Nr. 91. of o
aid of notalou
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für
29. Jahrg.
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Telegramm- Abreffe: ,, Sozialdemokrat Berlin".
Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 1983.
Freitag, den 19. April 1912.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt Moritplah, Nr. 1984.
Arbeiter! Gestaltet die Maifeier zu einem mächtigen Protest gegen das Wettrüsten zu Wasser und zu Lande!
Aus den Jahresberichten der preußischen arbeitsräumen ausgeführt werden müssen. Wenn auch die Gewerbeaufiichtsbeamten für 1911.
Strankenkassenstatistik nur mit Vorsicht zum Vergleich heran. gezogen werden kann, so ist es doch kaum einem Zufall zu zuschreiben, daß gerade die Fabrik, welche die mangelhaftesten
In dem soeben erschienenen lebten dieser Jahresberichte sind Einrichtungen zur Staubbeseitigung besißt, in der Nachweisung folgende Gegenstände eingehender behandelt worden:
1. Umfang der Nachtarbeit;
2. Mitgabe von Arbeit nach Hause;
3. Die Lohnzahlung an Minderjährige;
auch weitaus am ungünstigsten abschneidet." Dasselbe gilt von den Stellen mit regelmäßig sehr starker Hibe. Die an den Diebeschen Oefen beschäftigten Leute müssen während der alle drei Stunden stattfindenden Arbeit des Ziehens nahe am Ofen arbeiten und schützen. Besondere Ankleideräume hat von den 4 Zementfabriken nur eine.
4. Die Sorge für das Entweichen der Arbeiter bei Feuers. können sich dabei vor der strahlenden Hize des Ofeninhalts nicht ausbruch;
5. Die Gefundheitsverhältnisse in den Zementfabriken; 6. Wie ist für die Befriedigung des Lesebedürfnisses der gewerblichen Arbeiter gesorgt?
Bor etwa einem Jahre veröffentlichten die Londoner Buchdrucker während ihres Streits eine täglich erscheinende Zeitung, den, Daily Herald"( Der tägliche Herold"). Als das Blatt am Ende des Ausstandes sein Erscheinen einstelite, verficherte die Redaktion ihren Lesern, daß der„ Daily Herald" bald wieder als Arbeitertagblatt erscheinen werde. Manch einer Zu dem starken Arbeiterivechjel in den 3 Zementfabriken des mag damals ungläubig den Stopf gefchüttelt haben; man denkt Bezirks Merseburg bemerkt der Aufsichtsbeamte:„ Der starte an frühere Prophezeiungen ähnlicher Art. Aber die Londoner zu Buchdrucker und die übrigen Gewerkschaften, die das Projekt Infolge dieser Vermehrung der eingehend au behandelnden Arbeiterwechsel ist anscheinend darauf zurückzuführen, daß in der unterstützten, ließen sich nicht abschrecken. Zur großen Heber Gegenstände hat der Umfang des Buches zugenommen; ob auch der Fabrik sehr niedrige Löhne gezahlt werden." Gs beraschung aller ungläubigen Kopfschütfler erblickte der„ Daily Wert des Inhalts, ist eine andere Frage. Tenn die Gelverbe findet sich also in diesen Betrieben, die an die Atmungsorgane be= Herald" gestern, am 15. April, das Licht der Welt. aufsichtsbeamten tönnen heute solche Fragen nicht mehr so be- fonders starke Ansprüche stellen, eine Arbeiterschaft von allgemein Das Blatt hat sich offenbar als Richtschnur den Leitfak handeln, wie z. B. vor 14 Jahren der damalige Berliner Re- berminderter förperlicher Leistungsfähigkeit. Es zeigen sich denn auch bei diesen Arbeitern außer Sauterkrankungen an Händen, erfóren: Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen. Es gierungs- und Gewerberat Dr. v. Rüdiger die Frage in betreff Armen und Füßen durch infolge von Gewebsentzündungen entwill alle Richtungen in der Arbeiterbewegung zu Worte der wegen der schlechten Gesundheitsverhältnisse, der Zement: standene Geschwüre, Augenbindehautentzündungen und von Krankkommen lassen. In einem Einführungsartikel schreibt die arbeitet nötigen Maßnahmen behandelte, der damals in seinem beiten der Atmungsorgane hauptsächlich Luftröhrenentzündung Bericht über das Jahr 1897 Seite 78 für die Arbeiter in Zement fowie, verursacht durch den jähen Temperaturwechsel bei der Be An feine bestimmte Sektion der Bewegung gebunden, ist der fabriken, Zementmüller und-Verpader eine zehnstündige Magimal- schäftigung bald an den Defen, bald auf dem Transport, viele Daily Herald" das Ergan aller Phasen der wirtschaftlichen, arbeitszeit ausschließlich der Pausen vorschlug und beantragte. rheumatische Erkrankungen. Vorkehrungen gegen den Zug find politiſchen, und sozialen Tätigkeit. Während wir die Politik und Heute können wohl die Gewerbeaufsichtsbeamten mitteilen, welche entweder gar nicht getroffen oder ganz unzulänglich. Ebensodas Programm der Arbeiterpartei im Unterhaufe im allgemeinen Beobachtungen fie gemacht haben: aber Vorschläge oder gar An- wenig gibt es wirksame Entstaubungsvorrichtungen, nicht einmal unterstützen, beanspruchen wir doch nicht, uns mit ihr zu identifizieren, träge zur Beseitigung bemerkter Uebelſtände zu machen, ist ihnen im Verpadungsraum beim Einschaufeln des Zements in die Säde. und behalten uns das Recht vor, ihre Handlungen zu fritisieren, so oft heute nicht gestattet. Das ist wohl auch der Hauptgrund, warum Selbst der Umfang der sogenannten Wohlfahrts. es die Pflicht erheischt. Die Gewerkschaften werden im„ Herald" die Arbeiter in diesen Betrieben heute, nach 14 Jahren, noch unter einrichtungen, Bad, Wasch- und Ankleideräume, entspricht denselben Gesundheitsschädigungen leiden, nämlich einerseits einen beständigen und furchtlosen Vertreter ihrer Grundsätze finden, der ihnen auch für die schnelle Verbreitung offizieller An- furchtbare Hike von 50 bis 60 Grad C. vor den Schacht- und den o der Mahnungen der Gewerbeaufsichtsbeamten nicht billigen fichten und Justruktionen von größtem Nugen sein wird. Ver- Drehöfen und andererseits Entbehrung jeden Schutzes gegen die talte Zugluft, sowie starke Verunreinigung der Atmungsluft durch treter des Sozialismus und des industriellen Unionismus werden ebenfalls in unseren Spalten Gelegenheit finden, ihre Ansichten 3ementstaub beim Mahlen und Verpacken des Zementes und beim ebenfalls in unseren Spalten Gelegenheit finden, ihre Ansichten Reinigen der Kanäle, bei ungenügendem Lohn und zum Teil überoffen auszudrüden. Kurzum, wir treten für die absolute Freiheit in Gedanken und Tat ein, unbehindert von Parteibanden irgend mäßig langer Arbeitszeit.
Redaktion:
welcher Art."
können.
Anforderungen.
Jm Bezirk Schleswig fam im Jahre 1909 bei einem Arbeiterbestand von 399 Arbeitern in den 4 dortigen Zementfabriken ein Zuzug von 4697 und ein Abzug von 4638 Arbeitern vor; also ein ganz enormer Arbeiterwechsel. Infolge der vielen Klagen der Arbeiter über die furchtbare Hiße vor den Oefen hat der Beamte Manche Uebelstände können nirgends in Abrede gestellt genaue Messungen täglich vor zwei Feuerlöchern und zwei SinterDaß die Arbeiterschaft Großbritanniens ein eigenes Organ werden, wie die große Hize, denen die Brenner vor den Etagen zonen an der Süd- und Nordseite vom 26. Juli bis zum 9. Sepdringend benötigt, darüber können nach den Ereignissen des öfen und den Drehöfen ausgesetzt sind. Als größte Staubtember 1911 täglich um 2 Uhr mittags in einer Entfernung von Bergarbeiterstreits keine zwei Meinungen bestehen. Dieser quelle find die Rohmühlen anzusehen. Obgleich sie meist mit 2 Meter vom Feuerloch in Kopfhöhe vorgenommen, in welcher Stampf hat wohl mehr als jedes andere Ereignis dargetan, Staubabsaugungsvorrichtungen versehen werden, find sie gewöhn Entfernung er vor den Schaulöchern immer 5 bis 10 Minuten und wie wenig sich die Arbeiter auf die bürgerliche Bresse verlassen lich nicht gut imstande und arbeiten daher nicht zu voller zu beim Feuern vor dem Feuerloch 15-20 Minuten sich aufzuhalten Der Herald" selbst geißelt die Verlogenheit und friedenheit. Im allgemeinen find die Einrichtungen und Apparate hat. Die Messungen ergaben in dieser Zeit bei einer Außenluft„ arbeiterfreundlichen" liberalen der Betriebe in den westlichen Gegenden besser als in den öst- temperatur von mindestens 17 Grad, höchstens 32 Grad C. und Voreingenommenheit der„ arbeiterfreundlichen" liberalen Bresse in einem Leitartikel, in dem er namentlich die jüngste lichen, und dort halten die Gewerbeaufsichtsbeamten auch die be- einem Durchschnitt von 23,3 Grad C., vor dem Feuerloch an der Arbeiterpolitik der liberalen Blätter(„ Westminster Gazette", ſtehenden gesetzlichen Bestimmungen für ausreichend. So erklärt Nordseite mindestens 35 Grad C. und höchstens 61 Grad G., im Arbeiterpolitik der liberalen Blätter( Westminster Gazette"; der Beamte im Bezirk Danzig das Verpaden mit Schaufeln Durchschnitt 47,6 Grad C., vor dem Feuerloch der Südseite „ Daily News"," Daily Chronicle") bloßstellt. Der Artikel wegen des dadurch erzeugten Staubes für unzulässig. Hier fehlt mindestens 36 Grad C., höchstens 64 Grad C. und im Durchschnitt schließt mit den Worten: 57,3 Grad C., auf der Nordseite der Sinterzone am wenigsten Bielleicht ist es aber dennoch gut, daß der Arbeiter Gelegen- auch ein besonderer Speiseraum. Bei den sieben Zementfabriken im Stettiner Bezirk flagen 40 Grad, am höchsten 63 Grad und im Durchschnitt 52,3 Grad C., beit hatte, ihre Freundschaft( d. h. die der liberalen Presse) auf die Probe zu stellen. Es wird ihm zur Erkenntnis verhelfen, daß die Aufsichtsbeamten über die große Hike, der die Arbeiter beim endlich an der Südseite der Sinterzone, der heißesten Stelle für zwischen den liberalen und konservativen Zeitungen, wenn es den Arbeiter, mindestens 52 Grad, höchstens 70 Grad und im barauf ankommt, ebenso wenig Unterschied besteht, als zwischen Durchschnitt 62 Grad C. In dieser furchtbaren Size muß der den liberalen und konservativen Kapitalisten, und daß das, was Arbeiter an den Sonntagen bei der Wechselschicht sogar 24 Stunden die Arbeiterschaft braucht, eine Zeitung wie auch eine Bartei ist, hintereinander die Bedienung der Oefen besorgen! Man hat wohl den Arbeitern dazu Ledermasten angeboten, aber da diese die die sie ihr eigen nennen fann." Transpiration behindern, find fie nur läftig bei der Arbeit. Sier sollte die Aufsichtsbehörde doch wenigstens für Vermeidung solcher Beim Ziehen der Defen 24stündiger Wechselschichten sorgen.
Leitetes
Arbeiterblatt
wird der
auch
Biehen, Kräcken und Kohlenaufgeben an den Dietzschen Defen aus gesezt sind. Dabei ſetzt das Kräcken die Arbeiter unter Umständen starter Rauchgasentwidelung aus und erfordert erhebliche Straftanstrengung. Bei den Drehöfen ist die Hike womöglich noch größer. Bei 5 Grad C. Außenwärme fand man zwischen den Drehöfen und den Kühltrommeln bis 38 Grab C. Da wegen der Transport arbeiten nicht alle Türen dauernd geschlossen gehalten werden tönnen, find die Arbeiter beim Betreten der Defen und Verlassen
ist der Arbeiterwechsel start.
Lange hat es gebauert, ehe es die britische Arbeiterschaft Sleine Länder, in zu einem eigenen Organ bringen konnte. benen die Arbeiterbewegung noch in den Kinderschuhen steckt, find dem Mutterland der Arbeiterbewegung auf diesem Ge- dem schroffften Temperaturwechsel ausgeseßt. Daher können Masken zwedmäßig zum Schuß gegen den heißen Staub biete vorausgeeilt. Jedoch! besser spät als nie. Ein gut ge Auch in den 3 Fabriken im Bezirk Potsdam mit 1396 ArBeproletarischen wegung Großbritanniens , in der es augenblicklich so mächtig beitern ist dieser sehr stark; wie 5 zu 3. Auch sie haben, wie faft Aber Dienste leisten. der alle Zementfabriken, zwölfftündige Tag- und Nachtschichten. Der gärt, unschäßbare Dienste Kontinentalen Arbeiterpresse wird es äußerst nüßlich Zustand der Entstaubungsanlage ist oft ungenügend, weil die Verfein. Bisher waren wir in großem Maßstabe in bezug auf schlüsse an den Röhren und selbst an den Kugelmühlen oft undicht Nachrichten über die britische Arbeiterbewegung auf die burger- find. Die Staubgefahr ist besonders groß beim Ausräumen der liche Presse angewiesen, deren Mitteilungen über diesen Gegen- Staubkammern, beim Reinigen der Kanäle und beim Einschaufeln stand bei allen wichtigen Anlässen durch parteipolitische Rück des Bements in die Säde. Die Hiße ist am größten am unteren fichten gefärbt find. Jetzt haben wir wenigstens ein Blatt, Ende der Schachtöfen. Einrichtungen gegen den Zug find entweder bas die Ereignisse und Ansichten der Arbeiterwelt aus zuver- gar nicht getroffen oder ganz unzulänglich. Daher ist die Zahl der lässiger Quelle bezieht. Das ist eine und durchaus nicht die rheumatisch Erkrankten groß. In dem Bericht aus dem Bezirk Magdeburg heißt es: einzige Erwägung, die uns veranlaßt, den„ Daily Herald" als den jüngsten Sprößling der Arbeiterpresse der Welt herz- Bu besonderen Bedenken geben in der Zementfabrit in erster Linie diejenigen Arbeiten Anlaß, welche in stauberfüllten Lich zu begrüßen.
benukt werden. In den Drehofenbetrieben müsse die Lager stündlich geschmiert werden, und hierbei steigt die strahlende Hike bisweilen bis 80 Grad C.; oft werden die Ausschaufler bor den Defen auch großen Temperaturunterschieden ausgefeßt. Die Berichte von 2üneburg, Hannover , rnsberg, Minden , Osnabrüd. Stade , Münster , Wiesbaden , Köln und Koblenz bringen gang ähnliche Schilderungen über den schrecklichen Zementstaub, die furchtbare Size und den schroffen Temperaturwechsel, unter dem diese Arbeiter leiden. Auch spricht dabei der eine oder andere Berichterstatter, z. B. der Lüneburger , sein besonderes Bedenken" gegen diese Art der Arbeiterausnutzung aus; aber mit diesem Bedenken glaubt er sich salviert zu haben. Mögen dafür die Arbeiter und Arbeitervertreter sich nicht dabei beruhigen!