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Nr. 263.

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Vorwärts

Berliner Volksblaff.

29. Jahrg.

Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch­staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet.

Telegramm- Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin ".

Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1983.

Die antigewerkschaftliche

Enzyklika des Papites.

Sonnabend, den 9. November 1912.

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Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz , Nr. 1984.

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und feine

der Berliner Richtung zu enthalten, die, zu enthalten, die, wie der Maßregeln ebenso gut, vielleicht sogar noch besser er Papst offen ausspricht, bom Klerus, mit aller reichen. " Wenn jedes katholische Mitglied der christ­Macht ชิน unterstützen und zu fördern" lichen Gewerkschaften gezwungen wird, einem von der sind, während die christlichen Gewerkschaften selbst dann, wenn Geistlichkeit geleiteten katholischen Arbeiterverein anzugehören, sie die gestellten Bedingungen erfüllen, nur Anspruch wenn es ferner dort unter besondere geistliche Obhut ge­auf Duldung haben. nommen, und gut bearbeitet wird, dann ist die Gefahr fast Im wesentlichen entspricht also diese antigewerkschaftliche ausgeschlossen, daß es matt und wankend in seinem tatho­Die, Kölnische 3tg." veröffentlicht in ihrer gestrigen Enzyklikla den Beschlüssen der Fuldaer Bischofskonferenz vom lischen Glauben wird. Und wenn die christlichen Gewerf­Mittagsausgabe endlich den von den christlichen Gewerkschaften 14. Dezember 1910, die ebenfalls verlangten, daß jedes Mit- schaften, sei es direkt oder indirekt, der Aufsicht des Klerus mit Hangen und Bangen erwarteten Entscheid des glied einer christlichen Gewerkschaft zugleich einem, firchlich unterstellt und die Bischöfe zu ihren obersten Hütern Papstes in der sogenannten Gewerkschafts- organisierten und geleiteten katholischen eingesetzt werden, die allein darüber zu entscheiden haben, ob frage, das heißt über die seit längerer Zeit in den fatho- Arbeiterverein" angehören müsse, und zweitens, daß ihre gewerkschaftliche Wirksamkeit den kirchlichen Grundfäßen lischen Kreisen Deutschlands vielerörterte Frage, ob die Dr sämtliche christlichen Gewerkschaften bei ihren Be entspricht, dann werden die früheren Techtelmechteleien mit ganisation der chriftlichen Gewerkschaften den katholischen schlüssen und Handlungen genau den kirch- den freien Gewerkschaften aufhören, dann werden keine ge­Morallehren widerspricht und deshalb katholische Arbeiter lich- katholischen Grundsäzen folgen und das meinsamen Lohnfämpfe mehr stattfinden diesen Vereinigungen angehören dürfen oder nicht. Nach tele- Urteil, ob ihre Organisation oder Wirksamkeit diesen Grund- Streits mehr geführt werden, die in der katho­graphischer Meldung hat die vom 24. September datierte, an fäßen entspricht, allein dem, kirchlichen Hirten- lischen Bourgeoisie und im katholischen Feudaladel den deutschen Epistopat gerichtete Enzyklika folgenden Inhalt: amt" überlassen mit anderen Worten, daß die Anstoß erregen könnten. Dann marschiert der christliche Ge­In der Einleitung betont der Papst, daß er über die Kontro- christlichen Gewerkschaften in allen wichtigen Fällen den werkschaftler, wie wir das schon bei der letzten Wahl im verse sowohl von den Bischöfen wie von flugen und angesehenen Weisungen der Bischöfe und des Klerus folgen. Ruhrrevier beobachten konnten, auf Geheiß seines Pfarrers Männern aus beiden Parteirichtungen in den letzten Jahren wohl Wenn manche liberaleu Blätter noch vor kurzem gemeint oder Kaplans glaubenstreu" zur Wahlurne und stimmt unterrichtet worden sei. Der Papst habe sich die Sache um so haben, der Papst werde einfach erklären, die christliche Ge- gegen den sozialistischen Arbeiterkandidaten, für den national­eifriger angelegen sein lassen, weil es seine Aufgabe sei, daß seine werkschaftsorganisation widerspreche der katholischen Moral- liberalen Unternehmer zur Ehre Gottes und der heiligen lieben Söhne die katholische Lehre rein und unverlegt belehre und deshalb könne tein Statholik Mitglied dieser Vereine Kirche. wahrten. Wenn sie nicht rechtzeitig zur Wachsamkeit erweckt sein, so haben sie damit nur bewiesen, wie wenig sie die Das sind die Folgen des päpstlichen Machtspruchs, der würden, bestehe offensichtlich die Gefahr, daß fie allmählich und schlaue Taktik der römischen Kurie kennen. So unerbittlich die Bischöfe zu Aufsichtsinspektoren der gleichsam aus Univissenheit sich mit einer vagen, unbestimmten diese auf ihre Forderung bestehen kann, wenn ihre Macht- christlichen Gewerkschaften bestellt. Und die Art von christlicher Religion zufrieden gäben, die man stellung oder ihr pekuniäres Interesse in Frage gestellt wird, ehrsamen christlichen Gewerkschaftsführer, die Schiffer, Steger­interkonfessionell zu nennen pflege. Der Papst erklärt so wenig liebt sie, wenn sich der verfolgte Zweck auf anderem wald, Giesberts, Gronowski é tutti quanti werden sich willig dann, was die Arbeit der Gesellschaften anbelangt, so Wege ebenso gut erreichen läßt, eine gewaltsame Brüstierung in dieses geistliche Joch fügen, wenn die Kirche sie auf ihrem find diejenigen am meisten zu billigen und für die ihrer Gefolgschaft. Stets hat sie sich, wo nicht durchaus Posten läßt, ihre Gehälter nicht fürzt und sich damit begnügt, geignetsten zu halten, die vornehmlich auf der Grundlage der Strenge geboten erschien, ihrem Anhang gegenüber als sie hinter den Kulissen an verborgenen Drähten zu dirigieren. katholischen Religion errichtet sind, und der Kirche die tolerante Mutter gezeigt. Zudem aber weiß die Warum sollten auch diese in München- Gladbach nach allen als Führerin offen folgen. Daraus folgt, daß römische Kurie gar wohl, daß ein gegen die christlichen Regeln jefuitischer Kunst wohldressierten Arbeiterführer", die derartige Vereinigungen katholischer Konfession gegründet und Gewerkschaften gerichtetes Verbot die mächtige politische es schon bisher so meisterhaft verstanden, den Zollwucher, die mit aller Macht unterstügt werden müssen. Stellung des Zentrums in Deutschland ganz wesentlich Wahlrechtswortbrüche und sozialpolitischen Schwindeleien des " Daher spenden wir allen rein tatholischen Arbeiter- schwächen würde. Durch das Verbot würde zum mindesten Zentrums zu rechtfertigen, fich nicht als gute Marionetten be­bereinigungen, die es in Deutschland gibt, in den rheinisch- westfälischen Industriegegenden ein tiefer Steil währen, die getreu nach dem Befehl der hinter ihnen stehenden alles Lob. Jedoch leugnen wir nicht, daß es recht ist, für die in die katholisch- politische Bewegung, in die Zentrumspartei , geistlichen Drahtzieher tanzen und hampeln. Katholiken und für die Arbeiter ein besseres Geschick zu suchen getrieben, und die ohnehin in dieser Partei vorhandenen Dennoch, wenn auch die päpstliche Enzyklika und mit Anwendung von Vorsicht gemeinsam mit mannigfachen. wirtschaftlichen und politischen Gegensäße würden den christlichen Gewerkschaften nicht ohne tveiteres Nichtkatholiken für das gemeinsame Wohl zu arbeiten. Aber für sich noch mehr verschärfen. Die Folge könnte nur sein, daß die Existenzberechtigung abspricht, bedeutet der diesen Zwed wollen wir lieber, daß katholische und nichtkatholische das Zentrum an politischem Gewicht und damit auch an politischem Entscheid für die klerikale Geivertschaftsbewegung einen Gesellschaften ein Bündnis untereinander schließen mittels Einfluß auf die Regierung verlöre. Solche Schwächung der Todesstoß, denn die Wirksamkeit der christlichen Gewerkschaften jener opportunen Erfindung, die man ein Kartell nennt. ultramontanen Partei in Preußen und im Deutschen Reich und ihr Wert für die wirtschaftliche Lebensverbesserung der Hier aber bitten uns nicht wenige von Euch, wir mögen Euch paßt aber dem Vatifan um so weniger in seine schlaue Politit, katholischen Arbeiter wird dadurch auf das Niveau der katho­erlauben, die sogenannten christlichen Syndi- als die klerikale Hierarchie in anderen Ländern, und zwar lischen Gesellen- und Josephvereine herabgedrückt. Sie werden tate, so wie sie heute in Euren Diözesen gegerade in katholischen, wie z. B. in Frankreich , Spanien , zu bloßen Unterstützungs- und Geselligkeitsvereinen degradiert. gründet sind, zu tolerieren. Dieser Bitte meinen wir mit Italien , Portugal , ihren früheren Einfluß auf die dortigen Die wirtschaftlichen Gegenfäße sind aber viel zu weit in Rücksicht auf die eigentümliche Lage der katho- Regierungen und Parlamente fast ganz eingebüßt hat. Deutschland gediehen, als daß der Klerus selbst mit Aufgebot lischen Sache in Deutschland , nachgeben zu sollen und Desterreich- Ungarn und das mehr als halb protestantische aller verlogenen theoretischen Sophisterei die katholischen Ar­erklären: Es kann toleriert und den Katholiten er Deutschland sind die einzigen großen Staaten, in denen der beiter über ihr wirkliches Interesse dauernd zu täuschen ver­laubt werden, daß sie sich auch an diesen ge- hohe Klerus noch eine tonangebende politische Rolle spielt möchte. Für die freien Gewerkschaften bietet sich eine günstige mischten Gesellschaften beteiligen, doch nur unter in Deutschland mit Hilfe der protestantischen Konservativen. Gelegenheit, auch in den start katholischen Gegenden neues der Bedingung, daß geeignete Vorsichtsmaßregeln Zudem läßt sich der Zweck, die christlichen Gewerkschaften Terrain zu gewinnen. Es gilt, die Situation mit Bedacht angewendet werden. Zu allererst muß man Sorge tragen, daß zu gefügigen Werkzeugen der Hierarchie und ihrer Zwecke zu und Geschick auszunuzen. Es lebe Seine Heiligkeit, der dieselben fatholischen Arbeiter, die sich an diesen Syndikaten be- gestalten, durch die von der päpstlichen Enzyklika geforderten Bapst ! teiligen, in die katholischen Arbeitergesellschaften, die man mit dem Namen Arbeitervereine bezeichnet, ein geschrieben sind. Außerdem ist es notwendig, daß diese Shudilate sich von jedem Plan oder jeder Angelegenheit fernhalten, die mit den Lehren und Geboten der Kirche oder der legi­timen geistlichen Gewalt nicht übereinstimmt. Aus diesem Grunde werden die Bischöfe, so oft Streitfragen über die Dinge, welche die Sitten betreffen, vorkommen werden, sehr auf­merksam darüber wachen, daß die Gläubigen nicht die katholische Sittendisziplin vernach lässigen."

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Die Schwarzgelben Einbildungen

die wahre Kriegsgefahr.

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Immer deutlicher wird es: der Herd aller, die schwarzgelbe Gaukelei vor zwei Wochen noch behauptet Zum Schluß betont der Papst, daß, wie einerseits niemand Kriegsgefahr ist Oesterreich . Natürlich nicht die hatte, daß in ihnen die österreichischen Daseinsinteressen be­das Recht habe, diejenigen in ihrem Glauben zu verdächtigen, die Völker in dem schwarz- gelben Reiche, nicht einmal vielleicht schlossen sind, nur lacht: so haben sie sich heute ein funkelnagel­den gemischten Syndikaten angehören wollen, es andererseits das offizielle Desterreich, als welches man wohl noch immer neues Interesse angeschafft und muten der europäischen ebenso sehr zu mißbilligen sei, die rein katholischen Vereinigungen den alten Kaiser anzusehen haben wird, aber gefährlicher als Menschheit zu, um dessen Wahrung willen einen Weltkrieg zu aus Feindschaft zu verfolgen, diese Art Vereine seien im Gegen­teil mit aller Macht zu unterstützen und weiter dieses offizielle Desterreich ist die kleine aber mächtige führen. Dieses legitime Interesse" Desterreichs soll darin zu fördern. Partei", die an dem Belvedere ihren Sammelpunkt und an bestehen, daß Serbien der Zugang zum Adriati Die Entscheidung des Papstes entspricht genau unserer dem Thronfolger ihren Mittelpunkt hat. Die treibt Defter- schen Meere verwehrt werde. Wohlgemerkt: cs Voraussage in Nr. 145 des Vorwärts"( vom 25. Juni). reich zu jener wahuwißigen, verrückten Politik, die den Keim handelt sich nicht um Südalbanien, auf das Serbien ja gar Den Katholiken wird nicht verboten, den bestehenden christ- schwerer Gefahren in sich trägt und ganz Europa in fürchter- keine Ansprüche erhebt, nicht um die Sicherung der Straße von lichen Gewerkschaften( Syndikate nennt sie die Enzyklika) an- lich- blutige Händel verwickeln kann. Und das schier Unglaub- Otranto, an welche Sicherung für Desterreich die Freiheit zugehören; aber ebensowenig werden diese Verbände für liche: das Deutsche Reich, statt die verrückten Schwarzgelben zur des Meeres geknüpft sein soll. Sondern es handelt sich wirk­berechtigt erklärt und den katholischen Arbeitervereinen der Ruhe zu rufen und ihnen Näson einzubläuen, macht dem lich nur um den bescheidenen Korridor zum Meer", den Berliner Richtung gleichgestellt. Sie gelten dem Papst oder schwarzgelben Uebermut noch die Mauer und läßt es ge- Serbien anstrebt, und den es zu seiner wirtschaftlichen Ent­richtiger der römischen Surie als minderwertige Verbände dritter, vierter Güte, die eigentlich keine Eristenzberechtigung währen, daß sich die schwarzgelben Gaukler der Zuversicht wickelung auch braucht: den will ihm Desterreich nicht gönnen, haben und nur mit Rücksicht auf die eigentüm hingeben, das Deutsche Reich werde für die Wiener Einbil- und um deffentwillen droht es immer deutlicher mit dem liche Lage der katholischen Sache in Deutschland ", dungen seine Bürger in die Schlacht schicken! Kriege! Nun möchte man doch gerne wissen, wo denn die d. h. aus Rücksicht auf die politische Zwitterstellung des Denn alles, was in den säbelrasselnden Artikeln der öster- Gefahr dieses serbischen Hafens für Desterreich eigentlich angeblich interfonfessionellen" Zentrums, geduldet reichischen Kriegshetzer als ein angebliches Lebensinteresse liegen soll. Etwa darin, daß Serbien dann mit seinem werden dürfen, soweit die deutschen Bischöfe eine der Donaumonarchie ausgegeben wird und was unsere lieben Schweinefleisch nicht mehr auf Desterreich angewiesen sein solche Duldung für nötig oder angebracht Fibelpolitiker von der Art der Breysig und Peters getreulich wird, es auch anderswohin liefern könnte? Aber das werden halten. Dafür aber wird von den christlichen Gewerk­schaften verlangt, daß ihre sämtlichen Mitglieder irgend einem nachschwaßen, ist einfach, um es ganz deutlich zu sagen, ein die schwarzgelben Schwindler doch nicht als eine Gefahr be­schaften verlangt, daß ihre sämtlichen Mitglieder irgend einem Schwindel. Nachdem sich die feinen Schwarzgelben mit zeichnen können, die zu beschwören selbst ein Strieg gewagt rein- fatholischen Arbeiterverein beitreten, daß sie bei ihren Beschlüssen und Maßnahmen sich genau an die Lehren ihren vorgespiegelten Lebensinteressen, wie es die Erhaltung werden müßte, nachdem sie doch jetzt der serbischen Ausfuhr die der katholischen Kirche halten und sich willig der Aufsicht und des Statusquo, der türkische Sandschak, der Weg nach Grenzen sperren und der einflußreichste, Teil des wirtschaft­Disziplin der Bischöfe unterstellen. Ferner haben sie Saloniki waren, bis auf die Knochen blamiert haben, und lichen Desterreichs, die Agrarier, just diese Vermehrung der fich aller Anfeindungen der katholischen Fachvereine heute ganz Desterreich über diese Forderungen, von denen Einfuhr als die allergrößte Gefahr für Desterreich aus­

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