Nr. 254.
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Vorwärts
Berliner Volksblatt.
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Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983.
Südwestdeutsche
II.
Mittwoch, den 30. Oftober 1912.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984.
Wirtschaftsfragen.") über Metz nach Straßburg ( wobei sie den französischen Mosel- schlag( für die ablehnende Haltung der preußischen Regie
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Nun stelle man sich den Zustand vor, wenn die Mosel nur richtige Belehrung der Parlamente vor. Der Eisenbahnbis Diedenhofen kanalisiert wird! Dann können die loth- minister Breitenbach habe sodann vor dem Reichstage ringischen Landeserzeugnisse auf dem Wasserwege nur nach am 28. November 1910 direkt zugegeben, daß Einflüsse Reichsdeutschland gelangen, wenn sie den gewaltigen Umweg der nordwestlichen Eisenindustrie den Aus= und Rhein- Marne- Kanal zu passieren haben) benußen. Die rung zur Mosel - und Saarkanalisierung) gegeben bedeutend kürzere Strede von Diedenhofen nach Koblenz ist hätten. Das können doch nur Einflüsse rein Zwischen dem Vorgehen der Partikularisten im elsaß - unschiffbar, weil die preußische Regierung sich gegen seine persönlicher Art sein." Man kann einer Regierung faum schwerere Vorwürfe machen, als es hier seitens der Tothringischen Landtage und dem Verhalten der preußischen Kanalisierung sträubt! Regierung bei der Beratung des Schiffahrtsabgabengefeßes Durch die Verweigerung der direkten Wasserstraßenver- Saarbrücker Handelskammer in offizieller Form geschieht. Die Antwort an Herrn Sydow spricht dann weiter von besteht ersichtlich ein gewisser Zusammenhang. Das Minette- bindung mit dem Rheinstrom genötigt, wird die reichsländische gebiet bedarf eines billigen Zufuhrweges für seine maffen- Volkswirtschaft wohl oder übel das Schwergewicht ihrer Aus- der Empörung", die im Saargebiet durch die Haltung hafte Brennstoffeinfuhr, als die Eisenbahnen sind; es be- tauschbeziehungen inimer stärker nach dem Westen verlegen der preußischen Regierung hervorgerufen sei. Der beannötigt auch einer billigeren Verbindung mit dem Osten und müssen, wozu die schon vorhandenen billigen Transportwege standete Bericht gebe nur ein stark gemildertes dem großen Weltmarkt für den Absatz seiner gewaltig ohnehin einladen. Da aber aus den materiellen Daseins- Bild von der hochgradigen Erregung, welche steigenden Erzförderung, seiner Eisen- und Stahlproduktion. bedingungen eines Landes die richtunggebenden politischen im Saargebiet über das Vorgehen einer Königlich preußischen Die lothringische Roheisenproduktion ist von 293 615 Tonnen Stimmungen erfließen, so können sich die Welschlinge" nichts Staatsregierung gegen die Kanalisierung der preußischen im Jahre 1881 auf 1728 973 im Jahre 1911 gestiegen und Besseres wünschen, als daß die preußische Regierung auf ihre Mosel und der preußischen Saar herrscht". Das Königlich nimmt weiter zu. Im westlichen Grenzlande hat sich ebenfalls Erschwerung des Austauschverkehrs der elsaß - lothringischen Preußische Staatsministerium habe die wirtschaftliche Enteine steigenden Absatz heischende Bergwerks-, Eisen- und Landeserzeugnisse mit dem Osten und Süden besteht. Das wickelung eines bedeutsamen Gebietes" nicht, wie geschehen, Stahlindustrie entwickelt; desgleichen in Luxemburg und bereits fast erstorbene Protestlertum gewinnt neue und reich- zu bekämpfen, sondern zu fördern: Belgien . Somit wird die rasch wachsende eljak- lothringische liche Nahrung. „ Die Nichterfüllung dieses Gebots hat eine tiefe EntIndustrie auf Gewinnung östlich und südlich gelegener Ab- Daß hiermit nicht zuviel gesagt ist, lehrt ein merkrüstung erzeugt, und man hört vielfach, daß satzgebiete und auf die überseeische Ausfuhr verwiesen. Sier aber würdiger Briefwechsel zwischen dem preußischen Hanman zur hundertjährigen Zugehörigkeit des begegnet sie der durch Wasserstraßen und ihren vorzüglichen dels minister und der Handelskammer SaarSaargebiets zu Preußen(!) in wirtschaftlicher überreichen Brennstoff begünstigten niederrheinisch- brüden. Der Saarbrücker Handelskammerbezirk ist wegen Hinsicht mit sehr gemischten Gefühlen gegen= westfälischen Konkurrenz. Dieser ist durch die feiner engen Wechselbeziehungen mit dem Minettebezirk wie übersteht(!). Eine für diese Gelegenheit bon Rheinschiffahrt ein billiger Weg bis tief in Süddeutschland dieser lebhaft interessiert an der Mosel - und Saarkanaligewisser Seite angeregte Ausstellung ist wesenthinein geöffnet. Wenn die im Schiffahrtsabgabengesetz vor- fierung, muß wie jener danach trachten, für seine Industrielich nur aus diesem Grunde gescheitert!" gesehene Kanalisierung des Neckars bis Heilbronn , die Main - erzeugnisse einen billigen Wasserweg zum Meere zu bekommen. Wenn in so scharfer Weise sogar eine preußische Handelsfanalisierung bis Aschaffenburg fertig ist, dann können die Unverblümt ließ sich der Saarbrücker Handelskammerbericht niederrheinisch- westfälischen Werke ihre Produkte noch billiger für 1910 dahin aus, durch seine feindselige Haltung kammer, zu deren tonangebenden Vertretern Mitglieder des und tiefer in jene süddeutschen Landesteile transportieren, gegen die Mosel - und Saarkanalisierung" Dreiflaffenparlaments und sogar ein preußisches Herrenhauswelche die jüdwestdeutsche Eisen- und Stahlindustrie, d. h. die habe das preußische Staatsministerium die Unzu- mitglied gehören, das in erster Linie auf die Bedürfnisse des lothringische und die im preußischen Saargebiet, als ihr friedenheit des Gewerbe- und Handels- ostelbischen Großagrariertums zugeschnittene Schiffahrtsnatürliches Absatzgebiet zu betrachten veranlaßt ist. standes im Saargebiet außerordentlich stark abgabengesetz beurteilen, dann kann man sich vorstellen, welche Man hat in Südwestdeutschland , nachdem die separate vermehrt". Der deutsche Südwesten," so hieß es weiter Empfindungen diese echt preußische" Tat im Reichslande Kanalisierung der Mosel und der Saar immer wieder auf die sucht hinter diefer unbegreiflichen auslösen mußte! Es ist auch hochlehrreich; aus dem Briefwechsel zwischen lange Bank geschoben worden war, bestimmt erwartet, daß Stellungnahme persönliche Einflüsse und in das Schiffahrtsabgabengesetz auch die längst erhobene und persönliche Misstimmungen, da sie sich durch Saarbrücken und Berlin zu erfahren, wie das„ patriotische triftig begründete vollständige Schiffbarmachung der ge- fachliche Erwägungen überhaupt nicht er Gefühl" auf eine Vernachlässigung der wirtschaftlichen Interessen reagiert. Herr Sydow gab unterm 20. Juli v. J. nannten beiden linksrheinischen Flußläufe vorgesehen würde. flären lassen." Es war ja auch schon in der Reichstagskommission ein Passus Auf diese scharfe Kritik seiner Haltung antwortete Herr auf diese Manifestation der Saarbrückener Industriellen eine im§ 2 des Schiffahrtsabgabengefeges beschlossen, wodurch das Minister Sydow in gereizter Weise, jene Bemerkung über- bedauernde" Antwort, die dann auf seinen Wunsch nebst den an sich verwerfliche, auch verfassungswidrige Gesetz für das schreite nach Form und Inhalt das Recht der Handels- zugehörigen Aktenstücken von dem Handelskammervorstand siidwestdeutsche Wirtschaftsgebiet wenigstens einen gewissen fammer", sich über Maßnahmen und Entschließungen staat -( augenscheinlich mit Vergnügen) den Interessenten zur KenntLastenausgleich geschaffen hätte. Da aber trat das licher Behörden zu äußern. Deshalb sei die Handelskammer nis gebracht wurde. Wer dabei unter die Räder gekommen ist, preußische Handels. und Verkehrsministeersucht worden, sich darüber zu äußern, wie sie so I che Vor- kann keinem Zweifel unterliegen. rium in fchroffer Weise gegen die Einbe- würfe und Verdächtigungen glaubt recht- Unsere Genossen im elsaß - lothringischen Landtage werden ziehung der Mosel und Saar in den rheini- fertigen zu können". Die Handelskammer suchte in ihrer sich auf im Grunde genommen reaktionäre Experimente a la schen Stromverband auf! Antwort zwar der Form" eine harmlosere Deutung zu geben, Verhüttungszwang nicht einlassen. Auch bei der sonst noch in Es ist wohl noch in Erinnerung, wie im Reichstage die führte aber zum Inhalt" aus, daß sie in der Sache auf ihrer Aussicht gestellten Bergwerksgesetzgebung werden die SozialGenossen Böhle- Straßburg und Frank- Mannheim den Kritik beharren müsse. Längst sei die durch das preußische demokraten darauf sehen, daß nicht unter partikularistischem Forderungen der preußischen Regierung entgegentraten. Auch Handelsministerium und das Eisenbahnministerium gelegent- Deckmantel die Geschäfte einer gewissen Clique besorgt werden. Abg. Bassermann legte sich für die Mosel - und Saar - lich der Beratung des Schiffahrtsabgabengesezes erneut auf Die zeitgemäße und dem Gemeinwesen nützlichste Maßregel fanalisierung ins Zeug, hatte aber nicht alle seine Fraktions- gestellte Behauptung widerlegt, die Mosel - und Saarkanali- ist die Zurücknahme des dem Volke durch die induſtriekapigenossen hinter sich. Mit Hilfe der liberalen" Sezessionisten, fierung würde die Eisenbahneinnahmen ungünstig beeinflussen talistische Gesetzesmacherei entrissenen Verfügungsrechtes über der Konservativen und Klerikalen sette die preußische Junker- und bedeute eine einseitige Bevorzugung des südwestdeutschen die mineralischen Bodenschäße und ihre Verwertung regierung ihren Willen durch, das Gesetz wurde ohne Berück- Wirtschaftsgebietes. In dieser Beziehung wirft die Handels- zum Vorteil der Allgemeinheit, nicht zur Büch sichtigung der südwestdeutschen Kanalforderungen berab- fammer dem preußischen Ministerium unverblümt un- tung von millionenreichen Monopolisten. schiedet. Zum Ueberfluß wurden durch dieses Gesetz die oberrheinischen Gebiete, das Elsaß und das badische Oberland mit den stärksten, die Güterzufuhr verteuernden Schiffahrtsabgaben belastet.
Das mußten die Elsaß- Lothringer als eine echt preußische" Brüstierung empfinden und das Gefühl erwecken bezw. bestärken, daß abjichtlich die Entwickelung des südwestdeutschen Wirtschaftsgebiets gehemmt werden solle.
Kampfpause.
Ueber wenige und nur unbedeutende Zusammenstöße wird| Kriegsschaupläzen steht die Kriegslage im Zeichen Heute berichtet. Damit ist nicht gesagt, daß das Meer von eines neuten Aufmarsches. Die türkischen Heeresleitungen Blut, das schon aus Zehntausenden von Menschenleibern ge- müssen darauf bedacht sein, die Rückzugsbewegung flossen ist, jetzt abgedämmt wird. Im Gegenteil. Die Ruhe zum Stehen zu bringen und die auseinandergezogenen Kann man sich wundern, daß aus diesem echt preußi- dieser Tage ist nur der Zwischenakt, der neuen und blutigeren Truppenkörper zu einem verzweifelten Widerstande zu konschen" Vorgang die partikularistischen Kreise im Reichslande Kämpfen vorausgeht. Jezt wird nicht an den Stampfesmut zentrieren. Serben und Bulgaren aber müssen danach trachten, Rapital schlugen? Bei den verschiedensten Gelegenheiten im der Soldaten, sondern an ihre Marschfähigkeit appelliert. Es diesem Widerstand mit einer möglichst großen und geschlossenen Landtag kam die Erbitterung über die Hintansehung der mögen gewaltige Strapazen sein, die jedem der feindlichen Heeresstärke entgegenzutreten. Dabei ist besonders auf dem südwestdeutschen Wirtschaftsinteressen seitens der preußischen Heere jetzt zugemutet werden, Strapazen, die durch östlichen Kriegsschauplage bei den bulgarischen Regierung lebhaft zum Ausdruck. Und die bekannte schlechte Wege, rauhes und regnerisches Wetter und Truppen, die in die Flanke der türkischen Armee am ErgeneScherbenrede" goß noch mehr Del ins Feuer. dürftige Kriegsverpflegung vermehrt werden. Auf allen flusse kommen sollen, der Aufmarsch durch Gewaltmärsche zu
Der Erleichterung des Warenaustausches dienen verbilligte Transportbedingungen in hervorragender Weise. Darum ist die Sozialdemokratie stets für die Schiffbarmachung der Flußläufe und Anlegung von schiffbaren Kanälen eingetreten. Die elsaẞ - lothringische Regierung hat nun dem Landtag einen„ Generellen Entwurf für die Kanalisierung der Mosel von Met bis Diedenhofen für Schiffe von 300 Tonnen Tragfähigkeit" zugestellt. Wird dies Projekt verwirklicht, so ist zivar das Lothringische Industriegebiet südlich Diedenhofens unmittelbar an das reichsländische Kanalnez und durch dieses mittels des Rhein- Marne- Kanals und seinen Anschlüssen mit den französischen und belgischen Kanälen verbunden. Aber der wichtigste Wasserweg für die Verbindung Lothringens mit dem Saar - und dem niederrheinisch- westfälischen Industriegebiet und darüber hinaus mit den Ostseehäfen fehlt dann immer noch. Der wäre geschaffen durch die Kanalisierung der Mosel von Diedenhofen bis Koblenz . Die volle Schiffbarmachung der Saar müßte sich anschließen, um dem ganzen süddeutschen Wirtschaftsgebiet den Vorteil einer billigen Wasserstraße zu gewähren.
*) Siche Vorwärts" Nr. 248,
Tschirmen
Arda
Marasch
Maritza
Hafsa Dere
Tartar Dere
Geb.
Mustafa Pascha Hasara
Hasana
Kirk Kilisse
Kaunkoi
ADRIANOPEL
O Gerdeli
strandsh
Uskiap
Urgas
Skenderkop Hasköi
Lefedsh
Pinaki
Midia
Bosnakoi
Bunar Hissar
Wisa
Asboa
Kirkkoi
Sarai
Jstrandsha
Podsh
Ergene
Carlikoi
Tscherkeskoj
Gesprengfe Bricke
Tscharlu- D
Quartie
8343
Demotika
Usun Kjöpry
Hafsa Hapsa
Uröklu
Jenikäi
Eski Baba
Ergene
Die militärische Lage im östlichen Macedonien.
Maritza
Ergene
40 Km.
Tschorlu( Turk Haupt