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Im Osten was Neues? : Perspektiven von Migrant_innen - Schwarzen Menschen - Communitys of Color auf 30 Jahre (Wieder-)Vereinigung und Transformationsprozesse in Ostdeutschland : 28.-30. Oktober 2020, Hochschule Mittweida, Tagungsdokumentation
Entstehung
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Tagungsteilnehmende im Saal der Hochschule Mittweida 14 1. Einleitung Asiye Kaya, Riham Abed-Ali, Phương Thúy Nguyễn: Konzept-Kontext und Struktur der Tagungs­dokumentation Das vorliegende Manuskript ist die Dokumentation der Tagung mit dem TitelIm Osten was Neues? Intersektionale- Migrantische-BIPoC 1 Perspektiven auf 30 Jahre (Wieder-) Vereinigungsprozess 2 in Ostdeutschland, die vom 28. bis zum 30. Okto­ber 2020 an der Hochschule Mittweida stattgefunden hat. Die Tagung steht in Ver­bindung mit einem Forschungsprojekt, 3 das migrantische(und BIPoC) Perspektiven auf den Transformationsprozess der Nachwendezeit in Ostdeutschland sowohl als Ausgangspunkt als auch als Zielsetzung markiert. Damit fungierte die Tagung für das Forschungsprojekt als eine Bottom-Up-Per­spektive sowie eine partizipative und transformative Methode. Sie diente darüber hinaus als Austausch- und Reflexionsraum und alseine kooperative und würdige 1 BIPoC steht für Black Indigenous People of Color(Schwarze, Indigene, Personen of Color). 2 Mit dieser Schreibweise wird markiert, dass der BegriffWiedervereinigung aus ostdeutscher Perspektive als hegemonial kritisch betrachtet wird. Stattdessen werden weniger hegemonial wahrgenommene Begriff­lichkeiten wieVereinigung oderDDR Beitritt zur BRD verwendet.Wiedervereinigung impliziert eine Art nationale Sehnsucht nach einer imaginärendeutschen Einheit, die als Common Sense vorausgesetzt wird. Der Begriff ist konnotiert mit der Feierlichkeit desWiedervereintseins, ohne zu explizieren, wer eigentlich wiedervereint werden soll und wer nicht, wer als Teil dieser sogenanntenEinheit gesehen und auf wes­sen Kosten diese ausgetragen wird. Die Vereinigung und Transformationsprozesse waren vor allem domi­niert durch die BRD Politik und Positionen. Erzählungen und Diskurse waren und sind teilweise immer noch geprägt von westdeutschen Narrativen. Der Beitritt der DDR zur BRD war für viele Linke, Migrant_innen und BIPoC in Ostdeutschland weder eine Vereinigung auf Augenhöhe noch ein Grund zum Feiern. Für diese Menschen ist die Transformation vor allem geknüpft an Erinnerungen von Bedrohung und Gewalterfahrun­gen. Ein kritischer Blick bedarf(linker-)ostdeutscher und ostdeutsch-migrantischer/ BIPoC Perspektiven (Schütz, Johannes.Wenn Heimat Angst macht.Gewalt der Vereinigung in biografischen Erzählungen, in Zeitgeschichte-online, 2021. https://zeitgeschichte-online.de/themen/wenn-heimat-angst-macht(abgeru­fen am 09.12.2021); Bangel, Christian.Es gibt keine wirkliche Ostdebatte, in Deutschland Archiv, 25.09.2020. www.bpb.de/315904(abgerufen am 09.12.2021)). 3 Das Forschungsprojekt trägt den Titel30 Jahre Deutsche Einheit: Migrantische Perspektiven auf den Wiedervereinigungsprozess in Ostdeutschland und ist ein Teilprojekt des vom SMWK geförderten Verbund­projektsInnovationscluster HSMW 2020 an der Hochschule Mittweida. 15