Nr. 270.
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Sonntag, den 17. November 1912.
Der Wille zum Frieden! Dr. Dernburg
und die Wohnungsfrage.
Und nun auf, Ihr alle, die Ihr den Frieden wollt und den Krieg verabscheut, kommt und geim Berliner Tageblatt" eine Reihe von Aufsätzen„ Zur GroßDr. Bernhard Dernburg , Wirklicher Geheimer Nat, hat fürzlich staltet unsere Versammlungen heute zu einer nicht Berliner Wohnungsfrage" veröffentlicht. zu übersehenden Kundgebung!
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Studium und Beachtung gewidmet und als einzige politische Partei ein umfängliches Programm zur Besserung und Beseitigung der bestehenden traurigen Zustände aufgestellt hat, existierb für den crzellenten Verfasser nicht. Er hebt hervor, daß seit Jahren Wissen schaft und Praxis ihre Stimme gegen die drohenden Uebel erhoben haben", er nennt einige bürgerliche Wohnungsreformer mit Namen und führt an, was sie vorgeschlagen haben. Aber er weiß oder will man die bürgerlichen Wohnungsreformer noch an den Fingern her nicht wissen, daß die sozialdemokratische Partei zu einer Zeit, als zählen könnte, auf Provinzial-, preußischen und deutschen Partei= Von dem Standpunkt aus, daß die Erkenntnis von der Wichtig- tagen die Wohnungsfrage nach allen Richtungen durchforscht und feit des Wohnungsproblems in immer noch weitere Kreise getragen genaue Richtlinien für die Petätigung der Partei in den GeMit Entsehen haben wir die Schilderung von werden muß, um Besserungen erzielen zu können, begrüßen auch meinden, im Staat und Reich aufgestellt hat. Er beklagt, daß von dem Grauen und dem Elend gelesen, das über wir diese Artikel. Zu wünschen wäre allerdings gewesen, daß das, der Verwaltung der Stadt Berlin noch immer kein Wohnungsamt was Dr. Dernburg sagt, der Würde und Wichtigkeit entspräche, mit zur Klarstellung der tatsächlichen Zustände errichtet ist. Aber er den Balkan hereingebrochen ist. Wir Sozial- der er seine Ausführungen macht. weiß oder will nicht wissen, daß die sozialdemokratische Stadtverdemokraten sind die letzten gewesen, die die un= In einem Ton, als ob lauter neue Wahrheiten verkündet wür- ordnetenfraktion seit fast 15 Jahren unermüdlich auf die Errichtung den, wird zunächst der Umfang des Problems erörtert, von dem eines Wohnungsamts und einer Wohnungsinspektion hingearbeitet möglichen Zustände aufrechterhalten wollten, die 30 Millionen Deutscher , die den minderbemittelten Klassen angehören und den Boden allmählich gelockert hat, und daß, wenn nun der das Werk der unfähigen, die Völker verachtenden und in den Städten untergebracht sind, betroffen werden, und der Magistrat prinzipiell wenigstens der Einſegung einer solchen BeSchluß gezogen, daß die Wohnungsfrage nicht nur eine Frage der hörde nicht mehr abgeneigt ist, dies nicht den paar Kundgebungen Diplomatie der Großmächte gewesen sind. Aber mittel und des Einkommens, sondern ebenso eine Frage der Bolts- des Propagandaausschusses, sondern einzig und allein der Tätigdie revolutionäre Lösung der vereinigten Balkan gesundheit und des sozialen Friedens" sei. keit der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion zu verrepublik, die unsere Genossen gefordert hatten, danken ist. scheiterte an dem Widerstande der Dynastien, und die Arbeiterklasse allein war noch zu unentivickelt, um ihre Forderung durchzusetzen. So kam es zum Kriege, der weit mehr Opfer an Gut und Blut gefordert hat, weit mehr Verwüstung und Entsetzen erzeugt hat, als je die blutigste Revolution. Und was das Schwert verschont, das wird jetzt von der furchtbaren Seuche hinweg gerafft und die Cholera vollendet, was Maschinengewehre und Kanonen begonnen haben.
Was soll man angesichts dieser feststehenden Tatsachen dazu sagen,
die Notwendigkeit der Erforschung der tatsächlichen Zustände darIn einem zweiten Aufsatz über die Wohnungsaufsicht wird gelegt, die Tätigkeit des Propagandaausschusses für Groß- Berlin daß der Herr Staatssekretär a. D. ſich u. a. auch zum Mundstück gifte der Staaten und Städte gegeben, die bereits Wohnungs- Anwachsen der roten Flut zu verhindern"! Was dazu, daß er als nach dieser Richtung herausgestrichen und eine nicht vollständige derer macht, die Wohnungsreformen einführen wollen, um das inspektionen eingeführt haben. geeignetes Mittel hierfür das Verbandsgesetz für Groß- Berlin anEin weiterer Artikel handelt von der Schwierigkeit in der sieht, dessen Zweck neben anderen„ die Regelung des Baumwesens zur Finanzierung des Kleinbaues bei uns in Deutschland . Im Gegen- Erzielung gesunder Wohnungen" sei. Gewöhnliche Sterbliche sah dazu wird auf die großen Erleichterungen hingewiesen, welche wußten bisher nur, daß ein sozialdemokratischer Antrag, der„ die Erdie Behausung der belgischen unbemittelten Klassen durch das werbung von Flächen zur Abgabe an Gemeinden und gemeinnüßige jeb vom 9. August 1889 erfahren hat und es werden im ein- Baugenossenschaften für den Bau von Kleinwohnungen" verlangte, zelnen die zielbewußten Maßnahmen des belgischen Staats zur von der Regierung und den Majoritätsparteien des Landtages beFörderung des Kleinwohnungswesens aufgeführt.
Gesetz
fämpft und abgelehnt wurde. Die eine die Wohnungsfürsorge bc=
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sein Brogramm bezüglich der Bauordnung und Bautosten sowie hat, ist nach allgemeiner Auffaffung leider so dehnbar und verIn zwei weiteren Aufjähen entwirft der Verfasser schließlich treffende Bestimmung, die schließlich im Gefeß Aufnahme gefunden des Bautredits und gibt eine Zusammenstellung der ungeheuren waschen, daß wenig oder gar nichts damit anzufangen sein wird, Summen, welche öffentliche und private Versicherungsanstalten als ganz abgesehen davon, daß leßten Endes über diese Festseßung Die Türken sind niedergeworfen, ihre Wider Garantiefonds für ihre Verpflichtngen bereits aufgenommen haben. von Fluchtlinien und Bebauungsplänen" nicht die Organe des Verstandskraft ist gebrochen und für die Sünden einer Man tút dem Professor sicherlich nicht unrecht, wenn man an- bandes, sondern der Minister der öffentlichen Arbeiten endgültig feudal- asiatischen Regierung ist ein unschuldiges nimmt, daß es ihm ernst ist mit der Bekämpfung der verschiedenen zu befinden hat. Ganz klar ist doch auch, daß der Verband nicht Schäden der Wohnungsnot, daß er die Wohnungsfrage in allen um der schönen, vom Verfasser angeführten Zwecke willen, sondern Volk furchtbar heimgesucht worden. Die Friedens- ihren Veräſtelungen fennt und auch über ihre Geschichte in lediglich deswegen ins Leben gerufen ist, um durch die Zusammenverhandlungen haben begonnen und es besteht Deutschland und speziell in Berlin unterrichtet ist. Int so unan- fassung aller Groß- Berliner Gemeinden dem Fistus einen zahbegonnen und es besteht genehmer und peinlicher wirft es, zu sehen, wie sorgfältig der lungsfähigen Käufer für seine Waldungen zu schaffen. die Aussicht auf eine Neuordnung, die den Balkan - Geheime Rat Dernburg jedes Wort vermeidet, welches höheren Freilich, wie in der Wohnungsfrage, so geht Erzellenz Dern völkern die Möglichkeit gewährt, sich ihre politische Ortes, wo man bis zu einer gewissen Grenze ja auch in Wohnungs- burg auch in der Waldfrage verbundenen Auges umher. Amtlich not macht, unangenehm berühren könnte und wie er, um nur ja wurde ausdrücklich mitgeteilt, daß in der Konferenz, die Anfang und wirtschaftliche Entwickelung, befreit von Fremd- nicht anzustoßen, Dinge nicht erwähnt oder sieht, die für jeden Juni d. I. beim Kaiser in der Waldfrage unter Zuziehung des herrschaft, selbst zu bestimmen. Doch eine neue wirklichen Wohnungsreformer A und O jeder Reform find. Berliner Oberbürgermeisters und des Verbandsdirektors stattfand, „ Man darf bei der Wohnungsfrage nicht vergessen, daß be- mit keiner Silbe die event. vom Verband zu zahlenden Preise be= größere Gefahr zieht heraus. Eine Gefahr, sonders in Preußen die städtischen Vertretungen sich auf Grund rührt worden sind. Aber schon die bloße Tatsache, daß eine solche die alle Friedensheuchelei des diplomatischen des Gesetzes überwiegend aus Personen zusammenseßen, bei denen Konferenz stattgefunden hat, begeistert unseren Verfasser geradezu Ränkespiels nicht vertuschen kann: Die Raubsucht mit dem Kampf um die eigenen Interessen, ja in vielen Fällen„ Der Ausschuß des Zweckverbandes ist vor die richtige Schmiede die Sorge um das allgemeine Wohl notwendigerweise in Konflikt zu cinem Hymnus. Am 13. Juni schreibt er im„ Tageblatt" u. a.: der anderen Mächte ist erwacht und ihre Ein- um die eigene Gristenz kommt." Das ist alles, was der Verfasser gegangen. Bei den widerstreitenden Interessen kann das letzte Wort mischung in die Neugestaltung droht, zu neuen, Gemeindevertretungen zu sagen hat. Nicht ein Wort darüber, daß, gleichen maßgeblichen Einfluß ausübt. Diese Stelle ist, der König. über das Hausbesikerprivileg und das Dreiklassenwahlrecht zu den nur von einer Stelle gesprochen werden, welche auf alle Teile einen unabsehbaren Konflikten zu führen. da wirkliche Reformen in den heutigen Gemeindeverwaltungen nicht Der offene Blick und das warme Empfinden Kaiser Wilhelms durchzusehen sind, die Zusammenseßung dieser Verwaltungen durch sichert dabei eine großzügige und billige Lösung der Frage. Das wollen wir nicht, das soll ein demokratisches Wahlrecht geändert werden muß. Kein Wort Friedrich der Große hat wiederholt als seine Regierungsmagime darüber, daß ein demokratisches Wahlrecht zu den Gemeinde- erklärt, ich will, daß mein Volf vergnügt sei". Das faiserliche nicht sein! vertretungen von dem Landtag in seiner gegenwärtigen Gestaltung Eingreifen in die Frage des Wald- und Wiesengürtels ist von nicht zu erwarten ist, und daß somit die Aufhebung des Drei- der gleichen ebenso weisen wie großherzigen Auffassung getragen." forderung jedes Wohnungsreformers sein muß. flassenwahlrechts zum Preußischen Abgeordnetenhause die Grund
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Uns gehen Desterreichs Großmannssüchte Wenn man daran denkt, daß Ende Oktober, also fünf Monate später, selbst Professor Leidig- Wilmersdorf, der sich selber als nichts an und wir halten es für ein Verbrechen, In interessanter Weise wird in dem„ Tageblatt"-Artifel und äußersten rechten Flügel der Verbandsversammlung bezeichnete, das daß die Frage, ob Serbien einen Hafen an der in einem Auffaze in der Sozialen Praxis" ausgeführt, wie in Wort nahm, nur um die scharfe Verurteilung der Stellung des Belgien der Staat die gesetzliche Maschinerie durch zielbewußtes Fistus durch den sozialdemokratischen Redner auch seinerseits ausAdria erhält, einen Kriegsgrund bilden soll. Uns Eingreifen dem Wohnungsgesetz angepaßt und dieses mit aller drücklich zu unterstreichen und zu billigen, dann berühren diese betört nicht der letzte Fieberwahn des Kapita- raft gefördert habe; wie er seine Steuern und Lasten herunter- huldigenden Worte genau so unangenehm, wie die Leisetreterei in des Kapita- fege, feine Sparkassen öffne und seine Eisenbahnen in den Dienst den Wohnungsaufsäßen. Man sieht zwar, es liegt Syſtem darin, lismus, der sich auf seiner Flucht vor Flucht vor dem der Sache stelle. Welches Feld für jemanden, der wirken will, das aber es heißt doch gar zu offen mit der Wurst nach der Speckseite Sozialismus in imperialistische Abenteuer stürzen Gebaren der preußischen Regierung und der Majoritätsparteien im werfen. Landtag mit dem der entsprechenden belgischen Körperschaften in will. Den immer schärfer werdenden Gegen- Kontrast zu sehen! Dort Ermäßigung der Steuern und Lasten ist, soweit es sich um das allgemein bekannte handelt, nichts einGegen das mitgeteilte Programm bezüglich der Bauordnungen sätzen, die die kapitalistischen Staaten in feind- zugunsten einer besseren Wohnungsfürsorge hier die soziale Tat zuwenden. Unklar und unverständlich werden die Dinge aber liche, waffenstarrende Lager trennen, segen wir auch auf die kleinsten Einkommen zu legen, und die strikte Weige- soll der Verband den Beginn machen mit einem Groß- Berliner der Regierung und des Landtags, Zuschläge zur Einkommensteuer sofort da, wo der Herr Verfasser neue Gedanken hineinflicht. So das immer klarer und lebendiger werdende Ge- ring, das Eristenzminimum von 900 M., das die Regierung selbst Grundstücksfonds, welcher für die künftigen Bedürfnisse an öffentfühl unserer internationalen Solidarität entgegen. schon vor fait zwei Jahrzehnten als zu niedrig anerkannt hat, jest lichen Gebäuden, Schulen usw. Vorsorge trifft, den Erwerb solcher unter den jo total geänderten Geldverhältnissen herauszuseßen. In später notwendig werdenden Flächen im Austausch gestattet und Deshalb auf, Ihr arbeitenden Massen, und be- Belgien ein Sparkassengejet im Dienste eines hygienischen durch die Möglichkeit eines Angebots von Baustellen zu billigen weist vor den Augen der Welt, daß die Haupt- varer augunsten der Großen und Reichen zu belasten. Dort das und gut. Es fehlt nur eine Kleinigkeit, nämlich der Hinweis, wo Wohnungswesens, in Preußen ein solches Gesez, um die kleinen Preisen dem Wohnungsmangel ein Gegengewicht bietet".. Schön stadt des Sozialismus das Zentrum des Friedens- gesamte Verkehrswesen, die staatlichen Eisenbahnen eingeschlossen, denn im Verbandsgesetz dem Verband auch nur die leiseste Handwillens der Völker ist. im Dienst der hygienischen Bedürfnisse der Allgemeinheit bei habe zu solchem Vorgehen gegeben ist. Bei den Verhandlungen im uns eine Tarifpolitik, die die Eisenbahnen zum eigentlichen Nähr Landtag wurde solches oder ähnliches Vorgehen ausdrücklich ausboden der Staatsverwaltung macht und die vielen Hunderte von geschlossen. Millionen des Reinüberschusses herauszieht aus den Reisenden 3. und vor allem 4. Klasse, während die Reisenden 2. und 1. Klasse nichts bringen, sondern pro Kopf und Kilometer dem Staate Geld kosten.
Dem Kriege erklären wir den Krieg!
Wir wollen den Frieden!
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Die größte politische Partei Deutschlands , die wie allen übrigen Nöten des Volkes auch der Wohnungsnot seit langem regstes
" Ganz besonders ist eine eigene zielbewußte kommunalc Bodenpolitik wichtig in Verbindung mit der kommunalen Verkehrspolitif." Auch gegen diesen Grundsatz ist nicht das geringste einzuwenden, find es doch gerade die sozialdemokratischen Gruppen in allen Gemeindeverwaltungen, die seit Jahrzehnten unermüdlich solche Boden- und Verkehrspolitik von den bürgerlichen Majori