Nr. 280.
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Sonnabend, den 25. Oktober 1913.
Seltfamkeiten des Krupp- Prozeffes.
Warum nur ein Direktor angeklagt?
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der Preisherabsetzung( als Folge der Ausspionierung der Konkurrenzpreise) erklärte: Ich ziehe also den Schluß, daß die Preispolitik der Firma Krupp niemals zum Schaden der Heeresverwaltung ausgeschlagen ist. Wir hoffen, daß das lediglich das Resumee der Angaben des Herrn Eccius das habe der Berliner Vertreter, Herr Brandt, selbst wissen sein sollte, feineswegs aber eine Akzeptierung dieser total Wie der erste Krupp- Prozeß vor dem Kriegsgericht, so müssen. falschen Darstellung durch den Gerichtsvorsitzenden! gibt auch der neue Krupp- Prozeß vor der Moabiter Straf- Ein solcher Standpunkt ist ebenso bequem wie vor-] Ebenso auf plumpe Täuschung berechnet war die Darfammer mancherlei Nüsse zu fnaden. Und diese Rätsel wer- fichtig. Man gibt Jemandem Aufträge der wichtigsten und stellung, als habe sich's bei dieser Struppschen Spionage- und den um so unlösbarer, ie mehr man in die Dinge eindringt. diffizilsten Art, Aufträge, die ohne Gesezwidrig- Preispolitik ja nur um Aufträge von ein paarmal hundertEins dieser Rätsel ist da zum Beispiel, weshalb denn gerade feiten gar nicht auszuführen sind, weist aber tausend Mark jährlich gehandelt, also nur um den Bruchteil der Direktor Eccius auf die Angklagebank geraten ist und dann jede Verantwortung für das Treiben eines solchen eines einzigen Prozentes des Kruppschen Jahresumsatzes. In nicht der oder jener andere Krupp- Direktor, oder warum Werkzeuges von sich. Man stellt diesem Werkzeug sogar 3500 Wirklichkeit handelte es sich um ganz etwas anderes. Nämnicht was doch für den Laienverstand das Nächstliegende Mark jährlicher Funktionszulage" zur Verfügung, lehnt es lich, wie Herr Eccius ja selbst zugeben mußte, um den gewesen wäre außer Herrn Eccius auch die anderen dann aber geflissentlich ab, irgendwelche Recherchen über die Stampf gegen die unbequeme Sonkurrenz, die man namentlich Herren Direktoren in Anklagezustand versezt wurden! Verwendung dieses Geldes anzustellen. Ja sogar, als man 1905 und 1906 unliebsam empfunden hatte. War doch Herr Gerade die Verhandlungen vor dem Kriegsgericht durch den Inhalt der Berichte stukia gemacht werden Eccius, der Vielbeschäftigte, damals selbst nach Berlin gezwingen geradezu zum Aufwerfen dieser Frage. Denn dort muß. vermeidet man vorsichtig, in Nachforschungen einzu- fahren, um unsere parlamentarischen Freunde"(!!) mit bekundete Herr Eccius, daß er keineswegs derjenige gewesen treten. Man will eben nichts wissen, um später, falls die tendenziösem Kruppmaterial zu versehen. Man weiß jetzt sei, der die Versegung Brandts nach Berlin verfügt habe. Sache schief geht, mit seiner Ahnungslosigkeit auftrumpfen wenigstens, woher das Material stammte, mit dem der AbSeiner Erinnerung nach sei er in dieser Sache nicht einmal zu können. Was sind diese Unschuldslämmer doch für ge- geordnete Beumer damals den Reichstag zu bluffen versuchte. befragt worden. Das sei auch gar nicht seines Amtes ge- rissene Füchse! Ach nein, um was es sich in Wahrheit bei der Brandtschen wesen, sondern Angelegenheit des zuständigen Dezernenten Herr Direktor Eccius, der ehemalige hohe Spionage drehte, hat vor dem Kriegsgericht Herr Dr. Dreger, Er sagte für das Nachrichtenwesen, also des Direktors Budde. Justiz beamte im Reichsdienst, gab am Freitag einer der anderen Krupp- Direktoren, verraten. Im übrigen sei er sehr häufig und sehr lange durch Aus- zu, daß er wohl das Gefühl gehabt habe, daß einzelne Be- damals: In Offizierskreisen hieß es allgemein, die Firma landsreisen von Effen ferngehalten worden. Im Jahre 1908 amte pflichtwidrig gehandelt haben müßten, als sie dem Krupp habe für die Kleinlieferungen fein Interesse habe er nur fünf Sonntage in Essen verlebt. Ueberhaupt Brandt bei den Bechgelagen( die doch die Firma Krupp mit und stelle für sie hohe Preise. Daraus machte man dann habe er im Jahre durchschnittlich die Hälfte oder gar zwei ihrer Funktionszulage" bezahlte und bezahlt wissen Rückschlüsse auch auf die großen Lieferungen, und wir waren Drittel der Zeit im Auslande zugebracht. Aus all diesen wollte) ihre Dienstgeheimnisse auskramten. Aber der zu Unrecht als teuer verschrien." Gründen habe er die Kornwalzer nur flüchtig zu Gesicht be- Herr Direktor hat sich gleichwohl über Brandts mehr als ver- Man wollte also bei den kleineren Lieferungen, gleich dächtiges Treiben keine Gedanken gemacht". An moralischen der Konkurrenz, billigere Preise machen, um dadurch für die Da sich nun auch aus der Art der Fragestellung bei der Zwangsvorstellungen leidet also Herr Eccius sicher nicht, da- Kruppschen Preise für die großen Lieferungen ein günjebigen Bernehmung des Herrn Eccius vor der Straf- für befigt er die für eine Kanonenfirma unschäßbare Fähig. ft i geres Vorurteil zu schaffen, um der unbefammer kein besonderer Grund ersehen läßt, weshalb denn feit in um so höherem Grade, sich aller unpraktischen Ge- quemen militärtschen und parlamentarischen Kritik den Mund zu stopfen! gerade dieser Krupp- Direktor, und obendrein er ganz wissensstrupel völlig zu entschlagen. allein, die Anklagebank drückt, erscheint es uns doch ganz Immerhin hat auch Herr Eccius böse Ahnungen gehabt. Aber mehr noch. Auch bei großen Lieferungen für angebracht, noch einmal das in Erinnerung zu bringen, was Er fürchtete, daß es einmal zu einem publizistischen Standal" Kanonenrohre war seinerzeit, so erzählte Herr Dr. Dreger, die anderen Krupp- Direktoren in der Kriegsgerichtsverhand- kommen könne. Wohl gemerkt, zu einem Presse- Skandal, die Firma Krupp ins Hintertreffen geraten. Man wollte lung in ihrer Eigenschaft als Zeugen selbst über ihre Be- beileibe aber nicht zu einem friminellen Debacle. Eine deshalb nicht nur die Konkurrenzpreise erschnüffeln, sondern ziehungen zu den Brandtschen Kornwalzern ausgesagt haben. Einschäzung unserer Rechtspflege, für die unsere Justiz- auch von solchen großen Lieferungen Kenntnis erhalten, die Da war zunächst der Direktor Dr. Dreger, dem behörden diesem ehemaligen hohen Justizbeamten sicherlich die eeresverwaltung aus guten Gründen vor der vor seiner Versekung nach Berlin die Konstruktionsangelegen- au besonderem Danke verpflichtet sein dürften. heiten der Firma Krupp unterstellt waren. Die Kornwalzer, die sich auf konstruktive Mitteilungen bezogen, wurden Herrn
kommen.
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Täppische Täuschungsversuche.
,, Unfere Kavallerie."
Unter obigem Titel brachte jüngst die Kölnische Zei
Firma Krupp geheim hielt. Man wollte durch solche illegitime Spionage die Möglichkeit erhalten, der Konkurrenz zuvorzukommen, um sie zu unterbieten. Natürlich Dreger vorgelegt und von ihm gelesen. Daß Herr Dreger Schon während der Kriegsgerichtsverhandlungen ver- nicht aus nationaler Begeisterung für billige Lieferungen an behauptete, er habe diesen Mitteilungen keine besondere Be- fuchten die Krupp- Direktoren und die Krupp- Preise das kind- das Reich, sondern um die Konkurrenz nach Möglichkeit ausdeutung beigemessen, da der Firma bereits auf anderem Wege liche Manöver, es so darzustellen, als ob die skandalösen zuschalten. Um die alten schönen profitablen Zeiten des alle Angaben auch die geheimsten, die sich auf Versuche der Spionagemanöver des Brandt schließlich nur die Wirkung ge- Kruppschen Monopols wieder herzustellen! Konkurrenzfirmen und des Reiches bezogen bekannt ge habt hätten, dem heißgeliebten deutschen Vaterlande einen Solch weitschauenden Geschäftsmanövern diente das worden seien, ist für die kriminelle Seite völlig belanglos. patriotischen Dienst zu erweisen. Wohl habe sich die Firma Brandtsche Spionagesystem. Deshalb konnte man den SubUm so mehr, als Herr Direktor Dreger zugab, daß er sehr trupp( rechts- und gesezwidrig!) in den Besitz der von der altern mit seinen unsauberen Manövern nicht entbehren. Und wenn wirklich unsere Herren Juristen wohl die Ueberzeugung gehabt habe, daß der Inhalt gewiffer Militärverwaltung geflissentlich geheimKornwalzer nicht auf legalem Wege in den Besitz des Brandt gehaltenen Konkurrenzpreise gesetzt, doch habe sie so weltfremd und geschäftsunkundig sein gekommen sein könne. Herr Dr. Dreger bediente sich also der daraufhin ihre Preise niemals herauf, sondern stets nur sollten, um diese Dinge nicht selbst erkennen auf illegalem Wege erlangten Wissenschaft des Brandt, herabgefeßt. Das Reich habe also billigere Lieferungen eru fönnen, so ist es Sache der unabhängigen, von der er wußte, daß sie zum Teil nur durch gesezwidrige halten. Ihm sei also schließlich nur eine Wohltat erwiesen wahrhaft nationalen Preise, ihnen diese Manipulationen erlangt sein konnte und er fungiert trok- worden. Also hätte dem Brandt schließlich nur die Ver- 8usammenhänge nachdrüdlichst begreiflich dem in dem Prozeß nicht als Mitangeklagter der dienstmedaille gebührt! zu machen! Brandt und Eccius, sondern als Zeuge! In Wirklichkeit diente das Brandtsche Spionage- und Noch ein anderes Beispiel: Auch Direktor Mouths Bestechungssystem ja nur zum Teil der Erschnüffelung der erhielt amtliche Kenntnis von den Kornwalzern. Ihr Inhalt Konkurrenzpreise. Brandt fahndete im Auftrage seiner Firma berblüffte ihn zuweilen derart, daß er sich nach seinem auch auf Konstruktionsgeheimnisse der Koneigenen Ausdruck an den Kopf faßte" und fragte, furrenz und des Reiches. Doch wird darüber noch an anderer tung" eine Reihe von Artikeln als Geleitwort zur Bildung der woher denn der Brandt diese Geheimnisse eigentlich haben Stelle das nötige zu fagen sein. könne. Er vermutete, daß der Inhalt solcher Kornwalzer Bleiben wir hier also einmal bei den Konkurrenzpreisen. bom Reichstag bewilligten sechs neuen Kavallerieregi nur auf Indiskretionen beruhen könnte. Er hatte- Die Militärverwaltung legte, das wurde in der Kriegs- menter. Der Verfasser schildert zunächst die geschichtliche Entwieder nach seiner eigenen Aussage- sogar„ das Gefühl, daß gerichtsverhandlung ausdrücklich festgestellt, großes Gewicht wickelung der Kavallerie und ihre Bedeutung im Kriege und kommt der Brandt und möglicherweise eine Person, die indiskret auf diese Geheimhaltung. Aus nur zu begreiflichen Gründen. den Grund zu erforschen, weshalb die Kavallerie bei uns„ bie dann auf die gegenwärtigen Verhältnisse zu sprechen. Er versucht war, Unannehmlichkeiten erwarten könnten". Trok Sie wollte eben auf Drängen des Reichstags- ühlung mit weiten Kreisen des Bolfes, ihr Weralledem erhob auch er keinen Einspruch gegen das ihm der auch eine Konkurrenz lebensfähig erhalten, da ja das Reich trauen verloren hat." Dabei will ihm scheinen, daß Sweifel fühlung mit weiten Kreisen des Boltes, ihr Berartig verdächtige System, da nicht er, sondern der Direktor die ehemalige Monopolstellung Krupps mit ungezählten Budde der direkte Vorgesezte des Brandt war. Wir fragen: Millionen überteuerter Breise hatte bezahlen müssen. Erit an der inneren Tüchtigkeit dieser Waffe, an dem Geist, der ihr Hätte nicht auch gegen diesen Strupp- Direktor mit mindas parlamentarische Eingreifen hatte, wie im Reichstag 1905 Offiziertorps beseelt, eine entscheidende Rolle spielen. Gewiffe destens dem gleichen Rechte die Anklage erhoben wer- erneut und unwiderleglich festgestellt wurde, die Firma Krupp Lebensweise, die Dienstauffassung und die Zusammensehung des Erscheinungen der Friedensjahre, Wahrnehmungen über den können, wie gegen Eccius? zum Herabgehen mit den Panzerplattenpreisen gezwungen. Wir werden auf diese immerhin auffälligen Tatsachen Erst die Konkurrenz anderer Firmen hatte, wie damals der Offizierkorps gingen ihren Weg, breiteten sich in immer weitere wohl noch zurückkommen müssen, wenn uns der weitere Ver- Kriegsminister Herr v. Einem selbst zahlenmäßig nachwies, Kreise aus, wobei Einzelheiten verallgemeinert, aber auch ernste lauf des Prozesses einen klareren Einblick in die Strategie ein gewaltiges Serabgehen der Preise des Artilleriematerials Schäden als solche largestellt würden: und die Motive der Anklage ermöglicht. Da indessen die Ver- zur Folge gehabt. Wie aber soll die Konkurrenz gegen die teidigung der angeklagten Krupp- Beamten nichts unversucht| allmächtige Firma Krupp aufkommen können, wenn diese läßt, um das Gewicht der Zeugenschaft des Herrn v. Mezen Firma es versteht, auf ungeseßlichem Wege die von der Rezu erschüttern, war sicherlich auch heute schon der Nachweis gierung geheimgehaltenen Konkurrenzpreise zu erfahren, um geboten, daß mindestens einige der als Zeugen aufgebotenen dann auch ihrerseits niedrigere Preise zu stellen? Ist es doch Krupp- Direktoren der Mittäterschaft dringend ein allbekanntes, allgeübtes konkurrenzverdächtig erscheinen!
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Eccius, das Unschuldslamm.
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manöver, daß kapitalkräftige Firmen ihre Konkurrenten erst unterbieten, um dann, wenn diese Konkurrenz aus dem Felde geschlagen und ruiniert worden ist, wieder wucherische Herr Direktor Eccius brachte die Entschuldigungen, deren Monopolpreise fordern zu können. Mag doch die er sich schon vor dem Kriegsgericht bediente, natürlich auch am Firma Krupp von vornherein gewissenhaft Freitag wieder vor. Er sei sehr viel auf Reisen gewesen, habe falfulieren und billige Preise stellen! Statt die Kornwalzer mur flüchtig angesehen und sich seinem dessen kundschaftete sie erst mit verbrecherischen Mitteln die Ressort nach ja höchstens um das zu kümmern brauchen, was Konkurrenzpreise aus, um dann später ihre Preise danach einin sein Dezernat das Preisbildungswesen für das In- richten zu können. Ein ebenso unlauteres, wie die Interessen und Ausland gefallen sei. Wohl sei es die Aufgabe des der Steuerzahler gefährdendes Geschäftsmanöver! Berliner Bureaus gewesen, Informationen für alles zu be- Es war deshalb zum mindesten recht unvorsichtig von schaffen, was geschäftlich für die Firma Interesse geboten dem Verhandlungsleiter, wenn er nach den schönfärberischen babe welcher Art aber diese Informationen zu sein bätten, Ausführungen des Herrn Eccius über die Kruppsche Taktik
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die
nein
Was ich meine? Ich meine vor allen Dingen die weitesten Kreisen immer unverständliche Tatsache, daß die Offizier forps der Kavallerieregimenter einen ausgesucht nicht etwa aristokratischen- das ließe sich verstehen plutokratischen Charakter tragen. Gewiß, daß Pferdehaltung Geld kostet, das weiß jeder, und daß deshalb der Kavallerieoffizier etwas mehr Zulage nötig hat als der Infanterieoffizier, obwohl auch das schon ein anger Mangel unserer Organisation ist. Daß unsere zukünftigen Kavallerieführer nicht nach den kavalleristischen Anlagen der Jungen, sondern nach dem Geldbeutel der Väter ausgesucht werden müssen, das ist an sich schon ein verhängnisvoller Schaden für die Waffe. Aber nun die Größe dieses Geld. beutels! Wer sich einen Begriff machen will von den Geldsummen, die da verschleudert werden, der frage einmal das Postamt eines Truppenübungsplatzes nach den Geldeingängen, wenn eine Kavalleriebrigade übt; er kann da seltsame Sachen hören.
Der Verfasser weist die Anschauung zurüd, als ob hierbei der Uniformwechsel wesentlich ins Gewicht fiele. Die Hauptrolle spiele ein als standesgemäß aufgefaßter Lupus des täg