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Nr. 17a.

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Ericheint täglich außer Montags.

Extra- Ausgabe.

Vorwärts

Berliner Volksblaff.

29. Jahrg.

Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel­zeile oder deren Raum 60 Bfg., fitr politische und gewerkschaftliche Bereins­und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch­staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet.

Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin".

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1983.

Wähler Berlins !

Montag, den 22. Januar 1912.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Mr. 1984.

Noch unhaltbarer womöglich ist der Vorwurf wegen

Fortichrittler und Blaufchwarzen& Bei der Hauptwahl erhielten der National­

11 620, der Sozialdemokrat 3172, zusammen 14 792 Stimmen gegen 14 523 Stimmen des Zentrums. Bei der In ihrer Sonntagsnummer entrüstet sich die Freis. 8tg." Stichwahl erhielt das Zentrum 15 368, der Nationalliberale noch sehr über die Behauptung der Demokraten im ersten 15 068. Dieser hat also die sozialdemokratischen Stimmen Berliner Wahlkreise, daß die Fortschrittliche Volkspartei , auch rest I os befommen. diesmal den blau schwarzen Block unterstüße. Habe doch Damit vergleiche man die vielen Tausende von die fortschrittliche Parteileitung die Parole ausgegeben: fortschrittlichen Stimmen, die der Sozialdemokratie eine Stimme für den blau schwarzen Block! Beider entzogen blieben! Vergleiche man die Ergebnisse, die zur haben die Demokraten recht behalten. Das beweist das Wahl eines Dietrich, eines Liebert, eines Arendt geführt traurige Faktum, daß die Wählerschaft fortschrittlicher Standidaten haben! Wie schrieb doch die" Vossische Zeitung" am Sonn­gleich bei den ersten 77 Stichwahlen nicht weniger als abend? Nicht Schäflein, sondern Schafe müßten die Liberalen 16 Wahlkeise dem blau schwarzen Block gerettet haben. sein, die auch nur einem einzigen schwarzblauen Kandidaten zum Sieg über einen Sozialdemokraten verhelfen." So hat denn der erste Stichwahltag bewiesen, daß die Sozialdemokratie ihre Aufgaben im Kampf gegen den schwarzblauen Block glänzend gelöst hat und sie wird auch an den beiden anderen Wahltagen alles daransezen, um der tonservativ- klerikalen Reaktion den Todesstoß zu geben. Von den Fortschrittlern aber fann selbst ihre eigene Presse das Gleiche nicht behaupten.

Eine wichtige Entscheidung soll heute in Berlin I fallen. Es soll sich entscheiden, ob diese mächtige Stadt der Arbeit noch länger einen Repräsentanten des Kapitals unter ihre Vertreter zählen will. Für Herrn Kaempf streitet alles, was auf den Höhen der Klassen­gesellschaft steht, alles, was an der Erhaltung der Ungleichheit und Unfreiheit interessiert ist. Für Herrn Kaempf wird der Reichskanzler mit den Ministern stimmen, für seinen Sieg wird das 1. West- Briegniz Kapital alle seine gewaltige Macht aufbieten.

Wir aber fordern Euch auf zu stimmen für den Vertreter der Arbeit, für den Kandidater der Sozialdemokratie,

für Wilhelm Düwell.

Die folgende Tabelle beweist es:

2. Ruppin- Templin

8. Bauch- Belzig

4. Rönigsberg i. n..

7 992 5 915 18907

5. Üdermünde- Usedom 8 928 4964

7. Landeshut - Jauer.

13 892

7 804 6 052 13 356 6814 6 104 12918

Rp. 11 099

Rp. 9 722( gew.) Goz. 7191

Stons. 13 807( get.) Goz. 10 696

Als Belohnung für die tapfere Haltung der Fort­schrittspartei" verlangt die liberale Presse die Wahl von Saempf. Wir hoffen, die Wähler von Berlin I werden an dieses Wort denten und heute abend wird es heißen können: Düwell gewählt, der Freisinn Konf. 10 482( gew.) hat seinen Lohn dahin! Soz. 7 312

Rp. 16 861( geto.) Soz. 16 605

Stoni. 12 577( get.) Das Ergebnis der Hauptwahlen und der Stichwahlen vom 20. Januar.

Soz. 10 364

Soz. 8 318

Soz. Vp.

Blau Schwarz

Stichwahl

5 068 4 399 9467

Rp. 7477

Kons.

10 634

13 867 9 225

22 592

5 429 4040 9469

Kons.

8 850

Wildlib.

Sons.

8 381

Kons.

Konf. 10 385( gew.)

6 347

In der

Wild

Wild 12 356( gew.)

Haupt

8 322

Goz. 8 658

wahl

Bisher Gewinn Berlust Gegen­in der Stich

Noch an

wahl

gewählt

6 550 5 180 11 730

gewählt

wahl

in der wärtige in der Stich Stich Partei­wahl starte

Frühere

Stich

Partei stärke

wahlen

beteiligt

Rp.

10 688

Rp. 18 217( gew.) Goz. 8 451

Sozialdemokraten 64

8

8

5

72

53

75

13 445 6042 19 487

Np. 15 338

Rp. 18 489( gew.). Fortschrittl.Volks­Soz. 16 253 partei.

0

21 114

8tr. 17 265

Welfe Welfe 23 800( get.) Nationalliberale 20 591 Soz. 20 006 u. Bauernbund Wild Bentrum Konservative. Reichspartei

4

21

11

6

25

51

86

81

7

2

5

88 103

14

26

10

4

6

36

59

27

5

6

0

1

11

25

12

11 217 4 581 15 748

10 389

Stoni. 18 328( getp.) Soz. 12 840

Antisemiten und Wirtsch. Vgg.

3

6

0

3

9

21

B

14. Baugen- Kamenz

11 412 7889

Antis.

19 301

13 354

6 151 6 140 12 291

Kons. 7063

Antif. 17 431( gew.) Welfen Soz. 15 094 Polen Konf. 9 223( gew.) Dänen Goz. 8 395

0

2

2

1

1

.

14

14

20

11

1

1

1

-

.

5 579 4 955 10 534

Kons.

7 084

Kons. 8499( gew.) Goz. 7 508

Elsaß- Lothringer

6

-

6

Wilde

1

1

-

2

6

.

Ihr sollt ihn wählen, weil er der Partei ange­hört, die unablässig an der Hebung der Arbeiter- 6. Sagan- Sprottau flasse arbeitet, arbeiten muß. Ist sie doch nichts anderes als die zum Bewußtsein ihrer historischen Sendung, zum Bewußtsein ihrer Macht erwachte arbeitende Klasse selbst. Sie braucht diese Ver­tretung im Reichstag, sie braucht jeden Mann, jedes Stückchen politischer Macht, um in unauf­haltsamem und ununterbrochenem Aufstieg zu den Höhen der Kultur zu gelangen, den ihr die 11. Bielefeld . Klassengesellschaft versperrt.

8. Rotenbg.- Hoyersw. 9. Mansfeld

10. Harburg - Rotenbg. 19 213 4880

Die Arbeitenden brauchen die Wahl ihrer 12. Augsburg Kandidaten, um umso kräftiger fräftiger eintreten zu fönnen 13. Dichazz- Grimma

für die Ausgestaltung der Sozialpolitik, die den Arbeitern und Angestellten ihr hartes Dasein erleichtert.

Sie brauchen diese Wahl, um mit verstärkter Wirksamkeit die politischen Reformen er­tämpfen zu können, das

Wir fordern Euch, Wähler, auf

15. Hagenow - Grevesm

16. Güstrow.

"

24 093

17 287 4 825 22 112 10 898 8410 19 308

Konf.

Wild 23 592( gew.) Goz. 19 624

8tr. 18 839( gew.) Soz. 18 816

"

.

17

17

8

1

[

Οι

17

49

17

23

49

73

20

8

Die kommende Heeresvorlage.

86

36

-

Die kommende Heeresvorlage steht nach einer Mitteilung

Wir haben bei dieser Gegenüberstellung die Stimmen des gute Werk der Demokratisierung Deutschlands Zentrums oder einer anderen blauſchwarzen Partei, die dem fiegenden Schnapsblock Kandidaten bei der Stichwahl zuge­zu vollbringen, den arbeitenden Massen ihr fallen sein dürften, bereits mit in Anrechnung gebracht, bolles politisches Selbstbestimmungs- so daß unsere Aufstellung dem Freifinn in feiner Weise unrecht der Zäg 1. Rundschau" in ihren Grundzügen fest. Sie recht zu erringen. tut. Unsere Zahlen beweisen gerade deshalb um so schlagender, daß die fortschrittlichen Wähler im Kampf gegen die Reaktion enthält nach den Angaben genannter Zeitung die schon in der ihren Mann nicht gestanden haben. Presse besprochene Aufstellung zweier neuer Armee­Das wird auch von der liberalen Bresse fonstatiert. korps, die mit den beiden überzähligen Divisionen gebildet So schreibt das Berliner Tageblatt": werden sollen, die Aufstellung der noch fehlenden tiden Boltsparteiler der Sozialbemofratie nicht überall, gewehrkompagnie für jedes Infanterieregiment, die Vermehrung Es darf nicht verschwiegen werden, daß die Fortschritt. britten Bataillone, die Schaffung einer Maschinen­und besonders nicht in der Mark Brandenburg, die not­der Kavallerie, die Erhöhung des Pferdebestandes der Artillerie wendige und gebotene Unterstützung geliehen, und es ist be- und die Verstärkung der leichten und schweren Feldhaubihen schämend, fonstatieren zu müssen, daß in Westprieanis die u. a. m. Die Diehrerfordernisse der neuen Heeresvorlage be­fortschrittlichen Wähler des Herrn Tubenthal und in Ruppin8iffern sich auf 50 millionen Mart. Dazu kommen Templin die Wähler des Herrn Leffing zu einem großen Teil noch die Kosten der neuen Marinevorlage, die auf 25 Milli­pflichtvergessen den Konservativen zu Hilfe geeilt sind. onen zu beziffern sind, so daß eine Gesamterhöhung der 1800 Millionen Mart ) durch die neuen Heeresvorlagen in der laufenden Ausgaben für Heer und Marine( für 1912 rund Höhe non( vorläufig) 75 Millionen Mart in Frage tommt.

für den Sozialdemokraten zu stimmen, dem einzig zuverlässigen Stämpfer für Eure Rechte! Denkt an den Jubel, der die arbeitenden und freiheitsliebenden Massen dieses Reiches erfüllen wird, wenn es am Abend heißen wird können:

Berlin ift in Wahrheit die Hauptstadt der um die freiheit ringenden Arbeit geworden.

Deshalb eilt alle heute zur Urne, den letzten entscheidenden Sturm zu unternehmen. Alle Mann

zur Wahl!

Alle Stimmen dem Sozialdemokraten!

Wenn aber das Berl. Tagebl. behauptet, daß auch die Sozialdemokratie nicht überall der Parole gefolgt sei, denn sonst härte St onstanz und Labiau Wehlau von den Liberalen gewonnen werden müssen, so zeigen die Zahlen, daß hatte bei der Hauptwahl der Konservative 8356, der Fort­diese Behauptung durchaus irrig ist. In Labiau - Wehlau

schrittler 5850, der Sozialdemokrat 2961 Stimmen. Es standen also 8811 Stimmen gegen den Schwarzblauen. Bei der Stichwahl erhielt der Konservative 8605, der Fortschrittler 8510. Es sind also 801 Stimmen abgesplittert. Das erklärt sich ohne weiteres aus dem unerhörten Terrorismus, den die Konservativen angewandt haben, um ihre endgültige Nieder­lage zu berhüten. Und es ist gar nicht gefagt, ob unter diesen 300 Eingeschüchterten nicht weit mehr Fortschrittler als Sozialdemokraten waren.

Ueber die Kaffendeckung wird in der Mitteilung der Täglichen Rundschau" gesagt: Es steht nun fest, daß dem Bundesrate eine Vorlage über die Ausdehnung der Erbschaftssteuer zu­gehen wird, die in ihren Grundzügen mit der Erbschaftssteuer­borlage der legten Reichsfinanzreform übereinstimmt. Der Ertrag der Erbschaftssteuervorlage wird auf 55 000 000 Mart geschäßt. Es bliebe also noch die Deckung weiterer 20 000 000 Mart übrig. Die Meinungen der maßgebenden Stellen, wie diese Deckung gefunden werden soll, ist vorerst geteilt. Das Reichsichatz­amt will die verbleibenden 20 000 000 Mark durch eine oder mehrere der Steuervorlagen deden, die der Deffentlichkeit schon von den Steuerplänen der Regierung aus den letzten Jahren bekannt sind. Ein anderer Plan geht darin, die restlichen