Nr. 11.
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Dienstag, den 14. Januar 1913.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morinplay, Nr. 1984.,
interessen im Saargebiet sprach. Aber die stürmi- Reschid Bascha hat gemäß den diplomatischen GepflogenZustimmung unserer Fraktion zu Fischers scharfer Renn- heiten einem Interviewer erklärt, die ottomanischen zum Schweigen, zumal ihn aus seiner eigenen Fraktion aud reisen, wenn die Mächte nicht vermittelten oder die VerDie Antwort auf diese Frage ist durch den Gang der nicht ein leises Wörtlein, nicht ein noch so schüchterner erbündeten nicht den Wunsch zur Wiedereinberufung der neueren deutschen Geschichte so oft gegeben worden und wird munternder Buruf unterstüßte. noch jeden Tag durch jedes wichtigere politische Ereignis so Sofort nach dem Genossen Fischer meldete sich der Konferenz äußerten. Diese und ähnliche Erklärungen find unzweideutig gegeben, daß bald jedes Kind in Deutschland Staatssekretär Delbrück zum Wort. Sachlich aber kaum tragisch zu nehmen. Die Entscheidung häirgt jezt antwortet: das preußische Juntertum! Wer über wolle er erst später auf die Rede eingehen, für heute müsse er offenbar vom Entschluß des Großen Rats ab, den das das Hörigkeitsverhältnis des Deutschen Reiches zum ost nur ein Wort über den Vertrauensbruch sagen, dem Fischer türkische Kabinett auf heute oder morgen zusammenberufen elbischen Preußen noch im Zweifel sein sollte, möge die Ver- feine Enthüllung verdanke. Er müsse sich lediglich dagegen hat. Nach übereinstimmenden Nachrichten aus Stonstanti handlungen des Deutschen Reichstags vom gestrigen Montag verwahren, denn auf eine Mitteilung einzugehen, die nur nopel soll der Große Rat für den Krieg sein. Es heißt nachlesen und zwar die Rede des Genossen Richard durch Vertrauensbruch zur Kenntnis des Abgeordneten ge- fogar, daß die Einberufung erfolgt sei, um der Note der Fischer zum Etat des Reichsamts des Innern. kommen sein könne, entspreche nicht der Achtung, die die Re- Mächte zuvorzukommen, so daß also die Türken dem Beispiel Genosse Fischer teilte unter großer Spannung des ganzen gierung vor dem Reichstage habe. Hauses mit, daß der Staatssekretär des Reichsamts des Aber Genosse Fischer blieb die Antwort auf diese ebenso der Montenegriner zu Anfang des Krieges zu folgen geInnern, Herr Delbrück , entwürdigende Bittgänge zum geschwollene wie verlegene Ausflucht nicht schuldig. Er habe denken. Die Times" meinen dazu, daß die verantwortlichen preußischen Minister des Innern gemacht habe, um die vorausgesehen, daß die Regierung sich in Würde und Vor- türkischen Staatsmänner kaum diesen törichten Schritt tun Zustimmung dieses Gewaltigen zu dem einstimmigen Votum nehmheit hüllen werde. Aber das mache keinen Eindruck auf würden, da sie sehen müßten, wie viele gierige Augen auf die des Reichstages für Einführung einheitlicher ihn, denn dieselbe Regierung, die sich gegen einen Vertrauens- asiatischen Befiptümer der Türkei gerichtet sind. Wahlurnen zu erlangen. Aber der ehemalige Ranal- bruch so feierlich verwahre, gebe jährlich Tausende und Aber- In bezug auf den rumänisch bulgarischen rebell v. Dallwig rebelliert noch heute gern, wenn es gegen tausende von Mark aus, um durch die organisierte Streit meint das Blatt, daß man Grund zur Annahme Reichstag und Reichsregierung geht: er stimmt nicht zu! Der Polizeispiele i brave Arbeiter zum Vertrauensbruch Fluge Herr Dollbrück erkennt die Stimmung des Reichstages. zu verleiten und auf diese Weise geheime Mitteilungen überwunden werden würde. In anderen Blättern findet man babe, daß dieser ohne viel Mühe und Verzögerung über Er hat die Einmütigkeit selbst der bürgerlichen Parteien in die Arbeiterbewegung zu erlangen. dieser Frage miterlebt. Er weiß ferner, daß fleine Geschenke Der Hieb saß, und Herr Delbrück hielt es vorläufig für ähnliche Anschauungen. Dr. Dillon veröffentlicht hente die Freundschaft erhalten, und daß die bürgerlichen Parteien, ratsamer, zu schweigen. In lebhafter Erregung ging damit im„ Daily Telegraph " einen friedfertigen Brief von Herrn Jonescu, in dem dieser versichert, daß die besonders die liberalen, über das kleine Geschenk der Wahl- die Sigung zu Ende. urnen hochbeglückt sein würden. Und so beschwört Herr Bevor der Etat des Reichsamts des Innern zur Erörte- rumänische Regierung dem bulgarischen Vertreter in Bukarest Delbrück seinen„ nachgeordneten" Kollegen in Preußen, doch rung gelangt war, hatte der Reichstag die ersten Lesungen nicht mit Besetzung der Dobrudscha gedroht, daß von einem in dieser Frage nachzugeben. Aber Herr v. Dallivit bleibt zweier Gefeßentwürfe erledigt und beide Entwürfe besonderen Ultimatum nie die Rede gewesen und daß der ungerührt! Herr Delbrück zieht das stärkste Register: die Stommissionen überwiesen. Von größerer sozialpolitischer rumänische Minister Filepescu nur zum Vergnügen nachy Reichsregierung möchte den Wunsch des Reichstags jetzt er- Bedeutung ist der Gesezentwurf über das Verfahren Sonstantinopel gefahren sei. Offenbar hat König Karl gefüllen, damit es kurz vor den Wahlen nicht so ausfehe, als gegen Jugendliche, deffen Unzulänglichkeit der funden, daß die Madit seiner Hintermänner für die habe sie sich die Zustimmung zu dem Beschluß des Reichs- Staatssekretär des Reichsjustizants in unzulänglicher Weise rumänische Erpresseroperation nicht ausreicht. tags a bringen lassen. Aber Herr v. Dallwig angeblich zu rechtfertigen versuchte. Von unserer Seite
Wer herricht in Deutschland ? idung brachte den sonderbaren Arbeitervertreter schnell Delegierten würden bente oder morgen ab
"
Ein Gesetzentwurf zur Ausführung der internationalen Pariser Uebereinkunft zum Schuße des gewerblichen Eigentums wurde ohne nennenswerte Debatte der Kommission überwiesen.
Landtagsneuwahlen im Mai?
Verzögerung der Intervention.
läßt sich durch kein Bitten und fein Drohen erweichen. Eritisierte Genosse Stdthagen die Mangelhaftigkeit des Er ist ein ostelbischer Junker, der weiß. was er will und Entwurfs; aber auch auf bürgerlicher Seite war man mit der Konstantinopel , 13. Sanuar. Die Botschafter haben was er junferlichen Wahlinteressen schuldig ist. So bescheidet Vorlage nur wenig zufrieden. Sogar vei leibhaftige einander Besuche abgestattet und sich gegenseitig die. Ansichten er die deutsche Reichsregierung, den Staatssekretär und den Universitätsprofessoren, v. Calker( natl.) und v. izst ihrer Regierungen mitgeteilt, doch befizen fie no dy feine Reichskanzler dahin, daß die großen Schwierigkeiten, die die( freif.), fanden in dieser Frage, für die fic Sachkenntnis mit- ausreichenden Instruktionen für: die. GesamtEinführung der Wahlurnen verursachen würden, der preußischen bringen, schärfere Worte der Kritik. reunion, in der der endgültige Zert der Stollektivmitteilung Regierung die Zustimmung unmöglich machten. verfaßt werden soll. Infolgedessen weiß man noch nicht, ob Kein Wort über diese faule Ausrede! Kein Wort auch in die Mitteilung der Pforte übermittelt werden kann. Man diesem Zusammenhange über die Sache selbst, sie wird schon noch glaubt in diplomatischen Streisen, daß die Aktion der Mächte zu geeigneter Zeit ihre weitere parlamentarische und öffentliche durch die bulgarisch rumänische Frage verErörterung finden. Genosse Fischer hat die Enthüllung, die zögert worden sei, denn eine eventuelle Aktion Rumäniens allgemein größtes Aufsehen erregen wird und. zu den bevorkönnte die Situation ändern. Es wird auch erklärt, daß über stehenden preußischen Landtagswahlen recht gelegen kommt, den endgültigen Text der Mitteilung nicht in London , auch nicht um ihrer selbst willen, und aus Sensationslust dem Nach Gerüchten, die im Abgeordnetenhause verbreitet sondern in Konstantinopel Beschluß gefaßt werden würde, da Reichstag unterbreitet, sondern sie sollte nur an einem augen- tourden, soll die Regierung beabsichtigen, die Neuwahlen zum hier die Botschafter kompetenter feien, eine passende Formel fälligen und krassen Beispiel zeigen, daß die deutsche preußischen Abgeordnetenhaus bereits im Mai stattfinden zu finden. Reichsregierung wur ein flägliches Bezu lassen. Es soll für die Urwahlen der 14. Mai und für Dagegen meldet Reuters Bureau aus London , die seit dientendasein im Interesse der preußischen die Abgeordnetenwahlen der 2. Juni als Termin in Aus- einigen Tagen durch die Botschafter in Konstantinopel vorJunterinteressen führt und daß man sich daher von bereitete Note werde durch die Kollektivnote ersetzt werden, einer solchen Regierung auch auf dem Gebiete der Sozial- ficht genommen sein." Norddeutsche Allgemeine Zeitung die am Freitag durch die Botschafter in London im Laufe politif keinerlei Taten versprechen darf. Wenn die deutsche und Reichsanzeiger" bringen einstweilen noch keine Bestäti- ihrer Besprechung redigiert worden ist. Der Text ist am Reichsregierung nicht einmal in einer solchen untergeordneten gung dieser Nachricht. Freitagabend an die verschiedenen Hauptstädte telegraphiert Frage der Wahltechnik ihren bescheidenen Willen durchsetzen Die derzeitige 21. Legislaturperiode läuft am 25. Juli und damit den Regierungen zur Billigung unterbreitet kann, wie soll sie ihn falls sie ihn überhaupt besäße bei 1913 ab. Die letzten Wahlen fanden am 3. Juni( Wahl- worden. den viel wichtigeren und ernsteren Fragen des Arbeiterschutzes, männerwahlen) und am 16. Juni( Abgeordnetenwahlen) des Koalitionsrechts, der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in 1908 statt. Das Abgeordnetenhaus trat am 26. Juni 1908 Paris , 13. Januar. Zu dem bulgarisch -rumänischen Zwist meldet der Londoner Sonderberichterstatter Bildete diese bedeutsame Mitteilung des Genossen zu seiner ersten Session zusammen. Die Neuwahlen zum Abgeordnetenhaus könnten auch des Matin", der bulgarische Delegierte Da new habe ihne Fischer in politischer Beziehung den Höhepunkt seiner Rede, dann im Mai stattfinden, wenn das derzeitige Abgeordneten- erklärt, er verbürge fich dafür, daß man sich nicht zu be so waren seine Ausführungen doch auch im übrigen reich an wertvoller Kritik der stagnierenden Sozialpolitik des Deut- haus noch bis in den Mai hinein tagte. Auch im Jahre 1908 unruhigen brauche. Bulgarien und Rumänien würden schen Reiches. Er geißelte die Scharfmacherrede des Herrn erfolgte die Auflösung des Abgeordnetenhauses erst am ficher zu einer Verständigung gelangen. Von dem Delbrück , die er bei der Interpellation über das Koalitions- 1. Juni, während die Urwahlen bereits am 3. Juni statt- rumänischen Minister Jonescu habe der Storrefpondent errecht gehalten hat, mit der nötigen Schärfe; er stellte die fanden. Die Verfassung bestimmt lediglich, daß der König fahren, daß der bulgarische Ministerpräsident Gefch o.w der rumänischen Regierung mitgeteilt habe, er wünsche lebhaft Phrasen über den angeblichen Schutz der nationalen Arbeit entweder die Kammern gemeinsam oder auch nur eine der eine Verständigung und habe in diesem Sinne an Danew nach durch Zollschutz und Schutz der Unternehmerinteressen in das Kammern auflösen kann, und daß in diesem Falle innerhalb London Weisungen gelangen lassen. richtige Licht und zeigte, daß die schönen Redensarten nur eines Zeitraumes von 60 Tagen nach der Auflösung die die Sorge um den Schutz des Geldbeutels der Sapitalisten sähler und innerhalb eines Zeitraumes von 90 Tagen schamhaft verbergen sollen; er deďte an Einzelbeispielen den nach der Auflösung die Stammern versammelt werden die Fragen betreffend Adrianopel und die Aegaifchen sozialen Geist der herrschenden Klassen auf, wie er sich in crbärmlicher Bezahlung von Beamten und Arbeitern und in müssen. Eine Mindest frist zwischen der Auflösung der hochnäfiger Geringschätzung des Mittelstandes und der da- Kammern und dem Termin der Neuwahlen ist nicht vorrunter lebenden Volksschichten offenbare, er trat in beredter gesehen.
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Staatsbetrieben durchsezen!
Keinen Krieg wert!
Inseln, wie die Fragen der Kompensationen für Rumänien und der Abgrenzung Ibaniens durch die Großmächte ge16 ft werden könnten. Das Blatt fagt: daß keine dieser Weise für das volle Koalitionsrecht der Arbeiter und Be- Selbst dann also, wenn eine offizielle Bestätigung Fragen die Opfer und Gefahrenwert feien, denen alle amten in Staatsbetrieben ein, da es für das wirtschaftliche über den von der Regierung in Aussicht genommenen Wahl- beteiligten Mächte durch eine Erneuerung des Strieges ausgefekt Verhältnis des Arbeiters zum Arbeitgeber ganz gleich fei, ob termin nicht erfolgen sollte, werden die Genossen im Lande würden. Es sei kaum denkbar, daß die Türkei oder die Verbündeten der Arbeitgeber ein Privatunternehmer oder der Staat sei. gut tun, sich auf einen frühzeitigen Wahltermin vorzubereiten! den Krieg wieder aufnehmen würden wegen eines Urrangements, Bum Suluß behandelte Genosse Fischer die päpstliche Enzyklika über die christlichen fchaften. Waren bei den Enthüllungen Fischers über die Abhängigkeit Deutschlands von Preußen Herr Delbrück und feine„ nachgeordneten" Unterleiter in große Aufregung und Verwirrung geraten, so wirkten seine Bemerkungen über die
Gewerk
Die Balkankrise. Zwischen Krieg und frieden.
das gänzlich von dem Willen anderer abhängen müsse. Als die Verbündeten die Verhandlungen begannen, verfündeten fie mit erstaunlichem Selbstvertrauen, daß die Zukunft der Baltanhalbinsel lediglich eine Frage der Balkanmächte sei. Sie riefen Europa stola ein Hände weg" au und erklärten, daß fie allein mit der Türkei abrechnen würden. Die Erfahrung habe sie gelehrt, daß
Scharfmacherenzyklika des Papstes auf das Zentrum wie London , 13. Januar. ( Privattelegramm des diese Pose feinen 8wed hat. Sie alle erkennen jetzt an, daß in dos brennende Sodom und Gomorra auf Rot. In verlegenem„ orwärts".) Der Eifer, mit dem die Balakanstaaten mehrfacher Hinsicht die endgültige Entscheidung bei Schweigen, ohne sich zu rühren, weder durch eine Kundgebung und die Türkei die Stimmungsmache betreiben, deutet darauf, Europa liege, und alle feien jest sehr bemüht, Europa zugunsten des Widerspruchs noch durch ein befreientes Lachen, so saßen hin, daß die langwierigen Berhandlungen zu ihrer eigenen Bestrebungen zu beeinflussen. die Herren vom Zentrum da. Nur der„ Berliner " Gewerkschafter Stoßmann wagte einmal ein Wort des Widerspruchs, Ende gehen und die Entscheidung bevorsteht, die Einberufung des türkischen Großen Rats". als Fischer von dem schamlosen Verrat der Ber entweder die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten oder Konstantinopel , 13. Januar. Auch heute fand auf der Iiner Fachabteilungen an den Arbeiter wahrscheinlicher den Frieden bringen wird. Pforte unter Vorfiz des Großwefirs ein Ministerrat