns gutes Recht und vielleicht sogar Pflicht". Verrohung und Verwilderung, die jeder Krieg fchiff mit 1000 Mann Besatzung in den Abgrund zu verunausbleiblich mit sich bringt. Denn es ist ja eine lächerliche fenken! Und nicht genug mit solchen Schrecknissen, wird man dem erlaubten und sogar pflichtgemäßen Meiden von Ge Nun fage uns doch das Rüstzeug", welcher Unterschied zwischen Fabel, daß durch die schauerliche Blutarbeit eines Krieges fünftig auch aus den Lüften Tod und Verderben über schäftsleuten und dem vielgeschmähten Boykott besteht, zu dessen die edelsten Eigenschaften" der Menschheit geweckt wür die Landtruppen, über Festungen und Schiffe herabsenden. Unterdrüdung sogar nach Geseken geschrien wird! Es den! Die Folge so grauenhafter Eindrücke, wie sie der Krieg Es kann feinem Zweifel unterliegen, daß das Abwerfen von scheint kein anderer Gegensatz zu bestehen, als der, daß straftwürdigen hervorbringt, ist vielmehr eine Abstumpfung aller höheren Bomben und vielleicht noch teuflerischeren Vernichtungsmitteln Boykott nur Sozialdemokraten begehen können, daß aber fittlichen Eigenschaften des Menschen und eine Entfesselung ein Problem ist, das schon in der nächsten Zeit gelöst werden für den Bund der Landwirte die gleiche Tat Recht und sogar jener atavistischen Instinkte, die durch die Arbeit der Zivili- wird. Schon hat ja ein amerikanischer Offizier eine Biel - Ehrenpflicht sei. fation erst mühsam gebändigt worden sind. Das ist von allen einrichtung erfunden, durch die alle bisher noch vorhandenen Kriegsteilnehmern zugestanden worden, die wirklich in die Treffschwierigkeiten für selbst im raschesten Fluge aus der Psychologie des Krieges eingedrungen sind. So hat eo Quft herabgeschleuderte Mordwerkzeuge beseitigt werden Tolstoi, der nicht nur als Soldat den Krieg miterlebte, dürften. So wird der Zukunftsfrieg Greuel bringen, wie sie sondern auch als sittlich empfindender Mensch und Seelen- sich früher selbst die satanischste Phantasie nicht auszumalen fenner, in seinen grandiosen Kriegsschilderungen sowohl als vermochte! Die Entwickelung der Reichsfinanzen zeigt, wie dem in seinen ethischen Schriften die Bestialitäten des Krieges Solche Bestialitäten aber sollen über die Menschheit geMoloch Militarismus geopfert und die Last vorin erschütterndster und abschreckendster Weise gegeißelt. Wenn Berufssoldaten das nicht zugeben wollen, so beweist bracht werden, wenn es einem skrupellosen herrschenden wiegend durch indirekte Steuern aus der Tasche des Berufssoldaten das nicht zugeben wollen, so beweist Klüngel gefällt, seinen chauvinistischen Uebermut auszurasen! nahmen und Ausgaben des Jahres 1875 und die Etatsansäpe das nichts als den Mangel an sittlicher Ehrlichkeit oder besten Klüngel gefällt, seinen chauvinistischen Uebermut auszurasen! armen Volkes aufgebracht wird. Wir stellen hier die EinWelcher Frivolität gewisse einflußreiche einflußreiche Schichten falls wirklicher Beobachtungsgabe. Aber unsere Herrschenden, in deren Interesse der Krieg liegt, dürfen ja unserer herrschenden Klassen fähig sind, hat ja die toll- für 1912 in Vergleich. Die Summen verstehen sich in natürlich die ganze Furchtbarkeit und Unſittlichkeit des Und der Kriegsfuror und die Abenteurerluft. Die bisher nur ia bäuslerische Kriegsheße der allerlegten Beit bewiesen! Massenmords nicht zugeben, weil es ihnen sonst nicht mehr kleinen@chichten des deutschen Volkes innewohnte, soll jetzt Bölle und Verbrauchssteuern.. Fortdauernde Einnahmen gelänge, die Nassen zur Schlachtbank zu führen. Daß ein fünftiger Krieg zwischen Millionenpar- gar durch eine chauvinistische Jugendvergiftung auch den Stempelabgaben, Verkehrssteuern, teien alle bisherigen Kriegsgrenel weit überbieten wird, kann Massen des Volfes eingeimpft werden! Da ist es allerhöchste Grundstücks- und Zuwachssteuern tein Einsichtiger und Ehrlicher bestreiten. Nicht umsonst hat Beit, daß solchem Treiben von den Massen des fried. Erbschaftssteuer ja unsere fapitalistische Kultur unaufhörlich an der Verbesse- liebenden und ernster Kulturarbeit ergebenen Post- und Telegraphenverwaltung rung der Mordwerkzeuge gearbeitet. Durch Herstellung un- Boltes mit wuchtigstem Nachdruck entgegengetreten wird! Neichsdruckerei. glaublich weittragender Gewehre und Geschüße ist es ia jest Die Gelegenheit zum nachdrücklichsten Proteft gegen Eisenbahnverwaltung möglich; geworden, Tod und Verderben kilometer-, ia meilen- den Chauvinismus, gegen das Wettristen, gegen die Kriegs- Diverse Verwaltungseinnahmen. weit dem Gegner entgegenzuschleudern. Und die furchtbare treibereien ist aber gegeben am 12. Januar bei der Reichs- Reichsinvalidenfonds Durchschlagskraft der modernen kleinkalibrigen Gewehre ruft tagswahl! Münzwesen. sowohl auf nahe als auf weite Entfernungen die furchtbarsten Möge sich die proletarische Wählerschaft, die bei Ueberschüsse aus früheren Jahren. Verlegungen hervor: die grauenhaftesten Knochenzersplitte- einem Weltfriege ja die schwersten Opfer an Gut und Blut Matritularbeiträge rungen, die Bersprengung der Gefäße, furz die schauerlichsten bringen müßte, der historischen Bedeutung der diesmaligen Summe der fortdauernden EinWunden. Dabei ist infolge der durch die Entwickelung der Wahl voll bewußt sein! Möge sie dafür sorgen, daß nicht Waffentechnik bedingten Auseinanderziehung der Truppen nur den lauten Kriegsschreiern eine vernichtende Niederlage teile eine Ausdehnung der Schlachtfelder über bereitet wird, sondern auch all den Parteien, deren feige ungeheure Streden notwendig geworden. Diese Aus- und schwankende Haltung, deren m angelnde Widerdehnung der Kampfeslinie aber hat es mit sich gebracht, daß standskraft gegen die Politik des Wettrüstens und der nicht mehr wie früher die Entscheidungen des Schlachten- weltpolitischen Abenteuer den Hezpatrioten das verruchte geschids in wenigen Stunden zu erfolgen vermögen, sondern Handwerk erleichtert!
daß das Morden ununterbrochen mehrere Tage und Nächte
1000 Mart.
Des Reiches Herrlichkeit!
nahmen.
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575 546,0 42 000,0 781 381,0
1875
1912
246 612,6 6 105,6 5443.9
1 011 121,1
11 788,0
8 959,1 2 255,0
138 780,0
72 333,5
26 381,3
9 052,0
11 964,3
68 699,5
51,940,8
385 743,3
2 684 890,4
9
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Außerordentliche Einnahmen für 1875 aus der französischen Kriegskostenentschädigung rund 186 Min. Mart Summe der Einnahmen Fehlbetrag.
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0
B
185 782,6 571 525,9
90 714,7 2775 605,1
62 922.2
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9
43 758,4
634 448,1
9
2 819 363,5
Summe der Gesamteinnahmen