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Nr. 39.

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31. Jahrg.

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Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin".

Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstraße 69. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 1983.

Deutsche Hundedemut.

Montag, den 9. Februar 1914.

Expedition: S. 68, Lindenstraße 69.

Fernivrecher: Amt Morikhlak, Nr. 1984.

Bluttat krönen würde. Sieht doch seine Strafliste also aus: 1. 1895 wegen Rörperverlegung 4 Wochen Gefängnis. Körperverlegung 6 Wochen Gefängnis. Betrug 2 Wochen Gefängnis.

2. 1895 3. 1897

Darauf erklärte Major Muth sofort:" Dann werden ruhmvolle Laufbahn bei passender Gelegenheit mit einer solchen die Leute verhaftet." Derjenige der vier Lothringer , der sich am besten deutsch ausdrücken konnte, erklärte dem Major, daß er und seine Freunde durchaus nicht die Absicht hätten, das Fest zu stören. Aber der Major fuhr sie an: Sie haben den Mund zu halten und zu antworten, wenn Sie gefragt werden." Darauf entfernte der Major dem einen der Lothringer die Müße vom Kopfe, indem er sagte: ,, Vor einem preußischen Major haben Sie die Mütze abzu­nehmen." Da einer der Lothringer bemerkt hatte, daß er und seine Freunde aus Familien stammen, die französisch sprechen, soll der Major noch gesagt haben:" Die guten Franzosen find alle weg, und was hier geblieben ist, ist nur Kreti und Pleti fünfter und sechster Klasse."

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4. 1897

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5. 1897 6. 1899

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7. 1899

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8. 1900

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9. 1901

Darauf wurden die Schwerverbrecher von vier Unter­Offizieren und einer unterwegs requirierten Patrouille auf das Bürgermeisteramt gebracht und dort nach Feststellung 10.. 1901 ihrer Namen und Wohnungen sofort entlassen.

Kuppelei 9 Mon. Gefängnis, 3 Jahre Chr verlust und Polizeiaufsicht.

Körperverlegung 9 Mon. Gefängnis.

Uebertretung 1 Monat Haft.

Betrug 2 Mon. Gefängnis.

Betrug im Rückfall 6 Mon. Gefängnis.

Diebstahl 9 Mon. Gefängnis und 2 Jahre

Ehrverlust.

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Diebstahl 3 Mon. Gefängnis.

11. 1902

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Uebertretung 1 Woche Haft.

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Diebstahl 10 Mon. Gefängnis.

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Hehlerei 8 Mon. Gefängnis und 1 Jahr Ehrverlust.

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Diebstahl im Rüdfall 1 Jahr 3 Monate Zucht­ haus

und 5 Jahre Ehrverlust.

Betrug im Rüdfall 1 Jahr Gefängnis und 3 Jahr Ehrverlust.

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Betrug 1 Jahr 6 Mon. Gefängnis und 3 Jahre Chr­verlust, unter Einrechnung der Strafe zu 15. Nötigung. und Freiheitsberaubng 1 Monat Gefängnis. Wahrlich, es ist hohe Zeit, daß das Ausland sich vor der aus

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Das Wort stammt von dem waderen Just us Möser und geprägt wurde es in der zweiten Hälfte des trübseligen achtzehnten Jahrhunderts, als der Bürger, vor allem in Preußen, wirklich als Hund behandelt wurde von den Macht­habern und zumal von den hochedlen Herrn im bunten Rock und mit der Plempe an der Seite. Damals, vor Jena und Auerstädt, war es an der Tagesordnung, daß höhere wie niedere Offiziere unbequeme Bürger beschimpften, prügelten und einsperrten, damals kam es wohl vor, daß der Gouver neur von Breslau Wirkliche Geheime Räte mit Schlingel und Esel anschnauzte und mit dem Stock bedrohte, damals konnte es sich ereignen, daß der Gouverneur einer anderen preuzi­schen Stadt, trotz des entsegten Einspruchs der Bürger, auf So weit der Tatbestand, der weit schlimmer ist, als was 12. 1902 einem Friedhof die Kreuze ausreißen und die Grabsteine ent- anfangs in Zabern geschah, und der wie ein verwüstendes 13. 1903 fernen und auf der geweihten Stätte einen Ererzierschuppen Hagelwetter auf die Germanisierungserfolge" in dem ach! für ein in der Nähe kasernierendes Regiment errichten ließ. so friedlichen Lothringen niederschlagen muß. Während der 14. 1904 Das war, wie gesagt, vor Jena und Auerstädt. Nachher i Ihe Im II. fich mit eingeborenen Lothringerne mit Vor­,, oberste Kriegsherr" des Herrn Majors Muth, während wurde es, unter dem Druck der Not in der Zeit der Fran- liebe auf Französisch zu unterhalten pflegt, werden hier 15. 1907 zosenherrschaft, etwas anders und ein wenig besser, und als einige ruhige Bürger, weil sie sich ihrer Muttersprache be­ein in der Wolle gefärbter märkischer Junker wie der Herr dienten, niederträchtiger behandelt, als es überführten Ver- 16. 1907 b. d. Marwitz, der mit all seinen Anschauungen in der Zeit brechern gegenüber erlaubt wäre, und indem einem der der Erbuntertänigkeit wurzelte, sich in dem Preußen nach der Bürger von dem Offizier die Müße vom Kopf geschlagen 17. 1912. Stein- Hardenbergschen Reformgesetzgebung und der Scharn- wird, erreicht militärische Anmaßung und militärische Will­horstschen Armeereform umschaute, schien ihm die Welt auf für ihren Gipfelpunkt. Und das oppositionelle bürgerliche dem Kopf zu stehn. Umflorten Blicks klagte er besonders Deutschland ? Es rührte sich faum. Wie es in welken darüber, daß jetzt der Willkür des Offiziers durch Gesetz und Blättern raschelt, so raschelte ein jäher Windstoß der Ent- Deutschland eindringenden Streitbrecherseuche durch einen Beit­Gericht Schranken gezogen würden: Stein Offizier hat persönliche Autorität, fchlief alles wieder ein. Während eine selbstbewußte bürger­rüstung durch ein paar fortschrittliche Blätter, und dann fordon schützt. feiner darf es wagen, einen widerspenstigen Unterliche Klasse, der so von übermütigen Kriegern mit gebenen zu bestrafen, weil sich immer irgendein Umstand gespielt wird, auffahren mußte in der Weisalut des findet, aus dem demonstriert wird, er habe seine Befugnis Borns über getretene Menschenwürde und dreinschlagen. übersáritten, was ihn denn unfehlbar auf die Festung müßte, daß es Scherben gibt. Der von der Stockholmer Arbeiterschaft beschlossene De­bringt. Also beständige Anzeigen und Untersuchungen, wodurch monstrationszug gegen die Rüstungstreiberei fand Wenn statt dessen die bürgerliche Klasse Deutschlands am Sonntagnachmittag unter ungeheurer Beteili denn die ganze militärische Disziplin einzig und allein in den höchstens hinter dem warmen Ofen die Faust ballt, so nicht Händen der Militärjustiz beamten, der Auditeure, liegt. Diese sind nun schon an und für sich, wie alle Rechts- nur, weil sie in den Maschinengewehren die Wellenbrecher gung statt. Ueber die prächtig verlaufene Demonstration liegt. Diese sind nun schon an und für sich, wie alle Rechts- der sozialen Revolution sieht. Auch Frankreichs , auch Eng­meldet uns ein Privattelegramm: gelehrten, die ärgsten Demagogen, und sodann haben lands Bourgeoisie läßt es sich gern gefallen, daß die Armee Stockholm , 8. Februar. Mit helleuchtenden roten Fahnen diese zahlreichen Untersuchungen auch schon längst die Kriegs- als Hüterin des bedrohten Kapitalprofits aufmarschiert, aber und Vorantritt von Musikkorps demonstrierten heute nach­artifel unzulänglich gemacht. Daher hat denn das Allgemeine wehe dem Offizier in Frankreich , wehe dem Offizier in Eng - mittag 45 000 organisierte Arbeiter gegen die Rüstungs­Landrecht auf die Militär- Untersuchungen und Bestrafungen an- land, der wie Reuter und Muth dem Bürger gegenüber treiber und für die internationale Verbrüderung. Es war gewendet werden müssen. Dieses aber ist auf die Freiheit aufzutrumpfen wagte! Sie würden von heute auf morgen die größte Massendemonstration, die Stockholm je gesehen und Gleichheit gegründet und wird nun angewendet auf weggefegt werden, und keine Berufung auf eine vergilbte und übertraf fast um die Hälfte den von den Gegnern vor einen Stand, dessen Wesen in der vollendetsten Ungleichheit be- Kabinettsorder könnte sie retten. Das macht: Frankreichs einigen Tagen veranstalteten Bauernzug". Genosse Bran­steht, und in welchem der eine Stufe höher Stehende oder nur um und Englands bürgerliche Klasse hat sich ihr politisches ting hielt an den Ministerpräsidenten Staaff, einen Tag Heltere die unbedingte Gewalt haben soll über den Schicksal im Feuer einer großen Revolution selbst ge- der den Zug, der 3% Stunden zum Vorbeimarsch gebrauchte, Niederen und Jüngeren!" schmiedet, während der revolutionäre Anlauf der bürger- begrüßte, eine Ansprache, die sich gegen Mehr­lichen lasse Deutschlands in Halbheiten stecken blieb und forderungen für Militär- und Marinezwecke und Ver­schließlich die Revolution von oben mit Hilfe der preußischen längerung der Dienstzeit richtete und sich für Begren Bajonette vollendete, was die Revolution von unten nicht zung und Verminderung der militärischen Lasten aussprach. zuwege brachte. Während darum drüben die revolutionäre Schließlich wurde darin zur Arbeit in Frieden und Brüder­Ueberlieferung verpflichtet und selbstbewußt macht, hängt lichkeit aufgefordert. hüben dem deutschen Bürgertum feine trübe politische Ber­gangenheit heute noch nach und duckt es unter die Bajonette der Soldateška.

Und an anderer Stelle jammerte derselbe Junker, kein General gelte etwas, sobald ein älterer da sei, und selbst der ältefte und vornehmste müsse sich von jeder Zivilbehörde auf der Nase spielen lassen.

Gegen den Gegen den Rüstungswahnsinn.

Der Ministerpräsident erwiderte, er schließe sich der Auf­forderung zum Frieden und zur Brüderlichkeit aller Völker warm an. Weiter wies der Minister erneut auf die Neu= Nie und nie hat dieses Volf in seines Herzens Tiefen wahlen hin, die im Fall der etwa notwendigen Verlänge empfunden, was bürgerliche Freiheit heißt, und bei diesem rung der Dienstzeit der Infanterie eintreten sollten und gab deutschen Bürgertum läuft alles auf das bitter ironische die Zusicherung, daß er das volle konstitutionelle Wort Bambergers hinaus: Sunde find, wir ja doch!" Regime gegen ein persönliches Regiment in und Hunde müssen geprügelt werden! Schutz nehmen werde. Die Frage über die Verlängerung der Dienstzeit der Infanterie müsse dem Volke ge­legentlich der Wahlen vorgelegt werden. Die Regierung werde von dieser Forderung niemals ab­weichen.

Stiege der selige Marwitz heute aus seinem Erb­begräbnis auf, er wischte sich die Augen und rief entzückt: Hallelujah! Es ist alles wieder wie vor 1806! Wieder werden Bürger von Offizieren beschimpft, geprügelt und eingesperrt siehe den Schloßplatz und den Pandurenkeller von Zabern! Wieder werden Räte nicht vom Gouverneur, sondern vom ersten besten Leutnant angeschnauzt und bedroht siehe die Zaberner Landgerichtsräte und den Leutnant cha d! Und nicht wie in der Zeit, da Mar mit seine Klagelieder Jere­miae anstimmte, müssen sich alte und vornehme Generale von jeder Zivilbehörde auf der Nase spielen lassen, sondern un gekehrt spielt jeder Stabsoffizier den Zivilbehörden auf der Nase herum siehe den Obersten v. Reuter und sein. Verhältnis zur Zivilgewalt in Zabern ! Auch kommt es im Zeitalter der glorreichen Putativnotwehr nicht mehr vor, daß ein Offizier feine Befugnisse überschreitet siehe den Leut­nant v. Forstner in Dettweiler! und gar die Militär­Deutschland kann stolz sein auf sein organisiertes Streitbrecher­justizbamten sind heute alles andere als die ärgsten Dema- gesindel. Darum auch rufen die Kulturträger vom Schlage der gogen" siehe die Kriegsgerichtsräte Osiander und Westarp und Genossen immer wieder nach erhöhtem Schutz Medicus in Straßburg !

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Der Streikbrecheragent als

Totschläger.

Dem Zuge folgte eine große Zuschauermenge, die, ebenso wie die Teilnehmer am Demonstrationszuge, wieder­holt Hochrufe auf die Republik ausbrachten.

der Arbeitswilligen, nach neuen Drangfalierungen der Arbeiter- Der Handstreich der Dreiklassen­

männer.

Die brave Ordnungspresse" stellt es in ihrem unverwüstlichen

Was aber auch genau so in Blüte steht wie damals ist klasse. Endlos ist die Liste der Untaten, die durch Streifbrecher und die deutsche Hundedemut, die Hundedemut des mit ihre Agenten bei deutschen Streits begangen wurden; straflos Schimpfworten und Ohrfeigen, Kolbenstößen und Fußtritten begangen wurden. Aber das bisherige Vetätigungsgebiet wird den bedachten deutschen Bürgertums. Als nach der zweiten Arbeitswilligenagenten und ihrer Ware zu klein. Man beginnt, Wahrheitsdrang so dar, als ob die Sozialdemokratie aus purem Baberndebatte die bürgerlichen Parteien Hahn in Ruh die deutsche Streitbrecherkultur auf das Ausland zu verpflanzen. Uebermut einen Krawall inszeniert habe. Denn der Vizepräsident fommandiert hatten, fam, als wollten die Militärorgane Gelegenheit zum Export Arbeitswilliger bietet zurzeit der Buch- Strause sei ganz im Rechte gewesen, wenn er bei der Beratung zeigen, was sie sich alles leisten können, der Zwischenfall in bruderstreit in Oesterreich . Mit welchem Erfolg, lehrt der Einzeltitel des Justizetats keine Fortjehung der General­Sablon bei Mez. Troz der Ableugnungsversuche des Gene­

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ralfommandos des 16. Armeekorps hält die Frankfurter das folgende uns am Sonntag aus Bodenbach zugegangene debatte geduldet habe. Diese Sorte von Presse lebt ja nur vom Zeitung" ihre Darstellung aufrecht, nach der ein paar Loth- Pribattelegramm: politischen Schwindel und es wäre deshalb eine unbillige Zu­ringer, die bei der Kaisergeburtstagsfeier des 20. Pionier­bataillons dem Konzert lauschten, aus dem Saal verwiesen wurden, weil sie sich in ihrer Muttersprache auf Französisch unterhielten. Sie begaben sich in den Wirtschaftsraum und setzten hier die Unterhaltung fort. Als ein anderer Offizier merkte, daß die Einheimischen auch hier nicht zu der ihnen gar nicht geläufigen deutschen Sprache übergingen, holte er den Major und sagte zu ihm:" Die Leute sprechen oftentativ französisch, um die Kaiserfeier zu stören."(!)

Der Buchdrucker Solinger wurde heute von dem mutung, von ihr nun gerade in diesem für die Ordnungsparteien bekannten Streitbrecheragenten Keiling aus des Dreiklassenhauses so blamablen Falle einen ihr so ungewohnten Berlin im Hotel Stadt Prag " zu Tetschen durchft des Anstandes zu erwarten. Mögen Deutsche Tageszeitung", einen Schußschwerverlett. An dem Aufkommen" Post" und" Germania " den Sachverhalt noch so plump entstellen, die Boltsmassen, die es angeht, erfahren dennoch die Wahrheit. des Verlegten wird gezweifelt. Eine Lesart jedoch sei der Kuriosität wegen besonders er­

fennt, fonnte feinen Augenblick im Zweifel sein, daß Keiling feine fattet. Sie hätten dem ahnungslosen Präsidenten argliftig die Wer das Vorleben dieses Schühlings des Unternehmeriums wähnt. Danach hätten die bösen Sozis die ganze Geschichte abge=