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Nr. 52.
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Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.
Fernsprecher: Amt Moritzplak, Nr. 1983.
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Sonntag, den 2. März 1913.
Für das Recht der Frau!
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplay, Nr. 1984.
Der neue Aderlaẞ.
Die Köln . 8tg." bestätigt heute offiziös, daß die einmaligen Ausgaben die ungeheuerliche Summe von einer Milliarde übersteigen werden! Die jährlichen Ausgaben OpsladisЯ usb nov 161990s 10 stehen noch nicht genau fest; aber niemand zweifelt mehr, daß sie annähernd eine Viertelmilliarde ausmachen werden. Und schon kann man immer häufiger die Andeutung hören, daß mit einer Besigsteuer allein die Deckung nicht gefunden werden wird; neue indirekte Steuern tauchen drohend am Horizont auf.
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Auch die Nordd. Allg. Ztg." kommt heute in Abwehr auf die bekannten militaristischen Angriffe auf die Heeresvorlagen zu sprechen und schreibt: " In der Deffentlichkeit und der Presse zerbricht man sich die Stöpfe darüber, warum der Seeres vorlage zögert. Von einem Zögern fann aber gar die Regierung mit der Einbringung nicht die Rede sein, die Vorlage ist eben noch nicht so weit, daß sie bereits eingebracht werden konnte. Auch von
In dem Lande, in dem jetzt am heftigsten von allen jede selbstbewußte Frau es als Unrecht und Schmach europäischen Staaten um das Wahlrecht der Frau gekämpft empfunden, daß sie von den wichtigen Erörterungen und Bewird, lautet ein Grundsatz der Staatsverfassung: No taxation schlüssen über die auswärtige Politik ausgeschlossen sein soll. Das without representation Keine Besteuerung ohne Striegsgespenst würgte auf dem Balkan und drohte auch die euroBahlvertretung! Wenn dieses Prinzip, das einst vom päischen Großmächte gegeneinder zu heben. Die in den Härten der dem erwachenden und erstarkenden Bürgertum als Kampfruf außerhäuslichen Tätigkeit aufgewachsene Frau erträgt es heute gegen die Willkürherrschaft des Absolutismus und Feudalismus nicht mehr, daß sie stumm warten soll, bis man ihr den geprägt wurde, heute in den kapitalistischen Bourgeois- Gatten und Sohn von der Seite reißt und sie selbst staaten wirklich Geltung hätte, würden die Frauen des wirtschaftlicher Not oder gar förperlicher Mißhandlung aus arbeitenden Volkes die bevorzugtesten Wähler sein. Denn wo feßt, will es nicht dulden, daß sie kein Mitbestimmungsrecht gäbe es einen Stand, der härter besteuert wäre als die über ihr eigenes Wohl und Wehe haben soll. Frauen! Nicht allein die Steuern im staatsrechtlichen Sinne So ist in den Frauen die Erkenntnis gereift, daß ihre einem Berpassen der Gelegenheit" darf man nicht sprechen; denn der Entschluß, unsere Wehrkraft erneut zu verstärken, lasten auf ihnen ebenso schwer wie auf den Männern; die Wünsche und Forderungen nur erfüllt werden können, wenn ist, wie an dieser Stelle bereits Mitte Dezember angedeutet Frauen unserer Zeit müssen dazu noch alle Bürden tragen, ihnen das Wahlrecht gegeben wird. In allen kapitalistischen wurde, alsbald nach dem Umschwung der Verhältnisse im die in früheren vorkapitalistischen Zeiten ihre einzige Sorge Staaten find daher die Frauen am Werke, sich dieses Recht Südosten Europas gefaßt worden. Wie das zu gefchehen habe, bewaren, wie einem Träger, dem man neue Lasten aufbürdete, zu erringen. Auch das letzte Jahr brachte wieder eine Reihe ehe man die alten nahm, ohne sich zu kümmern, wie er seine großer Fortschritte auf dem Gebiete des Frauenwahlrechts. Aufgaben löst, hat der Kapitalismus die Frau hartherzig in neue Verhältnisse mit neuen Aufgaben getrieben, ohne ihr die Erfüllung der alten zu erleichtern.
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durfte gründlichster Erwägung, und zwar um so mehr, als es für uns nicht auf einen Bluff des Auslandes ankommen, sondern nach dem Ernst der Lage sich nur um den wohlüberlegten, In Deutschland allerdings sträuben sich Staats- großzügigen Ausbau unserer Wehrmacht unter und Gemeindeverwaltung noch immer energisch gegen jedes, usnuzung des gesamten bisher brach liegenden auch das kleinste Zugeständnis. Die Anträge der Sozial- Teiles des wehrkräftigen Boltes handeln konnte. Die Feinde der Gleichberechtigung beider Geschlechter demokratie, die Petitionen der bürgerlichen Frauenrecht- ebereilung wäre, wenn irgendwo, gerade hier schädlich gewesen. Die für die Durchführung dieser, wie aller Maßnahmen auf dem fuchen allerdings noch immer sich selbst und den For- lerinnen wandern fast immer ohne weiteres in den Papierkorb. Gebiete des Heerwesens grundlegende Entscheidung des dernden vorzutäuschen, daß auch heute noch die Frau nur Und das nimmt kein Wunder. Sind doch selbst den Männern Raifers fiel im Januar. Seit diesem Zeitpunkt sind die beteiligten die gleichen Pflichten und daher auch Rechte habe wie vor noch längst nicht die gleichen Rechte zugebilligt. Gerade in Stellen der Reichsregierung mit lebertragung der gefaßten Ent hundert Jahren. Nur durch eigene Schuld werde der Pflichten- Preußen kämpft das Proletariat seit Jahren gegen das schlüſſe in die nun einmal notwendige Etats- und Gefeßesform mit Anspannung aller Kräfte beschäftigt, un und wenn es gelingt, die Vorfreis überschritten. Denn daß die tatsächlichen Leistungen der Dreiklassenwahl unrecht. Und in diesem Frühjahr lage um die Mitte diefes Monats an den Bundesrat zu Frau heute ganz andere sind als je zuvor, vermag auch der wird der Streit bei den Wahlen von neuem entbrennen. Daß bringen, so ist das eine anzuerkennende Leistung, die allerdings nur in die blindeste Theorie verrannte Reaktionär nicht zu leugnen. die Junker und das Zentrum auch in der Frage des Frauens derjenige einzuschäzen in der Lage ist, der sie selbst einmal zu leisten Was wollen aber alle slagen über diese Entwickelung, die in wahlrechts den Hort der Reaktion bilden, nimmt kein Wunder. gehabt hat. Wenn dann der Reichstag die Vorlage noch vor Pfingsten unter Dach bringt, so ist audi feine einigen Jahrzehnten die Scharen der arbeitenden Frauen ver- Aber auch die liberalen Parteien versagen immer wieder, Beit verloren; denn die geforderten Heeresverstärkungen können vielfacht hat und heute Millionen von Töchtern, Gattinnen wo es sich um ein flares entschiedenes Eintreten zugunsten fämtlich frühestens am 1. Oktober 1913 durchgeführt werden. Nach und Müttern in den Fabriken, Kontoren, Läden, Arbeits- der politischen Gleichberechtigung der Frau handelt. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit ist ein anderer Zeitzimmern festhält. Was sollen auch die Behauptungen Elägliche Stellungnahme der Freifinnigen auf ihrem letzten punkt als der Herbst für die Duraführung größerer Organisationsänderungen nicht möglich ohne eine bedenkliche Erschütterung über den Mangel an förperlicher und geistiger Befähigung, Parteitag in Mannheim bot dafür einen neuen Beleg. des Gesamtorganismus des Heeres und ohne Schädigung wo ein Beruf nach dem anderen von den Frauen neu Diese Feindschaft gegen das volle Staatsbürgerrecht der der sorgfältigen Ausbildung bestehenden Truppenteile. erobert wird. die nötigen Vorbereitungen zu treffen, ist es aller Nicht nach erweiterter Tätigkeit rufen Frau hindert die bürgerlichen Parteien nicht, doch um die Um die nötigen Vorbereitungen zu heute die Frauen in erster Linie, sondern nach Ruhe und Be- Mitarbeit der Frau für die eigene Parteiorganisation zu dings erforderlich, daß die Heeresverwaltung spätestens um Pfingsten die Vorlage zum Gesetz erhoben sieht. Wenn man freiung. Gerade die Frauen, denen das Recht auf Arbeit so werben. Sogar die konservativen Parteien haben sich gegen aber befürchtet, daß die einer großen Heeresvorlage günstige Stimboll gemessen worden ist, daß sie schier daran ersticken, schreien die Fernhaltung aller politischen Einflüsse von der Frau ermung im Volt und Barlament abflauen fönnte, so schäzen wir beide nach dem Recht, ihren Pflichtenfreis wieder auf das Erträg- flärt. Das Zentrum tritt feit kurzem offen für die höher ein. Nicht, augenblidliche Stimmungen, sondern die tiefliche beschränken zu können. Politisierung der Frau und die Bildung von besonderen eingewurzelte Ueberzeugung von der Notwendigkeit, unsere Rüstung Statt die geforderten Rechte zu gewähren, schütteten die Frauenorganisationen ein. Dieser Seelenfang wird aller- nachhaltig zu verstärken, wenn wir uns in der Welt fernerhin durchsetzen wollen, haben der nun in aller Kürze kommenden herrschenden Klassen aber nur neue Pflichten über das dings erleichtert durch die Genügsamkeit der bürgerlichen Borlage den Boden im deutschen Bolte bereitet, wie das seit langer „ schwächere" Geschlecht aus. Außer dem Hause die harte, Frauen, die troß ihrer angeblich weitergehenden Forde Beit bei keiner Heeresvorlage der Fall gewefen ist. Daher ist die kräftezerrüttende Berufsarbeit, im Hause die Sorge um Nahrung rungen bei den offenen oder versteckten Feinden der Gleich Ungeduld und die Erwartung im Volke( 1) auch erklärlich. Diese und Notdurft der Familie das ist das unentrinnbare 208 das ist das unentrinnbare Los berechtigung ausharren. Wenn die bürgerlichen Frauen auch wird nicht enttäuscht werden. der Proletarierin! Die erwerbstätige Mutter reißt die Gesell- Stampf ohne Unterschied der Partei oder Klasse allein der ihrer Höhe ganz besonders ins Gewicht fallenden einmaligen der Proletarierin! Die erwerbstätige Mutter reißt die Gesell- noch immer die Fiktion aufrechtzuerhalten suchen, daß ihr wie wir erfahren, besteht bei der Reichsleitung die Absicht, die wegen schaft vom Säugling und Stinde, aber sie verweigert den notwendigen Schutz für die Pflegebedürftigen. Nicht ein- Befreiung der Frau gelte, so tritt doch das Klasseninteresse o sten der Heeresvorlage durch eine einmalige Abmal das Recht gibt man der Mutter, selbst ihre Klagen licher hervor. Die Aufgabe der Forderung des Reichstags- sprechung der stimmführenden Mitglieder des Bundesrats statt." in ihren Forderungen und in ihrer Betätigung immer deut- gabe von Vermögen zu decken. In dieser Angelegenheit findet heute nachmittag auf Einladung des Reichskanzlers eine Beund Forderungen innerhalb der gesetzgebenden Faktoren zum wahlrechtes in weiten Kreisen des bürgerlichen Frauen- Es ist wirklich ein starkes Stück, daß die„ Nordd. Allg. Ausdruck zu bringen und durchzusetzen. Die Parlamente in stimmrechtsverbandes brachte im vergangenen Jahre diese 8tg." davon zu sprechen wagt, daß im Volke Begeisterung Staat und Gemeinde sind ihr verschlossen, wenn sie die Ver- Entwickelung deutlich zum Ausdruc. für diese neuen Rüstungs- und Steueropfer herrsche. Das wendung der von ihrer Arbeit und Steuer mitaufgebrachten Nur die Sozialdemokratie hat wirklich das volle Gegenteil ist der Fall und mit Zorn und BeGelder zugunsten besserer Säuglings- und Kinderfürsorge Bürgerrecht der Frau auf ihre Fahne geschrieben. Für sie stürzung sehen die arbeitenden Massen, wie in diesen befürworten will. Man raubt ihr das Heim, aber sie darf bedeutet das nicht den Kampf des einen Geschlechts gegen die Zeiten der Teuerung, des sozialpolitischen Stillstandes, der nicht einmal mitraten, wie man durch eine Wohnungsreform Unterdrückung durch das andere, bei ihr quillt diese Forde- Hege gegen die Gewerkschaften, in den Zeiten, wo nicht es ihr wiedergeben kann. Man richtet über ihre oder ihrer rung heraus aus der innersten Ueberzeugung von der Gleich für anständige Veteranen- und Witwen- und ein Dugend Millionen freizumachen waren Kinder Vergehen gegen die staatliche Ordnung; sie selbst aber berechtigung beider Geschlechter. Für die Sozialdemokratie Baisenpensionen, Milliarden für Kriegsausgaben verhat keinen Einfluß auf die Rechtsegung oder auch nur Aus- ist dieser Kampf nur ein Teil des Kampfes gegen die Un- geudet werden sollen!
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Auch die Deckungsfrage wird überall lebhaft erörtert.
legung dieses Rechts. Selbst wo es sich um die Be- gerechtigkeit und Unterdrückung überhaupt. Um aber das Die Ausführungen der„ Nordd. Allg. 3tg." zeigen übrigens, wertung der angeblich oder tatsächlich so besonders Biel , die Verwirklichung des Sozialismus, zu erreichen, be- wie unbegründet die Sorge der hohen Militärs iſt, die Rekomplizierten und der männlichen Psyche schlechterdings darf sie auch der Mitarbeit der Frauen. Zum dritten Male gierung Bethmann Hollwegs könnte den Mut finden, an ihren nicht zugänglichen weiblichen Seelenzustände handelt, schließt scharen sich deshalb die Frauen des arbeitneden Volkes, Forderungen Abstriche zu machen. Es wird alles bewilligt, man die Frau und Mutter von Gesetzgebung und Recht um ihre Schwestern zu sammeln und neue Kämpferinnen auf- was die ausschweifendste Phantasie der Berufsfoldateska sprechung aus. Selbst wenn die Frau auf den engen Streis ihrer häus- Gleichberechtigung. Auch im Auslande rüsten die Genossinnen Linie da, um den herrschenden Klassen als lebende Waffenzurufen zum Austurm gegen die Feinde der politischen sich nur träumen lassen kann. Das deutsche Volk produziert ja genug Kinder. Und die Söhne des Voltes sind ja in erster lichen Pflichten beschränkt wird, muß ihr Interesse an der zum internationalen Frauentag. Ueber die Schranken der maschinen zu dienen! Erlangung des vollen Staatsbürgerrechts wach werden durch Nationalität hinweg vereinen sich die Sozialistinnen aller den Brot- und Fleischwucher. Hunger und Not Länder zur Erneuerung des Schwurs, nicht nachzulassen im treiben bessere Aufflärung auch unter den weiblichen Massen, Kampfe um politische Reformen und zur Verwirklichung des als es je die angebliche Hege einiger emanzipierter Frauen sozialistischen Ziels.
tun könnte.
Gerade die Hausfrau und Mutter empfindet es Deshalb ergeht auch an Euch, Ihr Frauen Groß am bittersten, wenn Junker und Minister zur Bekämpfung Berlins , der Ruf, Euch heute den Scharen der entrechteten der Zeuerung höhnisch die Eindämmung der Verschwendungsund Genußsucht in Arbeiterfamilien empfehlen. und doch siegesgewissen Kämpferinnen anzuschließen!
Die Frau wird mit berührt, wenn die Wellen der ernstesten politischen Ereignisse bis in das nach verlogenen Schilderungen noch immer idyllische traute Familienheim schlagen. Gerade in den letzten Wochen und Monden hat
Demonstriert in Massen: Für Euer Recht! Für die Beseitigung der Geschlechtsunfreiheit! Gegen jede wirtschaftliche und politische Sklaverei!
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Auch die
Was die„ Nordd.. Allg. Ztg." über die Deckungsvorlage sagt, ist recht dürftig. Ueber die neuen Steuern erfährt man nichts. Nur daß die einmalige Ausgabe durch eine Vermögensabgabe aufgebracht werden soll, wird angedeutet. Nach Vermögensabgabe gedacht sein, wobei die Vermögen von der Milit- pol. Storr." soll an eine einmalige prozentuale 30 000 bis 50 000 m. frei bleiben würden. Fürsten , die ja sonst keine Steuern zahlen, sollen diesmal zu dem Opfer" herangezogen werden. Wir sind allerdings der Meinung, daß selbst wenn dieser Plan sich verwirklichte, die Besitzenden damit ihre Pflicht nur ganz ungenügend erfüllt hätten. Die englische Erbschaftssteuer allein bringt jährlich etwa eine halbe Milliarde. Da wollen sich